Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Sonntag, 16. August 2026
Parks
Wir sind damals per Mietwagen durch den Westen der USA gefahren, haben dessen wunderschöne Seiten bewundert: Die Nationalparks. Yosemite. Wow! Joshua NP. Krass. Sequoia NP toll! Canyonlands…..etc. Wir haben sie praktisch alle besucht und haben uns davon bestricken lassen. Dazwischen Death Valley NP. Vancouver. Snake River. Vom Colorado kommend wahnsinnig viel Glück gehabt. Zum Grand Canyon gefahren und sofort ein Quartier bekommen, als sei das das Normalste der Welt. Einfach eingecheckt, ohne Voranmeldung. Diese Wildniss in Arizona hatte mich stark angezogen. Wollte auswandern. Dieser Pragmatismus bei den Zimmern, die man mietete. „True is, what works“. Klasse. Olympic NP. Mount Rainier NP. Mit dem Auto auf 4000 meter hoch gefahren. Später noch Richtung Osten, Niagara Falls natürlich. Berge. Horizonte, die einen stark zogen. Namenloses. Wildes. Montana. Wyoming. Yellowstone. Büffel. Mount Rushmore. Haha.
Montag, 3. August 2026
US-Reise
Wir sind damals per Mietwagen durch den Westen der USA gefahren, haben dessen wunderschöne Seiten bewundert: Die Nationalparks. Yosemite. Wow! Joshua NP. Krass. Sequoia NP toll! Canyonlands, Big Bend…..etc. Wir haben sie praktisch alle besucht und haben uns davon bestricken lassen. Dazwischen Death Valley NP. Vancouver. Snake River. Vom Colorado kommend wahnsinnig viel Glück gehabt. Zum Grand Canyon gefahren und sofort ein Quartier bekommen, als sei das das Normalste der Welt. Einfach eingecheckt, ohne Voranmeldung. Diese Wildniss in Arizona hatte mich stark angezogen. Wollte auswandern. Dieser Pragmatismus bei den Zimmern, die man mietete. „True is, what works“. Klasse. Olympic NP. Mount Rainier NP. Mit dem Auto auf 4000 meter hoch gefahren. Später noch Richtung Osten, Niagara Falls natürlich. Berge. Horizonte, die einen stark zogen. Namenloses. Wildes. Montana. Wyoming. Yellowstone. Büffel. Mount Rushmore. Haha.
Donnerstag, 2. Juli 2026
Leben im Kosmos
Ich begreife, dass ich in diesem Universum lebe – dies aber nicht besonders bewusst: alleine schon die Größen- und Zeitverhältnisse sind gewaltig, unvorstellbar. Vor 13,7 Milliarden Jahren soll der Urknall stattgefunden haben, aus dem Nichts. All das überfordert unsere Vorstellungskraft bei weitem.
Das alles geht über unser Bewusstsein hinaus, reißt Räume auf, die unwirklich erscheinen, aber blanke Wirklichkeit sind. Die uns einhüllen in diese Wolke, die uns bedeuten soll, dass sie wichtig sei. Dabei ist sie wohl im Weltmaßstab völlig nebensächlich, spielt keine Rolle. Es tun sich andere Wirklichkeiten auf, andere Bezüglichkeiten.… wie könnte ich alleine schon angesichts dessen glauben, dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei und seine Erkenntniskraft das Maß aller Dinge? Das ist wohl krasse Überschätzung aus einem beschränkten Gesichtskreis heraus. Wir hätten nichts anderes, als die wissenschaftliche Erkenntnis, höre ich einige Agnostiker greinen. Nun gut, aber vielleicht müssen wir einsehen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es darüber hinaus viel gibt, - nicht nur die bei wissenschaftsgläubigen Geistern so unbeliebte Gottesvorstellung. Lächerlichkeiten auf zwei Beinen sind wir, auch wenn wir uns demnächst wieder ins All zum Mars aufmachen. Da draußen gibt es noch so viel mehr, Milliarden von Sternen und Planeten und Asteroiden und Weltraumschrott. Und wer sagt denn, dass Raum und Zeit die einzigen Dimensionen sind? Womöglich gibt es auch in dieser Hinsicht deutlich mehr. Nicht nur der Film „Matrix“, vielleicht auch die „String Theory“ mag da einige populäre und mehrfach fortgesetzte Hinweise gegeben haben.... Bescheidenheit und Demut erscheint jedenfalls angezeigt......Und Interesse für das, was in uns durch verschiedene Techniken der Überlieferung aufgehoben ist....Ahnungen, Visionen, Bilder, Auslegbares...
