Reise durch Wirklichkeiten

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Donnerstag, 14. August 2025

Vorwärts kommen

Anpassungsmechanismen der anderen (immer die anderen!!), das alltägliche Buckeln, bloß keine Empfindlichkeiten zeigen: das sanktionieren die Kollegen sofort mit Liebes- , das heißt letztenendes Geldentzug. Mit Mobbing auch. Mit den kleinen Zeichen. Mit bereit gestellten Fallstricken. Du musst funktionieren. Zum Beispiel darfst du als Selbständiger nicht krank werden. Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle. Du bist austauschbar, auch wenn du dich selbst für einmalig hälst. Malus. Wieso haben die anderen so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so identifizieren mit ihrem Job, mag er noch so entfremdet sein? Sie haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Oder etwa nicht? Waren sie nur ausgebildet worden? Für ein späteres Funktionieren? Haben sie sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch ein- und abgeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist? Ob solche Ansichten auf Möglichkeiten etwas zu idealistisch gedacht sind? Sich in den Elfenbeinturm des akademischen Betriebs flüchten? Funktionierte auch schon besser. Wie kann man das so akzeptieren, sich zu eigen machen? Die Rolle, in die man hineindressiert wurde? Ob das etwas mit unserem Bildungssystem zu tun hat? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Die Gesellschaft? Der Betrieb? Der stark ist? Der sich ein Monopol erobert hat? Wir sind stark. „Wir schaffen das“. Ein beliebter Spruch unter Politikern an „die Leute“. Wer ist wir? Der, der dich entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält (jawohl, immer noch meist ein „er“ und keine „Sie“). Der dafür das Geschwätz vom „Strukturwandel“ allzeit parat hält, gerade im Rahmen an einer steigenden Wachstumsorientierung. (Das Getue um die sogenannte „Globalisierung“ ist ja ein bisschen ins negative Gerede gekommen...bzw. Nicht mehr so in Mode)? Dann bist du als Selbständiger plötzlich nicht mehr der Betrieb. Bist ein unfähiger Einzelner. Der Betrieb ist der, dessen „Chefs“ riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die Kaufleute, die alles Wichtige diktieren. Die ganze Vertriebsgebiete kaufen und verkaufen. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist, so scheint es in deren Logik. Sie müsssen immer wieder den Stallgeruch pflegen, auf jeder Konferenz. Sie müssen miteinander anstoßen, sich übers Fußballspiel unterhalten, sich Witze erzählen, über die sie dann gemeinsam geradezu zwanghaft lachen sollen. Das auch an jedem Geburtstag, den irgendein „Kollege“ hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und Gemeinsamkeit zelebriert. Auch wenn offiziell ein !“Arbeitnehmermarkt“ herrscht. Du selbst wirst dir dann ein Fremder. Verlierst den Kontakt zu dir, während sie ihn zu kultivieren und pointieren scheinen - wofür sie dann Crash-Kurse besuchen. Die Sehnsucht danach, sich irgendwo wiederfinden zu können. Du, der du dir selbst einmal so sicher warst, ohne selbstsicher sein zu können. Wo warst du hingekommen? Hattest dich längst verloren in der Mechanik. Der Funktionalität. Der Normalität. Und musstest dankbar dafür sein. Die Ermüdung, die Trägheit, deine Feinde. Andere Menschen haben ein anderes Temperament, eine andere Tatkraft. Eine andere Vitalität und ein anderes Vertrauen darin. Sie begegnet dir. Du solltest mehr Empathie aufbringen. Was ist das? Sich in jemanden hinein denken? Notwendig, Zeichen der Kultur. Letztenendes sind wir aber allein. Da besteht eine Spannung.

Dienstag, 15. August 2023

Aufstieg gestern und heute

Ich versuche, alten „Kruschd“ zu ordnen. Dabei fällt mir ein Ausschnitt auf, dem wir damals womöglich geglaubt haben. Darin heißt es von einem „Experten“ thesenartig: „Beim Hochschulstudium ergeben sich die höchsten Gewinne“. Nun ja, ich überlege mir: von denen haben wir nichts mitgekriegt. „Selbst schuld“ würden uns da viele dem Neoliberalismus verpflichteten Leute sagen. 2. These: „Höhere Bildung verringert das Risiko der Arbeitslosigkeit“. Auch dies würden wir ganz klar bestreiten, scheint es doch vor allem für Absolventen bestimmter Studiengänge zu gelten. 3. „Die Behauptung, es gebe auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu viele Menschen, die studiert haben, ist falsch“: Nun ja, die Konkurrenz saß einem ein um das andere Mal unangenehm im Nacken, woran wir uns deutlich erinnern. Immerhin wird in diesem Artikel konzidiert: „Die größten Unterschiede beim Lebenseinkommen ergeben sich nicht im Hinblick auf Region oder Geschlecht, sondern bezüglich der Fachrichtung des Abschlusses“. Dem können wir nur zustimmen, verfügt die Masse der Tonangeber in dieser Gesellschaft doch über einen juristischen Abschluss. Die Geldwirtschaft wird in diesem Artikel auch noch genannt. Stimmt. Ein Plus an Lebenseinkommen solle sich daraus ergeben: mag sein. Wer sich freilich für einen Abschluss in einem geisteswissenschaftlichen Fach entschieden hat, für den gelten die genannten Rahmenbedingungen ganz und gar nicht. So mancher mag aus heutiger Sicht bedauern, sich jemals für so etwas entscheiden zu haben, etwas, was vor allem den finanziell gut gestellten Kreisen in dieser Gesellschaft, dem sogenannten „gehobenen Mittelstand“ nützen mag. Höhere Bildungsabschlüsse gehen systematisch mit höherem Monatseinkommen einher, mit einem geringeren Risiko, arbeitslos zu werden sowie insgesamt mit einem sechstelligen Zuwachs beim Lebenseinkommen. Alles Lüge, so wollen wir aus heutiger Sicht behaupten. Das Vorgetragene gilt nur für bestimmte Fachrichtungen, die vermeintlich besonders gut in ein vornehmlich technologisch oder juristisch orientiertes Bedürfnisprofil dieser Gesellschaft passen. Was fragwürdig genug erscheint, denn die Kategorie des Sinns fällt auf diese Weise aus.

