Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 19. Februar 2026
Im Alter
Weil sie im ökonomischen Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt, weil sie in einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus aufgeklärten Distanz zur eigenen Position kombiniert mit einem gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten. Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise verhindert werden. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Neuen Medien und überhaupt dem Neuen gegenüber! Vielleicht könnte hier aber auch eine gewisse Distanz helfen! Nicht das blinde Nachrennen gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes Nachfolgen. Und. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden! Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit gehoben werden könnte. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem ausmachen, was wir von reiferen Menschen profitieren könnten.
Donnerstag, 8. Januar 2026
Erfahrung
All das, was durch meine Augen gegangen ist, mein Erleben, meine Erfahrung: kann ich`s bewahren? Festhalten? Was mich im wahrsten Sinne des Wortes berührt hat? Steckt auch in meinen Fotos. Versuch, es abzubilden samt all den unbewussten Beeinflussungen, von unten, von der Seite, von oben. In dieser Welt. Wir haben uns stets so begriffen, dass wir in einem Zusammenhang mit der gesamten Natur leben. Auch mit ihren garstigen und wenig romantischen Seiten. Dort, wo sich Natur und Kultur begegnen. Dass wir geprägt wurden, wie eine Münze, dass wir aber auch autonom aus uns selbst geschöpft haben. Wir geben zu, wir haben nicht immer nach unseren Vorsätzen gehandelt. Wir waren fahrig. Ich sammle halt nur Splitter meiner Zeit. Um mich herum: Zerstörung im Namen eines „Vaterlandes“, dem Begriff aus dem neunzehnten Jahrhundert. Peinlich. Wir hatten uns immer wieder als darüber hinweg gekommen gesehen. Es nicht ernst genommen. Ein Fehler. Wieso ist es nicht gleichzeitig ein Mutterland? War mir immer selbstverständlich. Aber jetzt? Raketen fliegen, Drohnen zerstören genauso wie der auf uns einprasselnde Sprachabfall. Es wird wieder marschiert. Das Lächeln ist vorbei. Die Freundlichkeit damit auch. Wir wollen per Foto etwas festhalten davon, was uns konkret umgeben hat in all der Zeit. Was unsere Welt war. Wir wollen inmitten dem allem leben. Wir wollen dabei auch „das Negative“ und das Hässliche abbilden. Ja klar! Sind doch sowieso nur Projektionen und Konventionen. Wir wollen uns daran festhaken, was „das Negative“ und die Alltäglichkeit überhaupt sein soll. Wir wollen es abbilden, es einbeziehen in unser Bild von der Welt.
Sonntag, 24. August 2025
Erkenntnis
Je älter ich werde, desto mehr traue ich mich, meine persönliche Anschauung und Erfahrung in mein Weltbild einzubringen. Empirie. Ich denke, man hat über genügend lange Zeit hinweg seine Beobachtungen getroffen, Muster erkannt und darf ihnen getrost eine Bedeutung zumessen, - auch wenn sie nicht unbedingt repräsentativ sind. Früher vertraute ich wesentlich mehr einer mehr theoretischen deduktiven Betrachtung der Dinge. Doch dies hat sich geändert.
Sonntag, 6. Juli 2025
Urlaub vom Reisen
Ob sie jetzt alle weg sind? Auf Reisen? Ausgerechnet jetzt? Wetter, Seele baumeln lassen, Betriebsferien. Wir erfahren etwas über die Welt und uns, so heißt es. So wird uns versprochen. Doch das setzt auch eine gewisse Neugier voraus. Ein Bestreben, sich von den allgemeinen Trampelpfaden abzusetzen in Richtung auf etwas Individuelles. Blöd nur, dass sich das inzwischen viele derer versprechen, die etwas von sich halten und die es sich leisten können. Ja, das Reisen selbst ist längst zu einem Statussymbol geworden. Individualreisen? Wer`s kann. Waren im 17. , 18., 19. und 20. Jahrhundert Reisen noch einer gewissen gesellschaftlichen Schicht vorbehalten, so ist das Genre inzwischen zum Massentourismus geworden, das Versprechen einer individuellen Erweiterung des Horizonts und unverbindlichen Bespassung ist vervielfältigt – was sich unter anderem in der Masse der verschiedenen, für jeweilige Zielgruppen abgefassten Reiseführer zeigt, die sich an ein mit einer gewissen Neugier ausgestattetes Publikum wendet. Dessen Hedonismus scheint nur jeweils schichtenspezifische Ausprägungen anzunehmen.
