Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Dienstag, 24. Februar 2026
Delegiert
Wobei mich Zweifel überfallen: Wenn irgendwelche ehemalige oberschlaue Musterschüler im Fernsehen in geschlossenem Kreis zusammensitzen, um mit Empfehlungen garniert bestimmte Maßnahmen zu preisen. Gerne wird dabei mit speziellen Kenntnissen geprahlt, die das eigene Selbstverständnis abstützen und gleichzeitig Legitimation nach außen demonstrieren sollen. „Hey, seht her; wir sind die Durchblicker….!“ soll dies wohl ausdrücken. Was mich daran stört: Solche Posen haben viel zu wenig die Fortschritte in gewisse gesellschaftliche Richtungen befördert. Sie wiesen meist eine Berechtigung aus, an gewissen Konferenzen über viele viele Flugmeilen und Honorare hinweg teilzunehmen, an den Talkshows der Wichtigen teilzunehmen, scheinbar „wichtige“ Vorträge zu halten und - nichts zu bewirken. Es steigt in dieser Gesellschaft ein Nebel an Geschwafel auf, der bei genauerem Hinsehen meist direkt interessengeleitet ist und eher zur Verwirrung als zu Klärung beiträgt.
Es gibt wohl zahlreiche Politikwissenschaftler, die dies als ein modernes Zeichen einer Bewegung zum Totalitarismus deuten: gezielt Verwirrung stiften. Ein „mündiger Bürger“ würde sich angesichts dessen im Idealfall ein eigenes Bild machen (was schwer genug ist…..) und danach alle vier Jahre wählen: eine Partei, eine Bewegung, die dem entspricht, was ihm am ehesten einleuchtet. Leider stehen dem oft auch Gründe mangelnder Zeit entgegen (wer kann sich schon genau damit befassen?), was ökonomisch begründet sein könnte. Es fällt wohl jedem auf, dass dies in Zeiten einer digitalen Transparenz und Durchschaubarkeit bestimmter Prozesse zu wenig sein könnte, um demokratische Mitbestimmung und „Aufschung“ zu demonstrieren. Was also folgt daraus? Die „demokratischen Eliten“ könnten sich als vielleicht weniger geschlossene Gesellschaft darstellen, sie könnten auf eine breitere und klarere Erklärung von Umständen zielen. Sie könnten versuchen, die allgemeine Bevölkerungen bei ihren Beschlüssen und Maßnahmen mitzunehmen, erklären ins Einfach hin, ohne populistisch zu werden. Weniger Distinktion und Arroganz wäre angesagt, mehr Nähe zum Alltag der Vielen……, in einer fortgeschrittenen Gesellschaft, die sich gerne als solche präsentiert.
Mittwoch, 18. Februar 2026
Mitbewerber
Meine Beobachtung ist, dass in unserer Gesellschaft eine massive Tendenz zur Vereinzelung herrscht, was ein Gefühl der Verlassenheit hervorbringt. Auf der politischen Ebene sind die Parteien längst nicht mehr fähig, dies Volk zu integrieren. Vertreter der High-Brow-Kultur (Hochkultur) konstatieren das und geben geschmäcklerisch die (noch) Unbeteiligten, für deren wirtschaftliche Existenz „gesorgt ist“. Sie sind wohlerzogen und gut gekleidet. Ihr Verhalten gründet in einer Nicht-Auseinandersetzung, bzw. einem feindlich competiver Umgang mit „Mitbewerbern“. Leuten wie mir hingegen ging und geht es darum, die Wirklichkeit abseits der Wahrnehmungsbubbles anzuerkennen und sie besser zu verstehen. Ein zielführender Begriff diesbezüglich scheint mir diesbezüglich „Empathie“ zu sein. Dem gegenüber steht das „Geschäfte machen“ also der Übervorteilung des Anderen, das „Deal-making was leicht dem „Wachstum“ zugeordnet wird. Es geht um Anpassung an Strukturen, die ich persönlich für mich viel zu wenig ernst nahm. Verpönt ist das humanistisch Moralische. Dagegen wird Pragmatismus und Interessenpolitik gestellt.
Donnerstag, 6. Februar 2025
Bauen, Funktionen und Knirschen
Wir stehen am Spielfeldrand und staunen: Da ist ein Baulöwe und Investor pleite gegangen, hat unbezahlte Rechnungen und Forderungen des Staates in riesiger Höhe hinterlassen…...und lebt doch gleichzeitig in Saus und Braus weiter, als sei nichts geschehen. Verwinkelte Firmenkonstruktionen, undurchsichtige Beteiligungen, Stiftungen, Verschleierungen aller Art, Beteiligungen großer Konzerne, … alles schwer zu durchblicken für diejenigen, die sich im Auftrag eines Staates einen Überblick über möglichst viele Vermögenswerte verschaffen sollen. Riesige Fuhrparks und Luxusyachten, stattliche Villen samt Hauspersonal und protzige Firmensitze: Die einen finanzieren mit ihren Steuern das Gemeinwesen, die andern plündern dies Gemeinwesen aus. Sie führen den Staat unter aufwendiger Beratung mit allen Tricks vor und pflegen so ihr überproportional wachsendes Vermögen. Diejenigen, die sich in der Parteienlandschaft besonders sozial gebärden wollen, beschwören weiter ein „Unterhaken“, einen „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ und ähnliche leicht aus der Zeit gefallene Formeln. Sie halten Neujahrs- und Weihnachtsansprachen zu solchen Phrasen. Die anderen schweigen und lassen geschehen. „So ist`s halt“, ist da zu hören. Was ist, ist das okay? Welche Rolle spielt da die Macht des Faktischen“? Gehört so etwas dazu? Zu was? Ob sich das öfter mal wiederholt?
