Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Sonntag, 8. März 2026
Bilder machen von....
Meine Fotos sind hauptsächlich Abbildungen dessen, was mir im Alltag oder in der Betrachtung des Alltags begegnet ist. Keine großartige KI-Montagen, nichts Spektakuläres, nichts besonders Treffendes, nichts von dem, auf dem das Auge wohlgefällig ruht. Eher das Gewöhnliche, „Normale“, das, was einem unvermittelt in mittlerer Qualität begegnet. Mir kommt es oft so vor, als würden relativ viele Leute immer noch daran glauben, dass jegliche Fotografie die Wirklichkeit abbildet. Hauptsache, technisch hervorragend. Wenn`s geht: die schöne Seite der Wirklichkeit, so, wie sie Social Medias oder die Hochglanzmagazine der Reisesehnsucht abbilden. Nicht das, was typisch für eine bestimmte Person ist. Wer interessiert sich denn schon dafür? Eigentlich müsste sich jeder fragen, ob es sich bei den visuellen Eindrücken, die auf ihn herein brechen, um eine gestellte Wirklichkeit handle. Eine in bestimmtem Interesse manipulierte Seite der Wirklichkeit. Retouchiert in Nettigkeit. Wie das geht, ist an anderer Stelle nachzulesen. Es gilt, Reflexe abzurufen, das scheinbar „Schöne“ so abzubilden und zu manipulieren, wie das Tausende vor einem gemacht haben. Nur besser sein. Höher, schneller, weiter. Das Klischee, Paris Eiffelturm, Männeken Piss, das war früher. Jetzt typische, vorgegebene Instagram- oder Tictoc-Motive usw. Am Rande eines Abgrunds. Hinausgebogen. Fotografie ist die größte Bewusstseinsmanipulationsmaschine der Welt: Es werden Massen von Fotos ins Netz geladen und damit auch Massen von Lügen. Es werden Ideale, zb der Einstellung zum eigenen Körper gegenüber, ausgegeben und verkauft. Aber auch das Politische macht da gerne mit: da werden Kampagnen gefahren und Propaganda für schlimmste Greueltaten abgesondert. Die eigene Politik „verkauft“.
Sonntag, 5. Oktober 2025
Foto Krypto
Man empfiehlt mir, mein Konzept der Fotografie ein bisschen näher zu erläutern, um es allgemeinverständlicher zu machen. Also füge ich ein paar Sachen an, die ich bisher für allzu offensichtlich hielt: Ich zelebriere in meinen Fotos das scheinbar Unheimliche, das Irritierende, das, was uns unzensiert begegnet, das, was sich als ein Anderes zu enthüllen scheint, das plötzlich aufgeht als ein Tor in etwas Anderes. Ich suche andere Perspektiven auf das scheinbar Vertraute. Aber auch das scheinbar Alltägliche, Normale ist dabei präsent und kurz davor, seine „Geheimnisse“ auszubreiten.
Sonntag, 10. November 2024
Fotorealität
Mir kommt es so vor, als würden relativ viele Leute immer noch daran glauben, dass Fotografie die Wirklichkeit abbildet. Wenn`s geht: die schöne Seite der Wirklichkeit, so, wie sie Hochglanzmagazine abbilden. Trotzdem müsste sich jeder fragen, ob es sich bei den visuellen Eindrücken, die auf uns herein brechen, um eine gestellte Wirklichkeit handle. Eine manipulierte Seite der Wirklichkeit. Wie das geht, ist an anderer Stelle nachzulesen. Es gilt, Reflexe abzurufen, das scheinbar „Schöne“ so abzubilden und zu manipulieren, wie das Tausende vor einem gemacht haben. Das Klischee, Paris Eiffelturm, Männeken Piss und typische, vorgegebene Instagram- oder Tictoc-Motive usw. Fotografie ist die größte Bewusstseinsmanipulationsmaschine der Welt: Es werden Massen von Fotos ins Netz geladen und damit auch Massen von Lügen. Es werden Ideale, zb der Einstellung zum eigenen Körper gegenüber, ausgegeben und verkauft. Aber auch das Politische macht da gerne mit: da werden Kampagnen gefahren und Propaganda für schlimmste Greueltaten abgesondert.
Samstag, 27. Juli 2024
Wie (er)fassen?
