Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 21. Januar 2021
Kükentöten
Noch sollen männliche Küken bis 2022 getötet werden. Allein schon der Gedanke daran tut mir weh. Was nimmt der Mensch, nehmen bestimmte Menschen sich heraus, Huhn und Hahn zu seiner Verfügungsmasse zu machen? Ja klar, auch Huhn, denn auch das Huhn wird irgendwann für den Verzehr des Menschen umgebracht. Was das Blöde ist? Dass das im großen Stil passiert. Dass die Zahlen gewaltig sind. Es wird dann immer von wachsender Weltbevölkerung und Ernährung geschwafelt. Leute, ist das alles, was die so hochgelobte und oft beschworene menschliche Phantasie und Kreativität kann? Wenn man wollte, könnte man vielleicht auch auf andere „Lösungen“ kommen, so meine Vermutung. Menschliche Phantasie und Kreativität, - ganz besonders die von Ingenieuren, die ja bloß das umzusetzen versuchen, was man ihnen befiehlt, - vermag besonders unter Druck vieles zu leisten, das zeigen gerade auch derzeitige Pandemiezeiten.
Dienstag, 24. November 2020
Wachstum reloaded?
Seltsam, die Wachstumsidiologie scheint auch mit dem Blick auf das Ende der Pandemie sakrosankt. Dabei führt sie ja doch sehr offensichtlich in den Abgrund. Aber dieses Wirtschaftssystem kann nicht darauf verzichten, kennt auch den Begriff des nachhaltigen Wachstums nicht. Wir müssen offenbar unter allen Umständen auf den alten Wachstumspfad zurück, tausend Urlaube mit Flugreisen machen, mit dem SUV durch die Gegend fahren usw. Dabei scheint es mir ein Tabu zu sein, dass der Menschen selbst, die Menschheit unkontrolliert wächst. Ja klar, ich kenne die Prognose auch, dass derzeitige Wachstum der Menschheit bei 10 Milliarden vorläufig stoppen solle (UN-Prognose). Trotzdem erscheint mir das hemmungslose Wachstum der Weltbevölkerung einen der Gründe für den Blick in den Abgrund zu sein. Ein gut entwickeltes Sozialwesen scheint mir einer der Voraussetzungen zu sein, die ein begrenztes Wachstum nach sich ziehen. Ach, das Menschenbild! So lautet der Einwand gegen eine solche Einschätzung. Der Mensch als die Krone der Schöpfung? Indem er alle anderen Arten der Evolution vernichtet? Indem die Nahrungsmittelproduktion exklusiv für seine Verschwendungssucht beschleunigt werden muss? Vielleicht täte es der Evolution und der Natur sogar gut, wenn es keine Menschen mehr geben würde. Oh nein, so etwas soll und darf man nicht denken! Von gewissen Kreisen wird das Problem gerne auf ein Verteilungsproblem reduziert. Meine Ansicht: Ja klar, das kommt noch hinzu: die ungleiche Verteilung von Ressourcen und ein Weltwirtschaftssystem, das die Besitzenden und Reichen bevorteilt. Wer außer der Betriebswirtschaft behauptet denn, dass die Luft umsonst sei? Dass sie ein wertvolles und zu schützendes Gut ist, das keinesfalls umsonst ist, ist nicht nur am Problemkreis Mobilität, sondern auch an tausenden von Stellen zu spüren. Ob man die „Kreislaufwirtschaft“ ein bisschen besser entwickeln könnte? Würde meiner Meinung nach zur Lösung des Problems beitragen, - aber halt nur beitragen.
Mittwoch, 13. November 2019
Ernährungspolarisation
Was mir auffällt: je weniger
die Menschen die Zeit aufbringen, ihre Nahrungsmittel selbst
zuzubereiten und zu Fertig- und Schnellgerichten greifen, umso mehr
nimmt die Zahl der TV-Sendungen mit Starköchen zu, die ja ach so
exklusiv und wohlschmeckend zubereiten können. Ob hier eine
Entwicklung abgestützt, eine Scheinwirklichkeit geschaffen und eine
soziale Polarisierung kaschiert werden soll? Ob das alles etwas mit
den Verzehrnotwendigkeiten und nicht nur mit Verzehrgewohnheiten zu
tun hat? Ob Essen Ausdruck der (sozialen) Distinktion sein kann, also
ein Mittel der Selbstdarstellung, das jemand abgrenzt gegenüber
jemandem anderem. Ob dies eine Funktion im Prozess einer zunehmenden
sozialen Polarisierung? Was heißt das praktisch?: Manche Menschen
können es sich offenbar leisten, sich gut und gesund zu ernähren,
andere müssen zu Billigprodukten einer Ernährungsindustrie greifen,
um sich überhaupt noch einigermaßen ernähren zu können.
Mir
fällt auf, wenn ich bei Besserverdienenden Leuten zu Gast bin, gibt
es da gesunde Lebensmittel gesund zubereitet, möglichst vom Bio-
oder Naturkostladen. Bin ich bei weniger begüterten Leuten zu Gast,
so herrscht da eine Normalität, in der das Billigste und somit oft
auch Minderwertigste auf den Tisch kommt. Ob dies darauf zurück zu
führen ist (was ja regelmäßig behauptet wird und mir ein ziemlich
BILLIGES Mittel der Rechtfertigung von Verhältnissen scheint, das
zudem auch noch auf einen gewissen Anteil an Wahrheit zurückgreifen
kann, diesen aber maßlos übertreibt….), dass besonders „der
Deutsche“ sich möglichst billig ernähren will und nicht bereit
ist, einen angemessenen Preis für seine Nahrungsmittel zu bezahlen?
Ob damit nicht die soziale Gegebenheit vernebelt werden soll, dass
besonders Deutschland als Industrieland einen verhältnismäßig
hohen Billiglohnsektor- Anteil hat und dass gewisse Leute sich einen
gewissen Lebensstil schlichtweg leisten können, - andere hingegen
nicht? Kritik auf hohem Niveau!, so wird gerne eingewandt.
Deutschland gehe es ja sooooo gut. Hier habe man wenigstens überhaupt
genug zum Essen, in anderen Ländern werde sogar gehungert…. usw,
der Argumente sind viele. Doch ein klein weniger ungerecht könnte es
schon zugehen im ach so reichen und vorbildsträchtigen Deutschland (das andere Länder und
ihre Volkswirtschaften nur allzu gerne zu plündern scheint...),
auch was die Ernährung angeht. Ob die immer klarer werdende
Zuordnung von sozialer Schicht und Ernährung auf die Dauer günstig
für die Entwicklung einer Gesellschaft ist?
Samstag, 1. Juni 2019
Blick um mich herum
Man überprüft angesichts
eines Artikels, der einen beeindruckt hat, sein Umweltbewusstsein:
während alle andern einen auffordern, endlich auch als Individuum und
Einzelner etwas Wirksames zu tun, geht mir immer noch das Wort und
der altmodische Begriff der „Strukturen“ im Kopf herum. Nein, das ist nicht nur eine Ausrede!! Ich
glaube, dass ich viel tun kann, um mein persönliches Gewissen zu
beruhigen (was ja löblich ist und immerhin eine Art „Haltung“
erzeugt). Allein, es mag im Ganzen wenig nützen, wenn die Strukturen
die falschen sind. Da mag ich noch so hingebungsvoll den Müll
trennen: wenn unter Umständen anschließend wieder vieles
zusammengeschüttet wird, wenn das, was effektiv wiederverwendet
wird, erschreckend wenig angesichts des Ganzen, dann liegt das wohl
an Strukturen, die nicht verändert werden. Nicht am Einzelnen, der
sich ein scheinbar reines Gewissen damit erworben hat, dass sich in
der Realität nichts verändert hat. Man laviert sich durch,
versucht, sich korrekt zu verhalten, macht sich aber keine Illusionen
darüber, was dies bewirken könnte. Die Frau Umwelt- oder Landwirtschaftsminister führt
keine Lebensmittelampel ein und führt alle Gründe auf, die sie
als „wissenschaftlich“ bezeichnet, wobei es vielen so scheint,
dass sie sich eigentlich nur im Interesse der einschlägigen Industrie äußert und
handelt. Effekt: keine Lebensmittelampel.