Sonntag, 7. August 2022

Längeres Arbeiten?

Nun ja, es ist auf Initiative eines Arbeitgeberfunktionärs mal wieder eine Diskussion über die Rente und deren Zukunft sichernden Ausgleich angesichts des demografischen Wandels und derzeit von den bösen Baby- Boomern herbei geführten Knappheiten losgebrochen. Ich frage mich bei all den (guten?) Argumenten, wie der Stand der Diskussion angesichts der doch ausgiebig geführten Diskussion um Roboterisierung, Automatisierung und Algorithmisierung ist. Ob es bei dieser „Digitalisierung“ nicht auch einen heftigen Rückstand gibt, der typisch für Deutschland ist? Haben nicht vor nicht allzu langer Zeit viele „Experten“ erwartet, dass es angesichts dieser Entwicklungen mit der konventionell organisierten Arbeit (8-Stunden-Tag, fest reglementierte weisungsgebundene Arbeitszeit) zu Ende gehen könnte, weil all die Jobs Roboter übernehmen würden? „Arbeit 4.0“? Dabei sollten dann auch relativ anspruchsvolle Jobs wie der etwa eines Anwalts betroffen sein, so hieß es vielfach. Und jetzt „Facharbeitermangel“? - „Digitalisierung“. Ob Arbeit dieser konventionellen Art noch notwendig sein wird? Aber sicher, so ein durch die Medien sich artikulierender Lobbyist, der früher einmal Vorsitzender einer sich sozial gebenden Partei war. „Wir müssen unbedingt mehr arbeiten“, statt 40 Stunden möglichst 42 Stunden“ so der große Ex-Vorsitzende. Wie passt das beispielsweise zu der Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen? Deren Verfechter gehen ja davon aus, dass Menschen nicht gar nichts mehr tun und aufhören, zu arbeiten, tätig oder produktiv zu sein. Ein solches bedingungsloses Grundeinkommen würde ja nur das Ende der Erwerbsarbeit im bisherigen Sinne bedeuten. Eng damit verwoben erscheint aber das Rentensystem. Ist die Arbeit des Menschen überhaupt noch notwendig? Dieser Frage sollte man sich auch bei den Befürwortern einer „Rente mit 70“ und einer Verlängerung der Arbeitszeit schon stellen, wenn die Jobs von Millionen von Menschen von Automatisierung, Robotisierung und Algorithmisierung bedroht sein könnten, was ja direkten Einfluss auf ein Rentensystem haben könnte, das von den Zwangsbeiträgen von Arbeitnehmern und dem Ausschluss gewisser Berufs- und Einkommensgruppen lebt. Was dann tun mit all diesen wegfallenden Beschäftigungen? Ob der „Kuchen“ der Arbeit angesichts solcher Entwicklungen nicht doch kleiner wird und ob es angesichts dessen die richtige Maßnahme ist, die Lebensarbeitszeit samt der Wochenarbeitszeit hoch zu setzen? Ob unsere Gesellschaft es nicht auch nötig hätte, etwas Größeres zum Abbau von sozialen Ungerechtigkeiten zu unternehmen? Neugestaltung eines Steuerwesens, das in Zukunft mehr für jene Menschen da sein müsste, für die es aller Wahrscheinlichkeit keine konventionell organisierte Arbeit mehr geben. Abgesehen von den Dienstleistungen und gewissen hochqualifizierten Beschäftigungen wird es wohl angesichts von Algorithmisierung, Robotisierung und Automatisierung in Zukunft gar keine Jobs mehr geben. Ob dies spätestens der Zeitpunkt sein könnte, über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachzudenken?

Sonntag, 29. Dezember 2019

Staatsknete

Wer sagt denn, dass der „Staat“ gleich bedeutend mit der Allgemeinheit sein muss? Wer sagt denn, dass die „Trickle-Down-Theorie“ richtig ist, die uns weiß machen will, dass wenn es den Reichen und Kapitalsäcken gut gehe, dass dann irgendwann auch die Übrigen, also die Lohnabhängigen, von deren Reichtum profitiere? Dass das privilegiert und von den oberen Schichten erworbene Geld  einsickere auch in die weniger wohlhabenden Schichten? Andererseits: Der Staat will Steuern einnehmen und setzt dazu alle Hebel in Bewegung. Er hat das Recht auf seiner Seite, egal, ob er demokratisch legitimiert ist oder nicht. Hierzulande ist dies angeblich so, um den Erlös der sozialen Wohlfahrt (also Kindergärten, Alten- und Krankenpflege, soziale Umverteilung usw.) zugute kommen zu lassen. Dies scheint mir ein Totschlagargument von der Sorte, die man immer einsetzen und gebrauchen kann. 
Tatsache ist, dass die Steuern in Staaten offenbar ineffektiv eingesetzt werden und noch niemals gesenkt wurden, dass sie in der Vergangenheit vor allem „die Armen“ betrafen, die eine gewisse Partei in Deutschland mit den "nicht Leistungsfähigen und Willigen“ identifiziert. Ich habe immer noch in den Ohren, wie ein Finanzminister Deutschlands jüngst in einer Diskussionsrunde meinte, man könne sich nun (fast) alles leisten….“. Na, wenn das so wäre, wieso strebt man dann ein seltsam und allgemein so ausgegebenes 2%-Ziel bei den Verteidigungsausgaben an (weil das einmal von jemand so ausgemacht wurde?), und das ganz besonders, wenn man sich mit der Meinung auseinander setzen muss, dass das Problem der deutschen Armee kein Geldproblem, sondern ein Beschaffungsproblem sei?“. Wieso muss "Die schwarze Null" zur Rechtfertigung einer katastrophalen Vernachlässigung der Infrastruktur herhalten? Hat die politische Opportunität dermaßen stark eine Eigendynamik entfaltet, dass man glaubt, solche Zielsetzungen verfolgen zu müssen? Wieso glauben Journalisten direkt und indirekt dem Großkapital sekundieren zu müssen, um dies den Opfern ihrer Einstellungen auch noch als „Stimme der Vernunft“ zu verkaufen ("Man kann nur ausgeben, was man auch eingenommen hat")? Ob das am Ende gar etwas mit voraus eilendem Gehorsam zu tun hat und ob so etwas mit dem Ethos zu vereinen ist, den solche Leute gerne beschwören?

