Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 17. Juni 2024

Wohin geht das?

Es beschleicht hier in schland einen das Gefühl, als würde die Schlinge um den Hals langsam zugezogen. Immer weiter. Figuren, die ihre Person zu Markte tragen und „etwas werden wollen“, labern als Talking Heads etwas aus dem Fernsehgerät heraus. Energie- und Klimawende. Ja klar. Das will jeder. Ob man aber diesen Leuten vertrauen kann? Die Deutschen machen sich wohl ernsthafte Sorgen um ihren „Wohlstand“. Manche Regierungschefs scheinen auszuticken und veröffentlichen Fotos, strotzend vor toxischer Männlichkeit, inspiriert von einem, der dies Bild einer Stärke in wechselnden Posen zur Schau trägt und damit seine Leute hinter sich zu versammeln scheint, was schon das erste Problem markiert: Seltsam, dass diese alten Trick immer noch so funktionieren! Ob etwa die Masse der Leute Stärke und die Gewalt anbetet, die vom Charisma besoffen glaubt, sich alles verschaffen zu dürfen (wie etwa Hitler, Stalin und andere Polit-Schurken). Oder gibt es auf der anderen Seite irgendwelche Zögerer und Zauderer, die das ihren Leuten als „Besonnenheit“ verkaufen? (Die scheinen das auch noch selbst zu glauben). Das Gesundbeten von Situationen nach dem Muster „Es wird schon alles gut“ scheint bei den Anführern in Mode. Klimawende? Strom wird massenhaft erzeugt, ohne dass man eine geeignete Ableitung dafür hätte. Der Strompreis ist enorm hoch, weil ja, wie lange verkündet wurde, die Sonne keine Rechnung schickt. Natürlich wird auch der eigene Clan der Ja-Sager und Claqueure (wozu gelegentlich auch die Journalisten gehören) unter Adressen von „Verbänden“ mit gut honorierten Posten versorgt. Dazu werden genehmen Privatfirmen großzügige Zuschüsse verschafft. Denunziation (welch übles Wort! Technokraten haben dafür schon eine eigene Terminologie entworfen) soll in Mode kommen, wer nicht den rechten Weg einschlägt, wird fertiggemacht. Alle sollen auf die Bahn umsteigen, weil die ja ach so umweltfreundlich sei (und was ist mit den Diesel-Lokomotiven?). Doch die Bahn ist marode. Pünktlichkeit? Geschenkt! Fahrgastfreundlichkeit? Ach herje! Es herrscht in einem Staat wie diesem offenbar das Bedürfnis nach Mobilität. Ein paar Leute versuchen dem zu entkommen, indem sie das Flugzeug buchen. Ein paar andere trauen ihrer Partei zu, zu wissen, wie alles geht und wie man noch schnell die Welt rettet (peinlich, dass andere Regionen, wie etwa California, in diesem Thema sehr viel weiter sind). Keine Sorge, mit dem Klimawandel kann ja alles begründet werden. Auch totalitäres Verhalten, dass darin mündet, dass man andere Meinung nicht mehr zulässt, sondern mit der Macht der Vielen niederbrüllt. x x Here in Schland you get the feeling that the noose around your neck is slowly being tightened. On and on. Characters who market their persona and “want to become something” babble something out of the television as talking heads. Energy and climate transition. Yes, of course. Everyone wants that. But can you trust these people? The Germans are probably seriously worried about their “prosperity”. Some heads of government seem to be acting out and publishing photos brimming with toxic masculinity, inspired by someone who flaunts this image of strength in changing poses and seems to rally his people behind him, which already marks the first problem: strange that these old ones Trick still works like this! Whether the mass of people worship strength and violence, who, drunk on charisma, believe that they can get everything (like Hitler, Stalin and other political villains). Or, on the other hand, are there any hesitant and hesitant people who sell this to their people as “prudence”? (They seem to believe that themselves too). Praying to heal situations along the lines of “everything will be okay” seems to be fashionable among leaders. Climate change? Electricity is generated on a massive scale without having a suitable outlet for it. The price of electricity is extremely high because, as was announced for a long time, the sun does not send any bills. Of course, your own clan of yes-men and claqueurs (which occasionally includes journalists) is also provided with well-paid positions at the addresses of “associations”. To this end, generous subsidies are provided to eligible private companies. Denunciation (what a bad word! Technocrats have already developed their own terminology for it) should become fashionable; anyone who doesn't take the right path will be destroyed. Everyone should switch to the train because it is so environmentally friendly (and what about the diesel locomotives?). But the railway is dilapidated. Punctuality? Free! Passenger friendliness? Oh dear! There is obviously a need for mobility in a state like this. A few people try to escape this by booking the plane. A few others trust their party to know how everything works and how to save the world quickly (embarrassing that other regions, such as California, are much further along on this issue). Don't worry, everything can be justified with climate change. Also totalitarian behavior that results in no longer allowing different opinions, but shouting them down with the power of the many.

