Reise durch Wirklichkeiten

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Mittwoch, 26. August 2026

Lebenswelten

Andere Lebenswelten. Da sind beispielsweise die Personen, die sich jetzt vergnügen: im See, am Strand, beim Cocktail im Urlaub usw. In anderen Ländern. Sicher abgeschirmt. Die das zur Schau tragen und sehr gut um den „Neidfaktor“ wissen. Überhaupt „Neid“. Der Begriff scheint nahezu jedem entgegen geschleudert zu werden, der irgendetwas nicht in Ordnung findet, was die finanziellen Verhältnisse in dieser Gesellschaft betrifft. Natürlich ist das ihrer Meinung nach moralisch verwerflich. „Aber anderswo ist es ja noch viel schlechter!“, so höre ich den reagierenden Verweis schon im Voraus. Ja klar, weiß ich. Aber an anderer Stelle hier in Deutschland will man doch hier besser als andere sein, nachhaltiger, entspannter, der Lage entsprechender und vorbildlicher. Man will wieder Wachstum. Um jeden Preis. Alles, wie es gerade passt…. so geht es mir durch den Kopf. Zumindest mir geht dabei durch den Kopf, dass es zumindest erstaunlich ist, dass da scheinbar alle mitmachen. Stillschweigend. Wohlstand?

Mittwoch, 22. April 2026

Lebenswelten

Andere Lebenswelten. Die Personen, die sich jetzt vergnügen: im See, am Strand, beim Cocktail usw. Die das zur Schau tragen und um den „Neidfaktor“ wissen. Überhaupt „Neid“. Der Begriff scheint nahezu jedem entgegen geschleudert zu werden, der irgendetwas nicht in Ordnung findet, was die finanziellen Verhältnisse in dieser Gesellschaft betrifft. Natürlich ist das moralisch verwerflich. „Aber anderswo ist es ja noch viel schlechter!“, so höre ich den reagierenden Verweis schon im Voraus. Ja klar, weiß ich. Aber an anderer Stelle will man doch hier besser als andere sein, nachhaltiger, entspannter, der Lage entsprechender und vorbildlicher. Alles, wie es gerade passt….so geht es mir durch den Kopf. Zumindest mir geht dabei durch den Kopf, dass es zumindest erstaunlich ist, dass da scheinbar alle mitmachen. Stillschweigend.

Montag, 6. April 2026

Strapaz

Komisch, ich denke mir einmal mehr, dass „die da oben“ es mit der Strapazierfähigkeit des demokratischen Systems übertreiben, im jahrzehntelang eingeübten Trott - und das in einem Moment, wo gerade eine gewisse Prinzipientreue des Systems der parlamentarischen Demokratie gegenüber gefragt wäre. Da blamieren sich „Entscheider“ unseres Systems in öffentlichen Talkshows schon mal dadurch, dass sie nicht einmal die wichtigsten Basisdaten des zur Diskussion stehenden politischen Bereichs kennen (zb Sozialhaushalt, aber auch „Grundsicherung/Bürgergeld ). Sie versuchen dann meist, sich mit verqueren Ausreden und Auslegungen aus der Situation heraus zu winden. Wieder denke ich: Träume ich? Das darf nicht wahr sein! Es ist aber wahr. Man kann es überall in einer kleinen Notiz nachlesen. Der Vorgang wird von den Betroffenen natürlich nicht erklärt. Dabei geht es um eine „Lebenswelt“. Die der „Entscheider“. Es soll einem so manches einfach so in völliger Intransparenz untergejubelt werden und Verantwortliche haben in der Vergangenheit erklärt, dass sie „mit sowas“ kein Problem haben (dann erkläre mir doch bitte jemand, wieso das demokratiekonform sein soll!). Wie soll man so einen Vorgang nennen (wenn er wahr ist)? Es kommt mir so vor (und nicht nur mir!), als würden solche „Herrschaften“ (Damen sind natürlich weniger darunter...) nach dem Absolvieren entsprechender Parteikarrieren vor allem ihr eigenes Interesse vertreten und gerade nicht das derjenigen, von denen sie einst gewählt wurden. Als würden sie Kontakte nutzen, die sie einst in einem Amt im Auftrag des Wählers erworben haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele andere Menschen, die diese „Randnotiz“ in den Medien verfolgt haben, Ähnliches denken und keine gute Meinung von den verbreitenden Medien davon ableiten. Ob dieser beiläufige und keineswegs unübliche Wechsel von einem hohen Staatsamt in die Privatindustrie der Demokratie förderlich ist? Wie soll man da "Klare Kante" (um mal eine Floskel zu gebrauchen) zeigen?

Dienstag, 31. März 2026

Spurwechsler

Komisch, ich denke mir einmal mehr, dass „die da oben“ es mit der Strapazierfähigkeit des demokratischen Systems übertreiben, - und das in einem Moment, wo gerade eine gewisse Prinzipientreue des System der parlamentarischen Demokratie gegenüber gefragt wäre. Da blamieren sich „Entscheider“ unseres Systems in öffentlichen Talkshows dadurch, dass sie nicht einmal die wichtigsten Basisdaten des besprochenen zur Diskussion stehenden politischen Bereichs kennen. Sie versuchen dann meist, sich mit verqueren Ausreden und Auslegungen aus der Situation heraus zu winden. Wieder denke ich: Träume ich? Das darf nicht wahr sein! Es ist aber wahr. Man kann es überall in einer kleinen Notiz nachlesen. Der Vorgang wird von den Betroffenen natürlich nicht erklärt. Dabei geht es um eine „Lebenswelt“. Es soll einem einfach so untergejubelt werden und Verantwortliche haben in der Vergangenheit erklärt, dass sie „mit sowas“ kein Problem haben (dann erklärt mir doch bitte, wieso das demokratiekonform sein soll!). Wie soll man so einen Vorgang nennen (wenn er wahr ist)? Es kommt mir so vor (und nicht nur mir!), als würden solche „Herrschaften“ (Damen sind natürlich kaum darunter...) nach entsprechenden Parteikarrieren vor allem ihr eigenes Interesse vertreten und gerade nicht das derjenigen, von denen sie einst gewählt wurden. Als würden sie Kontakte nutzen, die sie einst in einem Amt im Auftrag des Wählers erworben haben. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele andere Menschen, die diese „Randnotiz“ in den Medien verfolgt haben, Ähnliches denken und keine gute Meinung von den verbreitenden Medien davon ableiten. Ob ein beiläufiger und in dieser Szene keineswegs unüblicher Wechsel von einem hohen Staatsamt in die Privatindustrie der Demokratie förderlich ist? Wie soll man da "Klare Kante" (um mal eine Floskel zu gebrauchen) zeigen?

