Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Montag, 2. März 2026
Was bleibt?
Ich will hier unter anderem auch einen Abdruck meiner Person hinterlassen, in Text, Musik und Fotografie. So zögerlich und ambivalent wie ich beschaffen bin, - und inzwischen ziehe ich mannigfache Bilanz! - bringe ich dazu auch Fotos und selbstgeschaffene Musik in Anschlag, in eine „unterirdische“ Beziehung. Dass dies ein multimedialer Ansatz sein könnte, der Body, Heart and Mind vereinen will, ist von Anfang an nicht ins Blickfeld der Leute gedrungen: Mein Blog, meine Posts, mein öffentliches Tagebuch ist nicht gerade ein Burner in der Internet-Welt. Es ist etwas, mit dem ich manchmal auch erst nach längeren inneren Kämpfen übereinstimme: Es ist ein Zeugnis meines Ich. Völlig sinnlos!, so höre ich manche Stimmen sagen. Doch was hat diesen Sinn in dieser Welt? Wir schaffen ihn uns, mal positiv gedeutet. Alles ist sowieso sinnlos, würden Andere sagen. Etwas abschaben vom Baum des Lebens, etwas Sinn abringen, etwas, das mir und dem gehört was ich mir unter „Mir“ vorstelle, das könnte etwas sein. Mein Ich. Ich muss mich da im Dunklen vortasten, ich muss darum kämpfen und mich anstrengen, ich muss es auszudrücken und mitzuteilen versuchen. Ich muss erstaunt den Blick heben. Irritiert. Jederzeit zur Orientierung bereit. Auch wenn das nicht in den aktuell grassierenden Wohlstandshedonismus passt, wo alles erlaubt ist, was „Spass macht“. Wo Menschen zu diesem "Zweck" beliebig ausgetauscht und ersetzt werden.
Samstag, 28. Februar 2026
Komplex
Klar ist: alle haben zu allem eine Meinung. Aber sie suchen gleichzeitig nach Orientierung, nach der klaren Trennlinie zwischen Schwarz und Weiß, sie suchen nach dem, was wahr (!) ist. Dabei spielen auch Ängste eine Rolle. Etwas nicht mitzukriegen, was spielentscheidend ist. An dieser Stelle wird man schnell empfänglich für Verschwörungstheorien. Diese wollen einem erklären, was hinter den Kulissen wirklich abläuft. Ob das unter anderem auch eine Folge davon ist, dass wir oft genug von staatlichen Institutionen falsch informiert und "beruhigt" worden sind? Es bilden sich auch Ängste vor einer Realität, die einen womöglich sozial blitzschnell abrutschen lässt... Eine Realität, die Fremdes und Fremde zu bieten hat, das Uneinheitliche, Wilde. Nicht nur an dieser Stelle wird gerne nach „Experten“ gerufen. Diejenigen, die sich stellvertretend für uns mit einer Sache intensiver beschäftigen. Blöd nur, dass diese „Experten“ auch ihrem eigenen Interesse und ihren eigenen Erkenntnismöglichkeiten unterliegen. Dass sie als Lobbyisten oft genug Einfluss nehmen, im Sinne derer, die sie bezahlen.
Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden) oder sich eindeutige religiöse Orientierung an Land zu ziehen. Es ist diese Suche ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten, viel beschworenen und zuletzt dann dann doch wieder außer Mode gekommenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese Art der „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle, unter anderem auch durch das Zauberwort KI. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren.
Montag, 16. Februar 2026
Wachstum
Ich habe auf einem Zettel folgende Notiz gefunden, die möglicherweise in diesem Blog schon erschienen ist. Nicht nur in diesem Blog! Ich habe sie aber aus aktueller Sicht versucht, zu bearbeiten. Was dabei heraus gekommen ist, ist hier zu lesen: Die Lotterie des Lebens bedeutet: wir leben hier noch in einer Gesellschaft der bürgerlichen Grundrechte, in der zwar dem Wirtschaftswachstum vieles geopfert wird, aber im Scheine einer großen sozialen Ungleichheit noch nicht die Bürgerrechte, den Rechtsstaat, die Demokratie. Gleichwohl ist – nicht zuletzt durch manche Provokation! - um diese Werte ein heftiger Kampf entbrannt. Wie gut diese Werte mit dem Wert Wachstum zu vereinbaren sind, mag erst mal dahingestellt bleiben. Auch seltsam toughe und durchoptimierte Ministergesichter spiegeln diese Spannung in Deutschland wieder.
In anderen Staaten (besonders denjenigen mit gewissen autoritären Zügen, die mit „bürgerlichen Grundwerten offenbar nicht allzu viel anfangen können...) scheint dagegen das Wachstum über alles zu gehen, sogar über das menschliche Leben. Führer schwingen sich auf, erobern oder behaupten die Spitze, bis auch sie unter Umständen sogar niedergemetzelt werden. Das Leben in seiner vitalistischen Funktion erlebt auch heute noch fröhliche und dekadente Urständ': Fressen, Saufen, Ficken. Oder wie T.S. Elliott es ausdrückte: „Birth, Death, Copulation, that's all....“. Fortschritt könnte bedeuten, einen kleinen zivilisatorischen Schritt darüber hinaus zu wagen, - weil wir Menschen sind. Vielleicht.
