Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Führer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Führer werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 12. Mai 2025

Faul, träge im Müßiggang

Wir nehmen uns etwas vor. Ab morgen wird das besser mit uns, ist ja auch vernünftig. Bevor uns ein starker Mann (!) sagt, wie das gehen soll. Oder eine Partei der Bestimmer, Steuerabzocker und Besserwisser. Doch jetzt gilt es , gerade jetzt ist es am günstigsten. Also den nächsten Flug gebucht in den Kurzurlaub. Im Wirtshaus noch schnell das Schnitzel bestellt. Mit dem Auto noch schnell wohin gefahren, weil wir das schon immer so machten. Überzeugungen und Gewohnheiten. Trägheit. „Ich doch nicht!“. Ja klar, es soll nach dem Willen der Industrie auf den Einzelnen herunter gebrochen werden. Da machen wir nicht mit, denn wir sehen ja glasklar die politische Dimension. Jetzt erst mal nichts anderes probieren. Das läuft alles automatisch in uns ab. Routinen. Verhaltensmuster. Ein Bedürfnis zur Kontinuität. Es geht weiter. Mit der Abwehr von allzu großem Veränderungsdruck. Vielleicht auch, um Dauerreflexion und Notwendigkeit von Begründungen latent zu halten. Gewohnheiten, Routinen, Lebenspläne. Mündet in einen Konservativismus. In eine Trägheit. Letztenendes eine Bekräftigung der Macht des Faktischen: alles ist so, weil es so ist. Wirklichkeit. Stabilität. Ein Bild der Realität.

Montag, 5. Mai 2025

Starkult

Starkult? Geht oft mit Führerkult zusammen. Darin liegt etwas Gefährliches der Popszene. Sie übt Verhaltensmuster ein. In einem Blog schrieb ich über Charisma: „Das Problem ist, dass bestimmte Leute meinen, sie und nur sie seien im Besitz der absoluten Wahrheit. Nach eigener Einschätzung berechtige sie das zu allem. Auch dazu, Leute umzubringen. Schon Lenin hat diese gefährliche Haltung vorgemacht. Ein Schlächter. Stalin hat das dann perfektioniert, indem er Millionen hat über die Klinge springen lassen. Gewisse Intellektuelle haben viele Jahre danach seine gefährlichen und mörderischen Phrasen nachgeplappert. Peinlich. Auch dieser unsägliche und spießbürgerliche Honecker hat sich daran beteiligt. „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf“. Sein Spruch. Und Walter Ulbrichts berühmtes Diktum (kurz bevor er seinen Spießgesellen Erich Honecker die Mauer hat errichten lassen): „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten...“ Nachgeordnete Spießgesellen haben solchen Nonsensbonmots Beifall geklatscht. Und es mit Mord und Totschlag umgesetzt. Es gab allzeit immer zu viele Spießgesellen, Umsetzer. Später sind die Machthaber dann doch aufgehalten worden, hauptsächlich von denen, in deren Interesse sie zu handeln glaubten, - was sie für sich jederzeit klar in Anspruch nahmen. Alte unsägliche Knattle-Opas sind übrig geblieben. Sind geflohen. Konnten unter Tausenden nicht „belangt“ werden. Haben sich geduckt, so, wie sie sich immer geduckt haben, um „anzukommen“. Doch ihr totalitärer Macht- und Kadergedanke, er lebt in den verschiedensten Formen fort. Er scheint für die Durchblicker aller Zeiten allzu anziehend und verlockend, - auch und gerade in den sich selbst so definierenden parlamentarischen Demokratien, die in Wirklichkeit weitgehend von den Wirtschaftsoligarchien und ihren Lobby-Handlangern beherrscht werden. Nur, dass das in heutigen Zeiten zeitgemäße und allzu „moderne“ Formen gefunden hat. „Forschungsinstitute“, Think Tanks und Berater segnen alles ab, führen hin, reden ein und setzen es im Namen ihrer vorgeschobenen öffentlichen Figuren nach allen Regeln ihrer „Kunst“ um. Immer noch besser als das, was ein amerikanischer Präsident jetzt vorführt.

Mittwoch, 16. April 2025

Folklorismen?