Donnerstag, 25. Juli 2019

Am Morgen (1)

Der Morgen wacht auf. Wie sehr sich alles verändert hat! Ich bin in einem kleinen, von der Landwirtschaft geprägten Kaff aufgewachsen. Da ging morgens niemand zur Arbeit. Die waren vielleicht schon früh auf dem Feld und hatten im Stall gerackert. Aber zur abhängigen Lohnarbeit gehen? War dort nicht bekannt. Ins Auto steigen? Iwo. Der Traktor brachte einen im gemächlichen Tempo dorthin, wohin es einen zog oder wohin man musste. Unmittelbar einsehbare Notwendigkeiten bestimmten das Dasein. Man nahm sich etwas vor. Was man anzog? Das, was zweckmäßig war. Am Sonntag stand man auch im Stall, zog danach aber den Sonntagsstaat an. Abends wieder zurück in die Stallkleidung….abends?: das war etwa um 18 Uhr. War man fertig mit dem Stall, war man müde und man döste noch etwas im Feierabend, ehe man zeitig einschlief, um am folgenden Morgen wieder fit zu sein. Das alles tat man auch, ohne einen „Chef“ im Nacken zu haben, der einem Druck machte. Man hatte täglich Kontakt mit den Tieren, jawohl, neben den Kühen gingen einen auch die Sauen, die Bienen und die Hühner etwas an. Man schlachtete und irgendwie war dazu ein Tier zu Tode gekommen. Wir als Kinder, aber auch das ganze Haus verdrängte das irgendwie. Die Äpfel, auch Birnen, waren aufzulesen. Alles zu seiner Zeit.

Freitag, 18. Januar 2019

Marktrituale

Ja muss denn die gesellschaftliche Spreizung so groß sein, dass Spitzenmanager Gehälter im solide zweistelligen Millionenbereich beziehen und gewählte Volksvertreter da offenbar gerne mit allen Mitteln mithalten würden, während die untere Einkommensschicht nicht weiß, wie sie den finanziellen Alltag bewältigen soll? Ob etwa 2 % der Bevölkerung ungefähr 50 % des verfügbaren Einkommens besitzen müssen? Das diktiert der Markt, so lautet oft die Argumentation. Ist aber „der Markt“ etwas ungestaltbares Gottgegebenes oder wäre er bei entsprechendem politischem Willen beeinflussbar? Ja gewiss, ist die „Verantwortung“ ein Kriterium, nach dem sich der Lohn bemessen könnte. Aber rechtfertigt das solche Gehälter, erst recht, nachdem bei einschlägigem Misserfolg auch heftige Abfindungssummen und Pensionen bezahlt werden? Ob das alles „der Markt“ diktiert, das Angebot und die Nachfrage? Ob es solche Individuen dermaßen wenige gibt, so dass sie ihren Preis mehr oder weniger selbst bestimmen können? Was ist das „gewisse Etwas“, was diesen Preis bestimmt? Ist es Gerissenheit, die in so etwas wie „Durchsetzungsfähigkeit“ mündet? Gehört Egoismus und Narzissmus dazu? Klar ist, dass Märkte innerhalb von Regeln stattfinden, die gestalt- und veränderbar sind. Auch durch Gesetze und steuerliche Regulierungen. Zu behaupten, dass ein Markt gut funktioniere, scheint nur innerhalb eines gewissen Rahmens möglich zu sein. Der „freie Markt“ solle es richten, so das offizielle Credo. Doch dieser „freie Markt“ ist ja auch schon das Resultat gewisser Überlegungen und Voraussetzungen. . Ob die gegenwärtigen gigantischen Ungleichheiten und Verzerrungen angesichts dessen zwangsläufig sind? Ob sich der Kreis der Topmanager vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Kreisen rekrutiert. Wem werden solche Jobs angeboten? Ob dabei so etwas wie Chancengleichheit herrscht?

Freitag, 21. Dezember 2018

Korruption?

Dass die Korruption zugenommen habe, höre und sehe ich so nebenbei. Offenbar hat die Organisation "Transparency International" diese Zahlen erhoben. Und dass Deutschland auf Platz 12 abgerutscht sei…... Da geht mir so einiges dazu durch den Kopf. Zum Beispiel, dass es immer noch kein Lobbyregister gibt, dass belegen würde, welche Summen die Industrie und andere Interessengruppen welchem Bundestagsabgeordneten „zuwendet“, damit er in ihrem Sinne handelt. Insofern bleibt das, was in anderen Zusammenhängen „Korruption“ genannt wird, unterm Tisch, kann natürlich nicht belegt werden. Was überhaupt ist Korruption? Ob nicht genau darin ihr Wesen liegt, dass ihr Unwesen nicht oder nur sehr schlecht belegt werden kann? Ob das alles schleichend geht und deshalb kaum bemerkt wird? Ob es da nicht lauter indirekte und direkte Verbindungen gibt, die der Juristerei keinerlei Angriffsfläche bietet? Ob nicht diese inoffizielle informelle Ebene das ausmacht, was mit dem Begriff „Korruption“ belegt wird? Viele Abgeordnete sitzen in tausend Gremien, in Aufsichtsräten, Vorständen und anderen Entscheidungsgremien. Natürlich beziehen sie entsprechende Vergütungen dafür. Der Staat sagt, dass sie nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Was ist aber, wenn dieses Gewissen relativ leicht käuflich wäre und sie insgeheim gegen die Interessen agieren, von denen sie gewählt sind? Wenn solche Abgeordnete auch noch durch gewisse Parteien in ihrem Tun bestärkt würden, ja, wenn dies von ihnen geradezu gefordert würde? Wenn dabei relativ große Summen fließen würden, sagen wir mal so etwa 30 000 Euro im Jahr….Ob das niemanden belastet? Oder ob solche Leute in anderen Dimensionen, in anderen Wirklichkeiten leben?

