Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Freitag, 21. Juli 2023
Mail as mail can
Ich habe Spam-Mails in meiner Mailbox. Penisverlängerungen, Viagra und andere, Kreditangebote, Frauen, Männer, Lottogewinne - tausend Arten, ein wenig Geld aus mir zu quetschen, Sehnsüchte, Wünsche und Schwächen nutzen, verlocken, zu etwas reizen, verführen. Natürlich sind wir alle längst ausgerechnet, berechenbar, durchschaubar. Wissen wir ja. 100000 abgesandt, 2 funktionieren. Eine gute Quote, oder? Reicht. „Direct Mailing“, wir sind unterm Hammer industriell eingesetzter Kräfte, der Werbung und des Marketing. Wir sind die Formel des Konsums, die clevere Geschäftemacher zu nutzen versuchen. Da ist viel Plumpheit und Peinlichkeit. Man braucht da Humor, wenn man reinliest. Diese Leute geben sich anpassungsfähig, machen was aus den Daten, die sie haben. Die sind so richtig smart, gehen auch über Instagram, Facebook, Tic-Toc und Twitter, Google hat meine Daten ja sowieso. Irgendwie gab es das schon früher, im Postkasten. Diese komischen Anschreiben, vollkommen maschinell erstellt. Märchen für schwache Gemüter, Vorstellungen wurden angesprochen und abgerufen. Reisen. Kaffeefahrten. Ängste auslösen, Linderung versprechen. Das Angebot liegt bei. Gesperrte Kreditkarte, Schufa, - bourgeoise Begehrlichkeiten und Bedürfnisse wecken. Schlechtes Deutsch, - oft. Aber gut eingebettet in die deutsche Wirklichkeit.
Sonntag, 20. März 2022
Müll as Müll can...?
Ich schleppe mal wieder große Mengen an Müll raus und denke mir: Wieso
hat man das nicht alles kompostierbar und biologisch abbaubar
gemacht? Da sind Schalen aus Alu, Blechdosen, schlimmste
Steroporsünden, Kunststoffpotpurris und andere Gegenstände, die wohl auch auf einer
Müllkippe nicht einfach verschwinden werden. Wo eigentlich befinden
sich diese Müllansammlungen? In anderen Ländern, wohin sie
„exportiert“ worden sind? Wieso laufen im Hintergrund allerlei
Spiele, bei denen einem oberwichtige Personen bedeuten, dass das so
nicht geht und mit „Green Washing“ eine Menge Geld verdient wird?
Und dann gab es doch ohnehin diese Fernsehsendungen, in denen die
Leute an der Kompostieranlage klar behauptet haben, dass das mit der
Kompostierung scheinbar „biologischen Kunststoffs“ sowieso nicht
klappt. Zum Beweis haben sie dann einen Fetzen des ach so gut
Kompostiermaterials aus dem Haufen neben ihnen heraus gezogen. Da war
von Abbau tatsächlich keine Spur. Was bedeutet das? Machen auch in
diesem Bereich die Leute für Profit alles? Wer sind diese Leute
überhaupt, die uns offenbar wissentlich täuschen wollen? Können
wir uns das in der jetzigen Lage so etwas noch leisten? Ist das den
„Verantwortlichen“ (so richtig verantwortlich fühlt sich sowieso
niemand) eigentlich egal?
Mittwoch, 13. Januar 2021
"Stars" zum Frühstück
Ich staune über das TV-Frühstücksprogramm eines privaten Senders, in dem die beiden ModeratorInnen zwischen etwas zu aufdringlich gesetzten Werbespots, ein bisschen unterhaltsam vorgestellten Nachrichten und dem Wetterbericht jeweils die neuesten Starberichte aus der Welt der Schönen und Reichen präsentieren. Die Ausschließlichkeit macht mich baff. Dasselbe in stets neuen Verpackungen über Stunden hinweg mit immer neuen emotionalen Aufwallungen und eindeutig anspielungsreichen Grimassen zu präsentieren, scheint mir eine Kunst des Könnens und Wissens, wie man den Zuschauer so unterhält, dass er sich behaglich selbst verarscht. Natürlich wird während der Moderation viel gelacht, denn es gilt ja, „gute Laune“ zu verkaufen. Und schon kommt der nächste „Starbericht“: mit bewunderdem Augenaufschlag schwärmt eine aufgeputzte und geschminkte „Starreporterin“ vom Gebaren der angehimmelten Abziehbildlein, spekuliert und malt aus…...so geht das dahin…..