Merkwürdig, die Bilder mit dem bärtigen Herrn im Himmel scheinen viele Leute beeindruckt zu haben: Gott. Im Judentum machen sich Gläubige gar kein Bild von ihm. Seit dem Mittelalter waren kirchlich beauftragte Künstler damit befasst, den einfachen Leuten, die ganz überwiegend Analphabeten waren, die Bibel möglichst per Bild anschaulich zu machen. Dafür setzten sie die von ihnen geschaffenen Bilder ein. Seltsam, dass ich persönlich, - vielleicht auch durch Erziehung herbei geführt – mit solchen Darstellungen nie ein Problem hatte. Wenn Gott in anderen, uns unbekannten Dimensionen existieren kann, wenn er dadurch seine Gestalt wechseln kann, mag er zuweilen ziemlich menschliche Züge besitzen, zuweilen aber auch als abstrakte Existenz eine schwer fassbare Daseinsform haben. Kein Problem. Insofern können uns uralte bildliche Darstellungen etwas bedeuten, aber auch das Nachdenken über Existenzformen, die möglicherweise über uns stehen und deren Form unser Erkenntnisapparat bis jetzt nicht im wissenschaftlichen Sinn erfassen kann. Ein „Erahnen“ mag vielleicht für Einzelne möglich sein. Gott kann „eine Person“ und „keine Person“ zugleich sein. Er durchbricht die Welt des Vorstellbaren und verlangt, sich auf das Unvorstellbare einzulassen. Vor diesem Hintergrund mag auch die Menschwerdung Jesu eine weitere Bedeutung gewinnen. Der mittelalterliche Mystiker Meister Eckhart sieht, dass der aus sich selbst heraus gehende Gott wie ein „überkochender Grießbrei“ sei. Was für ein Seher! Im Mittelalter! Und jetzt, der Feminismus? In der Bibel trägt Gott sowohl männliche als auch weibliche Züge. Aus der Distanz ist Gott dort männlich und aus der Nähe weiblich. So what? Menschliche Züge, mit denen niemand Probleme haben muss.
Montag, 11. Dezember 2023
Was Gott sein könnte
Es scheinen mir besonders in der evangelischen Kirche Auseinandersetzungen darüber ausgebrochen zu sein, ob denn Gott „Queer“ oder sonstwas sei. Mir kommen solche Auseinandersetzungen geradezu lächerlich vor. Allein schon das Wort „Gott“ nötigt mir eine gewisse Scheu ab. Aber ich vermute und glaube, das Gott etwas anderes ist, das weitab solcher menschlicher Kategorien existiert. Es ist auch nicht Mann oder Frau oder schwul oder sowas. Das sind nur menschliche Möglichkeiten, Bilder, Modelle, jenseits derer sich so etwas wie Gott abspielt. Es ist etwas, was uns trägt, ein kosmisches Prinzip, das verschiedene Gestalten annehmen kann, das das höchste Bedeutsame sein kann, das Absolute, das über unseren Horizont hinaus geht und von dem sich etwa die Menschen des Mittelalters Bilder machen ließen, weil sie diese trotz ihres Analphabetentums einigermaßen verstanden. Gott ist für mich etwas Unschuldiges, das unseren Ansprüchen zunächst ausgeliefert erscheint, dann aber doch etwas souverän Absolutes im Hintergrund aller Daseinsbedingungen ist. Haha, all die Status- , Macht-und Geldspiele, was sind sie klein angesichts einer solchen Instanz?
Dienstag, 17. Januar 2023
Schöne Neue Welt
Schöngesichter und Showerprobre Harlekine: Mir fällt immer wieder auf, dass immer mehr etablierte „Celebrities“, Weltstars und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in seriös daher kommenden Clips in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ gar nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und…. es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Ach! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, - und Fußballspieler sind in solchen Spielchen besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Es interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte „gemeine“ Öffentlichkeit. TV-Exklusivinterviews, Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich unter anderem ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.
Dienstag, 3. Januar 2023
Dieses Blog, was ist das?