Die Masse der Urlaubsreisenden freilich scheint sich mit dem Aufsuchen verschiedener allgemein anerkannter „Sehenswürdigkeiten“ und sozialmedial ausgerufener TicToc-Ziele zu bescheiden, die ein längst sozialisiertes und an finanzielle Leistungsfähigkeit geknüpftes Begehren einzulösen versprechen. Die Suche nach dem „Authentischen“ und „Ursprünglichen“ ist da zu einer massenhaften Tätigkeit geworden. Dadurch etwas über die Welt erfahren, ein Bewusstsein ihrer Vielfalt zu erlangen, unsere Grenzen zu überschreiten, könnte dahinter stehender Wunsch, ein Begehren und ein gewisses Bedürfnis sein, das dahinter aufscheint. Selbstoptimierung ist dabei angesagt. Anderen davon erzählen. Im weltläufigen Ego erstrahlen. Es gilt, Aufklärung über „die Welt“ erlangen, gerade in Zeiten einer ungezügelten Globalisierung. Pech, dass das aber viele wollen, das all die Lehrer dieser Welt von diesem Bedürfnis getrieben sind. Ich ließ mich von dem Bedürfnis treiben, mich durch Zusammenhänge, die ich bisher nicht kannte, zu bewegen. Ihre allgemeine gesellschaftliche „Relevanz“, ihre Historie, ihren Ort im größeren Zusammenhang erschloss ich mir meist nebenher oder im ruhigen Rückblick. Meist mit den wichtigsten Fakten ausgestattet, konnte ich das Anderssein dieser Gegenden in jeder Hinsicht genießen.
Dass man am Ende am selben Buffet im Hotel steht, dass man sich am Flughafen einreiht in die Masse der (jede Flugscham leugnenden) Wartenden, dass man sich im Angesicht gewisser „Sehenswürdigkeiten“ gegenseitig auf die Füße tritt, nahm ich hin als Teilnehmer einer Massenkultur, als derjenige, der eintaucht in Zusammenhänge, mit denen er ansonsten nicht befasst ist.
Mittwoch, 11. Juni 2025
Jugendkult
Merkwürdig, mir fallen immer mehr diese jungen Startups im parlamentarischen Betrieb von schland auf. Die sich wortreich aufspielen und wichtig machen, gerade dort, wo so etwas wie „Lebenserfahrung“ zu einem gewissen Grad nötig wäre. Dabei nehmen diese Jünglinge (nahezu nie Damen! Gerade in dieser Legislatur!) die Position eines Klassen- oder Schulsprechers ein, machen wichtige Gesichter und wiederholen Phrasen, die sie brav eingelernt haben und die sie nun im Brustton des „Wir….“ wiederholen. Ob sie eine gewisse Krise des Parlamentarismus widerspiegeln oder ob sie nur Auswuchs des Jugendkults sind? Oder ob sie einfach nur Karrieristen und Opportunisten des Parteiensystems sind? Es scheint, dass das gegenwärtige System der Machtausübung auf Zeit solche Typen zu fördern scheint. Bevorzugt Profipolitiker mit Anfang Zwanzig, weil diese sich oft auch als „Experten“ gerierenden Typen kapiert haben, auf was es im Leben ankommt….? Die sich vor die ekelhaften Boomer drängen. Die sich nach vorne ins Scheinwerferlicht, in die TV-Programme und unter die Mikrofone arbeiten...
Mittwoch, 12. März 2025
Meine Musik als Konzept
Ich begegne meiner Musik und bin mal wieder erstaunt. Nabelschau ist damit angesagt. Kann man so sehen. Natürlich. Man entlarvt sich selbst. Erfahren, was man da macht und vor allem: was man gemacht hat. Ich weiß ja, dass konventioneller Gesang in meinem Konzept keine Rolle spielt. Ich habe ein paar Stücke mit einer Art von poetischem Sprechgesang, meine Stimme in rhythmisierten Worten, weich und hart, sachlich und verklärend zugleich. Melodien tragen bei mir meist die Flöte und das Sax (meist Bariton). In der Pop- und Rockmusik ist ansonsten meist ein Gesang angesagt. Im günstigen Fall selbstvergessen, im weniger günstigen Falle ist das eitel und „Sich-andienend“. Mein zweites Instrument, die Gitarre, taucht meist verzierend im Hintergrund auf. Was mir darin vorschwebt? Ich mochte einst Gitarristen der Vergangenheit wie Steve Hackett und David Rhodes. Lautmaler. Trotzdem tauchen bei mir immer wieder Stimmfetzen auf, deuten etwas an, und verschwinden. Sie wollen die gängigen Formen von Sinn verleugnen. Ich nehme nur noch Bruchstücke, weil ich den gängigen Formeln der Selbsterfahrung misstraue, die meist genannt wird. Ich füge mich ein in mich selbst, ich lasse Klischeehaftes, Andeutungen durch Räume rinnen. Gleichzeitig nehme ich bewusst und unbewusst meine Vergangenheit als Rockmusiker auf und wandle sie in meine Musik. Das Körperliche und Sinnliche der Musik versuche ich in pulsierenden Rhythmen einzufangen. Das Hypnotische auch. Das hinaus Zeigen ins Kosmische, in das wir eingebettet sind. Von hinten kommen zudem Erfahrungen von Kirchenmusik hinzu. Ich behaupte nicht, dass ich das alles kann, sondern ich stelle es in den Raum. Ich habe Respekt vor dem und denen, die ich als wahre Musiker erlebt habe. Meine Stärken vermute ich woanders.