Die Grenzwerte für
Umweltverschmutzung eben mal ein bisschen hochsetzen, könnte vieles
bewirken, ein bisschen schummeln oder zumindest ein Auge zudrücken, wenn Schummelsoftware im Rahmen des ach sogelobten technischen Fortschritts eingesetzt wird - so jedenfalls argumentieren viele Politiker. Das scheinen sie von Donald Trump gelernt zu haben. Es gibt für
einen wie mich keinen religiösen Glauben an das Wahre und Gute, das
womöglich in meinem reinen Gewissen angesichts von Umweltproblemen
liegt. Was mir bleibt, ist die Skepsis. Die Meere werden mit Plastik
zugemüllt, Lebensmittel werden massenhaft in die Tonne getreten, der tropische Regenwald wird abgeholzt, Bienen und viele
andere Arten sterben aus: so will‘s der Mensch offenbar. So wird es
geschehen. Mir ist dabei allerdings verständlich, dass sich eine
junge Generation angesichts dessen in Panik befindet. Ob‘s mit dem
Lenken noch rechtzeitig klappt? Noch kurz umsteuern und die Welt
retten, ehe alles gegen die Wand fährt? Den Älteren wie mir mag‘s
noch reichen. Wir schaffen das. Rührend, wie manche Leute in meiner
Umgebung solchen Trends gegensteuern. Indem sie bestimmte Produkte
nicht mehr kaufen. Nun ja, Leute wie ich sind froh, wenn sie sich
überhaupt noch etwas kaufen können. Und teure Bio-Ware ist für sie
einfach nicht erschwinglich. Ob daraus etwas zu ersehen ist? Ob
irgendein System dahinter steckt, wie man früher immer meinte. Oder
ob man damit sofort einer Verschwörungstheorie auf den Leim geht? Ob
man lieber etwas über den „freien Markt“ und seine
Gesetzmäßigkeiten erkennen sollte? Industrialisierte
Landwirtschaft? Ob wir das neu denken sollten und es weniger
verteufeln? Ob da nicht angesichts steigender Bevölkerungszahlen
nicht eine Art Zwang besteht? Und überhaupt: ist dieser Planet für
so viele Menschen geschaffen? Was hat es damit auf sich, dass Kinder
und das Kriegen/Machen von Kindern vergöttert werden? Lauter kleine
Rentenzahler? Ob das wirklich das treibende Argument ist? Ob es nicht
in Wirklichkeit ein Argument ist, das eines Staates geziemt, aber
weniger dem einzelnen Menschen? Ob wir wirklich dazu berechtigt sind,
anderen Gesellschaften diejenigen Menschen mit Geld weg zu nehmen,
die wir zu brauchen glauben? Ob das eine Form des Neokolonialismus
ist? „Braindrain“ nannte man früher so etwas. Im Weltbild einer
reichen Gesellschaft wie der bundesdeutschen erscheint so etwas
„normal“. Ob es aber so ist? Ob es nicht vielmehr eine Frage der
Normen ist? Ich stehe vis-a-vis und staune. Ich habe mich kurz
aufgeregt und bin stolz darauf, dass ich es erkenne. Es ist für mich
ein Teil dessen, zu wissen, wo und wie ich lebe und nicht der
Bewusstlosigkeit und ihrer Ablenkungsindustrie verfallen zu sein.
Sonntag, 14. Oktober 2018
Quiekende Schreie
Mir stinkt sehr und das Bild
verlässt mich nicht, dass hierzulande Ferkel ohne Betäubung
kastriert werden dürfen! Ich höre Schreie….. Und diese
Bundesregierung scheint diesen grausamen Zustand jetzt auch noch
verlängert zu haben! Einfach so….! Ich finde das gar nicht gut.
Alleine schon der Gedanke daran tut mir weh…...Grinsende
Politikergesichter „vertreten“ so etwas…. „Hauptsache, wir
haben unseren Spass….!“ Ja klar, es muss ernährt werden…
Wettbewerb…. Und all das…. wir essen, fressen Schweine… auch
das kann nicht so weiter gehen….vielleicht müsste spätestens
jetzt, nach dem letzten Klimabericht, ein neues Verhalten eingeübt
werden, aber es geht einfach alles weiter…..hinein, hinunter in den
Abgrund…..sehenden Auges……..in den Tod.....
Sonntag, 22. Juli 2018
Mensch und Tier
Mensch
und Tier. Im Schlachthaus. Offenbar für manche Unternehmen ein
rechtsfreier Raum.Tiere sollen wohl abgestochen werden, so, wie es
für die Schlächter, die von Subunternehmen angeheuert oft aus den
Billiglohnländern des ehemaligen Ostblocks kommen und im
Akkordstress stehen, gerade so passt. Es gibt dabei anscheinend auch
„Fehlerquoten“. Dabei stehen fürchterliche Laute von um ihr
Leben kämpfenden Tieren im Raum. Laut Schlachtverordnung müssten
Tiere bei ihrer Tötung ohne Wahrnehmung und bewusstlos sein. Okay.
Problem nur: Wer kontrolliert dies? Vom Staat extra bestellte
Tierärzte scheinen eher sporadisch den Weg zum Schlachthaus zu
finden (im Amtsdeutsch heißt das „stichprobenmäßig“). Sie haben dafür auch keine Zeit, - scheinbar. In
größeren Betrieben sind sie auch schon mal vollzeitmäßig vor Ort
aktiv. Leider hat dies auch oft zur Folge, dass die Distanz zwischen
Tierarzt und Managment oft ein bisschen verloren geht und sich eine
gewisse kumpelhafte Nähe entwickelt. Solche Mechanismen sind auch
aus anderen sozialen Zusammenhängen bekannt.
Außerdem
könnten ja Tierärzte durch Interventionen den Schlachtprozess
aufhalten, was einem Frevel gegen die Ökonomie des
Produktionsprozesses gleicht. Der möglichst reibungslose Ablauf
(eagl, in welche Richtung....) ist wirtschaftlich allemal gewünscht.
Dieser gewünschte wirtschaftliche Erfolg, der oftmals auch aus den
gezahlten Billiglöhnen resultiert oder zumindest mit ihnen einher
geht, erzeugt Druck für Mensch und Tier. Werden Misstände dann doch
einmal aufgedeckt, so soll von Unternehmerseite sehr schnell mit dem
Arbeitsplatzargument gedroht werden, heißt es (das kennen wir
ja...). Außerdem ist der Schlachthof ja sowieso oft ein wichtiger
Steuerzahler. Schließlich müssen Veterinärämter das
wirtschaftliche Wohl einer Region im Augebehalten. Die Fleischlobby
scheint ein Übriges zu tun. Es soll insofern wenig Anzeigen von
solchen amtlichen Tierärzten wegen Verstößen in Schlachthöfen
geben. „Einbrüche“ von Tierschutzorganisationen, so die
Verabredung der jetzigen Koalitionäre, sollen in Zukunft
strafrechtlich verfolgt werden.