Dass dieser Gedanke weltweit auf dem eindeutigen Rückzug erscheint, gehört zur großen Tragik des menschlichen Geschlechts, genau so, wie die selbstverursachte Klimakatastrophe, die damit verbundene Umweltzerstörung und das Artensterben. Der Mensch will sich wohl als „Alleinherrscher“ die Erde untertan machen. Dabei könnte alleine schon der Ausbruch eines Supervulkans seine Existenz in kurzer Zeit vernichten. Von Bedrohungen aus dem Weltraum wie etwa niederstürzenden Meteoriten oder Asteroiden ganz zu schweigen. Woher nimmt der Mensch seine Arroganz, seinesgleichen gegenüber, aber auch der Erde und ihren Geschöpfen gegenüber? Es ist leicht, solche Überlegungen als „moralisch“ oder ideologisch abzuqualifizieren, sie als untauglichen Versuch darzustellen, über das unvermeidlich Faktische kritisch (also nicht per KI!) nachzudenken. Dabei wäre dies scheinbar „unvermeidliche“ keineswegs so. Es sind dies Denk- und Verhaltensformen, die sich schwache Menschen zu eigen gemacht haben, die glauben, vom gegenwärtigen Zustand profitieren zu können.
Montag, 8. September 2025
Ganz normal
Aus gegebenem Anlass habe ich mir mal wieder Gedanken darüber gemacht, was „normal“ sei, ein Begriff, der hier in diesem Blog immer wieder auftaucht, auch weil er mir soziologisch interessant zu sein scheint. Er scheint mir nämlich eng mit dem jeweiligen Wertesystem zusammenzuhängen, unter dem eine bestimmte Person aufwächst. Dieses Wertesystem ist oft von kulturellen, religiösen oder ökonomischen Gesichtspunkten bestimmt. Von klein auf wächst eine Person in ein solches Wertesystem hinein, hält es für real. Soziologen und Psychologen würden dazu sagen: eine Person ist unter diesem Wertesystem sozialisiert. Nur wenige Personen erhalten im Rahmen ihrer Erziehung (Sozialisation) Gelegenheit zu erfahren, dasss solche Wertesysteme austauschbar sind, dass Leben in einer langen Suche nach der richtigen Bewertung und Einodrnung von Verhalten bestehen könnte. Meist gibt es absolute Vorgaben: eine Instanz bestimmt, was gut oder schlecht, was anstrebenswert oder zu vermeiden, was Schwarz oder Weiß sei. Das Individuum hat sich an solche Vorgaben zu halten, ansonsten würde es sanktioniert (was bis zum Tode gehen kann). Auf was so etwas hinaus läuft: Feste und vorgegebene Maßstäbe. Dazu gehören auch die in unseren Breiten vorgegebenen Maßstäbe von Erfolg, der sich meist am Geld oder untergebenen Personen bemisst. Der wichtige Dreh ist: das, was „normal“ erscheint, ist relativ, also eine Frage des Ausgangspunktes oder des Punktes, von dem aus ich etwas beurteile.
Freitag, 22. August 2025
Lebenswelten
Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu erklaren. Unsere Erkenntnismöglichkeiten und Einstellungen, unsere Kontaktfähigkeiten und Kommunikationskanäle sind stark bestimmt von unserer Herkunftsfamilie, unserer Hautfarbe, unserem Freundeskreis, unserer Religion, unserem Wohnort und unserem Alter, unseren Niederlagen und Erfolgen. Gleiches gesellt sich zu gleichem, die „sozialen Medien“ verstärken mit ihren Echokammern und Erkenntnisblasen diesen Effekt noch. Da sind Fakten, Lebensverläufe, alles, was zu Kultur oder politisch-moralischem Grundton zählt und andere Bestimmungsfaktoren. Dadurch entwickeln sich „Peer Groups“ und „Freundeskreise“, Leute, die untereinander Kontakt haben, weil sie Gemeinsamkeiten teilen. Ich gehe zudem davon aus, dass sich diese Gesellschaft dadurch immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren, sie gegenseitig zu verstärken oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen.
Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Internet, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes.
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I feel compelled once again to clarify the title of my blog "Journey through Realities" and other comments as accurately as possible. Our cognitive abilities and attitudes, our ability to make contact and our communication channels are strongly determined by our family of origin, our skin color, our circle of friends, our religion, where we live and our age, our defeats and successes. Like attracts like, and "social media" with their echo chambers and knowledge bubbles reinforce this effect. There are facts, life courses, everything that counts as culture or political-moral tone and other determining factors. This leads to the development of "peer groups" and "circles of friends", people who are in contact with one another because they have things in common. I also assume that this society is becoming increasingly differentiated into factions, sub-societies, perception bubbles, etc., which have a tendency to only communicate within their social group, to mutually reinforce it or to repeatedly reproduce certain behavior or value patterns. Example: "Leaders" in business want to remain so in the next generation and send their offspring to expensive boarding schools, where they are educated to be "leaders", which means they behave accordingly and perceive themselves accordingly: In contemporary parlance, this is often referred to as a "perception bubble". These "factions" also have the tendency to communicate with one another using certain social patterns, to agree on what is "correct" or "okay". This means, for example: tax consultants talk to one another primarily about what concerns them and their customers. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social demarcations. Teachers behave in the same way, as do administrative staff, engineers, craftsmen, service providers, etc. They also form perception communities among themselves, from whose field of vision certain things fall out or are only perceived in a vague way as an alibi. I would initially describe this ever-increasing process of differentiation of "lifeworlds" as "vertical structuring". On the other hand, the media, tourism and increasing information opportunities are opening up more and more opportunities to realise that we all live on one planet and thus become aware that "we are all in the same boat". We learn about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other "customs" (values, behavioural patterns). "Broadening horizons". Different ways of being human have developed in different cultures (the opposite of "globalisation"). I would describe this as a "horizontal" structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based conditions, could also be described as "empathy" at the level of awareness. A little more awareness of the conditions that surround me may be the result: broadening "horizons". In this respect, trying to look beyond my own nose would be my very own interest. Unfortunately, this happens far too little in our society in terms of "vertical structure" and is happening less and less. For example: Even circles that should know something about it have no idea what it is like to have to live on basic social security. Cognitively, these people usually use the phrase "we live in a welfare state" and believe that everything is "regulated" in this sense. But anyone who is specifically interested in the real conditions will find out something different.