Samstag, 3. August 2024
Vorturner
Habe wieder einmal eine „Diskussion“ von intellektuellen Vorturnern verfolgt, die sich von den Medien verstärken lassen und gleichzeitig über die „Sozialen Medien“ abkotzen, deren Deutungshohheit sie als Angriff auf ihre eigene Machtposition die öffentliche Meinung betreffend verstehen. Mir ist es mit der Zeit immer mehr so vorgekommen, als seien dies Angehörige des überkommenen Bildungssystems, die um ihre ursprüngliche elitäre Positin fürchten und den immer mehr aufkommenden Drang gewisser Kreise, im öffentlichen Diskurs auch wahrgenommen zu werden, mit „Stammtisch“, Populismus, Verschwörungsidiologie, Rassismus überziehen. Gerne berufen sie sich auch auf Denktraditionen und akademische Heiligsprechungen, die anzuzweifeln eine Art von Gotteslästerung wäre. Das Wort Gott würde in diesem Fall für „demokratische Grundordnung“ „Freiheit der Wissenschaft“ usw. stehen. Es herrscht eine Art „verkleideter“ „getarnter“ Kadergedanke: Wir sind dauersubventioniert, akzeptiert und honoriert, wir haben die Machtpositionen in der Universität und in den Medien, wir haben die Deutungshohheit, was richtig und was falsch sei. Wir sind die AnführerInnen, die Alphatiere, unsere Verachtung trifft die Stammtische und die „populistische“ Formulierung des „kleinen Mannes“, der ja gar nicht die Freiheit hat, sich einen akademisch elaborierten Code drauf zu schaffen. Es gilt auf ziemlich rechthaberische und besserwisserische Weise, Andersmeinende zu missionieren, sie auf den rechten Weg zu bringen. Es gilt das Diktat der „Fakten“. Was faktisch und die wahre Wahrheit sei, bestimmen diese „Eliten“. Dazu ziehen sich auch gerne „Studien“ zu rate. Deren Beeinflussbarkeit, ja Käuflichkeit, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben und ist durch Studien untermauert. Der jeweils anderen Seite wird energisch einen Drang zur Einfalt und Einheit zugesprochen. „Social Media“ ist der allgemein akzeptierte und von bösen Algorithmen gesteuerte Feind, Digitalkonzerne müssten diesbezüglich endlich „an die Kandarre“ genommen werden.
Was ich mir wünschen würde? Ein bisschen mehr Transparenz, das dürfte schon sein. Was da beispielsweise in Brüssel stattfindet und von den „Eliten“ als Europa und gerade nicht als EU identifiziert wird, erscheint mir ziemlich verschwommen und für den „gemeinen„ Wähler nicht erkennbar. Gelegentliche Infobroschüren (neulich zur Wahl) informieren diesbezüglich auch nicht, sondern verstehen sich offenbar als reine Werbung. Auch ein bisschen mehr Durchlässigkeit würe wünschbar: es müssen nicht immer die Sprösslinge der „Eliten“ sein, die aufgrund der guten Beziehungen ihrer Altvorderen auf den vorderen gesellschaftlichen Rängen landen. Es könnten, wie in einer kurzen Phase zwischen etwa 1970 und 1974 („mehr Demokratie wagen“), auch Kinder einer deprivierten gesellschaftlichen Schicht mal „nach oben“ (in die „Eliten“) kommen. Die Zahlen bezüglich gesellschaftlicher Durchlässigkeit in Schland zeigen auf das Gegenteil.
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I have once again followed a "discussion" of intellectual leaders who are being reinforced by the media and at the same time are ranting about "social media", whose interpretive authority they see as an attack on their own position of power regarding public opinion. Over time, it has seemed to me more and more as if these are members of the traditional educational system who fear for their original elitist position and who are covering the ever-increasing urge of certain circles to be noticed in public discourse with "regulars' table", populism, conspiracy ideology, racism. They also like to invoke traditions of thought and academic canonizations, which to question would be a kind of blasphemy. The word God in this case would stand for "democratic basic order", "freedom of science", etc. A kind of "disguised" "camouflaged" cadre mentality prevails: we are permanently subsidized, accepted and honored, we hold positions of power in the university and in the media, we have the authority to interpret what is right and what is wrong. We are the leaders, the alpha animals, our contempt is directed at the regulars' tables and the "populist" formulation of the "little man", who does not have the freedom to create an academically elaborate code for himself. The aim is to convert those who think differently in a rather opinionated and know-it-all manner, to put them on the right path. The dictates of the "facts" apply. These "elites" determine what is factual and the real truth. They also like to consult "studies" for advice. The fact that they can be influenced, even bought, has probably gotten around by now and is backed up by studies. The other side is vigorously attributed a desire for simplicity and unity. "Social media" is the generally accepted enemy, controlled by evil algorithms, and digital companies must finally be "taken to task" in this regard.
What would I like? A little more transparency, that would be possible. What is happening in Brussels, for example, and which the "elites" identify as Europe and not as the EU, seems rather vague to me and not recognizable to the "ordinary" voter. Occasional information brochures (recently for the election) do not provide information on this either, but are apparently seen as pure advertising. A little more permeability would also be desirable: it does not always have to be the offspring of the "elites" who end up in the top ranks of society due to the good relationships of their ancestors. As in a short phase between about 1970 and 1974 ("dare more democracy"), children from a deprived social class could also "rise up" (into the "elites"). The figures regarding social permeability in Germany show the opposite.
Mittwoch, 31. Juli 2024
Vorturner
Habe wieder einmal eine „Diskussion“ von intellektuellen Vorturnern verfolgt, die sich von den Medien in ihrer Außenwirkung verstärken lassen und sich gleichzeitig in schöner Einigkeit über die „Sozialen Medien“ mokieren, ja regelrecht abkotzen, deren Deutungshohheit sie als Angriff auf ihre eigene Machtposition die öffentliche Meinung betreffend verstehen. Mir ist es mit der Zeit immer mehr so vorgekommen, als seien dies Angehörige des überkommenen Bildungssystems, die um ihre ursprüngliche elitäre Position fürchten und den immer mehr aufkommenden Drang gewisser Kreise, im öffentlichen Diskurs auch wahrgenommen zu werden, mit „Stammtisch“, Populismus, Verschwörungsidiologie, Rassismus überziehen. Gerne berufen sie sich auch auf akademisch geweihte Denktraditionen und universitäre Heiligsprechungen, die anzuzweifeln eine Art von Gotteslästerung wäre. Das Wort Gott würde in diesem Fall für „demokratische Grundordnung“ „Freiheit der Wissenschaft“ usw. stehen. Es herrscht eine Art „verkleideter“ „getarnter“ Kadergedanke: Wir sind dauersubventioniert, akzeptiert und honoriert, wir haben die Machtpositionen in der Universität und in den Medien, wir haben die Deutungshohheit, was richtig und was falsch sei. Wir sind die AnführerInnen, die Alphatiere, unsere Verachtung trifft die Stammtische und die „populistische“ Formulierung des „kleinen Mannes“, der ja gar nicht die Freiheit hat, sich einen akademisch elaborierten Code drauf zu schaffen. Es gilt auf ziemlich rechthaberische und besserwisserische Weise, Andersmeinende zu missionieren, auf den rechten Weg zu bringen. Es gilt das Diktat der „Fakten“. Was faktisch und die wahre Wahrheit sei, bestimmen diese „Eliten“ und lassen sie per Medien verbreiten. Dazu ziehen sich auch gerne „Studien“ als Beleg für Glaubwürdigkeit zu rate. Deren Beeinflussbarkeit, ja Käuflichkeit, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben und ist durch Studien untermauert. Der jeweils anderen Seite wird energisch einen Drang zur Einfalt und Einheit zugesprochen. „Social Media“ ist der allgemein akzeptierte und von bösen Algorithmen gesteuerte Feind, Digitalkonzerne müssten diesbezüglich endlich „an die Kandarre“ genommen werden.
