Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 14. Dezember 2025

Sowas!

Ich wollte vor dieser allgemeinen grauen Verzweiflung zusammen mit anderen wegrennen, ihr entlaufen, - doch wohin? Und mit wem zusammen? Schweres Gewicht: Die Boxen waren das Schlimmste. Sie im Schweiße des Angesichts erst anzuschaffen und dann umher zu gewichten, sie in irgendwelche Kofferräume so zu versenken, dass nicht unbedingt alles gleich kaputt ging oder herb zerschrammt war, das war die Kunst, mit der speziell ich mich als Keyboarder und Gitarrist oft genug auseinanderzusetzen hatte. Equipment für zwei Instrumente zu schleppen, das war heavy. Eigentlich hätte man danach nicht gleich die Keyboards oder Gitarre spielen können, schon gar nicht mit fingerflinken Händen. Die Hände waren nämlich eine Zeitlang kaum zu spüren. Aber es begab sich eines Tages halt so, dass dieses mal wieder zu tun war und eine schwere Box in einen vom Onkel gesponserten Kombi zu verfrachten war. Leider fiel die Klappe und der Affe war halbtot. Die hintere Klappe des Autos war im ungünstigsten Moment herunter und auf meine Stirn gefallen, beinahe auf die Augen. Es klaffte ein Spalt, es blutete, ich spürte Schmerzen. Doch derjenige, der am wenigsten zu reagieren schien, war ich. Tapfer setzte ich mich ans Steuer und fuhr heftig blutend das Gefährt. Ich war ein Held. Man machte sich Sorgen, man sprach mir gut zu, - ich hingegen hatte nur meine Musik im Sinn. Wir fuhren am Übungsraum vor und ich musste mir übel blutend Beileid abholen. Der kurzfristig erwogene Plan, die Wunde im Krankenhaus nähen zu lassen, ward verworfen: das hätte zu viel Zeit gekostet. Wir mussten vorankommen, wenn schon mal alle Bandmitglieder Zeit hatten und zur Probe erschienen waren. Also trug, gewichtete, stemmte und zog ich meine Anlage an meinen Platz nach ganz hinten, baute auf und legte los. Leider hatte die Wunde nicht aufgehört, zu bluten. Und so lief mir fantastischem Schmerzensmann einer unerhörten Musik unaufhörlich das Blut herunter, während ich spielte und Bedeutendes aus den Tasten holte. Ich war unter einer unappetitlichen Mischung aus Blut und Schweiß zu einem schaurig sichtbaren Symbol meines Drangs zur rockmusikalischen Entäußerung geworden.

Sonntag, 2. Juli 2023

Überirdisch?

Telekinese, Erscheinungen, bedeutsame Schatten, Ufos…. Was sagt der vulgäre und unter manchen Menschen gepflegte Materialismus dazu? Ob es nicht so ist, das bestimmte Phänomene bis zum heutigen Tag nicht vernünftig erklärt werden können – in der Zukunft aber sehr wohl? Es scheint bestimmte Erscheinungen zu geben, die eindeutig im Widerspruch zu aller rationaler Erkenntnis zu stehen scheinen. Doch wer maßt sich an, das vom jetzigen Stand unserer Einsicht aus erklären/negieren zu können? Welche Anmaßung steckt da wohl dahinter? Selbst Newton’sche Gesetzmäßigkeiten scheinen nicht absolut zu gelten: Die Quantentheorie stellt da so manches in Frage. „Wunder“ nannte man so etwas früher. Altbekanntes Beispiel: San Gennaro ist der Stadtheilige Neapels. Er wurde vor etwa 1700 Jahren geköpft. Eine Zeugin der Hinrichtung sammelte Gennaros Blut in Fläschchen, die in Neapels Dom verwahrt werden. Dreimal im Jahr werden sie in die Nähe von Gennaros Schädel gebracht, wobei sich das geronnene Blut verflüssigt. Verflüssigt sich das Blut nicht, gilt das als böses Omen.