Donnerstag, 8. Januar 2026
Erfahrung
All das, was durch meine Augen gegangen ist, mein Erleben, meine Erfahrung: kann ich`s bewahren? Festhalten? Was mich im wahrsten Sinne des Wortes berührt hat? Steckt auch in meinen Fotos. Versuch, es abzubilden samt all den unbewussten Beeinflussungen, von unten, von der Seite, von oben. In dieser Welt. Wir haben uns stets so begriffen, dass wir in einem Zusammenhang mit der gesamten Natur leben. Auch mit ihren garstigen und wenig romantischen Seiten. Dort, wo sich Natur und Kultur begegnen. Dass wir geprägt wurden, wie eine Münze, dass wir aber auch autonom aus uns selbst geschöpft haben. Wir geben zu, wir haben nicht immer nach unseren Vorsätzen gehandelt. Wir waren fahrig. Ich sammle halt nur Splitter meiner Zeit. Um mich herum: Zerstörung im Namen eines „Vaterlandes“, dem Begriff aus dem neunzehnten Jahrhundert. Peinlich. Wir hatten uns immer wieder als darüber hinweg gekommen gesehen. Es nicht ernst genommen. Ein Fehler. Wieso ist es nicht gleichzeitig ein Mutterland? War mir immer selbstverständlich. Aber jetzt? Raketen fliegen, Drohnen zerstören genauso wie der auf uns einprasselnde Sprachabfall. Es wird wieder marschiert. Das Lächeln ist vorbei. Die Freundlichkeit damit auch. Wir wollen per Foto etwas festhalten davon, was uns konkret umgeben hat in all der Zeit. Was unsere Welt war. Wir wollen inmitten dem allem leben. Wir wollen dabei auch „das Negative“ und das Hässliche abbilden. Ja klar! Sind doch sowieso nur Projektionen und Konventionen. Wir wollen uns daran festhaken, was „das Negative“ und die Alltäglichkeit überhaupt sein soll. Wir wollen es abbilden, es einbeziehen in unser Bild von der Welt.
Dienstag, 4. November 2025
Baumsterben
Da wird ein alter Baum gefällt, direkt vor meinem Fenster. Er tut mir leid. Einfach nur das. Ich weiß auch, dass Vernunftsgründe dafür gesprochen haben mögen. Zu riskant, er könnte umfallen. Er hat die Kanalisation bedrängt und hätte früher oder später doch gefällt werden müssen… Und doch tut er mir leid. Der Mensch will sich schützen vor der Natur. Er will sie beherrschen. Er legt sie um. Einfach, weil er glaubt, ihr überlegen zu sein. Doch es zeichnen sich Bewegungen ab, die der Mensch noch nicht beherrscht. Ob er sich nicht einfach zu früh sicher wähnt? Was ist mit Vulkanen oder Meteoriten- und Asteroideneinschlägen? Wo sind die Insekten geblieben? Ob wir einen natürlichen Zusammenhang, denn wir gerne als „Ökologie“ bezeichnen, verstehen?
Donnerstag, 2. Januar 2025
Alle Tage
Man legt Metheny und sich selbst auf, man liest Camus und Zeitung, man versucht, am Tagwerk zu arbeiten (Schreiben, korrigieren, Essen zubereiten, Staub saugen usw.), man versucht, sich zu sammeln, den roten Faden weiterzuspinnen, man stolpert und taumelt durch die Tage und Wochen, man telefoniert und schaut auf verschiedene Weisen nach außen, man kauft ein und hofft nachträglich, grübelt darüber, ob und wie einem das schaden könnte, man freut sich an der Sonne, weiß aber auch, welch verheerende Auswirkungen zu viel Sonne im vergangenen Jahr hatte, man freut sich über die Auszeit, die Teile der Natur jetzt haben, erinnert sich aber auch sehr genau an das Szenario der Klimakatastrophe, an die manche Kreise möglichst schnell wieder anzuschließen versuchen, man denkt daran, wie einem die kleinen Auszeiten des Lachens gut getan haben, es wird einem bewusst, wie alt man (geworden) ist und man wird genau darüber älter, man freut sich über eine bestimmte Phrasierung, eine musikalische Wendung, die das Unendliche zu berühren scheint, die Ahnung beschert und eine Verbindung schafft..., Sie verklingt, schon ist sie weg, man hat Schlimmes erlebt und wird noch viel Schlimmeres erleben, man lebt jetzt in einer Art Zwischenzeit und versucht, mit Verstorbenen Kontakt aufzunehmen (wobei man sich mit seinen „Gesprächen“ gleichzeitig selbst sonderbar findet…), im Internet die Nachricht, dass man viele unglaubliche Preise gewonnen hat und dass man sich melden soll, - der Betrug ist allzu offensichtlich.
Mittwoch, 7. August 2024
Tier Mensch
Ich hatte einst mein ganzes Zimmer zu einer Art Mäusehöhle umgebaut, um meiner Rennmaus (die ich geschenkt bekommen hatte...) Platz zu verschaffen. Überall gelbe Drainagerohre und eine ganze Anzahl von verschiedenen Bauten/Aquarien, in denen die Maus übernachten konnte. Ich nannte die Maus, mit der ich auch oft zum Tierarzt musste, „Hector“ - und notierte damals in meinem Tagebuch:
„Hector verzaubert mich. Seine Äuglein, was sagen sie? Sie schauen aufgeweckt und mäuseklug. Unheimliche Mäusewelt, von mir zu betreten, wie bist du?, welche Farben, welche Gefühle kennst du?
Ungeheures Mitleid mit Hector in seinem kleinen Loch, ganz allein, ein paar Quadratzentimeter Auslauf und ich als der Vergewaltiger, der Quäler. - Ich will es ihm so annehmlich wie möglich machen, dem kleinen Hector. Ein Leben, ein Ich hatte einst mein ganzes Zimmer zu einer Art Mäusehöhle umgebaut, um meiner Rennmaus (die ich geschenkt bekommen hatte...) Platz zu verschaffen. Überall gelbe Drainagerohre und eine ganze Anzahl von verschiedenen Bauten/Aquarien, in denen die Maus übernachten konnte. Ich nannte die Maus, mit der ich auch oft zum Tierarzt musste, „Hector“ - und notierte damals in meinem Tagebuch:
„Hector verzaubert mich. Seine Äuglein, was sagen sie? Sie schauen aufgeweckt und mäuseklug. Unheimliche Mäusewelt, von mir zu betreten, wie bist du?, welche Farben, welche Gefühle kennst du?