Dienstag, 13. August 2024
Selbstvergewisserung
Selbstvergewisserung. Ist es das? Ein (Mode-)begriff. Wir kehren zu den Stätten unserer Jugend zurück. Um besser zu begreifen, wo und wer wir jetzt sind. Ja klar, Nostalgie. Geschenkt. Das verstehen alle. Sentimentalität. Wir hatten so manches von uns dort im Strom der Zeit und Orte gelassen. Dass solche Sentimentalität nicht mehr unbedingt meine Triebfedern sind, verstehen wenige. Manche sagen „Wurzeln“ dazu. „Zu seinen Wurzeln zurück kehren“, „Meine Wurzeln“. Damit hat das zu tun. Aber alles ist jetzt anders. Ja klar, was denn sonst? Alle sind vom Flow der Entwicklungen geprägt. Bloß, das entdeckt man erst später. Irgendwann entdecken wir, dass wir Geschichte haben, das wir von persönlichen Erfahrungen berichten dürfen, alleine schon deshalb, weil diese keine zufälligen Stichproben sind, sondern über einen langen Zeitraum gesammelt wurden. Wir sind ein Mix: einerseits gesellschaftliche, kollektive Erfahrungen, andererseits persönliche, subjektives Beharren auf uns selbst. Was blieb uns anderes übrig? Wir handelten, so gut es ging...
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Self-assurance. Is that it? A (fashionable) term. We return to the places of our youth. To better understand where and who we are now. Yes, of course, nostalgia. No problem. Everyone understands that. Sentimentality. We had left a lot of ourselves there in the flow of time and place. Few understand that such sentimentality is no longer necessarily my driving force. Some call it "roots". "Returning to your roots", "my roots". It has something to do with that. But everything is different now. Yes, of course, what else? Everyone is shaped by the flow of developments. It's just that you only discover that later. At some point we discover that we have history, that we can report on personal experiences, if only because these are not random samples, but have been collected over a long period of time. We are a mix: on the one hand social, collective experiences, on the other hand personal, subjective insistence on ourselves. What else could we do? We acted as best we could...self-assurance. Is that it? A (fashionable) term. We return to the places of our youth. To better understand where and who we are now. Yes, of course, nostalgia. No problem. Everyone understands that. Sentimentality. We had left a lot of ourselves there in the flow of time and place. Few understand that such sentimentality is no longer necessarily my driving force. Some call it "roots". "Returning to your roots", "my roots". It has something to do with that. But everything is different now. Yes, of course, what else? Everyone is shaped by the flow of developments. But you only discover that later. At some point we discover that we have history, that we can report on personal experiences, if only because these are not random samples, but have been collected over a long period of time. We are a mix: on the one hand social, collective experiences, on the other hand personal, subjective insistence on ourselves. What else could we do? We acted as best we could...
Mittwoch, 10. April 2024
Aussteiger?
Die Struktur solcher Geschichten ist doch immer ähnlich: Erfolgreicher Manager entdeckt, dass es noch etwas außer Geld gibt. Also begibt er sich in ein Aussteigerleben, will neue Sachen ausprobieren, legt sich ein neues Nest an, versichert sich des Einverständnisses seiner Allerliebsten. Natürlich ist er finanziell noch immer gut abgesichert, sitzt auf einem Haufen Geld, mit dem er jetzt neue Dinge machen will. Er will Abstand gewinnen, zu sich kommen, - und das alles möglichst in einem Rolls Royce Bentley Ferrari in einem teuer-Appartment. Er wirft sich in neue Existenzen, kommt in besseren Kontakt zur Natur, spricht entschleunigt mit seiner Umwelt, lernt die Schöpfung wieder erkennen, lernt das Essen, Kochen und Trinken neu zu schätzen, erfährt „Erdung“….und überhaupt: Existieren kann spannend sein. So seine Erfahrung. Jetzt besucht ihn ein Medienvertreter, dem er Dinge erzählt von Geld und Besitz, aber auch von Mut und Risiko zum Neuen, gegenüber dem er die Wonnen des einfachen Lebens preist. Ein Aussteigerleben, das interessiert den Medienvertreter ganz besonders vom Stand eines prallen Kontos aus. Der Mann hat sich das schließlich verdient. Er verpackt und verkauft das als leuchtendes Beispiel für einen, der den wahren Wert des Lebens gefunden hat: Er selbst. Das Ego.
