Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 20. Mai 2025

Sport und Spoensoren

Es wird wohl immer krasser, das aber schleichend, so dass niemand etwas davon zu merken scheint und alles für „normal“ hält: Sportler sind inzwischen Werbeflächen und drängen sich einem mit ihren „Botschaften“ bei jeder Sportübertragung auf. Der Trick ist, das Sportler auf Sponsorengelder wie diese offenbar angewiesen sind, dass sie auf subtile Weise gezwungen sind, sich so zu verhalten und sich als "Werbeträger" zu "verkaufen". („Marktwirtschaft, klar!“) Dass auch ihre jeweiligen Verbände davon weitgehend abhängig sind. Der Trick ist auch, dass diese Sportler seit früher Kindheit auf Werbe-Clips geprägt sind, und dazu neigen, deren Botschaften zu glauben. Der Trick ist auch, dass alles, was Werbung betrifft, im öffentlichen Bewusstsein in den Bereich des „Normalen“ übergegangen ist und als solches akzeptiert wird. Doch was macht diese Werbeindustrie anderes, als „Fake News“ und die Wonnen einer längst vergangen farbigen Wachstumsgesellschaft zu verbreiten? Müssen wir vielleicht noch einmal neu darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen aus dieser Konsumindustrie und was nicht? Gilt es gerade, diesen Werbebotschaften, die sich doch aus tausend Gründen längst ad absurdum geführt haben, zu misstrauen? Der Trick ist auch, dass diese Art der Werbung immer noch zu funktionieren scheint, dass sie gewisse Produkte in unserem Bewusstsein zu verankern scheint, dass diese „Produkte“ längst zu Statussymbolen geworden sind, mithilfe deren man sich von anderen absetzt und Identität gewinnt.

Sonntag, 9. Juli 2023

Tour de France

Jetzt rasen sie wieder durch Frankreich. Mit dem Rad. Fernsehdirektübertragung. Eine große Sportshow. Genau nach den Gesetzmäßigkeiten des Showgeschäfts scheint das Spektakel auch abzulaufen. Nicht zu lang, nicht zu kurz, immer unterhaltsam Helden aufbauend. Projektionsfiguren, wie man jetzt wieder auf deutschen Straßen sieht, wenn sie in mit Industriefirmenlogos bedruckten Papagaientrikots herum fahren. Wir sind auf dem Sofa vor dem Fernsehgerät wie verwurzelt. Wer, wie, wo? Wir sehen ein bisschen von Frankreichs Schönheit. Wunderbare Schlösser. Ort- und Landschaften, wie es sie bei uns nicht gibt. Gelegentlich hören wir etwas über die Vergangenheit. Weniger über Dopingsünder wie Lance Armstrong, sondern vielmehr über die alten Helden: Jacques Anquetil und Raymond Poulidor, Eddy Merx natürlich, Luis Ocana, Miguel Indurain, Felice Gimondi, Alberto Contador (gerne mal positiv gestestet), Pascal Simon, der 1983 im Gelben Trikot mit gebrochenem Schlüsselbein den Puy de Dome hinauffuhr und am nächsten Tag aufgeben musste, Fausto Coppi, der nach 9 Stunden und 40 Minuten das Etappenziel erreicht haben soll, - wie wir jetzt von kundigen Sportjournalisten erfahren. Und dann „die Deutschen“: Rudi Altig, Didi Thurau, Erik Zabel, der Jan Ullrich, der auch schon mal ein Mittelchen eingenommen haben soll, frühere Fahrer aus grauer Vorzeit, die beim örtlichen Schmid ihr Fahrrad in Ordnung brachten und dann weiter fuhren. Deutsche Rennställe, - jetzt einer in mattgrün. Jetzt gibt es taktische Überlegungen: Welche Mannschaft mit welcher Strategie welches Ziel erreichen will. Den richtigen Moment erwischen, um dann dran zu sein, - gelegentlich sieht man vor lauter Werbeflächen auf den Trikots das „Peleton“ nicht mehr. Alles okay, alles Geldgeber. Nur zwei haben sich mal wieder heraus geschält, denen man den Gesamtsieg zutraut. Aber was ist schon der Gesamtsieg? Es gibt auch den Punktbesten, die Bergwertung, den besten Nachwuchsfahrer usw. , - wer ist der Führende?

