Reise durch Wirklichkeiten

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Mittwoch, 5. August 2026

Demokratie, Markt und Mitbestimmung

Ob mich immer noch der Spruch eines Politikers verfolgt, man solle doch das Denken und Handeln über eine Klimastrategie gefälligst „den Profis“ überlassen? Ob mich das schlagartig zu einem neuen Nachdenken über die Möglichkeiten der Demokratie gebracht hat? Ob ich dadurch Parallelen und Entwicklungen klarer gesehen habe und ob mir gewisse Parallelen zu den einstigen Äußerungen der „offiziellen“ deutschen Politik bezüglich einer„Alternativlosigkeit“ und den Möglichkeiten einer „marktkonformen Demokratie“ noch stärker aufgefallen sind? Ob da eine selbsterklärte „Elite“ sich eines bestimmten Diskussionsraumes bemächtigen will, ob sie die darin liegenden Möglichkeiten nach ihrem eigenen Gutdünken einschränken und definieren will und ob sie alle Macht „den Profis“, den Experten und professionellen Machtverwaltern überantworten will? Ob das demokratisch ist oder ob darin eine gewisse Arroganz der Mächtigen liegt? Ob der öffentlich diskutierte Raum der Alternativen zugunsten eines von „Profis“ und scheinbaren „Experten“ eingeschränkten Raumes eingeschränkt und zur Alternativlosigkeit erklärt werden werden soll? Ob der Markt die alles entscheidende Größe und das Souverän ist, - nicht etwa das „Volk“? Ob auf dem Markt gewisse politische (Nicht-)Handlungen besser „verkauft“ und nicht etwa erklärt werden müssen? Eine konsequente neoliberale Haltung könnte dahinter stehen. Und ob das globale Aufkommen eines Populismus mit der derart dem „Volk“ zugeschriebenen Unmündigkeit zu tun hat? Mächtige, die so etwas behaupten, glauben doch auch an die Dummheit des Volkes, das den Entscheidungen der „Eliten“ nicht mehr folgen kann oder gar zu bequem, unbeweglich, faul und unfähig dazu ist…

Mittwoch, 4. März 2026

Talk talk

Wobei mich Zweifel überfallen: Wenn irgendwelche ehemalige oberschlaue Musterschüler im Fernsehen in geschlossenem Kreis zusammensitzen, um mit Empfehlungen garniert bestimmte Maßnahmen zu preisen. Gerne wird dabei mit speziellen Kenntnissen geprahlt, die das eigene Selbstverständnis abstützen und gleichzeitig Legitimation nach außen demonstrieren sollen. „Hey, seht her; wir sind die Durchblicker….!“ soll dies wohl ausdrücken. Was mich daran stört: Solche Posen haben viel zu wenig die Fortschritte in gewisse gesellschaftliche Richtungen befördert. Sie wiesen meist eine Berechtigung aus, an gewissen Konferenzen über viele viele Flugmeilen und Honorare hinweg teilzunehmen, an den Talkshows der Wichtigen teilzunehmen, scheinbar „wichtige“ Vorträge zu halten und - nichts zu bewirken. Es steigt in dieser Gesellschaft ein Nebel an Geschwafel auf, der bei genauerem Hinsehen meist direkt interessengeleitet ist und eher zur Verwirrung als zu Klärung beiträgt. Es gibt wohl zahlreiche Politikwissenschaftler, die dies als ein modernes Zeichen einer Bewegung zum Totalitarismus deuten: gezielt Verwirrung stiften. Ein „mündiger Bürger“ würde sich angesichts dessen im Idealfall ein eigenes Bild machen (was schwer genug ist…..) und danach alle vier Jahre wählen: eine Partei, eine Bewegung, die dem entspricht, was ihm am ehesten einleuchtet. Leider stehen dem oft auch Gründe mangelnder Zeit entgegen (wer kann sich schon genau damit befassen?), was ökonomisch begründet sein könnte. Es fällt wohl jedem auf, dass dies in Zeiten einer digitalen Transparenz und Durchschaubarkeit bestimmter Prozesse zu wenig sein könnte, um demokratische Mitbestimmung und „Aufschung“ zu demonstrieren. Was also folgt daraus? Die „demokratischen Eliten“ könnten sich als vielleicht weniger geschlossene Gesellschaft darstellen, sie könnten auf eine breitere und klarere Erklärung von Umständen zielen. Sie könnten versuchen, die allgemeine Bevölkerungen bei ihren Beschlüssen und Maßnahmen mitzunehmen, erklären ins Einfach hin, ohne populistisch zu werden. Weniger Distinktion und Arroganz wäre angesagt, mehr Nähe zum Alltag der Vielen……, in einer fortgeschrittenen Gesellschaft, die sich gerne als solche präsentiert.