Die
Tierärzte werden von den zuständigen Behörden bezahlt, die sich
wiederum die Kosten von den Schlachthöfen zurück holen.Wird ein
Verstoß nach einer Anzeige festgestellt, drohen höchstens
Bußgeldbescheide, so gewisse Aussagen. Übrigens: Im Grundgesetz
heißt es „Der Staat schützt (…) die Tiere im Rahmen der
verfassungsmäßigen Ordnung“.
Samstag, 4. November 2017
Insektensterben
Neulich wurde ich Zeuge eines
beachtlichen Interviews. Ein Interessenvertreter wurde da nach den
Insekten und deren Verschwinden gefragt. „Was wollen sie denn“,
so in etwa der Tenor des Befragten. „Alles in bester Ordnung.
Studien über das Phänomen liegen ja noch nicht vor. Zumindest das sollte man abwarten“. Das wurde
dann den Zuschauern als kompetente Auskunft präsentiert. Dabei lehrt
einen alleine schon die unmittelbare Erfahrung anderes. Hinzu kommt Bedenkliches. Waren noch vor wenigen
Jahren die Scheiben nach längeren Fahrten mit Insektenleichen und
anderem fligendem Zeugs übel verschmutzt und klebte ein übler
Chininschmodder daran, sohat sich das jetzt gewaltig geändert: Die
Scheiben bleiben sehr weitgehend frei von solcher „Verschmutzung“.
So manch einer fragt sich, wo all dieses geblieben sei. Auch bei
oberflächlichster Information eröffnet sich ihm ein alarmierender
Befund. Dass es ein Bienensterben gibt, scheint sich herum gesprochen
zu haben. Dass die Bestäubung der Pflanzen, die ja meist
wirtschaftlich „genutzt“ werden, zu einem großen Problem wird,
hängt unmittelbar an der Diagnose. Dass aber auch Schmetterlinge und
alle anderen Insekten von diesem merkwürdigen Sterben betroffen
sind, scheint für viele Menschen noch eine neue Information, obwohl
der simple Blick an ihre Windschutzscheibe sie eines Besseren
belehren könnte. „Biodiversität“ scheint ein neues Thema
unseres Diskurses zu werden, eines, dem sich sogar die Kanzlerin
nicht verschließen mag.
Wir haben keine Zeit mehr bis zur
nächsten Studie. Handeln ist angezeigt. An dieser Stelle bin ich
froh, dass mein Bundesland Baden-Württemberg von Grünen regiert
wird. Kretschmann ist sogar studierter Biologe und weiß genau, was
die Zeichen bedeuten. Der allzu großzügige Einsatz von
Insektenvernichtungsmitteln in der Landwirtschaft gilt mittlerweile
als relativ gesicherte Ursache. Hinzu kommt der Verlust an
Lebensraum, die Umweltverschmutzung, die Veränderung der
Agrarlandschaft. Die Insektengifte der Stoffgruppe Neonikotinoide
stehen aber in höchsten Verdacht, ganz direkt an diesem
Insektensterben beteiligt zu sein. Kretschmann will jetzt etwas tun.
Dass die intensive Landwirtschaft etwas mit dem Artenrückgang zu tun
hat, bestreitet niemand mehr ernstlich. Neue Blühmischungen,
überhaupt, eine möglichst vielfältige Artenfolge beim Anbau, eine
bessere Betreuung von Naturschutzgebieten und eine bessere Verbindung
von Biotopen: ökologische Verbesserung auf breiter Front ist
angesagt. Doch den Einsatz von Pestiziden kann letztlich nur die EU regeln.
Hoffentlich ist das alles nicht schon zu spät.
Sonntag, 17. September 2017
Mensch und Tier (3)
60 % der Böden werden für
die „Erzeugung“ von Tierfutter benutzt. So sagen zumindest
gewisse Untersuchungen. Den Hunger in der Welt bekämpfen und auch in
Zukunft für ausreichend Nahrung sorgen, sagen die großen
Nahrungsmittel- und Düngemittelkonzerne.. Dass sie dabei zu
allerhand Tricks greifen und unter dem Mäntelchen der Freien
Marktwirtschaft profitable Monokulturen in sich entwickelnde
Volkswirtschaften hochziehen wollen, das sagen sie nicht. Die Politik
sagt nicht, dass genau das als neue Entwicklungspolitik verkauft
werden soll, weil ja die alte, staatliche, so gar nichts Positives
bewirkt habe. Dass auf diesen 60 % der Böden auch Getreide für
Menschen statt kurzfristig profitablen und genmanipulierten Mais für
die Massentierhaltung angebaut werden könnte, - oder gar Gemüse, -
das sagt die Politik nicht. Massentierhaltung (oder die sogenannte
und selbstbenannte „Intensivtierhaltung“) der Teile der Politik
im Interesse einer so verstandenen „freien Mrktwirtschaft“ so
nachhängen, muss im Interesse unserer Mitgeschöpfe abgeschafft
werden. Nun ja, so hängt alles mit allem zusammen. Das Tierwohl? Wer
mit Tieren umgehe, habe ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen, und,
so weit es der Verwendungszweck zulasse, für ihr Wohlergehen zu
sorgen. Niemand darf ohne einen vernünftigen Grund einem Tier
Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen, es in Angst versetzen oder
in anderer Weise sein Würde missachten“. So sagen die meisten
europäischen Tierschutzgesetze und ergehen sich dabei in wunderliche
altmoralisch dehnbare Formulierungen. Dass einen dabei auch nur in
oberflächlichster Erkenntnis gewisser tierhalterischer Verhältnisse
ein leichtes Grinsen überkommt, wird meiner Ansicht nach zu leicht
akzeptiert. Wer ist angesichts dessen der Fürsprecher von Tieren,
welche Lobby haben sie bei der Politik, wer könnte so etwas
einklagen?
Mittwoch, 6. September 2017
Mensch und Tier (2)
Zum Folgenden wurde ich neulich medial angeregt und
habe es seitdem in mir bewegt: Wo bleibt das Prinzip Verantwortung in
der Evolution? Es gibt wohl keine einzige Art, die gegen andere
Spezies so etwas wie Verantwortung spüren könnte -. außer dem
Menschen. Das „Prinzip“ gilt also vor allem für
verantwortungsvolle Menschen, Tiere vor dem zu schützen, was für
sie am schlimmsten ist: vor schwerem Leiden. Der Mensch ist das
einzige Tier der Evolution, das zur Moral fähig wäre und das sich
auch dessen rühmt. Dass ihm seine Vernunftbegabung sogar die
Verpflichtung dazu auferlegt, seinen Vorteil nicht auf Kosten der
übrigen Welt zu suchen, macht diese aus einer bestimmten
Konstellation folgende Verpflichtung noch strenger. Die Vernunft
eignet sich für den Menschen dazu, entweder besser zu sein als die
Tiere, oder schlechter. Der Mensch ist aber ein Allesfresser? Kann
sein, aber das Problem liegt möglicherweise mehr in der
Massentierhaltung, im Quälen von Kreaturen zum Zwecke jener
Profitmaximierung, die ein bestimmtes Regelwerk des Menschen ihm
vorzugeben scheint. Massenvernichtung. Ob Tiere kein Bewusstsein
haben, schon gar nicht von sich selbst? Dies mögen aber neuere
Forschungsergebnisse heftig in Frage zu stellen. Ob es die Klasse
„Tiere“ überhaupt so gibt? Ob nicht ein gewisser Unterschied
zwischen einem Primaten und einem Floh besteht? Ist es
Überheblichkeit, dass wir an dieser Stelle eine solche einheitliche
Einteilung pflegen und uns über alle Erkenntnis hinweg setzen? Gibt
es die Einteilung Menschen und Tiere? Wer kann solches
nachvollziehen, nachdem er einem Menschenaffen in die Augen geblickt
(sie sollen aggressiv werden, wurden es aber in meinem Falle überhaupt
nicht) und mit ihm gemeinsame Zeit zugebracht hat? Ob das Ziel, eine
ständig wachsende Menschheit ernähren zu wollen, alles
rechtfertigt? Ob wir hier in einem Dilemma sind?