Freitag, 20. Januar 2023

Nationalismus als Sport

Spitzensport, eine einzige Orgie in Nationalismus. Ich nehme das intensiv wahr, wenn etwa nur die Berichterstattung über „die Deutschen“ im Vordergrund steht. Oft gibt es ja auch „Siegerehrungen“, bei denen Fahnen hochgezogen und National-Hymnen gespielt und mitgesungen werden. Es wird auch über die Medien hart am Image von solchen Sportlern gearbeitet. Alleine schon, welche Strapazen die auf sich nehmen! Selbst präsentieren sie sich ständig grinsend und mit „positiver Ausstrahlung“, trinken komisches Zeugs oder rasieren an sich herum. Wichtig ist, wie man sich verkauft, was alles schon in der Sozialisation aufgenommen und später auf vielerlei Arten andressiert wird. Man muss eins mit der Masse sein, im rechten Moment Kaspereien und Faxen vorführen, alle Skepsis verdrängen (keine „Miespetrigkeit“, keine „Spassbremse“). Vorbehalte (politischer, ökologischer oder moralischer Art) gibt es nicht, bzw. werden in Kauf genommen.

Donnerstag, 12. Januar 2023

Gruß an Thomas Bernhard

Was uns an Thomas Bernhard imponiert hat? Seine Sprache auch, sein Spott, sein Humor.... Wie er die Welt umfangen hat mit seinen Deutungsmodellen, die sich und ihre Helden doch immer wieder selbst in Frage gestellt haben. Wie er den Tod umfangen hat als etwas Unumgängliches, das immer sehr nahe ist. Wie er mit dem Sozialen umgegangen ist, weitab aller welterlösenden Theorien, - etwa in „Die Billigesser“: Er scheint auf das Konkrete geschaut zu haben und es dann in einen surrealen und stark persönlich gefärbten Zusammenhang gestellt zu haben. Sein Roman „Holzfällen“ könnte auch dafür stehen und ist damals sogar verboten worden: sein Blick auf die österreichische High-Society scheint eine Spur zu genau gewesen zu sein, die Ähnlichkeiten waren offenbar zu nahe dran an der Realität. Flugs wurden die Advokaten vorgeschickt. Er scheint sich selbst als eine Art teilnehmenden Beobachter gesehen zu haben, der erst registriert und zu verstehen versucht hat, ehe er auf eine sehr individuelle Weise etwas beklagt. Sein Spott liegt über allem, ein befreiendes Lachen, das die alltägliche und unalltägliche Tücke integriert, einbezieht, das Niedere dem Hohen lachend nahebringt. Der Künstler ist bei ihm eine Lieblingsfigur, die sich in ihren eigenen Nabel verbohrt und eigene Bewegungsdynamiken entwickelt, die lächerlich machen. Das Scheitern ist bei ihm ein Teil des Gelingens, wobei er selbst durchaus auch eitel war. Bewundernswert, wie er etwa in seinem Drama „Heldenplatz“ das alltäglich Faschistoide aufgenommen und als Einstellungsritual vorgeführt hat. Wie er seiner Schilderung eine eigene Sprache verpasst hat. Wie er die Langeweile als Bodensatz auch der Anstrengung eingeführt hat. Wie er oft genug virtuose Denkkapriolen mit Chaplin-haften Abstürzen in die totale Auslöschung kombiniert hat. Das alles hat kosmisch-komische Züge: er scheint dadurch Vexierbilder der Existenz geschaffen zu haben.

Dienstag, 12. Juli 2022

Sport und Leistung

Ich lese da in der Zeitung „viele junge Männer kommen da mit einem Rucksack voller Moralvorstellungen. Die sagen „Ich bestehe auch ohne zu betrügen!“ Und dann, Schritt für Schritt, merken sie, dass sie in diesem Milieu nur existieren können, wenn sie nach den Regeln der Stärksten spielen. Ob diese Aussage eines ehemaligen „Tour de France“-Teilnehmers noch immer zutrifft, vielleicht heute mehr denn je? Ob sie sogar auf allgemein gesellschaftliche Praktiken übertragen werden kann? Ob so etwas nicht das allgemeine Gesetz charakterisiert, nach dem die Gesellschaft funktioniert? Ob der Leistungssport da etwas beispielhaft verkörpert, was verlängert werden kann aufs Ganze? Ob es da den Mut dessen bedarf, der gegen den Strom schwimmen will, um sich selbst einigermaßen sauber zu halten? Ob der Leistungssport da nicht die Funktion einer Lokomotive des Wertes „Leistung“ übernimmt und den Wettbewerbsgedanken raffiniert ins Wertesystem dieser Gesellschaft abstreut? Fragen über Fragen. Der in den Medien hergezeigte Leistungssport könnte jedenfalls so etwas wie der Motor des Leistungsgedankens sein. Der zitierte Mann will erklärtermaßen „weg kommen von der Idee, besser als alle anderen sein zu wollen, sondern den Wettbewerb dazu zu nutzen, das Beste aus sich selbst zu machen.…“ Ob so etwas zu spüren im täglichen Vollzug des Leistungssports? Heute nochmal rein schauen in die Live-Übertragung von der „Tour de France“!