Montag, 20. April 2020
Hindurch gleiten
Man
legt Metheny und sich selbst auf, man liest Camus („Die Pest“)
und Zeitung, man versucht, am Tagwerk zu arbeiten (Schreiben,
korrigieren, Musik machen, Essen zubereiten, Staub saugen usw.), im Fernsehen scheint viel von "Lieferketten" die Rede zu sein, nebenbei wird die Normalität als eine "Neue Normalität" definiert, man selbst versucht, sich zu sammeln, den roten Faden weiterzuspinnen, man
stolpert und taumelt durch die Tage und Wochen, man telefoniert und
schaut auf verschiedene Weisen nach außen, man kauft ein und hofft
nachträglich, grübelt darüber, ob und wie einem das schaden
könnte, wie man sich angesteckt haben könnte, man freut sich an der
Sonne, weiß aber auch, welch verheerende Auswirkungen zu viel Sonne
im vergangenen Jahr hatte, man freut sich über die Auszeit, die
Teile der Natur jetzt haben, erinnert sich aber auch sehr genau an
das Szenario der Klimakatastrophe, an die manche Kreise möglichst
schnell wieder anzuschließen versuchen, man denkt daran, wie einem
die kleinen Auszeiten des Lachens gut getan haben, es wird einem
bewusst, wie alt man (geworden) ist und man wird genau darüber
älter, man freut sich über eine bestimmte Phrasierung, eine
musikalische Wendung, die das Unendliche zu berühren scheint, die
Ahnung beschert und eine Verbindung schafft..., Sie verklingt, schon
ist sie weg, man hat Schlimmes erlebt und wird noch viel Schlimmeres
erleben, man lebt jetzt in einer Art Zwischenzeit und versucht, mit
Verstorbenen Kontakt aufzunehmen (wobei man sich mit seinen
„Gesprächen“ gleichzeitig selbst sonderbar findet…), im
Internet die Nachricht, dass man viele unglaubliche Preise gewonnen
hat und das man sich melden soll, - der Betrug ist allzu
offensichtlich.
Montag, 16. März 2020
Dienstag, 27. August 2019
Öffentliches Geschehen
Comedians, die man mal ernst
nahm (haha), raten im TV regelmäßig die Antworten, die sie auf Fragen
nicht wissen. Quizshow. Und wir müssen das zum unterhaltsamen Lächeln des
liebsamen Moderators lustig finden. Er könnte ein Schwiegersohn
sein, er stellt die Fragen, er ist die Person und macht unterhaltsame
Miene zum miesen Spiel. Er war mal was anderes, erreichte aber eine große Wichtigkeit. Er trägt eins der ewig gleichen
sympathischen Gesichter, die einem gerade deswegen auf den Geist
gehen können, die einen mit ihrer ewigen guten Laune nerven können.
Daneben sind Schauspieler, die von vornherein deppert sind oder die
man aus klassischen Gründen der Tragik ganz anders kennen gelernt
hat. Seht her, wir sind auch Menschen, die nichts wissen!, scheint
die Message dieses skurrilen aber weithin akzeptierten Geschehens zu
sein. Die ersten und letzten, die besten und schlechtesten, die
schönsten und die hässlichsten sowie die von der Vergangenheit
geprüften Gesichter sitzen in wichtigen Stühlen und raten gut
gelaunt um die Wette, lachen über ihre eigenen Witze, schneiden Grimassen und zeigen
sich von ihrer anderen Seite, die aber in ihrer lächerlichen
Gleichartigkeit mittlerweile total abgenutzt erscheint. Dazwischen
ein paar abgegriffene Blondinen mit üppiger Oberweite und operierten Visagen samt aufgespritzten Lippen, die sich als
Moderatorinnen oder als "verdiente" Models gerieren. It-Girls. Sie machen mäßig
lustige Bemerkungen, sind aber besonders bei den männlichen
Zuschauern beliebt, weil die sich unwillkürlich vorstellen, sie
wollten mit diesen Frauen schlafen. Das hat die Natur so
eingerichtet, scheinbar. Weil aber die Mechanismen überall die
gleichen sind, kennt man genau diese Mechanismen schon allzu gut und greift
zum Parfum oder der modisch ausgefeilten Unterwäsche, die diese Namen im eigenen Shop auch anbieten. Sie
stellen sich aus, machen alles, bieten sich und überhaupt alles an, wofür sie dann Punkte kriegen.
