Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Samstag, 30. Dezember 2023
Tod und andere Ausgänge
Ja klar gibt es tausend Ratgeber auf diesem Gebiet. Kommt mir gerade jetzt seltsam vor. Da sind Erinnerungen einerseits. Und Vorstellungen davon, wie das war, als die Person noch präsent war. Ausstrahlung. Selbstverständlichkeiten. Blicke. Verstehen. Staunen. Lachen. Typisches. Eigenheiten. Wie geht es weiter nach dem Tod? Die Frage wird auch mich immer wieder überfallen. Ob ich jetzt eine spekulative Antwort geben kann? Vielleicht stehen wir nach dem Tod in einem Licht, von welchem unser Sonnenlicht nur ein Schatten ist, wie Arthur Schopenhauer meinte. Wer war das überhaupt, der Schopi? Hat der uns noch etwas zu sagen? Was kommt? Eine Art Pool, in dem sich alle Seelen treffen, auch die der Tiere? Ein erweitertes Ich (Eine Ahnung davon bezogen manche Personen wohl in der Meditation ?), ein Wir? Oder gar nichts? Oder machen wir uns Bilder, Vorstellungen von etwas Unbegreiflichem, was über unseren Verstand hinaus geht? Gibt es etwas Absolutes, Größeres, was unseren Begriffsapparat überfordert? (Ob da etwa der profane Film „Matrix“ ein paar Hinweise gegeben hat?) Unsere Zeit hier: was war das? Ein Rätsel? Ich erinnere mich an ein Gesicht. Und bin wohl bei den Faulen, den zu wenig Ehrgeizigen. Sünden? Ob das zu kleinmoralisch gedacht ist? Andererseits zählt auch die Bibel etliche Laster auf und versucht, moralisch etwas zu bewegen. Zen: Frage: „Meister, gibt es ein Leben nach dem Tod?“ Darauf der Meister: „Ich war noch nicht tot“. Geht es um Zeichen jenseits der Sprache? Wie groß ist da wohl die Distanz zur heutigen Welt der Zeichen, die uns alle zu etwas bringen wollen, last but not least den Profit zu maximieren?
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Yes, of course there are thousands of guides in this area. Seems strange to me right now. On the one hand, there are memories. And ideas about what it was like when the person was still present. Radiance. Self-evident things. Looks. Understand. Amazement. Laugh. Typical. Peculiarities. What happens after death? The question comes to me again and again. Can I now give a speculative answer? Perhaps after death we stand in a light of which our sunlight is only a shadow, as Arthur Schopenhauer said. Who was that anyway, Schopi? Does he have anything else to say to us? What's coming? A kind of pool where all souls meet, including those of animals? An expanded I (some people probably got an idea of this in meditation?), a we? Or nothing at all? Or do we create images, ideas of something incomprehensible that goes beyond our understanding? Is there something absolute, greater, that overwhelms our conceptual apparatus? (Whether the mundane film “Matrix” gave a few clues?) Our time here: what was it? A mystery? I remember a face. And I'm probably with the lazy ones, the ones who aren't ambitious enough. Sins? Is that too small-minded? On the other hand, the Bible also lists a number of vices and tries to make a moral difference. Zen: Question: “Master, is there life after death?” The master replied: “I wasn’t dead yet”. Is it about signs beyond language? How big is the distance to today's world of signs that want to get us all to something, last but not least, to maximize profit?
Dienstag, 4. April 2023
Der rechte Weg
Streit um den rechten Weg! Oberste Bestimmer des Glaubens! Ich stehe relativ fassungslos den religiösen Konflikten unserer Zeit gegenüber. Dieser Absolutheitsanspruch ist schon seltsam! Man muss nicht unbedingt an die Aufklärung und Lessings „Nathan der Weise“ denken, um es relativ vernünftig zu finden, dass jeder Mensch sich nach seinen Vorstellungen ausrichten können muss und dann sein gedeihliches Auskommen mit Andersgläubigen finden könnte. Das Wichtige wäre nur, eine gemeinsame spirituelle Basis empfinden zu können und vielleicht sogar darüber kommunizieren zu können. Diese Basis könnte besagen: 1.) Es gibt etwas Größeres als den Menschen. 2.) Es gibt etwas, was jenseits der ökonomischen „Verwertbarkeit“ liegt und dem Menschen (jedem! Auch dem „Ungläubigen“!!) eine Würde gibt. Es könnte auch gut sein, dass die Gesellschaft, in die ich mehr oder weniger per Zufall hineingeboren werde, mich auch religiös weitgehend bestimmt hat. An dieser Stelle könnte es sehr förderlich sein, sich über die eigene Religion hinaus über andere Weltansichten zu informieren, sie auch ein Stück weit an mich heran zu lassen, um so feststellen zu können, dass sie aus ihrer Warte ihre „Antworten“ auf allgemeine menschliche Fragen versuchen. Kirche jedoch, als Institution der kollektiven Religionsausübung, neigt zu hierarchischen Strukturen und einer Dogmatik, die derartig in Stein gemeißelt gar nicht ist. Sie macht ein Angebot (jeweils beruhend auf „Offenbarungen“, die aber jeweils überliefert sind...), das keinesfalls absolut gilt, auch wenn sie abseits aller Menschenrechte ihre Strukturen und die (Macht-)strukturen um sie herum dies immer wieder zu suggerieren scheinen. Wir alle sind Suchende und tragen eine Ahnung in uns. Das ist das Verbindende. Das eint uns.