Freitag, 1. August 2025
Arbeitsmoral
Arbeit. Scheint zunächst etwas Abstraktes, Trockenes. Dabei betrifft das sehr viele Leute ziemlich direkt. Es geht jetzt in schland vielleicht auch darum, welche Rolle man der Arbeit in seinem Dasein einzuräumen bereit ist. Was es damit auf sich hat, dass derzeit ziemlich direkt gegen so etwas wie „Work Life Balance“ polemisiert wird. Dass dies einer jungen Generation zugeschrieben wird, die eines Tges für den Unterhalt der Älteren sorgen soll. Gibt es ein Bedürfnis, sich nicht ausbeuten zu lassen? Ob das legitim ist? Ob die Selbstausbeutung zugunsten von anderen okay ist in dieser Gesellschaft? Wo da der connex zu Selbständigkeit ist, zu freier Initiative, zu ungeschützter Betätigung. Könnte Arbeit auch erfüllend sein, befriedigend und der kreativen Selbstaneignung dienen? Gibt es eine faire Entlohnung oder sollte das relativ unübersichtlichen Kommisionen der Tarifparteien überlassen bleiben? In schland, welche Rolle spielt da der Begriff „Wohlstand“? Wem kommt der in erster Linie zugute? Ob da die Tickle-down-Theorie gilt, die bedeutet, dass es erst den „Reichen“ richtig gut gehen müsse, ehe das in die ärmeren Bevölkerungsschichten langsam als „Wohlstand“ einsickern könne? Geht es in Wirklichkeit vielleicht auch darum, Zeit zu haben? Ob Zeit das höchste menschliche Gut ist? Wer ist dazu gezwungen, seine Zeit zu verkaufen? Geht es angesichts von KI (AI) auch um Sätze wie „Die Maschine ist alles, der Mensch ist nichts?“. Setzt dies voraus, dass „der Mensch“ in Zukunft beliebig replizierbar ist. Welches Zutrauen in die Digitaltechnologie setzt das voraus? Was ist der Mensch dann überhaupt? Gibt es „den Menschen“ oder gibt es durchaus unterschiedliche Klassen von Menschen? Ob der Wert der Selbstverwirklichung unter solchen Bedingungen überhaupt noch existiert? Lohnarbeit, was könnte daraus werden? Ein Beispiel: gibt es dann noch „Care“-Arbeit und welchen Stellenwert könnte sie dann haben?
Freitag, 30. Mai 2025
Arbeit und alles
Ich denke an diesem Wochenende auch anlässlich gewisser Bemerkungen gewisser Regierungsmitglieder über das nach, was man allgemein als Arbeit bezeichnet. Muss man sich da von der „Work Life Balance“ verabschieden und den Spass an der Arbeit finden? Wo und wie soll das möglich sein? Arbeit scheint etwas sehr unterschiedliches zu sein, je nach Perspektive. Arbeit scheint mir auch ein schichtenspezifisches Phänomen. Ich erinnere mich sehr genau daran, als ich Akkordarbeit leistete, als ich Ferienjobs übernahm, bei denen ich gezwungen war, auch gesundheitsschädliche Tätigkeiten zu übernehmen und bei denen ich von jedeweder Kreativität weit entfernt war. Ich kam später auch in Berührung mit jenen Tätigkeiten, bei denen Kreativität und Selbstbestimmung nahezu selbstverständlich einzufließen scheint. Die beiden Pole scheinen mir die Möglichkeiten zu umkreisen, die im Begriff „Arbeit“ zu liegen scheinen. Seltsam erscheint mir, dass im Begriff „Arbeit“ all das zusammengefasst erscheint, was auch vor Finanzbehörden als „Lohntätigkeit“ in einem (möglichst durch Tarifverträge definierten) Beschäftigungsverhältnis durchgeht.
Es gab in der Vergangenheit oft das, was populär mit „Sich tot arbeiten“ umschreiben wird. Demgegenüber hat sich der Begriff der nun geradezu verteufelte Begriff der „Work-Life-Balance“ herausgeschält. Er meint eine neue Definition dessen, was ich in eine Lohnarbeit einfließen zu lassen bereit bin und dem, was vertraglich gefordert wäre. Unter diesem Etikett mag jemand auch nicht mehr bereit sein, sich in einem Job vereinnahmen zu lassen. Er hat möglicherweise auch etwas mit dem zu tun, was man als „Sinnsuche“ bezeichnen könnte.