Dienstag, 22. August 2023

Kopf gegen Gefühl

Notizen aus einem Tagebuch, tief in der Vergangenheit, -leicht frisiert und auf den heutigen Stand gebracht: Ich sitze dem Nichts gegenüber und starre ihm in die Augen, beobachte, wie die Verhältnisse um mich herum mich verändern. Werde ich mich heraustretten können aus dieser Phase, die mich langsam aber sicher immer weiter dominiert? Ich will unbedingt etwas für die Gesundheit tun. Es bietet sich dafür viel an. Es ist alles bekannt, - nur, man tut's nicht. Man hat dafür wieder mehr Zeit zum Grübeln. Kopf gegen Gefühl. Vom Kopf her hätte man Chancen besser nutzen müssen. Besser. Optimal, nicht optimaler.....(das geht nicht). Doch irgendwas in mir sagt mir, dass ich's nicht tun sollte. Der Kampf in mir geht weiter! Vielleicht, vielleicht...darin besteht das Leben. Weiter, immer weiter, dem Tod entgegen. X X Notes from a diary, deep in the past, slightly modified and brought up to date: I sit facing nothingness and stare into its eyes, watching the circumstances around me change. Will I be able to step out of this phase that is slowly but surely dominating me? I really want to do something for my health. There is a lot to do for this. It's all known - only one doesn't do it. You have more time to ponder. head versus emotion. From the head you should have used chances better. Better. Optimal, not optimal.....(that is not possible). But something inside me tells me I shouldn't do it. The fight inside me goes on! Maybe, maybe... that's life. On, on and on, toward death.

Montag, 24. Juli 2023

Paddy sucht

Paddy McAloon ist kein besonders religiöser Mensch. „Um ehrlich zu sein: Ich kann gar nicht sagen, was ich glaube. Reine Vernunft erscheint mir aber wie ein geschlossenes System. Sie kann nicht wirklich etwas außerhalb ihrer selbst erklären“ soll er gesagt haben. Mitte der achtziger Jahre war er mir schon aufgefallen als überragender Songschreiber, der mit seiner Band Prefab Sprout ein auf dem Cover der ersten Platte „Steve McQueen“ enges, auch optisch eindrucksvoll dokumentiertes Verhältnis pflegte. Umso erstaunlicher war es, als er 2010 eines unter seiner bisher letzten Alben „Let’s change the World with Music“ heraus brachte, im Alleingang aufgenommen, alle Instrumente von ihm gespielt. Es muss sich so ergeben haben, nachdem ihn erst ein schwerer Tinnitus (dadurch hört er bis heute keine Bässe mehr, sondern spürt sie nur noch), und dann eine Hornhautablösung überfallen haben. An Auftritte oder gar Tourneen mit seiner genau zu dieser Zeit extrem aufstrebenden Band war danach nicht mehr zu denken. McAloon strickte sich immer mehr in seine eigene Welt ein, erfand seine eigenen Gesetzmäßigkeiten und erwarb unter Musikern und bei mir einen legendären Ruf. Doch jetzt „Let’s change the World with Music“. Gleich im ersten Titel „Let there be music“ heißt es in der allerersten Zeile: „ In the beginning was a mighty bang…“ und „God was moved He made a choice he said „let music be my voice“. Er spinnt das Thema über tollen Harmonieprogressionen weiter, zuerst bis zum Titel „God watch over you“. Nein, er ist oder war kein Verkündiger! Es gibt auch sehr weltliche Alben von ihm. Im erwähnten Titel aber heißt es „God watch over you, every minute, every moments“. Aha. Ein Mann und seine in Musik gesetzten Thesen. Next: „Earth: the Story so far“. ...There was a baby in a stable. Some say, it was the Lord singing „save me, save me“. In Skepsis gepuderte Agnostik. Persönliche, in Töne gesetzte Auffassungen. Liebe zur Musik. Ganz unironisch. Er hat das ganze Album auf einem kleinen Atari-Computer eingespielt. Unglaublich. Allgemeines kam ihm in den Sinn: „Ich kann mir gut Welten vorstellen. Darin bin ich stark seit meiner Kindheit. Das ist mein Thrill, etwas zusammenzusetzen, eine Welt, von der ich vielleicht nicht mal wirklich weiß, was sie bedeutet, oder vor der ich warten muss, bis sie mir vielleicht selbst sagt, was sie bedeutet“