Unsere Wahrnehmung ist second hand? Was nehmen wir ernst und was nicht? Welche Rolle die Medien dabei spielen? Im Mix aus kurzen Texten, MP3s und Fotos geht es dem bisher ausschließlich von mir geschriebenen Blog darum, einen vor allem aus Medien gewonnenen Spiegel des Tages- und Zeitgeschehens sowie der persönlichen Gedanken- und Erlebniswelt des Autors zu produzieren, es geht ihm um den Wechsel von Sichtweisen, die gesellschaftlich geprägt sind, auch darum, Alltagserfahrungen zu spiegeln, aktuelle Vorgänge der Gesellschaft und Politik aus der Perspektive verschiedener sozialen Welten wahrzunehmen. Journalistisch würde das heißen: Jeder behauptete Fakt muss nachgeprüft werden. Da das aber in der Realität niemanden möglich und vergönnt ist, verzichte ich ausdrücklich auf eine solche Vorgehensweise. Es ist hier vielmehr ein Nachdenken über Zukunft und das gegenwärtige Sein, über Möglichkeiten hier, über den Kosmos, über vieles, was mich gestreift hat mittels Medien (also vermittelt...), es sind kurze Reflektionen von Herrschaftsverhältnissen, Gedanken über Tod und andere Gegebenheiten, etwas, das mich berührt und in mich eingedrungen ist, in der Empathie aufgehoben, in Religion und Spiritualität, Lyrik, eigenen MP3s und Fotos, ergänzt durch Songtexte verschiedenen Alters, Existenzspuren, Selbstvergewisserungen, Stammtischgequatsche, durch Tierisches, allerlei Zeugnissen meines Gangs durch die Wirklichkeit, subjektiv gefiltert, - ohne Anspruch auf Objektivität. Im Mittelpunkt: Das Normale, das Leben, die Deprivierung, Angst, Zeit, Liebe, Zitate, Geld verdienen zum leben, alles in Kürze und in möglichster Konzentration, Lektürefrüchte, im Bestreben, mich möglichst verständlich auszudrücken – und: ich versuche vorläufig immer noch, einen täglichen Rhythmus einzuhalten, einen multimedialen Blog zu betreiben.
Freitag, 11. November 2022
5th Dimension
Der Krieg, der Tod, das Sterben. Ein Lächeln. Was wir wissen? Viel oder wenig? Ob wir darüber für immer im Ungewissen bleiben werden, wie Max Planck einst glaubte? „Die Wissenschaft kann die letzten Rätsel der Natur nicht lösen. Und das ist so, weil wir letztlich ein Teil des Rätsels sind“, sagte dieser Großphysiker. Möglicherweise werden wir dieses Rätsel, das wir uns selbst sind, nie lösen können. Ob wir's akzeptieren können? Und überhaupt: Ob es mehr Dimensionen als die uns bekannten Raum und Zeit gibt? Mit einiger Wahrscheinlichkeit. Schon die Hippies schwadronierten etwas von der Fünften Dimension. Es gab sogar die Popgruppe 5th Dimension. Ob aus dieser Wirklichkeit heraus die Welt eine völlig andere wäre? Und wir unvollkommene Wesen bekämen nur einen vielfach geprägten Ausschnitt der anderen Welt mit? Auch Platon spekulierte in seinem Höhlengleichnis dazu, das wir stets einen durch unsere Möglichkeiten herausgestanzten Ausschnitt einer Wirklichkeit erkennen können. Ob die Möglichkeiten unseres Hirns unser Bild von der Welt prägen? Ob es da noch andere Apparate gibt? Ob wir diese Möglichkeiten digital erweitern können, indem wir uns zu so etwas wie Cyborgs machen? Hm, ob das dann aber doch nur eine weitere Möglichkeit wäre, dem Ziel etwas näher zu kommen und keineswegs das Erreichen des Ziels bedeuten würde? Eine Art Offenbarung könnte es aber schon sein. Eine Offenbarung? Ob das etwas Religiöses hat? Das Bewusstsein davon, das unser Wissen trotz aller Gesetzmäßigkeiten etwas Relatives hat? Es wird wohl darum gehen, über diese Gesetzmäßigkeiten etwas zu wissen, so denken wir uns.
