Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Mittwoch, 10. Juni 2026
Cut
Ich hatte erlebt, wie ich in meiner Wohnung zusammengebrochen und nur durch einen Zufall ins Krankenhaus gekommen war. Dort, wo man sich völlig verständnislos anhand meines Single-Daseins gezeigt hatte. Man hatte Kinder und Enkel zu haben, das lernte ich hier zum ersten Mal sehr eindringlich. Sie hätten einen versorgen müssen. Man wurde beispielsweise trotz heftigen Einspruchs mehrmals aufgefordert, doch „daheim“ anzurufen und sich benötigte Dinge bringen zu lassen. Man hatte insbesondere die in diesem Augenblick unabdingbar notwendigen Aus- und Nachweise nicht dabei. Selbst das Smartphone fehlte. Die Dokumente, die bezeugen und beglaubigen konnten, dass…. War man überhaupt krankenversichert? Wer war man?, konnte man seinen Namen beweisen? Das Kärtchen von der Versicherung u.a. „Da könnte ja jeder kommen….“. Auch war da meinerseits ein tief sitzendes Misstrauen dem Gesundheitssystem und seinen handelnden Personen gegenüber. Man wusste ja, dass eine Operation am Herzen sich für ein Krankenhaus qua „Fallpauschale“ materiell sehr lohnen würde. Das zu wissen, war man auch Journalist. Prompt war auch meine erste Operation daneben gegangen. Erster Durchgang. Nachuntersuchungen. Bedenkliche Gesichter. Neuer Termin. Wieso ich? Wer bin ich? Wo bin ich?….. fragte man sich. Wieso geht bei mir immer alles schief? Welches Spiel wird da hinter meinem Rücken gespielt?
Donnerstag, 8. Mai 2025
VerbraucherInnen
Auf der einen Seite sollen wir unablässig shoppen und konsumieren, fressen und saufen, damit „die Wirtschaft“ besser läuft. Am besten wäre es, wenn wir die ganze Zeit verbrauchen, essen und trinken bis zum Erbrechen würden. Auf der anderen Seite aber sollen wir gesund leben. Vieles von dem, was wir essen und trinken, ist aber gar nicht gesund. Und für die Gesundheit wird ja ohnehin alles getan. Das heißt: es soll im Einklang mit den Geboten eben dieser Gesellschaft möglichst effizient getan werden. Der Schuss kann aber auch nach hinten los gehen, was sich unter anderem in neuen Krankheitsbildern zeigt. Orthorexie ist ein Krankheitsbild, das dadurch entsteht, dass sich Leute nur noch gesund ernähren. Sie meinen es. Sie haben eine bestimmte Lehre zu ihrer Religion erhoben. Die haben dann aber bestimmte Mangelerscheinungen, weil sie bestimmte Dinge nicht mehr essen. Der Staat gibt noch bestimmte Verbote hinzu, für Sachen, die nicht gesund sind. Das Rauchen zum Beispiel. Aber auch der Alkohol könnte auch noch stärker geächtet werden. „Nicht gesund“ meint in diesem Zusammenhang aber vor allem die Folgekosten für die Gesellschaft: das ist teuer und steht unausgesprochen unter den teilweise recht abschreckend ausfallenden Warnhinweisen. Wobei diese Gesellschaft durchaus noch unpassendere Gelder verschwendet als diejenigen, die sie für das ausgibt, was sie für Genuss hält. Doch der Mensch soll sich auch diesbezüglich noch weiter selbst optimieren und sich ökonomisieren.
Donnerstag, 20. März 2025
Essen und soziale Schichtung
Erinnerungen brechen über mich herein. Ich fresse schlechtes Zeugs, weil ich Hunger habe. Ich sah eine TV-Sendung über Fertiggerichte. Ein vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen bestellter Koch sollte kosten und dann Aussagen dazu machen. In seinen Beurteilungen neigte der Koch meist dazu, die Fertiggerichte zu begrinsen und sie für völlig minderwertig und „nicht zu genießen“ zu beurteilen. Ach! Nur: Nach meinen Erfahrungen ist das genau jene Qualitätsstufe von Essen, mit denen Menschen in Altenheimen zu oft „beglückt“ werden. Darüber also lacht ein etablierter Koch und spricht dem Gebotenen keinerlei Geschmack oder sogar wegen der vielen Zusatzstoffe gesundheitsschädliche Effekte zu. Dies erscheint mir ziemlich verräterisch für das Verhalten dieser Gesellschaft, die nach „den Alten“ die unterernährten Bevölkerungsgruppen dieser Erde mit großer Gleichgültigkeit oder gespielter Betroffenheit kommen lässt, während man selbst exklusive Biokost verzehrt. Es ist eine Pyramide: Die Besserverdienenden und das Volk, das mit Aromastoffen und anderen Chemikalien aufgepoppten Fraß frisst, zu fressen hat.