Freitag, 28. Februar 2025
Kurbelschwurbelbewusstsein
Ich merke, bewusst und unbewusst, wie mich die von vielen TV-Sendern eingestreuten Werbespots stören. Gewiss, sie sind/scheinen jetzt wichtig im Sinne der Ankurbelung der Wirtschaft! Doch scheinen sie mir überwiegend und in vieler Hinsicht aus einer alten Welt zu stammen, die es wohl so nach Corona und bei Krieg nicht ohne weiteres weiter gehen wird, so, als sei gerade mal eben ein Gewitter vorbei gezogen. Die Schamlosigkeit dieser Spots stört mich, ihre Gier, das Mieseste im Menschen anzusprechen und heraus zu kitzeln, ihre Grellheiten, die ungebrochene Verherrlichung des Konsums, - all dies wirkt geradezu surreal auf mich. Ob sich andere Bedürfnisse gebildet haben? Ob Entschleunigung ein Stichwort ist, das auf die meisten Bürger in einer unerwarteten Weise gekommen ist? Nachdenken, nicht als Bremse….. Ob sich die Wertehaltung dahinter etwas verschoben hat zugunsten dessen, was man als „wirklich wichtig“ in diesem Leben erkannt hat? Ob der neu installierte mächtige Kaufmanns-Narziss einen Einfluss darauf hat? Ob die Wichtigkeit sozialer Kontakte jetzt einen anderen Rang einnimmt als zuvor? Ob das Konkurrenzdenken mit samt seinen Folgen ein wenig eingedämmt ist? „Aufeinander aufpassen“, könnte das auf einen neuen Wert zeigen?
Montag, 6. Januar 2025
Werte im Wandel
Wir bewegen uns in einem Aufmerksamkeitsmarkt. Jeder will originell sein, nicht zu der Masse gehören, individuell und besonders sein, will durch seinen eigenen Wert auffallen, sich absetzen von den Anderen. Dazu designt er seine Umgebung mit Lifestyle, exklusiver Nahrungsaufnahme, mit Marken, Authentizität, Haus, Wohnung, Events, Projekte in einer Objektewelt, die individuell aufgeladen ist. Regionale Communitys (Schotten, Katalanen, Schwaben usw….) plus Weltanschauungsgemeinschaften (z.b. „Woke sein“, „Querdenker“, „Veganer“,) spielen da mit. Es geht bei allem um Identität und Identitätsstiftung. Es geht gegen die globale Standardisierung. Es herrscht eine Verherrlichung des scheinbar Einzigartigen. Die industrielle Moderne wandelt sich in eine Gesellschaft des Besonderen, des Einzigartigen, des Herausstechenden. Etwa in den 70/80er Jahre fand der vorbereitende Wandel statt. Unmerklich für die Masse der Menschen. Es bedeutete das auch das Ende einer Industriegesellschaft, in der Leistung der herausragende Wert war. Die jetzige Warenwelt in der Spätmoderne sollte möglichst nichts Austauschbares mehr produzieren (und tut es doch in ungeheurem und wachsenden Ausmaß). Emotionale Erfüllung ist jetzt versprochen. Es geht um Differenz, Selbstverwirklichung, um ein sich Herausheben aus der Masse, etwa um besondere Orte (meist möglichst weit weg…) als Funktion in der Tourismusindustrie. Insgesamt herrscht zunehmend eine Kultur der Selbstoptimierung. In diesem Zusammenhang war mal ziemlich heftig von „Wertewandel“ die Rede. Der Markt für industrielle Güter schien weitgehend erschöpft. Dadurch wurde die Grundlage geschaffen, dass ein „kultureller Kapitalismus“ entsteht. Aus einigermaßen egalitärer Gesellschaft heraus kam es zum Entstehen einer neuen Mittelklasse (z.b. auch neue Akademiker, Wissensökonomie, Technokraten), die Träger eines neuen Wertewandels war (oder zumindest sich selbst so begreift) und sich heute in dem abbildet, was sich der Wertehaltung des „Woken“ befleißigt. Der gesellschaftliche Wandel brachte auch eine neue prekäre Klasse hervor, die auch – was im öffentlichen Bewusstsein keine große Rolle spielt und sich besonders in der Corona-Krise erwiesen hat - für „systemrelevante“ Berufe steht.
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We are moving in a market of attention. Everyone wants to be original, not to belong to the masses, to be individual and special, to stand out through their own value, to set themselves apart from the others. To do this, they design their environment with lifestyle, exclusive food, brands, authenticity, houses, apartments, events, projects in a world of objects that is individually charged. Regional communities (Scots, Catalans, Swabians, etc.) plus ideological communities (e.g. "woke", "lateral thinkers", "vegans") play a part in this. It is all about identity and the creation of identity. It is against global standardization. There is a glorification of the apparently unique. Industrial modernity is changing into a society of the special, the unique, the outstanding. The preparatory change took place in the 70s and 80s. Unnoticeable for the masses of people. It also meant the end of an industrial society in which performance was the outstanding value. The current world of goods in late modernity should, if possible, no longer produce anything interchangeable (and yet it does so on an enormous and growing scale). Emotional fulfillment is now promised. It is about difference, self-realization, about standing out from the crowd, for example about special places (usually as far away as possible...) as a function in the tourism industry. Overall, a culture of self-optimization is increasingly prevalent. In this context, there was once quite a lot of talk about a "change in values". The market for industrial goods seemed to be largely exhausted. This laid the foundation for the emergence of a "cultural capitalism". From a somewhat egalitarian society, a new middle class emerged (e.g. also new academics, knowledge economy, technocrats), which was the bearer of a new change in values (or at least sees itself as such) and is today reflected in what is committed to the values of the "woke". Social change has also brought about a new precarious class, which also represents “system-relevant” professions – something that does not play a major role in public consciousness and has become particularly evident in the Corona crisis.