So drängt sich ein Konsumtraum auf, dem man sich unwillkürlich
öffnet. Man macht mit. Man ertappt sich dabei und findet das peinlich. Alles.
Dienstag, 1. August 2017
Industrie und Politik
Diese Tage sind ja so, dass es keinerlei weitere
Belege mehr für die Nähe der Industrie zur Politik braucht. Das
dann doch Überraschende: Gesundheit und Unversehrtheit der
Verbraucher scheinen dabei eine untergeordnete Rolle zu spielen.
Welche politischen Parteien an diesem Spiel beteiligt sind, darüber
möge sich der Verbraucher ein eigenes Bild machen. Die Fakten liegen
offen auf dem Tisch und belegen auch so manche überraschende
Parteinahme. Das Argument Arbeitsplatz scheint alles andere zu
überlagern, unabhängig davon, an was denn gearbeitet wird: an
Pfusch und Betrug, an Täuschung und offener Vorteilsnahme. Es müsste
an den derzeit im Raum stehenden Beispielen glasklar werden, das es
auch um qualitative Arbeit, d.h. qualitatives Wachstum geht. Es
besteht ein Unterschied, an was gearbeitet wird. Dabei nutzt es
gar nichts, dass jetzt behauptet wird, all das und noch viel mehr
seinen Einlassungen der „Empörungsindustrie“, wie das von Teilen
der Politik jetzt genannt wird. Die Nähe von Politik und Industrie
scheint hier peinlich klar zu sein. Sie
bekommen in diesen Kreisen unglaublich hohe Gehälter für die hohe
Verantwortung, die mit diesen Positionen scheinbar einhergehen. Die
sie aber im Zweifel nicht tragen müssen. Die trägt nämlich der
Steuerzahler, Bürger und Wähler. Auch das müsste jetzt endgültig
klar sein.
Sonntag, 20. November 2016
Arm und Reich (2)
Ja wie? Es gebe keine Veränderung des Abstands
zwischen Arm und Reich, behaupten interessierte Kreise und führen
dazu regelmäßig scheinbar objektiv belastbare Statistiken ins Feld.
Ob uns da nicht eine Skepsis angesichts dieser Wissenschaftshörigkeit
befällt? Ist Wissenschaft etwas beliebiges? Ist sie Interessen
ausgesetzt, ja gelegentlich davon sogar beeinflusst? Kann das sein?
Darf das sein? Ob gewisse „wissenschaftliche“ Aussagen nicht
regelmäßig gekauft sind, ob „die Wissenschaft“ nicht auch
korrupte Seiten hat? Theorie und Empirie, ein schwieriges Verhältnis?
Ob ein statistischer Durchschnittswert auch gelebt wird? Das primitive und sehr anschauliche Beispiel dazu lautet: jemand hat ein Einkommen von 1000 Euro. Ein anderer hat 1 Euro. Über 5 Jahre hinweg hat die erste Person einen Einkommenszuwachs von 10 Euro, verdient nun also 1010 Euro. Das Einkommen der ersten Person stagniert in diesem Zeitraum und bleibt gleich. Rein statistisch ist es diesen beiden Personen dann besser gegangen, ihr Einkommen hat sich erhöht. Blöd nur, dass dies ausschließlich für eine der beiden Personen zutrifft, für die andere nicht. Ob sich's ähnlich mit der Einkommensverteilung in Europa, insbesondere in Deutschland verhält? Neulich musste die Nürnberger Tafel ihren Dienst wegen Überlastung einstellen. Im öffentlichen Fernsehen kam ein kurzes Interview dazu, in dem eine verantwortliche Person die Entwicklung zu kennzeichnen versuchte. Man habe, so diese Person, mit ein paar hundert (die genaue Zahl wurde genannt) zu betreuenden Personen begonnen. Mittlerweile sei man bei 18 000 (aus der Erinnerung genannt) und würde diesen Zuwachs einfach nicht mehr bewältigen. Ob so etwas einen Seitenblick wert ist? Ob dies einen Aussagewert über die reine Stichprobe hinaus hat? Ob es ein Auseinanderdriften bedeutet? Ob wir eine immer extremer werdende Kluft zwischen Arm und Reich haben? Ob auch dies jenen Populismus produziert, der jetzt parlamentarische Demokratien auf der ganzen Welt bedroht? Wenn sich auf der einen Seite irre Reichtümer häufen und andere von Monat zu Monat, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag kämpfen müssen, um mit ihren Einkommen auch nur die wesentlichsten Ausgaben bestreiten zu können. Sparen bei Strom und Ernährung: ob angesichts dessen das Label „Bio“ ein bisschen allzu leicht zu propagieren ist? Tatsache ist, das man sich selbst dieses fragwürdige Logo „Bio“ leisten können muss. Es bedeutet ja meist eine Mehrausgabe, die selbst beim sparsamsten Kurs nicht von den anderen Ausgaben abgezwackt werden kann. Da ist es womöglich leicht, locker vom Verschieben von Prioritäten zu schwadronieren. Urlaub, ein Luxusgut? Für die einen Bestandteil des Alltags, für die anderen unerreichbarer Luxus. Ob das Zeichen sind, Signaturen, oder ob es rein zufällig wahrgenommene Dinge sind, die keineswegs zu verallgemeinern und ins noble Reich der Wissenschaft zu heben sind?