Freitag, 9. Juni 2017
Tiere verstehen
Die Nutzung von Tieren
abschaffen? Tierrechtsdenken? (Geht bis in die Aufklärung zurück) Im angelsächsischen Raum wurde aus der puritanischen
Bewegung heraus ein verändertes Verhältnis zum Tier gefordert.
Besonders stark ist dies bei den Quäkern der Fall. Sie heben ein
besonders sensibles Verhältnis zum Tier aufgrund einer
theologischen Begründung: Durch die Erbsünde ist das ganze Leben zu
Mühsal und Plackerei geworden. Adams Verfehlung hat das menschliche
Leben schlecht gemacht. Tiere können nichts dafür, dass der
Paradiesgarten auch für Tiere vorbei ist. Sie sind die unschuldig
Mitgefangenen von menschlichen Verfehlungen. Deswegen haben wir
besonders sensibel und vorsichtig mit ihnen umzugehen. In der
klassischen Schöpfungsgeschichte im Alten Testament wird alles, was
kreucht und fleucht, für den Menschen gemacht. Der Mensch steht im
Mittelpunkt allen Tuns. Das alles stammt historisch gesehen aus dem Leben
von Halbwüstenbewohnern, die etwa ein ganz anderes Leben als die
Ägypter damals hatten. Im alten Ägypten sah es aus wie in der
Serengeti: da gab es Nashörner, Löwen, Antilopen und andere. In den
Halbwüsten hingegen gab es ganz wenig Tiere. Jedes Tier stellte
eigentlich nur eine Gefährdung der Herde dar. Das zog ein ganz
anderes Verhältnis zum Tier nach sich. Die Utilitaristen in Gestalt
des Jeremy Bentham hatten auch etwas dazu zu sagen. Er schrieb 1789:
„Die Frage ist nicht, ob die Tiere denken können. Die richtige
Frage wäre: können sie leiden?“. Trotzdem hatte er kein Problem
damit, dass man Tiere gegessen hat. Er meinte wohl, dass es für
die Tiere nicht wirklich schön sei, wenn sie gehalten würden, um
sie zu verspeisen. Aber andererseits sei es ja auch gut, dass die
Leute Fleisch essen. Nach einer Abwägung kam er zu dem Schluss, dass
es gar so viel Leiden es vielleicht nicht sei. Alles in allem sei das
dann in Ordnung.
Montag, 29. Mai 2017
Ernährung, Welt, Insekten
Eines scheint klar: Die
Erde kann den rapide gestiegenen Fleischbedarf nicht für die ganze
Bevölkerung decken. Der erhöhte Fleischbedarf Asiens zieht immer
mehr Verbrauch an Weidefläche nach sich. In Deutschland werden pro
Tag ca. 90 Hektar an Grünland und Ackerland durch
Überbauung verbraucht. Lösung? Invitrofleisch? Burger aus dem
wissenschaftlichen Labor? Die Fleischzellen vermehren sich hier in
einem wissenschaftlich kontrollierten Nährmedium. Darin sind
Antibiotika enthalten, damit Bakterien die Kulturen nicht
verunreinigen. Das Verfahren soll in einigen Jahren massentauglich
werden. Statt vielen Rindern bräuchte man dann nur ein einziges
Tier, um mehrere Tonnen Fleisch zu produzieren. Der erste Laborburger
hat etwa 330 000 Euro gekostet. Derzeit ist man bei etwa 100 Euro.
Bis zur Massenproduktion ist es möglicherweise aber trotzdem noch ein weiter Weg.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Kekse mit speziellen tierischen Proteinen gibt es aber heute schon kostengünstig. Eine Backzutat ist dabei ganz besonders: sie stammt von Würmern. Die Tiere werden unter streng kontrollierten Bedingungen gezüchtet. Sie bekommen nur Biokost, bis sie schließlich durch Kochen getötet, getrocknet und zu einem Mehl zermahlen werden. Obwohl in anderen Ländern Insekten schon lange gegessen werden, besteht bei uns noch eine traditionelle Hemmschwelle. Doch erste Restaurants haben diese Tierchen auch in Europa jetzt schon auf die Speisekarte gesetzt.
Montag, 8. Mai 2017
Landwirtschaft, Tierhaltung
Wer eigentlich kann mit
ansehen, wie ein Tier geschlachtet wird? Wir fressen Tiere und leiden
womöglich alleine schon unter dem Gedanken an ihre Tötung. Wer kann
sich den Geruch des Todes vorstellen, wer will das? Wie riecht Blut?
Ob uns das verstört? Oder sind manche Leute schon dermaßen
abgestumpft und erklären sich selbst so zur Krone der Schöpfung,
dass ihnen das nichts mehr anhaben kann? Fleisch essen? Manche tun
das trotzdem. Ob es in der Auseinandersetzung um dieses Thema um
Massentierhaltung geht? Ob es ein großer Unterschied ist, ob ein
Massai-Krieger ein Beutetier zubereitet und isst oder ob ein Mensch
aus unserer Umgebung ein Schnitzel aus dem Supermarkt brutzelt?
Womöglich ist die Verdauung und der Stoffwechsel eines modernen
Menschen für den Genuss von Fleisch ausgelegt, das aber nicht
zwingend aus der Massentierhaltung stammen muss.....Ob Tiere nicht
auch eine Würde haben, eine Leidensfähigkeit, die uns nicht
zwingend in die Stellung versetzt, sie nach ökonomischen Kriterien
umzubringen? Ob die Tiere das mitkriegen, wenn sie getötet werden?
Ob ihnen so etwas wie Respekt zusteht? Bolzenschuss und Elektrozange?
Sind sie die richtigen Instrumente oder Methoden dafür, sind sie
angemessen? Schlachthäuser als die Orte des Todes. Wer kann das,
will das rechtfertigen, was in Agrarfabriken auf der ganzen Welt
passiert? Zu welchen Begründungen will er sich versteigen? Die
Weltbevölkerung ernähren? Es wurde bereits an anderer Stelle dieses
Blogs angeführt, dass, um Fleisch zu „erzeugen“, der
Energieaufwand viel zu groß wäre. 60 % der Böden werden zur
Erzeugung von Tierfutter gebraucht/verbraucht. Für 1 kg Rindfleisch
werden durchschnittlich 20 000 Liter Trinkwasser verbraucht und 16 kg
Getreide und Soja verfüttert. Dabei werden mehr Treibhausgase
erzeugt als bei 250 Km Autofahrt und 50 Quadratmeter Regenwald
vernichtet. Ob diese Zahlen nun ganz genau stimmen oder nicht,
erscheint mir nicht so wichtig als vielemehr die Tendenz, die dadurch
angezeigt wird. Diese Umstände der Nahrungsmittelerzeugung kommen
vor allem bestimmten Menschen auf dieser Welt zugute. Ist das noch
ein Streitthema? Ob wir das alles am liebsten verdrängen? Möglichst
nicht wahrnehmen, gar nicht erst darüber nachdenken. Es scheint
festzustehen: Sehr viel Elend für die Menschheit hängt mit dieser
Form der Tierhaltung zusammen.
Sonntag, 12. Februar 2017
Ernährung und sozialer Status
Achtsamkeit, Demut, Entschleunigung: Lauter
Modewörter unter denen, die sich den Vorgaben des Zeitgeists
verhalten, die möglichst hip sein wollen. Vegane Ernährung? Auch
gut. Nehmen wir mit. Ob irgendeine Überzeugung dahinter steht? Ja
klar, wir wollen alle nicht die Massentierhaltung samt ihren
widerlichen Folgen! Die einen sind da wohl sensibler als die anderen.