Was ich mir wünschen würde? Ein bisschen mehr Transparenz, das dürfte schon sein. Was da beispielsweise in Brüssel stattfindet und von den „Eliten“ als Europa und gerade nicht als EU identifiziert wird, erscheint mir ziemlich verschwommen und für den „gemeinen„ Bürger nicht erkennbar. Infobroschüren informieren diesbezüglich auch nicht, sondern verstehen sich offenbar als reine Werbung. Auch ein bisschen mehr Durchlässigkeit wäre wünschbar: es müssen nicht immer die Sprösslinge der „Eliten“ sein, die aufgrund der guten Beziehungen ihrer Altvorderen auf den vorderen gesellschaftlichen Rängen landen. Es könnten, wie in einer kurzen Phase zwischen etwa 1970 und 1974 („mehr Demokratie wagen“), auch Kinder einer zunehmend deprivierten gesellschaftlichen Schicht (Arm/Reich) mal „nach oben“ (in die „Eliten“) kommen. Die Zahlen bezüglich gesellschaftlicher Durchlässigkeit in Schland zeigen auf das Gegenteil.
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I have once again followed a "discussion" of intellectual leaders who allow their external impact to be reinforced by the media and at the same time, in beautiful agreement, mock, even downright rant about, the "social media", whose interpretive sovereignty they see as an attack on their own position of power regarding public opinion. Over time, it has seemed to me more and more as if these were members of the traditional educational system who fear for their original elitist position and who cover the ever-increasing urge of certain circles to be noticed in public discourse with "regulars' table", populism, conspiracy ideology, racism. They also like to invoke academically consecrated traditions of thought and university canonizations, which to question would be a kind of blasphemy. The word God in this case would stand for "democratic basic order", "freedom of science", etc. A kind of "disguised" "camouflaged" cadre mentality prevails: we are permanently subsidized, accepted and honored, we hold positions of power in the university and in the media, we have the authority to interpret what is right and what is wrong. We are the leaders, the alpha animals, our contempt is directed at the regulars' tables and the "populist" formulation of the "little man", who does not have the freedom to create an academically elaborate code for himself. The aim is to convert those who think differently in a rather opinionated and know-it-all manner, to bring them onto the right path. The dictates of the "facts" apply. These "elites" determine what is factual and the real truth and have them disseminated via the media. They also like to consult "studies" as evidence of credibility. The fact that they can be influenced, even bought, has probably gotten around by now and is backed up by studies. The other side is vigorously attributed a desire for simplicity and unity. "Social media" is the generally accepted enemy controlled by evil algorithms, and digital companies must finally be "taken to task" in this regard.
What would I like, especially in view of the upcoming European elections? A little more transparency, that would be possible. What is happening in Brussels, for example, and which the "elites" identify as Europe and not as the EU, seems rather vague to me and not recognizable to the "ordinary" voter. Information brochures do not provide information on this either, but are apparently seen as pure advertising. A little more permeability would also be desirable: it does not always have to be the offspring of the "elites" who end up in the top ranks of society due to the good relationships of their ancestors. As in a short phase between about 1970 and 1974 ("dare more democracy"), children of an increasingly deprived social class (poor/rich) could also "rise to the top" (into the "elites"). The figures regarding social permeability in Germany show the opposite.
Freitag, 31. Mai 2024
Diskussion, EU und Europa
Habe wieder einmal eine „Diskussion“ von intellektuellen Vorturnern verfolgt, die sich von den Medien in ihrer Außenwirkung verstärken lassen und sich gleichzeitig in schöner Einigkeit über die „Sozialen Medien“ mokieren, ja regelrecht abkotzen, deren Deutungshohheit sie als Angriff auf ihre eigene Machtposition die öffentliche Meinung betreffend verstehen. Mir ist es mit der Zeit immer mehr so vorgekommen, als seien dies Angehörige des überkommenen Bildungssystems, die um ihre ursprüngliche elitäre Position fürchten und den immer mehr aufkommenden Drang gewisser Kreise, im öffentlichen Diskurs auch wahrgenommen zu werden, mit „Stammtisch“, Populismus, Verschwörungsidiologie, Rassismus überziehen. Gerne berufen sie sich auch auf akademisch geweihte Denktraditionen und universitäre Heiligsprechungen, die anzuzweifeln eine Art von Gotteslästerung wäre. Das Wort Gott würde in diesem Fall für „demokratische Grundordnung“ „Freiheit der Wissenschaft“ usw. stehen. Es herrscht eine Art „verkleideter“ „getarnter“ Kadergedanke: Wir sind dauersubventioniert, akzeptiert und honoriert, wir haben die Machtpositionen in der Universität und in den Medien, wir haben die Deutungshohheit, was richtig und was falsch sei. Wir sind die AnführerInnen, die Alphatiere, unsere Verachtung trifft die Stammtische und die „populistische“ Formulierung des „kleinen Mannes“, der ja gar nicht die Freiheit hat, sich einen akademisch elaborierten Code drauf zu schaffen. Es gilt auf ziemlich rechthaberische und besserwisserische Weise, Andersmeinende zu missionieren, auf den rechten Weg zu bringen. Es gilt das Diktat der „Fakten“. Was faktisch und die wahre Wahrheit sei, bestimmen diese „Eliten“ und lassen sie per Medien verbreiten. Dazu ziehen sich auch gerne „Studien“ als Beleg für Glaubwürdigkeit zu rate. Deren Beeinflussbarkeit, ja Käuflichkeit, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben und ist durch Studien untermauert. Der jeweils anderen Seite wird energisch einen Drang zur Einfalt und Einheit zugesprochen. „Social Media“ ist der allgemein akzeptierte und von bösen Algorithmen gesteuerte Feind, Digitalkonzerne müssten diesbezüglich endlich „an die Kandarre“ genommen werden.