Mittwoch, 25. März 2026

Erfolg für Karrieristen

Ich lese und sehe immer wieder Interviews mit Personen, die uns als „erfolgreich“ im Markt vorgestellt werden. Dabei handelt es sich meist um Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Marke stark nach vorne gebracht haben sollen und schon in jungen Jahren mehrere erfolgreiche Unternehmen gegründet haben sollen. Was mir auffällt: diese Personen wurden meist durch ihr Elternhaus „programmiert“, waren entsprechend sozialisiert, waren früh an ein Dasein als Unternehmer oder „Führungsperson“ gewöhnt, indem sie dies Selbstbild als „normal“ annahmen. Man gibt an, schreibt vor, bestimmt, lenkt und - entlässt meist (die Begründungen hat man ja schon früh gelernt: Einsparungen, Kostensenkungen etc. --- betriebswirtschaftliche Kategorien, die man als universell gültig "verkauft"). D.h., diese Personen waren schon früh optimal an die Verhältnisse dieser Gesellschaft angepasst. Sie hingen keinen unnötigen Idealen nach, sondern waren eindeutig auf die Größe „Profit“ fixiert. Eigeninitiative dabei zu entwickeln und Netzwerke für sich und ihr „Anliegen“ rücksichtslos konsequent zu nutzen, sogen sie quasi mit der Muttermilch auf. Kritisch mit sich zu sein (als eine ständige Validierung) gehört da selbstverständlich dazu, das hat man meist auch im Studium der Betriebswirtschaft gelernt, das einem vom Elternhaus ermöglicht wurde. Der Gegenentwurf scheint mir die Selfmademillionärin oder der Selfmademillionär zu sein. Sich durchschlagen um jeden Preis“ scheint hier die Devise zu sein. „Sich durchsetzen“ mit allen Mitteln. (Nach der Logik der Kapitalgesellschaften) Geld einsammeln von anderen Personen und dabei Sicherheit vorspielen, auch wenn man total unsicher ist. Auf ein Ziel fixiert zu sein und kurzfristige Trieberfüllung dafür verschieben zu können, das ist es, - immer gewesen. Die bessere Idee haben, hart arbeiten, permanenter Wettbewerb, Rücksichtslosigkeit. Die harte Haltung der Umwelt gegenüber internalisiert haben, sie zur eigenen Persönlichkeit werden lassen und damit spielend auf andere Personen so zugehen, dass ich diese eigenen Wesenszüge gewinnbringend einsetze, dass ich möglichst smart und soft erscheine. Einen gewissen Lebensstil als Selbstverständlichkeit pflegen, weil einem dieser nach eigener Einschätzung „zusteht“. Die Fähigkeit, rechtzeitig umsteigen zu können - also eine Firma (mit all ihren Beschäftigen, die ja etwas zu dem „Erfolg“ beigetragen haben könnten) - zu verkaufen - scheint auch etwas zu sein, was solche Menschen auszeichnet. Mitmenschen scheinen für solche Unternehmerfiguren nur eine austauschbare Größe zu sein, die einem selbst nützen. Den Weg dazu eben oft auch neue Technologien, deren Eignung als Kapitalvervielfältigungsmaschine diese Leute früher als andere Personen erkennen und für sich zu nutzen versuchen. Die nötigen Phrasen, um dies als große Egostory zu „verkaufen“ haben ihnen meist einschlägige Think Tanks (Gedankenfabriken) oder ihre Verbände (als „notwendiges Übel“) nahe gelegt. Sie sind meist gestanzt und klingen etwas phrasenhaft. Tiefer darüber nachzudenken bleibt meist keine Zeit oder bringt keinen Profit. Delegieren an fähige(ere) Personen ist auch etwas, was man als solche Figur gelernt hat (auch wenn es noch genug Unternehmerfiguren "alter Prägung" gibt, die vorgeben, alles besser zu wissen).

Mittwoch, 11. Februar 2026

Reality hopping

Reality hopping Mir wurde jetzt wieder einmal klar, in welch unterschiedlichen Lebenswelten wir uns aufhalten: Ich wurde einst Journalist mit dem Bestreben, möglichst viele Lebenswelten kennen zu lernen, auf diese Weise etwas über die Welt erfahren, auch weil ich gelernt hatte, dass ökonomische oder soziale Determiniertheiten unsere Wahrnehmung stark beeinflussen. Auf diese Weise kam ich eine Zeit lang durch allerlei soziale Milieus und war in der privilegierten Position, Leute das fragen zu dürfen, was mich interessierte. Tatsächlich erweiterte sich mein Wahrnehmungshorizont dadurch und ich kam einer umfassenderen, weniger durch soziale Determiniertheiten geprägten Weltsicht in einer Welt der Tatsächlichkeiten (ergänzend zu den Theorien, die ich auf der Universität mitgekriegt hatte) auf die Spur. Das heißt: Ich begab mich auf eine Reise durch (sozial geprägte) Wirklichkeiten. Mit dem Stichwort „Reise“ meine ich eine gewisse Beweglichkeit, eine Neugier auch auf andere Horizonte, ein Heraustreten aus der eigenen Wahrnehmungswelt, andere Ansichten zur Welt, andere Einordnungen, das spielerische Einnehmen von Positionen, die Einsicht in eine relative Gültigkeit bringen, die anderes, das Andere, ja auch das Fremde grundsätzlich zulässt, ja, die sogar neugierig darauf ist. Dass Ansichten der Welt aus kulturellen und sozialen Gegebenheiten heraus nahezu programmiert sind, habe ich in der Soziologie gelernt. Dass damit oft Machtfragen zusammen hängen, brachte mir die Politikwissenschaft bei.

Dienstag, 26. August 2025

Mehr arbeiten

Schon beglaubigen „Wissenschaftler“ per Aussage oder Studie den Appell an „die Deutschen“ (wer ist das? Alle?), doch gefälligst mehr zu arbeiten. Anreize zu mehr Arbeit geben. Sich selbst eine Tagesstruktur (und so etwas Wunderbares wie Sinn) geben, das könne man durch Lohnarbeit, werfen Psychologen von der Seite aus ein. „Soziale Kälte“ sei ein Problem, gewiss. Das Aufstiegsversprechen sei vielleicht etwas abgeflacht. Mit Leistung allein ist hierzulande kein Haus mehr zu bezahlen, so wird von Soziologen zugestanden. Das war einmal. Jetzt aber schnell besteuern, so hecheln ein paar Spezialdemokraten. Kohle abpressen. Diese „Work-Life-Balance“ sei ohnehin nur ein Schönwettersport, glauben um Ernsthaftigkeit bemühte Geister aus der Volkswirtschaft und werfen mit Zahlen um sich. Demographie, Boomer, Sparen…. Es brodelt mehrfach Abgegriffenes in der Suppe der Wissenschaft. Der Gürtel müsse enger geschnallt werden (Ob wir das so schon einmal gehört haben?) Ob so etwas wie Selbstbestimmung in der Arbeit auch eine Rolle spielt? Gestalten, Vorgeben, Machen und Tun nach eigenem Gusto? Den Chef geben. Den Führer der Geschäfte. Einen „Groschen“ zurück legen. Sich verwirklichen. Im Mittelpunkt stehen. Als flotter Karrierist sich einbringen in den Prozess, - egal welchen. Seine eigene Wichtigkeit damit belegen. Nicht unbedingt ist mit „dem Prozess“ wohl der Produktionsprozess am Fließband gemeint, der insgesamt trotz Qualifikationsausweisen, Diplomen und anderen Nachweisen nicht der unwichtigste zu sein scheint. Oder?