Ob ein statistischer Durchschnittswert auch gelebt wird? Das primitive und sehr anschauliche Beispiel dazu lautet: jemand hat ein Einkommen von 1000 Euro. Ein anderer hat 1 Euro. Über 5 Jahre hinweg hat die erste Person einen Einkommenszuwachs von 10 Euro, verdient nun also 1010 Euro. Das Einkommen der ersten Person stagniert in diesem Zeitraum und bleibt gleich. Rein statistisch ist es diesen beiden Personen dann besser gegangen, ihr Einkommen hat sich erhöht. Blöd nur, dass dies ausschließlich für eine der beiden Personen zutrifft, für die andere nicht. Ob sich's ähnlich mit der Einkommensverteilung in Europa, insbesondere in Deutschland verhält? Neulich musste die Nürnberger Tafel ihren Dienst wegen Überlastung einstellen. Im öffentlichen Fernsehen kam ein kurzes Interview dazu, in dem eine verantwortliche Person die Entwicklung zu kennzeichnen versuchte. Man habe, so diese Person, mit ein paar hundert (die genaue Zahl wurde genannt) zu betreuenden Personen begonnen. Mittlerweile sei man bei 18 000 (aus der Erinnerung genannt) und würde diesen Zuwachs einfach nicht mehr bewältigen. Ob so etwas einen Seitenblick wert ist? Ob dies einen Aussagewert über die reine Stichprobe hinaus hat? Ob es ein Auseinanderdriften bedeutet? Ob wir eine immer extremer werdende Kluft zwischen Arm und Reich haben? Ob auch dies jenen Populismus produziert, der jetzt parlamentarische Demokratien auf der ganzen Welt bedroht? Wenn sich auf der einen Seite irre Reichtümer häufen und andere von Monat zu Monat, von Woche zu Woche, von Tag zu Tag kämpfen müssen, um mit ihren Einkommen auch nur die wesentlichsten Ausgaben bestreiten zu können. Sparen bei Strom und Ernährung: ob angesichts dessen das Label „Bio“ ein bisschen allzu leicht zu propagieren ist? Tatsache ist, das man sich selbst dieses fragwürdige Logo „Bio“ leisten können muss. Es bedeutet ja meist eine Mehrausgabe, die selbst beim sparsamsten Kurs nicht von den anderen Ausgaben abgezwackt werden kann. Da ist es womöglich leicht, locker vom Verschieben von Prioritäten zu schwadronieren. Urlaub, ein Luxusgut? Für die einen Bestandteil des Alltags, für die anderen unerreichbarer Luxus. Ob das Zeichen sind, Signaturen, oder ob es rein zufällig wahrgenommene Dinge sind, die keineswegs zu verallgemeinern und ins noble Reich der Wissenschaft zu heben sind?
