Im Klo
In der Nebenkabine drückt
und furzt es sehr verbissen, bis etwas auf Wasser klopft, hektisch
Reinigung, Papier dann berieben, das Geräusch tut weh, raues
Papier klingt roh, man mag sich's nicht vorstellen und tut es doch
unwillkürlich....
Geruch und Geräusch
vermischen sich auf alltägliche ordinäre Weise, im Geiste kotzt man
kurz ab, dann drückt ein Furz, eiserne Disziplin ist angesagt, wer
könnte das sein? Wurde man selbst beobachtet, wie man in der Kabine
verschwand? Wer so furzt und leicht gebremst stöhnt, der hört sich
nicht gut an, das erschüttert und weckt unser Mitgefühl. Ob wir dem
Kollegen Trost zuzusprechen versuchen? Es muss ein Kollege sein, das
steht schon mal fest, die Bewegungen könnten typisch sein, haben wir
ihn reingehen sehen, er war nicht da, als wir uns aufmachten, man
macht sich Sorgen, Verdauung kann vieles zeigen, womöglich nicht
genügend Abstand zu seiner Existenz, die sich in diesen hektisch
herausgedrückten Winden offenbart, Leittiere furzen nicht so
gedrückt, das klänge offensiver, selbstbewusster, das klingt nach
Ärger hinunter gedrückt, mühsam weggedrückt.
Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Posts mit dem Label Compassion werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Compassion werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 26. Januar 2018
Freitag, 5. Januar 2018
Vorsätze
Die guten Vorsätze zu Neujahr werden doch nicht
heute schon überflüssig geworden sein? Nichtdoch! Stress vermeiden,
besserer Umgang mit den Ressourcen, mit der Umwelt, mehr Zeit für
sich selbst, mehr Zeit für Familie und Freunde, weniger fressen,
mehr Bio, mehr Bewegung und Sport, sich mehr um andere Menschen
kümmern....? Ach ja, dann aber mal ran! Oder jetzt schon erlahmt?
Müde geworden?
Oder bringt es auch Genuss und Spass, das Richtige zu tun? Ob es mehr gilt, den eigenen Weg zu finden? Den Mittelweg zwischen den Extremen? Das Maß? Muss dazu Verzicht geleistet werden? Es kommt wohl darauf an, von welchem Niveau aus und mit welcher Einstellung. Dürfen wir uns unsere Fehler eingestehen? Ist alles nur eine Sache des Willens? „Nur“? Oder der „Haltung“? Ist das alles politisch überhaupt umsetzbar und zu verallgemeinern, oder gilt nur das, was jeder in seiner kleinen Umwelt kann? Ob man mit seiner Einstellung unbedingt andere Leute missionieren sollte, oder man ihnen damit mehr auf die Nerven geht? Fragen über Fragen, die wir uns zuerst zu beantworten versuchen sollten, ehe wir Vorsätze fassen.
Oder bringt es auch Genuss und Spass, das Richtige zu tun? Ob es mehr gilt, den eigenen Weg zu finden? Den Mittelweg zwischen den Extremen? Das Maß? Muss dazu Verzicht geleistet werden? Es kommt wohl darauf an, von welchem Niveau aus und mit welcher Einstellung. Dürfen wir uns unsere Fehler eingestehen? Ist alles nur eine Sache des Willens? „Nur“? Oder der „Haltung“? Ist das alles politisch überhaupt umsetzbar und zu verallgemeinern, oder gilt nur das, was jeder in seiner kleinen Umwelt kann? Ob man mit seiner Einstellung unbedingt andere Leute missionieren sollte, oder man ihnen damit mehr auf die Nerven geht? Fragen über Fragen, die wir uns zuerst zu beantworten versuchen sollten, ehe wir Vorsätze fassen.
