Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 16. Mai 2024
Time after time
Dass Zeit ein höchst wertvolles Gut sei, mag sich herumgesprochen haben. Diese Erkenntnis legt sich auch angesichts der permanenten Beschleunigung, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit nahe. Alles wird immer mehr verdichtet und unserer Verfügung als Mensch entzogen. Dass es dabei in erster Linie um Zeit und Aufmerksamkeit geht, wird immer klarer. Zeit ist Lebenszeit. Dass diese unwiederbringlich ist, wird dem Menschen erst im fortgeschrittenen Alter so richtig klar. Oder bei oder nach einer lebensbedrohlichen Krankheit? Dies zieht oft eine Veränderung des Blicks oder – insgesamt - der Perspektive auf die Zeit nach sich. Es gilt, die Zeit sinnvoll zu nutzen und sie neben den alltäglichen Bemühungen auch mal im Müßiggang, im schönen Nichtstun, zu verbringen. Manch einer behauptet, dies sei sogar die Voraussetzung für Kreativität überhaupt. Mal auf andere Gedanken kommen, in sich gären, Kraft aus sich schöpfen, Kraft zum Tun und sich Entäußern, nach außen bringen. Zeit nicht nur „nutzen“ für fragwürdige Zwecke, sondern sie in sich wirken lassen. Es gilt, „Prioritäten“ zu setzen, Reihenfolgen festzulegen. Sich „Zeit nehmen“ für etwas, das könnte es bedeuten. Für sich selbst etwa. Zeit hat keinen unmittelbaren ökonomischen Wert, auch wenn wir uns oft gezwungen sehen, unsere Zeit zu verkaufen, um zu überleben.
Samstag, 11. November 2023
Zeit und Medien
Radio und Fernsehen. Meine Eltern kauften (wie wohl viele andere Eltern auch) zur Mondlandung 1969 einen Fernseher (Radio war ohnehin vertreten). Wir hockten jung davor und verfolgten gierig die Erläuterungen von Heinrich Schiemann. Irgendwie aufregend war das schon, aber nicht so, dass wir in einen absoluten Ausnahmezustand gewechselt wären. Jaja, den großen Step für die Menschheit und all das... Heute gibt es Verschwörungstheorien dazu, es darf gezweifelt werden. Aber TV war ab diesem Zeitpunkt da, auch finanzielle Sorgen einstweilen aufgeschoben. Es war mir das alles schlichtweg nicht so wichtig. Doch inzwischen scheint das nie abreißende Blabla für viele Leute wichtig geworden zu sein, extreme Meinungen und elitäres Gebaren inklusive. Man könnte etwas verpassen. Dies scheint auch Leuten wie mir immer wichtiger geworden zu sein, das Baden im News-Strom. Der Öffentlich-rechtliche Rundfunk macht sich hierzulande in dieser großartigen Volkswirtschaft durch eine nicht abreißende Spur von Meldungen von Einkünften und Geldverschwendungen unmöglich. Vieles in den Medien ist außerdem zum Fremdschämen, wobei ich den Eindruck habe, dass es vor allem mir so damit geht: dass ich es peinlich finde. Besonders bei den Ratespielen und Talkrunden, in denen sich Comedians und Kabarettisten genauso wie Moderatoren blamieren, indem sie ihr wichtigtuerisch geblähtes Ego als so aufregend vital präsentieren, dass jedes kleine Detail die Öffentlichkeit interessieren könne.