Freitag, 29. Juli 2016
Arm und reich in Rio
Die Welt schaut bald nach Rio, findet es verklärend
schön, diesem klassischen Motto „Schneller höher weiter“ zu
frönen. Das Fernsehen überträgt rund um die Uhr und schürt
kräftig die kurzfristige Event-Begeisterung. Schließlich haben die
Rechte dafür nicht wenig gekostet. Doch wem nützen diese Spiele? Es
gab es monatelange Demonstration, Brasilien und insbesondere Rio de
Janeiro taumelt wirtschaftlich, ist schwer angeschlagen, - was
natürlich die Ärmsten ausbaden müssen. Nicht diejenigen, die sich
nur allzu gerne korrumpieren lassen, weil es an diesem Ort Tradition
hat. Die Armenviertel Favelas wurden - der Ausdruck ist mittlerweile
weltweit bekannt - befriedet, d.h. Die Polizei marschierte ein und
vertrieb die Drogenbanden, drängte die Kriminalität zurück. Doch
es erhebt sich die Frage, ob dies langfristig Lösungen eröffnet
oder ob es nicht ein bisschen kurzfristige Kosmetik für die
Fußballweltmeisterschaft und die Olympischen Speile war/ist. Es
wurde überall gebaut, wofür nahezu alles andere weichen musste und
platt gemacht wurde. Ob das eine zukünftige Infrastruktur schafft? Alleine schon die Erfahrungen nach der Fußballweltmeisterschaft sind
hier niederschmetternd. Natürlich wird es wieder olympische
Segelregattas geben, während das Wasser aus verschiedenen Fehlern
und einer nicht vorhandenen Nachhaltigkeit heraus entweder gar nicht
da oder total verschmutzt ist, - sagte hier jemand „giftig“?
Grassierende Korruption hat solche „Aktivitäten“ befördert, der
halbstaatliche Konzern Petrobras, der in erster Linie mit der
Förderung von Erdöl befasst sein müsste, ist zu einer Art
Selbstbedienungsladen für die Mächtigen und ihre politische Klasse
verkommen. Währenddessen scheinen sich etliche Paralellwelten
entwickelt zu haben, von denen die „entwickelte“ Welt besonders
gerne die Copacabana und ihre schönen Frauen goutiert. Auch die
Christusstatue, die ihre Arme schützend über das unter ihr liegende
Geschehen zu halten scheint, ist ein oft gezeigtes Motiv. Die
Schönheit, die für uns alles überdecken soll. Für uns? Ja, es
gibt etliche deutsche Großfirmen, die sich schadlos halten an
Brasilien, die beispielsweise ungeniert massenhaft Wasser verbrauchen, geliefert von relativ zweifelhaften Firmen, die dafür lange Pipelins quer übers Land
legen lassen: zum kurzfristigen Profit. Hier die Armen, dort die
Reichen.
Donnerstag, 28. Juli 2016
Sportlich nehmen
Ob der Sport nicht nur ein
Spiegel unserer Gesellschaft ist? Erfolg um jeden Preis und „The
winner takes it all“? Gier, Geschäft, Beruf – andere
Bezeichnung für hässliche Dinge? Ob dafür nicht jedes Mittel recht
ist, gerade wenn es um chemische Stimulanzien geht? „Das macht doch
jeder!“, so die bereit stehende Phrase. „Wer da nicht mitmacht,
kommt nicht mit, hat erhebliche Nachteile“!, so die gängige
Einstellung dahinter. So ist das Geschäft nun mal. Die, die
erfolgreich sind, scheren sich recht wenig drum. Hauptsache ganz
vorne, für Ego, Land, Nation. Die Olympischen Spiele beginnen bald
und werden uns solche Fragen stellen, wobei die Entscheidungen
mancher Entscheider an der Funktionärsspitze einem Zweifel
mannigfacher Art nahe legen...... Hinzu kommt, dass die Stadt Rio de
Janeiro in einem Geflecht der Einflussnahme der
Geldgierigen zu sein scheint. Schon zur Fußballweltmeisterschaft gab
es das Bestreben der Polizei, bestimmte Favelas, als Armenviertel zu
„befrieden“, indem man sie von allerlei Ungesetzlichem mit
zweifelhaften Mitteln „säuberte“, um sie den Touristen aus aller Welt zugänglich zu machen, um einen optischen Anschein von Sicherheit zu erzeugen. Ein hoher Aufwand und wieder die Mittel, die
die Zwecke heiligen. Dass aber Schulen, Museen und Wohnungen samt einer ganzen
Regierung beseitigt wurden, erweckt von außen einen recht seltsamen
Eindruck. Hier die Welt der korropten Politik und der Sportlerasse, die um jeden Preis gewinnen
wollen (auch wenn das olympische Motto eher das sportliche Dabeisein
preist....). Dort die Bürger der Stadt, die nahezu jeden Preis zu
zahlen bereit sein müssen, damit sich interessierte Kreise und Komitees
finanziell bedienen können. Hm. Hat einen faden Geschmack. So recht darauf freuen mag sich da
niemand.