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Empathie on the Rocks
Ich schäme mich für meine Regierung. Leute, die
eben mal mit einem Federstrich ein paar Milliarden vergeben, lassen
für jedes Todesopfer auf dem Berliner Breitscheidplatz 10 000 Euro
auszahlen. Und das, nachdem klar geworden ist, dass der Staat und
seine Institutionen eklatant versagt haben in dieser Sache. Eklatant!, - was keinerlei personelle Konsequenzen nach sich gezogen hat. Die
Regierungschefin kondoliert über ein ganzes Jahr hin nicht mal,
machte aber unmittelbar danach ein betroffenes Gesicht (und jetzt
auch wieder...), wie sie es immer bei solchen Gelegenheiten macht.
Sehr routiniert und professionell, das! Und die Berliner Behörden
fordern passend dazu jetzt die Angehörigen der Todesopfer auf, nur
ja die billigsten Verkehrsmittel zur Fahrt zur Trauerfeier zu
benutzen, Taxis beispielsweise würden nicht bezahlt. Man will im
Boden versinken angesichts solcher „Bescheide“. Empathie ist ein
Basisthema hier in diesem Blog. Dies ist ein Beispiel für radikales
Versagen. Die Aufmerksamkeit aller scheint sich immer mehr auf
wirtschaftlichen Erfolg zu zentrieren, unabhängig davon, ob sich
andere Menschen dafür aufopfern müssen. Wenigstens wirtschaftlichen
Erfolg, so höre ich schon diejenigen seufzen, die davon profitieren.
Aber es ist ja alles so gut hier, wir lassen uns nichts schlecht
reden. Auch nicht eine gesichts- und empathielose Gesellschaft, in
der die Häuptlinge etwas nicht mal gut vorzuspielen vermögen.
Samstag, 9. Dezember 2017
Obdachlose im Winter
Ich erinnere mich an die vielen Obdachlosen, denen
ich begegnet bin. Auf der Straße schlafen, seinen Horizont im
Alkohol ersäufen, sich langsam damit umbringen, das als letzte Fluchtmöglichkeit begreifen, sich
als Abfall wahrnehmen und von anderen dauernd so "bewertet" zu werden,
wo doch in dieser Gesellschaft alles einen Wert haben muss. Jetzt ist
es Winter. Da tauschen Leute Geschenkideen für Weihnachten aus. Bloß
nicht zu viel fressen!, dort, wo andere so gut wie gar nichts zu essen
haben......
Tagsüber bin ich wie im Tran durch die Stadt gelaufen. Mal in eine
Tagesaufenthaltsstätte. Dann in ein Geschäft. Ohne richtige Wärme
und Halt. Abfallkübel durchstöbert (jawohl, auch mal im Klischee
sein!). Ich sehe durch ihre Augen und habe etwas gegen die
Erbarmungslosigkeit dieser Gesellschaft. Natürlich, Alkohol ist
nicht gut. Sagt sich leicht aus der Wärme heraus. Dass es als Fluchtmöglichkeit funktioniert, das machen
wohlbestallte Leute auch aus den oberen Gesellschaftsschichten vor
und schieben noch etwas teures Pulver nach. Moralisch darf man das
nicht sehen, so wird einem beschieden. Aber bei den Obdachlosen, da
soll man es sehr wohl moralisch sehen......! Nun ja. Geschichten
gehört. Nach den materiell Abgesicherten stimmen sie ja alle nicht.
Sie, die den „Fake News“ aus ihrer jeweiligen Filterblase so
inbrünstig nachhängen. Sie sind schnell fertig, gehen vorbei,
vorüber, lassen hinter sich, ignorieren, wollen nichts wissen
davon..... Dabei könnten sie auch in eine solche Lage kommen. Scheise. Diejenigen, die Angst vor sozialem Absturz haben, werden ja immer
mehr. Sie haben ja auch Anlass genug dafür. Wie weit kann ein solcher
Absturz führen. Auch schon mal unters Hartz4-Niveau? Es gäbe kein Elend in dieser Gesellschaft, behaupten ehrgeizige Politikernasen fortwährend. Ein Blick hinaus in die Wirklichkeit sagt anderes......
Freitag, 17. November 2017
Wer und Wo?