Donnerstag, 10. Februar 2022

Spitzensport und Nationalismus

Jetzt führen sie wieder stolz den Medaillenspiegel vor und übertragen den Fahnenapell mit dem Abspielen der Hymnen. Ach, es ist ja auch zum Heulen und gerührten Weinen…! Währenddessen wird eifrig berichtet, wie der/das „Superbowl“ vorbereitet wird. Und dann die Aussagen von „kundigen“ Moderatoren, dass ja in den USA alles anders und besser sei, weil man da seinen Reichtum unbehelligt vorführen könne. Insbesondere der Spitzensport sei davon betroffen. In diesem Moment bin ich froh, dass ich hier wohne, in einer Sphäre Mitteleuropas, in der gesellschaftliche und sonstige Strukturen durchaus mal hinterfragt werden und eine Art sozialer Ausgleich wenigstens auf dem Papier versucht wird. Wer jemals die erbärmliche Existenz der Armen und Obdachlosen auf den Straßen der Großstädte in den USA erlebt hat, wird bei solchen Aussagen von Football-Moderatoren und anderen Sport-Koryphäeen nachdenklich. Ob es da Paralellen und Zusammenhänge damit gibt, dass sich viele der Spitzensporttreibenden nicht zu Aussagen hinreißen lassen, die gewisse Missstände klar benennen? Ja, man macht halt mit, so, wie „die Industrie“ in Gestalt ihrer Wirtschaftskapitäne auch mitmacht und gewisse Menschenrechtsverletzungen nicht einmal erwähnt, geschweigedenn in ihren Prozessen berücksichtigt, um ja nicht gewisse Auftraggeber zu verärgern. So war's in unserem Land schon einmal.

Dienstag, 1. Februar 2022

Olympia-Sport

Mich überkommt ein schräges Gefühl, wenn ich an die Sportler bei der Olympiade in Peking denke. Sie scheinen ja unter der Prämisse des IOC dorthin zu gehen, dass der Sport unpolitisch sei (Credo der Olympia-Vertreter bis Bach). Das halte ich für baren Unsinn und eine unsägliche Schutzbehauptung. Natürlich ist der Leistungssport hochpolitisch. Zahlreiche autokratische Regimes versuchen offenbar, sich in seinem Scheine zu sonnen, wobei die Masse der Sportler willig mitmacht, ja, total fixiert ist auf das eigene Abschneiden, Ruhm und Ehre anstrebt und lediglich vor der Corona-Bedrohung Angst hat. Man macht willig Werbung für ein Regime, das Andersdenkende einzusperren und zu misshandeln scheint.

Montag, 25. Oktober 2021

Sportgebaren

 Diese Wintersportevents setzen jetzt wieder ein. Ich will deshalb noch über die Gelegenheit zur Flucht, die dieser Leistungssport zu eröffnen scheint, nachdenken: Diese Wintersporthelden, deren Rennen die TV-Sender dauernd übertragen, machen womöglich Werbung für die „Wintersportgebiete“ samt den sich an sie knüpfenden Zirkus und die Umgangsformen mit der Natur, - und damit für die Zerstörung der Alpen. Zudem scheint dabei auch noch eine Art Chauvinismus eingeübt zu werden. Mir fällt die Formulierung „die Deutschen“ auf, die „Gas geben“ sollen. Ob nicht allein schon diese Wortwendung etwas aussagt, was passe´ sein müsste? Besonders scheinen sich dabei die Ski-Helden und deren „Reporter“-Bewunderer hervor zu tun. All diese Sportfritzen samt Entourage verkörpern in extremer Weise das Leistungsprinzip. Es gilt das „Höher schnell weiter“, das zumindest jetzt, im Druck der Verhältnisse und „nach der Pandemie“ (?), von der Masse der Menschen etwas reflektiert sein müsste. Wir besichtigen Menschen im Tunnel, in einer Wahrnehmungsblase, deren Gesetze sie all voller Überzeugung den Anderen vorspielen. Bewunderung soll über sie herein brechen, weil sie in einem winzigen Bereich sich als „die Besten“ herausstellen sollen, die Schnellsten, die Tollsten.