Mittwoch, 19. September 2018

Ein paar Zahlen zur Gesellschaftsentwicklung

Zahlen sind doch den meisten Menschen so viel wert. Hier leite ich von ein paar Zahlen reale Verhältnisse ab: Laut dem Wirtschaftsinstitut WSI (Hans-Böckler-Stiftung) besaßen 1970 die reichsten 10 % der Deutschen ungefähr 40 % des Vermögens. In den folgenden Jahrzehnten profitierte diese Gruppe von der positiven Wirtschaftsentwicklung am meisten. Heute gehören diesen 10 % fast 70 % des gesamten Vermögens. Mehr als 6 Billionen Euro. Geschätzt, denn verlässliche Angaben fehlen. Die Vermögenssteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben. Zuletzt brachte sie dem Staat 9 Milliarden Mark. Doch das passiert eher hinter den Kulissen, die meisten Leute scheinen davon keine Ahnung zu haben. Leute aus der Industrie und Vorstände von großen Unternehmen, ziehen sich eher von der Öffentlichkeit zurück. Offiziell, um sich weniger angreifbar zu machen, z.b. für Entführungen. Aufmerksamkeit ist nicht erwünscht. Schnell könnten da Neiddebatten aufkommen. Doch nicht zu unterschätzen ist der Vorgang der Vererbung. Nicht umsoonst wird die derzeit waltende Generation als „Erbengeneration“ bezeichnet, die etwa 300 Milliarden Euro pro Jahr (!) erbt (mit steigender Tendenz, als „leistungsloses Einkommen“). Während viele Einkommen jahrelang stagnierten oder gesunken sind, profitierten wenige von Lohnsteigerungen und Vermögenszuwachs. Die Niedriglohnsektor wächst und wächst weiter. 
Im Ranking der sozialen Ungleichheit ist Deutschland inzwischen rapide abgefallen. Die oberen Lohngruppen haben sich sehr stark positiv entwickelt und die unteren Lohngruppen haben sich nach unten entwickelt. Das bedeutet: Die soziale Schere geht zunehmend auf. Die eine Hälfte der Bevölkerung, etwa 40 Millionen Menschen, besitzt etwa 3 % des Gesamtvermögens. In den letzten Jahrzehmnten haben vor allem die Besitzenden im Anteil am Gesamtvermögen zugelegt. Das Vermögen ist also relativ ungleich verteilt. In diesem Zusammenhang wird gerne darauf verwiesen, dass dieses Geld ja in Betriebsbesitz stecke, in produktiven Zusammenhängen, die dem Allgemeinwohl nützten. Doch nebenbei geht es auch im Startbedingungen, um Erbschaftsverhältnisse, um vorgezeichnete Wege. Wie viel vererbt wird, ist auch regional sehr unterschiedlich. In Bayern fallen pro Erbe im Durchschnitt etwa 170 000 Euro an, in Mecklenburg-Vorpommern etwa 50 000 Euro. Dass dies eine Folge der DDR-Politik ist, scheint klar zu sein. Es werden also in jeder Hinsicht soziale Besitzstände zementiert. Spezialisierte Finanzverwalter sorgen dafür, das je mehr zu verwalten ist, desto weniger an den Staat geht. Es profitieren vor allem Unternehmensvermögen. Jemand, der nicht viel zu vererben hat, zahlt im Durchschnitt etwa 10 % an Erbschaftstseuer. Wer viel zu vererben hat ( ab etwa 10 Millionen), zahlt im Durchschnitt 1 % Erbschaftssteuer. Wie könnte daran etwas geändert werden? Ob es der richtige Weg ist, zu sparen? Beantwortet sich selbst. Ob das alles noch einer Gleichbehandlung entspricht? Ob das alles der Entwicklung unserer Demokratie förderlich sein kann? Ob der Vorwurf der Neiddebatte da noch zieht? "Uns geht es gut?". Ja, vergleichsweise schon. Jedenfalls denen, die profitieren von diesen Entwicklungen der Ungleichheit.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Bildung? Welche?

Mich regt allmählich dieser dauernd zu hörende Spruch massiv auf, Bildung sei in unserer Gesellschaft der Schlüssel zu sozialem Aufstieg und zu immerwährendem sozialem Glück. Ich persönlich habe mein Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Soziologie abgeschlossen. Mit Urkunde und Siegel. Ich hatte und habe keinerlei Chance, dies in den Formen der üblichen Lohnarbeit auszuüben, zu praktizieren oder gar zu eigener Selbstverwirklichung zu formen. Für mich, - und ich kenne genügend Leute, denen es mit ähnlicher Bildung ähnlich erging, - war dies keinerlei sozialer Schlüssel. Bei einigen dieser „Arbeitslosen“ läuft das auf Langzeitarbeitslosigkeit hinaus und auf viel freie Zeit. Sie haben somit die Möglichkeit, ihre humanistische Bildung zu vervollkommnen. Bildung ist heutzutage halt kein Garant mehr für sozialen Aufstieg, ja nicht einmal dafür, dauerhaft zur Mittelschicht zu gehören.
Das Bild der Arbeitslosen, das viele Menschen haben, ist menschenverachtend und in vielen Fällen falsch. „Selbst schuld“, so die oft gehörte Einstellung, "wer will, der kann arbeiten...". Auch Intellektuelle und Wissenschaftler, Vertreter der geistigen Elite, gelten bei der Agentur für Arbeit schon mal als „die Bildungsprekarier“.
Es sollte endlich die Ehrlichkeit einkehren, zu behaupten, dass es bei der ständig geforderten „Bildung“ um eine bestimmte Form der Bildung geht. Und zwar geht es in sehr rigider Form um solche Bildung. Es sollte klar sein, dass es um aufstiegsbezogene Bildung geht. Welche sozialen Kanäle zum gesellschaftlichen Aufstieg führen (führten), dürfte klar sein. Außerdem hat sich längst die Größe „Erfolg“ anstelle des Parameters „Leistung“ in das gesellschaftliche Bewertungssystem eingeschlichen. Es gilt bei möglichst geringem Aufwand möglichst zu verdienen.Welche Berufe dafür in Frage kommen, dürfte klar sein.

Sonntag, 6. Mai 2018

Wohlstand für wen?