Ich frage mich, was für ein soziales Klima das
schafft, wenn nicht erst nach den „Paradise Papers“
offensichtlich ist, dass sich allüberall Reiche mit tausend Tricks und Anwälten
dumm und dämlich verdienen, indem sie ihren Steuersatz in Richtung 0
% drücken, während der Normalbürger brav seine Steuern zu zahlen
hat. Wie redet man sich das etwa in den USA schön? Und hier? Wenn die unteren Lohngruppen vom sogenannten konjunkturellen
Aufschwung praktisch gar nicht profitieren, während die oberen
überdurchschnittlich abkassieren. Wenn Manager Jahresgehälter im
Millionenbereich beziehen, selbst wenn sie offensichtlichen
Misserfolg bis hin zur Insolvenz haben, während ihre Facharbeiter
mit einem Bruchteil eines solchen Lohns über die Runden kommen
sollen. Noch
nie war der Billiglohnsektor so groß wie heute, noch nie waren so
viele Menschen am Existenzminimum, noch nie drohte derart intensiv
die Altersarmut großer Schichten. Was für ein Klima schafft dies?
Mir scheint, dass da etliche Dinge schief laufen, ob sich nun eine „Jamaika“-Koalition einigt oder nicht. Es scheint mir auch eine Spielart der „Fake News“ zu sein, wenn wir hinaus schauen und überall nur großartige und erfolgreiche Verhältnisse sehen sollen. Ja, gewiss, das Wachstum, die Jobs, die marktkonforme Demokratie, die Industrie, die großen Limousinen und all die wirtschaftlichen Erfolge: Die Schattenseiten freilich werden allzu offensichtlich abgeblendet. Ich verstehe noch nicht die Logik, nach der es die gesellschaftliche Polarisierung auf allen Gebieten geben muss. Ist das eine Art Selbstentfaltung? Soll hier die Gier als eine Art Urtrieb des Menschen und seiner Gesellschaft gedeutet werden? Ist das im Sinne eines Neoliberalismus, wie ihn etwa Hayek und Friedman gepredigt haben? Soll es dadurch in Richtung eines Fortschritts gehen? Fortschritt für wen? Wollen wir uns es leisten, dass nur bestimmte Menschen etwas von diesem Fortschritt haben sollen? Wollen wir es uns leisten, das bestimmte Menschen weitgehend ausgegrenzt sein sollen von Chancen und Teilhabe? Dass eine übergroße Spreizung der Besitzverhältnisse fatale Folgen haben kann, wurde ja inzwischen "wissenschaftlich" untersucht. Soll von dem allem ein Anreiz ausgehen? Welche Auswirkungen könnte so etwas auf das Ganze einer Demokratie haben? Wollen wir solche Probleme auch verschleppen und schönreden, wie etwa das einer Steuergerechtigkeit in breiten Kreisen, - auch der EU? Wo stehen wir? Wer sind wir? Wollen wir zusammen etwas unternehmen? Soll das eine Gesellschaft sein oder werden oder gewesen sein?
Mir scheint, dass da etliche Dinge schief laufen, ob sich nun eine „Jamaika“-Koalition einigt oder nicht. Es scheint mir auch eine Spielart der „Fake News“ zu sein, wenn wir hinaus schauen und überall nur großartige und erfolgreiche Verhältnisse sehen sollen. Ja, gewiss, das Wachstum, die Jobs, die marktkonforme Demokratie, die Industrie, die großen Limousinen und all die wirtschaftlichen Erfolge: Die Schattenseiten freilich werden allzu offensichtlich abgeblendet. Ich verstehe noch nicht die Logik, nach der es die gesellschaftliche Polarisierung auf allen Gebieten geben muss. Ist das eine Art Selbstentfaltung? Soll hier die Gier als eine Art Urtrieb des Menschen und seiner Gesellschaft gedeutet werden? Ist das im Sinne eines Neoliberalismus, wie ihn etwa Hayek und Friedman gepredigt haben? Soll es dadurch in Richtung eines Fortschritts gehen? Fortschritt für wen? Wollen wir uns es leisten, dass nur bestimmte Menschen etwas von diesem Fortschritt haben sollen? Wollen wir es uns leisten, das bestimmte Menschen weitgehend ausgegrenzt sein sollen von Chancen und Teilhabe? Dass eine übergroße Spreizung der Besitzverhältnisse fatale Folgen haben kann, wurde ja inzwischen "wissenschaftlich" untersucht. Soll von dem allem ein Anreiz ausgehen? Welche Auswirkungen könnte so etwas auf das Ganze einer Demokratie haben? Wollen wir solche Probleme auch verschleppen und schönreden, wie etwa das einer Steuergerechtigkeit in breiten Kreisen, - auch der EU? Wo stehen wir? Wer sind wir? Wollen wir zusammen etwas unternehmen? Soll das eine Gesellschaft sein oder werden oder gewesen sein?