Samstag, 15. Mai 2021
Wahrheit, das Ganze, Versuch (Leonardo)
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich ein großer Bewunderer von Leonardo Da Vinci bin. Für ihn war die Malerei die wichtigste aller Wissenschaften. Sie allein war befähigt, die Schönheit und das Geheimnis der Welt darzustellen. Eine sowohl konkret leibliche als auch eine geistige Triebkraft, die Leben hervor bringt: eine einzige große Wahrheit des Universums. Er dachte, dass alle Gesetzmäßigkeiten, alle Abläufe, Ursprünge und Ziele des Universums miteinander verbunden seien und alles in Beziehung zueinander stünde. Das wollte er möglichst in seinen Bildern zum Ausdruck bringen. Bei den wenigsten seiner wenigen Bilder kam er damit zu einem Ende, fast alle blieben Fragmente der höchsten Anstrengung. Unzählige male änderte und verbesserte er: er war nie fertig. Leo war ein großer Theoretiker. Gleichwohl schrieb er, dass es etwas gibt, was noch über der Theorie steht: Die Ausführung, „die Hand“ in der Malerei. Es galt das ganze Leben, geistige Konzepte und den Rhythmus der Welt darzustellen: Der höchste aller hohen Ansprüche. Dafür arbeitete er gegen Ende seines Lebens auch ohne Auftrag, aus freien Stücken, nur aus sich selbst. Unglaublich.
Donnerstag, 21. Februar 2019
Engel am Himmel
Gestern noch einmal
anlässlich Brunos Tod den Film „Der Himmel über Berlin“
angeschaut. Ich mochte immer den Klang seiner Stimme. Sie war stets
bei mir. Mit ihr sagt da etwas über die Begegnung zweier Menschen:
„Etwas ist geschehen. Es geschieht immer noch. Es ist verbindlich.
Es war in der Nacht und es ist jetzt am Tag. Jetzt erst recht.“ Und
dann fallen die Sätze, dass „ein gemeinsames Bild“ gezeugt
worden sei. Dass er in dieser Nacht das Staunen gelernt habe. „Sie
hat mich heim geholt“ und er habe heim gefunden. Es war einmal und
also wird es sein. Das Bild das wir gezeugt haben, wird das
Begleitbild meines Sterbens sein. Ich werde darin gelebt haben. Das
Staunen über uns zwei, das Staunen über uns zwei, (…) hat mich
zum Menschen gemacht. Ich weiss jetzt, was kein Engel weiss“. Er schien aus der Seele zu sprechen. Er schien ein Träumer zu sein von der Art, wie uns das beeinflusste. Und
dann, etwas später, gegen Ende des Films steht da: “Wir sind eingeschifft“.
Samstag, 16. Juni 2018
Reise durch Wirklichkeiten (2)
Fotos
wie meine erlauben einen direkten Blick auf die Welt. Gelegentlich
sogar einen anderen Blick aus einer anderen Perspektive. Vom üblichen Schönfärberblick, der die Allgemeinheit oft auch in
Gestalt eines Menschen verklären will, halte ich gar nichts. Wir
hingegen könnten den Alltag ganz anders wahrnehmen, durch eine
„andere Brille schauen“. Genauso verhält es sich mit der Musik,
die ich hier in Auszügen online stelle. Sie ist manchmal, - auch
dort, wo sie sehr konventionell klingt, - ein „Abdruck“ meiner
Seele, - in einer anderen Sprache als der gesprochenen. Sie schafft
eine Wirklichkeit, die auch von meiner Vergangenheit als Rockmusiker
geprägt ist, die aber vor allem auch meine Eindrücke von der gegenwärtigen
Welt spiegelt. Insofern erscheint nicht sehr tragisch, dass das
gesprochene Wort als solches relativ selten auftaucht. Es wurde mir
auch zu oft und zu offensichtlich vom sogenannten Mainstream
missbraucht, eingesetzt, benutzt, schön geredet, in eine Richtung
gelenkt.