Samstag, 8. März 2025
VerbraucherInnen
Auf der einen Seite sollen wir unablässig shoppen und konsumieren, fressen und saufen, damit „die Wirtschaft“ besser läuft. Am besten wäre es, wenn wir die ganze Zeit verbrauchen, essen und trinken bis zum Erbrechen würden. Auf der anderen Seite aber sollen wir gesund leben. Vieles von dem, was wir essen und trinken, ist aber gar nicht gesund. Und für die Gesundheit wird ja ohnehin alles getan. Das heißt: es soll im Einklang mit den Geboten eben dieser Gesellschaft möglichst effizient getan werden. Der Schuss kann aber auch nach hinten los gehen, was sich unter anderem in neuen Krankheitsbildern zeigt. Orthorexie ist ein Krankheitsbild, das dadurch entsteht, dass sich Leute nur noch gesund ernähren. Sie meinen es. Sie haben eine bestimmte Lehre zu ihrer Religion erhoben. Die haben dann aber bestimmte Mangelerscheinungen, weil sie bestimmte Dinge nicht mehr essen. Der Staat gibt noch bestimmte Verbote hinzu, für Sachen, die nicht gesund sind. Das Rauchen zum Beispiel. Aber auch der Alkohol könnte auch noch stärker geächtet werden. „Nicht gesund“ meint in diesem Zusammenhang aber vor allem die Folgekosten für die Gesellschaft: das ist teuer und steht unausgesprochen unter den teilweise recht abschreckend ausfallenden Warnhinweisen. Wobei diese Gesellschaft durchaus noch unpassendere Gelder verschwendet als diejenigen, die sie für das ausgibt, was sie für Genuss hält. Doch der Mensch soll sich auch diesbezüglich noch weiter selbst optimieren und sich ökonomisieren.
Mittwoch, 12. Februar 2025
Gesundheit und Krankheit
Es geht mir immer wieder in verschiedener Form durch den Kopf. Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank geworden war. Als das entdeckt und erkannt wurde: die Operation war daraufhin schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt. Alles ging rasend schnell. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute.
Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den so viele mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist.
Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten noch heute nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als nahezu unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich inzwischen aufgelöst.... Du hattest damals auch noch nicht die Brüchigkeit solcher „Freundesbünde“ erfahren.
Donnerstag, 19. Dezember 2024
Gewohnheit, Selbstverständlichkeit, Normalität
Ja klar ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Er nimmt sich Vorsätze vor, aber ganz sicher und bestimmt… und handelt dann wieder ganz anders… aus Gewohnheiten und eingeübten Mechanismen heraus. Aber vielleicht können wir uns einen Moment heraus reißen aus gewohnten Betrachtungsweisen, können wahrnehmen, dass es ein Glück ist, die Verhältnisse um sich herum einigermaßen wach wahrzunehmen. Uns ist von unserer Staatsform gestattet, gewisse Dinge zu tun und glauben, die andere nicht tun können. Frei von größeren akuten Schmerzen sein, das deutet ebenso auf ein gewisses Maß an Gesundheit hin. Auch das erscheint einem über einen gewissen Zeitraum hinweg selbstverständlich, - solange man nichts anderes wahrgenommen hat, mit nichts anderem konfrontiert war. Wer aber jemals Schmerzen hatte, sich einem Verdacht auf eine gravierende Krankheit ausgesetzt sah und dadurch sich separiert sah, von der „Normalität“ und den mit ihr verbundenen Selbstverständlichkeiten, der lkennt auch die andere Seite. Wer das an engen Angehörigen und Freunden miterlebt, mitgemacht hat, wird Dankbarkeit für sich selbst empfinden, egal, welcher Schuh einen aktuell drückt. Die Wahrnehmung ist es, die Ablenkung durch Gegebenheiten, die die meisten hindert. Unser Glück mit anderen teilen, sein Echo nicht nur in uns selbst zu empfinden, mag die Wirkung noch verstärken. Daraus Kraft zu beziehen, auch gegenüber Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, dazu sollten wir uns durchringen, sofern das geht.....
Mittwoch, 14. August 2024
Über die Grenze
Es gibt wohl viele Anbieter und Interessengruppen im Gesundheitswesen, die ganz offensichtlich davon profitieren, wenn ein Volk scheinbar immer kränker wird. Ein beliebter Trick der Gesundheitsindustrie ist es dabei, die Grenzwerte herauf oder (meist) herab zu setzen. Auf diese Weise werden auf einen Schlag massenhaft Neu-Kranke geschaffen, die es nun mit möglichst hochpreisigen Medikamenten zu behandeln gilt, - naturgemäß. Diabetes scheint dafür ein gutes Beispiel zu sein, aber auch erhöhter Blutdruck usw. Sogenannte „Volkskrankheiten“ sind hierbei besonders ergiebig und beliebt, da sie hohe Umsätze generieren. Um die „richtigen“ und dafür passenden Medikamente in den Markt zu drücken, werden manchmal recht gerne „medizinische Fortbildungen“ organisiert, die in Wirklichkeit „verkaufsfördernde Maßnahmen“ sind und bei denen Marketingprofis Verkaufsstrategien vortragen. Auch scheint es gängige Praxis zu sein, grafische Tabellen durch bestimmte Einteilungen zu manipulieren. Bestimmte Auschnitte auszuwählen und sie entsprechend darzustellen ist beliebt. Dies kann beispielsweise auch in der Finanzindustrie bei Verkaufsstrategien für Fonds beobachtet werden. Es scheint dabei halt alles eine Frage der Optik und der dahinter stehenden Absicht zu sein: den anderen möglichst übers Ohr zu hauen. Was das mit uns macht, ist ein nahezu unmerklicher Prozess und bleibt ausgeblendet. Die Medien fabrizieren gerne verkaufsträchtige Schlagzeilen aus solchen „wissenschaftlichen Ergebnissen“. Sie vergessen dabei aber meist, die dazugehörigen Fragen und die Auftraggeber gewisser „Studien“ zu erwähnen.