Mittwoch, 11. Oktober 2017
Mensch und Tier (5)
Ich hatte einst mein ganzes Zimmer zu einer Art
Mäusehöhle umgebaut, um meiner Rennmaus (die ich geschenkt bekommen
hatte...) Platz zu verschaffen. Überall gelbe Drainagerohre und eine
ganze Anzahl von verschiedenen Bauten/Aquarien, in denen die Maus
übernachten konnte. Ich nannte die Maus, mit der ich auch oft zum
Tierarzt musste, „Hector“ - und notierte damals in meinem
Tagebuch:
„Hector verzaubert mich. Seine Äuglein, was sagen sie? Sie schauen aufgeweckt und mäuseklug. Unheimliche Mäusewelt, von mir zu betreten, wie bist du?, welche Farben, welche Gefühle kennst du?
Ungeheures Mitleid mit Hector in seinem kleinen Loch, ganz allein, ein paar Quadratzentimeter Auslauf und ich als der Vergewaltiger, der Quäler. - Ich will es ihm so annehmlich wie möglich machen, dem kleinen Hector. Ein Leben, ein kleines Mäuseleben; es liegt mir am Herzen, im eigentlichen Sinn. Ich werde laufen und rennen für ihn. Ich sehe ihm zu und er verzaubert mich, Faszination Natur und Existenz. Was ist ein solches Säugetier? Verwandt der Natur des Menschen. Dazwischen. Was sagen mir seine Augen? Nichts Logisches, Begriffliches, aber ein Gefühl der Verbundenheit, der Bedeutung. Unbegreiflich, nicht zu greifen, mir entzogen, doch gleichzeitig mich anziehend. Ein Schicksal. Ein Spiel der Natur und der Evolution, - wie ich selbst. Mein Ebenbild. Natürliche Identität.“
„Hector verzaubert mich. Seine Äuglein, was sagen sie? Sie schauen aufgeweckt und mäuseklug. Unheimliche Mäusewelt, von mir zu betreten, wie bist du?, welche Farben, welche Gefühle kennst du?
Ungeheures Mitleid mit Hector in seinem kleinen Loch, ganz allein, ein paar Quadratzentimeter Auslauf und ich als der Vergewaltiger, der Quäler. - Ich will es ihm so annehmlich wie möglich machen, dem kleinen Hector. Ein Leben, ein kleines Mäuseleben; es liegt mir am Herzen, im eigentlichen Sinn. Ich werde laufen und rennen für ihn. Ich sehe ihm zu und er verzaubert mich, Faszination Natur und Existenz. Was ist ein solches Säugetier? Verwandt der Natur des Menschen. Dazwischen. Was sagen mir seine Augen? Nichts Logisches, Begriffliches, aber ein Gefühl der Verbundenheit, der Bedeutung. Unbegreiflich, nicht zu greifen, mir entzogen, doch gleichzeitig mich anziehend. Ein Schicksal. Ein Spiel der Natur und der Evolution, - wie ich selbst. Mein Ebenbild. Natürliche Identität.“
Montag, 17. Juli 2017
Die Wirklichkeit des Grafen Stössel zu Stösselsfelde
Ich gehe davon aus, dass es auf dieser Welt sehr
verschiedene Lebenswelten gibt. Teilweise in sie zu blicken, sie zu
bereisen, sie ein Stück weit sogar sich anzueignen und wieder
loslassen zu können, mag dabei für jeden sehr aufschlussreich sein.