Freitag, 30. Juli 2021

Spiele

Diese trotz aller Katastrophen gut gelaunte und von seiten der „Moderatoren“ stets lächelnde Show geht immer weiter: Olympia in Tokio scheint mir auf dieselbe Weise vonstatten zu gehen wie die Art, in der die Provinz Fukushima „saniert“ wird. Als ein Meer voller Lügen, deren Summe vor allem große wirtschaftliche Interessen bedienen und eine heile Welt suggerieren soll. Ins Bild passt da, dass ein Hauptsponsor die vorbereiteten Clips rund um Olympia nicht mehr senden will, ja, manche Quellen schreiben sogar, dass er als Hauptsponsor aussteige. Geradezu beschämend finde ich da, wie die Journalisten dieses Spiel der Spiele mitgestalten und sich gut gelaunt zum Komplizen dieser Spiele machen, die ja wohl durch Dopingvergehen, Sperren ganzer Verbände und rassistische Ausfälle gekennzeichnet sind. So lässt man sich etwa in den Schwimm- und Leichtathletikdiszipinen zu jener naiven Begeisterung hinreißen, die unreflektiert und peinlich wirkt. Es steht nämlich bei nahezu jeder Leistung die Vermutung des Doping im Raum zu stehen, des so herbei geführten unlauteren Wettbewerbs, was von rechtlich undurchsichtigen Institutionen und „nachsichtigen“ Funktionären dann jeweils mit Jahresstrafen geahndet und die betreffenden Athleten dann nach „Verbüßung“ ihrer Strafe des Ausschlusses wieder fröhlich ihren Wettkämpfen nachgehen lässt. Das Gros der Journalisten, das sich im besten Falle noch in einem Dilemma wähnt, scheint das alles mitzuspielen, ja, es scheint sogar zur showmäßigen Ausgestaltung solcher unlauterer Wettbewerbe einiges beizutragen. Als Rechtfertigung gilt dann bei ihnen plötzlich der Rechtsstaat und seine Unschuldsvermutung.

Donnerstag, 29. Juli 2021

Dämonen

Eine Sportlerin mit großen Siegesaussichten und ganz klar an der Spitze der Leistungspyramide hat bei den Olympischen Spielen mitten in der Darbietung ihrer Großartigkeit den Wettbewerb aufgegeben, weil sie den mentalen Druck der, wie sie es anscheinend bezeichnete, „Dämonen“, nicht mehr aushielt. Auch dies scheint mir wieder einmal ein Beispiel dafür zu sein, wie Masken verrutschen und öffentliches Auftreten mit persönlichen Dispositionen kollidieren. Die Inszenierung fällt für einen kurzen Moment aus dem Rahmen, die Fassade schöner Leistung zeigt Risse und bröckelt, der Schein verdeckt die Realität nur ungenügend. Nachdem Funktionäre seit Jahren offenbar mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln beweisen wollen, wie bestechlich sie sind, zeigt nun auch die Ebene der Sportler erste Risse, die im allgemeinen Gebot „The Show must go on“ wohl untergehen werden. Hauptsache, die Einschaltquoten stimmen, denkt wohl die olympische Journalisten-Entourage. Doch scheinen mir auch diese Vorgänge mal wieder ein Spiegel der Gesellschaft zu sein: einzelne Menschen kommen nicht mehr mit mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden. Ihr Nervenkostüm blockiert angesichts der Erwartungen, denen sie sich gegenüber sehen. Ob sich hinter gewissen „Dämonen“ die Interessen großer Konzerne verbergen? Im Falle der hier besprochenen tapferen Sportlerin könnte es so gewesen sein. Wer weiß? Es bleibt ein seltsamer Vorgang, der nicht so recht in die Olympische Realität passt, die durch Corona sowieso angeschlagen ist.