Samstag, 28. Februar 2026

Komplex

Klar ist: alle haben zu allem eine Meinung. Aber sie suchen gleichzeitig nach Orientierung, nach der klaren Trennlinie zwischen Schwarz und Weiß, sie suchen nach dem, was wahr (!) ist. Dabei spielen auch Ängste eine Rolle. Etwas nicht mitzukriegen, was spielentscheidend ist. An dieser Stelle wird man schnell empfänglich für Verschwörungstheorien. Diese wollen einem erklären, was hinter den Kulissen wirklich abläuft. Ob das unter anderem auch eine Folge davon ist, dass wir oft genug von staatlichen Institutionen falsch informiert und "beruhigt" worden sind? Es bilden sich auch Ängste vor einer Realität, die einen womöglich sozial blitzschnell abrutschen lässt... Eine Realität, die Fremdes und Fremde zu bieten hat, das Uneinheitliche, Wilde. Nicht nur an dieser Stelle wird gerne nach „Experten“ gerufen. Diejenigen, die sich stellvertretend für uns mit einer Sache intensiver beschäftigen. Blöd nur, dass diese „Experten“ auch ihrem eigenen Interesse und ihren eigenen Erkenntnismöglichkeiten unterliegen. Dass sie als Lobbyisten oft genug Einfluss nehmen, im Sinne derer, die sie bezahlen. Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden) oder sich eindeutige religiöse Orientierung an Land zu ziehen. Es ist diese Suche ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten, viel beschworenen und zuletzt dann dann doch wieder außer Mode gekommenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese Art der „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle, unter anderem auch durch das Zauberwort KI. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren.

Samstag, 24. Januar 2026

Im Geldexpertentum

Leute, die viel Geld haben, glauben, Spezialisten dafür zu benötigen, die sie im Hinblick auf ihre Anlage beraten: „Experten“. Diese „Experten“ der Geldverwaltung sind rastlos dafür unterwegs, die Anlagen ihrer „Klienten“ zu erhalten oder - je nach Risikoprofil - sie trickreich zu mehren. Indem sie also versuchen, sämtliche Vorteile (inklusive „Steueroptimierungen“ oder gar „Cum-Cum oder Cum-Ex-Geschäfte), für ihre Klienten und letztlich sich selbst, zu erreichen, tragen sie mit dazu bei, die Kluft zwischen Arm und Reich zu vergrößern. Denn welcher „arme“ Mensch hat schon einen Anlageberater zur Verfügung und wäre dadurch „auf Augenhöhe“? Wer sich als Angehöriger eines schmaler werdenden Mittelstands unter Umständen bei den Banken beraten lässt (so wie es halt dem vergleichsweise „armen“ Menschen möglich ist), der wird oft in Fonds getrieben, von denen viele Leute und Institutionen profitieren, nur nicht der Eigentümer des Fonds. Solche Fonds scheinen mir oft Kapitalverwahrstellen mit hohen Nebenkosten zu sein, von denen meist Banken, Fondsgesellschaften oder deren Mitarbeiter profitieren. Für den Anleger selbst bleibt da oft nur eine schmale Rendite in guten Zeiten und hoher Verlust in schlechteren Zeiten. Ist halt so. Muss hingenommen werden. Basta! Verkaufen, gut. Aber was dann? Wer sich dann genauer einarbeiten und in relativ „erfolgreiche“ (was das ist, bestimmen die Fonds selbst, per für den Kunden oft intransparenter „benchmark“) Fonds (auch Upstarts und relativ unabhängige kommen da in Frage) investieren will, wird merken, dass die Rendite auch da unter Schwindsucht leidet und lächelnde Fondsmanger nichtsdestotrotz in den Medien sich großartige Sportwagen leisten und allerlei Erfolgsmeldungen verbreiten.

Samstag, 13. September 2025

Geldmenschen

Leute, die viel Geld haben, glauben, Spezialisten dafür zu benötigen, die sie im Hinblick auf ihre Anlage beraten: „Experten“. Diese „Experten“ sind rastlos unterwegs, die Anlagen ihrer „Klienten“ zu erhalten oder - je nach Risikoprofil - sie trickreich zu mehren. Indem sie also versuchen, sämtliche Vorteile (inklusive „Steueroptimierungen“), für ihre Klienten und letztlich sich selbst, zu erreichen, tragen sie mit dazu bei, die Kluft zwischen Arm und Reich zu vergrößern. Denn welcher „arme“ Mensch hat schon einen Anlageberater zur Verfügung? Wer sich als Angehöriger eines breiten Mittelstands unter Umständen bei den Banken beraten lässt (so wie es dem vergleichsweise „armen“ Menschen möglich ist), der wird oft in Fonds getrieben, von denen viele Leute und Institutionen profitieren, nur nicht der Eigentümer des Fonds. Solche Fonds scheinen mir oft Kapitalverwahrstellen mit hohen Nebenkosten zu sein, von denen meist Banken, Fondsgesellschaften oder deren Mitarbeiter profitieren. Für den Anleger selbst bleibt da oft nur eine schmale Rendite in guten Zeiten und hoher Verlust in schlechteren Zeiten. Ist halt so. Muss hingenommen werden. Verkaufen, gut. Aber was dann? Wer sich dann genauer einarbeiten und in relativ „erfolgreiche“ (was das ist, bestimmen die Fonds selbst, per für den Kunden oft intransparenter „benchmark“) Fonds (auch Upstarts und relativ unabhängige kommen da in Frage) investieren will, wird merken, dass die Rendite auch da unter Schwindsucht leidet und lächelnde Fondsmanger nichtsdestotrotz in den Medien Erfolgsmeldungen verbreiten.