Samstag, 29. Juni 2024
Gesundheit revisited
Cholesterin? Die Furcht vor den Stoffen, die einen Herzinfarkt mit sich bringen: Die Ernährungsmedizin bringt hier viele Beispiele. Ein amerikanischer Arzt untersuchte in den 50er Jahren den Zusammenhang des Verzehrs von tierischen Fetten und auftretenden Herzkreislauferkrankungen. Cholesterin im Essen sei schuld am Herzinfarkt, so die einigermaßen steile These. Belegt wurde diese These mit statistischen Tricks. Der Arzt sammelte Daten aus 21 Ländern, die die These stützen sollten. Doch die Daten belegten wenig. Was nicht zu seiner Erkenntnis passte, ließ der flotte Arzt, der bezahlter Berater der amerikanischen Margarineindustrie war, einfach weg. Zusammen mit einer Interpretation, die gewisse Fakten ebenfalls wegließ, schien sich ein schlüssiges Bild zu ergeben, das viele Ärzte täuschte und die Öffentlichkeit manipulierte. Natürlich ist Cholesterin ein Stoff, der im Blut festgestellt, etwas aussagt. Aber halt nicht über die Ernährung und nicht zwingend über den Gesundheitszustand einer Person.
Die einschlägige Industrie benutzt aber solche „Erkenntnisse“ immer noch gerne. Die Grenzwerte bei Cholesterin wurden nach und nach immer weiter gesenkt. Das schuf neue Kunden für die Pharmaindustrie. Medizinische Studien ließen sich dafür leicht „frisieren“. Die Tricks sind unter anderem dabei: Eine Studie wird nicht veröffentlicht, wenn das Ergebnis dem Auftraggeber nicht gefällt. Man vergleicht ein neues Medikament mit einem bisherigen, relativ wirkungslosen und erzielt glänzende Ergebnisse. Wenn ein Medikament im Laufe der Zeit unerwünschte Nebenwirkungen erzielt, wird die Studie halt vorzeitig beendet. Oder umgekehrt: wenn sich die positiven Ergebnisse nicht einstellen, wird der Studienzeitraum einfach verlängert. Krebsvorsorge. Prostatauntersuchungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Es scheint als hätte die Masse der Menschen keinen Nutzen aus solchen medizinisch unnützen Untersuchungen, ja ihr drohen vielleicht sogar Schäden. Wegen falschen Diagnosen zum Beispiel, oder Schäden wie beispielsweise Überdiagnosen. Beim sogenannten PSA-Wert zur Früherkennung von Prostatakrebs, ist dies besonders augenfällig. Hier wird offenbar von vielen Patienten ein fragwürdiger Nutzen in Kauf genommen zugunsten eines heftigen Risikos. Dass der Nutzen solcher „Leistungen“ (zu denen auch die berüchtigen „IGEL“-Leistungen gehören, die die Krankenkassen zu Recht nicht bezahlen...) auch in einem geldwerten Vorteil bestehen kann, den sich gewisse Ärzte und die Pharmaindustrie teilen, wird auch gerne verschwiegen.
Dienstag, 11. Juni 2024
Gesundheit!
Cholesterin? Die Furcht vor den Stoffen, die einen Herzinfarkt mit sich bringen: Die Ernährungsmedizin bringt hier viele Beispiele für unkritische Wissenschaftsgläubigkeit. Ein amerikanischer Arzt untersuchte in den 50er Jahren den Zusammenhang des Verzehrs von tierischen Fetten und auftretenden Herzkreislauferkrankungen. Cholesterin im Essen sei schuld am Herzinfarkt, so die einigermaßen steile These. Belegt wurde diese These mit statistischen Tricks. Der Arzt sammelte Daten aus 21 Ländern, die die These stützen sollten. Doch die Daten belegten wenig. Was nicht zu seiner Erkenntnis passte, ließ der flotte Arzt, der bezahlter Berater der amerikanischen Margarineindustrie war, einfach weg. Zusammen mit einer Interpretation, die gewisse Fakten ebenfalls wegließ, schien sich ein schlüssiges Bild zu ergeben, das viele Ärzte täuschte und die Öffentlichkeit manipulierte. Natürlich ist Cholesterin ein Stoff, der im Blut festgestellt, etwas aussagt. Aber halt nicht über die Ernährung und nicht zwingend über den Gesundheitszustand einer Person. Die einschlägige Industrie benutzt aber solche „Erkenntnisse“ immer noch gerne. Die Grenzwerte bei Cholesterin wurden nach und nach immer weiter gesenkt. Das schuf neue Kunden für die Pharmaindustrie. Medizinische Studien ließen sich dafür leicht „frisieren“. Die Tricks sind unter anderem dabei immer dieselben: Eine Studie wird nicht veröffentlicht, wenn das Ergebnis dem Auftraggeber nicht gefällt. Man vergleicht ein neues Medikament mit einem bisherigen, relativ wirkungslosen und erzielt glänzende Ergebnisse. Wenn ein Medikament im Laufe der Zeit unerwünschte Nebenwirkungen erzielt, wird die Studie halt vorzeitig beendet. Oder umgekehrt: wenn sich die positiven Ergebnisse nicht einstellen, wird der Studienzeitraum einfach verlängert. Krebsvorsorge. Prostatauntersuchungen, die nicht von der Krankenkasse bezahlt werden. Es scheint als hätte die Masse der Menschen keinen Nutzen aus solchen medizinisch unnützen Untersuchungen, ja ihr drohen vielleicht sogar Schäden. Wegen falschen Diagnosen zum Beispiel, oder Schäden wie beispielsweise Überdiagnosen. Beim sogenannten PSA-Wert zur Früherkennung von Prostatakrebs, ist dies besonders augenfällig. Hier wird offenbar von vielen Patienten ein fragwürdiger Nutzen in Kauf genommen zugunsten eines heftigen Risikos. Dass der Nutzen solcher „Leistungen“ (zu denen auch die berüchtigen „IGEL“-Leistungen gehören, die die Krankenkassen zu Recht nicht bezahlen...) auch in einem geldwerten Vorteil bestehen kann, den sich gewisse Ärzte und die Pharmaindustrie teilen, wird auch gerne verschwiegen.