Wir können uns dabei gewahr werden, wie sehr wir geprägt sind, wie
sehr wir und unsere Erkenntnis in verschiedenartig geprägte Rollen hinein usw. beeinflusst ist. Ich will hierzu erst mal einen Charakter aus der
deutschen „Wirklichkeit“ heraus greifen, wie ich ihn vielfach
erlebt und beobachtet habe, obwohl gerade diese hier geschilderten
Leute sehr viel Wert auf ihre Einmaligkeit legen. Es handelt sich
hierbei um den Grafen Stössel zu Stösselsfelde, aufgewachsen in
einem Eliteinternat Trudpert in Sankt Trudpert und per Erbe
ausgestattet mit zahlreichen Ländereien, etwa 200 Firmen, mit
Chauffeur, Vermögensberater und einer großen Entourage, die Herr
Graf „Personal“ zu betiteln pflegt. Studienaufenthalte führten
ihn in die USA und nach England, die er deswegen „gut zu kennen“
glaubt. Er sitzt im Verwaltungsrat und in dem Aufsichtsrat sehr
vieler Firmen, wobei ihm besonders die Gestaltung der Zukunft und
ihre ständige technische Wandlungsfähigkeit im Rahmen einer global
ausgerichteten Wirtschaft wichtig ist. Selbstverständlich steht
seinem Chauffeur und damit ihm selbst ein riesiger Fuhrpark zur
Verfügung, wobei der nette fette Tesla mit seinem E-Motor und
seinen anderen fortschrittlichen Features in letzter Zeit bevorzugt
wurde. Man will ja schließlich politisch korrekt sein, denn man ist
ja erst 45 Jahre alt und will noch eine Weile leben. Er fühlt sich
als eine Art „Auserwählter“, wobei ihm das, wie er sagt,
durchaus bewusst ist. Als Alphatier freilich glaubt er durch Bildung
und Ausbildung trotzdem den vielen anderen, für die er eine Art
Verantwortung spürt, die Richtung vorgeben zu können und zu müssen.
Selbstverwirklichung ist ihm als Wert sehr wichtig und er glaubt an
die Innovation als eine bestimmende Kraft des Menschen.
Ob so jemand in einer anderen Welt lebt als wir? Wieso, aufgrund welcher Legitimation? Schleppen wir nicht alle ein Skelett durch diese Welt, das sich nicht gar so entscheidend von anderen unterscheidet? Ob so jemand durch das Erben eine andere Startposition hatte als andere? Ob in so jemand das Selbstverständnis eines souveränen Überblickers entstanden ist, im Gegensatz zu uns, die wir eher die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit wahrnehmen und nicht mit ihr zurecht kommen? Ob so jemand täglich Prospekte wälzt, auf der Suche nach dem günstigsten Sonderangebot und ob ihn die Strompreise zwicken? Was hält er wohl vom Thema „Altersversorgung“? Ob es ihm wichtig ist, seine Meinung in jedem Gremium „durchzusetzen“, eben weil sie von ihm selbst stammt? Das tut ihm gut. Wenn ihn irgendwelche Probleme bedrängen, so hat er jederzeit jede Hilfe zur Seite, - dafür sorgt nicht zuletzt sein persönlicher Assistent.
Ob so jemand in einer anderen Welt lebt als wir? Wieso, aufgrund welcher Legitimation? Schleppen wir nicht alle ein Skelett durch diese Welt, das sich nicht gar so entscheidend von anderen unterscheidet? Ob so jemand durch das Erben eine andere Startposition hatte als andere? Ob in so jemand das Selbstverständnis eines souveränen Überblickers entstanden ist, im Gegensatz zu uns, die wir eher die Unübersichtlichkeit der Wirklichkeit wahrnehmen und nicht mit ihr zurecht kommen? Ob so jemand täglich Prospekte wälzt, auf der Suche nach dem günstigsten Sonderangebot und ob ihn die Strompreise zwicken? Was hält er wohl vom Thema „Altersversorgung“? Ob es ihm wichtig ist, seine Meinung in jedem Gremium „durchzusetzen“, eben weil sie von ihm selbst stammt? Das tut ihm gut. Wenn ihn irgendwelche Probleme bedrängen, so hat er jederzeit jede Hilfe zur Seite, - dafür sorgt nicht zuletzt sein persönlicher Assistent.