Sonntag, 25. Mai 2025

Plaste

Ob ich zu weit unten in dieser Gesellschaft angesiedelt bin? Es kommt einfach nix Tatsächliches bei mir an!. Die Nachrichten und Features berichten von einem erschreckenden Plastikberg, die Politik verbreitet dazu eindämmende Maßnahmen - nur ich weiß kaum noch, wie ich das viele Plastik „entsorgen“ soll. Kunststoffkompositum. Sämtliche Eimer, ob grau, gelb oder braun quellen über. Die neue Koalition scheint da nur zuzusehen. Es ist eine Flut, der man sich kaum mehr erwehren kann. Alles scheint mindestens dreimal in Plastik bzw. Kunststoff eingepackt sein zu müssen. Immer noch. Es wird verbreitet, dass bestimmte Leute massiv daran verdienen würden und dass dies Plastik aus hygienischen Gründen nicht notwendig sei. Dies steht ganz im Gegensatz zu diesen vielen Talkshowrunden, die durch den Äther laufen und bei denen „Experten“ (die meist von der Industrie geschmiert scheinen) dies belieben zu verbreiten. Alles auf den Einzelnen abwälzen, so scheint die Devise zu lauten. Aber mal konkret: wie kann das weniger werden, es erscheint doch trotz allem nicht nötig? Ob hier mal wieder – so, wie längst bekannt! - die „Wohlstandsgesellschaft“ übertrieben hat? Ob sie keine Grenzen kennt, ob die Nachrichten von den vermüllten Meeren und dem vielen Plastik, dass sich bereits in uns zu befinden scheint, nicht zu einem Umdenken anregt? Vom Denken ins Machen kommen, so hörte ich jüngst eine Parole. Die Politik schiebt ihre Deadlines immer weiter hinaus und mahnt langfristige Untersuchungen an, die sich ihr dann zumeist als Alibi zur Passivität eignen scheinen. Sie wollte erst bis 2020, jetzt bis 2030, sie tut nichts, setzt keine Rahmenbedingungen, fühlt sich dabei sicher, erwägt scheinbare wirtschaftliche Interessen …….und man selbst fühlt sich machtlos. Ob so etwas eine Werbung für die Parlamentarische Demokratie im Gegensatz zu einem populistischen Nationalismus ist?Gerade jetzt wäre doch mehr Überzeugungskraft vonnöten. Ob es egal ist, ob dieser Planet untergeht? Ob sich dann Hierarchen mit viel Geld in den Weltraum absetzen wollen? Und wir bleiben auf einem zerstörten Planeten zurück? Nicht nur hier muss Europa nach vorne kommen.

Sonntag, 6. April 2025

Was Pop sein könnte

Pop sei ein Spiel mit Identitäten, so heißt es. Pop erlaube einem, sehr viel aus sich zu machen. Pop sei ein typischer gesellschaftlicher Aufstiegskanal gewesen, über lange Zeiten hinweg. Dieser Meinung bin ich auch. Doch diese Zeiten haben sich geändert. Mittlerweile scheint es für viele junge „User“ weitaus anstrebenswerter, ein Youtube-Star zu werden, ein „Influencer“ oder sowas… Die Freizeitgewohnheiten haben sich geändert. Typisch im Journalismus: Pop sei so, - oder müsse so sein, heißt es von wichtigen Gesichtern, die sich „Experten“ nennen. Der Kundige weiß es halt. Er stellt riskante Behauptungen auf, wagt steile Thesen. Das wird dann gerne gehört und gelesen. Übertreibung wird als Pointierung verkauft. Das verleiht scheinbar Halt und gibt glasklare Orientierung in einer Welt, die eigentlich keine Orientierung mehr bietet. Aber wofür haben wir eigentlich unsere Experten? Im Falle der Popkritik wird gerne eine soziale Gruppenzugehörigkeit behauptet. „Musik für Hipster“ (gibt es die noch?). Jutebeutel, Vollbärte, enge oder weite Hosen und Trucker-kappen: fertig ist die modische Mittelschichtsjugend aus der (Groß)Stadt.! Wenigstens für eine gewisse Zeit. Oder es gibt seltsame Zuschreibungen, die auf Phantasie schließen lassen sollen: Zickigkeit mit verlorenen New Wave- Gitarren und Gruftiecoolnes, trippige Slow Beats und Düsterreime......und das neue Album ist ganz toll! Oder „Beurteilungen“ von oben herab, vom Standpunkt des souveränen Überblickers aus, der optimal stilsicher und dem Zeitgeist stets näher als andere ist: „.....die Stimmung primär klassisch progressiv. Schlimme Gitarren, eine Ahnung vom Geschmeidigen und nur wenig moderner, dynamischer Pop.....“, - oder „Kirchengruftenrock, ritualisiert wie Sonntag in der Kirche, Umfang reduziert Techno....“. Das hier Vorausgehende und das Folgende habe ich auch schon oft in verschiedenen Zusammenhängen gelesen: „eine würdevolle Aura des Fragilen mit unmittelbarer Präsenz. Eine Figur im schwarzen Anzug und mit offenen grauen Haaren, mit Sanftmut, aber ohne große Gesten....“. Man lässt sich dann schon mal gerne vom Charisma und Erscheinungsbild einfangen, - aber nur in diesem Zusammenhang! Oder? Mit Stilen wird auch gerne operiert: „Sound aus Soul, Gospel, Post-Punk, Hip-Hop und Industrial-Dub“. Ich habe jetzt beliebig hinein gegriffen in die Kiste, habe Seiten kurz aufgeschlagen bzw. angeklickt und abgeschrieben“