Dienstag, 12. November 2024
Schlittern
„Ich fühle mich wie ein in die Enge getriebenes Tier: wenn ich meine Rente anschaue, wird mir schlecht und ich werde depressiv. Ich war als selbständig Einzelner durch alle sozialen Netze und Raster gefallen. Ich wundere mich. „Selber schuld“ sagt mir der grinsende Neoliberalismus frech ins Gesicht. Ich bin ein Nichts geworden und sollte mich möglichst bald verkrümeln, denn man zeigt mir deutlich: Ich bin nichts wert. Alle Versuche nach der Entlassung/Freisetzung/Aufgabenentbindung sind krass daneben gegangen. Krass. Sie haben mich in der Einschätzung bestärkt: Ich bin in diesem Zusammenhang nichts wert. Somit existiere ich nicht. Man merke auf!: Ich müsste alles ganz anders anfangen. Ich kann nichts. Leider. Ich bin nichts. Trotz Universitätsstudium. Ich sollte nicht (mehr) da sein. Bin zum Kostenfaktor geworden. Panik ergreift mich. Vorläufig (!) habe ich noch keine Sinn- oder Einsamkeitskrise. Es zerbröselt nur alles um mich herum. Ob ich das noch verarbeiten kann?
Montag, 4. November 2024
Narrativ
Es reden Personen des öffentlichen Lebens gerne von „der Erzählung“ oder „dem Narrativ“ das jetzt endlich in „den Diskurs“ eingeführt werden solle. Modeworte. Im Prinzip jetzt schon von gestern. Mir scheint, dass dies ein Bedürfnis nach einem größeren Zusammenhang signalisiert, nach dem, was Firmen und Unternehmen gerne als ihre „Philosophie“ bezeichnen und was auf eine Art von oberflächlich degenerierter Stufe von einigen, meist unverbindlichen „Grundüberzeugungen“ hindeutet. Es besteht offenbar ein Bedarf an Eingebettetsein in allgemeine Regeln, die im öffentlichen Leben anscheinend allzu sehr in den Hintergrund geraten sind. Dass jetzt freilich im Ringen um solche „Narrative“ lächerliche Patzer passieren, dass das Wort an tausend Stellen benutzt wird, passt zu dem Bild, das uns auf einen vernachlässigten Umgang mit solchen Begriffen deutet. Es herrscht wohl allzu sehr der Alltagspragmatismus, der sich von Lösung zu Lösung, von Tag zu Tag wurstelt, ohne ein Ziel erkennen zu lassen. Allerlei künstliche Konstruktionen, die sich meist an einer Rhetorik der Kurse und Workshops orientieren, sollen hier wohl Abhilfe schaffen.
Montag, 29. Januar 2024
Kulti
Dass in Deutschland alles, was mit „Kultur“ zusammen hängt, längst zurückgedrängt worden ist, habe ich inzwischen mehr als gemerkt und es hätte dazu nicht unbedingt eines Zeitungsartikels bedurft, den ich jüngst gelesen habe. In meinem Kopf trifft das mit dem offenbar viral gegangenen Video einer jungen Geisteswissenschaftlerin zusammen, die offenbar über ein Vollzeit-Arbeitsangebot mit dem Einstiegsgehalt von 36 000 Euro öffentlich abheult. So etwas scheint mir auch mit dem abgesunkenen Stellenwert der Geisteswissenschaften zu tun zu haben. In meinem Leben als akademisch ausgebildeten Geisti musste ich für weit weniger Kohle schuften. Händeringend gesucht werden offenbar Ingenieure, Techniker, die nicht nach Hintergründen fragen, sondern machen und tun, was man ihnen sagt. Dass so etwas zu finden bei einem gedrehten Arbeitsmarkt schwierig ist, glaube ich gerne. Die Prioritäten haben sich da verschoben. Mittlerweile können „Arbeitskräfte“ fordern, nicht mehr die „Arbeitgeber“. Die ärgern sich natürlich über solche Haltung und fordern ihrerseits Subventionen, Bürokratieabbau und Steuererleichterungen. Da Subventionen Steuergelder sind, sind nicht alle Leute mit solch breiter Unterstützung einverstanden, zumal jüngst Ergebnisse zeigen, dass „die soziale Komponente“ sträflich vernachlässigt erscheint. Der Strompreis scheint da nur eine der Größen zu sein, mit dem die Mächtigen die darnieder liegende Industrie päppeln und den Privatverbraucher quälen wollen.
Freitag, 17. November 2023
Frei bleibend
Es galt einst das Ideal der Selbstverwirklichung, das Musik machen, als subkulturelles Ziel, etwas aus sich heraus zu bringen und heraus zu drücken, was einer freien Rockmusik glich, sich zu entäußern, sich in „Werken“ auszudrücken, „etwas Bleibendes“ zu schaffen, dabei auch über zahlreiche Schrägen zu gehen, dem Absturz nahe, aber risikoreich unpathetisch heroisch wandelnd. Dass dieser überwiegend individuelle Ansatz verschwand, die von ihm symbolisierte gesellschaftliche Mitte in die Defensive geriet und die Entwicklung Jahrzehnte später in vulgär-triviale Marketingkonzepte führte, in allerlei Äußerlichkeiten und Institutionen, die sich an Trends „bedienten“, wurde typisch für allgemeine gesellschaftliche Entwicklungen. Heutzutage wird nichts mehr inhaltlich mit der Popmusik verknüpft, existieren keine Werte oder Haltungen mehr, die von einer vermeintlichen Subkultur getragen würden. Allgemeinbildung? Ach was! Was soll das sein? Ab ins Internet! Da steht alles.
