Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 3. September 2023

Boomer

Ich stehe an der Seitenauslinie und beobachte von dort aus staunend, wie gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt werden und wie dies einwandert in viele Medienkanäle. „Crazy“. Da sind beispielsweise die viel gehassten Boomer, in der Einschätzung der „Woken“ alte Männer mit weißen Haaren, also ältere Menschen, von denen es nach Betrachtung durch die Demografie und den durch sie beeinflussten „gesunden Menschenverstand“ offensichtlich viel zu viele gibt (Das versuchte uns auch der Staat mit Hinblick auf scheinbar notwendige Einsparungen im Rentensystem (wie sieht das im Vergleich in Europa aus? Kann man das wirklich nicht miteinander vergleichen? (Man schaue sich nur die Renten und die Zahl der prekären Arbeitsverhältnisse an...) schon lange klar zu machen (Die diesbezüglichen „Entscheider“ haben mit dieser Realität nichts zu tun, denn sie sind durch den Steuerzahler fürstlich abgesichert durch heftige Alterszahlungen, Absicherungen und Pensionen). Die Lebenserwartung steige fortwährend, also sei man gezwungen, dass…..). Diese Boomer Leute tragen nichts zum „Wohlstand“ bei, sind Abfall und für die Wirtschaft, die ja vom „Wachstum“ und der daraus folgenden „Innovation“ lebt, unproduktiv. Sie sind ein Produkt steigender Geburtenraten im Nachkriegsdeutschland, ein Trend, der sich längst umgekehrt hat. Diese „Boomer“ sind nicht up to date, die kennen sich nicht aus, denen muss dauernd geholfen werden, so jene medialen Attacken, die sich womöglich bald noch verstärken könnten. Boomer müssen ständig betreut werden, wissen nichts von der modernen Welt, sind digitale Laien (was ist ein „Tracker“?) und können nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Denen soll und muss aber jetzt endlich der Führerschein abgenommen werden! Weg mit denen! Rente mit 70, oder 72 oder 74…..ab auf den Friedhof! x I stand on the sidelines and watch in amazement at how social groups are played off against each other and how this is migrating into many media channels. "Crazy". There are, for example, the much-hated boomers, in the Woken's estimation old men with white hair, i.e. older people, of whom there are obviously far too many after considering the demographics and the "common sense" influenced by them (Das tried the state with regard to apparently necessary savings in the pension system (how does that compare in Europe? Can't you really compare them? (just look at the pensions and the number of precarious jobs...) for a long time (The relevant "decision-makers" have nothing to do with this reality, because they are royally protected by the taxpayer through heavy old-age payments, security and pensions. Life expectancy is constantly increasing, so one is forced that...). These boomer people don't contribute anything to "prosperity", they are waste and unproductive for the economy, which lives from "growth" and the resulting "innovation". They are a product of rising birth rates in post-war Germany, a trend that has long since reversed. These "boomers" are not up to date, they don't know their way around, they need constant help, according to the media attacks, which could possibly intensify soon. Boomers need constant supervision, are ignorant of the modern world, are digital laypeople (what's a "tracker"?), and can't bike to work. But they should and must finally have their driving licenses taken away! Away with them! Retire at 70, or 72 or 74..... off to the cemetery!

