Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 9. September 2024

Meine Blicke

Ich bediene mich auf meiner FBSeite so mancher Verweise, Chiffren, die aber kaum als solche verstanden werden. Es gibt Seitenblicke, Überblicke, Eintauchen in andere Realitäten direkt neben uns oder ferne in meinen Fotos. Meine Perspektiven. Augenblicke. Diese Fotos dokumentieren oft den Blick auf die Seite, dem bloß mediengestylten Schönen abgewandt, ein Blick, der meiner Meinung nach ansonsten zu oft vernachlässigt wird, zb Wald und See, - Realitäten. Ich mache einigermaßen rätselhafte Bemerkungen auf meiner FB-Seite, gebrauche kurze Denksätze, die im Raum stehen bleiben. Offen, Surreal, kryptisch, die Wirklichkeit bezeichnend, verfremdet, subversiv unterlaufend, verdeutlichend, bizarr, einer Verklärung abhold. Bezeichnendes/Signaturen für die Kommunikationssituation….

Dienstag, 5. Oktober 2021

Zeichen

 

Ich mag Worte und Wortfetzen, Formatierungen, die Einstellungen, Lebens- und Sinnwelten offenlegen und auch verfremdet sein können (z.b. Amtssprache, Fußballersprache, Leistungssport, Akademiker, Bildungssprache usw.). Ich interessiere mich für kurze Einlassungen, Phrasen und Wortklischees, die typisch sind, die etwas charakterisieren, die wie Chiffren wirken, für eine Richtung, für einen Zusammenhang. Da sind auch Spezialsprachen, Kürzel und Gefühlsausbrüche, die bezeichnend sind. Ich sehe genauer hin und versuche, einen Sinn zu erschließen, die Formierungen und Deformierungen zu erkennen, denen wir alle ausgesetzt sind und die wir nahezu unbewusst in den Bereich der Sprache übernommen haben. Dies mag oft grotesk und absurd wirken, ist aber nicht immer lustig.

Sonntag, 1. April 2018

Was ich mit meinen Fotos will

Was ich mit meinen Fotos will? Nicht der Schönheit nachjagen, der Beschönigung, wie das so viele andere tun und das vielleicht auch sehr viel besser können. So etwas wie Werbefotografie liegt mir sehr fern. Nein, ich will, wenn es geht (man muss es auch können!), andere Perspektiven eröffnen, will, dass wir den Alltag anders wahrnehmen. Das, was uns umgibt. Will darin Momente finden, sie irgendwie dem Fluss der Zeit entreißen, im Wissen, dass das nicht geht. Andere Perspektiven eröffnen. Auch Hässlichkeiten aufzeigen - jawohl, sie umgeben uns auch! Den Blick etwas bewusster auf diese Hässlichkeiten lenken, auf Alltäglichkeiten und „Normalitäten“, ihnen eine andere Perspektive abzwingen. Das abbilden, was andere niemals tun würden. Ein Gefühl der Entschleunigung erzeugen. Dieses Modewort mit dem Modewort Achtsamkeit verbinden und ihnen meine eigene Note geben. Dadurch ein anderes Bild von der Wirklichkeit ankratzen. Wahrnehmung kitzeln. Das Paradoxon anpieksen. Die Wirklichkeit ist metalogisch, das sollten wir nicht vergessen. Sie lässt sich nicht mit den Mitteln der Logik erschließen. Sie lässt sich nur erfahren. Betrachten. Es gilt, ihr etwas Sinnlichkeit zu entreißen. Und es gilt, ihr etwas persönliche Bedeutung mitzugeben. Das, was sich in meinem Bewusstsein aus meiner Perspektive abbildet. Das, was mir und für mich wichtig ist.