Freitag, 22. Dezember 2023
Machen und Tun in Normalität
Ja klar ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Er nimmt sich Vorsätze vor, aber ganz sicher und bestimmt will er tun oder nicht tun ...und handelt dann wieder ganz anders...aus Gewohnheiten heraus. Aber vielleicht können wir uns einen Moment heraus reißen aus gewohnten Betrachtungsweisen, Perspektiven, können wahrnehmen, dass es ein Glück ist, die Verhältnisse um einen herum einigermaßen wach wahrzunehmen. Frei von größeren akuten Schmerzen sein, das deutet auf ein gewisses Maß an Gesundheit hin. Auch das erscheint einem über einen gewissen Zeitraum selbstverständlich, - solange man nichts anderes wahrgenommen hat, mit nichts anderem konfrontiert war, damit leben musste. Wer aber jemals Schmerzen hatte, sich einem Verdacht auf eine gravierende Krankheit ausgesetzt sah und dadurch sich separiert sah, von der „Normalität“ und den mit ihr verbundenen Selbstverständlichkeiten, müsste solche Perspektiven schätzen. Wer das an engen Angehörigen und Freunden miterlebt, mitgemacht hat, wird Dankbarkeit empfinden, egal, welches Zipperlein und welcher Schuh einen aktuell drückt. Die Wahrnehmung ist es, die Ablenkung durch Gegebenheiten, die die meisten an Neuem hindert. Unser Glück mit anderen teilen, sein Echo in sich selbst zu empfinden, mag die Wirkung verstärken. Daraus Kraft zu beziehen, auch gegenüber Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, dazu sollten wir uns durchringen, sofern das noch geht.....
Samstag, 24. September 2022
Wachstum im Alter
Es wird über „Die Alten“ geredet. Werden viel zu viele. Scheis-Boomer! Wollen alle Renten! Bringt uns der Katastrophe näher. Es kommen neuerdings dabei auch einige unverblümt sozialdarwinistische Positionen zur Sprache. Mich wundert darüber hinaus, wie etwa manche junge Leute so gar keine Vorstellung „vom Alter“ haben. Als würde es sie nie und nicht betreffen. Sie fühlen sich von Vornhinein im recht (für alles!), weil sie selbst im ökonomischen Sinne produktiv sind. Sie würden „Die Alten“ am liebsten radikal wegsperren. Oder sie kontrolliert umbringen. Leider hat eine solche Denkweise schon viel zu lange Auswirkungen auf unsere Politik. Das allgemeine Verhältnis zum Tod, das sich an vielen Dingen und Mechanismen illustrieren ließe, zeigt dies überdeutlich. Auch die Gesundheitspolitik, die teilweise von älteren Männern gemacht wurde oder wird, scheint mir dies zu veranschaulichen, trotz aller Pflegeversicherungen und der allzu oft gehörten und total abgegriffenen Floskeln „Wer soll das bezahlen?….wir müssen auch an die….und den…..“ denken oder „Wir machen das“. Ob dadurch die eine gegen die andere Gruppe ausgespielt werden soll? Die Einsparpolitik vergangener Tage scheint mir jedenfalls der Wegsperrpolitik unserer Tage zu entsprechen. Scheinbarer „Effizienz“, dem Merkantilismus (auch nach Merkel) und der Globalisierung scheint mir jegliche Empathie und jegliches Bewusstsein vom Menschsein geopfert worden zu sein. Der durch verfehlte Gesundheitspolitik bedingte und auch jetzt herrschende Mangel an Personal und Material macht mich wütend. „In den Ofen stecken“ scheint da die Politik zukünftiger Tage zu sein. Radikale Umsetzung des Ökonomischen. Jaja, klar müssen wir an die Wirtschaft denken. Es droht ja auch eine Gaskrise. Im derzeitigen System hat die Wirtschaft ja gravierende Auswirkungen: Nur, wer arbeitet, hat eine Daseinsberechtigung. Zumindest inoffiziell. Wobei der Begriff „Arbeit“ auch neu überdacht werden müsste. Und der Begriff „Wachstum“, von dem jetzt eine ganze Gesellschaft lebt und der unseren Planeten zerstört. Ob es zumindest verschiedene Begriffe von „Wachstum“ gibt? Und ob der von der Politik oft gebrauchte Begriff des „nachhaltigen Wachstums“ etwas von einer Beruhigungspille hat? Ob es „qualitativer“ Wachstum gibt?