Freitag, 22. August 2025

Lebenswelten

Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu erklaren. Unsere Erkenntnismöglichkeiten und Einstellungen, unsere Kontaktfähigkeiten und Kommunikationskanäle sind stark bestimmt von unserer Herkunftsfamilie, unserer Hautfarbe, unserem Freundeskreis, unserer Religion, unserem Wohnort und unserem Alter, unseren Niederlagen und Erfolgen. Gleiches gesellt sich zu gleichem, die „sozialen Medien“ verstärken mit ihren Echokammern und Erkenntnisblasen diesen Effekt noch. Da sind Fakten, Lebensverläufe, alles, was zu Kultur oder politisch-moralischem Grundton zählt und andere Bestimmungsfaktoren. Dadurch entwickeln sich „Peer Groups“ und „Freundeskreise“, Leute, die untereinander Kontakt haben, weil sie Gemeinsamkeiten teilen. Ich gehe zudem davon aus, dass sich diese Gesellschaft dadurch immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren, sie gegenseitig zu verstärken oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen. Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Internet, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes. X x I feel compelled once again to clarify the title of my blog "Journey through Realities" and other comments as accurately as possible. Our cognitive abilities and attitudes, our ability to make contact and our communication channels are strongly determined by our family of origin, our skin color, our circle of friends, our religion, where we live and our age, our defeats and successes. Like attracts like, and "social media" with their echo chambers and knowledge bubbles reinforce this effect. There are facts, life courses, everything that counts as culture or political-moral tone and other determining factors. This leads to the development of "peer groups" and "circles of friends", people who are in contact with one another because they have things in common. I also assume that this society is becoming increasingly differentiated into factions, sub-societies, perception bubbles, etc., which have a tendency to only communicate within their social group, to mutually reinforce it or to repeatedly reproduce certain behavior or value patterns. Example: "Leaders" in business want to remain so in the next generation and send their offspring to expensive boarding schools, where they are educated to be "leaders", which means they behave accordingly and perceive themselves accordingly: In contemporary parlance, this is often referred to as a "perception bubble". These "factions" also have the tendency to communicate with one another using certain social patterns, to agree on what is "correct" or "okay". This means, for example: tax consultants talk to one another primarily about what concerns them and their customers. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social demarcations. Teachers behave in the same way, as do administrative staff, engineers, craftsmen, service providers, etc. They also form perception communities among themselves, from whose field of vision certain things fall out or are only perceived in a vague way as an alibi. I would initially describe this ever-increasing process of differentiation of "lifeworlds" as "vertical structuring". On the other hand, the media, tourism and increasing information opportunities are opening up more and more opportunities to realise that we all live on one planet and thus become aware that "we are all in the same boat". We learn about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other "customs" (values, behavioural patterns). "Broadening horizons". Different ways of being human have developed in different cultures (the opposite of "globalisation"). I would describe this as a "horizontal" structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based conditions, could also be described as "empathy" at the level of awareness. A little more awareness of the conditions that surround me may be the result: broadening "horizons". In this respect, trying to look beyond my own nose would be my very own interest. Unfortunately, this happens far too little in our society in terms of "vertical structure" and is happening less and less. For example: Even circles that should know something about it have no idea what it is like to have to live on basic social security. Cognitively, these people usually use the phrase "we live in a welfare state" and believe that everything is "regulated" in this sense. But anyone who is specifically interested in the real conditions will find out something different.