Aber soll deshalb das gesunde und moralisch unbedenkliche Food den
„sensiblen“ Besitzenden bleiben? Klar, sie haben alle Kohle, um
sich exklusiv „zu besten Konditionen“ zu versorgen. Sie sollen
die Avantgarde für „die breite Masse“ bilden, sie sollen das
ausprobieren, was später die tumbe Masse machen soll. Sie sollen
besser sein. Gutmenschen halt. Habe ich den Mitteilungen eines
wohlmeinenden Ministerpräsidenten entnommen (der ja wohl auch zu den
Wohlbestallten gehört...). In dieser unserer Gesellschaft muss man
sich das gute Fressen auch leisten können. Deshalb ist es ja der
selbsternannten „Leistungselite“ vorbehalten, dieses exklusive
Fressen zu fressen, das unter anderem auch zur „Zubereitung“ die
Zeit braucht, die die „breite Masse“ unter ihrem Dauerdruck
natürlich nicht hat.
Nach jüngsten Zahlen geht das individuelle Zubereiten von Mahlzeiten rotz ständig steigender Zahl der Kochshows ohnehin massiv zurück. Es wird wohl zunehmend einer gewissen sozialen Schicht vorbehalten sein und somit die soziale Funktion eines Statussymbols gewinnen (zunehmend bekommen). Ob man sich allgemein über die Lebensmittelerzeugung Gedanken machen sollte, bevor man den eigenen Arsch zur Profitmaximierung in Sicherheit bringt? Ob es ein Problem der gesamten Gesellschaft ist?
Nach jüngsten Zahlen geht das individuelle Zubereiten von Mahlzeiten rotz ständig steigender Zahl der Kochshows ohnehin massiv zurück. Es wird wohl zunehmend einer gewissen sozialen Schicht vorbehalten sein und somit die soziale Funktion eines Statussymbols gewinnen (zunehmend bekommen). Ob man sich allgemein über die Lebensmittelerzeugung Gedanken machen sollte, bevor man den eigenen Arsch zur Profitmaximierung in Sicherheit bringt? Ob es ein Problem der gesamten Gesellschaft ist?
Samstag, 31. Dezember 2016
Essen an Silvester
Silvester und Altjahrabend: da ist Fressen und Saufen
angesagt. All das leckere Zeugs, das einem dafür vorschwebt. Spass. Genuss.
Wohlsein und Wellness. Rakete zu den Sternen. Doch wie wird das
Fressen bei uns schon bald aussehen? Wer will denn wissen, dass die Hälfte
der Lebensmittel in den Industrienationen weggeworfen wird? Würde es weniger
Fleisch machen, wenn dadurch mehr Menschen weltweit satt würden? Vielleicht erstmal auf einen Teil verzichten? Mal nachdenken darüber..... Forscher haben ausgerechnet,
dass jedem Erdenbürger etwa 1500 Quadratmeter an Erde für die
Ernährung zur Verfügung stehen. Doch wir essen hier viel zu viel
Fleisch. Dadurch wird von Unsereinem etwa 1800 Quadratmeter im Jahr in
Beschlag genommen. Allein 40 % davon braucht man, um davon Tiere zu
ernähren, deren Fleisch wir anschließend essen (im Durchschnitt
etwa 1100 g pro Woche). Gibt es ernsthafte Alternativen? Darüber wird
bald ein wenig ernsthafter nachzudenken sein. Vegetarisch, vegan - noch ist das ein Modethema für die „Besserverdienenden“! Trotzdem mal
probieren..... aber halb so viel Fleisch zu essen? Statt 1100 Gramm
nur noch etwa 600 Gramm pro Woche? Die dafür benötigte Ackerfläche würde
immerhin auf 1550 Quadratmeter sinken. Hm, immer noch ein bisschen zu
viel! Lösungen? Insekten essen. Ansätze dazu gibt es. Daraus wird
wohl bald mehr werden. Mehlwürmer beispielsweise oder Heuschrecken?
Um 1000 g Kartoffeln zu produzieren, braucht man einen Viertel
Quadratmeter Acker. Für dieselbe Menge Schweinefleisch 10
Quadratmeter. Und für ein Kilo Rindfleisch 30 Quadratmeter Erde.
Würmer züchten? Sie groß werden lassen? Sie werden bereits in großen Kisten gezüchtet, und zwar einigermaßen artgerecht. Es wird behauptet, dass sie es sogar gerne haben, in großen Verbünden übereinander her zu krabbeln. Kein Problem. Wenn zuviel in einer Kiste sind, wachsen sie weniger schnell. Um ein Kilo Fleisch herzustellen, braucht man bei Insekten vier mal weniger Futter als bei Rindern. Noch dazu verursachen sie wesentlich weniger Treibhausgase. Der Einsatz von Hormonen oder Antibiotika wäre überflüssig. Dafür sind Insekten wahre Proteinbomben.... Aber jetzt erst mal das Silvester-Steak....
Würmer züchten? Sie groß werden lassen? Sie werden bereits in großen Kisten gezüchtet, und zwar einigermaßen artgerecht. Es wird behauptet, dass sie es sogar gerne haben, in großen Verbünden übereinander her zu krabbeln. Kein Problem. Wenn zuviel in einer Kiste sind, wachsen sie weniger schnell. Um ein Kilo Fleisch herzustellen, braucht man bei Insekten vier mal weniger Futter als bei Rindern. Noch dazu verursachen sie wesentlich weniger Treibhausgase. Der Einsatz von Hormonen oder Antibiotika wäre überflüssig. Dafür sind Insekten wahre Proteinbomben.... Aber jetzt erst mal das Silvester-Steak....
Dienstag, 20. September 2016
Gentechnik Crispr (1)
Rinder ohne Hörer sind bereits geboren und erwachsen
vorhanden. Das hässlich blutige Geschäft der Enthornung entfällt
bei ihnen. Bauern jubeln. In Zukunft wären auch größere Rinder
denkbar, die mehr Kälber gebären, die gesünder sind und die nicht
das lästige Methangas in die Umwelt pusten. Das alles kann Crispr,
die Methode, mit der Gentechniker die Evolution in ihrem Sinne vom
Labor aus beeinflussen können und wollen. Sehr leicht zu handhaben,
profitträchtig und enorm effektiv: Crispr krempelt die Gentechnik
um. Das Erbgut aller Lebewesen lässt sich damit beliebig und sehr
gezielt beeinflussen, umbauen, umstrukturieren, neu anordnen. Diese
Wissenschaftler glauben auch, dass ihnen mithilfe von Crispr der
endgültige Sieg über Aids gelingen könnte, indem sie den
Genabschnitt, der die Informationen für die Andockstelle des
HIV-Virus im Menschen enthält, so manipulieren, dass er derjenigen
Variante gleicht, die bei den wenigen Glücklichen vorkommt, die von
Natur aus gegen HIV/Aids immun sind. Kunststück. Auch könnten sämtliche
erblichen Krebserkrankungen so wie alle anderen Krankheiten, die
eindeutige genetische Ursachen haben - Sichelzellenanämie etwa,
Bluterkrankheit oder Chorea Huntington -, bezwungen werden, indem die
tickende Zeitbombe, die der Betroffene in seinem Erbgut herumträgt,
einfach ausgeschaltet wird. Weg.
