Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Mittwoch, 28. August 2024
Produzenten von Popmusik
Wie hatten wir die bewundert, als Erfinder von Klangräumen, von Klangvisionen, als souveräne Regenten über Studiotechnik und als Handhaber von kreativen Ideen, als hörbares Verbindungsglied zwischen Technikern und Kreativen! Wir sehen an dieser Stelle vom Daueretikett „legendär“ ab, weil das im Grunde für alle Erwähnten gelten würde. George Martin, der Beatles Produzent, ohne den Lennon und McCartney nicht denkbar waren. Er formte wohl entscheidend das Klangbild der Beatles in der zweiten Phase. Da waren auch die vielen Auftragsproduzenten, die ihre von den Plattenfirmen diktierten Vorgaben bis hin zum finanziellen Budget genau erfüllten und als namenlose Umsetzer gelten dürfen Ja klar, ein früher Einfluss war dagegen Phil Spector mit seinem „Wall of sound“, den er allen „Kreativen“ überstülpte. Diese Produktion mögen sich manchmal mehr nach Spector als den eigentlich in den Vordergrund gestellten „Künstlern“ anhören. Leider ist der Mann später ins Hässliche abgerutscht. Wir können all die Faktoren, die dazu geführt haben, nicht beurteilen. Es gab Hugh Padgam später, der dem Progrock a la Genesis Flügel verlieh und auch vielen anderen Künstlern zum Wohlklang verhalf. Da spielte auch schon Trevor Horn mit rein. Der sich aller Mittel des High Tech bediente und daurch für ein durchgestyltes Klangdesign verantwortlich war. Er war wohl eine Art Gegen- und Hassbild mancher Medien, die im Unterschied zu Horn die Rückkehr des Echten, Autenthischen und der Wurzel verhafteten lobten und später dann in Rick Rubin einen Meister fanden. Dieser hatte Johnny Cash mit seinen Produktionen zu einem späten Comeback verholfen und lieferte – wie in der Popmusik oft praktiziert – die Blaupause für viele andere „Down to earth-Produktion. Er war es auch, der mit einem solchen Konzept verschwundene Künstler wie Donovan neu produzierte. Möglichst wenig Technik, war wohl seine Devise, obwohl er als Dauerproduzent für Bands wie die Red Hot Chili Peppers da keine Berührungsangst kannte und in einer zweiten Phase seiner Karriere auch zahlreiche wie Shakira Mainstreamstars produzierte, worüber niemand so richtig erstaunt schien. Wir setzen diese Produzenten-Reihe fort.
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How we admired them, as inventors of sound spaces, of sound visions, as sovereign rulers of studio technology and as handlers of creative ideas, as audible links between technicians and creatives! We will refrain from using the permanent label "legendary" here, because that would basically apply to everyone mentioned. Sam Philips and Colonel Tom Parker, who guided Elvis towards the "right" sound. There are long stories to tell about those alone. The Stax sounds, which, with their succinctness, shaped what was later called soul early on. Atlantic boss Ahmet Ertegün, of course. George Martin, the Beatles producer, without whom Lennon and McCartney would have been unthinkable. He was probably instrumental in shaping the Beatles' sound in their second phase. But there were also the many commissioned producers who precisely met the specifications dictated by the record companies, right down to the financial budget, and who can be regarded as nameless implementers. Yes, of course, an early influence was Phil Spector with his "Wall of Sound", which he imposed on all "creatives". These productions may sometimes sound more like Spector than the "artists" actually put in the foreground. Unfortunately the man later slipped into ugliness. We cannot judge all the factors that led to this. Later, Hugh Padgam, who gave wings to prog rock a la Genesis and also helped many other artists to sound good. Trevor Horn was also involved. He used all the means of high tech and was responsible for a stylish sound design. He was probably a kind of counter-image and hate image for some media who, in contrast to Horn, praised the return of the real, authentic and rooted in roots and later found a master in Rick Rubin. He helped Johnny Cash make a late comeback with his productions and provided - as is often the case in pop music - the blueprint for many other "down to earth" productions. He was also the one who used this concept to re-produce artists who had disappeared, such as Donovan. As little technology as possible was his motto, although as a permanent producer for bands such as the Red Hot Chili Peppers he had no qualms about it and in a second phase of his career he also produced numerous mainstream stars such as Shakira, which no one really seemed surprised about. We are continuing this "producer series".
Mittwoch, 9. August 2023
Schönheit oder Beauty?
Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Haha, Binse. Könnte jeder sagen. In der Bibel hingegen steht: „Du bist wunderbar gemacht“. Das kommt schon eher, auch wenn es gegen den jetzt herrschenden Zeitgeist verstößt. InfluencerInnen geben role Models aus. Man sollte als junge Frau mindestens einen Arsch wie Kim Kardashian haben. Großer Busen, aufgespritzte Lippen und Puppennase sind Pflicht, so denken diese junge Frauen, die statistisch gesehen immer noch jünger werden und manchmal erst 9 sind. Soziale Medien mit ihren „Likes“ machen es ihnen vor, üben ein, geben ein Vorbild aus, führen ein, fordern heraus. Ach, du bist pretty, ein Model! Selbstbewusstsein ahoi! Ach, weil du genauso aussiehst, wie es die Industrie dir vormacht? Schönheits- und Modeindustrie verdienen sehr viel Geld damit, jungen Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen. Alles vorgestanzt, getäuscht, gestaltet, gemacht, der Schein regiert ohne Identität. Klamotten müssen gekauft, vorgegebene Haltungen müssen eingenommen werden. Nase, Brüste, Lippen, Fettabsaugung kosten etwas. Kann sich nicht jeder leisten. Repräsentieren deswegen auch sozialen Status. Und Superstars demonstrieren mit ihren designten Nippeln, mit filigran gestylten Frisuren unbedingte Glückseligkeit, sorgfältig gefilterte Schönheit in einer überwältigenden Überflutung von Reizen. Als SchrittmacherInnen. Sie greifen sich in diesen Schritt, spielen mit Sex, zeigen ihre Unterwäsche her, spielen mit ihren Reizen, wackeln gekonnt sexy mit dem Arsch - lassen aber nix an sich ran, - was die tobende Kundschaft noch mehr reizt. So funktioniert offensive Werbung! Wer nimmt sowas ernst? Frauen, die Erfolg haben wollen. Die so wie der Superstar sein wollen. Ob sowas mit ekligen After-Show-Parties zu tun hat, ob es gar darauf hinführt? Die Person als sich selbst auslieferndes Subjekt? Entfremdet und menschlichen Kontakt kaputt spielend? Ins Perverse hinaus treibend. Auf Macht basierend. Balzverhalten. Hedonismus rocks, - wirklich? Sex & Drugs & Rock’n Roll – oder die Karikatur davon? Nun ja, Fußballspielern wird ja auch jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Aber wehe, sie bringen keine Leistung! Der Leistungsfetisch rules!
Freitag, 10. August 2018
Selbstoptimierung
Sich in Posen werfen. Sie wollen gut aussehen. Wollen Spass haben. Hier ein Strähnchen, dort
ein bisschen Lippenstift. Hier ein vielsagendes Lächeln, dort ein
bedeutungsschwangerer Ausdruck im Gesicht. Möglichst makellos
gestylt und mit Lächeln. Glatt passend. Ausstellen eines perfekten Selbst. Jeder in
sich selbst verliebt. In das Bild, das er von sich hat.
Weichzeichner. Alles ist schön. Selbstverwirklichung ist normal.
Wahrnehmen, bewundert werden, gehasst werden. Schönheitschirurgie,
Stoffe und Stimulanzien, die auf unser Gehirn einwirken und uns
leistungsfähiger machen sollen. Neuroenhancer. Unbedingt der
Durchschnittlichkeit entkommen. Schönheit als der Weg zur
Perfektion. Jung aussehen. Falten mit Botox wegspritzen, die Lippen
aufspritzen, die weibliche Brust vergrößern.
Das Ideal einer jungen unverbrauchten Vagina herstellen: Reparieren zu einer Art unverbrauchten Barbie. Muskelkraft für Frauen, antrainieren, - aber schnell! Stark sein. Fit sein. Alles im Griff haben. Der Tracker wirft Zahlen aus. Liefert Motivation zur Verbesserung. Überhaupt: Durch Gesundheit leistungsfähiger werden. Das Gehirn optimal nutzen und unter anderem die Konzentrationsfähigkeit damit steigern. Das Liebesleben optimieren. Den Nachwuchs sichern, pränatale Diagnostik und Crispr. Ob daraus ein Zwang zum makellosen Kind werden kann? Danach Förderwahn und eingepflanzte Chips. Mehrere Instrumente spielen und etliche Fremdsprachen lernen. Auf Leistung, Konkurrenz und Wettbewerb dressiert. Im Drang nach Selbstverbesserung leben. Noch besser werden. Noch schöner. Noch perfekter. (siehe auch Blog "Was wäre Wirklichkeit?" vom 7.1.2018)
Das Ideal einer jungen unverbrauchten Vagina herstellen: Reparieren zu einer Art unverbrauchten Barbie. Muskelkraft für Frauen, antrainieren, - aber schnell! Stark sein. Fit sein. Alles im Griff haben. Der Tracker wirft Zahlen aus. Liefert Motivation zur Verbesserung. Überhaupt: Durch Gesundheit leistungsfähiger werden. Das Gehirn optimal nutzen und unter anderem die Konzentrationsfähigkeit damit steigern. Das Liebesleben optimieren. Den Nachwuchs sichern, pränatale Diagnostik und Crispr. Ob daraus ein Zwang zum makellosen Kind werden kann? Danach Förderwahn und eingepflanzte Chips. Mehrere Instrumente spielen und etliche Fremdsprachen lernen. Auf Leistung, Konkurrenz und Wettbewerb dressiert. Im Drang nach Selbstverbesserung leben. Noch besser werden. Noch schöner. Noch perfekter. (siehe auch Blog "Was wäre Wirklichkeit?" vom 7.1.2018)
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