Deutschland geht es gut. So gut wie fast noch nie. Wir haben die Beweise sogar per Zahlen. Statistik. Die Arbeitslosenzahlen nehmen ständig ab. Ob das aber die ganze Wahrheit ist? Was ist mit der dauernd steigenden Obdachlosigkeit, dem immer größer und fordernder werdenden Zuspruch bei „den Tafeln“? Da tun dann ahnungslose Politiker Sprüche raus, die ihnen „Profil“ verschaffen sollen und eigentlich bloß bezeugen, wie weit sie möglicherweise von dieser Realität entfernt sind. Und überhaupt: Ob der große Niedriglohnsektor nicht maßgeblich dazu beiträgt, dass die „Besserverdienenden“ (zu denen zweifellos die Politiker gehören) solche Sprüche raushauen können? Ob sich unsere Gesellschaft nicht inzwischen in mindestens drei Teile aufteilt? Die „Gutverdienenden“. Die Arbeiter und Angestellten. Und das Prekariat. Eine Dreiteilung. Ob das Prekariat öffentlich auch zu Wort kommt? „Selbst schuld“, so das unausgesprochene Verdikt. Ob das noch in die sogenannte Globalisierung passt? Klaro, es scheint konsequent neoliberal gedacht zu sein. Doch die Fragwürdigkeiten einer solchen Annahme scheinen sich herumgesprochen zu haben. Wieso eigentlich muss „Strukturwandel“ und müssen „Reformen“ immer zum Abbau von Arbeitsnehmerrechten und zur Verarmung breiter Bevölkerungsschichten führen? Ein neuer Ansatz täte Not. Nicht nur ein Mitschwimmen. Klaro, das kann sich niemand leisten. Es gilt, die Macht nicht den Managern großer Konzerne und den Lenkern von der Politik zu überlassen. Macron sah anfangs danach aus. Doch jetzt scheint sich alles in bekannte Richtungen zu bewegen. Eine Art nachgeholter Agenda 2010. Die Arbeitslosen striezen, schikanieren und unter Druck setzen. Ob das „Fördern und fordern“ ist?

Dienstag, 12. Dezember 2017

Gerechtigkeit, was ist das?

Martin Schulz und sein „Gerechtigkeitswahlkampf“ für die SPD: alles erledigt? Verliererthema? Ob er das jetzt in die GroKo-Verhandlungen einbringt? In welcher Form? Was soll überhaupt „Gerechtigkeit“ sein? Das, was manche Sozen darunter verstehen wollen? Ich höre sie schon, die Meinungen dazu, die durch die Luft schwirren, idiologisch aufgeladen, versteht sich. Und dann noch etwas: Deutschland ist nicht nur im Aufschwung, sondern sogar im Boom. Die Wachstumsraten sind hoch, die Arbeitslosenzahlen (scheinbar) reduziert. Die Stimmung in den Unternehmen ist gut, der Exportwirtschaft floriert, die Konsumausgaben steigen.
Wenn bloß das nicht wäre: 40 % der Leute verdienen nicht mehr als vor 20 Jahren. In Deutschland sind 16 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Das bedeutet: Jeder Fünfte in Deutschland ist von Armut bedroht. Wow! Die durchschnittliche wirtschaftliche Lage sagt womöglich nicht viel darüber aus, wie es einzelnen Menschen geht. Wenn einer 100 verdient und der andere 1, wäre das Mittel 50. Ob das etwas aussagt? Womöglich etwas über „Gerechtigkeit“? Ob das etwas mit der Situation der Alleinerziehenden und der Kinder zu tun hat? Ob es etwas über die Wohnsituation in den Städten und die dramatische Landflucht sagt? Steuern und Abgaben sollen mal wieder entlastet werden, am besten so, dass es den Armen nutzt. Die Begründung des Solidaritätszuschlags ist inzwischen entfallen. Also sollte er abgeschafft werden. So oder so. Aber vielleicht nicht so, dass das nur den Reichen nützt..... wie dann? Sich eine passende Regelung zu überlegen, wäre Aufgabe der Politik. Dass viele Erwerbstätige in Deutschland inzwischen arm sind, liegt wohl auch daran, dass sie vielleicht einen oder mehrere Jobs haben, die aber in Teilzeit oder im Niedriglohnsektor verankert sind. Sie können davon nur schwer leben. Fast 2,7 Millionen Arbeitnehmer gehen in Deutschland offenbar noch einem Mini-Job nach. Das bedeutet, dass mehr Wohlstand nicht zwingend weniger Armut bedeutet. Jamaika ist vorbei. Doch die Fakten bleiben. 

Samstag, 25. November 2017

Arbeit im digitalen Zeitalter

Ich lese, dass der Kardinal Marx sich vehement gegen das bedingungslose Grundeinkommen wehre. Und zwar mit dem Argument, dass die Arbeit zu der „Grundkonstitution des Menschen“ gehöre, der mit einem bedingungslosen Grundeinkommen keineswegs der Unterhaltungsindustrie ausgeliefert werden solle. Wahlweise ist an dieser Stelle bei anderen Diskussionsteilnehmern von der „Würde des Menschen“ die Rede. Aber gerade diese „Arbeit“ ist ja gerade das Problem. Wir fragen uns, in welcher Gesellschaft solche Leute wie der Kardinal leben. In der Realität ist es wohl doch so, das jemand, der 8 Stunden am Fließband arbeitet oder frühmorgens um 4 Uhr Zeitungen austrägt, dies tut, weil er Geld braucht und überleben will, aber keineswegs, weil er sich dadurch als Mensch selbst verwirklichen will oder sich dem Ideal des arbeitenden Menschen annähern will. Die Wirtschaft scheint das gut verstanden zu haben, indem sie die meisten Menschen mit möglichst billigen Löhnen erpresst (weil Löhne ja „Kostenfaktoren sind). Alles, außer Arbeit, stelle den Menschen nur ruhig, so das Credo mancher Gegner des Grundeinkommens. Selbstverständlich ginge es auch darum, das Bildungssystem so zu gestalten, dass es nicht nur willenlose Sklaven für den Arbeitsmarkt produziert, sondern dass es sich wieder mehr dem Ideal des selbstbestimmten Menschen annähert und die Menschen dazu führt. Das würde heißen, dass der Mensch lernen könnte, dass es außer der Arbeit durchaus noch mehr sinnvolle Beschäftigung geben könnte, etwa im Bereich der Familie, die ja von der politisch rechten Seite ja immer als bestimmende Größe gedeutet wird. Ziehen wir den Begriff dessen, was Familie“ bedeuten kann, etwas weiter, dann würde hierbei sogar eine Übereinstimmung herrschen. Darüber hinaus gäbe es aber auch genügend Betätigungen im Bereich des Musischen, des Politischen, des Kreativen und der Bildung, die den Menschen durchaus mehr zu demselben machen könnten, als entfremdete Arbeit. Es könnte zudem sein, dass in digitaler Zukunft der Begriff „Arbeit“ ohnehin ganz anders gefasst werden müsste, in dem nämlich der Kuchen dessen, was heute möglichst billig als Arbeit gekauft und verkauft werden soll, deutlich kleiner geworden ist. Sie wird nämlich genau das nicht mehr sein, was dem Menschen Selbstvergewisserung und Identität verschafft. Auch die spirituelle Betätigung in einem weiteren und der Kirche nicht immer genehmen Sinne, könnte durch eine solche Existenz besser ermöglicht werden.  