Sonntag, 21. Februar 2021

Sportgebaren

Immer wieder eindrucksvoll, wie sehr und wie unreflektiert im Spitzensport der Nationalismus geübt wird: Da werden Fahnen geschwenkt und Hymnen gespielt, da werden Trikots in den Nationalfarben übergezogen und Medaillenspiegel erhoben. Nebenbei wird der Leistungsgedanke zelebriert und gezeigt, wie stark eine bestimmte Nationenformation allen anderen überlegen ist, was sich bestimmte Nationenverbände, aber auch Einzelne zunutze machen, indem sie auch vor dem massiven und vom "Staat" gestützten Einsatz von Doping nicht zurück schrecken. Dass dies in einem durchaus ungewollten Ausmaß etwas über eine Gesellschaft aussagen mag, liegt auf der Hand. Erstaunlich, wie wenig dieses System in Frage gestellt wird und wie sehr es offenbar so sehr akzeptiert ist, dass das Fernsehen zeitlich lange Strecken übertragen und dabei in Stöhnlaute und Hopp, hopp, hopp-Geschrei ausbrechen darf. „Die Deutschen“ sind das, was selbst auf den hinteren Plätzen interessiert, selbst wenn unmittelbare Nachbarn wie Die Schweiz oder Österreich in der Nähe sind. Dass diese Nationen mit ihren „Mann“schaften ebenso in ihrem Nationalismus schwelgen, ist in diesem Zusammenhang ein schwaches Argument. Man muss ja Anderen nicht alles nachmachen, man kann ja auch ein bisschen in die richtige Richtung voraus gehen. Auch dürfte durchaus einmal der europäische Gedanke bei diesen Sportevents aufscheinen. Die blaue Fahne mit den gelben Sternen jedenfalls wird in diesem Zusammenhang nicht zelebriert. Ich habe sie noch kaum gesehen.....

Dienstag, 16. Februar 2021

Fußballpossen

Nun ja, bereits am 7. Februar hatte ich hier in einem Blog vorausgesagt, dass jener ach so sympathisch bärtige Trainer zu dem Verein wechseln würde, der das meiste Geld zahlt. Jetzt wurde Vollzug gemeldet, worüber sich die Fußball-Wichtigs jeder Kategorie zunächst in eitlen Diskussionsrunden den Mund verrissen und aufgeregt hatten…..Haha…... Das sind „Profis“! Von alter Vereinsromantik ist da offenbar nicht viel… Wer anderes erwartet, liegt falsch.....was auch die "Fans" inzwischen mitgekriegt haben dürften..... Ein anderer Trainer beansprucht offenbar laut polternd Privilegien und findet einen Wissenschaftler und Politiker als „Experten“ langweilig, weil dieser ihm allzu oft nicht passend pessimistische Einschätzungen bezüglich der Pandemie äußert. „Jetzt reicht‘s!“ schleudert er trotzig dem Polit-Hermes entgegen und meint doch die Pandemie an sich, die freilich von solchen Beiträgen nicht sehr beeindruckt sein dürfte… Der Fußball scheint derzeit nicht unbedingt sein bestes Pandemie-Stück aufzuführen….

Sonntag, 14. Februar 2021

Wintersport

Dass man ein bisschen Zweifel an den Grundlagen dieses Spiels hegt, das die Alpen zugunsten eines zerstörerischen Tourismus plättet, das passt nicht so richtig in dieses Weltbild. Es geht immer so weiter wie jetzt, lautet dessen Maxime, das offenbar so einiges zugunsten von bestimmten Profitinteressen in Kauf nimmt. Man sei „heiß drauf“, so wird schon bei der Tv-Übertragung im Voraus Stimmung gemacht. Die Pause wird gelabert, so, wie man das von den privaten Sendern gelernt hat. Da werden kurze Filmchen über die handelnden Hochleistungspersonen präsentiert, Trainer werden nach ihrer Einschätzung gefragt un d die bange Frage „Was macht das mit der Stimmung….“ erhebt sich. Eine Stimme fragt die andere „Was traust du ihr zu?“ Es kommt Gefühliges, Emotionsausbrüche äußern sich in gepressten Tönen, die dann in gewisse Aussagen münden können: „man muss über sich selbst hinaus wachsen...“, „es kommt auf die Rennintelligenz an...“ etc. Dann aber „geht es richtig zur Sache“. Es wird von „weiten Wegen“ gefaselt, und „ei ei ei ei...“ oder „Schau dir das an...“ „Enges Rennen...“ kommentiert, es werden Bewertungen wie „subbr subbr...“ ausgestoßen, es wird eine „Riesengeschichte“ oder „Meeensch, wär das eine Sache...“ konstatiert…