Dienstag, 25. Juni 2019

Augenblicksschmerz

Ein Stück Scheise löst sich von einem Auto, du glaubst das nicht, hast Wut, - hat die das nicht befestigt!, so etwas ist doch rücksichtslos, doch die Lage wird unausweichlich, das Ding kommt auf dich zu, es ist außer Kontrolle, die Wirklichkeit bleibt stehen, die Augenblicke dehnen sich. Das Unvermeidliche stößt mit dem Zufall zusammen und kommt auf dich zu. Du kannst nichts dafür, - wird das Auto dein Schicksal?, - ungerecht, warum eigentlich ich? Du wirst das selbstfahrende Auto nicht mehr erleben, davor wirst du selbst ausscheiden aus dem Kreis der Teilnehmer. Es wird dich jetzt zerfetzen, Blut wird fließen, dein eigenes Blut, es wird dir schlecht, nein, du spürst das Gefühl kommen, ein Idiot.... Du hast nicht mehr lange, ausweichen wird unmöglich, vielleicht hast du Glück, vielleicht ist alles nicht so schlimm, Rasiermesser, die langsam eindringen, die Welt da draußen, die läuft weiter mit ihren Auswechselspielern, gelegentlich geht jemand ab, was macht's? Ohne dich, ohne mich existiert die Welt nicht... oder doch? Aber das alles geht weiter...und immer weiter.......

Mittwoch, 21. März 2018

Vorübergehend (Lyrik ca. 1984)


VORÜBERGEHEND




Stell' dir das Blut vor,
das in deinen Adern fließt, vor dir eine rote Pfütze:
auch das bist du
Gedärm, meterlang
und ein Skelett, eins wie viele andere:
ja, auch das bist du!


Nicht nur dieser Blick aus den vertrauten Augen,
dieser tägliche Spielfilm in deinem Kopf:
was drin ist, das, was dein wertes
Ich
ausmacht,
was du dafür hälst:
klar, auch das bist du!


Irgendwann wirst du wieder der
Staub sein,
auf den du jetzt trittst, du wirst eine Faser deines Hemds sein,
wirst einfach im Kreis gegangen werden
nichts wird mehr wichtig sein
und alles leicht
du wirst die Flocke sein
die vom Himmel fällt
und du wirst zergehend lachen,
aber du wirst es nicht merken,


das tust du nur jetzt
vorübergehend

Montag, 8. Mai 2017

Landwirtschaft, Tierhaltung

Wer eigentlich kann mit ansehen, wie ein Tier geschlachtet wird? Wir fressen Tiere und leiden womöglich alleine schon unter dem Gedanken an ihre Tötung. Wer kann sich den Geruch des Todes vorstellen, wer will das? Wie riecht Blut? Ob uns das verstört? Oder sind manche Leute schon dermaßen abgestumpft und erklären sich selbst so zur Krone der Schöpfung, dass ihnen das nichts mehr anhaben kann? Fleisch essen? Manche tun das trotzdem. Ob es in der Auseinandersetzung um dieses Thema um Massentierhaltung geht? Ob es ein großer Unterschied ist, ob ein Massai-Krieger ein Beutetier zubereitet und isst oder ob ein Mensch aus unserer Umgebung ein Schnitzel aus dem Supermarkt brutzelt? Womöglich ist die Verdauung und der Stoffwechsel eines modernen Menschen für den Genuss von Fleisch ausgelegt, das aber nicht zwingend aus der Massentierhaltung stammen muss.....Ob Tiere nicht auch eine Würde haben, eine Leidensfähigkeit, die uns nicht zwingend in die Stellung versetzt, sie nach ökonomischen Kriterien umzubringen? Ob die Tiere das mitkriegen, wenn sie getötet werden? Ob ihnen so etwas wie Respekt zusteht? Bolzenschuss und Elektrozange? Sind sie die richtigen Instrumente oder Methoden dafür, sind sie angemessen? Schlachthäuser als die Orte des Todes. Wer kann das, will das rechtfertigen, was in Agrarfabriken auf der ganzen Welt passiert? Zu welchen Begründungen will er sich versteigen? Die Weltbevölkerung ernähren? Es wurde bereits an anderer Stelle dieses Blogs angeführt, dass, um Fleisch zu „erzeugen“, der Energieaufwand viel zu groß wäre. 60 % der Böden werden zur Erzeugung von Tierfutter gebraucht/verbraucht. Für 1 kg Rindfleisch werden durchschnittlich 20 000 Liter Trinkwasser verbraucht und 16 kg Getreide und Soja verfüttert. Dabei werden mehr Treibhausgase erzeugt als bei 250 Km Autofahrt und 50 Quadratmeter Regenwald vernichtet. Ob diese Zahlen nun ganz genau stimmen oder nicht, erscheint mir nicht so wichtig als vielemehr die Tendenz, die dadurch angezeigt wird. Diese Umstände der Nahrungsmittelerzeugung kommen vor allem bestimmten Menschen auf dieser Welt zugute. Ist das noch ein Streitthema? Ob wir das alles am liebsten verdrängen? Möglichst nicht wahrnehmen, gar nicht erst darüber nachdenken. Es scheint festzustehen: Sehr viel Elend für die Menschheit hängt mit dieser Form der Tierhaltung zusammen.