Ungeheures Mitleid mit Hector in seinem kleinen Loch, ganz allein, ein paar Quadratzentimeter Auslauf und ich als der Vergewaltiger, der Quäler. - Ich will es ihm so annehmlich wie möglich machen, dem kleinen Hector. Ein Leben, ein kleines Mäuseleben; es liegt mir am Herzen, im eigentlichen Sinn. Ich werde laufen und rennen für ihn. Ich sehe ihm zu und er verzaubert mich, Faszination Natur und Existenz. Was ist ein solches Säugetier? Verwandt der Natur des Menschen. Dazwischen. Was sagen mir seine Augen? Nichts Logisches, Begriffliches, aber ein Gefühl der Verbundenheit, der Bedeutung. Unbegreiflich, nicht zu greifen, mir entzogen, doch gleichzeitig mich anziehend. Ein Schicksal. Ein Spiel der Natur und der Evolution, - wie ich selbst. Mein Ebenbild. Natürliche Identität.“ kleines Mäuseleben; es liegt mir am Herzen, im eigentlichen Sinn. Ich werde laufen und rennen für ihn. Ich sehe ihm zu und er verzaubert mich, Faszination Natur und Existenz. Was ist ein solches Säugetier? Verwandt der Natur des Menschen. Dazwischen. Was sagen mir seine Augen? Nichts Logisches, Begriffliches, aber ein Gefühl der Verbundenheit, der Bedeutung. Unbegreiflich, nicht zu greifen, mir entzogen, doch gleichzeitig mich anziehend. Ein Schicksal. Ein Spiel der Natur und der Evolution, - wie ich selbst. Mein Ebenbild. Natürliche Identität.“
Samstag, 13. Juli 2024
Natur in uns
Freundschaften aufzubauen, ist ein komplexer Vorgang, der auch unter verschiedenen Tierarten, Spezies stattfinden kann. Das ist zwar selten, aber es passiert insgesamt vielfach. Es gibt dieses unglaubliche Vertrauen, das dabei sofort entstehen muss und nur zwischen zwei Individuen stattfinden kann. Tatsache ist: Soziale Beziehungen heben die Überlebenschance.Womöglich sind wir Menschen nicht die einzigen, die komplizierte Beziehungen eingehen. Tiere haben Gefühle und sie denken - freilich nicht in unseren Kategorien, - nicht in unserer Welt, und doch in ihr. Denn sie müssen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, die auch unsere ist. Sie bilden diese Welt auf ihre eigene Weise in sich ab und gehen damit um. Es ist etwas Eigenes. Wir sollten genau das nicht vermenschlichen. Zu sagen, ein Tier sei eine Art Roboter, die nur Instinkten folgt, ist Unsinn. Das Tier lernt auch an der Situation, nimmt Eindrücke auf und setzt sie in Verhalten um. Es ist zudem ein gängiges Vorurteil, dass Tiere nur fressen und sich fortpflanzen... es scheint vielmehr vieles in ihrem Leben Platz zu haben, von dem wir noch keine Ahnung haben. Ihre Art der Beziehung kann uns womöglich so manches lehren: Techniken gemeinsam nutzen, soziale Bindungen herstellen, indem man zusammen spielt und zusammen Grenzen testet. Viel Zeit miteinander verbringen. Sich auf positive Weise miteinander beschäftigen. Das schafft Vertrauen. Und, was wohl auch für Menschen gilt: In einer guten Beziehung ist man glücklicher. Der Körper ist gesünder und man ist psychisch stabiler.
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Building friendships is a complex process that can also take place between different animal species. This is rare, but it happens a lot overall. There is this incredible trust that has to arise immediately and can only take place between two individuals. The fact is: social relationships increase the chance of survival. We humans may not be the only ones who enter into complicated relationships. Animals have feelings and they think - of course not in our categories - not in our world, but still in it. Because they have to deal with their environment, which is also ours. They depict this world within themselves and deal with it in their own way. It is something of its own. We shouldn't humanize exactly that. To say that an animal is a kind of robot that only follows instincts is nonsense. The animal also learns from the situation, absorbs impressions and converts them into behavior. It is also a common prejudice that animals only eat and reproduce... in fact, there seems to be a lot of space in their lives that we have no idea about yet. Their relationship may have a lot to teach us: sharing techniques, creating social bonds by playing together, and testing boundaries together. Spend a lot of time together. Engage with each other in a positive way. That creates trust. And, which probably also applies to people: you are happier in a good relationship. The body is healthier and you are mentally more stable.
Samstag, 8. Juni 2024
Butzi
Die stolze Katze Butzi hat sich nach dem Umzug relativ schnell an den neuen Ort angepasst. Das brachte sie auch im hohen Alter noch. Ich konnte das damals nicht absehen, welche Folgen das haben konnte. Was Alter überhaupt bedeuten konnte. Sie war kratzig bis zum Schluss, meine Arme waren eitrig geschlitzt, mit Wunden übersät. Entsetzen schlug mir deshalb entgegen. Ihr schnurrendes Wohlwollen konnte man sich trotzdem verdienen. Aber nur manchmal. In gewissem Sinne war sie unberechenbar. Sie aber konnte trotz allen Stolzes das Wasser zunehmend nicht mehr halten, war immer schlechter zu Fuß. Mein Vater musste damals den Kadaver vergraben, was heute gar nicht mehr zulässig wäre.