Samstag, 31. August 2024

Unsere Weltsicht

Die Alten mit ihrem Scheis, die werden uns noch heftig reinreiten in die Scheise! Haha, man war ja selbst einmal jung, jünger als jetzt und man kann deswegen ein bisschen mitreden...... Was mir auffiel an sehr jungen Menschen? Das Folgende gleicht einer Stoffsammlung, entstanden aus tausend Zetteln: Es wurden von vielen jungen Menschen oft sehr einzelne, sehr isolierte Welten hochgezogen, die als absolut gegeben betrachtet wurden. Die eigene kleine Lebenswelt. Das ist menschlich. Die eigene kleine Welt. Jede/Jeder geht von sich aus. Meine Sicht dagegen ist: diese Lebenswelten kann man verändern! Den Blick über den eigenen Tellerrand wagen. Über scheinbar vorgegebene Grenzen hinweg. Zumindest prinzipiell ist das so. Es ist schwierig. Zieht nach sich, setzt voraus: Bewusstseinsveränderung. Bessere Welt. Überwindung der Habgier. Besserer Umgang untereinander. Daran glaubten viele unter uns und warteten zu geduldig auf den schönen Sanktnimmerleinstag für alle. Währenddessen machten „zielgerichtete“ Andersgesinnte und sonstwie besser Angepasste Karriere, - auch bei den damals und heute ehemals Alternativen. Diese, uns inzwischen umgebende Gesellschaft scheint immer mehr in eine Vereinzelung abzugleiten, das, was man Neoliberalismus nennen könnte, wird aus falsch verstandenem Realismus zu schnell akzeptiert: Jeder ist seines Glückes Schmied. Überhaupt, Nachfragen sind nicht mehr in Mode, es gilt der schnelle Vollzug, - egal von was. Distanz zu sich selbst ist auf dem Rückzug und nachhaltige Empathie wird oft nur gespielt. Unter Kopfhörern, im Smartphone-Gedaddel und auf Internet-Homepages ist jeder für sich, es gilt der individuelle Tunnelblick. So macht es uns auch der Spitzensport vor. Es gilt das, was ist. Es scheint aber auch ein Bedürfnis nach Menschenführung zu herrschen: diejenigen, die sich dafür qualifizieren wollen, sollen vortreten! Neue Führer sind gefragt. Der Mensch schafft sich ab. Allerlei Verkleidungen sind angesagt. Der alternde Topmanager trägt jetzt seine dünnen wenigen Haare im Zopf. Hat eine Finca auf Mallorca und macht auf unkonventionell. Er ist clever und schlägt alle. Was zählt, ist die Flucht aus dem eigenen Ego, das an anderer Stelle mit extremen Aktionen wieder krampfhaft gesucht wird. Industrieversprechen und -versagungen werden zu schnell übernommen, Werbung wird zu ernst genommen (ohne es bewusst zu merken, Dressur funktioniert über das Unbewusste), große Linien, Utopien oder Visionen (was ist denn das? Da muss man zum Arzt!) werden ohnehin nicht gepflegt. Man kann in jungen Jahren den Zusammenhang des Lebens nicht erkennen. Etwa, dass der Mensch durch Stadien geht, dass sein Körper verfällt und gleichzeitig sein Kapital ist, mit dem man nicht in der Weise beliebig experimentieren kann, - auch wenn von anderer Stelle erbauliche Erfahrung von Dingen oder einem selbst (Selbsterfahrung) zugesagt wird. Und: Die oft von jungen Menschen so viel gehassten Gewohnheiten und Rituale können ja auch etwas Positives haben. Sie schützen vor Energieverlusten, schaffen Sicherheit. Der Horizont in dieser Welt steht leider nicht jedem offen, es gelten Rahmenbedingungen und individuelle Voraussetzungen, soziale Dispositionen und andere Begrenzungen. Wir sind auf dem Teil der Welt geboren, der eindeutig bevorzugt ist. Was ist mit den anderen? X x The old people with their crap, they're going to get us into a lot of trouble! Haha, you were young once yourself, younger than you are now, and that means you can have a bit of a say... What struck me about very young people? The following is like a collection of material made up of a thousand pieces of paper: Many young people have often created very individual, very isolated worlds which they regard as absolute givens. Their own little world. That's human. Their own little world. Everyone starts from their own perspective. My view, however, is that these worlds can be changed! Dare to look beyond your own nose. Beyond seemingly predetermined boundaries. That's how it is in principle, at least. It's difficult. It entails, requires: a change in consciousness. A better world. Overcoming greed. Better interaction with one another. Many of us believed in that and waited too patiently for a lovely doomsday for everyone. Meanwhile, "goal-oriented" people with different views and those who were otherwise better adapted made careers - even in the alternatives that were then and now. The society that surrounds us now seems to be slipping more and more into isolation, what could be called neoliberalism is accepted too quickly out of a misunderstood sense of realism: everyone is the architect of their own happiness. In general, asking questions is no longer in fashion, the order is quick - no matter what. Distance from oneself is on the decline and lasting empathy is often only pretended. Under headphones, in smartphone fiddling and on Internet homepages, everyone is for themselves, individual tunnel vision is what counts. This is also what top-level sport shows us. What is counts. But there also seems to be a need for leadership: those who want to qualify for it should step forward! New leaders are needed. People are eliminating themselves. All kinds of disguises are in. The ageing top manager now wears his thin, few hairs in a ponytail. He has a finca on Mallorca. He is clever and beats everyone. What counts is the escape from one's own ego, which is desperately sought elsewhere with extreme actions. Industry promises and failures are accepted too quickly, advertising is taken too seriously (without consciously noticing it, training works via the subconscious), grand ideas, utopias or visions (what are those? You have to see a doctor!) are not cultivated anyway. At a young age, one cannot see the context of life. For example, that people go through stages, that their bodies deteriorate and at the same time are their capital, which cannot be experimented with at will - even if someone else promises edifying experience of things or of oneself (self-awareness). And: the habits and rituals that young people often hate so much can also have something positive. They protect against energy loss, create security. Unfortunately, the horizon in this world is not open to everyone, framework conditions and individual prerequisites, social dispositions and other limitations apply. We are born in the part of the world that is clearly preferred. What about the others?

Mittwoch, 1. Mai 2024

Integration

Dass verschiedene, meist ökonomisch (also durch Geld, Karrierestreben, Ehrgeiz) oder ethno-kulturell (andere Kulturkreise!) bestimmte Wirklichkeiten sehr verschiedene Lebenswelten schaffen können, war mir schon sehr früh bewusst (ua. durch den Beruf meines Vaters). Jemand, der zb. Grundsicherung empfangen muss, ist anderen Abhängigkeiten und lebensbestimmenden Faktoren ausgesetzt, wie jemand, der über viel Geld verfügt und seine Wirklichkeit mehr oder weniger frei gestalten kann. Dass es für eine Gesellschaft oder einen Staat sehr heilsam und förderlich sei, einen Austausch zwischen verschiedenen Lebenswelten zu organisieren, war mir auch sehr früh bewusst. Früher fing das schon damit an, dass Schule so etwas leistete, - was aber inzwischen völlig verfallen erscheint. Jeder schickt seine Sprößlinge auf die seiner Haltung und Einschätzung entsprechende Schulen, was die gesellschaftliche Trennung natürlich noch weiter befördert. Ich für meine Person wollte immer möglichst viel von so etwas wie der Ganzheit des Lebens erfahren, wozu auch die Wirklichkeit der „Anderen“ oder „Nicht-Erfolgreichen“ gehört. Gerade hier, in dieser Sphäre spielen sich im Vergleich zu den „etablierten Kreisen“ deutlich rohere und gewalttätigere Prozesse ab. Der „Wettbewerb“ wird hier gelegentlich sogar direkt gewalttätig ausgetragen. Unter anderem wirkt sich so etwas bei der Gesundheit aus, was sogar statistisch untermauert ist: ökonomisch schlechter gestellte Menschen sterben deutlich früher als reiche Menschen. Auch das Reisen scheint aus ökonomisch bestimmten Gründen (wer kann sich das leisten?) nicht gar so verbreitet, wie bei reichen Menschen, was natürlich Folgen für einen geistigen Horizont hat. Stattdessen herrscht Gleichgültigkeit, gnadenloser „Wettbewerb“ und Mitleidlosigkeit. X x I was aware very early on that different realities, usually determined economically (i.e. through money, career aspirations, ambition) or ethno-culturally (other cultures!), can create very different living environments (including through my father's job). Someone who, for example A person who has to receive basic security is exposed to other dependencies and life-determining factors, like someone who has a lot of money and can shape their reality more or less freely. I was also aware very early on that it was very healing and beneficial for a society or a state to organize an exchange between different living environments. It used to start with schools doing something like this - but this now seems to have completely fallen into disrepair. Everyone sends their offspring to schools that correspond to their attitude and assessment, which of course further promotes social separation. Personally, I always wanted to experience as much as possible about something like the wholeness of life, which also includes the reality of the “others” or “unsuccessful”. It is precisely here, in this sphere, that much more raw and violent processes take place compared to the “established circles”. The “competition” here is sometimes even directly violent. Among other things, this has an impact on health, which is even supported by statistics: people who are economically worse off die significantly earlier than rich people. For economic reasons (who can afford that?), traveling doesn't seem to be as common as it is among rich people, which of course has consequences for one's intellectual horizons. Instead, there is indifference, merciless “competition” and lack of compassion.