Montag, 2. Mai 2016
Zahlungsströme
Das kann doch nicht wahr sein! Das strukturiert
unseren Alltag massiv, gibt ein Gefühl dafür, was oben und unten
ist, gibt Orientierung und Statuseinschätzung - wenn auch negativ.
Da soll der Ex-VW-Top-Manager und Verantwortungsgeneralversager Martin Winterkorn
angeblich noch 28 Millionen Pension erhalten, eine Zahl, die ich
bereits weit vor dem jetzigen Zeitpunkt hier im Blog genannt hatte.
Trotzdem ist sie so unglaublich, dass ich wie viele andere
„Konsumenten“ letztlich daran gezweifelt hatte. Etwaige
Winkelzüge und rechtliche Einrichtungen hätten die wahre Summe ja
reduzieren können, es hätte ja alles anders ausfallen können. Doch jetzt geht die Summe wieder durch die
Öffentlichkeit. Welche Einschätzungen da wohl dahinter liegen
müssen? Etwa die in den Medien immer wieder genannte Behauptung: Vertrag ist Vertrag? Und wo bleiben bei solchen Deals die
vom Skandal Geschädigten? Hat, wer einen VW gekauft hat, nicht auch
einen Verkaufsvertrag abgeschlossen, der ihm den Erwerb eines
besonders umweltfreundlichen Diesel-Autos garantiert hat? Vertrag ist
Vertrag? Kleingedrucktes? Zugunsten der Tonangeber und dominanten Bestimmer?
Die massiven Unterschiede im Umgang mit den Kunden zwischen USA und Europa bleiben auch (Wieso eigentlich TTIP?). Ob das alles dem Image förderlich ist? Und zudem tricksen Besitzende in dieser Gesellschaft, wie jetzt den Panama-Enthüllungen zu entnehmen war, indem sie ihre Kohle in Steueroasen schaffen, wo das Geld dann „sicher“ vor dem Fiskus und vor allen anderen ist. Schäuble wirft jetzt zum wiederholten Mal Nebelkerzen, indem er Deals mit dem Staat Panama macht und auf einen von ihm natürlich nicht genannten Druck hin ein Austrocknen der Oase gelobt. Wobei es ja doch klar ist, dass es viele solcher „Steueroasen“ mit noch mehr solcher seltsamer Anwaltsbüros und Anbahnungseinrichtungen gibt. Die bekannteste dieser Offshore-Paradiese dürfte wohl Cayman-Islands sein, die von Großbritannien verwaltet wird. UK? Großbritannien? Brexit? Cameron? War da was?...... Ob die EU da nicht schon längst hätte etwas aktiver werden müssen? Oder können? Wieso eigentlich nicht? Verträge? Ach! Auffällig dabei ist, dass bisher noch keine Politiker aus den USA und aus Deutschland in diesem Zusammenhang aufgetaucht sind. Was da wohl dahinter steckt? Tatsache ist, dass es im Zeitalter des Internets, der Datenkomprimierung und der Whistleblower schwierig ist, Informationen auf die Dauer zu unterdrücken. Da mögen noch so viele Gesetze in der EU beschlossen werden und großkotzige Rechtsanwälte an die Front geschickt werden. Gibt es eigentlich "legalen Betrug"? Das wäre natürlich nicht rechtsstaatlich.
Die massiven Unterschiede im Umgang mit den Kunden zwischen USA und Europa bleiben auch (Wieso eigentlich TTIP?). Ob das alles dem Image förderlich ist? Und zudem tricksen Besitzende in dieser Gesellschaft, wie jetzt den Panama-Enthüllungen zu entnehmen war, indem sie ihre Kohle in Steueroasen schaffen, wo das Geld dann „sicher“ vor dem Fiskus und vor allen anderen ist. Schäuble wirft jetzt zum wiederholten Mal Nebelkerzen, indem er Deals mit dem Staat Panama macht und auf einen von ihm natürlich nicht genannten Druck hin ein Austrocknen der Oase gelobt. Wobei es ja doch klar ist, dass es viele solcher „Steueroasen“ mit noch mehr solcher seltsamer Anwaltsbüros und Anbahnungseinrichtungen gibt. Die bekannteste dieser Offshore-Paradiese dürfte wohl Cayman-Islands sein, die von Großbritannien verwaltet wird. UK? Großbritannien? Brexit? Cameron? War da was?...... Ob die EU da nicht schon längst hätte etwas aktiver werden müssen? Oder können? Wieso eigentlich nicht? Verträge? Ach! Auffällig dabei ist, dass bisher noch keine Politiker aus den USA und aus Deutschland in diesem Zusammenhang aufgetaucht sind. Was da wohl dahinter steckt? Tatsache ist, dass es im Zeitalter des Internets, der Datenkomprimierung und der Whistleblower schwierig ist, Informationen auf die Dauer zu unterdrücken. Da mögen noch so viele Gesetze in der EU beschlossen werden und großkotzige Rechtsanwälte an die Front geschickt werden. Gibt es eigentlich "legalen Betrug"? Das wäre natürlich nicht rechtsstaatlich.