Ich war in Studienzeiten vor allem in Hermann Hesse und seine Literatur hinein gekrochen, hatte ihn geradezu wissenschaftlich erforscht und war durch ihn angeregt in andere romantisch geprägte Lebenskonzepte geraten. Aber der Hesse wies in die falsche Richtung. Solch ein Weltbild verführte Viele, - oder man nahm es nicht so recht ernst, benutzte es als Erbaulichkeit und schöne Besinnung. Romantisch ist diese uns vorgesetzte Welt gewiss nicht, jedenfalls nicht mir gegenüber. Es ist diese heile, behütete Bürgerlichkeit, (in diesem Falle ziemlich weltoffen) aus der der Missionarssohn HHesse kam und die später auch Loriot mit all seinen Sketchen und Filmen geprägt hat. Diese Welt ist untergegangen. Relativ schnell. Was inzwischen alleine zählt, ist Effizienz und Geld („war immer schon so“ sagen gewisse Stimmen, die im Wesentlichen den formalen Glanz der früheren Rockmusik bewundern). Das „Wie“ interessiert nicht mehr. Der „ehrbare Kaufmann“ ist aus der Mode geraten, ein längst pensioniertes Rollenmodell. Gewisse politische Kräfte haben dies und die neue alte treibende Kraft, „der Markt“, sich zum programmatischen Mittelpunkt gemacht. Sie geben ihm eine geradezu religiöse Note, sie setzen durch und dominieren.
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The ideal of self-realization, making music, was once considered a subcultural goal, to bring something out of oneself and to express something that resembled free rock music, to empty oneself, to express oneself in “works,” to create “something lasting.” , also walking over numerous inclines, close to falling, but walking in a risky, unpathetic, heroic manner. The fact that this predominantly individual approach disappeared, that the social center it symbolized went on the defensive and that decades later the development led to vulgar, trivial marketing concepts, to all sorts of appearances and institutions that “used themselves” on trends, became typical of general social developments. Nowadays nothing is linked to pop music in terms of content; there are no longer any values or attitudes that are supported by a supposed subculture. General knowledge? Oh what! What is that supposed to be? Off to the Internet! Everything is there.
When I was a student, I was primarily immersed in Hermann Hesse and his literature, researched him almost scientifically and, inspired by him, got into other romantic concepts of life. But the Hessian pointed in the wrong direction. Such a world view seduced many - or people didn't take it very seriously and used it as edification and beautiful reflection. This world presented to us is certainly not romantic, at least not towards me. It is this intact, protected middle class (in this case quite cosmopolitan) from which the missionary's son HHesse came and which later also influenced Loriot with all his sketches and films. This world has ended. Quite fast. What counts now is efficiency and money (“it's always been that way,” say certain voices who essentially admire the formal splendor of earlier rock music). The “how” is no longer important. The “honorable businessman” has fallen out of fashion, a long-retired role model. Certain political forces have made this and the new old driving force, “the market”, their programmatic focus. They give it an almost religious touch, they assert themselves and dominate.
Dienstag, 12. September 2023
Das ganz große Glück
Gibt es einen Verfall des Gemeinsinns? Gilt die Bedürfnisbefriedigung um jeden Preis? „Erfülle deine Wünsche, egal wer darunter leiden mag?“ Individuum: Er arbeitet hart, verdient gut und sieht seine Freundin, eine Modedesignerin, nur am Wochenende. Ob da Mitleid angesagt ist, wie zuletzt in Zeitungsbeiträgen zu lesen war. Arme Leistungsträger, arbeiten so viel und sind am Ende Buhmänner(Frauen?) der Nation? Ob es nicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit für den Mittelstand gibt, dem es ja so schlecht geht und der auch nur für die Steuern arbeitet? Ist es da ein Wunder, wenn man auf Berater zur Vermeidung der Abgabenpflicht zurück greift? „Steuervermeidung“ als Zauberbegriff? Konsum, Fitness, Schönheit, sich selbst erschaffen (mit Schönheitsoperationen, aber auch im Fitnessstudio), ist das das Ideal der Selbstoptimierung? Selbstsucht bis zum Anschlag, Hedonismus, sich nehmen, was man braucht. Höher, schneller, weiter…. Das „goldene Selbst“, wie das mal ein Soziologe genannt hat? Radikale Ich-Bezogenheit, Egoismus als Grundfigur des Seins? Ellenbogen um jeden Preis? Selbstverwirklichung. Selbstoptimierung. Nun, das hat sich bereits realisiert. Isolierung und Werteverfall haben sich in der Orientierungslosigkeit der Informationsflut längst vollzogen. Sich selbst erschaffen, sein Selbst? Wenigstens an der Fassade arbeiten? Identität gewinnen? Mal sehen, was KI so bringt. Marktgängig sein. Jederzeit zur Verfügung stehen, selbständig, dynamisch. Beruf als Bestätigung des Egos. Dazu Networking nutzen, zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Besser aussehen. Sich durchsetzen. Ratgeber für das ganz große Glück zu Rate ziehen. Das Haus rocken. Ich-Kultur.
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Is there a decay of community spirit? Does need satisfaction apply at all costs? "Accomplish your desires, no matter who may suffer?" Individual: He works hard, earns well and only sees his girlfriend, a fashion designer, on weekends. Whether there is compassion, as was recently read in newspaper articles. Poor achievers, work so much and end up being bogeymen (women?) of the nation? Isn't there a little more attention for the middle class, which is doing so badly and who only works for the taxes? Is it any wonder then, if one falls back on consultants to avoid tax liability? "Tax avoidance" as a magic term? Consumption, fitness, beauty, creating yourself (with cosmetic surgery, but also in the gym), is that the ideal of self-optimization? Selfishness to the max, hedonism, taking what you need. Higher faster further…. The "golden self", as a sociologist once called it? Radical self-centeredness, egoism as the basic figure of being? Elbows at all costs? self-realization. self-optimization. Well, that has already happened. Isolation and a decline in values have long since taken place in the disorientation of the flood of information. Create yourself, your self? At least work on the facade? gain identity? Let's see what AI brings. be marketable. Always available, independent, dynamic. Profession as confirmation of the ego. Use networking to do this, be in the right place at the right time. To look better. Prevail. Consult guides for great luck. rock the house, I Ego culture.