Sonntag, 2. Juli 2023

Überirdisch?

Telekinese, Erscheinungen, bedeutsame Schatten, Ufos…. Was sagt der vulgäre und unter manchen Menschen gepflegte Materialismus dazu? Ob es nicht so ist, das bestimmte Phänomene bis zum heutigen Tag nicht vernünftig erklärt werden können – in der Zukunft aber sehr wohl? Es scheint bestimmte Erscheinungen zu geben, die eindeutig im Widerspruch zu aller rationaler Erkenntnis zu stehen scheinen. Doch wer maßt sich an, das vom jetzigen Stand unserer Einsicht aus erklären/negieren zu können? Welche Anmaßung steckt da wohl dahinter? Selbst Newton’sche Gesetzmäßigkeiten scheinen nicht absolut zu gelten: Die Quantentheorie stellt da so manches in Frage. „Wunder“ nannte man so etwas früher. Altbekanntes Beispiel: San Gennaro ist der Stadtheilige Neapels. Er wurde vor etwa 1700 Jahren geköpft. Eine Zeugin der Hinrichtung sammelte Gennaros Blut in Fläschchen, die in Neapels Dom verwahrt werden. Dreimal im Jahr werden sie in die Nähe von Gennaros Schädel gebracht, wobei sich das geronnene Blut verflüssigt. Verflüssigt sich das Blut nicht, gilt das als böses Omen.

Montag, 26. Oktober 2020

Die Wisser

Es treten die Wisser auf: gut frisierte, schlagfertige spitzzüngige Vertreter einer gesellschaftlichen Formation, die sich in Demokratien gerne als  „alternativlos“ gibt. Dabei gehen diese Vertreter einer vierten Macht im Staate mit den Fakten oft genug so um, dass es in ihre ureigene Weltdeutung passt, die natürlich alle „vernünftigen“ Menschen teilen sollen. Da sind clevere PR-Strategien dahinter! Gewisse Vertreter dieser Spezies gehen inzwischen sogar einen Schritt weiter, indem sie behaupten, dass Realität derart gestaltet sein solle, dass sie „Faszination“ ausübe, dass sie "emotional besetzt" sei. Und so scheinen auch ganze Geschichten mit handelnden Personen und allem Drum und Dran inzwischen frei erfunden. Von der Phantasie geliefert. Ein großes deutsches Wochenmagazin, das sich gerne für seine Wahrheitsliebe rühmt, lieferte erst neulich den peinlichen Beweis dafür. Im gesamten Flow ist das natürlich völlig egal. Der derzeit noch amtierende Präsident einer Weltmacht führt es zudem unter dem Stichwort „Fake News“ schon länger vor, wie so etwas funktioniert. Er benutzt dies zur Beschimpfung und Diskriminierung. Hinzu kommt, dass selbst die hoch eingeschätzte Wissenschaft nicht mehr so glaubwürdig daher kommt, scheint sie doch in Person und Sache käuflich zu sein. Wer ein bestimmtes Gutachten mit einem bestimmten Tenor bestellt, sollte jedenfalls ein offenes und gut bestücktes Portemonnaie haben.

Samstag, 13. Oktober 2018

Wo ist die Wahrheit, welche, wie viele?