Die Gentechnik, ein Wunderhorn? Zauberei? Schöne neue Welt? Bei Nahrungsmitteln könnte man ja noch einwenden, dass es eine ganz erhebliche Verteilungsproblematik gibt, die die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung (noch immer hungern rund 1 Milliarde Menschen) aus gewissen Interessen von Industrieländern und deren Konzerne unmöglich macht. Typisch für die Wissenschaft jedoch ist, dass sie schnelle technische Lösungen für soziale Probleme anbietet. Der scheinbar direkte Weg. Keine Frage jedenfalls ist, das jemand, der nicht genug zum Essen hat, in einer völlig anderen Wirklichkeit als die Satten Vielverdiener leben muss. Er ist bis zu seinem schäbdigen Tod vor allem zur Deckung seiner Grundbedürfnisse unterwegs.
Die Gentechnik, ein Wunderhorn? Zauberei? Schöne neue Welt? Bei Nahrungsmitteln könnte man ja noch einwenden, dass es eine ganz erhebliche Verteilungsproblematik gibt, die die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung (noch immer hungern rund 1 Milliarde Menschen) aus gewissen Interessen von Industrieländern und deren Konzerne unmöglich macht. Typisch für die Wissenschaft jedoch ist, dass sie schnelle technische Lösungen für soziale Probleme anbietet. Der scheinbar direkte Weg. Keine Frage jedenfalls ist, das jemand, der nicht genug zum Essen hat, in einer völlig anderen Wirklichkeit als die Satten Vielverdiener leben muss. Er ist bis zu seinem schäbdigen Tod vor allem zur Deckung seiner Grundbedürfnisse unterwegs.
Mittwoch, 14. September 2016
"Schmieren und kassieren"
„Erst schmieren, dann kassieren“: dieser griffige
und heute morgen im TV gehörte Satz hallt mir noch in den Ohren. Es
ist sicher ein großer Beitrag zur Diskussion der allgemeinen
Grundwerte, der Leitkultur, des christlich-abendländischen
Wertekanons und ähnlicher zu gegebener Zeit angezettelter Debatten.
Beckenbauer soll angeblich erst die notwendigen Stimmen der oft
korrupten FIFA-Herren gekauft haben. Danach schwang er sich wohl
publikumswirksam auf sein Ehrenamt zur Organisation des
„Sommermärchens“. Jetzt kommt offenbar heraus, dass es sich
wohl doch nicht so ganz um ein lupenreines Ehrenamt gehandelt haben soll. Ein
paar Millionen Honorar sollen angeblich doch geflossen sein. Erst
vor der Öffentlichkeit und dann vor dem Finanzamt sollen sie verheimlicht
worden sein, so heute morgen die Medien. Unglaublich, wenn das
wahr wäre, würde sich die „Lichtgestalt“ aufs Wirksamste selbst
demontiert haben. Nach und nach. Denn wer nähme mittlerweile noch an, dass dies das
Letzte ist, was herauskommt? Salamitaktik ist ein offenbar allzu
ausgiebig praktiziertes Rezept in der PR-Branche. Es nutzt sich
allmählich ab.....Wo leben eigentlich diese Leute? Kriegen sie nie
genug, selbst wenn sie schon viel haben? Dazu passt, dass der Deal
zwischen Bayer und Monsanto angeblich bald perfekt sein soll.
Angeblich. Nachdem Bayer seine Offerte noch einmal erhöht haben
soll.
Dass die Firma Monsanto einen moralisch recht zweifelhaften Ruf hat, dass sie in viele Dinge verwickelt sein soll, die die „Deutschen“ nicht gerne hören oder lesen, macht der übernehmenden Firma offenbar nicht viel aus. Irgendwelche PR-Fritzen sollen das zurecht biegen. Mal sehen, ob das mit dem Glyphosat noch so schlimm ist, wenn eine Schar im gewünschten Sinne „beeinflusster“ Wissenschaftler eine Unbedenklichkeit attestiert, muss man noch sehen. Die Deutschen mindestens werden die dazu notwendige Gelassenheit aufbringen. Die anderen wohl weniger. Dass aber ausgerechnet eine deutsche Firma (CHemievergangenheit...) weltweit nun wohl unter anderem eine Pflanzenschutzmittel ausbringt, dass krebserregend sein soll, ist auch egal. Hauptsache der globale Profit stimmt. Wohlstand, Sachzwänge bla bla...... nicht nur die Leute, die die Drecksarbeit machen, werden trotzdem entlassen werden. Digital 4.0 steht ja vor der Türe. Wer hier buchstäblich über Leichen geht, ist ja wohl klar und leistet ebenso einen wichtigen Beitrag zur Wertediskussion, an der man Vieles so beispielhaft vorgeführt bekommt. Der Abgasskandal und vieles andere, was man in der unmittelbaren Vergangenheit zur Kenntnis nehmen musste, passt da ausgezeichnet dazu. Oh weh, welche Werte diese Diskussion wohl meint? Wer hat hier welche Werte? Nach dem Brexit und vor den noch anstehenden Wahlen in Frankreich hätte ganz Europa wohl nur die Chance einer gewissen Besinnung auf eine solche Basis. Doch was geschieht im wirtschaftlich stärksten Land der EU? Hm, Eindämmung, Diplomatie, Schönreden....., in welcher Wirklichkeit leben solche Leute? Und wie gehen sie mit ihren Mitmenschen um, die gleichwohl artig dabei mitmachen, weil sie alle Ausreden dieser Welt haben.....? Hoffentlich ist das alles nur ein böser Traum.
Dass die Firma Monsanto einen moralisch recht zweifelhaften Ruf hat, dass sie in viele Dinge verwickelt sein soll, die die „Deutschen“ nicht gerne hören oder lesen, macht der übernehmenden Firma offenbar nicht viel aus. Irgendwelche PR-Fritzen sollen das zurecht biegen. Mal sehen, ob das mit dem Glyphosat noch so schlimm ist, wenn eine Schar im gewünschten Sinne „beeinflusster“ Wissenschaftler eine Unbedenklichkeit attestiert, muss man noch sehen. Die Deutschen mindestens werden die dazu notwendige Gelassenheit aufbringen. Die anderen wohl weniger. Dass aber ausgerechnet eine deutsche Firma (CHemievergangenheit...) weltweit nun wohl unter anderem eine Pflanzenschutzmittel ausbringt, dass krebserregend sein soll, ist auch egal. Hauptsache der globale Profit stimmt. Wohlstand, Sachzwänge bla bla...... nicht nur die Leute, die die Drecksarbeit machen, werden trotzdem entlassen werden. Digital 4.0 steht ja vor der Türe. Wer hier buchstäblich über Leichen geht, ist ja wohl klar und leistet ebenso einen wichtigen Beitrag zur Wertediskussion, an der man Vieles so beispielhaft vorgeführt bekommt. Der Abgasskandal und vieles andere, was man in der unmittelbaren Vergangenheit zur Kenntnis nehmen musste, passt da ausgezeichnet dazu. Oh weh, welche Werte diese Diskussion wohl meint? Wer hat hier welche Werte? Nach dem Brexit und vor den noch anstehenden Wahlen in Frankreich hätte ganz Europa wohl nur die Chance einer gewissen Besinnung auf eine solche Basis. Doch was geschieht im wirtschaftlich stärksten Land der EU? Hm, Eindämmung, Diplomatie, Schönreden....., in welcher Wirklichkeit leben solche Leute? Und wie gehen sie mit ihren Mitmenschen um, die gleichwohl artig dabei mitmachen, weil sie alle Ausreden dieser Welt haben.....? Hoffentlich ist das alles nur ein böser Traum.
Dienstag, 6. September 2016
Fortschritt und Wachstum - durch Öl?