Mittwoch, 14. Februar 2024

Den Eliten die Leviten....

Elitenbashing? Ach nein, das haben „die Eliten“ verboten! Außerdem schwingt da immer so etwas politisch Rechtsgerichtetes mit, mit dem man keinesfalls in Zusammenhang gebracht werden will. Trotzdem ergibt sich für mich ein gewisses Bild der Gesellschaft: mir scheint es immer mehr auf ein klar definiertes Aufgabengebiet gerichtete „Experten“ zu geben, deren Interesse an der und Neugier auf die Welt nicht allzu sehr ausgeprägt ist und dem Streben nach Macht, Geld und Karriere deutlich untergeordnet ist. Gleichzeitig scheint es immer weniger Leute mit jener Art Überblickswissen zu geben, das man früher „Bildung“ nannte, wozu noch andere Dinge als vordergründig funktionell orientierte Fertigkeiten und Kenntnisse gehören. Politische Deutungen dieser Prozesse gibt es viele, wobei manche auch darauf hinaus laufen, dass „Experten“ wesentlich leichter als früher zu manipulieren sind, da sie sich meist nur auf ihrem eng begrenzten Aufgabengebiet gut auskennen, - darüber hinaus aber weniger. Fest steht, dass diese Gruppe der „Experten“ immer größer geworden ist, wobei die Elite-Jobs immer weniger geworden sind. Es kommt zu Konkurrenzsituationen und Konflikten. Es wird sich um Deutungshohheiten und Macht gestritten. Es bilden sich „Gegeneliten“. Wie das weiter geht? Man wird auch sehen, wenn in den Medien mal wieder ein „Experte“ auftritt, - der uns nebenbei auch noch ein bisschen die Welt erklärt.

Freitag, 9. Juni 2023

Freiheit der Entscheidung

Was uns Freiheit bedeutet? Dies ist nicht nur durch die Geschichte geprägt. Freiheit bedeutet natürlich auch, sich fortwährend entscheiden zu müssen, sich Urteile zu bilden etc. Das ist nicht immer leicht. Es gibt einen großen Wunsch, sich von diesen Freiheitszumutungen und dieser permanenten Anstrengung zu entlasten. Sich sagen zu lassen, was das Richtige ist, sorgt diesbezüglich für Entlastung. Diesen Job der Entscheidung zwiscgen Gut und Böse, aber auch zwischen falsch und richtig mögen Autokraten, Diktatoren... „Experten“ aller Art, aber auch religiöse Institutionen wie etwa der Papst wahrnehmen Sie alle sorgen für so etwas wie Entlastung, die Soziologie nennt das „Komplexitätsreduktion“, was sie in das menschliche Bedürfnis nach Orientierung einordnet. Insofern müssen wir nicht glauben, dass Freiheit für eine Gesellschaft von vornherein etwas Erstebenswertes ist. Es existiert zunehmend eine Verlockung, bestimmte Angebote anzunehmen, die von den Freiheitszumutungen entlasten. Je krisenhafter die Entwicklungen werden, desto größer wird das Orientierungsdefizit. Es gilt zu wissen, wie die Sachen laufen, auch über kleinere Schwierigkeiten hinweg, die man offenbar „irgendwie wieder hinkriegt“. Kommen aber viele Situationen mit großen Auswirkungen zusammen, ohne das feste Handlungsanweisungen existieren und auch die politische Klasse ziemlich hilflos erscheint, dann entsteht ein riesiges Orientierungsdefizit. Also versucht man etwas zu finden, was Orientierung herstellt. Dies geschieht am besten mit einfachen Aussagen, mit Simplifizierungen und einfachen Einteilungen der Welt. Dies läuft jeglichen Anstrengungen der Demokratie zuwider, die keine Form der Einfachheit ist.