"Lügenpresse", "Fake News", "alternative Fakten": Kaum ein Verlust kann uns in einer wissenschaftsgläubigen Welt derart in Bedrängnis bringen wie der unserer Glaubwürdigkeit. Und trotzdem wird gelogen, bis sich die Balken biegen, schlagendes Beispiel: der Abgasskandal. Warum ist die Lüge nicht aus der Welt zu denken und wann hat eine Lüge Erfolg? Mal bei einem großen Geist fragen, wieso das so ist. Eine zum Beispiel für Michel Foucault grundlegende Idee ist es, dass nicht nur unser Wissen, sondern auch unser Denken durch und durch historisch sei, also nie auf sicherem Grund stehe. Das ist wichtig! Die Form des Wissens wandelt sich, daher können wir zu gewissen Zeiten nur auf gewisse Weise denken. Im philosophischen Slang ausgedrückt: Verstand die Renaissance die Welt in Analogien, so ordnete die Klassik sie in Taxonomien und Tableaus, während die Moderne gar nicht anders kann, als alles mit dem Menschen, dem Subjekt der Erkenntnis zu erklären. Bald werde das vorbei sein, prophezeite Foucault, der Mensch werde verschwinden "wie ein Gesicht im Sand". Moderne Machthaber glauben derzeit, sie seien so mächtig, dass sie Fakten schaffen könnten. Sie alle kennzeichnet ein ausgewählter Gebrauch der handelsüblichen Vernunft plus eine Dosis von dem, was umgangssprachlich als Wahnsinn bezeichnet wird. Was dabei Allgemeingut zu sein scheint: Spielarten des Wahnsinns schicken sich an, Vernunft und Disziplin als missliebige Abweichungen auszugrenzen. Die Übertretung aber avanciert zur neuen Norm.

Samstag, 20. Januar 2018

Fritz und Johnny

Friedrich Schiller ist nur 46 Jahre alt geworden. 1759 in Marbach a. Neckar geboren, 1805 in Weimar gestorben. Schiller hat Jura studiert, war in der Militärschule, hat dann als Arzt gewirkt, er hat eine unbezahlte Professur für Philosophie in Jena gehabt, darüber hinaus hat er viel geschrieben. Sowohl Goethe als auch Schiller waren viel krank. Seit den späten 80er Jahren scheint Schiller nie mehr richtig gesund geworden zu sein. Er scheint so etwas wie Tuberkolose gehabt zu haben. Ein ganzer Lungenflügel ist irgendwann gar nicht mehr aktiv gewesen. Insofern hat er sich viel abgerungen. Ab 1794 waren Goethe und Schiller im engeren Sinne befreundet, also gerade mal 11 Jahre, in denen sie der deutschen Klassik ihre Form gegeben haben (unter anderem in ihrem Briefwechsel).
Schiller ging von Folgendem aus: Es gibt zwei Grundkräfte im Menschen: 1. der Verstand, die Vernunft. 2. der Stofftrieb, die Natur. Wir wollen alles so angenehm wie möglich, wir wollen fressen, saufen, ficken. Damit kommen wir aber nicht weit, so Schiller. Wir sind gezwungen, uns mit dem Zwang zur Moral auseinander zu setzen. Dieser nötigt uns geradezu dazu, obwohl wir die Freiheit haben, etwas ganz anderes zu tun. Er setzt den Spieltrieb dagegen, der uns zum Menschen werden lässt. Der Mensch muss spielen, dann wird er zum Menschen (ob er heutzutage wohl auf die „Gamescom“ gegangen wäre?). Es gilt, die Ganzheit des Menschen wieder her zu stellen. Der alte Schiller hat die Philosophie nicht um der Philosophie willen betrieben, einen anderen Verdienst als den ideellen (er hat dadurch tatsächlich nichts verdient!!!) hatte er nicht, sondern er war als Künstler auf die Philosophie angewiesen. Er wollte nämlich wissen: wieso empfinde ich überhaupt etwas als schön? Wie schaffe ich Schönes? Da gibt es einiges in der Natur, aber das ist determiniert, festgelegt durch die Naturgesetze. Was ist es, was der Mensch noch „veredelnd“ dazu bringen kann (das „Anmutige“)? Was sind die Maßstäbe, nach denen etwas schön ist?