Dienstag, 13. Juni 2023

Kaleidoskop

Ob die Vielen das Spiel mit den Inszenierungen noch durchschauen? Politiker bringen gestanzte Anliegen vor, stehen scheinbar für etwas ganz Bestimmtes (mit dem sie auf anderer Ebene nichts zu tun haben!), was durchaus auch mal von der gröberen und durchschlagsfähigen Sorte sein darf. Beispiele gibt es viele. Jetzt gibt es auch Entlassungen und Neubesetzungen nach allerlei politischen Kriterien. Kolumnisten und ständig wiederkehrende Imageträger machen wichtige Gesichter und Meinungen, sind aktuell oder ätzend albern und beschäftigen ganze Stäbe von Zuträgern. Prominente aller Art empfehlen sich auf ihren „offiziellen Homepages“ und lassen dort die Inhalte von Imagebroschüren einbringen. Geschickt lancieren sie Enthüllungsgeschichten, Autobiografien und neueste Berichte über ihr scheinbares „Privatleben“ in den Medien, erzeugen Interesse, das dann oft genug auf eigene Produktlinien gelenkt wird. Es gilt, ein Stück Privatheit zu ergattern, wenn schon nicht das eigene, dann das von „Promis“. Denen näher sein. Noch besser: ein Blick durchs Schlüsselloch eines Arschlochs, das möglichst prominent ist und in möglichst effektiver Selbstverherrlichung mit auf Shopping-Tour geht. Online-Tagebücher und Podcasts der medial inszenierten Belanglosigkeiten sind auch beliebt. Peinlich, das. Albern. Doof. Zumindest für den, der es einmal durchschaut hat und zumindest auf diese Weise nicht mehr so leicht zum Konsum rumzukriegen ist.

Dienstag, 17. Januar 2023

Schöne Neue Welt

Schöngesichter und Showerprobre Harlekine: Mir fällt immer wieder auf, dass immer mehr etablierte „Celebrities“, Weltstars und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in seriös daher kommenden Clips in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ gar nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und…. es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Ach! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, - und Fußballspieler sind in solchen Spielchen besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Es interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte „gemeine“ Öffentlichkeit. TV-Exklusivinterviews, Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich unter anderem ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.

Donnerstag, 17. November 2022

Im Dauerlächeln

Was mir beim Fernsehen aufgefallen ist, was mich langsam stört, weil es auf die Dauer derart verlogen ist: Dieses Dauerlächeln. In der Politik kommt es oft in Verbindung mit Handshakes geradezu zwanghaft. Die Entscheider befleißigen sich oft solchen Verhaltens. Im Showgeschäft scheint's zum Handwerk zu gehören. Kaum jemand zeigt da authentische Gefühle. Alles ist gespielt und aufgesetzt. Cheese als Maske. Eine sehr offensichtliche Lüge (die wohl den sozialen Umgang erleichtern soll, in Wirklichkeit erschwert sie ihn manchmal...). Alles gut? Wir regeln das. In unserem Sinne. Wir lächeln alles weg (und heben im Amerikanischen dazu den Daumen...). Strahlemann bringt Optimismus in düsterste Umgebung. Lächeln ist Verkaufen. Sich. Seine Sache. Einer Sache ein lächelndes Gesicht geben. Ein Lächeln kann nahe legen, dass man sich vertraut und bereit ist, etwas zu teilen. Aber selbstverständlich. Außerdem scheint die allgemeine Erwartung nahe zu liegen, man würde mit den eigenen Emotionen nicht hinter dem Berg halten. Vor allem nicht mit den positiven. Zu den unausgesprochenen Regeln gehört es dann auch, selbst Unbekannten ein Lächeln zu schenken. Es gilt unausgesprochen und unbewusst als ein Ausweis der Vertrauenswürdigkeit und der Menschlichkeit. Ob so etwas auch zum allzu offensichtlichen Gebrauch von "Fake News" und "alternative facts" beigetragen hat? Ob die Werbung da allzu gerne dabei ist?