Mittwoch, 10. April 2024
Aussteiger?
Die Struktur solcher Geschichten ist doch immer ähnlich: Erfolgreicher Manager entdeckt, dass es noch etwas außer Geld gibt. Also begibt er sich in ein Aussteigerleben, will neue Sachen ausprobieren, legt sich ein neues Nest an, versichert sich des Einverständnisses seiner Allerliebsten. Natürlich ist er finanziell noch immer gut abgesichert, sitzt auf einem Haufen Geld, mit dem er jetzt neue Dinge machen will. Er will Abstand gewinnen, zu sich kommen, - und das alles möglichst in einem Rolls Royce Bentley Ferrari in einem teuer-Appartment. Er wirft sich in neue Existenzen, kommt in besseren Kontakt zur Natur, spricht entschleunigt mit seiner Umwelt, lernt die Schöpfung wieder erkennen, lernt das Essen, Kochen und Trinken neu zu schätzen, erfährt „Erdung“….und überhaupt: Existieren kann spannend sein. So seine Erfahrung. Jetzt besucht ihn ein Medienvertreter, dem er Dinge erzählt von Geld und Besitz, aber auch von Mut und Risiko zum Neuen, gegenüber dem er die Wonnen des einfachen Lebens preist. Ein Aussteigerleben, das interessiert den Medienvertreter ganz besonders vom Stand eines prallen Kontos aus. Der Mann hat sich das schließlich verdient. Er verpackt und verkauft das als leuchtendes Beispiel für einen, der den wahren Wert des Lebens gefunden hat: Er selbst. Das Ego.
The structure of such stories is always similar: Successful managers discover that there is something more than money. So he embarks on a dropout life, wants to try new things, creates a new nest, makes sure his loved ones agree. Of course he is still financially secure, sitting on a pile of money with which he now wants to do new things. He wants to distance himself, come to himself - and all of that if possible in a Rolls Royce Bentley Ferrari in an expensive apartment. He throws himself into new existences, comes into better contact with nature, speaks more slowly with his environment, learns to recognize creation again, learns to appreciate eating, cooking and drinking again, experiences "grounding"....and in general: Existing can be exciting . That's his experience. Now a media representative visits him, to whom he tells things about money and possessions, but also about courage and risk for new things, to whom he praises the joys of the simple life. A dropout life, that interests the media representative especially from the point of view of a bulging account. After all, the man deserved it. He wraps this up and sells it as a shining example of one who has found the true value of life: himself. The ego.
Sonntag, 19. November 2023
Empfinden des Seins
Das „Außer-sich-sein“, dieses „Neben-sich-stehen“, das ich auch mal erfahren durfte, scheint mich verändert zu haben. Genauso und durchaus noch offensichtlicher ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock ergriffen. Dies schloss stets die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Ihren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde wichtiger. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“ längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht.
Samstag, 23. September 2023
Alle (Schopenhauer-Text)
"So weilt Alles nur einen Augenblick und eilt dem Tode zu. Die Pflanze und das Insekt sterben am Ende des Sommers, das Thier, der Mensch, nach wenig Jahren: der Tod mäht unermüdlich. Desungeachtet aber, ja, als ob dem ganz und gar nicht so wäre, ist jederzeit Alles da und an Ort und Stelle, eben als wenn Alles unvergänglich wäre. Jederzeit grünt und blüht die Pflanze, schwirrt das Insekt, steht Thier und Mensch in unverwüstlicher Jugend da, und die schon tausend Mal genossenen Kirschen haben wir jeden Sommer wieder vor uns. Auch die Völker stehen da, als unsterbliche Individuen; wenn sie gleich bisweilen die Namen wechseln; sogar ist ihr Thun, Treiben und Leiden allezeit das selbe; wenn gleich die Geschichte stets etwas Anderes zu erzählen vorgiebt: denn diese ist wie das Kaleidoskop, welches bei jeder Wendung eine neue Konfiguration zeigt, während wir eigentlich immer das Selbe vor Augen haben. Was also dringt sich unwiderstehlicher auf, als der Gedanke, daß jenes Entstehen und Vergehen nicht das eigentliche Wesen der Dinge treffe, sondern dieses davon unberührt bleibe, also unvergänglich sei, daher denn Alles und Jedes, was daseyn will, wirklich fortwährend und ohne Ende da ist. Demgemäß sind in jedem gegebenen Zeitpunkt alle Thiergeschlechter, von der Mücke bis zum Elephanten, vollzählig beisammen. Sie haben sich bereits viel Tausend Mal erneuert und sind dabei die selben geblieben. Sie wissen nicht von Andern ihres Gleichen, die vor ihnen gelebt, oder nach ihnen leben werden: die Gattung ist es, die allezeit lebt, und, im Bewußtseyn der Unvergänglichkeit derselben und ihrer Identität mit ihr, sind die Individuen da und wohlgemuth. Der Wille zum Leben erscheint sich in endloser Gegenwart; weil diese die Form des Lebens der Gattung ist, welche daher nicht altert, sondern immer jung bleibt. Der Tod ist für sie, was der Schlaf für das Individuum, oder was für das Auge das Winken ist, an dessen Abwesenheit die Indischen Götter erkannt werden, wenn sie in Menschengestalt erscheinen. Wie durch den Eintritt der Nacht die Welt verschwindet, dabei jedoch keinen Augenblick zu seyn aufhört; eben so scheinbar vergeht Mensch und Thier durch den Tod, und eben so ungestört besteht dabei ihr wahres Wesen fort. Nun denke man sich jenen Wechsel von Tod und Geburt in unendlich schnellen Vibrationen, und man hat die beharrliche Objektivation des Willens, die bleibenden Ideen der Wesen vor sich, fest stehend, wie der Regenbogen auf dem Wasserfall. Dies ist die zeitliche Unsterblichkeit. In Folge derselben ist, trotz Jahrtausenden des Todes und der Verwesung, noch nichts verloren gegangen, kein Atom der Materie, noch weniger etwas von dem innern Wesen, welches als die Natur sich darstellt. Demnach können wir jeden Augenblick wohlgemuth ausrufen: "Trotz Zeit, Tod und Verwesung, sind wir noch Alle beisammen!"x