Donnerstag, 14. März 2024

Soziale Kommunikation

Es scheint mir oft um Haltung und emotionales Engagement zu gehen...dies drängt sich mir dann auf, wenn mal wieder „das Gespräch“ oder „der Diskurs“ beschworen wird. Das könnte ein Eingehen auf andere Perspektiven sein. Stattdessen unterhalten sich meist Funktionsträger und „wichtige“ Ausführende, pflegen den Umgang miteinander und nennen es gerne „Diskurs“. Es geht auch um Identifikation mit der Demokratie und einer relativ freien Lebensform, die nicht nur auf der ökonomischen Ausbeutung und Verachtung von Mitmenschen beruht. Wir werden von 1000 Podcasts belabert, in denen sich Personen in der Sonne ihrer Wichtigkeit sonnen. Es wird dabei gerne so etwas wie eine soziale Fallhöhe geschildert und gelegentlich scheint auch zu hören zu sein, dass man dankbar sein müsse, dass überhaupt jemand diesen „beschissenen Job“ mache. Nun ja, finanziell und besonders im Hinblick auf Macht scheinen diese „Jobs“ ja gar nicht so übel ausgestattet zu sein. Mächtige unterhalten sich auch gerne darüber, dass ihr Gebaren (besonders das „politische“) besser erklärt werden müsse, dass die Leute „abgeholt“ werden müssten und ähnliche Phrasen, die einmal von PR-Agenturen gekommen sind und seitdem das gesellschaftliche Klima vergiften. Ob es gerade um „die unteren Schichten“ geht, wenn von oben erklärt wird, dass es „nicht einfach werden würde“? Ob generell das Bewusstsein für „untere Schichten“ und deren Lebensweisen unter den Entscheidern nicht allzu ausgeprägt ist? Kleine Einlassung: wieso gibt es eigentlich keine Kleinwagen mehr zu kaufen? Ob das Autofahren auf diese Weise zu einer elitären Veranstaltung wird, bei gleichzeitigem Generalversagen dessen, was mal ÖPNV genannt wurde? Weiter. Ob es inzwischen zu einem gesellschaftlichen Ritual geworden ist, dass vor allem horizontal, also unter der eigenen homogenen gesellschaftlichen Schicht kommuniziert wird. Wo ist eigentlich der „vertikale Diskurs“, das Kommunizieren unterschiedlicher gesellschaftlicher Lebenswelten, das so etwas wie „sozialen Zusammenhalt“ befördern könnte? Beliebt in der dieser Gesellschaft ist auch die Haltung des ökonomisch heftig gesattelten Patriarchen, der sich individuell ausdrückt und seinen Mitmenschen Empfehlungen gibt, wie sie denn leben sollten angesichts Klimakrise etc. Er tut das meist vor dem Hintergrund dessen, dass er seine Nachfahren erstklassig abgeschirmt zu kundigen Technokraten ausbilden ließ, die jetzt ihre Kenntnisse und Fähigkeiten dergestalt umsetzen, dass sie die allgemeine Konsumschlacht effektivst befeuern und ihre Mitmenschen möglichst gewinnbringend auszunutzen imstande sind. X x It often seems to me to be about attitude and emotional commitment...this comes to mind when “the conversation” or “the discourse” is invoked again. This could be an approach to other perspectives. Instead, functionaries and “important” executors usually talk, interact with each other and like to call it “discourse”. It is also about identifying with democracy and a relatively free way of life that is not only based on economic exploitation and contempt for fellow human beings. We are bombarded by a thousand podcasts in which people bask in the sun of their importance. Something like a social fall height is often described and occasionally it seems to be heard that one should be grateful that someone is doing this “shitty job”. Well, financially and especially in terms of power, these “jobs” don’t seem to be that bad. People in power also like to talk about how their behavior (especially “political”) needs to be better explained, that people need to be “picked up” and similar phrases that once came from PR agencies and have been poisoning the social climate ever since. Is it precisely about “the lower classes” when it is declared from above that “it wouldn’t be easy”? Is there generally an awareness of the “lower classes” and their way of life among decision-makers? Small observation: why are there no longer any small cars to buy? Will driving become an elitist event in this way, while at the same time a general failure of what was once called public transport? Further. Whether it has now become a social ritual that is primarily communicated horizontally, i.e. among one's own homogeneous social class. Where is the “vertical discourse”, the communication between different social environments, that could promote something like “social cohesion”? Also popular in this society is the attitude of the economically saddled patriarch, who expresses himself individually and gives his fellow human beings recommendations on how they should live in the face of the climate crisis, etc. He usually does this against the background of providing his descendants with excellent protection knowledgeable technocrats who can now implement their knowledge and skills in such a way that they can fuel the general consumer battle most effectively and be able to exploit their fellow human beings as profitably as possible.

Montag, 6. November 2023

Reise durch Wirklichkeiten

Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu klaren. Ich gehe also davon aus, dass sich diese Gesellschaft immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen. Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes. X x It once again occurs to me to clarify the title of my blog “Journey through Realities” and other statements as correctly as possible. So I assume that this society is becoming more and more differentiated into factions, sub-societies, etc., which have the tendency to only communicate within their social group or to reproduce certain patterns of behavior or values. In contemporary usage this is often referred to as a “perception bubble” or “bubble”. These “factions” continue to have a tendency to communicate with each other about certain social patterns and to agree on what is “correct”. This means, for example: tax advisors talk to each other primarily about what concerns them and their clients. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social boundaries. Teachers behave the same way, administrators, engineers, craftsmen, etc. They also form perception communities from whose field of vision certain things fall out or are perceived as an alibi. I would describe this ever-increasing process of differentiation of “lifeworlds” as “vertical division”. On the other hand, media, tourism and increasing information possibilities are opening up more and more opportunities to realize that we all live on a single planet and thereby become aware that “we are all in the same boat”. We learn something about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other “customs” (values, behavior patterns). Different ways of being human have probably developed in different cultural circles (the opposite of “globalization”). I would call this a “horizontal” structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based circumstances, could also be described as “empathy” at the level of awareness. The result may be a little more awareness of the conditions that surround me: broadening my horizons. In this respect, trying to think outside the box would be in my best interest. Unfortunately, this happens far too little and less and less in our society when it comes to “vertical structuring”. Example: Even circles that should know something about it have no idea what it's like to have to live on basic income. Cognitively, these people usually use the phrase “we live in a welfare state” and therefore believe that everything is “regulated” in this sense. But anyone who is specifically interested in the real situation here will find out something different.