Freitag, 24. Juli 2020

Gesundheitssystem

Wie wichtig Pflegekräfte in den Altersheimen und in den Krankenhäusern Deutschlands sind, haben nicht zuletzt die vergangenen Monate klar gezeigt. Dass das Ansehen dieses Berufs samt seiner Bezahlung trotzdem noch sehr wenig entwickelt gering ist, zeigten freilich die vergangenen Monate und Jahre auch. Ob es da genug ist, die Probleme einfach weg zu lächeln, sie zu ignorieren und sie schön zu reden, mag bezweifelt werden. Mindestlohn, Tarifbindung, veränderte Ausbildung usw…… verantwortliche Menschen in der Bundesregierung scheinen sich so etwas vorgenommen zu haben und die Bäume vor lauter Wald wegreden zu wollen. Positiv daher reden, schön reden und Beifall spenden: das alles ist nett und kostet kein Geld. Es wird argumentiert, es gehe um das Geld der Beitragszahler. Spricht man diese Beitragszahler darauf an, so wird oft über die Verschwendung gelacht, sie sich dieses System an dieser oder jener Stelle erlaubt. Es ist jedenfalls für die Masse der Menschen kein klarer Wille erkennbar, die finanziellen Mittel gezielt einzusetzen (so wurde z.b. eine große Summe Geldes für eine wichtige Daten enthaltende Gesundheitskarte über lange Jahre hinweg bisher in den Sand gesetzt, was von den Beitragszahlern durchaus registriert wird...). Der Unterschied zwischen allzu plakativ wichtig managenden Funktionären und den umsetzenden Kräften des Machens und Tuns scheint jedenfalls groß. Da nutzt es nichts, die Lage schön zu reden und, wie jetzt zu erfahren war, gewaltig in Werbung zu investieren. Schon gar nicht in einer Zeit, in der das Gesundheitssystem besonderen Belastungen ausgesetzt ist.

Montag, 6. Januar 2020

Sport als Fetisch


Rein emotional so empfunden und ein bisschen verifiziert: Sportübertragungen. Ging es früher offenbar darum, eine gewisse Distanz zu wahren, so scheint heute größtmögliche Nähe angesagt. Ging es früher darum, „geistreiche“ distanzierte Bemerkungen und Einlassungen zu machen, so scheint heute distanzlose Begeisterung angesagt. „Experten“, meist ehemals erfolgreiche Athleten mit „Insiderwissen“ stehen den Journalisten zur Seite. Sie mischen sich bei jeder Gelegenheit ein und bestätigen offenbar das, was Profis absondern. Es steht anscheinend die Show und das Vorführen von (nationalen) Gefühlen im Vordergrund. Der Athlet ist Showman (Showfrau), der das Offensichtliche beglaubigt. Es geht dabei auch um Marken, denen auf diese Weise (man sieht das überdeutlich alleine schon an der Kleidung der früheren "Athleten"...) Glaubwürdigkeit oder eine weiter gehende Bekanntheit verschafft werden soll. Fetisch ist dabei der „Erfolg“, der offensichtlich vom Athleten auf das Produkt übertragen werden soll. Dabei ist der Name des Athleten ein weiteres Produkt, das oft durch die folgenden Präsentationen und Spots beglaubigt wird. Diese Athleten sind meist Aushängeschilder der bedingungslosen Industrialisierung der Alpen mit den Planierungen von Pisten oder Schneekanonen und all den Erscheinungen, die wir kennen und die zur Bespassung eines gewissen Publikums beitragen sollen. Zudem hören wir ein bisschen zu oft, dass die aktiven Athleten doch bitteschön „Gas geben“ sollen, was ein gewisses Weltbild der schweren Verbrennungsmotoren und Überholvorgänge mehr als andeutet.