Doch das alles erzeugt in einem den Eindruck, als sei man inzwischen nicht mehr so richtig auf der Höhe der Zeit, als stünde man weit außerhalb dieses aufschneiderischen Tuns und isoliere sich damit. Doch was hat das mit der Wahrnehmung der Zeit zu tun? Man wird immer mehr von News und Bildern, von Idealen sowie vorgegebenen Mustern bedrängt und die Austauschbarkeit erstens der Dinge und zweitens der Menschen erscheint dabei begleitend immer wichtiger. Fortschritt paart sich mit Wachstum, wird vielerorts als identisch gedeutet. Die Frage nach qualitativem Wachstum erscheint nicht mehr oder ist mit dem Begriff der „Nachhaltigkeit“ beantwortet. „Transformation“ erscheint auch als oft gehörter Begriff, wobei es meiner Meinung nach viel mehr zu durchdringen wäre, wie sich Ökologie und Soziales besser durchdringen können, wie sie verbunden werden könnten. Dazu reichen nicht ein paar oberschlaue Bemerkungen in Presskonferenzen, in denen die Phrasen der Parteilinien wiedergekäut werden. Außerdem: Künstlich erschaffene KI-Welten dominieren zunehmend unsere Wirklichkeit, ohne dass wir etwas davon wissen (Die zuständige Politik scheint noch weniger darüber zu wissen). Für eine reibungslose Einführung von KI wird vor allem ihr Nutzen für die Medizin vorgeführt. Nutzen heißt oft „Beschleunigung“, was auf einen gewissen Umgang mit der Zeit weist. Zeit ist wohl auch eine Sache des Bezugssystems, der Natur, des Kosmos, der Konsumwelt. Und des vergötterten Wachstums? Müssen mögliche Gefahren überwunden werden?
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Radio and television. My parents (like probably many other parents) bought a TV for the moon landing in 1969 (the radio was there anyway). We squatted in front of it young and eagerly followed Heinrich Schiemann's explanations. It was kind of exciting, but not in such a way that we went into an absolute state of emergency. Yes, yes, the big step for mankind and all that... Today there are conspiracy theories about it, it can be doubted. But TV was there from that point on, and financial worries were postponed for the time being. It just wasn't all that important to me. But in the meantime, the never-ending blah-blah seems to have become important for many people, including extreme opinions and elitist behavior. You could miss something. This seems to have become more and more important to people like me, bathing in the stream of news. In this country, public service broadcasting makes itself impossible in this great economy with a never-ending trail of reports of income and wasted money. There is also a lot in the media that makes others feel ashamed, although I have the impression that I feel the same way about it: that I find it embarrassing. Especially in the guessing games and talk shows, in which comedians and cabaret artists as well as moderators embarrass themselves by presenting their self-important inflated ego as so excitingly vital that every little detail can interest the public.
But all this creates the impression that one is no longer really up to date, as if one is far away from this swaggering activity and isolates oneself with it. But what does that have to do with the perception of time? One is increasingly harassed by news and images, by ideals and given patterns, and the interchangeability of things, firstly, and people, secondly, appears to be increasingly important. Progress goes hand in hand with growth and is interpreted as identical in many places. The question of qualitative growth no longer appears or is answered with the term "sustainability". "Transformation" also appears to be a term that is often heard, although in my opinion it should be understood much more how ecology and social issues can be better integrated, how they could be connected. A few overly clever remarks in press conferences, in which the phrases of the party lines are regurgitated, are not enough for this. Also: Artificially created AI worlds are increasingly dominating our reality without us knowing anything about it (the responsible politicians seem to know even less about it). To ensure a smooth introduction of AI, its benefits for medicine will be demonstrated. Use often means “acceleration”, which indicates a certain way of dealing with time. Time is probably also a matter of the reference system, of nature, of the cosmos, of the consumer world. And the deified growth? Do possible dangers have to be overcome?