Mittwoch, 10. Mai 2017

Lächeln als Zustand

Was mir beim Fernsehen aufgefallen ist: Dieses Dauerlächeln. In der Politik oft in Verbindung mit Handshakes geradezu zwanghaft. Im Showgeschäft scheint's zum Handwerk zu gehören. Kaum jemand zeigt da authentische Gefühle. Alles ist gespielt und aufgesetzt. Cheese als Maske. Eine sehr offensichtliche Lüge (die wohl den sozialen Umgang erleichtern soll, in Wirklichkeit erschwert sie ihn manchmal...). Alles gut? Wir regeln das. In unserem Sinne. Wir lächeln alles weg (und heben im Amerikanischen dazu den Daumen...). Strahlemann bringt Optimismus in düsterste Umgebung. Lächeln ist Verkaufen. Sich. Seine Sache. Einer Sache ein lächelndes Gesicht geben. Ein Lächeln kann nahe legen, dass man sich vertraut und bereit ist, etwas zu teilen. Außerdem scheint die allgemeine Erwartung nahe zu liegen, man würde mit den eigenen Emotionen nicht hinter dem Berg halten. Vor allem nicht mit den positiven. Zu den unausgesprochenen Regeln gehört es dann auch, selbst Unbekannten ein Lächeln zu schenken. Es gilt unausgesprochen und unbewusst als ein Ausweis der Vertrauenswürdigkeit und der Menschlichkeit. Ob so etwas auch zum allzu offensichtlichen Gebrauch von "Fake News" und "alternative facts" beigetragen hat? 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Frisierte Elitenherrschaft

Die neue britische Premierministerin, die einen großen Beraterstab haben soll, ernennt Boris Johnson, den etwas übermütigen ehemaligen Bürgermeister von London, persönlichen Rivalen von Cameron, Beleidiger von Obama und Antreiber des Brexit, zum neuen Außenminister von Großbritannien. Ein Zeichen. Etwas befremdlich. Wohl auch ein Zeichen dafür, dass sie jetzt alles kann. Ein Zeichen für den Rest der Welt. Ein Zeichen aber auch dafür, dass die Eliten machen, was sie wollen. Was sie für schlau halten. Wenn's nicht klappt oder wenn allzu viel Verantwortung droht, schlagen sie sich seitwärts in die Büsche, - wie zuletzt oft vorgeführt (ach, Namen sind da doch völlig unwichtig, obwohl Journalisten das als "Grundgesetz" pauken. Es geht um die Struktur dahinter, Gesichter sind da austauschbar!). Solche Eliten benutzen die Öffentlichkeit als Bühne, auf der sie ihre Eitelkeit präsentieren. Auf der sie paradieren und ihre Macht vorführen. Ob das nicht ein bisschen rückwärts gewandt ist? Oder ob es genau das ist, was die Leute wollen? Ob das in die Zukunft führt, in der last but not least per Internet Transparenz möglich wäre? Wäre.... Ob gegen Transparenz ein Bollwerk errichtet werden soll, vielleicht sogar mithilfe von „Big Data“? Ob der Zugriff darauf, auf "Big Data", etwas mit Geld und ökonomischer Macht zu tun haben wird? Schnell geht’s hinaus in große Fragen, wobei der Auslöser doch nur eine Attitüde der Herrschenden war. 
Wenn ich Brite wäre, wüsste ich jetzt nicht so recht.... Aber auch als Europäer stellen sich einem solche Fragen. Der französische Häuptling und Oberstaatsozialist soll sich einen Friseur halten, der den Steuerzahler 10000 Euro im Monat kosten soll und der dem eitlen Präsidenten rund um die Uhr für seine drei Haare zur Verfügung stehen soll. Soll. Eben noch saß er öffentlichkeitswirksam und penibel frisiert bei den Spielen des „Team Tricolore“ bei den Fußball-Europameisterschaften herum. Selbst Fußballer scheinen bei solchem eitlen Gebaren nicht mehr ganz mitzukommen, auch wenn sie die putzigsten Frisuren versuchen und vorführen. Jetzt werden solche Dinge bekannt. Was ich wohl wählen würde, wenn ich in Frankreich leben würde? Oder wäre ich einfach nur anders sozialisiert, wäre gewohnt, das sich bestimmte und klar definierte Kreise öffentliche Ämter und Funktionen unter sich aufteilen? Den eitlen Staatspräsidenten, die blond-dumpfe Rechtsauslegerin oder gar den Gaullisten-Erben Sarkozy, der gewisse sozialen und ethnischen Unterschichten, für deren Integration der französische Staat traditionell wenig tut, „auskärchern“ wollte und der sich sich allerlei andere, nun ja! - Extravaganzen – geleistet hat? Was also soll jemand, der mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden ist, demnächst wählen? Ob in Deutschland die Lage besser ist? Nun ja, noch brummt die Wirtschaft und alle sind's zufrieden. Was aber, wenn sie das nicht mehr tut?