Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 26. Mai 2024

Freundschaft, Meinungen

Über Freundschaft sagte einst die Schauspielerin Diane Keaton : „„...Freundschaft ist eine langfristige Angelegenheit, bestenfalls hält sei ein Leben lang. Vielleicht ist das Freundschaft: eine Langzeitbeziehung mit jemandem, für den man da sein will und der für einen da ist....Freundschaft ist eine Form der Liebe“. Wenn ich „Freundin/Freund“ nenne? Ich habe dazu in einem längst in der Vergangenheit verschwundenen Part meines Tagebuchs gefunden: „Ich habe immer noch die Vision aus meiner Kindheit, jemanden zu finden, mit dem ich mich voll austauschen könnte, ohne Argwohn, ohne diese permanenten Verletzungen, die heute Alltag sind und vor denen man auf der Hut sein müsste. Wo man bereit ist, sich wie selbstverständlich Zeit zu schenken. Und alles andere auch. Sich gegenseitig Intensität geben und den Andern dessen Bestes fühlen lassen. Es gilt auch, gegenseitige Fixierungen aufzugeben, dem anderen Spielraum zu gewähren, überhaupt: dem anderen und sich selbst in der gesuchten Gemeinsamkeit Spielraum geben. Dinge auch genauer zu erklären. Alles Mögliche auszuprobieren. Einen Schutzraum schaffen. Wirkliche Kommunikation versuchen. Maßlos sein, ohne sich entschuldigen zu müssen.... „

Donnerstag, 25. Mai 2023

Karusell

Da waren und sind Personen, die gewisse Trends, Ideen und Ansichten wohl deshalb geteilt haben, weil sie mehr oder weniger dem Zeitgeist entsprachen, der sich immer schneller wandelt. Entsprechend schnell legen diese Personen ihre Einstellungen und Werthaltungen zur Seite, tauchen damit eine Weile unter und passen sich dann wie Chamäleons an die jeweiligen aktuellen Trends an. Wenn man sie in seiner Notlage brauchen würde, sind sie weg, lassen sich nicht einmal mehr ansprechen, haben deine Adresse verlegt oder haben dich sonstwie aus dem Blickfeld verloren. Jawohl, auch das ist Realität. Da sind nicht nur diese optimal funktionierenden Freundeskreise, die so ach wichtig sind fürs eigene Wohlbefinden und die in den Medien immer wieder betont oder von Psychologen zwecks Stabilisierung empfohlen werden. Auch sie gehen unter gewissen Bedingungen kaputt, werden von mangelnder Empathie zerstört. Was war der Dialog mit solchen von mir einst bevorzugten Personen wert? War das Vertrauen, das man diesen Personen entgegen brachte? Wert? Für wen? Sie schienen Nutzen daraus ziehen zu wollen, aus dieser „Beziehung“, - was einem zunächst nicht als vordringliches Motiv aufgefallen war. Klaro, man hat selbst sein Teil zu der Situation beigetragen, man ließ gewähren, war zu passiv, träge, man war auch schuld, indem man Verantwortung für sein Verhalten hatte. Nur ist es wohl so, das diese Personen jetzt oben sind und ich unten, dass es ihnen gut geht, während es mir extrem schlecht geht. Einfach so. Hinein geschlittert. Man hatte gar nicht wahrgenommen, wie sich dies entwickelt hatte. Jawohl, jetzt, Selbstmitleid! Das ist verboten! Das alles passiert mitten in der Gesellschaft. Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit? Wenigstens ein bisschen davon wäre nicht allzu - verklärend. Jawohl, ich bin die Stichprobe in der Statistik! Ich habe eine akademische Ausbildung abgeschlossen, habe Titel und Abschluss. Aber es gibt da ein Absaufen. Ein Ertrinken. Ein Verschwinden. Im "Markt". In der Geschäftigkeit der Technokraten. Ich versuche, daraus eine Zeitweiligkeit zu machen. Ich versuche, wieder anzugreifen (Im Rahmen meiner Möglichkeiten). Es ist mir bisher nicht gelungen. Aber draußen in dieser Welt ist plötzlich niemand dieser Leute, die so taten, als würden sie einem nahe stehen. Da ist niemand ansprechbar. Weil man selbst komisch seltsam geworden ist? Die Einschläge ins Bewusstsein, die von allen Seiten auf einen einprasseln und die einen manchmal überfordern können, diese zu teilen mit gewissen Personen, könnte zumindest entlasten. Das könnte einem helfen. Aber was ist los? Man hat den falschen Leuten getraut. Ganz einfach. Man hatte sie an sich heran gelassen. Man war für sie so etwas wie ein gehobener Zeitvertreib.

