Reise durch Wirklichkeiten

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Donnerstag, 13. November 2025

Fließband

Wir hatten das ja schon lange gespürt, alleine schon durch genaueres Zuhören und ein „Sich einlassen“: diese Anonymisierung der „erfolgreichen“ Musik. Vorbei der spezielle Sound, die musikalische Handschrift, die Identität eines Künstlers. Jetzt und heute dominiert die Arbeitsteilung, die Spezialisierung des Handwerklichen, hin zur Arbeitsteilung: in einem von einem namensgebenden „Produzenten“ gelenkten Produktionsstab gibt es Spezialisten für die Hook, für die Flächen und Harmonien, für den Groove und für den Gesang: alles ist normiert und codiert, vorbestimmt in Klangfarbe und Tempo. Pophits werden in großer Zahl wie ein skaliertes „Produkt“ am Fließband produziert. Es entsteht so jene Gleichförmigkeit des Massenprodukts, die heute die Charts und Megastars mit den großen Namen dominiert, was natürlich zu einer absoluten Verflachung der Popmusik führt. Da ist nichts mehr von dem einsamen Künstler, der eine geniale Idee aus sich selbst schöpft und dabei eine ganz persönliche Art der musikalischen Umsetzung pflegt. Ecken und Kanten sind out. Die niederschmetternde Machart und Ästhetik des Massenprodukts dominiert. Ja, es gibt noch wenige Ausnahmen, gewiss. Aber das erkennbare Bestreben, einen eigenen Ausdruck zu (er)finden ist vorbei. Sogar der einstige „Sommerhit“ ist verschwunden. Aufregung kann durch verschiedene Faktoren erzeugt werden. Auch dadurch, das scheinbar Unerhörte im Hörer zu Gehör zu bringen. Ein Wagnis, ein Risiko einzugehen. Natürlich spielt dabei auch der „Zeitgeist“ seine Rolle: Ob es „früher“ so war, dass man neugierig war, dass man Grenzen, Horizonte überschreiten wollte, - auch mittels der Musik? Dann stünde das aktuelle Geschehen in einem krassen Gegensatz dazu.

Montag, 20. Oktober 2025

Ausdruck KI

Der einzige, der das so spielte und musikalisch umsetzte, war ub (trotz KI). Auf diesem persönlichen Hintergrund sollte man diese Musik hören. Da ist in dieser Form eine Art Zusammenstellung, eine Zusammenschau, eine versuchte Synthese, die sich stets hart am Rand bewegte. Sein flanierendes Interesse an der Welt mag da auch eine Rolle gespielt haben. Da ist eine nachlässige Genauigkeit, da ist der gezielte und der ungezielte Fehler. Musik war und ist für ihn Ausdruck von Persönlichkeit, eines Wesens, das den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt ist. Musik hatte insbesondere stets etwas extrem Anziehendes, Faszinierendes für ihn. Seine komisch schräge und unentschiedene Existenz, aus der diese Musik kommt, ist aber nicht so leicht zu kopieren. Es käme bei einem Musikversuch vielleicht wacklig Erwägendes oder „Unprofessionelles“ dabei heraus, was so gar nicht gelitten ist. Muster gegen den Strich zu bürsten, war seine Leidenschaft. Verfremden. Abstand gewinnen und dann neu zu sehen (deuten). Nach all diesen Erkenntnissen macht KI (nach vorläufiger Einsicht) dieser Musik gar nichts aus. Sie ist sowieso nicht massenkompatibel.