Sonntag, 7. Mai 2023
Empathy for me and you
Dass Empathie ein äußerst wichtiger Wert für die Weltgesellschaft werden könnte, scheint mir viel zu wenig gesehen zu werden. Dies mag auch im spielerischen Wechsel und Tausch der kulturellen Vorprägungen eine große Rolle spielen. Wir sollten neugierig sein und uns auf „das Andere“ einlassen können - und uns trotzdem der Gefahr bewusst zu sein, die darin liegt, dass andere Überzeugungen oft zu Gewalttätigkeiten führen. Eine solche Gewalt mag auch durch soziale Ausgrenzung bedingt sein. Oder dass Selbstgewissheiten und Identitäten oft daran gehängt werden, wie wehrhaft und angriffslustig man sich gibt. Hier gilt es, unseren „freundlichen“ Standpunkt klar zu machen. Wer an grundsätzlichem Austausch interessiert ist, sollte an dieser Stelle wohl möglichst informiert vorgehen. Auf einer anderen Ebene könnte mit Empathie auch so etwas wie nebeneinander her existierende Parallelgesellschaften verhindert werden. Eine gelungene Durchmischung kultureller Elemente wäre hier vielleicht dagegen zu setzen. Man könnte so was ja mal ernsthaft versuchen und nicht nur darüber reden. Das mag in unseren Breiten durchaus schon in der Schule beginnen und betrifft alle beteiligten Seiten. Personen könnten dadurch ein Gefühl dafür bekommen, dass es andere soziale Welten mit ihren eigenen Gültigkeiten gibt, als die, aus der man kommt. Und dass so etwas keinesfalls mit einer Abwertung des Anderen zu tun haben muss, ja, dass es bereichernd sein kann. Andere „soziale Welten“? Das ist das, was ich in diesem Blog zu umkreisen versuche. Die „Reise durch andere Welten“ könnte durchaus bereichernd ausfallen und muss garantiert nicht in Gewalt münden.
Donnerstag, 16. März 2023
Was Arbeit ist
Viele Menschen und auch viele mächtige Interessenverbände versuchen, herein zu rufen ins Geschehen und sich einzumischen in eine Diskussion, die sich vor allem um Arbeitsmoral und den Willen zur Arbeit dreht. Estimmten Kräften in dieser Gesellschaft scheint das Bestreben nach einer „Work-Life-Balance“ zu weit zu gehen. Sie trompeten ihr Anliegen hinaus, man als junger Mensch möge doch bitteschön in der Arbeit so aufgehen, dass man Tag und Nacht erreichbar sein solle, dass man für die „Karriere“ wirklich alles unternehmen solle und sich möglichst so zu Tode arbeiten solle, wie das Generationen einer sogenannten „Leistungsgesellschaft“ ihren jungen Jahrgängen vorgemacht haben. Ob dies das Versprechen, dass es einem besser gehen sollte als der Vorgängergeneration voraussetzen würde? Die „Generation Z“, so das Schlagwort für diejenigen zwischen 1995 und 2010 Geborenen, hat dazu aber keine Lust und sieht darin für sich kein Ziel, zumal das „Wohlstandsversprechen“ doch etwas löchrig geworden ist. Und: hat sich der „Markt“ nicht geändert und ist längst zu einem „Bewerbermarkt“ geworden? Bewerber können nicht zuletzt im „Fachkräftemangel“ ihre Bedingungen stellen, nicht mehr die Personalleiter. Der Personalengpass ist ja auf allen Gebieten sehr direkt spürbar (was bisher nicht deutlich dazu geführt hat, dass man ältere Arbeitskräfte in das Rentenalter hinein bisher auch durch besondere und maßgeschneiderte Bedingungen zu "nutzen" bereit war. Darf man viele Individuen mit den unterschiedlichsten Interessen und Bedürfnissen überhaupt zu einer „Generation Z“ zusammen fassen? Nun ja, möglicherweise hat sich gesellschaftlich eine Verschiebung der Werte ergeben, die besonders von einer jungen Generation getragen werden. Dies könnte ein statistischer Befund sein. Einfach mal ein Datum! Der Sinn von Arbeit könnte ein Wert sein, der ins Blickfeld vieler junger Menschen geraten ist. Sinn? Eine „gültige“ Kategorie?
Samstag, 20. August 2022
Soziale und geographische Determinationen und Identität
Mich interessiert die Ausstrahlung, die vom Kern einer Persönlichkeit (Gewisse Psychologen, Literaten oder Philosophen nennen und nannten das den „göttlichen Funken“) durch wechselnde Gesichter (Selbst/Persona) und Masken hindurch zu erahnen ist. Ob es dies Ego überhaupt gibt? Ob es Mühe kostet, es über ein ganzes Leben hinweg immer mehr heraus zu arbeiten? Es gab eine Phase in meinem Soziologie-Studium, die eine Weltsicht in diesem Sinne stützte und mit dem Modell „Lebenswelt“ verknüpfte. Dass Rollenverhalten sozial bestimmt sein kann, steht wohl einigermaßen außer Frage. Die daraus resultierenden Folgerungen haben mich im Studium beschäftigt. An der Universität war es, wo ich also lernte: Soziale Rollen resultieren auch schon mal aus ökonomischen Verhältnissen. Konkret: Jemand, der von Grundsicherung lebt, hat wohl andere Ansichten und Perspektiven, Routinen und Auffassungen von „Normalität“, als ein Milliardär. Dies lässt sich durchdeklinieren durch die gesamte soziale Realität. Sie resultieren auch schon mal aus geographischen Verhältnissen: Wer aus anderen Regionen dieser Welt kommt (also nicht Mitteleuropa!), hat schon aus Gründen der Sozialisation ein anderes Weltbild, das durch andere Religionen und andere Wertmaßstäbe geprägt ist. Ob es ein gangbarer Weg ist, alles und jegliches Verhalten zu tolerieren, oder ob der Weg nicht viel eher über ein tieferes Verständnis der jeweiligen Sozialisation (Erziehung) des Gegenüber führen sollte? Selbstverständlich sollte am Ende dieser Entwicklungen das Einverständnis und die Einigung auf gewisse Grundwerte stehen, in unserem Falle das Grundgesetz.