Die Meere sind vor vielen Millionen Jahren noch voll
von Fischen, Reptilien und Plankton gewesen. Diese Mikroorganismen
nahmen die Energie der Sonne auf und absorbieren Kohlendioxid. Sie
lebten durch Photosynthese. Das Plankton vermehrte sich, das Wasser
wurde wärmer. Sauerstoff wurde knapper, das Leben in den Meeren
erstickte nach und nach. Die toten Tiere und Pflanzen samt den mit
Sonnenenergie vollgesogenen Mikroorganismen sanken auf den Grund des
Meeres und verwesten. Von Sinkstoffen bedeckt wurd diese Schicht von
den Bewegungen der Erdkruste zermahlen und viele Meter nach unten
gedrückt.
Der Backofen Erde verwandelte diese Energiereserven in mehreren Millionen Jahren zu Erdöl. In Mesopotamien vor 4000 Jahren im heutigen Irak näherte sich der Mensch einer Verwertung an, indem er seine Boote damit Dicht zu machen versuchte. Dann, tausende Jahre später, nutzte der Mensch in der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts, das Öl, indem er es Schmiermittel für Maschinen einsetzte. Es enthält so viele Substanzen, dass man nahezu alles damit machen kann: Aspirin oder Lippenstift. Es hat schließlich die Welt verändert, die Umwelt war nahezu in beliebiger Richtung zu bearbeiten. Alles wird auch mit Erdöl produziert. Nachteil: in 20 oder spätestens 30 Jahren werden die Vorräte zu Ende gegangen sein. Was dann? Die meisten Menschen glauben an den menschlichen Erfindungsreichtum und wollen die Bedrohung nicht akzeptieren. Doch Öl hat die Erde verändert. Aus Öl gibt es nicht nur Plastik, sondern auch Eisen, Zement und es garantiert die intensive Landwirtschaft mit ihren Düngemitteln, Traktoren und Bewässerungsanlagen. Die Produktion eines Autos verbraucht 8000 Liter Erdöl. So wird es auf Straßen gefahren, deren Asphalt ebenfalls aus Erdöl hergestellt wird. Womit fährt dies Auto? Mit Benzin oder Diesel. Woraus wird dies hergestellt? Aus Erdöl. Wohn- und Geschäftshäuser. 16 Liter Erdöl verbraucht die Herstellung eines Mobiltelefons. 300 Liter ein Flachbildschirm. 600 Liter ein Computer. Mittlerweile ist unser Lebensstil in weiten Teilen um das Auto herum gruppiert. In den USA kommen 4 Autos auf 5 Einwohner. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen ist es so, das wenn jeder Einwohner ein Auto besitzen wollte, wir statt 800 Millionen 5 Milliarden Autos auf der Erde hätten. Mit allen Auswirkungen. Verschmutzung nicht nur der Umwelt, sondern auch des Menschen. Das Öl wird nicht mehr lange reichen. Die Suche nach Alternativen dazu läuft. Vorhandene Alternativen werden laufend verbessert. Doch die Erdbevölkerung ist seit der Entdeckung des Erdöls von 1 Milliarde auf 7 Milliarden gestiegen. Das ist Fortschritt und Wachstum!
Der Backofen Erde verwandelte diese Energiereserven in mehreren Millionen Jahren zu Erdöl. In Mesopotamien vor 4000 Jahren im heutigen Irak näherte sich der Mensch einer Verwertung an, indem er seine Boote damit Dicht zu machen versuchte. Dann, tausende Jahre später, nutzte der Mensch in der industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts, das Öl, indem er es Schmiermittel für Maschinen einsetzte. Es enthält so viele Substanzen, dass man nahezu alles damit machen kann: Aspirin oder Lippenstift. Es hat schließlich die Welt verändert, die Umwelt war nahezu in beliebiger Richtung zu bearbeiten. Alles wird auch mit Erdöl produziert. Nachteil: in 20 oder spätestens 30 Jahren werden die Vorräte zu Ende gegangen sein. Was dann? Die meisten Menschen glauben an den menschlichen Erfindungsreichtum und wollen die Bedrohung nicht akzeptieren. Doch Öl hat die Erde verändert. Aus Öl gibt es nicht nur Plastik, sondern auch Eisen, Zement und es garantiert die intensive Landwirtschaft mit ihren Düngemitteln, Traktoren und Bewässerungsanlagen. Die Produktion eines Autos verbraucht 8000 Liter Erdöl. So wird es auf Straßen gefahren, deren Asphalt ebenfalls aus Erdöl hergestellt wird. Womit fährt dies Auto? Mit Benzin oder Diesel. Woraus wird dies hergestellt? Aus Erdöl. Wohn- und Geschäftshäuser. 16 Liter Erdöl verbraucht die Herstellung eines Mobiltelefons. 300 Liter ein Flachbildschirm. 600 Liter ein Computer. Mittlerweile ist unser Lebensstil in weiten Teilen um das Auto herum gruppiert. In den USA kommen 4 Autos auf 5 Einwohner. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen ist es so, das wenn jeder Einwohner ein Auto besitzen wollte, wir statt 800 Millionen 5 Milliarden Autos auf der Erde hätten. Mit allen Auswirkungen. Verschmutzung nicht nur der Umwelt, sondern auch des Menschen. Das Öl wird nicht mehr lange reichen. Die Suche nach Alternativen dazu läuft. Vorhandene Alternativen werden laufend verbessert. Doch die Erdbevölkerung ist seit der Entdeckung des Erdöls von 1 Milliarde auf 7 Milliarden gestiegen. Das ist Fortschritt und Wachstum!
Sonntag, 27. März 2016
Delegationen
Was sind denn das für „Spezialisten“ und
„Experten“, denen wir uns da von Fall zu Fall anvertrauen? Sind
sie durch akademische Weihen geadelt oder durch schiere Behauptung
eingebildet? Gestern Fett und Zucker, heute Gluten und links- oder
rechtsdrehendes Colesterin? Gibt es den alleinseligmachenden Weg,
oder sollten wir schlicht ein bisschen achtsamer sein, wie wir mit
der Umwelt umgehen? Ratgeber aller Art dominieren den Buchmarkt:
ständig werden neue Gründe dafür ausgerufen, wieso wir uns so und
nicht anders verhalten sollten. Es scheint manchmal, als wolle das
breite Publikum das, als wolle es bei der Hand genommen werden und
als lechze es nach Anweisungen, die deutlich mehr Fingerzeige sein
wollen. Beliebt in der Wellnessgeneration ist der Ernährungswahn,
der dazu neigt, gewisse Stoffe ohne Rücksicht auf ihre
Herstellungsweise und soziale Hintergründe zu verteufeln oder heilig
zu sprechen. Sollten wir nicht alle vielmehr nach dem besten Weg
suchen? Wie weit dabei Radikallösungen weiter helfen? Besonders
dann, wenn sie in einer immer kürzer werdenden Zeitspanne als
„veraltet“ gelten dürfen? Wer ist denn glaubwürdiger: ein
„Autor“, der sich einen verkaufsträchtigen Namen machen will,
oder ein Konzern, der in einem leicht durchschaubaren Profitinteresse
gewisse Dinge propagiert und andere klein macht? Was ist das Etikett
„Bio“ wert? Wer garantiert hier was? Aufgrund welcher
Mechanismen?