Sonntag, 7. Februar 2021

Sportdiskussion im TV

Wie ich es sehe: Da sitzen irgendwelche Wichtigtuer aus dem Funktionärs-, Altspieler- oder Journalistenbereich herum und diskutieren stundenlang, ob denn ein bestimmter Trainer unter welcher Konstellation demnächst zu einem anderen Verein wechselt. Diese Leute, so meine ich, verwässern und vernebeln alle die Motive, die sogenannte Profis im Sport wie auch in anderen Bereichen treiben: Das Geld. Zahlt jemand mehr, so wechselt der Kandidat dorthin. In solchen Runden gibt es nur noch ein wortreiches Abwägen der Begleitumstände, das mit einem bestimmten Gesicht verbunden der jeweiligen Marke und ihrem Marktwert nützen soll. Die Frage, ob es auch den Werbekunden nützen soll, erhebt sich ohnehin bei den massenhaft auf vielerlei Art gestreuten Werbespots massiv. Auch wird im vorliegenden Fall diskutiert, ob denn Profis unter bestimmten Bedingungen gegenüber der Gesellschaft Sonderrechte in Anspruch nehmen sollen/können/dürfen. „Selbstverständlich“ ist sich da auch diese Runde einig. Es geht in diesem Falle ja "nur" um Sekunden oder Minuten. Jemand wie ich findet das peinlich und sieht keinerlei „Selbstverständlichkeit“ dahinter. Aber dass die Akteure bestimmter Sportarten Sonderrechte genießen ist allein schon dadurch sichtbar, dass ihre Spieler meist frisch frisiert und geföhnt in Stadien treten, wo sie sich mit den neuesten Tatoos verziert ungeniert ohne Masken umarmen und herzen.

Montag, 4. Januar 2021

Leistungssport

Ich verfolge meist nebenher die Wintersportübertragungen der TV-Sender und staune dabei immer wieder, wie sich die Protagonisten, die Leistungssportler, für die Zwecke der Werbung verkaufen. Kein winziges Plätzchen auf der Mattscheibe und am Körper der Athleten, das nicht von Werbung belegt wäre. Das ist okay, wenn man damit einverstanden ist, dass unter diesen Namen teilweise auch Dinge passieren, mit denen man nicht einverstanden sein kann. Mir kommt es aber so vor, als würde das im großen Stile verdrängt unter der Parole „das ist halt so“, ohne solche Mechanismen wäre der Spitzensport nicht zu finanzieren. Doch in gewisser Weise erscheint mir das wie ein Pakt mit dem Teufel, der besagt: Ich bin zwar nicht einverstanden damit, was diese Company macht, setze aber meinen Namen und meine Leistung für den Profit dieses Unternehmens ein. Ich setze mich für ein wirtschaftliches System ein, das die Leistung, egal mit und durch was, honoriert. Dass dies blanke Idiologie ist und längst nicht mehr der Wirklichkeit entspricht, ist ja klar. Leistung schützt vor Entlassung nicht.

Sonntag, 20. Dezember 2020

Wintersport

Es scheint mir zumindest für meine Person nicht einfach zu sein, das Folgende zu vergessen. Ich will noch über die Gelegenheit zur Flucht, die der Leistungssport zu eröffnen scheint, nachdenken: Diese Wintersporthelden, deren Rennen die TV-Sender dauernd übertragen, machen womöglich Werbung für die „Wintersportgebiete“ samt den sich an sie knüpfenden Zirkus, - und damit für die Zerstörung der Alpen. Zudem scheint dabei auch noch eine Art Chauvinismus eingeübt zu werden. Mir fällt die Formulierung „die Deutschen“ auf, die „Gas geben“ sollen. Ob nicht allein schon diese Wortwendung etwas aussagt, was passe´ sein müsste? Besonders scheinen sich dabbei die Ski-Helden und deren „Reporter“-Bewunderer hervor zu tun. All diese Sportfritzen machen zudem Werbung für das Leistungsprinzip. Es gilt das „Höher schnell weiter“, das zumindest jetzt, im Druck der Verhältnisse, von der Masse der Menschen etwas reflektiert sein müsste. Wir besichtigen Menschen im Tunnel, in einer Wahrnehmungsblase, deren Gesetze sie all den Anderen vorspielen. Bewunderung soll über sie herein brechen, weil sie in einem winzigen Bereich sich als „die Besten“ herausstellen sollen.