Verschiedene Wirklichkeiten: dabei denken die meisten Menschen an schamanische Wahrnehmungen und Praktiken, die aus anderen als der westlichen Industriekultur stammen. An dieser Stelle würde ich behutsam zustimmen und mich interessieren. Gleichzeitig habe ich nicht nur in meinem Soziologiestudium gelernt und in verschiedenen Situationen auch erfahren, dass die Wahrnehmung von Realitäten auch sozial vermittelt ist: je nach der Gesellschaft, in der ich aufgewachsen und sozialisiert bin, habe ich eine „gelenkte“ Wahrnehmung der Welt, die sich in der Folge verfeinert und verfestigt: Der Vorsteher eines Dax-Unternehmers mag eine durchaus andere Wahrnehmung der Welt haben als ein Hartz 4-Bezieher, - um ein Beispiel aus unserer unmittelbaren Welt anzuführen. Dies mag sich auf die gesamte Werte- und Normenwelt beziehen, aus der Handlungen abgeleitet sind. „Man“ tut dies nicht und etwas anderes wird scharf sanktioniert, was man dann ganz in Ordnung findet. Dass aber genau solche Verhaltens- und Deutungsmuster relativ sein können, ist das, was ich auch hier ein wenig vermitteln will.
Wir können Reisen in andere Wirklichkeiten antreten, die nichts gemein haben mit jenen Fernreisen, die heutzutage so gerne angestrebt werden und die einen geringen Output an veränderter Wirklichkeitswahrnehmung haben. Im Gegenteil, wir übertragen unsere Muster auf andere Kulturen und leiten dafür die Legitimation aus unserem „Erfolg“ ab. Dass dieser „Erfolg“ auch teilweise massive Schattenseiten hat, ist ja wohl offensichtlich. Klimakatatsrophe, Kriege und Ausbeutung der Welt mögen da nur Stichworte sein. Es mag auch „alternative“ Zugänge zur Welt geben, mit der wir uns auseinandersetzen sollten. Dies muss nicht immer heißen, dass wir solches immer toll und großartig finden, dass wir uns davon überwältigen lassen, was wir in einer meist kurzen Zeitspanne erfahren. Aber es mag Impulse geben, in eine bestimmte Richtung nachzudenken. Es kommt mir so vor, als habe ein Autor wie Michel Foucault sich ausgiebig mit den jeweilig historisch vermittelten Möglichkeit einer Deutung und gesellschaftlichen Sanktionierung von solchen Wahrnehmungsmöglichkeiten befasst.
Verschiedene Wirklichkeiten: dabei denken die meisten Menschen an schamanische Wahrnehmungen und Praktiken, die aus anderen als der westlichen Industriekultur stammen. An dieser Stelle würde ich behutsam zustimmen und mich interessieren. Gleichzeitig habe ich nicht nur in meinem Soziologiestudium gelernt und in verschiedenen Situationen auch erfahren, dass die Wahrnehmung von Realitäten auch sozial vermittelt ist: je nach der Gesellschaft, in der ich aufgewachsen und sozialisiert bin, habe ich eine „gelenkte“ Wahrnehmung der Welt, die sich in der Folge verfeinert und verfestigt: Der Vorsteher eines Dax-Unternehmers mag eine durchaus andere Wahrnehmung der Welt haben als ein Hartz 4-Bezieher, - um ein Beispiel aus unserer unmittelbaren Welt anzuführen. Dies mag sich auf die gesamte Werte- und Normenwelt beziehen, aus der Handlungen abgeleitet sind. „Man“ tut dies nicht und etwas anderes wird scharf sanktioniert, was man dann ganz in Ordnung findet. Dass aber genau solche Verhaltens- und Deutungsmuster relativ sein können, ist das, was ich auch hier ein wenig vermitteln will.
Wir können Reisen in andere Wirklichkeiten antreten, die nichts gemein haben mit jenen Fernreisen, die heutzutage so gerne angestrebt werden und die einen geringen Output an veränderter Wirklichkeitswahrnehmung haben. Im Gegenteil, wir übertragen unsere Muster auf andere Kulturen und leiten dafür die Legitimation aus unserem „Erfolg“ ab. Dass dieser „Erfolg“ auch teilweise massive Schattenseiten hat, ist ja wohl offensichtlich. Klimakatatsrophe, Kriege und Ausbeutung der Welt mögen da nur Stichworte sein. Es mag auch „alternative“ Zugänge zur Welt geben, mit der wir uns auseinandersetzen sollten. Dies muss nicht immer heißen, dass wir solches immer toll und großartig finden, dass wir uns davon überwältigen lassen, was wir in einer meist kurzen Zeitspanne erfahren. Aber es mag Impulse geben, in eine bestimmte Richtung nachzudenken. Es kommt mir so vor, als habe ein Autor wie Michel Foucault sich ausgiebig mit den jeweilig historisch vermittelten Möglichkeit einer Deutung und gesellschaftlichen Sanktionierung von solchen Wahrnehmungsmöglichkeiten befasst.