Montag, 17. Mai 2021

Auskenner

Mich ermüden allmählich die TV-Diskussionen der obergescheiten Besserwisser und offenbar blitzgescheiten Auskenner, der hoch honorierten Bewerter und verdeckten Berater, die lächelnden Gesichts öffentlich mit etwas umgehen, das fortwährend ein Anderes wird, zu dessen oberkritischer Präsentation die Macher aber stets dieselben Gesichter (oder austauschbare Figuren einer sozialen Sphäre) einladen (lassen) und dessen soziale Auswirkungen sie nicht einmal entfernt abschätzen können. Mir scheint, dass dies die gehätschelten Reste jener Bildungsbürgerschicht sind, die allmählich Bestandteil in einem überall fortschreitenden „White Noise“ ist und deren Angehörige sich als Karrieristen geschmäcklerisch mit etwas umgehen, was zu viele sich nicht leisten können und zu dem sie einen allein schon ökonomisch begründeten Abstand haben. Diese Leute kommen mir als Botschafter der Kundigkeit (die oft auch als „Experten“ bezeichnet werden) zu oft aus einer Komfortzone, die womöglich noch eine Weile wird Bestand haben können. Diese Karrieristen der steilen Thesen werden dann aber als Märtyrer im voranschreitenden Chaos untergehen. Sie prophezeien oft alles Unheil dieser Welt und wirken doch daran sehr aktiv mit, sind ein Teil des Bewusstseinsapparates, der die „Massen“ unablässig in einem bestimmten Interesse bearbeitet und sie verdummt. Natürlich wähnen sie sich im Besitz absoluter Wahrheiten, die sie sehr leidenschaftlich spitzmündig geschmäcklerisch vertreten. Gleichzeitig sind sie aber ganz klar für Diskurs und Diskussion, für einen in Widersprüchen voranschreitenden Prozess der Wahrheitssuche. Wie lange das noch in einer finanziell gut abgepolsterten Weise auszuhalten sein wird?

Dienstag, 20. April 2021

Demokratie und Markt

An das Folgende erinnere ich mich aus Vorlesungen und mische es mit aktuell Gelesenem, mit Notizen oder am Bildschirm Verfolgtem: Der Bürger solle sich ruhig verhalten. Er dürfe ja alle vier Jahre seine Stimme abgeben und solle ansonsten die Sache der Gemeinschaft „den Profis überlassen“, wie es Christian Lindner ausdrückte. Wie verhält sich wohl eine solche Einstellung mit der Vorstellung des „mündigen Bürgers“? Die Demokratie beruht ja auf der Voraussetzung, die sie selbst herstellt: den mündigen Bürger. Dem stehen hohe Bestechungsmechanismen (Lobbyismus?) und zahlreiche kurzfristige hedonistische Vergnügungen gegenüber. „Es ist bequem, unmündig zu sein“ meinte ein großer deutscher Philosoph dazu. Ob es um die Voraussetzungen einer Mündigkeit geht, ob es um die Kontrolle von Herrschaft und die Unterwerfung der Staatsapparate unter den Willen der Bürger geht? Oder ob das in unserer heutigen Realität weitgehend ausgeblendet erscheint?. Der einzelne Bürger überblicke die Komplexität der gestellten Aufgaben keinesfalls, so das heute oft vorgetragene Credo. Die Idee des mündigen Bürgers habe sich in vielerlei Hinsicht überlebt. Bürger hätten weder das Wissen noch die Interessen zur Mitbestimmung. Sie seien gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und hätten einen eklatanten Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit bestehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, keineswegs aber die der Mitwirkenden. Der Bürger solle Aufgaben der Mitwirkung und der Selbstbestimmung lieber jenen überlassen, die aus der Verwaltung kommend sich berufsmäßig damit befassen. Ob das Konzept einer „illiberalen Demokratie“, wie es etwa der ungarische Häuptling Orban vertritt, damit etwas zu tun hat und ob es weitgehend solchen Einstellungen entspricht? Ob es darum geht, Eliten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum auszuwählen und sich als „Normalo“ darüber hinaus auf die kleine überschaubare Privatwelt zu beschränken? „Think Tanks“ sollten in einem solchen Demokratiemodell wohl eine wichtige Rolle spielen: Experten. Sie sollen vor allem den Standpunkt der Wissenschaft (gibt es den als einen einzigen?) in den Entscheidungsprozess hinein tragen. Beispielhaft kann dies derzeit an der Rolle von Virologen und Epidemologen gezeigt werden. Sie füllen die Rolle der „Berater“ aus, die die gewählten Entscheider (Politiker) zu ihrer Entscheidung befähigen. Der Bürger solle seine Stimme lediglich im Vierjahresturnus jenen verleihen, die „Verantwortung“ ausüben, die durch ihren Werdegang und ihre Ausbildung ihr Wissen um gewisse Zusammenhänge vertiefen konnten und meist aus der akademischen Sphäre stammen. In der Zusammenschau könnte so etwas bedeuten: Demokratie kann nur funktionieren, wenn sie keine ist. Was aber, wenn es darum geht, Machtausübung effizient zu organisieren und sie gleichzeitig wirksam zu kontrollieren? Wer soll das leisten? Ob es, wie im Neoliberalismus oft behauptet, um die effizienteste Lösung geht, die stets ein Markt herbei führt („marktkonforme Demokratie“)?