(zu finden in: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
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"So everything lingers only for a moment and hastens to death. The plant and the insect die at the end of summer, the animal, the human being, after a few years: death mows tirelessly. Nevertheless, yes, as if it were all over If it were not so, everything is always there and in the right place, just as if everything were imperishable. Plants are always green and blooming, insects are buzzing, animals and humans stand there in indestructible youth, and we have the cherries that have been enjoyed a thousand times before us again every summer. The peoples also stand there as immortal individuals; even if they change their names from time to time; even their doings, doings and suffering are always the same; even if history always pretends to tell something different: because this is like the kaleidoscope, which shows a new configuration with every turn, while we actually always have the same thing in front of our eyes.So what is more irresistible than the thought that this coming into being and passing away does not affect the actual essence of things, but this of it remain unaffected, therefore be immortal, therefore everything and everything that wants to exist is really continuously and without end there. Accordingly, at any given time, all the animal species, from the gnat to the elephant, are complete. They have already renewed themselves thousands of times and have remained the same. They do not know of others of their kind who lived before them or will live after them: it is the species which lives at all times, and, conscious of its immortality and of their identity with it, the individuals are there and in good spirits. The will to live appears in endless presence; because this is the form of life of the species, which therefore does not age, but remains ever young. Death is to them what sleep is to the individual, or what the wink is to the eye, by the absence of which the Indian gods are known when they appear in human form. How the world disappears through the onset of night, yet never ceases to be for a moment; just as apparently does man and beast perish through death, and just as undisturbed does their true nature continue to exist. Now imagine that alternation of death and birth in infinitely rapid vibrations, and you have before you the persistent objectification of the will, the enduring ideas of beings, standing firm, like the rainbow on the waterfall. This is temporal immortality. As a result, despite thousands of years of death and decay, nothing has been lost, not an atom of matter, still less something of the inner being that presents itself as nature. Accordingly, we can cheerfully exclaim at any moment: "Despite time, death and decay, we are all still together!"
(to be found in: Artur Schopenhauer, The World as Will and Representation)
Freitag, 11. August 2023
Jeder ist sich selbst der Nächste?
Ob das in diese Zeit passt? Ist sowas überhaupt ein Kriterium? Hegel sagte „Ich ist nichts Besonderes, ich ist auch jeder andere...“ . Ob darin etwas liegt, dass wir uns immer wieder klar machen sollten: Dass nämlich das Ego nicht alles ist, dass es im Leben vielleicht nicht so sehr darum geht, sich selbst zu verwirklichen, sondern dass dieses Selbst in einem Zusammenhang mit allem steht, auch mit der Natur, die ja sowieso auf mannigfache Weise in uns ist. Sobald wir uns regen und spätestens, wenn wir etwas zu uns nehmen, treten wir in einen Austausch mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen. Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Da ruft ein Bekannter an und will uns einladen, mitschleppen zum Konzert einer Band, die er ganz besonders toll findet. Klar, er will uns etwas Gutes damit tun. Das fällt wohl jedem ein. Doch will er uns nicht auch ein bisschen das zeigen, uns bestenfalls überzeugen davon, was er für richtig und toll hält? Geht es um die psychische Unterstützung und Kräftigung eines anderen Egos, das im Besitz eines von ihm selbst so wahrgenommenen ganz besonderen Wissen ist? Dieses „Wissen“ kann ja auch einem kurzfristigen Spleen entspringen, einer der persönlichen Phase geschuldeten Befindlichkeit, einem Bedürfnis, das in diesem Falle durchaus nicht meines werden muss. Autismus? Egoismus? Egomanie? Okay. Der Neoliberalismus prägt uns, ohne dass wir das so wahrnehmen. Jeder scheint sich selbst der Nächste, flüstert uns unsere Umgebung zu. Ein klein wenig sollten wir aber auch unsere Umwelt im Auge behalten, von der wir abhängen, der wir zugetan sind oder nicht, mit der wir uns spirituell verbunden fühlen, als einem Teil unseres Selbst. Natürlich lebt es sich als Ego-Rammbock einfacher und materiell reicher. Doch innerlich reicher, - und dieser Wert wird im Laufe eines Lebens immer wichtiger, - lebt es sich mit offenen Augen und klarem Bewusstsein für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen.