Montag, 6. Januar 2020

Sport als Fetisch


Rein emotional so empfunden und ein bisschen verifiziert: Sportübertragungen. Ging es früher offenbar darum, eine gewisse Distanz zu wahren, so scheint heute größtmögliche Nähe angesagt. Ging es früher darum, „geistreiche“ distanzierte Bemerkungen und Einlassungen zu machen, so scheint heute distanzlose Begeisterung angesagt. „Experten“, meist ehemals erfolgreiche Athleten mit „Insiderwissen“ stehen den Journalisten zur Seite. Sie mischen sich bei jeder Gelegenheit ein und bestätigen offenbar das, was Profis absondern. Es steht anscheinend die Show und das Vorführen von (nationalen) Gefühlen im Vordergrund. Der Athlet ist Showman (Showfrau), der das Offensichtliche beglaubigt. Es geht dabei auch um Marken, denen auf diese Weise (man sieht das überdeutlich alleine schon an der Kleidung der früheren "Athleten"...) Glaubwürdigkeit oder eine weiter gehende Bekanntheit verschafft werden soll. Fetisch ist dabei der „Erfolg“, der offensichtlich vom Athleten auf das Produkt übertragen werden soll. Dabei ist der Name des Athleten ein weiteres Produkt, das oft durch die folgenden Präsentationen und Spots beglaubigt wird. Diese Athleten sind meist Aushängeschilder der bedingungslosen Industrialisierung der Alpen mit den Planierungen von Pisten oder Schneekanonen und all den Erscheinungen, die wir kennen und die zur Bespassung eines gewissen Publikums beitragen sollen. Zudem hören wir ein bisschen zu oft, dass die aktiven Athleten doch bitteschön „Gas geben“ sollen, was ein gewisses Weltbild der schweren Verbrennungsmotoren und Überholvorgänge mehr als andeutet.

Freitag, 4. Oktober 2019

Wir im Medaillenspiegel

Deutschland holt jetzt im Medailllenspiegel tierisch auf. Aber wir hätten mehr über die Flügel spielen sollen. Wir sind jetzt ganz schön voran gekommen, was Medaillen angeht. Wer ist wir? Ob der Sport eine bestimmte Sorte von Nationalismus fördert? Es fällt mir auf, dass Journalisten, die bei einem bestimmten Typ von Medien angestellt sind, übertrieben oft das Wort „wir“ benutzen. Es fing damals im Fußball an. Man wolle und solle eine entspannte Haltung zum eigenen nationalen Mythos haben, so die offizielle Begründung. Freilich: wenn man jetzt im Klimaschutz voran gehen will und es allen anderen Nationen zeigen will, - wieso nicht auf diesem Gebiet. Wieso gibt es keine europäische Mannschaft? Wieso verfolgen die öffentlich bestallten Medienleute den „Medaillenspiegel“ so mit Argusaugen? Sollte man nicht auch hierbei anfangen, das Ganze zumindest gesamteuropäisch zu sehen. Gerade der Sport, der ja die Emotionen ansprechen kann und will, dürfte hier Schrittmacherdienste leisten. Wieso eigentlich geschieht in dieser Richtung gar nichts. Wieso führen hier immer noch Nationen ihre Ersatzkriege und wieso unterstützt die öffentliche Meinung das so stark? Ob es auch hier um den „Wohlstand“ geht? Ob die Erkenntnis zu schmerzvoll ist, dass die Nation hier so etwas vor allem der Ausbeutung derer verdankt, die weniger haben und klimatisch ungünstig wohnen müssen? Ob die Haltung „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ nicht doch etwas zu überholt ist? Oder ob wir schlichtweg eine Organisationseinheit sind, mit vereinheitlichtem Steuersystem, Armee, Sprache, Verfassung und allerlei mythologischem Kram aus dem 19. Jahrhundert? Wo steht eigentlich dabei der völkische Gedanke? Welche Rolle spielen Fahne und Hymne? Und welchen Zusammenhang hat der Mythos mit dem Leistungssport als Showgeschäft?