Was ich mir wünschen würde, auch angesichts der demnächst bevorstehenden Europawahlen? Ein bisschen mehr Transparenz, das dürfte schon sein. Was da beispielsweise in Brüssel stattfindet und von den „Eliten“ als Europa und gerade nicht als EU identifiziert wird, erscheint mir ziemlich verschwommen und für den „gemeinen„ Wähler nicht erkennbar. Infobroschüren informieren diesbezüglich auch nicht, sondern verstehen sich offenbar als reine Werbung. Auch ein bisschen mehr Durchlässigkeit wäre wünschbar: es müssen nicht immer die Sprösslinge der „Eliten“ sein, die aufgrund der guten Beziehungen ihrer Altvorderen auf den vorderen gesellschaftlichen Rängen landen. Es könnten, wie in einer kurzen Phase zwischen etwa 1970 und 1974 („mehr Demokratie wagen“), auch Kinder einer zunehmend deprivierten gesellschaftlichen Schicht (Arm/Reich) mal „nach oben“ (in die „Eliten“) kommen. Die Zahlen bezüglich gesellschaftlicher Durchlässigkeit in Schland zeigen auf das Gegenteil.
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I have once again followed a "discussion" of intellectual leaders who allow their external impact to be reinforced by the media and at the same time, in beautiful agreement, mock, even downright rant about, the "social media", whose interpretive sovereignty they see as an attack on their own position of power regarding public opinion. Over time, it has seemed to me more and more as if these were members of the traditional educational system who fear for their original elitist position and who cover the ever-increasing urge of certain circles to be noticed in public discourse with "regulars' table", populism, conspiracy ideology, racism. They also like to invoke academically consecrated traditions of thought and university canonizations, which to question would be a kind of blasphemy. The word God in this case would stand for "democratic basic order", "freedom of science", etc. A kind of "disguised" "camouflaged" cadre mentality prevails: we are permanently subsidized, accepted and honored, we hold positions of power in the university and in the media, we have the authority to interpret what is right and what is wrong. We are the leaders, the alpha animals, our contempt is directed at the regulars' tables and the "populist" formulation of the "little man", who does not have the freedom to create an academically elaborate code for himself. The aim is to convert those who think differently in a rather opinionated and know-it-all manner, to bring them onto the right path. The dictates of the "facts" apply. These "elites" determine what is factual and the real truth and have them disseminated via the media. They also like to consult "studies" as evidence of credibility. The fact that they can be influenced, even bought, has probably gotten around by now and is backed up by studies. The other side is vigorously attributed a desire for simplicity and unity. "Social media" is the generally accepted enemy controlled by evil algorithms, and digital companies must finally be "taken to task" in this regard.
What would I like, especially in view of the upcoming European elections? A little more transparency, that would be possible. What is happening in Brussels, for example, and which the "elites" identify as Europe and not as the EU, seems rather vague to me and not recognizable to the "ordinary" voter. Information brochures do not provide information on this either, but are apparently seen as pure advertising. A little more permeability would also be desirable: it does not always have to be the offspring of the "elites" who end up in the top ranks of society due to the good relationships of their ancestors. As in a short phase between about 1970 and 1974 ("dare more democracy"), children of an increasingly deprived social class (poor/rich) could also "rise to the top" (into the "elites"). The figures regarding social permeability in Germany show the opposite.
Mittwoch, 14. Februar 2024
Den Eliten die Leviten....
Elitenbashing? Ach nein, das haben „die Eliten“ verboten! Außerdem schwingt da immer so etwas politisch Rechtsgerichtetes mit, mit dem man keinesfalls in Zusammenhang gebracht werden will. Trotzdem ergibt sich für mich ein gewisses Bild der Gesellschaft: mir scheint es immer mehr auf ein klar definiertes Aufgabengebiet gerichtete „Experten“ zu geben, deren Interesse an der und Neugier auf die Welt nicht allzu sehr ausgeprägt ist und dem Streben nach Macht, Geld und Karriere deutlich untergeordnet ist. Gleichzeitig scheint es immer weniger Leute mit jener Art Überblickswissen zu geben, das man früher „Bildung“ nannte, wozu noch andere Dinge als vordergründig funktionell orientierte Fertigkeiten und Kenntnisse gehören. Politische Deutungen dieser Prozesse gibt es viele, wobei manche auch darauf hinaus laufen, dass „Experten“ wesentlich leichter als früher zu manipulieren sind, da sie sich meist nur auf ihrem eng begrenzten Aufgabengebiet gut auskennen, - darüber hinaus aber weniger. Fest steht, dass diese Gruppe der „Experten“ immer größer geworden ist, wobei die Elite-Jobs immer weniger geworden sind. Es kommt zu Konkurrenzsituationen und Konflikten. Es wird sich um Deutungshohheiten und Macht gestritten. Es bilden sich „Gegeneliten“. Wie das weiter geht? Man wird auch sehen, wenn in den Medien mal wieder ein „Experte“ auftritt, - der uns nebenbei auch noch ein bisschen die Welt erklärt.
Sonntag, 11. Februar 2024
Intellektuelle Eliten
Es scheint eine spitzmündig elitär sich gebärdende Elite zu geben, die unter anderem durch gegenseitiges Zuspielen von Chiffren ihre Wichtigkeit betont und unter anderem genießerisch die Welt erklärt. Es geht um gegenseitige Selbstvergewisserung unter Intellektuellen, es geht darum, sich einer allgemeinen Überlegenheit des Verstehens zu versichern. Lieblingsjargon dieser Eliten „Spannend“, „witzig“…. Es geht um Selbstüberschätzung gewisser Agenten akademischer Disziplinen, Beispiel: je mehr die Geisteswissenschaften an Bedeutung verlieren, desto mehr betonen gewisse, hochspezialisierte „Agenten“, die aus ihren akademischen Disziplinen kommen, ihre Fähigkeit zur Welterklärung. Sie stellen in ihren Büchern steile Thesen auf und breiten sie augenrollend vor dem staunenden Publikum aus. Sie wollen das Ego vorstellen, das stellvertretend bündelnd unser kollektives Unterbewusstsein hervor holt und mit erhobenem Zeigefinger seine Strukturen erklärt. Daraus entsteht dann der bewundernd faszinierte Blick „von unten“…. Wobei diese akademisch geadelten Leute möglicherweise in ihrer Rolle auch das Produkt aus Zufall und Ehrgeiz sind…...