Mittwoch, 10. Mai 2023
Wille und Vorstellung
"So weilt Alles nur einen Augenblick und eilt dem Tode zu. Die Pflanze und das Insekt sterben am Ende des Sommers, das Thier, der Mensch, nach wenig Jahren: der Tod mäht unermüdlich. Desungeachtet aber, ja, als ob dem ganz und gar nicht so wäre, ist jederzeit Alles da und an Ort und Stelle, eben als wenn Alles unvergänglich wäre. Jederzeit grünt und blüht die Pflanze, schwirrt das Insekt, steht Thier und Mensch in unverwüstlicher Jugend da, und die schon tausend Mal genossenen Kirschen haben wir jeden Sommer wieder vor uns. Auch die Völker stehen da, als unsterbliche Individuen; wenn sie gleich bisweilen die Namen wechseln; sogar ist ihr Thun, Treiben und Leiden allezeit das selbe; wenn gleich die Geschichte stets etwas Anderes zu erzählen vorgiebt: denn diese ist wie das Kaleidoskop, welches bei jeder Wendung eine neue Konfiguration zeigt, während wir eigentlich immer das Selbe vor Augen haben. Was also dringt sich unwiderstehlicher auf, als der Gedanke, daß jenes Entstehen und Vergehen nicht das eigentliche Wesen der Dinge treffe, sondern dieses davon unberührt bleibe, also unvergänglich sei, daher denn Alles und Jedes, was daseyn will, wirklich fortwährend und ohne Ende da ist. Demgemäß sind in jedem gegebenen Zeitpunkt alle Thiergeschlechter, von der Mücke bis zum Elephanten, vollzählig beisammen. Sie haben sich bereits viel Tausend Mal erneuert und sind dabei die selben geblieben. Sie wissen nicht von Andern ihres Gleichen, die vor ihnen gelebt, oder nach ihnen leben werden: die Gattung ist es, die allezeit lebt, und, im Bewußtseyn der Unvergänglichkeit derselben und ihrer Identität mit ihr, sind die Individuen da und wohlgemuth. Der Wille zum Leben erscheint sich in endloser Gegenwart; weil diese die Form des Lebens der Gattung ist, welche daher nicht altert, sondern immer jung bleibt. Der Tod ist für sie, was der Schlaf für das Individuum, oder was für das Auge das Winken ist, an dessen Abwesenheit die Indischen Götter erkannt werden, wenn sie in Menschengestalt erscheinen. Wie durch den Eintritt der Nacht die Welt verschwindet, dabei jedoch keinen Augenblick zu seyn aufhört; eben so scheinbar vergeht Mensch und Thier durch den Tod, und eben so ungestört besteht dabei ihr wahres Wesen fort. Nun denke man sich jenen Wechsel von Tod und Geburt in unendlich schnellen Vibrationen, und man hat die beharrliche Objektivation des Willens, die bleibenden Ideen der Wesen vor sich, fest stehend, wie der Regenbogen auf dem Wasserfall. Dies ist die zeitliche Unsterblichkeit. In Folge derselben ist, trotz Jahrtausenden des Todes und der Verwesung, noch nichts verloren gegangen, kein Atom der Materie, noch weniger etwas von dem innern Wesen, welches als die Natur sich darstellt. Demnach können wir jeden Augenblick wohlgemuth ausrufen: "Trotz Zeit, Tod und Verwesung, sind wir noch Alle beisammen!"
(zu finden in: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
Mittwoch, 5. April 2023
Wie es ist
"So weilt Alles nur einen Augenblick und eilt dem Tode zu. Die Pflanze und das Insekt sterben am Ende des Sommers, das Thier, der Mensch, nach wenig Jahren: der Tod mäht unermüdlich. Desungeachtet aber, ja, als ob dem ganz und gar nicht so wäre, ist jederzeit Alles da und an Ort und Stelle, eben als wenn Alles unvergänglich wäre. Jederzeit grünt und blüht die Pflanze, schwirrt das Insekt, steht Thier und Mensch in unverwüstlicher Jugend da, und die schon tausend Mal genossenen Kirschen haben wir jeden Sommer wieder vor uns. Auch die Völker stehen da, als unsterbliche Individuen; wenn sie gleich bisweilen die Namen wechseln; sogar ist ihr Thun, Treiben und Leiden allezeit das selbe; wenn gleich die Geschichte stets etwas Anderes zu erzählen vorgiebt: denn diese ist wie das Kaleidoskop, welches bei jeder Wendung eine neue Konfiguration zeigt, während wir eigentlich immer das Selbe vor Augen haben. Was also dringt sich unwiderstehlicher auf, als der Gedanke, daß jenes Entstehen und Vergehen nicht das eigentliche Wesen der Dinge treffe, sondern dieses davon unberührt bleibe, also unvergänglich sei, daher denn Alles und Jedes, was daseyn will, wirklich fortwährend und ohne Ende da ist. Demgemäß sind in jedem gegebenen Zeitpunkt alle Thiergeschlechter, von der Mücke bis zum Elephanten, vollzählig beisammen. Sie haben sich bereits viel Tausend Mal erneuert und sind dabei die selben geblieben. Sie wissen nicht von Andern ihres Gleichen, die vor ihnen gelebt, oder nach ihnen leben werden: die Gattung ist es, die allezeit lebt, und, im Bewußtseyn der Unvergänglichkeit derselben und ihrer Identität mit ihr, sind die Individuen da und wohlgemuth. Der Wille zum Leben erscheint sich in endloser Gegenwart; weil diese die Form des Lebens der Gattung ist, welche daher nicht altert, sondern immer jung bleibt. Der Tod ist für sie, was der Schlaf für das Individuum, oder was für das Auge das Winken ist, an dessen Abwesenheit die Indischen Götter erkannt werden, wenn sie in Menschengestalt erscheinen. Wie durch den Eintritt der Nacht die Welt verschwindet, dabei jedoch keinen Augenblick zu seyn aufhört; eben so scheinbar vergeht Mensch und Thier durch den Tod, und eben so ungestört besteht dabei ihr wahres Wesen fort. Nun denke man sich jenen Wechsel von Tod und Geburt in unendlich schnellen Vibrationen, und man hat die beharrliche Objektivation des Willens, die bleibenden Ideen der Wesen vor sich, fest stehend, wie der Regenbogen auf dem Wasserfall. Dies ist die zeitliche Unsterblichkeit. In Folge derselben ist, trotz Jahrtausenden des Todes und der Verwesung, noch nichts verloren gegangen, kein Atom der Materie, noch weniger etwas von dem innern Wesen, welches als die Natur sich darstellt. Demnach können wir jeden Augenblick wohlgemuth ausrufen: "Trotz Zeit, Tod und Verwesung, sind wir noch Alle beisammen!"