Mittwoch, 16. Oktober 2019
An die Vollendung (Friedrich Hölderlin) (Lyrik)
An
die Vollendung (Friedrich Hölderlin)
Vollendung! Vollendung! -
O du der Geister heiliges Ziel!
Wann werd ich siegestrunken
Dich umfahen und ewig ruhn?
Und frei und groß
Entgegenlächeln der Heerschar,
Die zahllos aus den Welten
In den Schoß dir strömt?
Ach ferne, ferne von dir!
Mein göttlichster, schönster Gedanke
War, wie der Welten
Fernstes Ende, ferne von dir!
Und fleugt auf des Sturmes Flügeln
Aeonen lang die Liebe dir zu,
Noch schmachtet sie ferne von dir,
Ach! ferne, ferne von dir!
Doch kühner gewaltiger
Unaufhaltbarer immer
Fleugt durch Myriaden Aeonen
Dir zu die glühende Liebe.
Voll hoher Einfalt,
Einfältig still und groß
Rangen des Siegs gewiß,
Rangen dir zu die Väter.
Ihre Hülle verschlang die Zeit,
Verwest, zerstreut ist der Staub,
Doch rang des Sieges gewiß
Der Funke Gottes, ihr Geist, dir zu.
Sind sie eingegangen zu dir,
Die da lebten im Anbeginn?
Ruhen, ruhen sie nun,
Die frommen Väter?
Vollendung! Vollendung!
Der Geister heiliges Ziel!
Wann werd ich siegestrunken
Dich umfahen und ewig ruhn?
Montag, 17. Dezember 2018
Sinn
Sinn, eine Kategorie, die mich früh beschäftigte.
Schon damals als wir in der Schule den „Mythos des Sysyphos“ von
Albert Camus durchnahmen. Leuchtete mir ein. Mir freilich war schon
damals klar, dass es darum ging, sich einen persönlichen Sinn zu
schaffen – und nicht den absoluten zu begreifen. Einer wie Viktor
Frankl war es, der mich darin beeinflusste. Sinn ist womöglich das, was wir aus uns machen. Nicht nur im Sinne eines Status. Mir war klar, dass wir
limitiert sind. Dass uns allenfalls Ahnungen möglich sein können.
Auch in plötzlichen Erleuchtungen. Ich habe darauf gehofft, so etwas
aber bis heute nicht erlebt. Also konnte ich nur mich selbst und noch
viel besser "Das Göttliche" in mir suchen. Wissen, wer man ist und wo
man ist. Welchen Einflüssen man als soziale Existenz ausgesetzt ist.
Dabei eine Sinnlosigkeit aushalten, das könnte ein Ziel sein. Den
Stein immer wieder nach oben rollen. Und mit ansehen müssen, wie er
unweigerlich nach unten rollt. Dies könnte auch auf das Glück
zuführen. Als ein Ziel, das jenseits von diesem alltäglichen
Pragmatismus liegt, der unseren Alltag prägt. Kreativität
verschafft uns einen Spielraum. In ein bestimmtes Tun einen Sinn
hinein legen. Nicht dem Sinn folgen, den andere postulieren. Wir
müssen versuchen, uns selbst unseren Sinn zu stiften und ihn keineswegs
verallgemeinern. Dies hängt mit der Idee der Selbstbestimmung
zusammen. Selbstgenügsamkeit. Achtsamkeit. In sich selbst suchen.