Dienstag, 19. Dezember 2023
Investorenelite
Da kackt ein großer Konzern eines Investoren ab und wir wundern uns, welche Reichtümer dieser „Investor“ scheinbar aus dem Nichts heraus angehäuft hat. Schlimm!, so finden manche Mitmenschen. Dabei hat sich nicht nur diese Entscheiderfigur längst in Sicherheit gebracht: Die Aufsichtsräte und Vorstände seiner Firmen scheinen auch zu denen zu gehören, die so tief nicht fallen können, weil sie zu einer Clique gehören, die schlichtweg die Macht ausübt und zu einem Zirkel der gesamtgesellschaftlichen Bestimmer gehört, zu dem auch Politiker gehören. Sie müssten eigentlich im Interesse derer handeln, die sie gewählt haben. Tun sie aber nicht. Vielmehr verfolgen sie eigene Interessen (man nennt das „repräsentative Demokratie“) oder die ihrer jeweiligen Parteien. Der Beispiele sind viele. Es treten Figuren im dunklen Anzug nach vorne, die sich unter dem Schutz des „Rechtsstaats“ und seiner Organe gegenseitig die Posten und das Geld zuschustern. Da ist gerne mal von vielen Millionen, im Einzelfall sogar von Milliarden die Rede. Stürzt einer über korruptive Merkwürdigkeiten, so sind ihm meist noch unzählige Posten als Aufsichtsrat, Vorstand etc. sicher, die seinen Lebensstil locker abfedern können und ihm gerne mal zur Bereicherung dienen. Auskünfte dazu werden natürlich nicht erteilt, nirgens, auch wenn jemand der Öffentlichkeit ein gewisses Recht dazu zugestehen würde. Es finden dann Prozesse statt, strafrechtlich, zivilrechtlich, bei denen es um viele Millionen geht. Schließlich wird nach Jahren jemand „verurteilt“, der die locker in einem außergerichtlichen Vergleich geforderte Summe bar auf die Hand bezahlt. Fertig!
Sonntag, 20. August 2023
Mitbestimmung und Transparenz
Es gelingt mir immer noch nicht, das Gebaren verschiedener Politiker mit dem Spruch „so ist es halt“ zu akzeptieren. Zumindest will ich wissen, wer und was mich da bestimmt, wem da Gewalt übertragen wurde, wer sich als FunktionärIn des Staates ausgibt und sich dabei demokratisch legitimiert fühlt. Wenn es Meldungen gibt, nach denen zb. Frau von der Leyen (das Problem gilt für diejenigen, die sich als „Elite“ fühlen, mehr oder weniger, verborgen und offen) ihre Verfügungsgewalt im Hinblick auf Impfungen und SMS-Verhandlungen mit der Firma Pfizer überzogen haben soll, so glaube ich das zunächst nicht unüberprüft, d.h. ich muss selbständig versuchen, mir ein Bild dazu zu machen. Dabei ziehe ich vor allem „seriöse“ Quellen in Betracht, welche, denen ich einigermaßen vertraue.
Da gehen links und rechts hunderte von Millionen raus, addieren sich zu feschen Milliarden. Wo das wohl herkommt? Der Bundeskanzler jedenfalls scheint wunderbare Zeiten für Deutschland kommen zu sehen, Zeiten, die an die Nachkriegsjahre samt dem „Wirtschaftswunder“ erinnern. Im Übrigen trägt er öffentlich sichtbar seine weißen Hemden. Hm, was wir wohl dazu sagen sollen? Die Auszahlung des Klimageldes sei einstweilen „nicht möglich“, verkündet indessen die SPD-Obertante Saskia Esken im Fernsehen. Geht’s noch? In Zeiten von Inflation? Hm. In Upahl mit seinen 500 Einwohnern hingegen wird mit höherer Logik (in repräsentativen Demokratien ist das so geregelt: die jeweils nächste Hierarchieebene gibt den Ton vor….) „von oben“ verfügt, dass demnächst 250 Asylanten in dort aufgestellte Container einziehen sollen. Hm. Da geht so manches. Jetzt geht es noch um den Industriestrompreis, die Kindergrundsicherung und manches andere. Es geht noch.
Montag, 29. Mai 2023
Gemeinheit
Adorno bezeichnete Vulgarität als ein „Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung“. Was dieser Satz wohl bedeuten mag? Tatsache ist, dass auch er missverstanden werden kann. Stark empfinde ich mittlerweile die Distanz, die zwischen dem „gemeinen“ Volk, seinem Sprachgebrauch, seinem Verhalten - und den selbsterklärten „Eliten“ zu herrschen scheint. Es scheint ein gangbarer Weg für diese politische Eliten zu sein, den Leuten vorzuschreiben, wie sie zu reden, zu schreiben und zu lesen hätten, wie sie zu fahren und zu heizen und sich fortzubewegen (& vieles andere mehr) hätten. Es mögen einem Zweifel dazu kommen, ob genau diese Verbote, Vorschriften oder beinharte Gesetze ein Weg sein können, was sich ja jeder als Ziel wünscht. Waren wir einmal von einem anderen Ausgangspunkt gestartet? Waren uns gerade Verbote und Vorschriften zuwider? Strebten wir nach einer reichlich diffusen „Freiheit“? Dass diese „Freiheit“ diffus blieb, mag sich heute rächen. Die diffuse Wut „auf die da oben“ kocht vor sich hin. Doch wehe, wenn diese Wut eines Tages entfacht und für politische Ziele missbraucht würde! Sind die Menschen in der „richtigen“ Richtung wachgerüttelt und mobilisiert?, so fragt sich mancher zeitgeistig Bewegte. Klimawandel? Ja klar wollen wir alle. Es geht um das Wie. Außerdem haben wir alle diese Phrase viel zu oft gehört. Vom Artensterben ist dagegen selten die Rede.
Es wird auf bestimmten politischen Seiten mit den Begriffen „Widerstand“ und „Revolution“ hantiert. Vergessen (oder absichtlich in den Hintergrund gerückt), dass so etwas oft genug in der Weltgeschichte in ein Blutvergießen führte. „Apocalypse now“. Und trotzdem hat sich etwas Ungeklärtes, Diffuses angestaut: etwa, das Rennen um „billige Arbeitskräfte“ und Rohstoffe in der Globalisierung. „Brain Drain“, steht uns das zu? Einfach Menschen und ihr Know How kaufen, um die eigene Haut zu retten?