Mittwoch, 22. November 2017

Vermögensbildung

Es wird doch tatsächlich oft diskutiert, ob es gerecht und ein anstrebenswerter Zustand sei, wenn alle dasselbe verdienen? Natürlich nicht, so mag man da oft einwenden. Kommunismus soll ruhig das abschreckende Unwort bleiben. Gewisse Unterschiede liegen in der Natur der Sache. Oft führt die Diskussion dann auf die Frage zu, wie unter den Bedingungen der Globalisierung eine halbwegs sinnvolle Arbeitsmarktpolitik gemacht werden kann. Es geht dann oft um die Rolle der Gewerkschaften, die Frage nach dem betrieblichen Kündigungsschutz, die Frage danach, in welche Sektoren und zu welchem „Zwecke“ Investitionen oder Steuergelder allgemein ( als „Entschädigung“ für den Atomausstieg z.b. viele Milliarden an die Energiegroßkonzerne...) fließen. Es gab zudem den Vorschlag, Managergehälter ab einer bestimmten Höhe nicht mehr steuerlich absetzbar zu machen und sie in der Höhe ohnehin zu begrenzen. Die Frage ist am Ende, ob es den politischen Willen gibt, solche Dinge anzugehen... so scheinen derzeit nach dem „Jamaika“-Fieber solche Fragen ohnehin wieder in den Hintergrund gerückt zu sein, der Kandidat Martin Schulz scheint mit der Gerechtigkeitsfrage ohnehin Schiffbruch erlitten zu haben. Dabei gibt es auch Möglichkeiten, die keineswegs systemverändernd wirken müssen. Bei der Vermögensbildung gäbe es jedenfalls die Möglichkeit der international abgestimmten Steuerung und Regulierung. Vermögen? Nun ja, eine gewisse ungleiche Verteilung mag da durchgehen. Sie folgt der Logik des kapitalistischen Systems. Doch in Wirklichkeit sind die Verhältnisse extrem. 2% der Bevölkerung besitzen so viel wie 98% der Bevölkerung zusammen. Ob so etwas noch in der Logik des Systems liegt? Wenn in diesem Zusammenhang gestritten wird, dann höchstens über die Höhe dieser Zahlen, die natürlich angezweifelt werden. Es scheint insgesamt aber vielmehr auf die Größenordnungen anzukommen. Ob dabei etwas geändert werden müsste?  

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Rationalität des Gesamten

Um es einmal ganz klar zu formulieren: besonders in den Bereichen Altersvorsorge (Rentenpolitik), Gesundheitspolitik (Pflegenotstand), Infrastrukturpolitik (Internet, Breitbandausbau) und Bildungspolitik hat die herrschende Politik der vergangenen Jahre vor allem denen genutzt, die in Deutschland „gut und gerne leben“: also Polititikern und Vermögenden. Dass es aber auch andere Bevölkerungsschichten gibt, das eine gewisse Unzufriedenheit bis weit hinein in den sogenannten „Mittelstand“ reicht, das versucht diese Politik allenfalls am Rande zu managen. Sicher, es gab so etwas wie den Mindestlohn, den sich aber die jetzt in die Opposition gehende SPD auf die Fahnen schreiben kann und den es in diversen Ländern schon lange gibt (auf die doch diese Politiker so gerne herab schauen...). Auch dürfte ein Billiglohnsektor von etwa 20 % nicht gerade zum Land passen, in dem wir gut und gerne leben. Ja, nie waren so viele Menschen in Arbeit wie heute (oft gehörte Erfolgsformel der Herrschenden). Doch noch nie war auch der Billiglohnsektor so groß wie heute, noch nie waren so viele Menschen am Existenzminimum, noch nie drohte derart intensiv die Altersarmut großer Schichten, die neben den Leuten herleben müssen, die hier „gut und gerne“ sind. Die gesellschaftliche Polarisierung schreitet immer wieter voran und ich frage mich, wo denn die Reationalität eines ziemlich raffinierten Systems liegt, das bald umzukippen droht. Es scheint jetzt die Zeit gekommen, in der sich die herrschende Politik nahezu alles erlauben kann. Doch ob sie sich darin nicht doch etwas täuscht? 

Mittwoch, 27. September 2017

Arbeit und Mangel

Eines begreife ich ganz und gar nicht: einerseits, so verlautet es von seiten der „Wirtschaft“, herrscht Facharbeitermangel, der sich noch gewaltig verstärken wird. Andererseits raubt die Arbeitswelt 4.0, so dieselben Leute, in Zukunft der Gesellschaft großflächig die Arbeit. Viele Jobs werden verloren gehen (und nicht nur die minderbemittelten... schlecht ausgebildeten), eine Neubewertung der Arbeit scheint das Gebot der kommenden Zeit. Ja was nun? Zu viel oder zu wenig Arbeit? Was kommt? Rentenalter weiter wegen dem sich dramatisch durch Alte erweiterten Arbeitsmarkt absenken und gleichzeitig die Produktivität gewaltig hochschrauben? Ob so etwas überhaupt so weit in die Zukunft hinein prognostiziert werden kann? Mir scheint, da herrscht noch etwas Unklarheit. Ob es nicht ein anzustrebendes Ziel wäre, wenn wir weniger Arbeit verrichten müssten? (Ein alter Traum der Linken, schon Charly Marx träumte ihn...) Gleichzeitig aber, scheint diese Arbeit, (und sei sie noch so entfremdet...) sehr vielen Leuten Sinn zu verschaffen, sie scheint wichtig zur Konstitution eines Egos. Fällt sie weg, so drohen wohl größere soziale Unruhen. Also scheint es durchaus wichtig zu sein, sich Gedanken darüber zu machen, was uns ausmacht. Arbeit bedeutet sozialen Zusammenhang und finanzgestützte Wertschätzung, gewiss. Ob es aber in Zukunft gilt, auch durch ehrenamtliche oder nicht durch Finanzen gestützte Arbeit Sinn zu beziehen? Ob sie am Ende nicht sogar besser dafür geeignet sein könnte?