Dienstag, 17. Dezember 2019

Images

Es kommt einem so vor, als würden „Verantwortungsträger“ und Entscheider in dieser deutschen Gesellschaft das Problem „Klimawandel“ nicht ganz ernst nehmen. Jedenfalls scheinen das Problem viele von ihnen nicht auf sich selbst zu beziehen, was sich auch daran zeigt, dass sich laut einer Meldung sämtliche Spitzenpolitiker in Riesenkarossen durch die Landschaft fahren lassen, die nachgewiesenermaßen einen Spitzenausstoß an Schadstoffen haben (und die teilweise dessen rechtlich überführt sind...). Es fiel mir selbst schon früher auf, aber ich hoffte, dass hier besondere Maßnahmen eingeführt worden seien dergestalt, das stillschweigend nur gewisse, auf den neuesten technischen Stand gebrachte Karossen gebraucht würden. Pustekuchen. Wieder einmal muss man sich getäuscht sehen. Der Politikverdrossenheit und dem allgemeinen Misstrauen Politikern gegenüber ist sowas womöglich extrem förderlich. Das Miosstrauen wächst, ohne dass dies große Schlagzeilen erzeugen würde. Dass sich jetzt wohl eine Greta Thunberg im Zug durch deutsche Landen dabei ablichten lässt, wie sie neben Koffern am Boden kauert, mag zwar eine realistische Perspektive für jedermann abgeben. Dass sie offenbar aber eine Teilstrecke im 1. Klasse-Abteil saß und sich mit allerlei Annehmlichkeiten verwöhnen und umsorgen ließ, bleibt fotomäßig offensichtlich unbeachtet. Offenbar ist diese Person inzwischen von zahlreichen PR-Agenten umgeben, die ihr nicht immer die richtigen Ratschläge geben. Jedenfalls mag auch so etwas ein gewisses Misstrauen in allgemein kolportierte Images erwecken. Auch die demnächst eingeführte "Bonpflicht", also dass bei Kleinsttransaktionen oder Käufen ein Bon ausgedruckt werden muss, passt leider in dieses Raster. Dass bei solchen zweifelhaften Aktionen die Umwelt weit über Gebühr belastet wird, scheint den Entscheidungsträgern vom Finanzministerium egal. Klimawandel hin oder her. Hauptsache Geld. 

Donnerstag, 1. März 2018

Autohausgebaren


Erfahrungen im Autohaus: Autofahrer warten geduldig, wenn's sein muss, auch mehrere Stunden ohne genauere Zeitangabe, auf die Fertigstellung ihrer Karosse. Währenddessen schauen sie dann süffisant auf diejenigen, die sich über gewisse Abläufe (beispielsweise die aufgewandte Zeit...) beschweren. Dies muss mit dem Wert zusammenhängen, die die brav am Tresen erscheinenden Autobesitzer (komisch, im Autohaus sehe ich selten eine Frau, ob die kein Auto besitzen/halten, ob das etwas mit Alltagssexismus zu tun hat?) ihrem Gefährt zuschreiben. Die gesellschaftliche Diskussion scheinen diese Leute gleich in mehrfacher Hinsicht (z.b. Sexismus, Diesel, Mobilität) gar nicht mitbekommen zu haben. Denn spätestens nach den jüngsten Ereignissen und Enthüllungen wäre ich da vorsichtig als einer, der Autos verkaufen will. Diesel mögen inzwischen ohnehin nahezu unverkäuflich sein, die Autokonzerne investieren heftig in Car Sharing - letztenendes wird ohnehin Mobilität verkauft. Doch wer motzt und sich keinen Ton „von oben herunter“ gefallen lässt, wird schief angeschaut. Die Burschen (!, am Empfang sitzen nahezu ausschließlich junge Damen, die deutlich höher stehenden "Serviceberater" sind Männer) von der „Serviceberatung“ machen sich lustig, wenn du ein älteres Modell fährst und nehmen dich deshalb demonstrativ nicht ernst. Sie betrachten sich selbst so, als würden sie selbst auf dem hohen Ross sitzen und du würdest einen Bittgang unternehmen. Du bist ja „nur“ Kunde. Termine werden einem diktiert, auch wenn's einem total unpassend ist oder per Zwangsmaßnahme (Drohung: „andernfalls müssen wir das Fahrzeug abmelden“) ein Airbag gewechselt werden muss. Wenn man sich beschwert, ist niemand zuständig. Alle grinsen einen entwaffnend an.