Donnerstag, 9. März 2023
Ein reiches Land
Die dauernd gehörte Phrase, ja, das Dauer-Narrativ lautet "Ein reiches Land wie Deutschland". Doch es erhebt sich schnell die Frage „wer hier ist denn reich?“ Unter Umständen sind es wenige Menschen, die in den letzten zehn Jahren von dieser Behauptung eines Reichtums profitiert haben und die diesen Reichtum (in manchen Medien auch mit dem Begriff „Wohlstand“ zusammengebracht) an sich gerafft haben. Ob es da eine neue „Geldelite“ gibt? Es entstand der Eindruck, dass vor allem für diese „Geldelite“ der Rechtsstaat gilt und von einer willfährigen Regierung dafür Gesetze gezimmert werden… immer im Bestreben, bereits erreichten Reichtum nicht anzugreifen oder nur zum Schein anzugreifen. Es war in den Medien nahezu nichts dazu zu vernehmen, dass es in Frankreich derzeit scharfe Auseinandersetzungen darüber gibt, ob das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 hochgesetzt werden solle. Sind die Franzosen eigentlich alle falsch drauf? Oder haben die von den demografischen Verschiebungen noch nichts gehört? Man wünschte sich mehr Aufklärung über solche Themen und deren Zusammenhänge. Angesichts des „Sondervermögens“ (was ein anderes Wort für „Schulden“ ist) erhebt sich auch die Frage, ob die Bundesregierung und die Herrschenden für etwas Geld aufbringen, von dem es lange hieß, es gäbe kein Geld dafür, man sei im Sparzwang und man müsse nach Einschätzung der Lage handeln. Ob aber in so manchen Punkten die Einschätzungen falsch waren, ob u.a. in der Politik die Finanzierung grundsätzlich eine Frage der Prioritäten ist, die ein „Entscheider“-Personal setzt. Ja ja, wir sind ja dankbar, in einer Demokratie zu leben. Doch das enthebt einen bei weitem nicht, die Verhältnisse weiter verbessern zu wollen, auch in ökonomischer Hinsicht.
Sonntag, 23. Oktober 2022
Diskutanten
Jetzt diskutieren sie im TV wieder, all jene, die in ihrer Besserverdienenden-Arroganz nachdrücklich behaupten, sie hätten die 300 Euro nicht nötig und wie furchtbar es sei, dass dieses Geld mit der Gießkanne ausgeschüttet werden solle. Sie nicken sich verschmitzt zu und sind sich einig, diese elitären Stinker und neunmalschlauen Idioten mit den dicken Beraterjobs oder den Geschäftsführer/Direktorenpositionen. Sie bedauern direkt oder indirekt, dass sie den Ton nicht angeben, sie kennen ja den Weg, um alles besser zu machen. Parole: Umsatz statt Menschenrechte. So etwas Extremes wie Demut ist ihnen nicht geläufig. Solche Züge des Umgangs scheinen Frankreich stellenweise noch stärker, an anderen Stellen schwächer. Die sogenannte „Elite“ ist in Frankreich ein relativ abgeschotteter Kreis von Menschen, die die „Führungspositionen“ untereinander tauschen und sich im Scheine ihrer Elitenangehörigkeit gefallen. Blöd nur, dass sie demokratisch gewählt werden. Anschließend lassen sich die Diskutanten von ihrem Chauffeur in riesigen Limousinen zu ihrem Wohlgefallen fahren.
Dienstag, 13. September 2022
In welche Richtung "es" geht.....
Fortschritt? Ob er „In disguise“ kommt? Verkleidet? Bei einem Blick in die Geschichte frage ich mich oft, was sich geändert hat, worin der Fortschritt liegt. Vielleicht nehmen die Dinge inzwischen durch allerlei Beeinflussungstechniken eine andere Form an. Jawohl, Fortschritt gibt es ohne Zweifel! Aber er nimmt eine andere und gemächlichere Form an, als es scheint und im Interesse gewisser Kreise zu liegen scheint...... ja, es gibt immer noch „die da oben“ und „die da unten“, obwohl es auf diese Weise gar nicht notwendig wäre. Die herrschende Politikerkaste ist nur eine verkappte Form des Gestern, als noch alles hierarchisch geregelt war. Ob sich nicht allzu viel geändert hat, das ganze aber viel raffinierter verpackt ist? Ob das vor allem aus den USA herüber quellende Gerede von den „flachen Hierarchien“ nicht schon die Strategie ist. Wir machen und reden uns die Wirklichkeit schön? Alte Hierarchien sollten die Klasse der Bestimmer gegenüber den Bestimmten rechtfertigen und bestärken. Früher Kaiser und König, heute Geschäftsführer, Politdarsteller und Vorstandssprecher. Das Volk hat dabei als Ausweg auch diesem oder jenem Führer zugejubelt. Es war ganz klar ein Irrweg. Autokratien, Diktaturen. Ja, die Weisheit liegt nicht immer nur beim Volk. Logo. Aber auch nicht bei der Klasse der Mächtigen und den sich als "Elite" Fühlenden. Es ist wohl eine dauernde Auseinandersetzung, die sich allmählich bei steigendem Informations- und Transparenzgrad möglichst demokratisch auf die Seite der Bestimmten neigt. Revolutionsgeschwätz stört da nur. Aber Transparenz wäre wichtig. Dass Abgeordnete und Parlamente da ganz offensichtlich ein korruptes Spiel zu spielen scheinen, ist dem Übergang geschuldet. Es wird so etwas eines Tages nicht mehr stattfinden, weil im Informationszeitalter ohnehin alles heraus kommt, was früher unter der Decke gehalten wurde. Auch falsche Strukturen. Sogar Wikileaks scheint hier ein bisschen ein Lehrstück zu sein, auch wenn ihr Protagonist sich persönlcih ungebührlich aufgebläht hat und sich dafür verteufeln lassen muss. PR-Agenturen und Öffentlichkeitsbearbeiter sorgen dann dafür, dass der Schatten auch auf das Projekt Wikileaks und andere derartige Phänomene (Edward Snowden?) fällt..... nun ja, auch dies ein Phänomen des Übergangs. BER wurde dauernd verschoben, „Stuttgart 21“ genauso. Es wurde dies einfach bekannt gegeben als sei es das Normalste der Welt. Es wird ja dauernd alles verschoben und ist eine Art „Running Gag“ geworden. Eine Lachnummer mit Kosten. Abgeordnete machen mitten in der Krise erstmal Urlaub und sind nicht zu sprechen.
Ein paar Milliarden hin oder her, so etwas lassen die Mächtigen (natürlich nie explizit) verlauten. Es ist ein einziges Schelmenstück, dessen immer größer werdende Kosten „der Steuerzahler“ zu tragen hat. Dass Frau Christine Lagarde (die heutige EZB-Chefin und frühere französische Finanzministerin) in der Vergangenheit ein paar 400 Millionen so eben mal ein bisschen „veruntreut“ hat, macht auch nichts. Zahlt ja der Steuerzahler. Sie hat es ja einem ohnehin Besitzenden gegeben. Die elegante grauhaarige Dame mit ihren aristokratisch arroganten Gesichtszügen macht ja einen schwierigen Job! Oder?Wirklich? Ob sie auch die ENA (Ecole Nationale d'adminstration) besucht hat, die in Frankreich die obligatorische Eingangsschranke der besitzenden und mächtigen Klasse ist? Ob die Akademikertochter dadurch von vornherein zu den Bestimmenden gehört hat?