Mittwoch, 4. September 2019

Amaryllis (Songtext 2013)


AMARYLLIS

I was calling you from a distance
and you seemed to be there
I was calling for a lovely friend
it always had come to the same end

We' re seeking and we're hiding
and we dig a coloured hole
you are the one that I am yearning
that's the funny thing I've found in a drink

Refr.
Nothing surprises
always it's the same again
there is always the wet kind feeling
the wrong challenges of dreaming

I was calling you from my distance
into my own kind of life
but there was no deadline for beginners
no mercy for this strange kind of sinners

I was a part of any (the) flowing water
and I could be inside the flow of life
I felt near to the vision of a vision
and I never felt to be on a mission

I never should have told a human being
what makes my real world go round
everyone grows older every second
we're all are sighing the same dirty sound

Samstag, 29. September 2018

Falsch disponiert

Leute sind an dir vorüber gegangen. Du hast versucht, sie zu begreifen, wähntest dich ihnen nahe. Doch letztlich blieben sie unbegreiflich. Klar, hättest du das eine oder andere Mal mehr auf sie zugehen können, hättest ganz betont den Dialog suchen sollen und Rituale der Gemeinsamkeit vollziehen (nach deiner eigenen Einschätzung tatest du das viel zu oft...). Doch erstens: war der Moment deiner Ansicht nach jeweils nicht danach. Du warst auch zu träge, zu unbeweglich, warst vielleicht auch zu enttäuscht. Zweitens hattest du stets einen gewissen Stolz, der es dir verboten hatte, dich anzudienen, dich anzubieten..... Du erinnerst dich noch, als du mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus lagst, solltest du eine bestimmte Person anrufen (was du schließlich auch tatest...), weil jene dir gegenüber freimütig bekannte, dass sie deine Telefonnummer vergessen oder verlegt hatte. Sie tat überrascht und - so konntest du zweifelsfrei schließen - hätte dich nie im Leben angerufen. Wow, du warst für diese Person verschwunden und es machte dieser Person nichts aus! Du hast einigermaßen daraus gelernt, als genau diese Person zum zweiten Mal verschwand. Überhaupt waren plötzlich viele der Leute verschwunden, zu denen du glaubtest, eine Art persönliches Verhältnis zu haben. Sie hatten einen anderen Umgang, zu dem so etwas wie Solidarität nicht zu gehören schien.
Ich hatte geglaubt, mit jener Person (in diesem Falle weiblich...) relativ intime Details ausgetauscht zu haben, hatte sie in meine Seele blicken lassen. Das Erotische schwang zwar mit, war aber in diesem Falle nicht wichtig. Es war mehr die Kommunikation an sich. Doch offenbar wurde dies "Grundmenschliche" alles weggeworfen, spielte keine Rolle, wurde vergessen, verlegt, zerlegt, war längst zermahlen im Treibsand der pseudo-familiären Umgänge. Es wurde ganz offensichtlich bedeutet, dass man dieser Person nichts bedeutet hatte. Hm. Meine Lehre: Man war ganz offenbar „auf dem falschen Dampfer gewesen“. Man hatte sich selbst die Realität schöngeredet, hatte gelaubt dort, wo Skepsis angemessen gewesen wäre. Ob man dadurch zynischer geworden ist? Mag sein. Aber auch realistischer. Vielleicht hat es ein kleines Stück dazu beigetragen. Wie so manche ähnliche Erlebnisse, die merkwürdigerweise alle ziemlich negativ waren. Ja, man war doch offen dem Positiven gegenüber, hätte nichts dagegen gehabt.... aber die Wirklichkeit spielte andere Spiele. 
Blödsinnigerweise zeigte alles in eine andere, eine negativere Richtung..... Ob einem das jetzt ein Recht zum Selbstmitleid gibt? Diese Frage können nur Leute stellen, die aus irgendeinem Grunde nur Positives erleben, die so richtig positiv in die Welt hinaus blicken und nur das Wahre Gute wahrnehmen. Schön, wenn das möglich ist! Sorry, ich kann das nicht, habe es nicht gelernt. Ich weiß: das Positive sehen, das Negative nicht an sich heran lassen... usw., diese oft gehörten Phrasen. Aber jetzt ist sowieso einiges anders. Mir ist das inzwischen alles egal. Ich komme sowieso nicht mehr dahinter, erfasse die dahinter stehenden Strukturen nicht. Ich kann meine Erkenntnisse nicht einbringen. Ich spiele da nicht mit. Meine Überlegungen vermodern zugunsten all der Willy Wichtigs.....
Sollen sie uns doch die Welt erklären! Du hast Leute kennen gelernt, die stets etwas bestimmtes von dir wollten. Anderes nicht. Ganz bestimmt und gezielt. Das ist für mich der Inbegriff der Entfremdung. Man sucht sich an einem anderen etwas aus, was man von ihm will. Auf den Rest legt man keinen Wert. Ich habe das oft gemerkt und reagierte darauf sauer, wurde vielleicht auch mal unfair. Aber ich wollte nicht nur einen gewünschten Teil von mir geben. Ich wollte möglichst in meiner Gesamtheit akzeptiert werden. Ich wollte viel dafür tun, erwartete das aber auch von jemandem anderen.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Freunde, Freundschaft