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Montag, 4. April 2016
Panama ist überall
Putzig, diese Panama-Papers! Noch jemand überrascht?
Diese Schein-Eliten verarschen ja alle! Natürlich wird jetzt betont,
dass das nicht illegal ist. Doch ist nicht das der wahre Skandal?
Dass alle in dieser Klasse der sich als „Elite“ Fühlenden
untereinander helfen, wenn es darum geht, den Fiskus um recht
erhebliche Summen zu betrügen. Wer ist das,der Fiskus? Der Staat?
Also das, was ohnehin ziemlich undemokratisch und immerhin noch
demokratischer als anderswo organisiert ist? Oder ist es das, was wir
alle, ob wir wollen oder nicht, bezahlen? Diese Organisationseinheit,
die Kindergärten, Schulen, Schwimmbäder, Straßen und viele andere
öffentliche Einrichtungen organisiert? Die das Internet möglich
macht, von dem diese Eliten natürlich gerne profitieren? Die den
„Arbeitsmarkt gestaltet, dessen sich diese „Eliten“ natürlich
auch gerne bedienen. Und vieles vieles andere.....Wieso macht jemand
solche Briefkastenfirmen in Panama? Aus Jux und Dollerei? Wie
trollig! Diese Fernsehnasen und Übersportler, die sich keine warme
Mahlzeit leisten können und deshalb ihr Geld nach Panama
transferieren, um von dort aus Geschäfte aus der Deckung heraus zu
tätigen? Geht's eigentlich noch offensichtlicher? Wie krank ist das
alles denn? So krank, wie das Ganze hier, dem jetzt mal ein kleiner
Aufwasch gut täte? Nichtwahr, Frau Alternativlos und Herr
Kassenwart?
Freitag, 18. März 2016
Doping für alle
Jetzt werden ständig neue Dopingfälle bekannt.
Selbst absolute Spitzensportler und Bestverdiener scheint es zu
treffen. Sie fliegen auf in ihrer nach außen zur Schau getragenen
Unschuldigkeit, ihrer selbstgefälligen Wurstigkeit und in ihrem allgefälligen Aussehen. Ob sowas interpretationsbedürftig ist?
Gesellschaftsformationen versuchen sich zu legitimieren und ihre
Überlegenheit in der Öffentlichkeit zu beweisen. Per Betrug natürlich. Automobilkonzerne mit Beteiligung der öffentlichen Hand machen's vor. Es kann womöglich
auch auf einen großen Leistungsdruck hinweisen, dem sich auch ganz
„gewöhnliche“ Teilnehmer der Arbeitswelt, oder gar Politiker
(!), ausgesetzt fühlen. Mehr aus sich herausdrücken, kleine
Wehwechen überspielen, früher aufstehen, mehr leisten, sich und
sein Schaffen besser verkaufen, sich optimieren, das soll auch und gerade die
Arbeitswelt drücken, deren Inhalte sowieso immer mehr verdichtet
erscheinen. Wer etwas verdienen will, sollte bereit sein, sich mit genau diesem System identifizierend kaputt machen dafür
und sollte bereit sein, sich zu ruinieren, denn wir stehen ja in
einem „globalen Wettbewerb“, so die Industrie. Das Ego wird dann
völlig egal, ist dann nur noch Mittel zum Zweck, sich für den
besseren Profit unterzuordnen. Die Company ist alles, Du bist nichts.
Was lässt man da zu? Ist das das Ziel? Wer drückt das durch? In
welcher Logik steht das? Ist's ein Rückschritt oder ein Fortschritt,
der jedem Einzelnen mehr Autonomie gewährt?