Freitag, 9. September 2022
Fortschritt? Wirklich? Wohin?
Fortschritt? Ob er „In disguise“ kommt? Verkleidet? In die Gaskrise verkleidet? Bei einem Blick in die Geschichte frage ich mich oft, was sich geändert hat, worin der Fortschritt liegt. Vielleicht nehmen die Dinge inzwischen durch allerlei Beeinflussungstechniken eine andere Form an. Jawohl, Fortschritt gibt es ohne Zweifel! Aber er nimmt eine andere und gemächlichere Form an, als es scheint und im Interesse gewisser Kreise zu liegen scheint...... ja, es gibt immer noch „die da oben“ und „die da unten“, obwohl es auf diese Weise gar nicht notwendig wäre. Da macht die grüne oder andere Färbung wohl auch nicht viel aus. Die herrschende Politikerkaste ist nur eine verkappte Form des Gestern, als noch alles hierarchisch geregelt war. Ob sich nicht allzu viel geändert hat, das ganze aber viel raffinierter verpackt ist? Ob das vor allem aus den USA herüber quellende Gerede von den „flachen Hierarchien“ nicht schon die Strategie ist. Wir machen und reden uns die Wirklichkeit schön? Alte Hierarchien sollten die Klasse der Bestimmer gegenüber den Bestimmten rechtfertigen und bestärken. Früher Kaiser und König, heute Geschäftsführer, Politdarsteller und Vorstandssprecher. Das Volk hat dabei als Ausweg auch diesem oder jenem Führer zugejubelt (auch der Queen!). Es war ganz klar ein Irrweg. Autokratien, Diktaturen. Ja, die Weisheit liegt nicht immer nur beim Volk. Logo. Aber auch nicht bei der Klasse der Mächtigen und den sich als "Elite" Fühlenden. Es ist wohl eine dauernde Auseinandersetzung, die sich allmählich bei steigendem Informations- und Transparenzgrad möglichst demokratisch auf die Seite der Bestimmten neigt. Revolutionsgeschwätz stört da nur. Aber Transparenz wäre wichtig. Dass Abgeordnete und Parlamente da ganz offensichtlich ein korruptes Spiel zu spielen scheinen, ist dem Übergang geschuldet. Es wird so etwas eines Tages nicht mehr stattfinden, weil im Informationszeitalter ohnehin alles heraus kommt, was früher unter der Decke gehalten wurde. Auch falsche Strukturen. Sogar Wikileaks scheint hier ein bisschen ein Lehrstück zu sein, auch wenn ihr Protagonist sich persönlcih ungebührlich aufgebläht hat und sich dafür verteufeln lassen muss. PR-Agenturen und Öffentlichkeitsbearbeiter sorgen dann dafür, dass der Schatten auch auf das Projekt Wikileaks und andere derartige Phänomene (Edward Snowden?) fällt..... nun ja, auch dies ein Phänomen des Übergangs. BER wurde dauernd verschoben, „Stuttgart 21“ genauso. Es wurde dies einfach bekannt gegeben als sei es das Normalste der Welt. Es wird ja dauernd alles verschoben und ist eine Art „Running Gag“ geworden. Eine Lachnummer mit Kosten. Abgeordnete machen mitten in der Krise erstmal Urlaub und sind nicht zu sprechen.
Ein paar Milliarden hin oder her, so etwas lassen die Mächtigen (natürlich nie explizit) verlauten. Es ist ein einziges Schelmenstück, dessen immer größer werdende Kosten „der Steuerzahler“ zu tragen hat. Dass Frau Christine Lagarde (die heutige EZB-Chefin und frühere französische Finanzministerin) ein paar 400 Millionen so eben mal ein bisschen „veruntreut“ hat, macht auch nichts. Zahlt ja der Steuerzahler. Sie hat es ja einem ohnehin Besitzenden gegeben. Die elegante grauhaarige Dame mit ihren aristokratisch arroganten Gesichtszügen macht ja einen schwierigen Job! Oder?Wirklich? Ob sie auch die ENA (Ecole Nationale d'adminstration) besucht hat, die in Frankreich die obligatorische Eingangsschranke der besitzenden und mächtigen Klasse ist? Ob die Akademikertochter dadurch von vornherein zu den Bestimmenden gehört hat?
Dienstag, 16. August 2022
Elitengebaren
Ob man sich da etwas denkt bei all diesen korruptiven und sich immer neu gruppierenden Vorgängen in Berlin? Leben in Saus und Braus, tolles Ambiente, fürstlicher, aus Zwangsabgaben finanzierter Verdienst und allzeit bereit fürs Networking? Ob da nicht ein Kennzeichen dessen offenbar wird, was sich gerne als „Elite“ sieht und bei dem die Medien bis hin zu höchsten Stellen nur allzu gerne in einer Wahrnehmungsblase der Macht mitmischen. Wieso sich eigentlich mehr als oft öffentlich-rechtlich bestallte Figuren da preis geben? Ob sie sich am sichersten überhaupt fühlen können, ob sie sich von vornherein durch ihren vermeintlichen und von tausend Sprechern erläuterten demokratischen „Auftrag“ geadelt fühlen dürfen? Der Bürger gibt’s, der Staat nimmt’s: Es scheint an manchen Stellen, dass auch die politische Klasse dieses Prinzip gerne praktiziert. Und es scheint, dass sich bestimmte Parteien näher am achtungsgebietenden Gebaren des Staates fühlen als andere. Darüber immer wieder nutzlose Auseinandersetzungen zu führen gehört wohl zum alltäglichen Handwerk dieser politischen Klasse, das ihr Gebaren gerne als „Auseinandersetzung um Grundwerte“ verkauft und stets dazu wachsweich lächelt.