Sonntag, 1. April 2018
Was ich mit meinen Fotos will
Was ich mit meinen Fotos will? Nicht der Schönheit
nachjagen, der Beschönigung, wie das so viele andere tun und das
vielleicht auch sehr viel besser können. So etwas wie
Werbefotografie liegt mir sehr fern. Nein, ich will, wenn es geht
(man muss es auch können!), andere Perspektiven eröffnen, will,
dass wir den Alltag anders wahrnehmen. Das, was uns umgibt. Will darin
Momente finden, sie irgendwie dem Fluss der Zeit entreißen, im
Wissen, dass das nicht geht. Andere Perspektiven eröffnen. Auch
Hässlichkeiten aufzeigen - jawohl, sie umgeben uns auch! Den Blick
etwas bewusster auf diese Hässlichkeiten lenken, auf
Alltäglichkeiten und „Normalitäten“, ihnen eine andere
Perspektive abzwingen. Das abbilden, was andere niemals tun würden.
Ein Gefühl der Entschleunigung erzeugen. Dieses Modewort mit dem
Modewort Achtsamkeit verbinden und ihnen meine eigene Note geben.
Dadurch ein anderes Bild von der Wirklichkeit ankratzen. Wahrnehmung
kitzeln. Das Paradoxon anpieksen. Die Wirklichkeit ist metalogisch,
das sollten wir nicht vergessen. Sie lässt sich nicht mit den
Mitteln der Logik erschließen. Sie lässt sich nur erfahren.
Betrachten. Es gilt, ihr etwas Sinnlichkeit zu entreißen. Und es
gilt, ihr etwas persönliche Bedeutung mitzugeben. Das, was sich in
meinem Bewusstsein aus meiner Perspektive abbildet. Das, was mir und für mich wichtig ist.
Sonntag, 17. Dezember 2017
Das Göttliche, das Suchen (1)
Sich selbst finden. Achtsamkeit in sich entdecken, das klingt jetzt sehr modisch. Zeitgeistig halt. Wer wollte das nicht? Das Göttliche in uns finden. Wenn es schon keinen Gott mehr gibt! In der Ruhe und Entledigung all dieser
Scheinvorstellungen. Sich kein Bild mehr davon machen, was größer als
wir selbst ist. Das Paradies? Muss das sein? Was ist das Nichts?
Nichts tun, was jemand anderes schaden könnte. Hohe Moral, aber es
kann das Zusammenleben und das gemeinsame Suchen leichter machen.
Vielleicht. Muss das alles sein? Regeln, Verbote? Es scheint etwas
sehr Menschliches zu sein und einem Bedürfnis zu entsprechen, dass
der Befolgung von außen kommender Vorschriften das Heil zuspricht.
Auch das Paradies oder das ewige Leben. Gibt es eine Angst vor dem
Tod, die als Motivation für Religionen wirken könnte? Nun ja, die
Geschichte ist voll davon.... Ist Meditation das Loslassen der Welt
als Befreiung?
Blöd nur, das es dazu auf dieser Welt noch andere Voraussetzungen geben muss. Die Verhältnisse, die sind leider so. Weltfremdheit wurde mir bewusst, Lächerlichkeit. "Die andere Ebene" rückt für mich dadurch immer mehr in die Ferne. Sich selbst finden? Ja, im besten Falle. Aber wann tritt der beste Fall wirklich ein? Das „Göttliche“ in mir selbst finden. Ja, es ist in mir, möglicherweise. Manche haben es den "göttlichen Funken" genannt. Aber wie kann ich ihm besser näher kommen? Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten? Mit meinem „heißen Bemühen“ nur? Hingabe? Es stark wollen, - oder gar nichts wollen? Überhaupt erscheint es mir immer fragwürdiger, sich ein Bild vom Göttlichen zu machen und sich ihm mit irdisch geprägten Vorstellungen nähern zu wollen. Das stimmt nicht mit meinen Vorstellungen darüber überein, dass es etwas Größeres ist, etwas, was über unseren Geist hinaus geht. Welche Anmaßungen, unseren Geist und seine Möglichkeiten, ja, überhaupt den Menschen absolut zu setzen! Vielleicht gibt es ja eine Ahnung davon, was darüber hinaus geht? Nur das. Der Atheismus war für mich nicht nur deswegen auch niemals eine Lösung, ein Ziel. Für mich.