Dienstag, 16. Februar 2021

Fußballpossen

Nun ja, bereits am 7. Februar hatte ich hier in einem Blog vorausgesagt, dass jener ach so sympathisch bärtige Trainer zu dem Verein wechseln würde, der das meiste Geld zahlt. Jetzt wurde Vollzug gemeldet, worüber sich die Fußball-Wichtigs jeder Kategorie zunächst in eitlen Diskussionsrunden den Mund verrissen und aufgeregt hatten…..Haha…... Das sind „Profis“! Von alter Vereinsromantik ist da offenbar nicht viel… Wer anderes erwartet, liegt falsch.....was auch die "Fans" inzwischen mitgekriegt haben dürften..... Ein anderer Trainer beansprucht offenbar laut polternd Privilegien und findet einen Wissenschaftler und Politiker als „Experten“ langweilig, weil dieser ihm allzu oft nicht passend pessimistische Einschätzungen bezüglich der Pandemie äußert. „Jetzt reicht‘s!“ schleudert er trotzig dem Polit-Hermes entgegen und meint doch die Pandemie an sich, die freilich von solchen Beiträgen nicht sehr beeindruckt sein dürfte… Der Fußball scheint derzeit nicht unbedingt sein bestes Pandemie-Stück aufzuführen….

Freitag, 5. Februar 2021

Experten

Es scheint sich langsam eine gewisse Skepsis gegenüber sog. „Experten“ durchzusetzen: eine der wenigen positiven Folgen von Corona. Allzu offensichtlich ist, dass Experten sich irren können und dass sie sich teilweise gegenseitig widersprechen, dass ihre Aussagen gelegentlich auch von Eitelkeiten und Geldinteressen geleitet sind. Ob das ohnehin der Weg der Wissenschaft ist? Ob bisher ein allzu blindes Vertrauen in „wissenschaftliche“ Aussagen herrschte? Ob die Auswahl der Experten eine große Rolle spielt? Wer das bestimmt? Die Entscheider. Aber wie, aus welchen Gründen, schwingen sie sich dazu auf? Weil sie demokratisch legitimiert sind? Nun ja, Wahlkämpfe scheinen sich nicht immer moralisch nach den Regeln der Vernunft und den wohlmeinenden Ratschlägen Grundgesetzes zu vollziehen. Scheint….Wer weiß schon was? Die Experten? Ob sie manchmal auch schlichtweg Fehler machen? Ob ihre Prognosen manchmal nicht richtig sind? Richtig ist, dass Corona eine Art Brennglas zu sein scheint, in dem solche Dinge klarer werden.

Sonntag, 27. Dezember 2020

Planeten sterben

Es scheint immer noch gute Gründe zu geben, unseren Planeten zu ruinieren und damit das eigene Ego aufzublasen. Ob das auch eine Folge dessen ist, dass jeder seinen kleinen Bereich als Spezialist beackert, dass Expertentum und Expertise regiert, ohne dass „das Ganze“ in den Blick genommen wird? Die Betriebswirtschaft und ihre Vertreter schwärmen und schwadronieren von „Wachstum“ , das gerade jetzt ohne Rücksicht auf solche Verluste (die in ihrem Verständnis ja alle Kosten sind) erreicht werden müsse. "Grünes" Wachstum könne man sich gerade jetzt nicht leisten. Meiner Ansicht nach ist das ziemlich unreflektiert. „Die fahren das ungeniert an die Wand und wundern sich dann“, so geht es mir durch den Kopf. Erste Absetzbewegungen sind ja auch schon zugange: bestimmte Weltraum-Companies bieten erste Flüge für superrreiche Menschen zu anderen Planeten an. Ich vermute mal, dass das mehr werden wird. Denn: Akzeptable und einermaßen erschwingliche „Alternativkonzepte“ gibt es viel zu wenig. Wie geht das? Sollte nicht aller Erfindergeist darauf gerichtet werden? Gerade in diesem Land, dass sich seiner findigen Ingenieure brüstet, - übrigens so, wie das nahezu jedes Land tut. Die fahren das gegen die Wand und geben aus, damit den Sachzwängen gerecht zu werden. Umweltzerstörung wird gerechtfertigt, Artensterben in Kauf genommen.

Dienstag, 22. Dezember 2020

Demokratie und Bürger

Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung ist zu einer Leitidee der Wirtschaft geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken darüber aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Bürger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger die Komplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und dem Philsosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt, Zusammenballungen von sogenannten „Exeprten“, die die ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc. Der mündige Bürger galt ihm nichts. John Dewey, der sich in der Tradition der Aufklärung sah, Lippmann ging es darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe. Dewey hingegen ging es darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie seien gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und hätten einen Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den „freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt. Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevanten Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten, erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“ untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind“. In diesem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philsoph des Pragmatismus geschrieben (!!)

