Reise durch Wirklichkeiten

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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Einsichten

Deine Anpassungsmimikry. Ein kleiner Teil eines Ganzen sein. Sich selbst dabei verlieren als notwendiger Akt. Wie lange hälst du das durch? Dieses „Später, später...“, es hält dich innerlich aufrecht, während du äußerlich den Knecht gibst, aus Einsicht in die Verhältnisse... Da sind die Anpassungsmechanismen der anderen, das alltägliche Buckeln und dieses „bloß keine Empfindlichkeiten zeigen“: das sanktionieren die anderen sofort mit Liebes- , das heißt Geldentzug. Du musst funktionieren. Nicht krank werden. Wenn du etwas kreieren würdest, wär das keine besondere Sache. Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle.
Wieso haben die so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so sehr damit identifizieren? Haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Haben sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist. Wie kann man das so akzeptieren, sich dermaßen zu eigen machen? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Der Betrieb? Einer, der stark ist? In diesen Zeiten? Der sich ein Monopol erobert hat? Wir sind stark. Wer ist wir? Der dich aber auch entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält. Dann bist du nicht mehr der Betrieb. Der Betrieb, dessen Chefs riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die Kaufleute, die alles Wichtige diktieren. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist. Sie müssen immer wieder den Stallgeruch pflegen. An jedem Geburtstag, den irgendein Kollege hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und Gemeinsamkeiten zelebriert.....

Freitag, 24. Juli 2015

Willen (Songtext)

WILLEN

Du mach mal schnell das Fenster auf
es wird doch jetzt nicht klemmen
die Luft fängt an heftig zu brennen

es sind doch immer die gleichen
ständig am nörgeln und am motzen
was soll der Quatsch, das ist zum kotzen

die Welt is so schön da draußen
die Welt ist manchmal bitterkalt
du wirst nie da gewesen sein
alles war vielleicht nur eins

Fenster auf, ich krieg keine Luft
hier ist's so heiß, hier dorrt alles aus
wer hier reinkommt, den treibt's gleich wieder raus (hinaus)

Hände weg, was soll der Quatsch
Das bleibt jetzt zu, jetzt geb' eine Ruh
das ist halb so schlimm und nur übertrieben

die Welt is so schön da draußen
die Welt ist manchmal bitterkalt
du wirst nie da gewesen sein

alles war vielleicht nur eins  

Freitag, 27. Februar 2015

Büroloch

Er ging in das Büro, an seinen Platz und tat das, was er immer getan hatte. Fiel in die Mechanik des Tuns, verlor sich in einer Aufgabe, die andere ihm gestellt hatten. Gab sich dem Fremdsein hin, der Angst. Irgendetwas an seiner Existenz war falsch gepolt. Eigentlich war alles irgendwie schief gelaufen. Er hatte improvisiert, hatte sich von einem Ast zum nächsten gehangelt, war irgendwie durchgekommen und ahnte doch, dass ein großes Loch auf ihn warten würde, in das er hineinfallen musste.