Dienstag, 16. Februar 2016
Vergiftet im Abgas
Jahrelang war doch immer wieder in allen Medien
berichtet worden, dass die Vorstandsvorsitzenden von DAX-Unternehmen
so viel verdienen würden, weil sie so viel Verantwortung tragen
würden. Und jetzt? Trägt niemand die Verantwortung, nachdem ein
fetter Abgasskandal enthüllt worden ist. Ein paar sollen .....vielleicht... Nix genaues weiß man nicht. Im Gegenteil,
der Vorstandsvorsitzende wird vorzeitig mit einer fetten Pension in
den Ruhestand verabschiedet. Ob er etwas gewusst hat oder nicht,
scheint jetzt wieder Gegenstand der Medienspekulation zu sein. In den
USA geht so etwas in die Strafe ein, die einem Unternehmen verpasst
wird. In Deutschland ist es etwas, über das halt spekuliert wird.
Im Gegenteil, der eiligst bestellte Nachfolger faselt etwas davon,
dass alles nur eine technische Panne gewesen sei. Um es einmal
deutlich zu formulieren: Es
sind durch Manipulationen falsch erscheinende Abgaswerte zu Lasten der Allgemeinheit durch die
Institutionen gebracht worden, was die entsprechenden Folgen
gezeitigt hat. Die Luft ist hochgradig verpestet worden,
kaum dass diese Abgasschleudern außerhalb ihrer Labor-Testsituation
auf der Straße unter realistischen Verhältnissen unterwegs waren! Dass wir alle durch die
Verschmutzung unserer Lunge für dieses bezahlen, dürfte allerspätestens
dann hinreichend klar geworden sein, als es in Stuttgart den ersten
Feinstaubalarm gab. Dass diesen als allererste manche Politiker der
Stadt missachtet und sich damit auch noch gebrüstet haben, zeugt von
der grotesken Fehleinschätzung des Sachverhalts, was freilich in der
Autostadt Stuttgart nicht verwundern kann. In den USA scheinen die Konsequenzen ganz andere zu sein. In den vielgeschmähten USA!
Montag, 18. Januar 2016
Arm und Reich
Eine jetzt veröffentlichte Oxfam-Studie zeigt: 62
Superreiche besitzen jetzt so viel wie der Rest der Welt. Vor einem
Jahr sollen es noch 80 Personen gewesen sein. Der Trend setzt sich
also fort, ja, er beschleunigt sich offenbar. Schön ist auch der in
der Studie aufgezeigte folgende Fact: Neun
von zehn Großkonzernen haben eine Niederlassung in einer Steueroase.
Ein Grund für diese Entwicklung ist Oxfam zufolge die unzureichende
Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die
Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen. Außerdem scheint ziemlich
viel schamloser Betrug im Spiel: eben scheint der Fußballskandal schon fast vergessen, da
steht offenbar ein Tennisskandal ins Haus. Natürlich verwahren
sich die Verantwortlichen und es steht die Unschuldsvermutung
glasklar rechtsstaatlich im Raum.
Dienstag, 24. November 2015
Grundwerte und Werte
Oh je! Ich lese, ich überfliege die Meldung, dass
manche „Fans“ ihre Kosten für die Länderspielabsage nicht voll
erstattet bekommen, weil „outgesourct“ wurde. Tricky, das. Auch
will, so war zu erfahren, ein abgas- und CO2-betrügerischer
deutscher Automobilkonzern seine Kunden in Deutschland im Gegensatz
zu jenen in den USA mit Entschädigungen oder Ähnlichem recht schmal
halten. Macht ja nichts, ist ja nur die Umwelt, die das Abgaszeugs abkriegt! Und die gehört
allen.... Ob das alles wahr ist? Das darf doch nicht wahr sein! Pech gehabt? Ob das die gerade jetzt
so vielbeschworenen „Grundwerte“ repräsentiert? Oder vielmehr
die „Werte“? Ob hier jemand etwas verkennt? Ob das dann doch
etwas schnöde ist? Helmut Schmidt ist jetzt abschließend geehrt
worden. Ob er noch eine Zeit repräsentiert, als man gewisse Dinge
etwas anders gesehen hat? Etwas weniger unter dem kaufmännischen
Aspekt? Etwas? Ob sich hier merklich und unmerklich im Laufe der Zeit
die Perspektive etwas verändert hat?
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