Donnerstag, 17. März 2016
Entscheider, Entscheidungen und die Folgen
Egal, ob ich seine politische Meinung teile: ich
finde es toll, dass Norbert Blüm in Idomeni war. Daran
könnten sich Entscheidungsträger ein Beispiel nehmen
und nicht nur auf Besichtigungstour mal eben so vorbeikommen und zu
PR-Zwecken „Guten Tag“ sagen. Es geht darum, dass Politiker die
Folgen ihrer Entscheidungen kennen lernen. Dass sie ein Gefühl für
den Rahmen haben, in dem sie agieren. Dass sie eine Verbindung zu
denen demonstrieren, die ihnen und ihren Entscheidungen ausgeliefert
sind (selbstverständlich - wie sie alle betonen - durch die parlamentarische Demokratie
legitimiert). Dass sie nicht nur öffentliche Zustimmung abgreifen
(bei den vergangenen Landtagswahlen hat es wohl nicht so gut
geklappt), sondern auch mitfühlen und um ihre Verantwortung wissen. Europa geht uns an.
Europa hat Werte. Unabhängig von diesen professionellen Politik- und
Verwaltungsfreaks, die wohlbestallte Posten unter sich verabreden. Wer bei Europa nicht mitmachen will, soll draußen bleiben!
Wie sieht's mit Glyphosat aus? Die EU-Verhandlungen sind erst mal unentschieden, gehen aber weiter. Mit welchen Argumenten und aufgrund welcher Einflussnahmen, bleibt weitgehend unklar. Wie kann es Entscheidern egal sein, dass Glyphosat mittlerweile in den meisten Lebensmitteln und in Bodenuntersuchungen gefunden wurde? Ob die Folgen klar sind? Gibt es eine Abwägung der Kosten und des Nutzens? Ja? Wieso dann nicht öffentlich? Wieso müssen Entscheidungen als bereits gemacht nach außen dringen zu denen, die es hauptsächlich betrifft? Ob sie nicht auch ein bisschen einbezogen werden sollten? Ob da nicht ein bisschen mehr Transparenz angesagt sein müsste? Ob das etwas mit Demokratie zu tun hat? Ob Politiker mit den Folgen ihrer Entscheidungen etwas zu tun haben? Ob sie das bedenken? Oder ob sie gewissen Interessen gehorchen? Scheinbar zwangsläufigen Abläufen, die gerne auch mal (als Schutzbehauptung) „alternativlos“ genannt werden? Ob ein solches Verhalten nicht dem Entstehen gewisser Parteien nutzt, sie sich selbst gerne als "basisdemokratisch" bezeichnen und "verkaufen"?
Wie sieht's mit Glyphosat aus? Die EU-Verhandlungen sind erst mal unentschieden, gehen aber weiter. Mit welchen Argumenten und aufgrund welcher Einflussnahmen, bleibt weitgehend unklar. Wie kann es Entscheidern egal sein, dass Glyphosat mittlerweile in den meisten Lebensmitteln und in Bodenuntersuchungen gefunden wurde? Ob die Folgen klar sind? Gibt es eine Abwägung der Kosten und des Nutzens? Ja? Wieso dann nicht öffentlich? Wieso müssen Entscheidungen als bereits gemacht nach außen dringen zu denen, die es hauptsächlich betrifft? Ob sie nicht auch ein bisschen einbezogen werden sollten? Ob da nicht ein bisschen mehr Transparenz angesagt sein müsste? Ob das etwas mit Demokratie zu tun hat? Ob Politiker mit den Folgen ihrer Entscheidungen etwas zu tun haben? Ob sie das bedenken? Oder ob sie gewissen Interessen gehorchen? Scheinbar zwangsläufigen Abläufen, die gerne auch mal (als Schutzbehauptung) „alternativlos“ genannt werden? Ob ein solches Verhalten nicht dem Entstehen gewisser Parteien nutzt, sie sich selbst gerne als "basisdemokratisch" bezeichnen und "verkaufen"?
Samstag, 16. Januar 2016
Nahrung und Profit
Es läuft die „Grüne Woche“ in Berlin: eine Messe als Parade des Überflusses und des gepflegten Essens (oder Fressens),
dem die niedrigen tier- und menschenverachtenden Lebensmittelpreise auch noch
auf vielfältige Weise Vorschub leisten. Ich erinnere mich in diesem
Zusammenhang an den Film „Landraub“ von Kurt Langbein und habe
mir ein paar Sachen sinngemäß aufgeschrieben. Der Film stellt
recht entschieden eine Meinung, eine Haltung, dar. Man kann anderer
Meinung sein, sollte aber dann vielleicht Konzepte über eine
allgemeine neoliberal begründete Ausbeutung (wie bisher praktiziert)
hinaus haben. Sinngemäß heißt es in diesem Film: „Seit 2008, dem
Jahr des großen Finanzskandals, hat das große Geld die
Agrarindustrie entdeckt. Die großen Investoren führen seitdem
riesige Investitionen in die Länder ein, vertreiben Kleinbauern,
zerstören Sozialstrukturen, zerstören auch ökologische Strukturen.
Wenn das so weitergeht, dann drohen Völkerwanderungen in einem
Ausmaß, wie wir uns das jetzt noch nicht vorstellen können“. Ein
Vertreter der Agrarindustrie meint dazu mit wichtigem Gesicht „In
20 Jahren werden wir 10 Milliarden Menschen haben. Wie werden die
sich alle ernähren können? Wir brauchen dazu 80 Milliarden
Investitionen. Wo soll dieses Geld herkommen?“ In den letzten 15
Jahren wurden weltweit etwa 200 Mio Hektar Ackerfläche an Investoren
verkauft. Das ist mehr Agrarland, als es in ganz Europa gibt. Die
Öko-Bilanz von der industriellen im Vergleich zur kleinbäuerlichen
Landwirtschaft ist verheerend. Nur der Profit stimmt. Ein
Plantagenbesitzer sagt: „Es ist sehr attraktiv. Die Erträge sind
sehr hoch. In wenigen Jahren sind die Investitionen zurückgezahlt.
Die nächsten zwanzig Jahre gehen wir jedes Mal mit einem Lächeln
zur Bank“. Wie das funktioniert, sieht man zum Beispiel in
Äthiopien. Dort produziert etwa eine holländische Firma Tomaten und
Paprika für 5-Sterne-Hotels in Dubai. Ein Geschäftsführer sagt
dazu: „Für Bauern ist Äthiopien der Himmel auf Erden. Das Klima
ist perfekt, es gibt viel Wasser, der Boden ist fruchtbar“. Die
Regierung vergibt Millionen Hekar Ackerland an Investoren.
Gleichzeitig herrscht Hunger im Land. Die gleichermaßen interviewte
Landarbeiterin meint: „Dieses Gemüse kann ich mir nicht leisten.
Ich verdiene 24 Euro im Monat. Wir essen nur Mais. Drei meiner Kinder
leben bei meiner Mutter, weil ich sie nicht ernähren kann“.
Wie also kann man das Problem lösen? Der Film tritt für ein radikales Umdenken ein und vertritt ein Konzept der Millionen von Kleinbauern statt internationaler Agrarkonzerne. Lokale Versorgung statt globaler Investition. Was wie mittelalterliches Wirtschaften aussieht, könnte eine Lösung sein. Kleinbauern könnten wissenschaftlich beraten werden, könnten Bewässerung und Saatgut optimieren. Versuche haben gezeigt, dass solchermaßen beratene Kleinbauern ihren Ertrag verdreifacht haben. So der Film.
Wie also kann man das Problem lösen? Der Film tritt für ein radikales Umdenken ein und vertritt ein Konzept der Millionen von Kleinbauern statt internationaler Agrarkonzerne. Lokale Versorgung statt globaler Investition. Was wie mittelalterliches Wirtschaften aussieht, könnte eine Lösung sein. Kleinbauern könnten wissenschaftlich beraten werden, könnten Bewässerung und Saatgut optimieren. Versuche haben gezeigt, dass solchermaßen beratene Kleinbauern ihren Ertrag verdreifacht haben. So der Film.
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