Freitag, 10. Juni 2022
Statistik, Rente und Zukunft
Rentenpolitik? Auch hier soll offenbar mit demografischen Daten und damit verbundenen Ängsten Politik gemacht werden, so, dass Versicherungskonzerne möglichst daran verdienen können. Vielleicht. Ob das so ist? „Wir werden immer älter…..“ „Klaro!“ Zum Beispiel: dass die Gesundheitskosten explodieren, weil wir immer älter werden. Ob das nicht mit dem Trend kollidiert, dass viele Menschen sehr viel gesünder älter geworden sind? Der körperliche Zustand scheint im Alter deutlich besser geworden zu sein. Die amtlichen Experten vom statistischen Bundesamt rechnen sehr weit voraus: bis ins Jahr 2060. Dann sind wir weniger, älter und haben zu wenige Kinder, so die Statistik. Also Kinder (zukünftige Rentenzahler!) her! Dass sie dabei aber nur gegenwärtige Trends in die Zukunft fortschreibt, die sich vielleicht gar nicht so leicht „verlängern“ lassen, wird von interessierter Seite gerne unterschlagen. Dass sich bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt sehr viel verändert haben könnte, können die einschlägigen Studien gar nicht berücksichtigen. Eine halbwegs aussagekräftige Prognose ist da schwierig. Trotzdem prasselten von den Medien Schlagzeilen wie etwa „Deutschland stirbt aus“ hernieder und die Politik lässt den Quatsch bei einschlägigen Talkrunden immer wieder wiederholen. Arbeits- und Fachkräftenotstand, Ärztemangel, abgesunkene, knappe Rente...., so ein Ausschnitt des Horrorszenarios, das aus diesen Daten immer wieder zu geldwerten Ängsten aufgebaut wird und durch ständige Wiederholung plausibler werden soll. Dass die Daten dabei von der Versicherungswirtschaft unter Verwendung von selbst gestalteten Erwartungen und Tafeln vorgebracht werden, dass Wissenschaftler sich gewisser Informationen bedienen und anderer nicht, wird dabei gerne unterschlagen, erscheint aber mittlerweile trotz fehlender Transparenz weithin akzeptiert. Dabei sind solche „wissenschaftliche“ Festlegungen meist nur solange gültig, bis eine bessere Untersuchung an ihre Stelle tritt. Das heißt, solche „Erkenntnisse“ sind vorläufig (e Annahmen). Laut „offizieller“ amtlicher Statistik könnte ein heute geborener Junge etwa 86 Jahre alt werden. In den Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft wird er jedoch 100, unter Umständen sogar 110 Jahre alt. Was ist, wenn die „natürliche“ Steigerung der Lebenserwartung so nicht weiter und an seine Stelle sozial sehr fragwürdige Verfahren der technisch-chemischen Steigerung von Lebenserwartung treten. Wieder so ein Faktor, den einfache Fortschreibungen von Verhältnissen nicht mit auf der Rechnung haben… alles Modelle, mehr oder weniger begründete Erwartungen….
Mittwoch, 4. Mai 2022
Pharma-Tricks
Ich stelle mir vor: Ich wäre im Krieg und blicke auf "Friedenszeiten". Leider bin ich von einigen
Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie
das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig
nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an
solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten
Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte
Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte
wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann
nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht
stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig.
Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten?
Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach
einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben
zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre
Medikamente dorthin verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen?
Wie steht es mit der Entwicklung von Antibiotika? Mit resistenten Keimen? Wenn
mein Medikament wenig lieferbar ist, wenn etwa Engpässe entstanden sind,
ist diese Strategie der Verknappung bzw. Nichtentwicklung sogar umso lukrativer.
Ich kann damit vielleicht sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin
und somit ein Monopol beanspruchen kann. Ob das
ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa
nicht der Fall ist? Zugunsten des Wohls von Patienten?
Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in
Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und
ökoschweinisch produzieren? Lieferkettenexzesse.
Ob nicht doch das eine oder andere Produktionspotential nach Europa
zurück verlagert werden sollte und noch ein paar Antibiotika entwickelt werden?