Dienstag, 4. April 2017

Jugendwahn

Ob der Jugendwahn immer noch regiert? Oder mehr denn je? Fersehmoderatorengesichter mögen hier Auskunft zeigen. Alte werden ausgemustert, weg geschickt, meist von Leuten, sie selbst schon betagt zerknittert sind. Sie entscheiden das, von dem sie glauben, dass es besonders „jung“ sei. Es ist ihr Bild von der Jugend, nach dem entschieden wird. Alte Säcke (Frauen sind noch immer zu wenige darunter) definieren Bilder, formen Images, haben sich an entscheidender Stelle „durchgesetzt“. Ob so etwas noch unsere Gesellschaft abbildet? Im Zeitalter einer Internettransparenz? Die wohlbetuchten Damen gehen währenddessen shoppen und tragen ihr neu unterspritztes Botox-Gesicht zur Schau. Wie peinlich. Abbild? Inwiefern? Ob gar eine soziale Polarisierung damit eingeleitet werden soll? Die „Durchsetzungsfähigen“ formen die Maßstäbe, Macht macht Stimmung. Die Reichen können sich „Verjüngungen“ samt Gesundheit (es scheint der „Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes an dieser Stelle Hinweise zu geben, indem er vorrechnet, dass „Arme“ im Durchschnitt 10 Jahre vor den „Reichen" sterben. jeder Art leisten). Sie lassen ihre künstlich aufgeblasene Sphäre meist von privaten Sicherheitsdiensten schützen und werfen neidische Blicke auf das Jungfleisch. Vagane Opas tanzen im Techno-look (womöglich auch schon etwas vorbei!!) mit von wohlbestallten Trainern geformten Körpern im Flughafen und machen verzückte Gesichter. Kein Zweifel, sie sind schon seit längerem auf dem Pfad der Erleuchtung und lassen sich das etwas kosten. Die Villa samt ihrer Komfort- und Wellnesszone indessen wartet auf Ihresgleichen. Das „Personal“ gibt sich alle Mühe. Cheuffeure, Köche, Gärtner und anderes "Personal" harrt ihrer Anweisungen. 

Dienstag, 13. September 2016

Image und Marke und Werbung

Machen, was man will, ach, wie ist das schön! Abseits der alten philosophischen Frage, ob der Mensch frei sei. Sich für links oder rechts entscheiden, gerade so, wie wir das wollen. Aufsätze darüber geschrieben, auch im Abitur. Was meint Schiller dazu, was Sigmund Freud? Wir sinnieren darüber, unser Oberstübchen und unseren Entschluss, solange wir sind und waren. Unser Gehirn manipuliert uns dabei, möglicherweise. Unser Bewusstsein entscheidet und wir haben allenfalls beschränkten Zugriff. Wer sind wir überhaupt? Doch gemach: Man kann das Bewusstsein, bzw. das Unterbewusstsein tatsächlich von außen beeinflussen, und zwar mit einfachen Tricks. „Priming“ nennt das die Psychologie. Wer nutzt das aus? Stimmt! Wie zu erwarten war: die Werbung. Im Grunde ist es das alte Reiz-Reaktion-Ding. Ein bestimmter Reiz hat eine bestimmte Reaktion zur Folge. Ein clever vorbereiteter Reiz löst beim Konsumenten erst einen Wunsch und dann ein bestimmtes Kaufverhalten aus. Neuronale Muster und Gedächtnisinhalte werden gezielt angesprochen. Links oder rechts, Käse oder Wurst, wer in uns entscheidet? Die kleinen alltäglichen Entscheidungen nimmt uns unser Bewusstsein ab, sonst wären wir ja im Dauerstress. Vieles läuft automatisch. Weil das so ist, hat unser Gehirn Ressourcen frei, sich über andere Dinge Gedanken zu machen. Was soll ich einkaufen? Welche Marke hat mich zuletzt beeindruckt und was war ihr Vorteil für mich? Banale Sachen scheinen auf. Ob das wirklich unsere Gedanken sind? Unser Bewusstsein ist nur wie ein Beifahrer. Unser Bewusstsein hat schon im Voraus bestimmt, was wir tun und für was wir uns entscheiden. Das Gehirn will Zusammenhänge herstellen, was zum Beispiel der Film ausnutzt. Muster legen sich über unsere Wahrnehmung, lösen in uns etwas aus. System und Phantasie fordern sich gegenseitig heraus. Verkürzungen kriechen aus sich selbst heraus, entfalten sich. Anspielungen, Assoziationen werden für uns wahr. Wir nehmen eine Szene in Bruchteilen von Sekunden wahr, erleben sie als Chiffre für - sagen wir einmal – Glück.

