Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 4. September 2025
Fürs Vaterland
Ich habe nachts eine Fernsehsendung gesehen, über Lazarett- oder Sanitätszüge im Ersten Weltkrieg und davor. Die Leute wurden teilweise in die Wagons geworfen, so dass sie danach kaum noch kratteln konnten. Zu Werbezwecken wurden wunderbar ausgestattete Züge gezeigt, in reinem Weiß und ausgestattet mit allem, was das Leben angenehm machen konnte. In Wahrheit waren die Züge überbelegt, dreckig und stanken. Ihre Priorität gegenüber den militärischen Belangen war sehr nachgeordnet. Manchmal brauchten sie vier Tage, wo militärische Züge, die etwa Nachschub transportierten, gerade mal einen brauchten. Die Soldaten kamen auch mit schweren Traumata nachhause. Wer wieder hergestellt wurde, musste unter Umständen ein zweites Mal an die Front. Aus heutiger Sicht scheint uns das unvorstellbar.
Die Leute brachten sich damals selbst als Opfer. Für was? Fürs Vaterland. Geradezu religiös war das damals begründet. Heute gibt es vielleicht „Restposten“ dieses Opfers, was wie jetzt wieder bei Militärparaden ein bisschen anschaulicher werden. Einordnung in einen Militär-Körper. Anpassung bis zur Selbstverleugnung. Die Fahne als Symbol. Sie alle, diese marschierenden Körper, sollten aber möglichst nicht unser eigenes Leben betreffen. In der Bundeswehr heute wird Sicherheit „hergestellt“. Trotzdem mangelt es ihr an Personal. Die Bundeswehr ist ein ökonomisches Gut geworden. Ganz und gar. Die Vorstellung, dass jemand sein Leben geben solle, für welche Idee auch immer, ist eine, die uns zutiefst fremd scheint und die, - auch wenn sich das gegenwärtig ändert - nicht wirklich im Ernst als Zumutung an einen Einzelnen gedacht werden kann. Welche Erfahrung habe ich gemacht? Ich wurde zwangsweise „gezogen“, musste mich „stellen“.
Unter diesen Umständen erheben sich natürlich Gedanken darüber, wie eine solche Gesellschaft nicht zum hilflosen und wehrlosen Objekt einer ganzen Klasse von Menschen werden kann. Zwang? Pflicht? Irgendetwas Übergeordnetes? Außerdem könnte sie eine Strategie dazu entwickeln, wie dem Zerfall der lange überkommenen Ordnungen mit welchen Mitteln entgegen getreten werden könnte und nicht einfach einbe Restauration ins Werk gesetzt werden könnte. Stabilisieren scheint an dieser Stelle das große Stichwort zu sein. Nach Innen und Außen. Das mag für manche Zeitgenossen heißen: Kaufen. Abkaufen. Dealmaking führt gerade ein Orangenvorsteher vor. Den Willen zur militärischen Auseinandersetzung nicht zu agressiv, sondern integrativ entwickeln. Wäre auch etwas.
Mittwoch, 20. August 2025
Verteidigungstüchtig
Dass es Diktatoren auf dieser Welt gab und gibt, welche, denen das einzelne Leben scheisegal ist und die nur in Kategorien des Imperialismus, des Völkischen oder ihres Machtinteresses leben, das ist gerade derzeit gut sichtbar. Hitler, Stalin, Mao waren es damals genauso wie heute Putin, Xi Ping und ein paar kleinere Autokraten wie Kim Yong Un, Orban, Erdogan Le Pen. Dies Böse in ihrer Person hat leider oft mit Gewalt und Tod zu tun. Die Herren dieser Mechanismen entfachen einen Egokult um sich selbst, verlieren den Kontakt zur Wirklichkeit, setzen sich selbst als Alleinentscheider ein, halten sich einen Hofstaat, setzen sich ab, führen Kriege und rechnen damit – wie leicht es ist und war, viele Menschen für ein solches Polit-Charisma zu begeistern. Wir wollen uns hier in Mitteleuropa deutlich davon absetzen, hatten mal etwas anderes vor mit Gewaltenteilung, Rechtsstaat und Partizipation. Ein Neuanfang. Ich finde, es lohnt sich sehr, dies zu verteidigen. Dafür sollten auch gewisse Opfer gebracht werden. Dafür habe ich einst Opfer gebracht.
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