Sonntag, 8. März 2020

Experten- und Spezialwissen

Die Lage ist unübersichtlich geworden, da müssen Experten her, die auf einem bestimmten Gebiet noch durchblicken. Besonders die TVProgramme rufen zu allem und jedem Experten auf und vertrauen in das Vertrauen, das dem sogenannten Spezialwissen entgegen gebracht wird. Ob die Unterscheidung zwischen den ach so rationalen Experten und dem „gewöhnlichen“ Bürger berechtigt ist? Ob das nicht in irgendeine Beziehung zu einem „Gemeinwesen“ gestellt werden sollte? Zur „Rationalität von Experten“ gibt es immerhin eine Studie. Auch der Blick in den Alltag kann hier aufschlussreich sein. Hier gibt es oft Entscheidungen der „Funktionseliten“, die an ihrer Rationalität zweifeln lassen. Vergleicht man also die Entscheidungen von Funktionseliten mit entsprechenden Meinungsumfragen der Bevölkerung, so wird schnell klar, dass die Bürger zumeist keineswegs das Maß an politischer Dummheit aufweisen, das demjenigen entspricht, das den Funktionseliten eigen ist. Es stellt sich heraus, dass Experten auch nur Menschen sind. Sie zeigen offenbar dieselben kognitiven Fehler wie „normale“ Bürger. Experten neigen aber angesichts ihrer falschen Aussagen zu ausgefeilten Rechtfertigungen und wollen wortreich erklären, dass sie so recht eigentlich ziemlich richtig gelegen hätten.

Sonntag, 17. November 2019

"Volksvertreter" als "Experten"

Erschreckend finde ich die Art, wie sich der deutsche Bundestag auf "Experten" aus den eigenen Reihen stützt. Zum Ausgleich für Defizite werden offenbar teure Beraterverträge abgeschlossen. Meist scheinen mir die Eigenen völlig ahnungslose Karrieristen und an Seilschaften gebundene Ränkeschmiede zu sein, die oft genug die Phrasen wiederholen, die ihnen ihre Parteiführung meist nach idiologischen Vorgaben vorgegeben hat und die oft mit fürstlichen Nebeneinkunftshonoraren gesegnet sind. Da ihre Phrasen meist viel zu allgemein gehalten sind und so richtig nach Volksparteienart eine Art kleinster gemeinsamer Nenner verschiedener Kräfte innerhalb einer politischen Gruppierung repräsentieren, richten sich zwischendrin auch etwas avanciertere Erwartungen sachlicher Art an diese Leute, die oft genug zur Differenzierung gar nicht fähig scheinen. Daraufhin treten sie dann oft Phrasendrescher auf, die der Öffentlichkeit (für Politiker: das Wahlvolk...) Engagement vorspielen und bei entsprechenden Fragen nichts zu bieten haben. Wo die Öffentlichkeit Durchblick und Sachkenntnis vermutet, ist dann meist nur opportunistischer Ehrgeiz. Bei entsprechenden TV-Sendungen entblößen sich dann diese „Volksvertreter“ PR-klug oft lächelnd als idiologisch und opportunistisch daherkommende Nieten (mit auswendig gelernten Phrasen)  und müssen dabei durch ihre Parteimitgliedschaft geschützt keinerlei Konsequenzen befürchten. Dies scheint mir im Übrigen für alle in diesem Bundestag vertretenen Parteien zu gelten und könnte sämtlichen demokratischen Grundsätzen widersprechen. 

Freitag, 20. September 2019

Demokratie, Markt, Mitbestimmung und "Eliten"

Ob mich immer noch der Spruch von FDP-Lindner verfolgt, man solle doch das Denken und Handeln über eine Klimastrategie gefälligst „den Profis“ überlassen? Ob mich das schlagartig zu einem neuen Nachdenken über die Möglichkeiten der Demokratie gebracht hat? Ob ich dadurch Parallelen und Entwicklungen klarer gesehen habe und ob mir gewisse Parallelen zu den einstigen Äußerungen der „offiziellen“ deutschen Politik bezüglich einer„Alternativlosigkeit“ und den Möglichkeiten einer „marktkonformen Demokratie“ noch stärker aufgefallen sind? Ob da eine selbsterklärte „Elite“ sich eines bestimmten Diskussionsraumes bemächtigen will, ob sie die darin liegenden Möglichkeiten nach ihrem eigenen Gutdünken einschränken und definieren will und ob sie alle Macht „den Profis“, den Experten und professionellen Machtverwaltern überantworten will? 
Ob das demokratisch ist oder ob darin eine gewisse Arroganz der Mächtigen liegt? Ob der öffentlich diskutierte Raum der Alternativen zugunsten eines von „Profis“ und scheinbaren „Experten“ eingeschränkten Raumes eingeschränkt und zur Alternativlosigkeit erklärt werden werden soll? Ob der Markt die alles entscheidende Größe und das Souverän ist, - nicht etwa das „Volk“? Ob auf dem Markt gewisse politische (Nicht-)Handlungen besser „verkauft“ und nicht etwa erklärt werden müssen? Eine konsequente neoliberale Haltung könnte dahinter stehen. Und ob das globale Aufkommen eines Populismus mit der derart dem „Volk“ zugeschriebenen Unmündigkeit zu tun hat? Mächtige, die so etwas behaupten, glauben doch auch an die Dummheit des Volkes, das den Entscheidungen der „Eliten“ nicht mehr folgen kann oder gar zu bequem, unbeweglich, faul und unfähig dazu ist...