Donnerstag, 21. September 2017

Gehalt

Ich habe gelesen, was ich mir herausgeschrieben und herauskopiert habe und was zumindest mir Aufschluss über unsere Wirklichkeit zu geben scheint: 
Das Vermögen in Deutschland ist nicht sehr gleichmäßig verteilt. Laut Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung hat das eine Prozent der Bevölkerung mit dem größten Vermögen bis zu 26 Prozent des Gesamtvermögens. Die einkommensreichsten 10 Prozent der Haushalte verfügen über mehr als 35 Prozent des Vermögens.
Während die obersten 60 Prozent der Beschäftigten seit Mitte der 90er Jahre ihren Bruttolohn im Schnitt steigern konnten, ging er bei den unteren 40 Prozent real nach unten. Bei den Einkommensunterschieden liegt Deutschland im OECD-Vergleich im Mittelfeld der Industrienationen. 
WDR-Intendant Tom Buhrow, 58, hat jetzt sein Jahresgehalt von 399.000 Euro verteidigt. "Man kann das immer weiter treiben mit dem Neid", erklärte der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator am Mittwoch in Köln bei einer Pressekonferenz nach der ARD-Hauptversammlung. "Ich kann absolut zu den Gehältern stehen. Man kann immer sagen "weniger, weniger, weniger".

Mittwoch, 30. August 2017

Wahlkampf im Fernsehen

Aufschlußreich war die Fernsehsendung „Anne Will“ vom vergangenen Sonntag, die 4 Wochen vor dem Wahltag wohl noch einmal Aufmerksamkeiten mobilisieren wollte. Es fand dabei der Kanzlerin Einlassung „Für ein Deutschland in dem wir alle gut und gerne leben“ Erwähnung und wurde auf einem Wahlplakat der CDU gezeigt. Auch wurde erwähnt, dass Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 5,6 % Rekordtief habe. Die Steuereinnahmen sprudelten. Dann kam die Phrase vom „Schlechtreden“, die inzwischen viele CDU/CSU-Politiker in den Mund genommen haben. „Wenn man den Anspruch erhebt, Kanzler zu werden, darf man das Land nicht in der Art und Weise schlecht reden, wie es Schulz tut“ wurde Wolfgang Schäuble aus der Süddeutschen Zeitung vom 12.2.2017 zitiert. Nachgeschoben wurde die Behauptung „Wir haben im Moment so viele Arbeitsplätze, wie in der Geschichte der Bundesrepublik noch selten da war". Olaf Scholz von der SPD, der in der Art des Neuen Deutschland auch nach den schlimmsten Desastern  nach dem Treffen der der G 20 in Hamburg als OB nicht zurücktreten wollte, gab zu Protokoll: „Im übrigen glaubt Martin Schulz wie die ganze SPD, dass wir einen Beitrag dazu geleistet haben“. Oft werden dann der Mindestlohn und die Rente mit 63 Jahren genannt. „Gleichzeitig sei es so“, so der Scholz-Olaf, „dass es nicht aus der Perspektive jedes Bürgers gerecht zugeht“. Denn wenn es dem ganzen Land gut gehe, „heißt das noch lange nicht, dass das für jeden Einzelnen gilt“. Wie wahr. Eine Entdeckung eines Hochwohlgeborenen der SPD-Hierarchie. „Wenn also 40 % derjenigen, die im unteren Lohnbereich sind, eher sinkende Einkommen hatten", wenn beispielsweise die Mieten explodieren, wenn manch einer entgeistert auf seinen Rentenbescheid kuckt, wenn die KITA-Gebühren manche Familien sehr belasten, wenn ein junger Mensch keinen Ausbildungsplatz findet, dann sind das Fragen, bei denen man an den Bürgern vorbei redet, wenn man behauptet „es läuft doch gut“. CDU-Laschet, der neue NRW-Landesvater, behauptet dagegen, dass „Schulz derzeit nicht die Themen trifft, die die Menschen bewegen“. 

Dienstag, 8. August 2017

Gottgegebener Markt?

Ja muss denn die gesellschaftliche Spreizung so groß sein, dass Spitzenmanager Gehälter im solide zweistelligen Bereich beziehen und dass gewählte Volksverteter da offenbar gerne mithalten würden (wg. "Verantwortung"), während die untere Einkommensschicht nicht weiß, wie sie den finanziellen Alltag bewältigen soll? Ob etwa 2 % der Bevölkerung etwa 50 % des verfügbaren Einkommens besitzen müssen? Das diktiert der Markt, so lautet oft die Argumentation. Ist aber „der Markt“ etwas ungestaltbar Gottgegebenes oder wäre er bei entsprechendem politischem Willen beeinflussbar? Ja gewiss, ist die „Verantwortung“ ein Kriterium, nach dem sich der Lohn bemessen könnte. Aber rechtfertigt das solche Gehälter, erst recht nachdem bei einschlägigem Misserfolg auch heftige Abfindungssummen bezahlt werden? Ob das alles „der Markt“ diktiert, das Angebot und die Nachfrage? Ob es solche Individuen dermaßen wenige gibt, so dass sie ihren Preis mehr oder weniger selbst bestimmen können? Was ist das „gewisse Etwas“, was diesen Preis bestimmt? Ist es Gerissenheit, die in so etwas wie „Durchsetzungsfähigkeit“ mündet? Gehört Egoismus und Narzissmus dazu? Klar ist, dass Märkte innerhalb von Regeln stattfinden, die gestalt- und veränderbar sind. Auch durch Gesetze und steuerliche Regulierungen. Zu behaupten, dass ein Markt gut funktioniere, scheint nur innerhalb eines gewissen Rahmens möglich zu sein. Der „freie Markt“ solle es richten, so das offizielle Credo. Doch dieser „freie Markt“ ist ja auch schon das Resultat gewisser Überlegungen. Ob die gegenwärtigen gigantischen Ungleichheiten und Verzerrungen angesichts dessen zwangsläufig sind? Ob sich der Kreis der Topmanager vor allem aus bestimmten gesellschaftlichen Kreisen rekrutiert. Wem werden solche Jobs angeboten? Ob bei so etwas wie Chancengleichheit herrscht?