Sonntag, 13. März 2016

Wahl

Wählen. Haben wir überhaupt die Wahl? Oder ist alles inzwischen eine Inszenierung? Kein Respekt vor der großen historischen Leistung? Doch, doch -. aber sehr oft enttäuscht gewesen. Vor den Wahlen strengen sich Politiker an und verbreiten ihre Slogans, nach denen sie anschließend nicht handeln. Werbeplakate wie Waschmittel. Nun ja, ist ja auch kein Wunder. Sind dieselben Agenturen. Wollen wir verarscht werden? Manches spricht dafür. Ob man daran teilnehmen will? Grelle Bildchen. Sprüche. Slogans. Parolen. Hohl. Austauschbar. Was das mit Politik zu tun hat? Mit dem Reagieren auf Umfrageergebnisse? Dem Einschätzen von Werten? An dieser Stelle wird die Basis ernst genommen. An anderer Stelle weniger. War schon immer so. Bloß, wir wollen ja voran gehen. Wollen vorne sein. Wollen das Individuum befreien, seine Kräfte wecken und sie nutzbar machen. Gegenwärtig gibt es keine Flüchtlinge. Nur, das ist dem Kurs von anderen zu „verdanken“. Schon das erscheint zu abstrakt, tönen sie allüberall. Dumpfe Fremdenfeindlichkeit abgreifen. Protestpotential. Was bleibt? 

Freitag, 20. November 2015

Empfehlungen der Celebrities und anderer Promis

Mir fällt auf, dass immer mehr „Celebrities“ und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, sind darin besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte Öffentlichkeit. Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.  

Mittwoch, 11. November 2015

Spiel der Inszenierung

Ob die Vielen das Spiel mit den Inszenierungen noch durchschauen? Politiker bringen gestanzte Anliegen vor, stehen scheinbar für etwas ganz Bestimmtes (mit dem sie auf anderer Ebene nichts zu tun haben!), was durchaus auch mal von der gröberen und durchschlagsfähigen Sorte sein darf. Beispiele gibt es viele. Kolumnisten und ständig wiederkehrende Imageträger machen wichtige Gesichter und Meinungen, sind ätzend albern und beschäftigen ganze Stäbe von Zuträgern. Prominente aller Art empfehlen sich auf ihren „offiziellen Homepages“ und lassen Imagebroschüren einbringen. Geschickt lancieren sie Enthüllungsgeschichten und neueste Berichte über ihr scheinbares „Privatleben“ in den Medien, erzeugen Interesse, das dann oft genug auf eigene Produktlinien gelenkt wird. Es gilt, ein Stück Privatheit zu ergattern, wenn schon nicht das eigene, dann das von „Promis“. Noch besser: ein Blick durchs Schlüsselloch eines Arschlochs, das möglichst prominent ist und in möglichst effektiver Selbstverherrlichung mit auf Shopping-Tour geht. Online-Tagebücher der medial inszenierten Belanglosigkeiten sind auch beliebt. Peinlich, das. Albern. Doof. Zumindest für den, der es einmal durchschaut hat und zumindest auf diese Weise nicht mehr so leicht zum Konsum rumzukriegen ist.  