Blöd nur, das es dazu auf dieser Welt noch andere Voraussetzungen geben muss. Die Verhältnisse, die sind leider so. Weltfremdheit wurde mir bewusst, Lächerlichkeit. "Die andere Ebene" rückt für mich dadurch immer mehr in die Ferne. Sich selbst finden? Ja, im besten Falle. Aber wann tritt der beste Fall wirklich ein? Das „Göttliche“ in mir selbst finden. Ja, es ist in mir, möglicherweise. Manche haben es den "göttlichen Funken" genannt. Aber wie kann ich ihm besser näher kommen? Mit meinen bescheidenen Möglichkeiten? Mit meinem „heißen Bemühen“ nur? Hingabe? Es stark wollen, - oder gar nichts wollen? Überhaupt erscheint es mir immer fragwürdiger, sich ein Bild vom Göttlichen zu machen und sich ihm mit irdisch geprägten Vorstellungen nähern zu wollen. Das stimmt nicht mit meinen Vorstellungen darüber überein, dass es etwas Größeres ist, etwas, was über unseren Geist hinaus geht. Welche Anmaßungen, unseren Geist und seine Möglichkeiten, ja, überhaupt den Menschen absolut zu setzen! Vielleicht gibt es ja eine Ahnung davon, was darüber hinaus geht? Nur das. Der Atheismus war für mich nicht nur deswegen auch niemals eine Lösung, ein Ziel. Für mich.
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Donnerstag, 9. November 2017
Freitag, 29. September 2017
Dienstag, 15. August 2017
Montag, 10. April 2017
Künstlernähe
Der alte Goethe, der Kafka, der Nietzsche, der Hesse,
der Thomas Mann: nein, das sind nicht nur diese Kulturdenkmäler, als
die sie Schülern jahrzehntelang eingebläut wurden. Und als die sie
für alle anderen allenfalls eine leise Erinnerung sind. Georg
Trakl, dessen Gedichte einst auswendig gelernt werden mussten, war
ein armes Schwein, ein Süchtiger, ein Ekstatiker des Wortes, den wir
als solchen jederzeit neu lesen können, der uns zum Vertrauten
werden kann. Hey Schorsch! Salute! Auch der Dali und der Picasso,
diese Superdenkmäler des Bildungsbürgertums, waren Opfer ihres
eigenen Ruhms, sonnten sich in ihrem Stardasein und nutzten es nach
Belieben aus. Verkauften sich an ihre Rolle. Schwache Menschen, große Künstler - vielleicht. Sie
waren die Popstars ihrer Generation. Auch nicht schlecht. Sie
stellten das Herausragende dar, ließen ihre Einseitigkeiten
zelebrieren - bis auf Goethe, der vielleicht eine Universalbegabung
war und sich auch in einer bürgerlichen Existenz ausleben wollte.
Und, natürlich: Leonardo Da Vinci. Das Großgenie der Renaissance. Außerhalb jeden Zweifels.
Aber die „Künstler“ der heutigen Zeit? Wer von denen ist überhaupt sichtbar? Wo? Aufgrund welcher Mechanismen? Wer inszeniert sich als Großfürst und klagt jedes Mal wortstark die Legitimation solchen künstlerischen Großfürstentums ein (es hat eine gewisse Lächerlichkeit, wenn ich da an bestimmte Personen denke...)? Wer zieht sich leise zurück in ein „Müssen“ und genießt dennoch in tausend Medienkolportagen die große Aufmerksamkeit? Wer hinterfragt ernsthaft die eigene „Größe“? Wer war Michelangelo? Ein ekstatischer Bohrer. Benn? Ein in Bürgerlichkeit geronnener Former. Und die vielen anderen? Die Zeitgenossen gar...?