Labels:
Bewusstsein,
Compassion,
Eliten,
Gesellschaft,
Global,
Inszenierung,
Lebenswelt,
Macht,
Ökonomie,
Person,
Reichtum,
Verantwortung,
Welt,
Wirtschaft
Donnerstag, 18. August 2016
Competition
Das Ego, ist das einzige, was du wirklich hast auf
dieser Welt
deshalb scheint es dir das Wichtigste
aber du stehst in einem Zusammenhang
der dir Leben erlaubt
du lebst mit anderen auf dieser Welt
schauen in Bauchnabel, haben keine Ahnung, nach was sie suchen
vergöttern das Ego, wie die Mächtigen das gerne hätten
immer glücklich und sonnig sein
egal, ob sie um dich herum verrecken
die anderen sind nur Mittel zum Zweck – Warenwelt
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
und bist du nicht willig
so brauch ich Gewalt
subtil und ganz offen
stehlen
Gedankensplitter, die herumliegen:
die Hölle, das sind immer die anderen
sich eins fühlen mit allem, Empathie
das wäre etwas anderes als Raffgier
große Autos und große Häuser
den Streitwagen, wer hat den schnelleren, besseren?
Wer hat mehr unter der Haube?
Competition, Wettbewerb und Krieg
mit anderen Mitteln – muss das sein?
Wichtigtuer, verliebt nur in ihr Selbst
pflegen hingebungsvoll ihre Selbstsuche
und scheren sich dabei einen Dreck um die andern
die andern haben's ihnen gesagt
sie sollen sich nicht bloß nicht kümmern
und immer treu bei sich selbst bleiben
die Zwiebel immer weiter schälen
immer weiter......aber da kommt kein richtiger Kern
(Notizen 2013)
deshalb scheint es dir das Wichtigste
aber du stehst in einem Zusammenhang
der dir Leben erlaubt
du lebst mit anderen auf dieser Welt
schauen in Bauchnabel, haben keine Ahnung, nach was sie suchen
vergöttern das Ego, wie die Mächtigen das gerne hätten
immer glücklich und sonnig sein
egal, ob sie um dich herum verrecken
die anderen sind nur Mittel zum Zweck – Warenwelt
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
und bist du nicht willig
so brauch ich Gewalt
subtil und ganz offen
stehlen
Gedankensplitter, die herumliegen:
die Hölle, das sind immer die anderen
sich eins fühlen mit allem, Empathie
das wäre etwas anderes als Raffgier
große Autos und große Häuser
den Streitwagen, wer hat den schnelleren, besseren?
Wer hat mehr unter der Haube?
Competition, Wettbewerb und Krieg
mit anderen Mitteln – muss das sein?
Wichtigtuer, verliebt nur in ihr Selbst
pflegen hingebungsvoll ihre Selbstsuche
und scheren sich dabei einen Dreck um die andern
die andern haben's ihnen gesagt
sie sollen sich nicht bloß nicht kümmern
und immer treu bei sich selbst bleiben
die Zwiebel immer weiter schälen
immer weiter......aber da kommt kein richtiger Kern
(Notizen 2013)
Freitag, 15. Juli 2016
Generation und Sozialisationen
Es ist doch nicht so, dass gestern alles besser war.
Bewahre! Diese altbackene Abschätzigkeit der Jugend gegenüber haben wir doch alle
auch abgekriegt, als wir jung waren. Überheblichkeit.
Selbstgerechtigkeit. Pauschalansichten. Wäre leicht zu entlarven.