Dienstag, 12. Juli 2022
Sport und Leistung
Ich lese da in der Zeitung „viele junge Männer kommen da mit einem Rucksack voller Moralvorstellungen. Die sagen „Ich bestehe auch ohne zu betrügen!“ Und dann, Schritt für Schritt, merken sie, dass sie in diesem Milieu nur existieren können, wenn sie nach den Regeln der Stärksten spielen. Ob diese Aussage eines ehemaligen „Tour de France“-Teilnehmers noch immer zutrifft, vielleicht heute mehr denn je? Ob sie sogar auf allgemein gesellschaftliche Praktiken übertragen werden kann? Ob so etwas nicht das allgemeine Gesetz charakterisiert, nach dem die Gesellschaft funktioniert? Ob der Leistungssport da etwas beispielhaft verkörpert, was verlängert werden kann aufs Ganze? Ob es da den Mut dessen bedarf, der gegen den Strom schwimmen will, um sich selbst einigermaßen sauber zu halten? Ob der Leistungssport da nicht die Funktion einer Lokomotive des Wertes „Leistung“ übernimmt und den Wettbewerbsgedanken raffiniert ins Wertesystem dieser Gesellschaft abstreut? Fragen über Fragen. Der in den Medien hergezeigte Leistungssport könnte jedenfalls so etwas wie der Motor des Leistungsgedankens sein. Der zitierte Mann will erklärtermaßen „weg kommen von der Idee, besser als alle anderen sein zu wollen, sondern den Wettbewerb dazu zu nutzen, das Beste aus sich selbst zu machen.…“ Ob so etwas zu spüren im täglichen Vollzug des Leistungssports? Heute nochmal rein schauen in die Live-Übertragung von der „Tour de France“!
Freitag, 17. Juni 2022
Kinder kriegen (4)
Im Altertum schrieb Aristoteles, dass die Familie (und somit das Kind als Nachfahre) einer natürlichen Gegebenheit entsprechend eine Art „Urzelle“ der menschlichen Gesellschaft sei. Gleichzeitig deutet er das Kind als eine Art „Alterversorgung“ in der Hoffnung, dass es die erwiesene Fürsorge quasi zurück gebe und außerdem die Furcht vor dem Tod abmildere. Das Mittelalter gebot, Kinder zur Ehre Gottes zu zeugen und das Sakrament der Ehe dafür zu empfangen. Ein Kind ist eine Gottesgabe, die es zu bewahren gilt. Deshalb gibt es kein Recht, über Leben oder Tod eines Kindes zu bestimmen. In der Moderne kommt ins Blickfeld, dass ein Kind in einem allgemeinen Bevölkerungswachstum, einer zunehmenden Beschränkung des Raumes und einer Zunahme von Konflikten mit zur Ausbeutung von natürlichen Ressourcen beitragen mag. In unserer Gegenwart wird der Kinderwunsch und seine anschließende Realisierung zweifellos als ein Akt der Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung gesehen. Doch man kann im Namen der Selbstverwirklichung auch jegliche Nachkommenschaft ablehnen. Das Kind gilt nämlich auch als Kostenfaktor, der Karriere und berufliches Fortkommen verhindern kann, Erziehung hat einen zweifelhaften Nutzen: Wo sind die Maßstäbe dafür, was kann Eltern eine gewisse Sicherheit geben, gibt es nicht schon zu viele vernachlässigte Kinder? Gesellschaftliche Regeln: wechseln sie heutzutage nicht sehr schnell oder gibt es gewisse „eherne“ Gesetze, die unbedingt zu vermitteln wären?
Samstag, 16. April 2022
Fortschritt - bloß, wohin?
Inzwischen scheint es zu einer Pose verkommen, worum in der Vergangenheit gekämpft und zuweilen auch ein bitterer Preis bezahlt wurde: Jeder ist gegen etwas, die Protestpose hat sich verselbständigt und hat jetzt ihren marktwirtschaftlichen Preis. Ja klar, gegen Krieg ist jeder. Gegen Umweltzerstörung und Klimawandel auch. Eltern hören alte Scheiben von Pink Floyd und den Rolling Stones, schwafeln von Revolution und fahren dicke Limousinen. Fortschritt und Progressivität sind zu einem Label verkommen, ehe sie untergegangen sind. Junge hören im Streamingverfahren etwas aus dem Hiphopangebot. Die einstmalige Rockmusik und ihre Protagonisten samt den Figuren der „Protestbewegung“ sind längst – sofern sie noch leben – in die Integrationsfalle gegangen. Sie sind ein Teil des Entertainmentbetriebs. Happening. Hedonismus (Vergnügungssucht). Konsum. Wachstum. Was denn sonst? („Alternativlos“) Gewisse widerständige Politiker sind eine Fußnote geworden, sind dazu gemacht worden. Es ist alles ausgenutzt. Geronnen zum Gestus. Ganze Agenturen kümmern sich darum und pflegen den „Auftritt“.
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