Montag, 25. September 2023

Gesundheit

Es ist doch eine vollkommen unsymmetrische Kommunikationssituation im Krankenhaus: Der sogenannte Patient ist unter Umständen ganz plötzlich aus allen Selbstverständlichkeiten und seiner alltäglichen Normalität heraus gerissen. Die unterbezahlt gestressten sowie viel zu wenigen Schwestern und Pfleger hingegen erleben das jeden Tag, für sie ist der Patient einer unter vielen, er symbolisiert den Alltag. Sozusagen eine Durchlaufposition. Sein Gesicht wechselt zwar, aber er scheint doch immer der gleiche zu sein. Vom Patienten aus gesehen ist alles hingegen einmalig. Auch die Gesichter seiner Pfleger sind das. Er ist vielleicht in eine absolute Ausweglosigkeit gestoßen, in eine Einmaligkeit, die sogar, wenn's schlecht läuft, in den Tod führen kann, die gröbste Einmaligkeit, die einem passieren kann.... Schwestern und Pfleger treten ihm gegenüber aber als Vertreter der „Normalität“, des „Lebens draußen“ auf. Sie sind jenseits der Mauer, die sich plötzlich zwischen einem selbst und „den anderen“ (den scheinbar „Gesunden“) auftut. Und tatsächlich, sie, die Pfleger und Schwestern schalten nach Dienstschluss sehr schnell ab (es wird einem gesagt, anders gehe das nicht, sonst gehe man kaputt…) und sind wieder ganz draußen aus dieser abgeschlossenen Welt des Krankenhauses, in dem ganz andere Bezüglichkeiten und auch Abhängigkeiten gelten. Jawohl, der Patient ist in vielem auch abhängig von seinen Schwestern und Pflegern. Er ist ihnen ausgeliefert. Es entsteht dadurch eine Vertrautheit, die aber keine ist, sobald eine andere Situation eintritt. Ein seltsames Gefühl. x It's a completely asymmetrical communication situation in the hospital: the so-called patient may suddenly be torn out of everything he takes for granted and his everyday normality. The underpaid, stressed and far too few nurses and carers, on the other hand, experience this every day, for them the patient is one among many, he symbolizes everyday life. A transit position, so to speak. His face changes, but he always seems to be the same. From the patient's point of view, however, everything is unique. The faces of his carers are like that too. He may have found himself in an absolute hopelessness, a uniqueness that can even lead to death if things go badly, the worst uniqueness that can happen to you.... However, nurses and caregivers appear to him as representatives of “normality”, of “life outside”. You are beyond the wall that suddenly opens up between you and "the others" (the seemingly "healthy"). And indeed, she, the orderlies and nurses switch off very quickly after work (you are told that there is no other way, otherwise you will break...) and are completely outside of this closed world of the hospital again, in which completely different relationships and dependencies also apply. Yes, the patient is also dependent on his sisters and nurses in many respects. He is at their mercy. This creates a familiarity that isn't, however, as soon as another situation arises. A strange feeling.

Freitag, 22. September 2023

Luxusidyll

Ich sehe in einem Magazin aus Papier einen schönen weiten Alpensee. Er fließt in mich hinein. Er verbreitet sich. Im Hintergrund Berge, davor eine Wiesenlandschaft, wie sie sich halt für eine solche Szenerie gehört. Ein Luxuswesen auf einem Steg breitet die Arme aus und kommt bezaubernd lächelnd auf den Betrachter zu. Ach, so in etwa dürfte sich gehobener Lifestyle anfühlen! „Freiheit im Grünen erspüren“ steht da daneben. Was ist das für eine Lebenswelt, die mir da gespielt wird? Eine finanziell gut unterfütterte allemal. Das man in einem solchen Rahmen dem Besitzbürgertum angehört, dürfte kein Thema sein. Denn es ist selbstverständlich, so wie in den meisten Fernsehserien, die ihre Aufgeregtheiten in einem solchen Rahmen spielen lassen. „Gut aufgehoben“ und „glücklich sein“ sind die nächsten Sätze, die mir auffallen, wenn ich weiter blättre. Unten am Editorial grüßt eine gut gelaunte Dame. Über ihr steht „Wir freuen uns, Sie verwöhnen zu dürfen!“ steht dicht neben ihr, während wir im Geiste schon den Bentley um die gut gepflegte Baum-Ecke fahren sehen. Ein Chauffeur hält die Wagentüre auf. Einsteigen in diese Welt, die uns hier schmackhaft gemacht werden soll, trotz aller Konflikte, die darin spielen: üble Immobilienspekulanten und Baulöwen, smarte Korruptionen und süffisant genießerisches Lächeln von einem, dem dies gebührt. Wem fallen da nicht all die zeitgemäß modernisierten Versionen ein, die unsere Medien und unser Bewusstsein durchdringen! Es geht um Lifestyle. Wellness. Genuss.Leider habe ich eben das Klo geputzt, was mich in meiner wunderbar erfrischenden Betrachtung dann doch ein bisschen bremst. Ich lese „Leichtigkeit und Abenteuer“, ein Gefühl, in das sich seltsam undefinierter Gestank und ein dreckiger Belag drängt. Nun ja, ich bin nicht Teil davon, klaro, ich habe mir kein solches Luxus-Erlebnis geschaffen. Gut aufgeputzte Berghütten laden ein, - als nächstes. Ob es da wohl auch ein Klo gibt? Wird wohl regelmäßig vom „Personal“ geputzt und riecht gut. Das ist nicht meine Welt und wird es wohl auch nicht werden. Kulinarik, verbunden mit fetten Rechnungen. Urlaub, Urlaub. x I see a beautiful, wide Alpine lake in a paper magazine. It flows into me. He spreads. Mountains in the background, in front of it a meadow landscape, as it should be for such a scenery. A luxury creature on a jetty spreads its arms and approaches the viewer with an enchanting smile. Oh, that's what an upscale lifestyle should feel like! "Feel freedom in the countryside" is written next to it. What kind of living environment is it that is being played for me? A financially well-supported one. That one belongs to the property-owning bourgeoisie in such a framework should not be an issue. Because it is natural, as in most television series, to let their excitement play out in such a framework. "Well cared for" and "being happy" are the next sentences that strike me as I continue to leaf through. At the bottom of the editorial, a cheerful lady greets you. Above her is written "We look forward to pampering you!" is written close to her, while we already see the Bentley driving around the well-tended tree corner. A chauffeur holds the car door open. Step into this world that is to be made palatable to us here, despite all the conflicts that play out in it: nasty real estate speculators and property developers, smart corruption and a smug, smug smile from someone who deserves it. Who can't think of all the contemporary modernized versions that permeate our media and consciousness! It's about lifestyle. wellness. Pleasure. Unfortunately, I have just cleaned the toilet, which slows me down a bit in my wonderfully refreshing contemplation. I read “Ease and Adventure”, a feeling intruded by a strange undefined stench and a dirty coating. Well, I'm not part of it, sure, I didn't create such a luxury experience for myself. Well decorated mountain huts invite - next. Is there a toilet there? Is probably cleaned regularly by the "staff" and smells good. This is not my world and probably never will be. Culinary delights combined with fat bills. vacation, vacation.

