Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 12. März 2026
Mithalten....
Ich blicke in meine Umwelt und schreibe auch das Folgende auf: „Ich beobachte, wie sie alle vor dem Älterwerden fliehen. Betreiben nahezu manisch Sport, sind dauernd am Umziehen vom verschwitzten und also unbrauchbaren Klamotten ins richtige Outfit. Ich beobachte, wie die Gesichter faltiger werden, verletzlicher auch, wie sie sich wehren und auf dieser Strecke immer mehr zum Verlierer werden. Körperliche Gebrechen kommen hinzu, machen sie schwächer, liefern sie denen aus, denen sie nie ausgeliefert sein wollten. Sie dachten stets: „Das sind die, und das sind wir“. Doch jetzt sind sie selbst die Alten, gehören zu denen, ohne dass sie gefragt wurden. Die sind vielleicht auch reich, können sich Hilfe leisten, lassen kommen und geben Anweisungen. Und doch: sie lassen nach.
Die Jungen verschwenden noch keinen Gedanken daran, leben nicht in dieser Welt. Das heißt: sie glauben nicht daran. In Silicon Valley tüfteln auch Firmen an der Idee der Unsterblichkeit, oder doch zumindest an der Lebensverlängerung. 120 Jahre oder auch 500 alt könne man locker werden, so heißt das. Wenn es denn so wäre, so wäre es wieder einmal typisch amerikanisch, dieser Idee mit technologischen Mitteln nachzugehen, so denke ich manchmal. Die sogenannten „Reichen“ könnten es sich leisten, der soziale Trash nicht. Die Idee des allgemeinen Gesundheitssystems ist hierzulande nur noch eine vage Idee, in den USA wird sie mitunter als Mischung aus Faschismus und Kommunismus bekämpft. Sie glauben immer noch an das Glück, das Verdienst der Tüchtigen. „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. American Dream. Auch von daher lassen sich - beileibe nicht erschöpfend! - die Erfolge von jemand wie Donald Trump erklären. Da ist einer, der es weiß, der zu alter Größe zurück will (ob das bereits nicht schon eine Projektion ist?). Einer, der sich aus seinem Wissen zu den Armen hinabbeugen und es ihnen zeigen wird, - so in etwa der naive Glaube an solche Figuren.
Dienstag, 5. August 2025
Body positivity
Es gibt wohl 1000 Anzeichen, dass „body positivity“ vorbei ist, - zumindest in den Medien, zu denen auch Social Medias zählen. Hungern ist wieder angesagt. So sein, wie man ist, gilt nicht mehr. Die gewichtigen Models zählen nicht mehr. Zucker. Kohlenhydrate. Salz. Kalorien. Igitt. Man überantwortet sich offenbar lächelnd Lächerlichkeiten, die herb durchgedrückt werden. Von wem eigentlich? Von Influencer(innen)? Ha ha, Henne und Ei. Schrittmacher des Zeitgeists. Die Schlankspritze hat es möglich gemacht, sich seiner körperlichen Erfolge zu rühmen. Ozempic und andere. Essstörungen sind wieder in. Bulimie rocks. Für ein paar Leute gilt es, damit Geschäfte zu machen. Startups. Geschäftsmodelle. Niemand sagt da „Gründer(innen)“. Es werden Ideale ausgegeben. Dünnsein als Lebenseinstellung. „Clean“ essen. Die Nahrung als Feind. Es gilt, Erwartungen zu entsprechen. Opfer zu bringen. Selbstakzeptanz war gestern. Jetzt gilt Selbstdisziplinierung. Zwang.
Samstag, 17. Mai 2025
Durchlauf
Junge Körper. Werfen Bälle. Führen irgendwelche Figuren aus. Im Kreisel. Strahlen um die Wette. Werden benotet. Je nach „Leistung“. Auf der Jagd nach der Trophäe. Dem Pokal. Ein gealterter Handballnationaltrainer wird für 3 Sekunden im Fernsehen aufgeploppt. Ein Streiflicht, mehr nicht. Sitzt da und bildet sich ein Urteil. Unbeachtet. Stars. Superstars. Wen interessiert`s? Ausrangiert. Held vergangener Tage. Hat eine Bande zum Erfolg getrieben. Ist jetzt offenbar zufrieden mit seiner Rolle. Identifiziert sich aber noch immer. Macht sich seine Gedanken. Offenbar. Der Sport ist schon ein heftiger Durchlauferhitzer, so denke ich mir sodann. Hier rein, dort raus. Gestern Meisterschaft gewonnen, heute vergessen. Gesichter, die einem bestenfalls bekannt vorkommen. Vielleicht ist die ganze Gesellschaft ein Durchlauferhitzer. Ein durch einen Tunnel durchgeschobener Artikel, der möglichst Erwartungen erfüllen sollte und dabei möglichst wenig kosten sollte. Die ehemaligen Meistersportler verkörpern das wie durch ein Brennglas. Sie geben ein symbolisches Bild ab. Anders geht es nicht. Ist es dem Menschen nicht möglich.