Donnerstag, 28. Juli 2022
Avantgarde und "Woke"
Reiche und gute Menschen fahren gerne Tesla. Elektro-Auto, möglichst selbstfahrend, weil das in die Zukunft weist. Aventgarde oder sogar „woke“ sein, das ist es! „Wir haben ja so sehr den Anschluss verloren, dass wir dringend Tesla fahren müssen. Es gibt ja nichts anderes. Die in anderen Ländern fahren uns weg.....“, so die ausgesprochene und unausgesprochene Botschaft
als Botschaft, die nicht in jedem Fall richtig sein muss. Reiche Menschen essen entschleunigt und nur Bio, nie aus dem Supermarkt oder gar vom Discounter, - Igitt! - sie lassen sich Wellnessmassieren und verbringen das Wochenende in der Villa am See. Der Discounter ist dann doch für den Plebs, obwohl man gelegentlich schon mal auch gerne hinfährt und ein vermeintliches Schnäppchen abgreift. Sie hingegen wissen stets, wie und wo ihr Food erzeugt wurde. Bio, - immer. Möglichst erlesen und gutschmeckend sollte es schon auch sein. Die einschlägigen Ratgeber
der Starköche sind alle durchgearbeitet und gesichtet. Auf dem Rückweg vom Bergausflug im Auto die Mutter anzurufen, einen
Blick auf die Börsenkurse werfen und während des Wochenendputzens einem Hörbuch mit Spanisch-Vokabeln zu lauschen: Man muss
lernen, mit Möglichkeiten umzugehen, sie für sich zu nutzen. Die Freizeit- und Bespassungsindustrie bietet diesen reichen Leuten den industriell in
Reihe erzeugten Fun, dessen Kosten für die Umwelt in diesem Falle vernachlässigt werden, denn ihr Ego ist ja heilig und dementsprechend hoch honoriert: Elite darf das, was andere nicht dürfen. Verstehen ist überflüssig. Machen und Tun wichtig, koste es, was es wolle. „Gestalten“. Entspannungstechniken aller Art oder Herkunft bereiten zu neuer Leistung auf. Menschenführung ist
selbstverständlich, das Personal braucht das. Starpädagogen liefern im Think Tank die Motivation und die Argumentationen. Verstehen braucht man das ja nicht, nur Wiederkäuen, das darf schon sein. Die richtige Phrase zum richtigen Moment zur Hand haben. Von der Festplatte entladen und damit schwallen können, das ist es.
Prekariat? Digitalisierung. Nun ja, muss halt sein. Ist der Preis der
Vielen dafür, solange es mich als „Elite“ ja nicht betrifft. Der Preis für den Fortschritt (im Portemannaie)
Mittwoch, 29. Juni 2022
Momentaufnahme
Die Dichter unserer Zeit versichern sich gegenseitig ihrer verlorenen Wichtigkeit, indem sie sich gegenseitig Preise verleihen und öffentliche Briefe verfassen. Ansonsten spielen sie Murmeln, die auch schon mal schöner waren. Sie siechen, denn sie haben ihre Funktion längst verloren, Buchdruck ist ohnehin veraltet, Internet is here to stay. Gewiss, Reflexionen müssen sich einen Weg ins Bewusstsein bahnen, der manchmal lang, windig und mühevoll ist. Nur, wer will das schon in einer Welt der schnellen Kicks und Kitzel? Zwischen Stop und go, Standup und Comedy, Gewinnspiel und Kampagne, Krieg und Frieden?. Ausgefranst in den Medien, zerstäubt im Internet….die ruhige Überlegung fällt auf sich selbst zurück. Jetzt treibt das Wachstum die Beschleunigung um jeden Preis und das Echo verhallt im Nichts. Identität, Kultur. Zerrieben und pulverisiert zu Erbhöfen und Besitzständen. Wanken, Umfallen, Stürzen? Alles egal, solange es gemanagt wird.
Umsatzrückgänge sind ein vorüber gehendes Wetterleuchten, Bailout rettet die Großen. Raus pauken. Der Staat in Gestalt seiner Elite-Kretins schaufelt Milliarden in dieses Grab und schüttet es mit Steuermoneten zu. Um Akzeptanz braucht er sich kaum zu bemühen. Seine Repräsentanten sind meist auf eioner Liste abgesichert gegen eine (Ab-)Wahl. Die Städte sind überwuchert von Bedeutungslosigkeiten. Die Hohlheit füllt uns aus. Sie wird eingefüllt und die meisten merken esgar nicht. Schnell, schnell, katuell - Inhalt egal. Legal, den vorgeschrieben Wegen entlang abgeschöpft. Gemolken. Von Bürokratien, von Anzugträgern beiderlei Geschlechts, von Sesselfurzern und Aasgeiern in fetten Sechs- und Achtzylinder-Limousinen. Unterwegs im Offroader auf der Autobahn. Green washed: Elektro! Hauptsache wir sind sicher! Die anderen werden wir dann im Falle des Falles schon zermalmen! Alle müssen sparen und haben das verinnerlicht. Sämtliche Gürtel sind enger geschnallt. Repräsentanten erkennen Wichtigkeiten. Verdichtung allenthalben, aber keine Intensität, sondern fortwährende Lüge. Es bröckelt laut weiter....immer weiter.
Montag, 23. Mai 2022
Pragmatische Demokratie
Demokratie scheint auf mannigfache Weise in der Defensive zu sein. Überall scheinen Autokratien auf dem Vormarsch. Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung, ist zu einer Leitidee der Wirtschaft geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur
wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Büger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger dieKomplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum
eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus
setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu
erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA
eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und
dem Philsosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der
Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen
Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer
Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus
einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte
seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen
Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle
zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt, Zusammenballungen
von sogenannten „Experten“, die die ausführenden Eliten beraten solle,
also Forschungsvereinigungen etc. Der mündige Bürger galt ihm nichts.
Lippmann ging es darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe.
Dewey hingegen ging es darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe.
Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie seien gekennzeichnet
durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und hätten einen Mangel an
Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus
unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer
Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von
Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem
der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder
auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie
sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten
bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem
der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das
ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den
„freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt.
Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu
schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? -….Demobilisierung?
Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine
Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum
intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevaten
Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der
öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine
Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger
abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der
Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten,
erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung
jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu
sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist
etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse
insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden
Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“
untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und
soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den
Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich
sind“. In seinem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch
organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philosoph des
Pragmatismus geschrieben.
Donnerstag, 31. März 2022
Demokratie und Pragmatismus
Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung, ist zu einer Leitidee der Politik und der Wirtschaft
geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Büger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der
Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger die Komplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu erfassen vermag? Was ich dazu in Politikwissenschaft mitgekriegt habe?
Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und dem Philosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle zu. „Think Tanks“ sind - vereinfachend dargestellt -, Zusammenballungen von sogenannten „Experten“, die die ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc.
Der mündige Bürger galt ihm nichts. John Dewey sah sich in der Tradition der Aufklärung, Lippmann ging es eher darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe. Dewey ging es auch darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie seien gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile. Zudem hätten sie einen Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit bestehe aus
unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem der meisten heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, die den „freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt. Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt?
Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevaten Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten, erinnert? Die Formung, Formatierung und Lenkung der öffentlichen Meinung jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern dies ist etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“ untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind“. In seinem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philosoph des Pragmatismus geschrieben (!!)
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