Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 19. Juni 2025
Rentenboomer
Wohlbestallte und vom deutschen Staat großzügig alimentierte Professoren der „Boomergeneration“ (ausgerechnet!) fordern ein höheres Renteneintrittsalter und eine reduzierte Erhöhung der Renten. Ob es diesen Leuten einmal einfiele, die Renten „im unteren Bereich“ mehr zu erhöhen, als im „oberen Bereich“? Dass jemand mit 3500 Euro Pension gut durchkommt durch diese Realität, mag nicht sehr überraschen. Statistisch gesehen befinden sich aber viele Rentner mit ihrer Rente weit unter dem Existenzminimum, ohne gleich Grundsicherung beziehen zu sollen/wollen. Ob so jemand Erhöhungen sehr viel nötiger hätte als jemand, der 3500 im Monat vom Staat als Rente bezieht? Was ist mit dem teilweise weiten Abstand zwischen Pensionen und Rentnern? Muss ein Bundeskanzler zur Rechtfertigung auf einen Preußenkönig verweisen und muss eine stets wohlfrisierte Spitzenhierarchin der EU den Spruch absetzen „Das ist ja was grundsätzlich anderes. Das können sie nicht miteinander vergleichen?“ Muss es sein, dass gewisse von den Medien anhaltend gehätschelte Oberbürgermeister großspurig damit angeben, dass sie in ihrem öffentlichen Dienst eine fette Rente beziehen werden, unabhängig davon, ob sie gewählt würden, oder nicht.
Mittwoch, 11. Juni 2025
Jugendkult
Merkwürdig, mir fallen immer mehr diese jungen Startups im parlamentarischen Betrieb von schland auf. Die sich wortreich aufspielen und wichtig machen, gerade dort, wo so etwas wie „Lebenserfahrung“ zu einem gewissen Grad nötig wäre. Dabei nehmen diese Jünglinge (nahezu nie Damen! Gerade in dieser Legislatur!) die Position eines Klassen- oder Schulsprechers ein, machen wichtige Gesichter und wiederholen Phrasen, die sie brav eingelernt haben und die sie nun im Brustton des „Wir….“ wiederholen. Ob sie eine gewisse Krise des Parlamentarismus widerspiegeln oder ob sie nur Auswuchs des Jugendkults sind? Oder ob sie einfach nur Karrieristen und Opportunisten des Parteiensystems sind? Es scheint, dass das gegenwärtige System der Machtausübung auf Zeit solche Typen zu fördern scheint. Bevorzugt Profipolitiker mit Anfang Zwanzig, weil diese sich oft auch als „Experten“ gerierenden Typen kapiert haben, auf was es im Leben ankommt….? Die sich vor die ekelhaften Boomer drängen. Die sich nach vorne ins Scheinwerferlicht, in die TV-Programme und unter die Mikrofone arbeiten...
Samstag, 2. Dezember 2023
Boomer, Upstarts und Fachkräfte
Bin ich ein Boomer oder ein junger Heißsporn auf dem Weg zur Karriere? Ein alter, weißhaariger Mann oder ein Upstart im Sozialstaat, der auf Kosten der Anderen gut subventioniert lebt, - auch wenn zb. ich von diesem Staat kaum profitiere und als Vollakademiker (Haha Bildung!!!) als bettelarm gelten darf? Kann man wegen seinem Alter gegen Jüngere oder Ältere ausgespielt werden? Arme gegen noch Ärmere? Beamte leben gut, der Staat verbeamtet schon längst wieder auf breiter Basis, weil „Fachkräfte fehlen“ (und er diese kommenden Leute dem jeweiligen Nachbarstaat wegfangen will, ich kann diese Fachkräftephrase auch nach dem Haushaltsdebakel nicht mehr hören). Haha. Hätte man auch machen sollen. Können. Müssen. Man fand eine solche Motivation aber zu spießig für sich. Der Steuerzahler kommt ja dafür auf. Luxus! Muss man sich leisten können, - so weiß ich heute.