Sonntag, 27. März 2022
Gepflegt
Wir begegnen älteren Menschen, die in Pflege sind. Die hilflos sind. Können wir uns da hineinversetzen und uns selbst dahinter erkennen? Ist es so, dass in solchen Personen ein ganzes Leben „gespeichert“ ist, dass sie gleichzeitig auch die Person sind, die sie mal waren? Dass sie jetzt halt in einem anderen Zustand sind, in den sie „das Leben“ befördert hat? Ob es nicht so ist, dass alle anderen Personen ebenfalls fortwährend älter werden und einem solchen Zustand entgegenstreben? Was ist der Tod? Ist es das, dem man entgegenstrebt? Er soll im Schlaf kommen uhnd möglichst schmerzlos, das ist der oft geäußerte Wunsch. Ob aber bis dahin irgendwann eine gewisse Bilanz erlaubt ist, in der man feststellen kann, ob eine Existenz sinnvoll war? Oder ob das alles unwiderbringlich vergangen ist und nur (wie es jetzt modisch ist...) der Augenblick zählt?
Eben erst gehört, dass immer weniger Menschen an Demenz erkranken (?) sollen (kann ich's überprüfen? Natürlich nein....), dadurch aber, dass die Bevölkerung älter wird, bleibt der Demenzaanteil gleich, es kommt nur später. Viele Angehörigen werden mit dem Siechtum der dementen Angehörigen gar nicht fertig. Die Gesellschaft ist zwar sensibilisiert und sieht die Alzheimer-Epidemie inzwischen auch auf sich zurollen, sie kann darüber reden und auch an der nötigen Empathie für die Betroffenen hapert es nicht. Aber ganz praktisch gesehen sind die wenigsten Menschen tatsächlich vorbereitet.“ Es tritt womöglich alles sehr schnell ein und verlangt einem Entscheidungen ab, für die man gar nicht genügend informiert ist. Man stolpert und taumelt in etwas hinein, Beratungsmöglichkeiten sind gut oder schlecht, - im schlimmsten Falle bringen sie einem gar nichts, gleich gar nicht in dem Tempo, das einem abverlangt wird. Man war außen und ist jetzt plötzlich selbst Handelnder.
Montag, 8. Februar 2021
Pharmalogik
Dass sich die Industriestaaten 75 % der Impfstoffe gesichert haben und in den Staaten des nicht so reichen Südens bis jetzt so gut wie nichts angekommen ist, ist wohl ein Skandal. Dass aber die Pharmas Kooperationsverträge mit vom Staat unterstützten kreativen Kleinfirmen abschließen, in denen vor allem vom Staat in seinen Universitäten ausgebildete Wissenschaftler sitzen, halte ich ebenso für einen Skandal. Die faul langsam trägen EU-Kommissare müssen so etwas erwogen haben, als sie anfingen, mit diesen Pharmas zu feilschen, die einschlägige Vertragsunterlagen jetzt an die Öffentlichkeit nur mit für sie an den kitzligen Stellen geschwärzten Passagen heraus geben. Wie diese Pharmas aber die Lage für sich und ihren Profit ausnutzen, wird jetzt offenbar. Sie liefern nur an die Meistbietenden.
Dienstag, 15. Dezember 2020
Führungsqualität
Wir in Europa warten tapfer auf die Impfzulassung, während um uns herum überall schon geimpft wird und hier die Menschen sterben. Mir kommt die EU-Zulassung extrem lahmarschig und bürokratisch vor. Politiker und ihre Vasallen sondern dazu in tausend Pressekonferenzen Sprechblasen ab. Tausend unwichtige Sitzungen haben diese deutschen MPs (diese Parteiemporkömmlinge!) in ihrem schönen Föderalismus abgehalten, ohne Ergebnisse und in glatter Unfähigkeit, sich mit ihren völlig überhöhten Egos abzustimmen. Sie preisen die weihnachtliche Kleinbürgerfamilie in den höchsten Tönen und wollen dafür Sonderzulassungen selbst, als den Leuten schon das Wasser bis zum Hals steht. Diese Alphas scheinen völlig den Kontakt zur Realität verloren zu haben, was aus meiner Sicht nicht weiter verwunderlich ist, halten sie sich doch in den entsprechenden Lebenswelten auf und lassen ihre Kontakte vorfiltieren. In den Altenheimen kommen die Schnelltests viel zu spät (Standardausrede: „Die wurden auch zu spät entwickelt, kamen nicht rechtzeitig auf den Markt...“). Dafür freilich waren sie schon für Anfang November versprochen wurden. Ich kann nur behaupten, das so etwas nicht für heraus ragende Führungsqualitäten steht. Anders ausgedrückt: Diese Tonangeber scheinen mir völlig ungeeignet für ihre „Ämter“. Jetzt sollen kostenlose FFP2-Masken für vulnerable Gruppen ausgegeben werden, was schon lange zuvor hätte Praxis sein können. Dafür bilden sich jetzt lange Schlangen dieser sogenannten „vulnerablen Gruppen“ vor den Apotheken, was geradezu eine Aufforderung zum Superspreading ist. Mister Minister! Wir werden wohl vieles von dem verzeihen sollen, was unverzeihlich ist!