Aber wenn man nichts anderes kennt, als den wohlständigen Überfluss,
wenn man durch dauernde Ablenkung programmiert ist, wenn man
ausschließlich in Manuals lebt und die englische Sprache als globale
Verständigungsformel akzeptiert, wenn man aus ökonomischen Gründen
gehätschelt wird und dies erst als Selbstverständlichkeit und dann
als Aufforderung zum Kampf der Generationen auffasst, wenn man
glaubt, Annäherung zwischen zwei Menschen beruhe vor allem auf durch
Partnerbörsen angestifteten Ficksport, wenn man glaubt, vor den
Auswirkungen einer unkontrollierten Globalisierung schon irgendwie
bewahrt zu werden, schon darum herum zu kommen, wenn man glaubt,
immer zu den Gewinnern zu zählen und unbedingt zählen zu müssen,
zu denen, die andere Menschen erniedrigen, wenn man Phänomene wie
die Klimaerwärmung verdrängt und sie glaubt, in lächerlichen
Konferenzen gebändigt zu sehen, wenn Kriege aller Art zum
akzeptierten Alltag („mach das Beste daraus!“) gehören und die
Wirklichkeit etwas Manipuliertes ist, das sich vor allem aus Bildern
zusammensetzt, Wenn Tiere etwas sind, was es zu produzieren und zu
gebrauchen gilt, als kommerzielles Objekt, das im Supermarkt feil
geboten wird, wenn das Sterile das Normale ist, - was für eine Sicht
der Welt entsteht dann? Sollte hier nicht tatsächlich ein behutsamer
Dialog stattfinden, der gerade nicht sein eigenes Zerrbild schafft,
sondern auch aufmerksames Zuhören, ein Eingehen aufeinander, ein
Verstehen als angestrebte Möglichkeit beinhaltet?
Sonntag, 22. Mai 2016
Krankheit, Mensch, Normalität
Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische
Kommunikationssituation: Der sogenannte Patient ist unter Umständen
ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner
alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die Schwestern und Pfleger
hingegen erleben eine solche Situation jeden Tag, für sie ist der
Patient einer unter vielen, er symbolisiert den „ganz normalen“
Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Im Bewusstsein. Im
Empfinden. Das Gesicht des Patienten wechselt zwar, aber er scheint
doch immer der gleiche zu sein. Von diesem Patienten aus gesehen ist
alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das.
Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine
Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen
kann, - die gröbste und elementarste Einmaligkeit, die einem
passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten im Krankenhaus ihm gegenüber aber als
Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie
sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst
und „den anderen“ (den sogenannten Gesunden) auftut. Und
tatsächlich, sie, die Schwestern und Pfleger schalten nach
Dienstschluss sehr schnell ab und sind wieder ganz draußen aus
dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere
Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Sie sind ja sowieso
überlastet und sollten sehen, wie sie alles aushalten. Jawohl, der
Patient ist in vielem sehr abhängig von seinen Schwestern und
Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht möglicherweise
dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere
Situation eintritt. Es ist ein sehr seltsames Gefühl. Mit Entlassung
aus dem Krankenhaus ist man dann ein anderer, es sind diejenigen, die
einen gepflegt haben, andere.... als würde ein Schalter umgelegt. Ob
man das als Schwester und Pfleger empfindet? Diese Situation? Gibt es
eine Art Mitgefühl? Gibt es Mitleid? Oder gibt es - viel besser -
eine Art „Mitleiden“. Sich in jemand hinein versetzen. Im
Englischen gibt es das Wort „Compassion“, das auch in anderen
Kulturkreisen eine wichtige Rolle spielt und ein sich in jemanden
anderes hineinversetzendes Mitleiden meint. Ich habe schon einmal
mit einer Schwester darüber gesprochen. Sie meinte, man könne sich
so etwas nur sehr eingeschränkt oder gar nicht erlauben. Sonst ginge
man kaputt. Die Distanz zum Schicksal des Patienten sei eine Art
Selbstschutz. Das Abschalten. Das Sich Distanzieren. Das ist völlig
nachvollziehbar. Vom Verstand her. Aber es sehen einen doch Augen
an!! Kann man sich emotional auch in dieser Situation distanzieren?
Abonnieren
Posts (Atom)