(zu finden in: Artur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung)
Samstag, 21. Januar 2023
Natur in uns
Hegel sagte „Ich ist nichts Besonderes, ich ist auch jeder andere...“ .
Ob darin etwas liegt, das wir uns immer wieder klar machen sollten?
Dass nämlich das Ego nicht alles ist, dass es im Leben vielleicht
nicht so sehr darum geht, sich selbst zu verwirklichen, sondern dass
dieses Selbst in einem Zusammenhang mit allem steht, auch mit der
Natur, die ja sowieso auf mannigfache Weise in uns ist. Sobald wir
uns regen und spätestens, wenn wir atmend etwas zu uns nehmen,
treten wir in einen Austausch mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen.
Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns.
Da ruft einBekannter an und will uns einladen, mitschleppen zum Konzert
einer Band, die er ganz besonders toll findet. Klar, er will uns etwas
Gutes damit tun. Das fällt wohl jedem ein. Doch will er uns nicht
auch das zeigen, uns überzeugen davon, was er für richtig und toll
hält? Geht es um die psychische Unterstützung und Kräftigung eines
anderen Egos, das im Besitz eines von ihm selbst so wahrgenommenen
ganz besonderen Wissen ist? Dieses „Wissen“ kann ja auch einem
kurzfristigen Spleen entspringen, einer der persönlichen Phase
geschuldeten Befindlichkeit, einem Bedürfnis, das in diesem Falle
durchaus nicht meines werden muss. Autismus? Egoismus? Egomanie?
Okay. Der Neoliberalismus prägt uns, ohne dass wir das so
wahrnehmen. Jeder ist sich selbst der Nächste, flüstert uns
unsere Umgebung zu. Ein klein wenig sollten wir aber auch unsere
Umwelt im Auge behalten, von der wir abhängen, der wir zugetan sind
oder nicht, mit der wir uns spirituell verbunden fühlen, als einem
Teil unseres Selbst. Natürlich lebt es sich als Ego-Rammbock
einfacher und materiell reicher. Doch innerlich reicher, - und dieser
Wert wird im Laufe eines Lebens immer wichtiger, - lebt es sich mit
offenen Augen und klarem Bewusstsein für unsere Umwelt und unsere
Mitmenschen
Samstag, 29. Oktober 2022
Geschändete Natur und Kultur?
Wir sehen die Bilder, wie Menschen „bedeutende“ Kunstwerke mit Tomatensuppe besudeln, um sich anschließend mit Sekundenkleber an diese ach so „bedeutenden“ und – wertvollen!!! - Kunstwerke zu kleben, - und wir sehen junge Journalisten, die das schwer kritisieren als einen Rechtsbruch, dem gefälligst eine angemessene Strafe drohen müsse. Immerhin gehe es um das Recht auf Eigentum,einen Wert, den vor allem der Kunstbetrieb dem betreffenden Werk zugeschrieben habe. Erfolgsgeile Karrieristen und Günstlinge des Systems sind diese Journalisten, die als solche leicht reden haben und etwas scheinbar Eigenes möglichst im populistischen Einklang mit der Massenmeinung fordern. Sie sind in der Logik der Macht, im Pragmatismus dieser Tage, der sich im Interesse der Politik, der Ökonomie und - überhaupt! - der Macht glaubt. Mich überfällt da oft eine Traurigkeit, ein Einsehen in die Verderbtheit von Menschen, die mit ihrer „kognitiven Dissonanz“ genau das Gegenteil von dem fordern, was sie zu vertreten vorgeben. „Green Washing“ ist angesagt, jeder will irgendwie „Bio“ – und alle tun sie das, was der Natur am meisten schadet. Verzweiflung könnte angesichts dessen um sich greifen, die Einsicht, dass wir etwas begreifen, es aber nicht tun. Ob hier zwei Ebenen des Seins und des Sinns aufeinander prallen? Diejenigen, die daran gehindert werden, ihrer täglichen Reproduktion und ihren Jobs nachzugehen, ohne deren Verdienste sie zweifellos verloren scheinen und diejenigen, die am Großen und Ganzen verzweifeln? Jeweils auf ihrer Ebene haben diese Handlungsmöglichkeiten ihre Konsequenzen, die im konkreten Fall unerbittlich aufeinander prallen. Müssen sie das? Wenn die Lage so verzweifelt ist, wieso verhalten sich gewisse „coole Säue“ so, als gäbe es keine Natur? Als seien sie alleine, ohne jeden Bezug zur Natur, auf der Welt? Jawohl, solche Leute gibt es zuhauf. Ich empfehle, sich einmal mit einem Ingenieur zu unterhalten, der mit der Konstruktion der Apparate zur Durchführung eines dicken und fetten Betrugs an der Natur und der Menschlichkeit befasst war. Natürlich hat er „nur“ auf Befehl gehandelt und trägt keinerlei Verantwortung. Solche Einstellungen kennen wir aus der deutschen Geschichte zur Genüge. Reine technokratische Pflichterfüllung ohne jede moralische Verantwortung…...Nun ja, alleine schon die Benennung spricht Bände.