Montag, 5. September 2016

Kopf und Gefühl

Notizen aus einem Tagebuch, tief in der Vergangenheit, -leicht frisiert und auf den heutigen Stand gebracht: 
Ich sitze dem Nichts gegenüber und starre ihm in die Augen, beobachte, wie die Verhältnisse um mich herum mich verändern. Werde ich mich heraustretten können aus dieser Phase, die mich langsam aber sicher immer weiter dominiert? Ich will unbedingt etwas für die Gesundheit tun. Es biet sich dafür viel an. Es ist alles bekannt, - nur, man tut's nicht. Man hat dafür wieder mehr Zeit zum Grübeln. Kopf gegen Gefühl. Vom Kopf her hätte man Chancen besser nutzen müssen. Besser. Optimal, nicht optimaler.....(das geht nicht). Doch irgendwas in mir sagt mir, dass ich's nicht tun sollte. Der Kampf in mir geht weiter! Vielleicht, vielleicht...darin besteht das Leben. Weiter, immer weiter, dem Tod entgegen.

Freitag, 3. Juni 2016

Gottesbeweis etc, (2)

Wenn ich einen moralischen Gott annehme, wenn ich von ihm ausgehe, dann habe ich große Schwierigkeiten damit, das Böse in der Welt zu erklären oder zu rechtfertigen. Die gängige Argumentation ist dann die, dass es mit der von Gott geschenkten Freiheit des Geistes begründet wird. Wir haben halt auch die Freiheit, das Schlechte zu tun. Dies gehört unauflöslich zur Freiheit. Es ist dies eine gängige Position des Theismus, der inzwischen in der Philosophie zur extremen Minderheit geworden geworden ist, und sich etwa im Mittelalter stets die in der extremen Minderheit befindlichen Atheisten gegenüber den Vertretern einer erbarmungslosen Religion zu rechtfertigen hatten. Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, das Gute zu erkennen. Aber leider sind wir auch fehlbare Wesen und werden unter Umständen gar von Naturkatastrophen überrascht, für die wir nichts können. Und es stellt sich stets die Frage, wieso uns Gott nicht ein bisschen vernünftiger gemacht hat. Er hätte den Menschen vielleicht auch ein bisschen weniger anfällig für Verlockungen, Aggressionen und andere ungünstige Neigungen machen können. Wenn wir vielleicht vernünftig genug wären, könnte man schon viel verhindern. 

Samstag, 6. Februar 2016

Dada (1)

Putzig, dass sie alle jetzt 100 Jahre Dada feiern! Eine Künstlerbewegung, ein kreativer "Move"! Vor 100 Jahren sei sie in Zürich geboren worden, heißt es. Und dass sie bis etwa 1925 existiert habe. Seltsame Lautgedichte werden dann gerne zitiert. „Äh – hm - bumm bumm....“ Ach ja, dass sie eine Reaktion auf den ersten Weltkrieg gewesen sei, ist auch noch oft zu vernehmen. Verschämt kommt vielleicht noch ein Hinweis, dass sie unabhängig von ihren einstigen Trägern bis heute andauere.... Hm, in einem radikal anderen Umfeld. Sie sei ja längst integriert und Teil einer lärmigen Unterhaltungsmaschine geworden. Hm, wenn das stimmt, dann scheint sie für eine Entlastung zu sorgen, an die sich heutzutage gerne Interessen knüpfen. Die Zerschneidung der „alten“ Lyrik, - nun ja, ist in der Literatur ein beliebter Ansatz, der gerne mal nach vorne geschoben wird, um eine inhaltliche Klammer darum zu bekommen und etwas handhabbar zu machen. Einordnen. Unschädlich machen. Dabei ist es genau das, was Dada nicht wollte. Die heutige Bewusstsindustrie legt ja alles gerne ab in Fächer in bereit stehende Ordnungssysteme. Genau daraus wollte Dada auch heraus. Aus den Schubladen kommen. Unfassbare Kreativität auch im Unbewussten suchen. Im Protest gegenüber Überkommenen, allzu leicht Einordenbarem. Das Militär mit seiner Kriegs- und Vernichtungsterminologie mag in so manchem der heutigen „Wirtschaft“ und ihrer unerbittlichen Markteroberungs- und Penetrationsidiogie gleich. Dada wollte mit Wahnwitz dem Aberwitz gegenüber agieren, - oder umgekehrt? Ob es ein Verhalten dem gegenüber gibt? Zürich feiert mit Ausstellungen, Workshops, Konzerten, Lesungen, Performances, Installationen, Vorträgen und Symposien. Ob das dem Phänomen näher kommt? Es herein nehmen in die Kreise der Auslegungsspezialisten und großen anerkannten Deuter?