The structure of such stories is always similar: Successful managers discover that there is something more than money. So he embarks on a dropout life, wants to try new things, creates a new nest, makes sure his loved ones agree. Of course he is still financially secure, sitting on a pile of money with which he now wants to do new things. He wants to distance himself, come to himself - and all of that if possible in a Rolls Royce Bentley Ferrari in an expensive apartment. He throws himself into new existences, comes into better contact with nature, speaks more slowly with his environment, learns to recognize creation again, learns to appreciate eating, cooking and drinking again, experiences "grounding"....and in general: Existing can be exciting . That's his experience. Now a media representative visits him, to whom he tells things about money and possessions, but also about courage and risk for new things, to whom he praises the joys of the simple life. A dropout life, that interests the media representative especially from the point of view of a bulging account. After all, the man deserved it. He wraps this up and sells it as a shining example of one who has found the true value of life: himself. The ego.
Donnerstag, 31. August 2023
Mein Blog
Meine Blogs wollen der Schirm, der Screen und, der Radar der Information sein, die uns zunehmend in verschiedenen Formen umschwirrt und sich uns aufdrängt. Dieser Schirm funktioniert wie mein Gehirn: Überprüfung und journalistische Verifizierung ist dabei allzu oft nicht möglich. Außerdem versuche ich, bestimmte Themen zu vermeiden: einfach, weil ich mich in ihnen unsicher fühle. Zudem vermeide ich möglichst Namen, weil ich die juristische Folgen fürchte. In allem sind wir ausgeliefert, sind auf das Gebotene angewiesen, suchen uns heraus, wählen etwas, deuten es nach unseren Möglichkeiten.
Wie etwas wirklich ist?: Wer weiß? Es kommt auf die Perspektive an. Ich versuche nach Möglichkeit zu vermeiden: das Einzelne, Konkrete, weil so etwas sofortige rechtliche Schritte gegen mich nach sich ziehen würde. Weil mir dies oft auch unwichtig und als unnötige Aufwertung des Aktuellen auf Kosten des Allgemeinen erscheint. Meine Gedanken, meine Gefühle, meine (subjektiven) Erfahrungen und Erlebnisse sind dabei unbedingte Ausgangsposition, - meistens nicht an dem Zeitgeist oder dem Aktuellen orientiert, - die ich in eine möglichst kompakte Form ohne Wahrheitsanspruch bringen will. Der genuine Journalismus praktiziert etwas anderes, das sich deutlich davon unterscheidet, was ich hier vorführen will.
My blogs want to be the umbrella, the screen and the radar of the information that is increasingly buzzing around us in various forms and is being forced upon us. This screen works like my brain: checking and journalistic verification is all too often not possible. Also, I try to avoid certain topics: simply because I feel insecure about them. I also avoid names as much as possible because I fear the legal consequences. We are at the mercy of everything, relying on what is offered, looking out, choosing something, interpreting it according to our possibilities.
How something really is?: Who knows? It depends on the perspective. I try to avoid as far as possible: the individual, concrete, because something like that would result in immediate legal action against me. Because this often seems unimportant to me and an unnecessary upgrading of the current at the expense of the general. My thoughts, my feelings, my (subjective) experiences are an absolute starting point - usually not oriented to the spirit of the times or the current situation - which I want to bring into a form that is as compact as possible without claiming to be true. Genuine journalism practices something different, which is quite different from what I want to present here.
Montag, 28. August 2023
Subjektive Empirie
Es geht darum, was man erkennt. Wenigstens für sich. Je älter man wird, desto mehr traut man seiner empirischen Erfahrung. Klar, man weiß, dass das nur eine winzig kleine Stichprobe ist, die möglicherweise begrenzten Aussagewert über das Ganze hat. Und doch wächst man in etwas hinein, dem man vielleicht aus gutem Grund misstraut, das aber einen zunehmenden Wert für einen selbst hat. Man hat schlichtweg dermaßen viele Erfahrungen angesammelt, dass man sich traut, das in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Man schaut damit anders in die Welt hinaus als in der Zeit, als man noch viel jünger war. Rein kognitiv. Natürlich ist man sich klaren darüber, dass die eigene soziale Herkunft die Wahrnehmung der Welt geprägt hat, dass die soziale Gruppe, in der man sich bewegt hat, zusammen mit den damit verknüpften Erfahrungen, uns stark geprägt hat: einer der Gründe, wieso man der eigenen Erfahrung jahrelang misstraut hat. Außerdem provozieren Eigenschaften von Menschen gewisse Erfahrungen, die dann wieder vom jeweiligen Menschen gerne verallgemeinert werden und seine Voreinstellungen bestätigen. Informationen im Einklang mit den eigenen Grundeinstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig Gegenargumente auszublenden, entspricht vielleicht einem Grundbedürfnis und mag ein grundsätzliches kognitives Grundprinzip kennzeichnen. Dabei geht es wohl nicht nur am Rande um die Reduzierung von Komplexität.