Über Freundschaft sagte die Schauspielerin Diane Keaton neulich in einem Interview der Süddeutschen Zeitung (wo ich mir was heraus geschrieben hatte): „„...Freundschaft ist eine langfristige Angelegenheit, bestenfalls hält sei ein Leben lang. Vielleicht ist das Freundschaft: eine Langzeitbeziehung mit jemandem, für den man da sein will und der für einen da ist....Freundschaft ist eine Form der Liebe“. Wenn ich „Freundin/Freund“ nenne? Ich habe dazu in einem längst in der Vergangenheit verschwundenen Part meines Tagebuchs gefunden: „Ich habe immer noch die Vision aus meiner Kindheit, jemanden zu finden, mit dem ich mich voll austauschen könnte, ohne Argwohn, ohne diese permanenten Verletzungen, die heute Alltag sind. Wo man bereit ist, sich wie selbstverständlich Zeit zu schenken. Und alles andere auch. Sich gegenseitig Intensität geben. Es gilt auch, gegenseitige Fixierungen aufzugeben, dem anderen Spielraum zu gewähren, überhaupt: dem anderen und sich selbst in der gesuchten Gemeinsamkeit Spielraum geben. Alles Mögliche auszuprobieren. Einen Schutzraum schaffen. Wirkliche Kommunikation versuchen. Maßlos sein, ohne sich entschuldigen zu müssen.... „ 

Dienstag, 5. September 2017

Freundschaft und Tier

Freundschaften aufzubauen, ist ein komplexer Vorgang, der auch unter verschiedenen Tierarten, Spezies stattfinden kann. Das ist zwar selten, aber es passiert insgesamt vielfach. Es gibt dieses unglaubliche Vertrauen, das dabei sofort entstehen muss und nur zwischen zwei Individuen stattfinden kann. Tatsache ist: Soziale Beziehungen heben die Überlebenschance.Womöglich sind wir Menschen nicht die einzigen, die komplizierte Beziehungen eingehen. Tiere haben Gefühle und sie denken – freilich nicht in unseren Kategorien, - nicht in unserer Welt, und doch in ihr. Denn sie müssen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, die auch unsere ist. Sie bilden diese Welt auf ihre eigene Weise in sich ab und gehen damit um. Es ist etwas Eigenes. Wir sollten genau das nicht vermenschlichen. Zu sagen, ein Tier sei eine Art Roboter, die nur Instinkten folgt, ist Unsinn. Das Tier lernt auch an der Situation, nimmt Eindrücke auf und setzt sie in Verhalten um. Es ist zudem ein gängiges Vorurteil, dass Tiere nur fressen und sich fortpflanzen... es scheint vielmehr vieles in ihrem Leben Platz zu haben, von dem wir noch keine Ahnung haben. Ihre Art der Beziehung kann uns womöglich so manches lehren: Techniken gemeinsam nutzen, soziale Bindungen herstellen, indem man zusammen spielt und zusammen Grenzen testet. Viel Zeit miteinander verbringen. Sich auf positive Weise miteinander beschäftigen. Das schafft Vertrauen. Und, was wohl auch für Menschen gilt: In einer guten Beziehung ist man glücklicher. Der Körper ist gesünder und man ist psychisch stabiler.