Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 16. März 2025

Geruch zurück

Sonntagmorgen. Ich erinnere mich an eine andere Zeit. Sonnendurchflutete Zeit, die durch mich und den Bauernhof gegenüber floss: Die Sonne, der Geruch, eine Mischung aus Mist, frischer Luft und Gras, darin mein Erfahren, einerseits der Wiederkehr des Augenblicks, andererseits der Sensation, die darin lag. Da war meine Sehnsucht hinaus an den Horizont, ins Draußen der Möglichkeiten, die Beständigkeit und Veränderung, die darin ihre Selbstverständlichkeiten gewann und dem festen Kreislauf dessen entsprach, was man gemeinhin Natur nennt und was damals meine Selbstverständlichkeit war. Man war beschützt und behütet vor jenen Krisen und Katastrophen, die uns jetzt immer selbstverständlicher scheinen. Meine Familie nahm teil an Kreisläufen des Austauschs dessen, was man zu geben und zu nehmen hatte. Aus heutiger Sicht geschah das in großer Natürlichkeit. Das Land, der Boden, die Erde. Alles war da. Man trat hinaus und es überkam einen ein Hauch all dessen. Er umgab einen, ohne dass man darüber nachdachte. Das Muhen der Kühe, ab und zu, garstige Notwendigkeiten und überlieferte Formen: das war die Form, in die sich auch Plätze, Häuser, Ansammlungen von Menschen aller Art gossen. Sogar die Paarungen aller Art. Man war klein, am Anfang, alles war Versprechen und Möglichkeit. In einer noch unscharfen Form wurde man sich seiner selbst bewusst.

Mittwoch, 23. März 2022

Was riecht denn da?

Ob uns Düfte andere Welten erschließen können? Ob sie uns näher zu uns selbst bringen können, ob sie zur Konzentration oder Entspannung beitragen können und eine „ganzheitliche“ sinnliche Erfahrung bedeuten? Ob sie Kreativität fördern? Früher hat man, so kam mir jüngst zu Ohren, an Personen gerochen und daraus erschlossen, ob die betreffende Person etwa eine Infektion ausbrüte….oder eine andere Krankheit…... Das heute herrschende Weltbild scheint solche Wirklichkeitsdeutungen zu verbieten. Doch wer weiß, vielleicht ist man diesbezüglich in 100 Jahren weiter und hat gelernt, Düfte gezielt einzusetzen. Allenfalls wird heute, auch nach der Pandemie, in der viele Menschen ihren Geruchssinn verloren haben, wenn man seine Empfänglichkeit für Düfte zum Beruf macht. Doch eine Ausbildung zum Parfumeur kann bis zu 10 Jahren dauern. Man sollte dabei unter anderem viele viele unterschiedliche Düfte zu identifizieren lernen. Man sollte über den „Aufbau“ eines Parfums Bescheid wissen. Und und und...

Freitag, 26. Januar 2018

Im Klo

Im Klo
In der Nebenkabine drückt und furzt es sehr verbissen, bis etwas auf Wasser klopft, hektisch Reinigung, Papier  dann berieben, das Geräusch tut weh, raues Papier klingt roh, man mag sich's nicht vorstellen und tut es doch unwillkürlich....

Geruch und Geräusch vermischen sich auf alltägliche ordinäre Weise, im Geiste kotzt man kurz ab, dann drückt ein Furz, eiserne Disziplin ist angesagt, wer könnte das sein? Wurde man selbst beobachtet, wie man in der Kabine verschwand? Wer so furzt und leicht gebremst stöhnt, der hört sich nicht gut an, das erschüttert und weckt unser Mitgefühl. Ob wir dem Kollegen Trost zuzusprechen versuchen? Es muss ein Kollege sein, das steht schon mal fest, die Bewegungen könnten typisch sein, haben wir ihn reingehen sehen, er war nicht da, als wir uns aufmachten, man macht sich Sorgen, Verdauung kann vieles zeigen, womöglich nicht genügend Abstand zu seiner Existenz, die sich in diesen hektisch herausgedrückten Winden offenbart, Leittiere furzen nicht so gedrückt, das klänge offensiver, selbstbewusster, das klingt nach Ärger hinunter gedrückt, mühsam weggedrückt. 

Mittwoch, 17. Januar 2018

Duft als Werbestrategie

Ob Menschen nur mit der Nase riechen? Rezeptoren gibt es auch an Hoden, - Wow! - Spermien können riechen. Eizellen gehen Geruchsstoffen nach. Inzwischen hat sich ja durchaus die Erkenntnis verbreitet, dass tief verborgene Erinnerungen und Gefühle am mentalen Zentrum vorbei direkt ins Unbewusste gehen. Im limbischen System entstehen auf diese Weise Gefühle wie beispielsweise Erinnerungen, d.h. sie dringen in uns. Aber nur ein geringer Teil davon schafft es ins Bewusstsein. Diese Mechanismen will sich natürlich auch die Werbung zunutze machen. So schaffen Gerüche bestimmte Kaufbereitschaften. Oder allgemeiner: Bestimmte Geruchsstoffe können eine ganz bestimmte Wirkung haben. Dabei können etwa Pheromone eine sehr anziehende Wirkung haben. Pheromone sind Botenstoffe, die nicht nur Menschen aussenden, wenn sie Zuneigung verspüren. Dadurch wiederum soll sich die Empathie und Großzügigkeit erhöhen. Dadurch ergeben sich viele Anwendungen, die in der Geschäftswelt Sinn machen. Viele Branchen versuchen sich dies zunutze zu machen und machen dies zum Bestandteil globaler Vermarktungsstrategien. Dort wo sich Konsumenten konzentrieren, wird mit Düften experimentiert. Viele Unternehmen wollen etwas ansprechen und für sich nutzen, was tief im Menschen steckt. „Positiv beeinflussen“ könnte die Devise dabei lauten, es gilt, das Empfinden für ein bestimmtes Preis/Leistungsverhältnis auf diesem Wege zu verbessern, Krisensituationen lockerer zu bewältigen. Es geht darum, dass sich Menschen in bestimmten Unternehmen wohl fühlen sollen, was die Sympathiewerte erhöht. Dass diese Unternehmen meist große Unternehmen sind, mag nicht sehr überraschen.