It's about what you see. At least for yourself. The older you get, the more you trust your empirical experience. Sure, you know that this is just a tiny sample that may have limited value for the whole. And yet you grow into something that you may distrust for good reason, but which has increasing value to you. You have simply accumulated so much experience that you dare to include it in your own process of knowledge. You look at the world differently than you did when you were much younger. purely cognitive. Of course, one is aware that one's own social background has shaped the perception of the world, that the social group in which one has moved, together with the experiences associated with it, has strongly shaped us: one of the reasons why one distrusted his own experience for years. In addition, characteristics of people provoke certain experiences, which are then happily generalized by the respective person and confirm his or her preconceptions. Processing information in accordance with one's own basic attitudes and at the same time ignoring counter-arguments may correspond to a basic need and may characterize a basic cognitive principle. It's probably not just about reducing complexity.
Freitag, 4. August 2023
Wieso und was erkennen wir wann?
Es geht darum, was man erkennt. Wenigstens für sich. Je älter man wird, desto mehr traut man seiner empirischen Erfahrung. Klar, man weiß, dass das nur eine winzig kleine Stichprobe ist, die möglicherweise begrenzten Aussagewert über das Ganze hat. Und doch wächst man in etwas hinein, dem man vielleicht aus gutem Grund misstraut, das aber einen zunehmenden Wert für einen selbst hat. Man hat schlichtweg dermaßen viele Erfahrungen angesammelt, dass man sich traut, das in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Man schaut damit anders in die Welt hinaus als in der Zeit, als man noch viel jünger war. Rein kognitiv. Natürlich ist man sich im klaren darüber, dass die eigene soziale Herkunft die Wahrnehmung der Welt geprägt hat, dass die soziale Gruppe, in der man sich bewegt hat, zusammen mit den damit verknüpften Erfahrungen, uns stark geprägt hat: einer der Gründe, wieso man der eigenen Erfahrung jahrelang misstraut hat. Außerdem provozieren Eigenschaften von Menschen gewisse Erfahrungen, die dann wieder vom jeweiligen Menschen gerne verallgemeinert werden und seine Voreinstellungen bestätigen. Informationen im Einklang mit den eigenen Grundeinstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig Gegenargumente auszublenden, entspricht vielleicht einem Grundbedürfnis und mag ein grundsätzliches kognitives Grundprinzip kennzeichnen. Dabei geht es wohl nicht nur am Rande um die Reduzierung von Komplexität.
Samstag, 26. November 2022
Wahrnehmungen
Ich versuche, „von unten“ die Wirklichkeit wahrzunehmen. Auch nicht durch die Brille der Idiologie oder der angeblichen Wissenschaft (= „von oben“, deduktiv). Dieser Blick ist naturgemäß „gefärbt“ durch die gesellschaftliche Schicht, aus der man kommt. Auch dies versuche ich (was oft nicht gelingt) zu vermeiden, weil ich die Gefahr sehe, die darin liegen kann. Selbstverständlich bin ich auch durch Zufälle geprägt, - was erhebliche Konsequenzen haben kann. Ich behaupte für mich jedenfalls keinerlei repräsentative Gültigkeit, nirgends. Was ich spiegle, ist meine Erfahrungswelt und das, was in mir daraus entsteht. In diesem Sinne handelt es sich hier in diesem Blog um keinen Journalismus, der ja auch im Zeitalter der „sozialen Medien“ immer auf seine Nachprüfbarkeit Wert legt und jedes subjektive Ansinnen von der Hand weist. Ich versuche wiederzugeben, was mir „durch den Kopf geht“ und mich zum Medium der Wahrnehmung macht. Das geht doch vielen Leuten so. Von was ist man bestimmt? Welche Informationen brechen auch per Fernsehen auf einen herein? Per persönlicher Unterhaltung, Zeitungen, Bücher etc.? Was erschließt man sich dadurch? Welche Erfahrungen macht man mit Behörden und staatlichen Stellen? Ist doch klar, dass so etwas nicht allgemeingültig sein kann.
Montag, 30. August 2021
Wie man wird, was man ist....