Samstag, 12. Dezember 2020
Lieferketten
Wir wundern uns, wie jetzt über Lieferketten gestritten wird und wie beständig emphatisch das E-Auto in der Öffentlichkeit gepriesen, ja, angepriesen wird. Es werde umweltverträglich sein und energiesparend, so heißt es gar allüberall. Die deutsche Regierung, die zusammen mit den europäischen Partnern schon viele Jahre lang in diesen Chor mit eingestimmt ist und es erst jetzt geschafft hat, ein paar mehr Ladesäulen zu errichten sowie einen soliden finanziellen Zuschuss zur Anschaffung des gepreisenen Mobils auf die Beine zu bringen, fördert das scheinbar umweltverträgliche Bestreben von der ökologischen Bewegung heftig unterstützt mit allen Mitteln. Es wird auf diese Weise eine Art heilige Kuh geschaffen, die wohl alle, egal welcher politischen Richtung, anbeten. Das E-Mobil ist zur Religion geworden. Paris, Klimakatastrophe, Energiewende okay.....alles oft gehört......
Ob es sich aber dabei nicht eher um eine Übergangstechnologie handelt? Wie der nun als als Hauptenergiequelle gehandelte Strom derzeit noch erzeugt ist, ob zahlreiche Recyclingprobleme noch längst nicht gelöst sind, ob erste Fahrzeugbrände zu verheerenden Situationen geführt haben, weil mit Wasser nicht gelöscht werden konnte und es schließlich nur noch half, das ganze Auto in einem Tank zu versenken..... was fällt uns noch ein? Ob die ganzen Rohstoffe zum Fertigen solcher Autos vom Himmel gefallen sind und wie überhaupt sieht der ökologische Fußabdruck eines solchen Autos aus? Ob zu seiner Produktion nicht eine ganze (Un)Menge an Energie und Rohstoffen nötig ist? Und sehen wir nicht erste SUVs mit dem hochgelobten Elektroantrieb, die als Dickschiffe mit dicken Reifen durch die Gegend rollen? Schon mal was vom Rebound-Effekt gehört? Was wohl das Marketing dazu sagt? So, wie es für bestimmte Menschen schick ist, im Bioladen einzukaufen, so angesagt erscheint ein „sauberes Auto“, das neue Umweltauflagen spielend erfüllt und zudem für die großen Konzerne Strafzahlungen vermeiden hilft. Sie vertrauen ohnehin darauf, dass das Elektromobil vom Nischen- zum Massenprodukt wird und sich ein riesiger Markt auftut. Wie lange noch andere Rohstoffe wie beim Verbrennerauto notwendig sein werden? Seltene Erden zum Beispiel, Kobold äh... Kobalt, Graphit oder Lithium zum Beispiel? Sie stecken ja auch schon heute in den Verbrennungsfahrzeugen. Für Elektroautos freilich sind sie äußerst wichtig. Seltene Erden werden nahezu unverzichtbar sein für alle ökologischen Technologie. Windparks, Windräder, Photovoltaikanlagen werden mit seltenen Erden gefertigt. Wie sie wohl gewonnen werden? Das interessiert die Ökofexe meist nicht. Ob dabei alle Umwelt- und Gesundheitsgebote vernachlässigt werden? Ob das okay ist, solange nicht wir selbst in den Prozess eingebunden sind? Zumindest direkt? Was geht es uns an, wenn die Lieferketten bis hinab in den Kinderarbeits- und Umweltschutz reichen?
Freitag, 24. Juli 2020
Gesundheitssystem
Wie wichtig Pflegekräfte in den Altersheimen und in den Krankenhäusern Deutschlands sind, haben nicht zuletzt die
vergangenen Monate klar gezeigt. Dass das Ansehen dieses Berufs samt
seiner Bezahlung trotzdem noch sehr wenig entwickelt gering ist,
zeigten freilich die vergangenen Monate und Jahre auch. Ob es da
genug ist, die Probleme einfach weg zu lächeln, sie zu ignorieren
und sie schön zu reden, mag bezweifelt werden. Mindestlohn,
Tarifbindung, veränderte Ausbildung usw…… verantwortliche
Menschen in der Bundesregierung scheinen sich so etwas vorgenommen zu
haben und die Bäume vor lauter Wald wegreden zu wollen. Positiv
daher reden, schön reden und Beifall spenden: das alles ist nett und
kostet kein Geld. Es wird argumentiert, es gehe um das Geld der
Beitragszahler. Spricht man diese Beitragszahler darauf an, so wird
oft über die Verschwendung gelacht, sie sich dieses System an dieser
oder jener Stelle erlaubt. Es ist jedenfalls für die Masse der
Menschen kein klarer Wille erkennbar, die finanziellen Mittel gezielt
einzusetzen (so wurde z.b. eine große Summe Geldes für eine
wichtige Daten enthaltende Gesundheitskarte über lange Jahre hinweg
bisher in den Sand gesetzt, was von den Beitragszahlern durchaus
registriert wird...). Der Unterschied zwischen allzu plakativ wichtig
managenden Funktionären und den umsetzenden Kräften des Machens und
Tuns scheint jedenfalls groß. Da nutzt es nichts, die Lage schön zu
reden und, wie jetzt zu erfahren war, gewaltig in Werbung zu investieren. Schon gar nicht in einer Zeit, in der das Gesundheitssystem
besonderen Belastungen ausgesetzt ist.
Sonntag, 19. April 2020
Gesundheit!