Freitag, 6. Mai 2022
Langsamer
„Ich bin ein langsamer Mensch. Es ist ja so: Du kannst nicht Zeit gewinnen. Drum bin ich immer erstaunt, wenn mich einer schnell überholt. Dann denk’ ich: aha, dem pressiert’s. Aber was hat er davon? Selbst, wenn’s mich pressieren würde, ich würde trotzdem nicht schneller fahren“. Das sagte Gerhard Polt anlässlich eines Interviews zu seinem 80. Geburtstag, ein Ereignis, das jetzt nahezu pausenlos durch die Medien gehetzt wird. Stichwort: Humor. Karl Valentin usw, - Das Absurde. In drei Tagen ist es alles schon wieder vergessen, denn wir leben offenbar in einer schnellebigen Zeit und fühlen uns viel zu oft zu diesem Rhythmus gezwungen. Dabei ist es doch offensichtlich so, dass jeder Mensch für sich das Tempo finden muss, in dem er Dinge verarbeitet, erledigt usw. Auch ich finde immer mehr heraus, bzw. bin dazu gezwungen anzuerkennen, dass ich ein langsamer Mensch bin. Es scheint um mich herum Schnellchecker zu geben, mit denen ich gar nicht mithalten kann oder will, alleine schon, weil ich das zu unentspannt finde. Doch diese Art der Entspannung scheint mich viel in meinem Leben gekostet zu haben. Ich habe viele Dinge viel zu spät kapiert, geschweigeden umgesetzt. Man war zu abwartend, unentschieden, wollte sich etwas überlegen, worin man dann zu keinem Ergebnis gelangt ist, das Aktion mit sich gebracht hätte. Den Gegensatz zu den „Tatmenschen“ konnte man lange aushalten, solange man einigrmaßen jung war. Doch die Sache wird mit fortschreitendem Alter immer schwieriger. Auch geht einem die Zeit aus. Man kann nahezu nichts mehr aufschieben, denn morgen könnte man tot sein, oder das Überlegte gar nicht mehr können, man könnte es nicht mehr in die eigene Realität herein holen. Offenbar liegt das an meinem Charakter.
Donnerstag, 16. September 2021
Digitale Unfähigkeiten
In letzter Zeit erfuhren wir hier in Deutschland fortwährend etwas über Hackerangriffe, die öffentliche Strukturen (besonders Krankenhäuser) lahmlegten und auf Lösegeldzahlungen hinaus liefen. Andererseits: In der öffentlichen Verwaltung wird offenbar noch abgeheftet, abgestempelt, abgetippt. Digitalisierung Fehlanzeige oder auf einen späteren Zeitpunkt festgelegt. Politiker preisen gerade in ihrem „Wahlkampf“ gleichzeitig die Wonnen der Digitalisierung und wie zügig sie jetzt überall eingeführt würde. Warteschlangen vor den Türen der Amtsschimmel scheinen dies aber nicht widerzuspiegeln. Nach Beantragung kann es schon mal vorkommen, dass jemand drei Monate auf den neuen Personalausweis wartet, vergleichbar Dienstleistungen stehen dem nichts nach. Behördensoftware ist oft veraltet, das Gesundheitsamt scheint seine Zahlen und Ergebnisse in Zeiten der Pandemie sogar per Faxgerät an weiterführende amtliche Stellen wie etwa das Robert-Koch-Institut weiter zu leiten. Hinzu kommt, dass die hastig ausgerufene Einführung der einheitlichen „Sormas“-Software auch ihre Tücken zu haben scheint und auf manchen Feldern nicht das leistet, was sie sollte. Die Verfolgung krimineller Aktivitäten scheitert nicht nur zwischen den Behörden der Bundesländer an endlos langen Verfahren, nein, sogar bei der Aufnahme, Erfassung und Ermittlung von Tatbeständen scheint es sehr langsam gehen, trotz der immer wieder angekündigten Digitalisierung.
Dass sich dabei immer wieder sehr lange Zeiträume ergeben, die sogar zur Einstellung von Ermittlungen führen können, demonstriert auch nicht gerade einen erstklassigen digitalen Standard. Was ist da los? Fest steht, dass offenbar zu viele Nebelkerzen geworfen werden, das Trägheit, Bräsigkeit, Gleichgültigkeit und die Sparzwänge der letzten Jahre die Behörden in der Entfaltung ihrer Möglichkeiten stark bremsen. Gleichzeitig werden besonders von „der Wirtschaft“ die Wonnen der Digitalisierung gepriesen, wird in den Managementebenen von der Tranformation in digitale Welten gefaselt, werden ihre medizinischen Möglichkeiten, ihre prognostischen Optionen und ihre Impulse zur Entschleunigung gepriesen, ihre umweltpolitische Relevanz, ihre leistungssteigernde Potenz samt ihren disruptiven Fähigkeiten so ausgelobt, als sei es jetzt die vornehmste Aufgabe des Menschen die Ausschließlichkeit und diktatorische Durchschlagskraft dieser Technologie zu leben und als müsse sich der Mensch schleunigst den Vorgaben der Technik anpassen. Verwirrende Informationen prasseln da auf einen ein. Was nun?