Samstag, 24. September 2022
Wachstum im Alter
Es wird über „Die Alten“ geredet. Werden viel zu viele. Scheis-Boomer! Wollen alle Renten! Bringt uns der Katastrophe näher. Es kommen neuerdings dabei auch einige unverblümt sozialdarwinistische Positionen zur Sprache. Mich wundert darüber hinaus, wie etwa manche junge Leute so gar keine Vorstellung „vom Alter“ haben. Als würde es sie nie und nicht betreffen. Sie fühlen sich von Vornhinein im recht (für alles!), weil sie selbst im ökonomischen Sinne produktiv sind. Sie würden „Die Alten“ am liebsten radikal wegsperren. Oder sie kontrolliert umbringen. Leider hat eine solche Denkweise schon viel zu lange Auswirkungen auf unsere Politik. Das allgemeine Verhältnis zum Tod, das sich an vielen Dingen und Mechanismen illustrieren ließe, zeigt dies überdeutlich. Auch die Gesundheitspolitik, die teilweise von älteren Männern gemacht wurde oder wird, scheint mir dies zu veranschaulichen, trotz aller Pflegeversicherungen und der allzu oft gehörten und total abgegriffenen Floskeln „Wer soll das bezahlen?….wir müssen auch an die….und den…..“ denken oder „Wir machen das“. Ob dadurch die eine gegen die andere Gruppe ausgespielt werden soll? Die Einsparpolitik vergangener Tage scheint mir jedenfalls der Wegsperrpolitik unserer Tage zu entsprechen. Scheinbarer „Effizienz“, dem Merkantilismus (auch nach Merkel) und der Globalisierung scheint mir jegliche Empathie und jegliches Bewusstsein vom Menschsein geopfert worden zu sein. Der durch verfehlte Gesundheitspolitik bedingte und auch jetzt herrschende Mangel an Personal und Material macht mich wütend. „In den Ofen stecken“ scheint da die Politik zukünftiger Tage zu sein. Radikale Umsetzung des Ökonomischen. Jaja, klar müssen wir an die Wirtschaft denken. Es droht ja auch eine Gaskrise. Im derzeitigen System hat die Wirtschaft ja gravierende Auswirkungen: Nur, wer arbeitet, hat eine Daseinsberechtigung. Zumindest inoffiziell. Wobei der Begriff „Arbeit“ auch neu überdacht werden müsste. Und der Begriff „Wachstum“, von dem jetzt eine ganze Gesellschaft lebt und der unseren Planeten zerstört. Ob es zumindest verschiedene Begriffe von „Wachstum“ gibt? Und ob der von der Politik oft gebrauchte Begriff des „nachhaltigen Wachstums“ etwas von einer Beruhigungspille hat? Ob es „qualitativer“ Wachstum gibt?
Samstag, 18. Dezember 2021
Korrekt? (1)
Gerade in letzter Zeit bin ich Leuten begegnet, die mich fassungslos zurück gelassen haben. Nach einem Eintritt in den Tag, bei dessen Zapping im TV einem die letzten Tier-Videos, die meist nach einem scheinbar einheitlichen Muster durchoperierten und deshalb ach so ziemlich austauschbaren VIPs und Promis zwischen Gewinnspielen aller Art begegnen, taucht man ein in die Realität, in der mir konkrete Erinnerungen durch den Kopf schießen. Diese Leute meist jüngeren Alters, die mehr als einen guten Rat für mich parat haben, die darüber auch nicht mehr diskutieren wollen, sondern sich im Vollbesitz der Weisheit wähnen. Meist sind das materiell gut ausgestattete Leute aus der „Funktionselite“, die in ihrem eng begrenzten Bereich viel wissen und können, die in ihrem Ausschnitt der Wirklichkeit gut leben, die unmittelbar daneben aber keinerlei Ahnung von der Realität haben. Lange und ausgiebig können sie sich über Sprachregelungen unterhalten, die sie in der Nachfolge der Jakobiner handhaben zu scheinen: Wer ein falsches Wort sagt, ist ein Nazi! Ein ganz besonders ausgeprägtes Feindbild scheint für sie der „alte weise Mann“ zu sein, der darüberhinaus auch noch oft genug ein „Boomer“ ist (scheinbar ein ganz besonders garstiges Schimpfwort!). An rein biologisches und von der Natur so eingerichtetes Geschlecht glauben sie sowieso nicht, eventuelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind dressiert, antrainiert, sozialisiert oder sonstwie von der Gesellschaft vermittelt. „Aha“ sage ich (ziemlich wertfrei, wie ich meinte) und werde dafür sofort mit bösen Blicken niedergemacht. Ob diese drei Buchstaben auch gegen die „political correctness“ verstoßen haben? Ob ich jetzt ein „Sexist“ bin? In den letzten Jahren bin ich in die Realität der weniger Privilegierten eingetaucht, haben erfahren, wie mies oft solche Leute von den Behörden behandelt werden. Doch so etwas „Naheliegendes“ scheint meine Gegenübers gar nicht zu interessieren. Im Wesentlichen scheinen sie die Haltung der Behörden zu teilen, die armen Leuten oft genug mit einem selbstgefälligen „Selbst schuld“ begegnen und in einer unsäglichen Arroganz ihre gesetzlich verordneten Wohltaten so verteilen, als seien sie selbst der staatlich bestellte Wohltäter. Über solche Leute in den Behörden wollte ich reden, das gebe ich zu. Doch meine Gegenüber scheint so etwas nicht zu interessieren.
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