Samstag, 28. September 2019

Sport als "Schrittmacher"


Jawohl, ich sehe gewisse Fernsehübertragungen im Fernsehen! Gerade heute erscheinen mir die Leichtathletikmeisterschaften in Doha (!!!) ein guter Rahmen zur Beobachtung dessen, was sich im Sport allgemein ereignet. Angesagt scheinen jene Sportler zu sein, die sich „fokussieren“ können, die also einen „Tunnelblick“ entwickelt haben und deren höchstes Ziel zu sein scheint, Selbstoptimierung für sich möglichst effektiv zu entwickeln, indem sie die Leistung als alles beherrschender Fetisch mit allen Mitteln (dazu scheint manchmal auch Doping zu gehören) aus sich herauskitzeln. Insofern verkörpern sie ein aktuelles Ideal der Industriegesellschaft und empfehlen sich insofern geradezu als Schrittmacher. Dabei erscheint ein Blick auf das, was links und rechts ihrer sportlichen Funktion passiert, nur störend. Dass sie in gesellschaftlichtliche Entwicklungen eingebunden sind und als Teil dieser Gesellschaft eine gesellschaftliche Ausstrahlung haben, wird offenbar konsequent ausgeblendet. Um sich gegen gewisse (korruptive?) Strukturen zu stemmen, reicht der Mut nicht (ein „Spitzenathlet“ scheint sich gerade jetzt wieder in diese Richtung geäußert zu haben… immerhin dazu scheint der Mut bei ihm gereicht zu haben). Wer Kritisches äußert, wird gerade in den Medien als „zu kompliziert“ und „wenig offen“ dargestellt, wahlweise auch als Spielverderber und Miesepeter).

Sonntag, 4. August 2019

Sportlakaien?

Wie sie kriechen und den „Erfolg“ anbeten! Eben noch ging eine Person für sie in der Masse unter….., kaum hatte sie Erfolg, wird sie unterwürfigst zum Interview gebeten und hofiert! Der Gewinner nimmt halt alles für sich in Anspruch….. es kommt halt darauf an, zu den Gewinnern zu gehören. Mir kommt es manchmal so vor, als seien unter den Verbreitern die Sportjournalisten die Unreflektiertesten überhaupt, die Fixiertesten und die Falschesten! Der „Tunnelblick“, die reine Fixierung auf „die Leistung“ wird verherrlicht, als Motor einer Entwicklung in unserer Gesellschaft, in der „Leistung“ samt der damit einhergehenden Spezialisierung ja auch als einer der höchsten Werte gilt, die gleichwohl aber solche Werbung nötig hat, weil die Leute zunehmend nicht mehr bereit sind, sich für den „Erfolg“ und den damit verbundenen Segnungen zu ruinieren.
Gibt es Pressekonferenzen, so werden unglaublich devote Fragen nach persönlichen Befindlichkeiten gestellt, als sei nahezu alles in dieser Welt gottgegeben….. Ob vielleicht Sportjournalisten auch dafür ein Organ haben könnten, dass der Sport zunehmend eine Funktion in dieser Gesellschaft zu verrichten scheint, dass gewisse Entwicklungen in internationalen Funktionärsriegen Entwicklungen in unserer Gesellschaft spiegeln könnten und dass man dies nicht nur „anbeten“ und „verherrlichen“ sollte? Ob Doping ein Thema ist? Der Betrug in all seinen Erscheinungsformen? Der Tunnelblick auf die eigene "Leistung" ohne jedes gesellschaftliche Verantwortungsgefühl? Ob man uns eine heile Welt vorführen soll, in der nur "die Leistung" gilt und nichts anderes? 
Ja klar, es werden berufliche Erwartungen an einen gerichtet, jeder muss da schauen, wo er bleibt usw. Das Muster kennen wir: Niemand ist für nichts verantwortlich, es gilt nur, mit „Entwicklungen“ mitzuhalten. Dabei gilt es, möglichst dauernd zu lächeln. Das hat man trainiert. Darauf ist man eingeschworen. Ob das einen Einfluss auf „das Publikum“ hat? Ob es sich an Künstlichkeiten und Falschheiten gewöhnen soll?