Ich komme immer wieder darauf, wie sich Menschen in ihre Wahrnehmungsblase einspinnen und dann glauben, dies sei das wichtigste der Welt und das sei es, was sie selbst ausmache. Besonders an Journalisten beobachte ich dieses, aber auch an Sportler und vielen anderen Funktionsträger in unserer Gesellschaft. Es scheint mir dabei um ein Phänomen zu gehen, das eine immer größere Spezialisierung nach sich zieht und das schleichend (wie viele solcher Prozesse!) als „normal“ empfunden wird. „Jeder an seiner Stelle…“, sagte man früher. Dieser Satz freilich schint mir eine Umdeutung hinter sich zu haben. Dass aber genau Spezialisten oftmals gefeuert, dass sie vermeintlich billiger ersetzt und entfernt werden, macht eine ihrer Eigenheiten aus. Genau zu dieser Klasse der „Gefeuerten“ nicht zu gehören, macht den Ehrgeiz der Verblieben aus, die sich dann oft als unentbehrlich fühlen dürfen. Solange, bis sie aus irgendwelchen Gründen auch gefeuert sind. Tennisspielerinnen und -spieler berichten aus ihrer Wahrnehmungswelt ohne jede Distanz, Rennfahrer, Eisläufer und ähnliche, auf ihr Talent verweisende Personen desgleichen. Ob sich Talent unter dem Einfluss der Gene, aber auch unter dem Einfluss der Umwelt herausbildet? Welche Faktoren dabei wohl eine Rolle spielen? Vererbung, Nepotismus (Vetterleswirtschaft: Eine Hand wäscht die andere) Wie weit kann man sich hinein arbeiten in eine solche Lebens und Erfahrungswelt? In welchem Zeitraum? Wird man dann schleichend das, was man darstellt für die anderen? Oder kann man sich Abstand bewahren? Wie sehr prägt einen die Rolle, die man spielt?
Dienstag, 23. März 2021
Alter, Leben, Erfahrung
Weil sie im ökonomischen Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt, weil sie in einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus aufgeklärten Distanz zur eigenen Position kombiniert mit einem gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten. Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise verhindert werden. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Neuen Medien und überhaupt dem Neuen gegenüber! Vielleicht könnte hier aber auch eine gewisse Distanz helfen! Nicht das blinde Nachrennen gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes Nachfolgen. Und. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden! Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit gehoben werden könnte. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem ausmachen, was wir von reiferen Menschen profitieren könnten.
Montag, 20. Januar 2020
Zeit (1)
Das Thema „Zeit“ betrifft
uns früher oder später alle. Wir leben das, wir erfahren das
alltäglich. Doch was ist Zeit? Ich unternehme mal wieder den
Versuch, mich diesem Phänomen anzunähern. Ich „komme von außen“,
führe Fakten auf, Ansichten, Einschätzungen und Meinungen. Und doch
entwischt mir das Phänomen immer wieder. Ich merke, wie alles doch
nur eine Annäherung zu sein scheint. Alles. In vielen kulturellen
Systemen und Religionen wird Zeit in Zyklen gemessen: Das Ende, der
Beginn eines Zyklus geben eine Marke vor. Die Welt wird also immer
wieder von Neuem erschaffen, die Zeit beginnt immer wieder neu. Die Mitteleuropäer und Nordamerikaner sind sehr stark an der Uhrzeit
orientiert, d.h. wir sind Uhrzeitgesellschaften und organisieren uns
rund um die Uhrzeit. Das tun andere Kulturen nicht in diesem
absoluten Maße. Zum Beispiel orientieren sich in Afrika, Südamerika
oder Asien gibt es Kulturen, die sich nach kosmischen Zeiten
orientieren. Oder auch nach den Erfordernissen des Alltags, wie zum
Beispiel der Versorgung des Viehs, nach dem Weidegang oder nach dem
Melken: Zeit kann nach sehr unterschiedlichen Formen organisiert
werden. Das zieht unterschiedliche Vorstellungen von Pünktlichkeit
nach sich, wobei Pünktlichkeit ohnehin eine Erfindung der
Uhrzeitgesellschaft zu sein scheint. Ohne Uhr gibt es keine
Pünktlichkeit. Systeme der Mechanik und Elektronik bestimmen den
Takt des Lebens, ausgedacht von Astronomen, Technikern und
Mathematikern, angeordnet von Priestern, Gesetzgebern und
Machthabern. Die Geschichte der Zeitmessung ist insofern die
Geschichte einer Zivilisation.
Freitag, 18. Oktober 2019
Durch Generationen hindurch...
Weil sie im ökonomischen
Sinne nicht mehr mitstricken am Bruttosozialprodukt, weil sie in
einer Gesellschaft der vermeintlich Starken zu den eher Schwachen
gehören, fühlen sich viele ältere Menschen ausgegrenzt. Dabei
könnten sie phantastische Lehrer sein, - bei einer durchaus
aufgeklärten Distanz zur eigenen Position kombiniert mit einem
gesunden Skeptizismus. Ja, auch das hat man im Alter gelernt: Die
eigene Position ist nicht immer die einzig richtige. Und so gibt es
viele Erkenntnisse, die im Alter gewachsen sein könnten und in einer
Kombination aus Erfahrung mit Wissen weitergegeben werden könnten.
Viele Bauchlandungen der verschiedensten Art könnten auf diese Weise
verhindert werden. Jaja, die Anpassungsfähigkeit den Neuen Medien
und überhaupt dem Neuen gegenüber! Vielleicht könnte hier aber
auch eine gewisse Distanz helfen! Nicht das blinde Nachrennen
gewissen Entwicklungen gegenüber wäre gefragt, sondern ein
abwartendes, langsames und eher kritische Fragen stellendes
Nachfolgen. Und. Das bewährte Wissen in Kombination mit dem Neuen
kann zu Ergebnissen führen! Erlebte Geschichten wollen in ihrer
Bedeutung für den aktuellen Tag erkannt und gedeutet werden!