Donnerstag, 15. November 2018
Digitaloffensive
Digitaloffensive der
Regierung. Zweitägige
Klausurtagung samt Presse- und Absichtserklärungen. Noch
sind nicht mal alle Funklöcher geschlossen, da scheint Deutschlands
Regierung zur Digitaloffensive zu blasen. Deutschland solle bei der
KI (Künstlichen Intelligenz) ganz vorne sein, so wird die Kanzlerin
zitiert. Dabei soll
Deutschland einen enormen Nachholbedarf haben und in der Reihenfolge
der Länder, was Digitalisierung angeht, weit hinten liegen. Länder
wie China scheinen auf diesem Gebiet sowieso schon längst enteilt zu
sein. Man
wolle auch
der Macht von Digitalkonzernen wie Facebook, Google und anderen etwas
entgegensetzen, was eine für Europa einheitliche Steuer bedeuten
könnte, so wird
kolportiert.
Haha. Schon werden
erste Gegenstimmen aus dem Kabinett laut. Der Vizekanzler, Finanzklemmer und
Spezialdemokrat Olaf Scholz scheint dabei besonders heraus zu ragen.
Er fürchtet, so wird kolportiert, „Nachteile für die Wirtschaft“. Überhaupt kommt
es einem so vor, als sei dies wieder einmal eine der typischen
PR-Aktionen der Bundesregierung, der keinerlei Taten folgen und die
vor allem eine gewisse öffentliche Wirkung zeitigen sollen. Davon
gab es ja schon manche. Es werden wichtige Gesichter gemacht,
Milliardenbeträge genannt und dann – nichts. Ach,
und – ja: In der Verwaltung soll das, was jetzt eine Flut von
Formularen und Beantragungen bedeutet, in Zukunft durch digitale
Prozesse ersetzt werden.
Mal sehen. Fest
steht: in der Vergangenheit wurde alles konsequent verpennt,
verschlafen. Jetzt soll wohl in einem Hauruckverfahren ohne jede
Beteiligung der Bürger, die sogenannte Digitalisierung von oben herab durchgepeitscht werden. Was Digitalisierung alles bedeuten könnte, wird nicht diskutiert und scheint scheint "alternativlos". Ob das so recht demokratisch riecht?
Montag, 26. September 2016
Realität bewältigen
Rechts und links schwirrt und flirrt an uns die
Realität vorbei. Nichts scheint mehr zu begreifen zu sein. Der
Mensch wird nervös, er steht unter Strom. Tausend Informationen über
kleine und große Notstände, Kriege, Umweltkatastrophen usw. Und
wir haben es uns angesichts dessen geleistet, uns in der Komfortzone
einzurichten. Doch die Welt und die Gesellschaft rückt zusammen,
sich abzuschotten wird schwieriger, Dinge werden transparenter - aber
nur für diejenigen, die sich darum bemühen: Die Gelegenheit dazu
haben, zu bedenken, umzudenken, sich zu korrigieren. Gleichwohl sind
wir dauernd online, erreichbar, verfügbar, einsetzbar. Zerissenheit
macht sich breit. Auch zwischen denen, die haben, und denen, die
nichts haben. Als Gleichmacherei wird alleine schon das Bewusstsein
dafür beschimpft von denen, die in einem gewissen Interesse sprechen
und handeln. Auch im Interesse dessen, das die Macht des Faktischen
für sich hat. Alles war scheinbar so und wird so immer sein. Die
Grundordnung ist unumstößlich, weil der gierige Mensch anscheinend
die Konstante ist. Ein Neuentwurf, ein Aufbruch wirkt angesichts
solch behaupteter Verhältnisse leicht lächerlich. Jeder will den
Moment festhalten, nicht die Vergangenheit oder gar planen. Eine
Frage wird geradezu diktatorisch: Wie fühlt sich das Jetzt an, der
Moment?