Aber die „Künstler“ der heutigen Zeit? Wer von denen ist überhaupt sichtbar? Wo? Aufgrund welcher Mechanismen? Wer inszeniert sich als Großfürst und klagt jedes Mal wortstark die Legitimation solchen künstlerischen Großfürstentums ein (es hat eine gewisse Lächerlichkeit, wenn ich da an bestimmte Personen denke...)? Wer zieht sich leise zurück in ein „Müssen“ und genießt dennoch in tausend Medienkolportagen die große Aufmerksamkeit? Wer hinterfragt ernsthaft die eigene „Größe“? Wer war Michelangelo? Ein ekstatischer Bohrer. Benn? Ein in Bürgerlichkeit geronnener Former. Und die vielen anderen? Die Zeitgenossen gar...?
Mittwoch, 21. September 2016
Foto bearbeitet
Zur Eröffnung der Ausstellung: Alle machen
massenweise Fotos und legen sie dann in die Cloud. Dumm nur, dass
diese Fotos niemand mehr anschaut. Die Realität und das Bild von ihr
scheinen zu verschmelzen und sich dann im Chaos wieder aufzulösen,
genauso, wie sie davon genommen worden sind, um irgendetwas
Unsagbares festzuhalten, es dem Flow des Vorübergehenden und des
Todes zu entreißen. Die Fotos werden immer mehr und einzelne
kitschige Exemplare versuchen ambitionierte Personen heraus zu heben.
Sie versuchen sich und die dargestellten Personen damit ein Denkmal
zu setzen, das möglichst viele Personen und – vor allem! - sie
selbst bedenken sollen. Als ein Ideal des Augenblicks, der sich doch
auch mithilfe eines dergestalt dahergeschossenen Fotos nicht
festhalten lässt. Insofern sind das meist mehrfach geschönte, per
Photoshop bearbeitete und verzerrte Versionen des Tatsächlichen. In
diesem künstlich aufgeblasenen Kokon der geschönten Vorstellung
über sich selbst, bewegen sich viele Menschen um mich herum. Den
Kampf um sich selbst glauben sie delegieren und an Bildbearbeiter des Gefälligen überantworten zu können. Was allzuoft dabei herauskommen mag, ist Trash
Freitag, 20. November 2015
Empfehlungen der Celebrities und anderer Promis
Mir fällt auf, dass immer mehr „Celebrities“ und
gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere
Konsumgüter in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit
großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit
den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“
nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des
gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies
benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das
angebetete Standbild der Prominenz. Und es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese
Weise mindestens dreimal so schön! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, sind darin besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi
über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist
das denunziatorisch, feige und miserabel. Interessiert aber die auf
den Geschmack gebrachte Öffentlichkeit. Homestorys, Klatsch,
Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den
„Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse
erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles
positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich ein Blick in
Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts
geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.
Mittwoch, 11. November 2015
Spiel der Inszenierung
Ob die Vielen das Spiel mit den Inszenierungen noch
durchschauen? Politiker bringen gestanzte Anliegen vor, stehen
scheinbar für etwas ganz Bestimmtes (mit dem sie auf anderer Ebene
nichts zu tun haben!), was durchaus auch mal von der gröberen und
durchschlagsfähigen Sorte sein darf. Beispiele gibt es viele. Kolumnisten und ständig wiederkehrende Imageträger machen wichtige Gesichter und Meinungen, sind ätzend albern und beschäftigen ganze Stäbe von Zuträgern. Prominente aller Art empfehlen sich auf ihren „offiziellen Homepages“ und
lassen Imagebroschüren einbringen. Geschickt lancieren sie
Enthüllungsgeschichten und neueste Berichte über ihr scheinbares
„Privatleben“ in den Medien, erzeugen Interesse, das dann oft
genug auf eigene Produktlinien gelenkt wird. Es gilt, ein Stück Privatheit zu ergattern, wenn schon nicht das eigene, dann das von „Promis“.
Noch besser: ein Blick durchs Schlüsselloch eines Arschlochs, das
möglichst prominent ist und in möglichst effektiver
Selbstverherrlichung mit auf Shopping-Tour geht. Online-Tagebücher
der medial inszenierten Belanglosigkeiten sind auch beliebt. Peinlich, das. Albern.
Doof. Zumindest für den, der es einmal durchschaut hat und zumindest auf diese
Weise nicht mehr so leicht zum Konsum rumzukriegen ist.
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