Dienstag, 5. November 2024
Schön oder was?
Dies hier gleicht eher einer Stoffsammlung zu einer Frage, die mich nicht unmittelbar zu betreffen scheint, die es dann aber auf verschiedene Arten doch tut. Ich kombiniere damit Aussagen in TV-Sendungen mit Gedanken und Notizen, die ich mir gemacht habe. Ich kann sie nicht in ein eindeutiges Raster bringen, eine Haltung oder Meinung. Ausgangspunkt ist das, was man immer hört: Menschen, die als schön gelten, haben es im Leben durchweg einfacher, haben Vorteile. Sie verdienen mehr, haben bessere Noten, ernten geringere Strafen, kommen in den Genuss einer besseren Gesundheitsversorgung – nur so als Beispiel. Es scheint eine Art Ungleichbehandlung aufgrund des Aussehens zu geben. Gleich wird fehlende Disziplin für „ungehöriges“ und nicht den gängigen Idealen entsprechendes Dicksein verantwortlich gemacht. Dies scheint sich eine ganze Industrie zunutze zu machen. Es scheint „Normkörper“ zu geben. Das, an dem sich scheinbar alles misst. Daraus folgt ein fortwährendes „Du musst, musst, musst…“. Es gilt, sich diesem (sozialen) Druck strategisch anzupassen. Es geht darum, „etwas an sich machen zu lassen“, Korrekturen im Gesicht und an anderen Stellen des Körpers. Freilich wird so etwas immer intensiver im Laufe der Alterung. Es gilt, ein Erscheinungsbild zu designen. Es wird einem damit versprochen, dass man sich auf diese Weise jünger fühle. Angepasster einem Schönheitsdruck. Dass man weniger auffalle. Körper sind also eine Art Rohstoff der Selbstoptimierung. Wo fängt das an und wo hört es auf? Lackierte Fingernägel, geschminktes Äußeres - was gilt dafür? Inwiefern ist das selbstbestimmt oder fremdbestimmt? Diversity, wie ernst sind solche Parolen, wenn sogar Barbie-Puppen dies aufnehmen und sich bezahlen lassen? Neue Normalität schafft neuen Druck. Ob es sich in einen Gegentrend einreiht, der Inklusion, „Body Positivity“ und Diversität verspricht? Ob man sich solche „Verstöße“ leisten können muss? Welche Rolle spielt überhaupt die Frage, ob man sich Schönheitsoperationen leisten kann? Ob Menschen in Armut zu leben gezwungen sind? Es dadurch gar nicht bezahlen können, den Körper zurichten zu lassen. Ein Markt muss bedient, ein Produkt gekauft werden. Es geht ja auch darum, dass grundlegende menschliche Prozesse (wie das Altern) gegen entsprechendes Entgelt geleugnet werden können. Wo steht in diesem Zusammenhang der Ekel vor allem, was aus dem Körper kommt (wie zb. Haare, Flüssigkeiten). Geht es in einer Ebene darunter darum, wie weit man sich vom Tier entfernt? Es ist ja so, dass dies alles lange Zeit Frauen zugeschrieben wurde. Doch nun kommt immer mehr Druck Männern gegenüber auf. Eine mächtige Konsumgruppe will da erobert werden. Sehr viel wird in diesem Zusammenhang mit der Gesundheit verhandelt. Ob da nicht Fragen der Identität dahinter stehen? Man ist, der man ist? Zunächst einmal ist jeder ein Körper und hat einen Körper. Die Zuschreibung der individuellen Selbstverantwortung scheint der Doktrin des Neoliberalismus zu entsprechen. Das Äußere (die Verpackung) scheint oft genug den Wert eines Menschen zu bestimmen.
Mittwoch, 9. August 2023
Schönheit oder Beauty?
Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Haha, Binse. Könnte jeder sagen. In der Bibel hingegen steht: „Du bist wunderbar gemacht“. Das kommt schon eher, auch wenn es gegen den jetzt herrschenden Zeitgeist verstößt. InfluencerInnen geben role Models aus. Man sollte als junge Frau mindestens einen Arsch wie Kim Kardashian haben. Großer Busen, aufgespritzte Lippen und Puppennase sind Pflicht, so denken diese junge Frauen, die statistisch gesehen immer noch jünger werden und manchmal erst 9 sind. Soziale Medien mit ihren „Likes“ machen es ihnen vor, üben ein, geben ein Vorbild aus, führen ein, fordern heraus. Ach, du bist pretty, ein Model! Selbstbewusstsein ahoi! Ach, weil du genauso aussiehst, wie es die Industrie dir vormacht? Schönheits- und Modeindustrie verdienen sehr viel Geld damit, jungen Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen. Alles vorgestanzt, getäuscht, gestaltet, gemacht, der Schein regiert ohne Identität. Klamotten müssen gekauft, vorgegebene Haltungen müssen eingenommen werden. Nase, Brüste, Lippen, Fettabsaugung kosten etwas. Kann sich nicht jeder leisten. Repräsentieren deswegen auch sozialen Status. Und Superstars demonstrieren mit ihren designten Nippeln, mit filigran gestylten Frisuren unbedingte Glückseligkeit, sorgfältig gefilterte Schönheit in einer überwältigenden Überflutung von Reizen. Als SchrittmacherInnen. Sie greifen sich in diesen Schritt, spielen mit Sex, zeigen ihre Unterwäsche her, spielen mit ihren Reizen, wackeln gekonnt sexy mit dem Arsch - lassen aber nix an sich ran, - was die tobende Kundschaft noch mehr reizt. So funktioniert offensive Werbung! Wer nimmt sowas ernst? Frauen, die Erfolg haben wollen. Die so wie der Superstar sein wollen. Ob sowas mit ekligen After-Show-Parties zu tun hat, ob es gar darauf hinführt? Die Person als sich selbst auslieferndes Subjekt? Entfremdet und menschlichen Kontakt kaputt spielend? Ins Perverse hinaus treibend. Auf Macht basierend. Balzverhalten. Hedonismus rocks, - wirklich? Sex & Drugs & Rock’n Roll – oder die Karikatur davon? Nun ja, Fußballspielern wird ja auch jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Aber wehe, sie bringen keine Leistung! Der Leistungsfetisch rules!
Samstag, 31. Juli 2021
Körpergefühle - reloaded
Was ist mein Körper? Ein Organ des Gesamten? Mein Alter Ego. Mein Ich. Welche Inhalte und Rechte soll ich ihm einräumen? Woher kommt es, dass ich so faul bin? Ist der Körper ein Teil von mir und bin ich ein Teil von ihm? Ist er Natur? Wie sehr darf ich ihn dann „bearbeiten“, manipulieren? Diese Fragen stellen sich mir pro Lebensabschnitt neu. Wie erlebe ich überhaupt Lebensabschnitte? Kann es sein, dass ich mit zunehmendem Alter meinen Körper intensiver erlebe? Fest steht, dass ich ihm nicht entkommen kann, die alte christliche Mär‘, dass ich mich von ihm lösen könnte, stimmt nicht. Jedenfalls nicht für mich. Es scheint bei mir ohnehin alles viel chaotischer zu sein als bei anderen Leuten. Ich war z.b. nie gut darin, unbefriedigende Zustände zu beenden und entschlossen, etwas Neues anzufangen. Ich bin nicht entscheidungsfreudig. Aber hatte ich mit meiner Phantasie nicht viel zu viel schon durchschritten, was mir selbst als „neu“ gelten könnte? Ob daraus zu viel Unzufriedenheit entstand? Im Vergleich zu anderen Leuten freilich habe ich dagegen eine gewisse Resilienz entwickelt…..
Dienstag, 18. Mai 2021
Körpergefühle
Was ist mein Körper? Ein Organ des Gesamten? Mein Alter Ego. Mein Ich. Welche Inhalte und Rechte soll ich ihm einräumen? Woher kommt es, dass ich so faul bin? Ist der Körper ein Teil von mir und bin ich ein Teil von ihm? Diese Fragen stellen sich mir pro Lebensabschnitt neu. Erlebe ich überhaupt Lebensabschnitte? Kann es sein, dass ich mit zunehmendem Alter meinen Körper intensiver erlebe? Fest steht, dass ich ihm nicht entkommen kann, die alte christliche Mär‘, dass ich mich von ihm lösen könnte, stimmt nicht. Jedenfalls nicht für mich. Es scheint bei mir ohnehin alles viel chaotischer zu sein als bei anderen Leuten. Ich war z.b. nie gut darin, unbefriedigende Zustände zu beenden und entschlossen, etwas Neues anzufangen. Ich bin nicht entscheidungsfreudig. Aber hatte ich mit meiner Phantasie nicht viel zu viel schon durchschritten, was mir selbst als „neu“ gelten könnte? Ob daraus zu viel Unzufriedenheit entstand? Im Vergleich zu anderen Leuten freilich habe ich dagegen eine gewisse Resilienz entwickelt…..
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