Samstag, 5. August 2017

Taschengeld

Dass Abgeordnete des Reichstag Millionensummen „nebenher“ kassieren, für Vorworte, Vorträge, Kommentare, „Beratungstätigkeiten“ und andere „Gefälligkeiten“, wurde jetzt wieder einmal bekannt: Viele Mitbürger haben sich daran gewöhnt, merken aber doch auf, wenn zum Beispiel die Grünen protestieren, als eine „ihrer“ Abgeordneten zur CDU überlaufen will, ein Spezialdemokrat dies als "unanständig" bezeichnet und die offenbar unzufriedene Abgeordnete damit eine ganze Regierung zum Einsturz bringen könnte und kann. In diesem Moment ist die Partei das Wichtigste, sie verfügt über die Mandate, sie gibt den Ton an, - Beispiele von Seiten der CDU gibt es zuhauf. Mix aus Personen- und Mehrheitswahlrecht: was gerade passt, such ich mir raus.....! 
Ihre Unsummen von seiten der Lobbyisten jedoch kassieren die Abgeordneten unter anderem mit Hinweis auf ihre Eigenständigkeit und mit verschärftem Beharren auf ihrer „Gewissensfreiheit“ (also unabhängig von Parteien...). Wie Abgeordnetenwatch.de meldet, hat „insgesamt jeder vierte Bundestagsabgeordnete – 178 von 655 – im Laufe der 18. Wahlperiode etwas hinzuverdient, unter dem Strich 26,5 Mio. Euro bis 48,7 Mio. Euro. Genauere Angaben sind nicht möglich, da die Offenlegungsregeln wenig transparent sind: Was ein Abgeordneter nebenher kassiert, muss er nicht in Euro und Cent genau offenlegen, sondern in einer von zehn Einkunftsstufen. Oftmals sind die Geldgeber anonym – Millionensummen bleiben so vollkommen im Dunkeln.“. Spiegel Online scheint ebenfalls Bezug auf diese Meldung zu nehmen und geht auf Abgeordnetenwatch folgendermaßen ein, indem erwähnt wird, dass einige Ex-Minister „viel Geld für wenig Arbeit nebenbei verdienten“. Es wird da der Ex-Verkehrsminister Peter Ramsauer von der CSU als Beispiel erwähnt: Er erhält vom Lobbyverein der arabischen Industrie- und Handelskammern monatlich zwischen 3500 und 7000 Euro. Seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten der "Ghorfa Arab-German Chamber of Commerce and Industry" gewählt wurde, „summieren sich Ramsauers Einkünfte auf mindestens 129.500 Euro“, so SpiegelOnline.
Der frühere Forschungsminister Heinz Riesenhuber von der CDU soll auch ganz gut dabei sein. Er soll seit 2014 von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft HBM Healthcare Investments AG mindestens 350.000 Euro kassiert haben. Einen Streit hat Ramsauer angesichts dieser Meldungen darüber vom Zaun gebrochen, ob diese Summen brutto oder netto zu verstehen wären, ob „Einkünfte“ die richtige Bezeichnung für solches Honorar sei. Nun ja. Bekannt ist zu diesem Thema neben verschiedenen Typen von der CSU auch der SPD-Grande Peer Steinbrück geworden, der ebenso dickes Salär kassierte, bis er 2016 aus dem Bundestag ausschied, um zunächst den Vorstand der ING-Diba zu beraten. 

Mittwoch, 12. Juli 2017

Leiharbeit

Eine Lebenswelt öffnete sich mir neu, als ich durch direkte Anschauung und Miterleben erfuhr, dass selbst ein voller körperlicher Einsatz auch über einen langen Zeitraum hinweg (12 Monate und mehr...) nur für ein sehr schmales Gehalt gut zu sein schien. Man sei „Sklave“, so wurde mir beschieden (völlig ohne die gerade jetzt so gescholtenen „linken“ Absichten, von der Politik gleich welcher Richtung wurde sowieso nichts mehr erwartet.....) Leiharbeit und prekäres Arbeiten sind Teil unserer deutschen Realität, Lohndumping scheint noch immer Schmierstoff dieser Wirtschaft zu sein. Inzwischen durchgeführte Reformen scheinen zumindest in gewissen Regionen ein fragwürdiges Ergebnis zu zeitigen. Ich erfuhr, dass auch Schichteinsätze des nachts und zu unmöglichen Zeiten nichts finanziell Zählbares über das hinaus bringen sollten, als das Übliche des Tages (den Rest schöpfte wohl die Agentur ab...), dass fortwährend Entlassung drohte, dass man jederzeit abrufbar sein musste, dass keinerlei rechtliche Grenzen beachtet wurden, dass sexuelle Nötigung tägliche Praxis war und insofern ein krasses Gefühl von Ausgeliefertsein zu verkraften war....
Ich riet damals, sich mit der Gewerkschaft in Verbindung zu setzen: „Die setzen sich für Leiharbeiter ein....!“. Man berichtete mir Unglaubliches, so dass ich mich angeregt fühlte, selbst einmal anzurufen. Die zuständige Dame eröffnete mir kalt lächelnd, dass man überhaupt nichts unternehmen würde, solange man nicht Mitglied der Gewerkschaft sei. Ein Leiharbeiter hat aber selten genug Geld, um Mitgliedsbeiträge zahlen zu können. Schon gar nicht auf Verdacht. Er scheint also auch hier ausgegrenzt zu werden, Prekäre scheinen außen vor zu bleiben. Das Thema erledigte sich in diesem Fall von selbst.