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt alles. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen und werde dadurch ruhiger.
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt alles. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen und werde dadurch ruhiger.
Samstag, 27. August 2016
Beschleunigt in Richtung Ruhe
Rechts und links schwirrt und flirrt an uns die
Realität vorbei. Nichts scheint mehr zu begreifen zu sein. Der
Mensch wird nervös, er steht unter Strom. Da sind tausend
Informationen über kleine und große Notstände, Kriege,
Umweltkatastrophen usw. Und wir haben es uns angesichts dessen
geleistet, uns in der Komfortzone einzurichten, können scheinbar ja
sowieso nichts machen. Doch die Welt und die Gesellschaft rückt
zusammen, sich abzuschotten wird schwieriger, Dinge werden
transparenter - aber nur für diejenigen, die sich darum bemühen:
Die Gelegenheit dazu haben, zu bedenken, umzudenken, sich zu
korrigieren. Gleichwohl sind wir dauernd online, erreichbar,
verfügbar, einsetzbar. Zerissenheit macht sich breit. Auch zwischen
denen, die haben, und denen, die nichts haben. Als Gleichmacherei
wird alleine schon das Bewusstsein dafür beschimpft von denen, die
in einem gewissen Interesse sprechen und handeln. Auch im Interesse
dessen, das die Macht des Faktischen für sich hat. Alles war
scheinbar so und wird so immer sein. Die Grundordnung ist
unumstößlich, weil der gierige Mensch anscheinend die Konstante
ist. Ein Neuentwurf, ein Aufbruch wirkt angesichts solch behaupteter
Verhältnisse leicht lächerlich. Jeder will den Moment festhalten,
nicht die Vergangenheit oder gar planen. Eine Frage wird geradezu
diktatorisch: Wie fühlt sich das Jetzt an, der Moment?
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir möglichst viele und gute Informationen damit transportieren wollen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne darüber, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen - und werde dadurch ruhiger.
Müssen wir ständig aktiv sein? Auch durch das Internet verliert sich das Gefühl für den Abstand von der Vergangenheit zur Zukunft. Wir können alle Informationen dauernd haben, wir können alles nachschlagen und die Zukunft planen. Es zerfließt. Möglicherweise verliert sich darin auch so etwas wie Empathie. Von allen Seiten kommt das, schlägt das in uns ein. Es prägt unsere Art zu sprechen, weil wir möglichst viele und gute Informationen damit transportieren wollen, weil wir nichts Falsches sagen sollten, weil wir ständig getrieben sind und uns gut darstellen wollen. Wir sind in einer Art Dauerhysterie und Dauerpanik, Nervosität und Unruhe erhebt sich. Damit erhebt sich auch die Frage: Wie gehe ich damit um? Entweder lasse ich mich in meiner Unruhe treiben, oder ich lerne darüber, versuche zu sortieren, Abstand zu gewinnen, andere Perspektiven einzunehmen - und werde dadurch ruhiger.
Freitag, 8. Juli 2016
Druck zur Optimierung
Das Internet und
allerlei moderne Technologien vernetzen den Menschen immer mehr,
machen alles schneller und leistungsfähiger (wobei auch die "Künstliche Intelligenz" eine Rolle spielt, ---> siehe Blog). Wie lange und wie weit
können wir das noch mitmachen? Wie weit geht das? Gibt es Grenzen?