Samstag, 27. Juli 2019

Dopingspitzen

Morgen endet die Tour de France. Schön war‘s wieder, so viel von der Eigenheit dieses schönen Landes zu sehen. Klasse! Toll! Eine wunderbare Kulisse. Merkwürdig aber, dass so wenig von dem Fluch die Rede war, der auf der Tour de France lastet. Ich kenne Leute, die sich deshalb beharrlich bis heute weigern, das Spektakel im Fernsehen zu betrachten. Denn sie fühlen sich betrogen, hinter‘s Licht geführt. Der Dopingskandal und all das. Wie das wohl heute gehandhabt wird? Niemand weiß nichts Genaues. Wie damals. Ja klar, man muss es positiv sehen. Was vorbei ist, ist vorbei. Dies Bewusstsein wird im TV mit künstlich lächelndem Gesicht auf mannigfache Art vorgeführt. Ob das aber bedeutet, diese Betrügereien beharrlich zu ignorieren? Ob es wirklich vorbei ist? Es werden „Experten“ aufgerufen, es wird unter Insidern gescherzt und "im Feld" fahren offenbar Leute, die ihre Dopingsperre abgebüßt haben, wie es offiziell heißt, - und nun wieder in alter Frische dabei sind.....
Es scheint immerhin so zu sein, dass es wohl in den 70er, 80er und mindestens in den 90er Jahren wohl zum guten Ton gehörte, zu dopen. So darf man wohl auch die oft zitierten Kommentare verstehen, dass Lance Armstrong nur gemacht habe, was alle andern sowieso gemacht hätten. Doch wie steht‘s mit dem tief verehrten Eddy Merckx, dem Nationalhelden und wandelnden Denkmal? Es soll bei ihm Positivtests gegeben haben, die unter anderem dazu führten, dass dem „Kannibalen“ (so wurde er genannt) offenbar 2007 bei einem Sportfest in Stuttgart der VIP-Pass verweigert wurde. Ein einmaliges Ereignis. Eine Petitesse? Ob das ein Sumpf ist, der bei weitem noch nicht ausgetrocknet ist? Die Interviews mit Lance Armstrong und diverse Seltsamkeiten der letzten Zeit jedenfalls ließen tief blicken und werfen ein Licht auf die gesellschaftliche Praxis, seinem Leistungsvermögen mit diversen synthetischen „Drogen“ nachzuhelfen.... Ob es damit getan ist, dass man das alles als Vergangenheit akzeptiert, indem man es ignoriert….?

Freitag, 11. Januar 2019

Talkshow

Nach dem Ansehen einer Talkshow, die pro forma von den Schrecken der bevorstehenden Entwicklungen handelte, glaube ich gewisse Strukturen zu erkennen, die sich durch solche Veranstaltungen ziehen. Meist scheint es sich dabei um eine Runde relativ abgehobener Personen (oft Politiker, diese netten Kerle! Frauen gibt es offenbar relativ wenige….doch auch relativ fortgeschrittene Plauderstündchen sorgen hier für Ausgleich) zu handeln, die im Sinne der gerade existierenden Gesellschaft „erfolgreich“ sind. Es sind also Leute, die sich den Blick „von oben herab“ leisten können und die dadurch keinerlei materielle Nöte plagen. Last but not least sind sie durch die Umsätze ihrer Bücher als „erfolgreich“ legitimiert, die sie als - für mich etwas fragwürdige - „Experten“ ausweisen sollen. Oft formulieren sie in diesen Büchern einigermaßen steile Thesen, die sie dann in solchen Runden „dem blöden Volk“ glauben erklären müssen. Sie fahren selbstverständlich mit der Bahn (keineswegs mit dem Auto!...) zu solchen Terminen, wobei man sich fragen könnte, ob eine Bahn auch von irgendetwas angetrieben sein müsste und ob solches Antriebsmittel ein ziemlich umweltschädlich gewonnener Strom sein könnte. Auch „den Flieger“ zu nehmen dürfte kritische Fragen provozieren. Falls sie irgendwelche Verspätungen betreffen, diese "wichtigen" Personen, so zücken sie ihr Smartphone und sagen Bescheid. Dass in eben diesem Smartphone Bauteile verbaut sind, für das Arbeiter in afrikanischen Staaten für einen miesen Lohn unter sehr fragwürdigen Umständen Rohstoffe gewinnen müssen, die dann von den Mächtigen ihres Staates unter sehr fragwürdigen Umständen verhökert werden, kommt bei ihnen erst gar nicht ins Blickfeld. Aber sich telegen für eine bessere Welt einsetzen, in der solche Staaten nicht mehr ausgebeutet werden!