Gelassenheit und Unaufgeregtheit können zu dem Schatz dessen
gehören, was auch dem aktuellen Tag samt seiner Hektik sehr nützen
kann. Da schlummert ein Reservoir, das mit zunehmender Dynamik der
Demographie und einer freundlich abnehmenden Vorurteilsfähigkeit
gehoben werden könnte. Oh ja, das mag sich auch auf gewisse
körperliche Anfälligkeiten beziehen: Wir werden nicht alle so stark
bleiben, wie wir uns heute fühlen! Damit umgehen zu können, es
einzubeziehen ins tägliche Dasein, könnte auch etwas von dem
ausmachen, was wir von reiferen Menscheen profitieren könnten.
Samstag, 31. August 2019
Morgentraum (Text)
MORGENTRAUM
Montagmorgens
zehn, und lieg' noch im Bett
der
Wecker weckt sich selber
und
ich dreh' mich nochmal um
steh
, heut' nicht auf, bleib' einfach liegen
und
schon regen sich die Stimmen
Hey,
faules Ekel hör doch auf mit dem Trödeln
Manche
laufen hin und her, geschäftig und recht fleißig
sie
suchen alle und wissen doch nicht was
ich
geh' her und kassier' den Lohn der Angst
was
kümmert mich das Morgen, ich will es jetzt
ich
will es jetzt und nicht erst morgen
los
komm mit vergiß deine Sorgen
Wir
machen heut' alles nur zu unserem Spaß
im
Garten der rosa Träume sind wir die Stars
wir
fahrn' nach Honolulu und hörn auf zu friern'
wir
fahrn' nach Berlin und sehn' uns in die Augen
Hey,
faules Ekel hör auf mit dem Trödeln
Ich
fang heut' morgen an wirklich zu leben
führ
Norma Jean auf all' diese Parties
ich
werf das Frühstück ein mit Dracula
und
verlieb mich in die aufgehende Sonne
Hey,
faules Ekel hör doch auf mit dem Trödeln.
Spring
über meinen Schatten und spiel' mit den andern Löwen
geh
ins Treibhaus und such nach einer Rose
und
frag' den Kalif des neuen Lebens
ob
wir das Paradies doch noch fänden
ich
will es jetzt und nicht erst morgen
los
komm mit vergiß deine Sorgen
ch
will es jetzt und nicht erst morgen
los
komm mit, vergiss deine Sorgen
Da
läutet's wieder, das Ding gibt keine Ruh'
der
Alltag hat soeben wieder aufgeholt
ich
frag' mich: war das nur ein Traum?
oder
bin ich soeben aufgewacht?
ub, ca. 1979
Donnerstag, 15. August 2019
Im Strom der Zeit
Ferne Traumziele spuken einem im Kopf herum. Jetzt machen!, so lautet das Gebot des Augenblicks. Nicht
versinken im langsam sich streckenden Nichts, das doch nur auf das
Ende hin führt! „Wir sollten die Zeit nutzen“, so raunen einem
unbekannte Stimmen zu. Dem Anderen entgegen gehen…. so sage ich mir.
Das Andere erfahren, sich etwas mehr vom Leben gönnen und es davon abschneiden. Die Welt
erfahren. Etwas von ihr. Stattdessen: Man sinkt ab. Geht unter im Nichts. Wird schlechter.
Lässt nach. Das Spektrum wird geringer. "Strukturelle Probleme". Man könnte sich mehr
Disziplin abverlangen. Es gilt mitzuhalten. Mit wem? Mit dem, was um
einen herum vorgeht. Man steht in einem Wettbewerb. Man ist da hinein
gestellt. Es umfließen einen Bestrebungen, Änderungswille, allerlei
Bewusstseinswaren. Im Laufe der Jahre hat man eher gelernt, sich an
das zu halten, was tatsächlich passiert und weniger an das, was
behauptet wird. Doch dieser Ausleseprozess war unbewusst passiert, stellt keinen Wert in dieser Gesellschaft dar. Man nimmt die Bilder, die einen umschwirren, nicht
mehr so ernst. Auch die aus einer scheinbar anderen Realität.
Dienstag, 26. Juni 2018
Zimmereisen
Ich
lese manchmal hinein, mein Verweilen ist kurz, im Extremfall ein paar Sätze
nur, ich lasse mich inspirieren, durch Texte, die mir wertvoll
geworden sind und die auch in Kürze ihren Gehalt offenbaren.