Donnerstag, 29. September 2022
Sichtweisen
Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das ich einmal auf einem „Trip“ erfahren durfte, dieses „Neben-sich-stehen“ scheint mich verändert zu haben. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen?
Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen.Vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ... usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, kämpfte darum, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleiten.
Dienstag, 6. September 2022
Vernichtung und Anfang, Shakti und Shiva
Vulkane brodeln. Ein Ausbruch
könnte bevorstehen oder es gab ihn vor knapp 70 Millionen Jahren?
Oder ob es ein Asteroid war? Wann genau, das weiß man dann doch noch nicht. Was bedeutet
das? Spätestens damals auf Hawaii bekam ich eine Ahnung von dieser
Urgewalt. Wir gerieten in eine Prozession, die die Erdgöttin Pele
feierte. Einerseits war uns das alles fremd, andererseits war's ja
so konkret, wie etwas nur konkret sein kann. Es fauchte und rauchte
im Schlund, in den die Leute Dinge hinunter warfen. Offenbar ein Opfer. Heute ist diese Erinnerung in vieler Hinsicht wertvoll für mich geworden. Es ist auch
ein Sinnbild für die Schöpfung und Zerstörung, die hier naturhaft
zusammenfällt. Vulkane haben womöglich den Menschen nach der
Eiszeit erst ermöglicht. Letztlich. Vulkanerde ist sowieso die fruchtbarste überhaupt.
Shakti und Shiva, Yin und Yang, - auch die Religionen haben einiges
dazu beigetragen, die grundsätzliche Zwiespätigkeit dieses Phänomens besser zu verstehen. Jaja, wer im unmittelbaren Umfeld eines Vulkans lebt, wird wohl kaum solche grundsätzlichen Betrachtungen lieben. Aber gewisse „Naturvölker“ im pazifischen Feuerring begegnen dem Phänomen durchaus auf dieser Ebene, fühlen
sich ein in eine Existenz mit dem Vulkan als Lebensspender und
Vernichter. Wir hier neigen dazu, die Wissenschaft dagegen ins Felde
zu führen. Bloß keine Unsicherheit! Vielleicht sind wir heute noch
nicht an dem Punkt, der dies als tragfähig erscheinen ließe. Denn
solche Gewalten sind nicht zu kontrollieren, sind viel zu groß und
grundsätzlich dafür. Vielleicht wird man in Zukunft einen Ausbruch
genauer vorhersagen können, was zeitnähere Evakuierungen nach sich
ziehen könnte. Doch einstweilen müssen wir noch verharren und
hoffen. Wir? Ja, wir! Denn wenn in Mitteleuropa der Vesuv oder die ihn umgebenden
phlegräischen Felder rund um Neapel ausbrecehn oder in den USA der Yellowstone, könnte die Lage
für die gesamte Menschheit noch schwieriger werden als sie ohnehin schon ist.
Montag, 5. September 2022
Dass wir sind
Das ist vielleicht doch schon das größte „Wunder“: Der Urknall! Dass aus dem Nichts etwas wird. Das gesamte Universum war am Anfang kleiner als ein millionstel milliardstel Zentimeter, komprimiert in einem unglaublich heißen und dichten Bereich, der keiner Materie, sondern einem Punkt rasender Energie glich. Was für ein unglaubliches Wunder, dass doch gleichzeitig offenbar keines ist, weil die meisten Wissenschaftler an diese Vorstellung glauben! Wissenschaftler als die neuen Heiligen unserer Zeit, - zusammen mit Harry-Potter-Lesern. In einem solchen Zusammenhang stehen wir offenbar, auch wenn wir ihn nicht begreifen. Alltäglich. Es deuten solche Dinge auf Sacherhalte hin, vor denen wir großen Respekt entwickeln könnten, wenn wir in einem gewissen gesellschaftlichen Interesse nicht alles gleich zu verdrängen gelernt hätten. Wir sollten uns in seltenen Momenten solcher Dinge und unseres Egos im Vergleich dazu bewusst werden. Dies ist keineswegs abgedreht und unrealistisch. Im Gegenteil: es ist die realistischste Realität, in der wir leben.
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