Wir müssen wohl wachsen, so lange wir die gegenwärtige
Wirtschaftsform pflegen. So geraten wir immer noch ein bisschen mehr
unter Druck. Die Erwartungen, nicht zuletzt durch uns selbst,
steigen. Wir sollten, wir müssten.... Dadurch hinken wir ständig
unseren Ansprüchen hinterher, genügen nie, geraten im schlimmsten
Fall in Umstände wie Burnout, Depression, vollkommener Stillstand
usw. Alles wird stumm und starr, es bewegt sich nichts mehr, auch in
uns selbst. Das alles scheint ein Zwang. Doch wo kommt er her? Wer
redet denn hier von „System“ oder „Kapitalismus“? Große
Häuptlinge haben das ohnehin verinnerlichte Motto „Wachstum über
alles“ längst vorgegeben, sie lassen es bimsen und immer wieder
neu lernen. Sie drücken es in die Köpfe. Wollen wir dabei bleiben
beim Mainstream, bei der gesellschaftlichen Erfahrung, müssen wir
scheinbar da mitmachen. Der Zwang, der Druck, der Drang zum
Ökonomischen durchdringt inzwischen alle Lebensbereiche. Arbeit,
Bildung, Familie, Liebe, Natur: Die Steigerung, Optimierung,
Beschleunigung bildet die Erwartung. In uns. An uns. Wohin geht das?
Was ist da gut für uns? Wo geht das hin?
Freitag, 29. April 2016
Beschleunigung
Dieselgate, Flüchtlinge oder Asylanten, Terror,
wieder Dieselgate, Panama Papers, Böhmermann, Dieselgate mit
Managerboni...dazwischen ein bisschen Rente bzw. Altersarmut, Auto,
Elektro, Zinsen, FIFA, DFB, Fußball und gestorbene Rockstars....:
unsere Wahrnehmung kommt da kaum noch mit. Schlagzeilen. Events. Ob sich das alles
beschleunigt hat, ob sich da ein Tempo, eine zunehmende Geschwindigkeit unmerklich in unsere Gehirne geschlichen hat? Auf Durchzug gestellt? Hauptsache, die Kohle stimmt! Der Autokonzern ist jetzt überraschend
wieder der Größte und die Rente sei sicher, lassen
Nachrichtenmoderatoren, Internetseiten, Fernsehgesichter und Wichtigs allüberall verlauten. Alles weiter so? Ob sich da ein Tempo selbständig und
immer selbständiger macht? Rechtschreibfehler schleichen sich überall ein, die Grammatik stimmt nicht, Brüche werden kurz sichtbar, Grotesken erstehen unvermittelt: ob's der Profit und die Rentierlichkeit, Personaleinsparung, das Ausmerzen von Menschen als Kostenfaktoren, der Wechsel der "Formate" ist? Was wohl dahinter steckt? Ob wir da noch etwas richtig verstehen,
mitkommen, ob die Folge der "Aufreger" oder der "Kick" sein soll? Sein muss? Die kurzfristige Empörung, Betroffenheit? Alles
vorbeiziehen lassen, schauen, wo man selbst bleibt: ob das eine
Lösung ist, eine Art, damit umzugehen? Ob wir da noch Empathie
entwickeln können? In andere Welten kriechen, die mit 15 Mio Euro
Wechselprämie ausgestattet sind, in der Parteien Spiele spielen, die
sie dann Demokratie nennen? Macht- und Ränkespiele, Kriege, Tod,
Mord und allerlei PR-trächtiges Gebaren, Show, falsches Lächeln und
hohle Versprechen? Man ist umschwirrt und soll sortieren. Ab wann ist
man überfordert? Was ist angesichts dessen Zeit? Wo ist sie? Spüren wir, wie sie durch uns hindurch geht? Wie wir uns darüber verbrauchen? Fragen bleiben, nichts als Fragen. Gedanken über ihre Beantwortung stören da nur.....Gewisse Abschnitte unserer möglichen Antworten würden Teile der Bevölkerung ohnehin nur verunsichern.....
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