Diesmal war es mal wieder das Buch Xavier de Maistre, Reise um mein Zimmer. Es liegt ständig bereit. Ich möchte aus dem Anfang des 2. Kapitels zitieren:
„Ich
könnte die Lobrede auf meine Reise damit beginnen, dass sie mich
nichts gekostet hat; dieser Punkt verdient Beachtung. Er ist hier vor
allem für weniger bemittelte Leute von Bedeutung; es gibt eine
andere Gesellschaftsklasse, bei der ein glücklicher Erfolg aus
demselben Grund, weil es nichts kostet, noch sicherer ist. – Bei
welcher also? Wie! Sie wissen es nicht? Bei den reichen Leuten. Von
welchem Vorteil ist im Übrigen nicht diese Art zu reisen für die
Kranken! Sie werden die Unbilden des Wetters und der Jahreszeiten
nicht zu fürchten brauchen. – Für die Hasenfüße, sie werden
gegen Diebe gefeit sein; sie werden weder auf Abgründe noch
auf Morastlöcher stoßen. Tausende von Menschen, die vor mir nicht
gewagt, andere, die nicht gekonnt, schließlich andere, die zu reisen
nicht beabsichtigt hatten, werden
sich auf mein Beispiel hin dazu entschließen. Würde das
schwerfälligste Geschöpf Bedenken tragen, sich mit mir auf den Weg
zu machen, um sich ein Vergnügen zu verschaffen, das ihm weder
Mühe noch Geld kosten wird? – Also, mutig vorwärts!“
Donnerstag, 22. März 2018
Kreativität (1)
Der Zauberbegriff: Kreativität. Was bedeutet er
eigentlich? Die Frage danach schon erscheint überflüssig, denn in
unserer Gesellschaft ist der Begriff eindeutig besetzt: er ist so
etwas wie eine Problemlösungskompetenz. „Was ist das Problem?“,
so lautet die Frage dahinter. Doch das deutet genau nicht auf so etwas wie
Kreativität, sondern ist nur eine eingeschränkte Form davon, was gut in unsere durchökonomisierte Welt passt. Ein Ingenieur macht
sich mit ihr ans Werk, um die ihm gestellte Aufgabe und das „Problem“
zu lösen. Dazu braucht er Kreativität, nichtwahr?
Ob dazu nicht vielmehr etwas wie Lebendigkeit nötig ist? Vitalität, Erlebnisfähigkeit? Lust am absichtslosen Spiel, bei dem niemand weiß, was dabei herauskommt? Dabei die Welt einbeziehen, die anderen beteiligen....? Gerade nicht in der Passivität verbleiben, sondern sich aufmachen.... Das Effizienzdenken und die instrumentelle Vernunft, all die Planbarkeit hinter uns lassen! Der Überraschung in der Realität und nicht nur per Fiktion entgegen gehen, die uns überall in Filmen, Büchern etc. geradezu fortwährend zu verfolgen scheinen und uns fortwährend aufregt, erregt, in Anspruch nimmt. Über die typische Frage „Na, schon was dabei heraus gekommen?“ abgrinsen. Denn bei Kreativität darf auch nichts dabei „heraus kommen“. Ob Leonardo Da Vinci ein Problem gelöst hat? Ob bei ihm in Stein Gemeißeltes heraus gekommen ist? Kreativität ist halt nicht Problemlösung sondern hat womöglich etwas mit Gestaltung zu tun. Diese Welt des Denkens in einer bestimmten technisierten Weise hat uns längst in Besitz genommen, bewusst und unbewusst. Nach ein paar Weinen (oder anderen Drogen) darf dann geträumt werden, wie es denn wäre, nicht diesen Zwängen ausgeliefert zu sein.
Ob dazu nicht vielmehr etwas wie Lebendigkeit nötig ist? Vitalität, Erlebnisfähigkeit? Lust am absichtslosen Spiel, bei dem niemand weiß, was dabei herauskommt? Dabei die Welt einbeziehen, die anderen beteiligen....? Gerade nicht in der Passivität verbleiben, sondern sich aufmachen.... Das Effizienzdenken und die instrumentelle Vernunft, all die Planbarkeit hinter uns lassen! Der Überraschung in der Realität und nicht nur per Fiktion entgegen gehen, die uns überall in Filmen, Büchern etc. geradezu fortwährend zu verfolgen scheinen und uns fortwährend aufregt, erregt, in Anspruch nimmt. Über die typische Frage „Na, schon was dabei heraus gekommen?“ abgrinsen. Denn bei Kreativität darf auch nichts dabei „heraus kommen“. Ob Leonardo Da Vinci ein Problem gelöst hat? Ob bei ihm in Stein Gemeißeltes heraus gekommen ist? Kreativität ist halt nicht Problemlösung sondern hat womöglich etwas mit Gestaltung zu tun. Diese Welt des Denkens in einer bestimmten technisierten Weise hat uns längst in Besitz genommen, bewusst und unbewusst. Nach ein paar Weinen (oder anderen Drogen) darf dann geträumt werden, wie es denn wäre, nicht diesen Zwängen ausgeliefert zu sein.
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