Montag, 3. Juli 2017
Baltisches Bad
„Jeder
Mensch kommt gerne irgendwo an“, so könnte man die Motivation
beschreiben, welche "die Gartenbesucher dazu bewegt, das Hohenheimer
Lavendel-Labyrinth zu begehen“:
So steht es jedenfalls eingangs im PR-Text zum betreffenden Labyrinth
im Stuttgarter Süden. Vom Typ her ist es ein sogenanntes „Baltisches
Bad“. Es besitzt zwei Öffnungen, einen Eingang und einen Ausgang.
Der Weg zur Mitte kann sehr lang werden, in diesem Falle 530 Meter.
Der Weg von der Mitte hingegen, der zum Ausgang führt, ist sehr
kurz, - nämlich 15 Meter. Das Tolle: es kann ein sinnliches Erlebnis
bedeuten.
Es gilt unter anderem, die Wärme der Erde unter nackten Fußsohlen zu spüren, Achtsamkeit zu üben. Die Insekten summen hören und den Zauber des Ortes riechen, ihn aufnehmen, sich von ihm betören lassen. Die Beete sind mit verschiedenen Lavendelsorten bepflanzt, der Boden um die Pflanzen ist mit Juraschotter bedeckt, auf den Wegen liegt Rindenschrot. Nach keltischem Glauben (auf den solche Labyrinthe zurück gehen..) liegt im Westen, wo die Sonne untergeht, die Anderwelt, das Jenseits, von wo aus man das Labyrinth nach Osten zum Sonnenaufgang hin betritt, um nach der Begegnung in der Mitte mit dem allumfassenden Göttlichen, wieder zurück zu kehren. Dazu kommt man in „Baltischen Rädern“, wie etwa hier, mit dem langen Weg rechtsdrehend im Uhrzeigersinn. Denn rechtsdrehend verheißt Glück, linksdrehend eher Unglück. Auch ist für die Wahl des Orts eines Baltischen Rads die Harmonie mit der Umgebung sehr wichtig sowie mit den unsichtbaren Energie- und Strahlenfeldern. Auf was das alles hinaus läuft: auf einen „heiligen Ort“. Und, was wichtig ist: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten!
Was uns das alles bringt? Mal ganz praktisch? Hier eine Möglichkeit, - es gibt noch viele andere: Man kann etwa mit einem Problem, einer Frage, das Labyrinth betreten, auf dem gewundenen Weg zum Zentrum alle Aspekte überlegen, die Dinge in sich drehen und wenden, um dann im Zentrum eine neue Richtung einzuschlagen und mit der Lösung ins Freie zu treten. Oder man lässt das unlösbare Problem, unseren Fehlschlag, den Klotz am Bein im Zentrum zurück, schüttelt sich und geht unbeschwert und mit neuer Energie und frischen Plänen zum Ausgang.
Es gilt unter anderem, die Wärme der Erde unter nackten Fußsohlen zu spüren, Achtsamkeit zu üben. Die Insekten summen hören und den Zauber des Ortes riechen, ihn aufnehmen, sich von ihm betören lassen. Die Beete sind mit verschiedenen Lavendelsorten bepflanzt, der Boden um die Pflanzen ist mit Juraschotter bedeckt, auf den Wegen liegt Rindenschrot. Nach keltischem Glauben (auf den solche Labyrinthe zurück gehen..) liegt im Westen, wo die Sonne untergeht, die Anderwelt, das Jenseits, von wo aus man das Labyrinth nach Osten zum Sonnenaufgang hin betritt, um nach der Begegnung in der Mitte mit dem allumfassenden Göttlichen, wieder zurück zu kehren. Dazu kommt man in „Baltischen Rädern“, wie etwa hier, mit dem langen Weg rechtsdrehend im Uhrzeigersinn. Denn rechtsdrehend verheißt Glück, linksdrehend eher Unglück. Auch ist für die Wahl des Orts eines Baltischen Rads die Harmonie mit der Umgebung sehr wichtig sowie mit den unsichtbaren Energie- und Strahlenfeldern. Auf was das alles hinaus läuft: auf einen „heiligen Ort“. Und, was wichtig ist: Ein Labyrinth ist kein Irrgarten!
Was uns das alles bringt? Mal ganz praktisch? Hier eine Möglichkeit, - es gibt noch viele andere: Man kann etwa mit einem Problem, einer Frage, das Labyrinth betreten, auf dem gewundenen Weg zum Zentrum alle Aspekte überlegen, die Dinge in sich drehen und wenden, um dann im Zentrum eine neue Richtung einzuschlagen und mit der Lösung ins Freie zu treten. Oder man lässt das unlösbare Problem, unseren Fehlschlag, den Klotz am Bein im Zentrum zurück, schüttelt sich und geht unbeschwert und mit neuer Energie und frischen Plänen zum Ausgang.
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