Dienstag, 5. September 2023

Was vorgeht

Revolte, Rebellion: wir haben das geglaubt und sind Jahrzehnte später dafür/damit betrogen worden. Es war Show, es war Zeitgeist, es war damals angesagt, es war eine Welle, eine Masche. Man nahm Drogen dazu und redete sich die Dinge schön. Man kam über die Zeit und merkte das nicht. Alles funktionierte wie selbstverständlich. Etwas davon rettete man bis heute herüber und musste feststellen, dass man damit ganz schön außerhalb steht und „weird“ ist. Wirr. Abgefahren. Seltsam. Skepsis ist nicht mehr angesagt. Kritik, Satire, Ironie, Fragestellungen, Relativierungen auch nicht. Ein paar von uns haben sich in bürgerliche Existenzen und eine heile Lebenswelt gerettet und ein paar von ihnen haben viel Geld damit verdient. Die Villa, der Sportwagen, der Wohlstand: was für Leute sind das, die mit dem Zopf und dem akkurat gestylten Bart? Mit dem fetten Bankkonto und dem riesigen Schlitten vor der Türe?…… Sind diese Leute mitfühlender, empathischer als andere? Gehen sie miteinander menschlicher um? Zweifel sind erlaubt. Jetzt ist Feminismus angesagt. Der affirmative Teil der Medien redet uns ein: Frauen haben immer recht. Frauen sind die besseren Menschen. Frauen waren benachteiligt, also sollen sie jetzt überall bevorzugt werden. Wir ärgern uns, wo überall diese bei uns erklärte „feministische Politik“ nicht stattfindet. Da ist nicht mal etwas, was nach unserer Meinung in die Nähe dieses Versprechens kommt. Dafür schämen wir uns als Mann. Ein paar Frauen hätten dringend mehr Unterstützung nötig. Nun, von offizieller Seite lässt man sie meist kommentarlos alleine. Man gewährt keine Kommentare dazu. Keine Interviews. Man hält hohle Sonntagsreden. Man drischt volkspädagogische Phrasen. Man tut so, als sei man beschäftigt. Man lenkt ab. Dabei hätte man riesige Beraterstäbe hinter sich. Es bräuchte aber nur den „politischen Willen“. Lieber ärgert man sich über diejenigen, die die eigene Meinung und Einschätzung nicht teilen. Man selbst verbreite „Fakten“, andere Leute nur „Meinungen“, so das offiziell ausgegebene Credo, das sowieso niemand mehr glaubt. Man hängt einem Hang nach Verboten nach, man weiß alles besser, man will untersagen und will darin schneller werden. Man will so Manches. x Revolt, rebellion: we believed that and decades later we were duped into it. It was a show, it was zeitgeist, it was hip at the time, it was a wave, a scam. You took drugs and talked things up. You got over time and didn't notice it. Everything worked as a matter of course. Some of it has been saved to this day and we had to realize that we are pretty outside the box and “weird”. confused freaky. Strange. Skepticism is no longer the order of the day. Criticism, satire, irony, questions, relativization, too. A few of us have saved ourselves into middle-class existences and an ideal living environment and a few of them have made a lot of money with it. The villa, the sports car, the prosperity: what kind of people are they with the braid and the neatly styled beard? With the fat bank account and the giant sled in front of the door?...... Are these people more compassionate, more empathetic than others? Do they treat each other more humanely? Doubts are allowed. Feminism is hip now. The affirmative part of the media tells us: women are always right. Women are better people. Women were disadvantaged, so now they should be given preference everywhere. We are annoyed that everywhere this "feminist policy" that we have declared is not taking place. There's not even anything that comes close to that promise in our opinion. As a man, we are ashamed of that. A few women desperately needed more support. Well, officials usually leave them alone without comment. No comments are allowed. No interviews. You give hollow Sunday speeches. One thrashes folk-pedagogical phrases. You act like you're busy. You distract. You would have huge advisory teams behind you. But it only needs the “political will”. It is better to get angry at those who do not share their own opinion and assessment. You spread “facts” yourself, other people only “opinions”, according to the officially issued credo, which nobody believes anymore anyway. One has a penchant for prohibitions, one knows everything better, one wants to prohibit and want to be quicker about it. You want a lot.

Montag, 21. August 2023

Staatlicher Wille zur Macht

Ich erlebe die Form des staatlichen Umgangs mit mir als äußerst rücksichtslos und keiner Differenzierung fähig. Es werden standardisierte Antworten gegeben, standardisierte Verfahren werden angestrengt, es werden befehlsartige Anweisungen gegeben, denen mit ihrem unmissverständlichen Machtgehabe „Folge zu leisten“ ist. Anonyme Stimmen ersticken einen mit maschinengetriebenen Reflexen. Formulare werden ausgegeben und müssen „fristgerecht“ ausgefüllt zurück gesendet werden. Bürokratie rules auf allen Gebieten. Der Staat hat immer recht, auch in einem Rechtsstaat… Er beansprucht für sich das Machtmonopol, weil er ja der Ausdruck des Willens von allen ist, - im Idealfall. Ein mal in 4 Jahren wird dafür ein Kreuzchen auf einem Wahlformular gemacht. Doch angesichts dieser Realität erhebt sich in uns Protest: So haben wir uns das einst nicht vorgestellt! Wir strebten dem Ziel eines anderen Umgangs miteinander entgegen. Stattdessen suhlt sich eine abgehobene Machtelite in ihrem moralisch legitimierten Besserwissen! Verbote scheinen das Mittel ihrer Wahl, gesetzliche Vorgaben ihre Methode, eine Raumschiffmentalität ihr reichlich nachgiebiger Berührungspunkt mit der Realität. I experience the way the state treats me as extremely inconsiderate and incapable of differentiation. Standardized answers are given, standardized procedures are attempted, command-like instructions are given that are "to be obeyed" with their unmistakable pomp. Anonymous voices choke you with machine-driven reflexes. Forms are issued and must be filled out and returned “on time”. Bureaucracy rules in all areas. The state is always right, even in a constitutional state... It claims the power monopoly for itself, because it is the expression of everyone's will - ideally. Once in 4 years a cross is made for this on an election form. But in the face of this reality, we protest: This is not how we once imagined it! We strived towards the goal of treating one another differently. Instead, a detached power elite wallows in their morally legitimate know-it-all! Prohibitions seem to be the means of their choice, legal regulations their method, a spaceship mentality their rather flexible point of contact with reality.