Dienstag, 3. November 2015

Image, Werbung und Globalisierung

Wer redet denn noch so tumb traditionell von „Werbung“? Im Zeitalter der sogenannten Globalisierung ist das oft „Branding“, also das Aufladen eines Produkts oder eines Begriffs mit emotionalen Inhalten und Botschaften. Kulturelle Stereotypen scheinen sich dazu besonders gut zu eignen: alle Amerikaner sind oberflächlich, alle Franzosen träumen von der Liebe, die die Italiener recht feurig machen, alle Schwedinnen sind blond... usw. Für was wohl inzwischen „Made in Germay“ steht? Für Ehrlichkeit, tüftlerischen Fortschritt und Pünktlichkeit? Nun ja, von den in Deutschland gebauten Automobilen wird ja oft behauptet, sie seien die besten überhaupt. Ob sie das wirklich sind? Der Kunde kann sich nicht irren. Exporterfolge und Kohle sprechen für sich. Was das für ein Denken ist? Wohin es führen kann, wenn Firmen mehr auf Image und Ruf setzen, auf Werte und Emotionen, als auf Qualität, das wurde nicht erst jüngst an vielen Beispielen ersichtlich.
Doch die Personen, Firmen, Staaten und Produkte gehen flott weiter voran, wenn es um daraum geht, sich von anderen zu unterscheiden, einen Lifestyle zu prodduzieren und die damit verknüpften Insignien. Bloß immer auf der Höhe des Zeitgeists sein! Prestige, Lebensgefühl und „Konkurrenzfähigkeit“ (was ein anderes Wort dafür ist, andere Mitbewerber fertig zu machen, was nicht heißt, sie unbedingt in der Qualität zu überholen... alle Tricks und Betrugsmechanissmen scheinen da ja erlaubt...) Gebote der Globalisierung. Ein einprägsames Logo und eine zeitgemäße Farbgebung scheinen auch dazuzugehören, was dahinter im Alltag des Produzierens passiert, ist dabei egal. Nur das Erscheinungsbild am Markt scheint da zu zählen. Es zählt, was am billigsten ist. Umsatz. Strategie. Penetration. Was eigentlich wäre angesichts dessen der Begriff „günstig“. Wieso muss es immer „billig“ sein? Vom Image her gedacht, wäre nicht nur das lächerlich. Teure Phrasen und dämliche Wortspiele, alles passt und wird gut.  

Montag, 2. November 2015

Images (1)

Was denken wir denn über Marken und Images? Wir wissen, dass von der Industrie sehr viel Geld dafür ausgegeben wird, dass es ein allgemein anerkanntes Gebiet der Wissenschaft zu sein scheint und wir müssen zudem als einigermaßen denkender Mensch geradezu lachen über diesen Begriff, der ja nicht erst in jüngster Zeit von der Industrie selbst total zugrunde gerichtet wurde. Dieselkisten und Motoren: Made in Germany. Naja. Eine Computermarke, die mal das Image des Piekfeinen und Außergewöhnlichen hatte, ist zum nach Börsenwert teuersten Konzern der Welt aufgerückt, um, wie jeder weiß, die Hersteller in Asien und die Böden in Afrika auf der Suche nach seltenen Erden auf der Jagd nach besserem Profit auszunehmen! Kein Wunder, dass man da Geld auszugeben gewillt ist, um das Image ein bisschen positiver aufzuladen und so etwas wie Exklusivität weiterhin zu produzieren. Ein paar Chemie-Düngemittelkonzerne und etliche „global“ agierende Lebensmittelkonzerne scheinen uns unter anderem aus Gründen der möglichst profitablen Logistik schleichend zu vergiften, was natürlich keiner merken soll. Auch die Pharamnkonzerne scheinen da gerne mitzumischen, wobei deren "Kerngebiet" wohl die Krankenkassen sind. Doch die Nachrichtenlage muss da möglichst ein wenig „gelenkt“ und geschönt werden. 
Und so geht es weiter. Filme über dieses und jenes, „Imagefilme“, sollen da eine Marke mit Bedeutung aufladen, die natürlich nichts mit der Realität zu tun haben muss. Ein Witz! Und die „Konsumenten“ fallen reihenweise darauf herein, kaufen sich im Ausland gefälschte Markenprodukte, nur um sich im Licht einer Marke sonnen zu können. Vielleicht aber auch, weil's meist spottbillig ist. Manche Hersteller mit teuren Marken lassen ihre Klamotten in Bangladesh genau dort herstellen, wo auch die ganz billigen Labels in der Produktion unterwegs sind. Auch solche Dinge haben sich längst herumgesprochen und medial verbreitet. Und diese Marken sollen mit Begehren aufgeladen werden? Zum Lachen... auch wenn solche unmessbaren Dinge sogar ernsthaft gelehrt werden...Zeitgenössische Weisheiten.....