Unser
Gesundheitssystem scheint inzwischen, was gerade in Zeiten von Krisen ganz besonders zum Tragen kommt und für "die Vielen draußen" spürbar wird, eine Veranstaltung zur Erzielung
von möglichst hohen Profiten zu sein. Dabei scheint es vor allem um
Kosteneinsparungen, in der Sprache der Manager sind das
Personaleinsparungen, zu gehen. Das scheinen unter anderem meine letztjährigen Erfahrungen im Krankenhaus und im Altenheim meines Vaters zu bedeuten. Es
scheint in den letzten Jahren auf Teufel komm raus privatisiert
worden zu sein, wobei immer dieselben Argumente zu hören waren. Ohne
private Hände sei die Aufgabe sowieso nicht zu bewältigen, war über
Altenheime und die sie umtreibenden Verhältnisse zu hören (Demografie war auch ein beliebtes Argument). Die
Privatwirtschaft könne das besser (in der Sprache der Technokraten
heißt das „effizienter“) als der Staat, so war dann stets zu
hören. (Von den Zahlungen an die auf diesem Wege hinausgesparten
Arbeitnehmer war nie die Rede…).
Die
Schlüsselfrage, die solche neu geschaffenen Konstellationen anzutreiben scheint, ist
doch „Wie kann man möglichst hohe Gewinne machen?“ und viel
weniger „Was brauchen Patienten?“. Es wird dann an unzähligen
kleinen Parametern gedreht, das Essen wird schlecht, die Zahl der
(sinnvollen) Veranstaltungen sinkt, Geselliges Beisammensein wird zu
einer formelhaften Veranstaltung, die stetes gleich abläuft und bei
der es vor allem darum zu gehen scheint, möglichst wenig zu
investieren. Auch werden gerne Personalkosten eingespart, indem keine Vertretungen für länger- und kurzfristige "Ausfälle" besorgt werden. Bewohner werden bewusst in Agonie gehalten (es gibt dafür auch chemische Möglichkeiten....), weil man sie
auf diesem Wege besser „verwalten“ und mit ihnen umgehen kann. Weil sie auf diesem Wege gefügiger sind. Krankenhäuser waren
bis 1985 nicht verpflichtet, Gewinn zu machen, sondern, - was ich aus heutiger Sicht nahezu unglaublich fand , - es war ihnen verboten (!), Gewinne zu
machen. Inzwischen scheint jedes 3. Krankenhaus in privater Hand zu
sein, was natürlich die Erzielung von Gewinnen nahe legt.
Freitag, 3. April 2020
Resistente Keime
Ob es erlaubt ist, dass man sich angesichts der aktuellen Probleme noch Fragen zu den Pharmaklitschen stellt? Im Lichte der aktuellen Entwicklungen vielleicht? Verantwortung für die
Gesellschaft, Nachhaltigkeit, - ob das Kriterien für die
Pharmaindustrie sind? Oder ob es nicht die verschiedenen Parameter
der kurzfristigen Renditen sind? Immer mehr Menschen sterben an resistenten Krankenhauskeimen. Ja, auch neben der Corona-Katastrophe her! Die Forschung nach neuen Antibiotika haben große
Pharmafirmen längst aufgegeben, aus Kostengründen, wie sie nicht
nur auf ihren Hauptversammlungen den von ihnen selbst ausgewählten
und gewogenen Pressevertretern sagen. Resistente Keime? Aktuell
genauso wie der Klimawandel gegenüber der Corona-Krise etwas in den
Hintergrund gerückt. Aber das Problem könnte wiederkommen
(hoffentlich nicht in allzu großem Stil...). Schon jetzt gilt es als
gigantisches Problem der Menschheit. Dabei scheint die Erkenntnis für
die „Pharmaprofis“ einfach: Ohne die Menschen könnten keine
Medikamente verkauft werden und keine Profite gemacht werden. Sie
werden schon jetzt in großer Zahl durch „Krankenhauskeime“
dahingerafft.
Doch
Pharmafirmen scheinen nicht so zu denken. Sie denken nicht an das
Wohl der Menschheit und deren Überleben, sondern vielmehr an den
kurzfristigen Profit. Gerade idiologisch eingestellte Politiker
betonen, dass dies in einer Marktwirtschaft wie der unseren auch
nicht verwerflich sei. In diesem Falle scheint es jedoch aus mittel-
und langfristiger Sicht sehr kontraproduktiv zu sein. Der Markt löst
also auch in diesem Falle nicht die Probleme. Die Privatwirtschaft
versagt. Ob da der Staat eingreifen sollte? Wieder greift die
Strategie, dass hierzulande politische Institutionen dazu einfach
keine Aussage treffen wollen und offenbar allzu gerne auf die
„Gesetzmäßigkeiten des Marktes“ verweisen. Und zwar nicht nur
in jetzigen Zeiten, in denen andere Probleme vorrangig sind. Zu
großes Risiko, erwartbare Verluste mit weniger erfolgreichen
Produkten... usw. Die Argumente liegen auf der Hand und sind allzu offenbar. Mögliche
Auswirkungen solcher Einstellungen sind aber gerade jetzt zu spüren. Ob
es ein Weg ist, für stark gewinnorientierte Pharmaunternehmen
Anreize zu schaffen? Dann nur zu...! Der Markt regelt alles?
Wirklich? Mal sehen....
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