Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Freitag, 10. April 2026
Legitimationen
Problem einer Tendenz: Alles, was staatskritisch ist wird als demokratiekritisch und politisch unkorrekt aufgefasst und ist verboten (was natürlich geleugnet wird!). Zuweilen werden wohl auch in aller Frühe Hausdurchsuchungen veranstaltet, natürlich zum „Stabilisieren“ des Systems. Bürger waren in der Vergangenheit zudem zur Denunziation aufgefordert. So geht es zu in Autokratien und Diktaturen, aber auch zuweilen bei uns. Einschüchterung. Angst. Der zweite Trick: es wird Populismus unterstellt, wenn man vereinfacht, weil einem als Privatmensch nicht die Zeit noch die Informationen zur Verfügung stehen, wie einem Profi (mit tausend Assistenten und Zuträgern...)…. Journalisten, die zig Quellen, Archiv und Informanten haben, stehen diesbezüglich gerne mal in der ersten Reihe. Sie sind quasi schon durch Beruf Populisten. Sollen vereinfachen und verständlich machen. Wie es zugeht? Es sollten sich Einwände schon in ein bestimmtes parteitaktisches und idiologisches Konzept einpassen, - sonst ist jeder Einwand verboten und entlarvt. Eine bestimmte Klasse von Leuten gefiel sich doch darin, um jeden Preis zu kritisieren. Diese Leute scheinen sich jetzt, unter den besonderen Bedingungen jetzt, zu den Legitimierern alles Staatlichen geschlagen zu haben. Etatismus pur. Wobei mir eine gewisse Skepsis dem Staat gegenüber eigentlich angebracht erscheinen würde: in Extremfällen gebärdet er sich oft als schlimmster aller Konzerne, insbesondere wenn es ans Sparen geht und darum, Aufträge über eine lange zeitliche Strecke sehr europäisch auszuschreiben, damit sie an den Billigsten (den Ausbeuterischsten!!!!) vergeben werden können. Bürokratieabbau…. On the rocks. Ist in Mode.
Freitag, 27. Juni 2025
Wachstum rocks?
Ich habe auf einem Zettel folgende Notiz gefunden, die möglicherweise in diesem Blog schon erschienen ist. Ich habe sie aber aus heutiger Sicht versucht neu zu bearbeiten. Was dabei heraus gekommen ist, ist hier zu lesen: Die Lotterie des Lebens bedeutet: wir leben hier noch in einer Gesellschaft der bürgerlichen Grundrechte, in der zwar dem Wirtschaftswachstum auch vieles geopfert wird, aber bisher nicht die Bürgerrechte, den Rechtsstaat, die Demokratie. Gleichwohl ist auch um diese Werte ein Kampf entbrannt. Wie gut dieser Wert mit dem Wert Wachstum zu vereinbaren ist, mag erstmal dahingestellt bleiben. Der Preis wird derzeit bezahlt.
In anderen Staaten (besonders denjenigen mit gewissen autoritären autokratischen Zügen, die mit „bürgerlichen Grundwerten“ offenbar nicht allzu viel anfangen können...) scheint dagegen das Wachstum über alles zu gehen, sogar über das menschliche Leben. Führer schwingen sich auf, erobern oder behaupten die Spitze, bis nach einer gewissen Zeit auch sie unter Umständen sogar niedergemetzelt werden. Das Leben in seiner vitalistischen Funktion erlebt auch heute noch fröhliche Urständ': Fressen, Saufen, Ficken. Oder wie T.S. Elliott es ausdrückte: „Birth, Death, Copulation, that's all....“. Fortschritt könnte bedeuten, einen kleinen zivilisatorischen Schritt darüber hinaus zu wagen, - weil wir Menschen sind.
Dass dieser Gedanke weltweit auf dem Rückzug erscheint, gehört zur großen Tragik des menschlichen Geschlechts, genau so, wie die selbstverursachte Klimakatastrophe, die damit verbundene Umweltzerstörung und das Artensterben. Der Mensch will sich wohl als „Alleinherrscher“ die Erde untertan machen. Dabei könnte alleine schon der Ausbruch eines Supervulkans seine Existenz in kurzer Zeit vernichten. Von Bedrohungen aus dem Weltraum wie etwa niederstürzenden Meteoriten oder Asteroiden ganz zu schweigen. Woher nimmt der Mensch seine Arroganz, seinesgleichen gegenüber, aber auch der Erde und ihren Geschöpfen? Es ist leicht, solche Überlegungen als „moralisch“ abzuqualifizieren, sie als untauglichen Versuch darzustellen, über das unvermeidlich Faktische kritisch nachzudenken. Dabei wäre dies scheinbar „unvermeidliche“ keineswegs so. Es sind dies Denk- und Verhaltensformen, die sich schwache Menschen zu eigen gemacht haben, die glauben, vom gegenwärtigen Zustand profitieren zu können.
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