Montag, 7. August 2023

Für Fortschritt

Ein superscharf aufgenommenes Foto einer lasziv verführerisch lächelnden Dame. Sie trägt Brillanten. Collier. Armband. Ring. Der Hintergrund verheißt Großzügigkeit: Eine große leere Fläche. Umblättern: Eine Uhr in Großaufnahme. Natürlich „limited edition“, wie im Text knapp verkündet wird. Auf den folgenden Seiten des Hefts folgen weitere Uhren. Scheint wichtig zu sein. Für den Status? Sich zeitlich verorten können? Wohnkultur. Eine Weinflasche, exklusiv. Supersaubere Fabrikhalle mit allerlei Installationen. Soll für den Fortschritt stehen. Maschinenbau. Künstliche Intelligenz und Kreativität.

Donnerstag, 1. Juni 2023

Wir?

Diese Gesellschaft fällt immer mehr auseinander. Milieus differenzieren sich aus, Wahrnehmungsblasen bilden sich und fließen ein in Lebenswelten, die Gegensätze zwischen „Arm“ und „Reich“ werden krasser, die Realitäten fallen auseinander. Es wird dagegen in manchen Medien gerne ein „Wir“ beschworen. Ich halte das für geradezu gefährlich, solange nicht die Milieus, Submilieus und Wahrnehmungsblasen, die ökonomisch definierten Bevölkerungsschichten, das auf „Wettbewerb“ gebaute Trennende und teilweise Diskriminierende besser erkannt und identifiziert ist. Andererseits: wann und wo anfangen, wo aufhören? Es scheint mir auch wichtig, dem nachzugehen, wie sich Einsamkeit und Armut herstellt und strukturell (!) immer neu reproduziert, ohne dass dies dem individuellen Versagen zugeschrieben wird. Doch das können oder dürfen (?) öffentlich-rechtliche Medien, weil sie eben jenen Kräften ausgeliefert sind, die so etwas weitgehend verursachen. Auch die Politik gibt sich Mühe, versagt darin aber zu oft, ordnet an, schaut unverbindlich herein, lügt sich selbst an, indem sie Empathie für sich reklamiert und eine unreflektierte „Solidaridät“ bespricht. Gerade jetzt gibt es wieder Beispiele dafür. Die Behauptung, man wisse wohl und „kenne seine Pappenheimer“, man geht vom Üblen und Wüsten im Menschen aus, das man an anderer Stelle fordert und fördert.

Freitag, 26. Mai 2023

Lebenswelten

Was für den einen gilt, ist für die andere noch längst nicht gültig: Wir leben in einer Gesellschaft, die sich immer mehr ausdifferenziert. Dadurch sind entstanden und entstehen immer mehr, teils streng voneinander geschiedene Lebenswelten, unter denen das Verständnis immer schwieriger wird. Diese Lebenswelten sind teils sozial bestimmt (etwa durch ökonomischen Status), teils durch ethnische Zugehörigkeit, teils durch Interessen, die selbstverständlich ihrerseits von ökonomischen Möglichkeiten abhängen. Dies ist eine Entwicklung, die quasi „vertikal“ vonstatten geht. „Horizontal“ mag uns zunehmend bewusst werden, dass verschiedene Kulturen sehr unterschiedliche Werthaltungen begründen. Unser Verständnis mag gerade noch für verschiedene Phänomene in Mitteleuropa ausreichen. Mag die Globalisierung auf ihren verschiedenen Ebenen noch so fortgeschritten sein, in weiter entfernt Winkel dieser Erde reicht unser Verständnis trotz allem nicht. Auch dadurch entstehen teils extrem unterschiedliche Lebenswelten samt den damit zusammen hängenden Werthaltungen. Zwischen solchen, auf verschiedene Weise hervor gebrachten Lebenswelten zu pendeln, sie überhaupt erst kennen zu lernen und die damit verbundenen Abläufe besser zu verstehen, war zeitlebens eine „Herausforderung, ein Anliegen für mich. Ich versuchte, mit Personen verschiedener Lebenswelten Kontakt aufzubauen, mit begüterten Personen und Personen, die auf direkte Weise abhängig vom in Deutschland herrschenden Sozialsystem sind. Dies mag auch durch mein Blog „Reise durch Wirklichkeiten“ charakterisiert sein. Es versucht oft, durch kurze Texte, Photos und – sogar – Musik, die eigene Position in einem größeren Zusammenhang besser zu bestimmen. Mein anderes Blog, „ubpage.de“ knüpft mehr an meine musikalische Daseinsform an, bleibt persönlicher, umkreist meine Person und deren musikalischen Geschmack.

Samstag, 20. Mai 2023

Normalitäten der Realitäten

Ich war immer schon davon ausgegangen, dass mein Ich, meine Identität relativ ist, d.h., dass es von der Tapete der Normalitäten und Realitäten, die es umgibt, stark geprägt ist. Annahme: Würde ich jene austauschen, würde ich möglicherweise ein ganz anderes Stück meines Ichs, meines Selbst erfahren. Zum Beispiel in den USA hat sich mein Verhältnis zur Natur komplett und umfassend geändert. Es hat mich sehr stark beeinflusst, was ich dort gesehen und erlebt habe (zb Grand Canyon, Mesa Verde, Bryce Canyon etc.). Es hat mir andere Dimensionen eröffnet. Wäre ich dort irgendwo aufgewachsen, vielleicht irgendwo im Westen, wäre ich vielleicht ein anderer. Es hätte vielleicht die dort überall gegenwärtige Weite einen großen Einfluss auf mich gehabt, - im Gegensatz zum Hier, wo alles kultiviert, optimiert, zugemauert und zubetoniert ist. Ich hätte womöglich eine andere Nähe zur Tierwelt entwickeln können. Vielleicht wäre ich aber auch härter und geldorientierter geworden, wäre mit dem Überleben dermaßen intensiv beschäftigt gewesen, dass ich diese Zeilen hier nie hätte schreiben können. Und: es sind deutlich krassere Beispiele denkbar...