Mir scheint, es war mal wieder ein Fest der Lüge und Heuchelei. Alleine schon, das religiöse Pathos, der unendliche Reichtum, darunter – wie jeder weiß - die Ebene der erbarmungslosen Obdachlosigkeit, der bitteren Armut und gewalttätigen Drogensucht. Ob das Folklore ist, die halt dazu gehört? Diese „Verklärung“?. Oder ob das Zurücksetzen zu einer Tradition des neunzehnten Jahrhunderts Programm ist? Regression? Ob man da gerade hier in Deutschland seine Erfahrungen hat, mit Figuren des harten Führens, die sich alles, einschließlich des Rechtssystems, gefügig machen und damit sogar einem Bedürfnis der Leute nach einer „starken Hand“ entgegen zu kommen scheinen? Rücksichtslosigkeit als Programm, Gewalt als Methode. Nun, das war schon mal da. Hier. Mögen Teile heutiger auf Konsum und Geld ausgerichteter Gesellschaften ihren Beifall darüber ausgießen, es scheint mir das dann doch einseitig und ein bisschen zu dick aufgetragen, ein bisschen zu sehr „kitschy“ und pathetisch. Clownerien des Showgeschäfts als Politik. Versprechen von Größe, Stolz und Wohlstand gehen einem hierzulande nicht so leicht ein. Einer Masse von Menschen aber gefällt das, geht das ein und ergreift sie emotional. Das Durchsetzen von Interessen mit Gewalt, das Versprechen von Stärke und „Wohlstand“, Recht und Ordnung….: da stehen sie auf und klatschen Beifall.

Donnerstag, 7. November 2024

Blick zurück

Das war mein Alltag. Man ließ bei seiner Besprechung Ironie walten, was nicht wahrgenommen wurde. Man hatte Veranstaltungen zu besuchen, die Comic-artige Helden aufbot und in vieler Hinsicht ins Lächerliche abrutschte. Man wollte auch aus der Vergangenheit herleiten und den Tribalismus mit all seinen Zeichen verstehen. Man war bemüht und wollte ernst nehmen. Die alten Recken blamierten sich so gut sie konnten und man selbst ließ Milde walten. Heute muss ich grinsen..…: Alte Schule-Halford 2000 im LKA-Der Mann war ja immer seiner Zeit voraus. Schon in den Siebzigern trug er schwarze Lederklamotten, schwere Nieten und Ketten, eine wunderbare Glatze hatte er auch zu bieten: ein charismatischer Sänger und glutäugiger Avantgardist. Als freilich der Höhepunkt der Heavy Metal-Begeisterung zu Anfang der Neunziger endgültig überschritten war, stieg Rob Halford aus seiner bis dahin so erfolgreichen Band Judas Priest aus, um das Ende des Genres zu verkünden und sich von da an in obskuren Experimenten zu verlieren. Und jetzt?..., präsentiert er sich immer noch oder schon wieder in Nieten und hat hinten auf seiner schwarzen Lederjacke einen Totenkopf drauf. Ob das nicht ein bisschen wenig ist? Ach ja, auch musikalisch ist er zu dem zurückgekehrt, was er offensichtlich kann: Heavy Metal der alten Schule. Im ausverkauftem LKA präsentierte sich Halford als Band und schlagkräftige Einheit, die die alten Judas Priest jederzeit rechts überholen würde. Natürlich, die Hand mit dem Zeigefinger und dem kleinen Finger ausgestreckt, das muss sein und ist schon traditionell der Gruß zwischen Publikum und diesem Metal-Rocker. Ein Schelm, wer sich noch Böses dabei denkt. Und tatsächlich, Halford hat sich inzwischen die Glatze tätowieren lassen: auch nicht schlecht. Doch dann geht es zügig los mit "Ressurection", dem Titelstück des neuen Albums. Unser Held brüllt so richtig charismatisch und quiekt in den höchsten Tönen, - alles wie gehabt. Und seine vier Begleiter, sie bedienen den Metal-Hammer prächtig. Bei "Made in Hell" rockt der Fünfer gar höllisch und nach "Stained Class" grinst Halford so diabolisch, als wolle er sich über seine Fans lustig machen. Aber nein, lieber schenkt er ihnen noch eine Salve der Judas Priest-Klassiker, von "Electric Eye" bis hin zu "Breaking the law". Das LKA kocht, die Band auch, und am Ende sind's alle zufrieden. Nochmal auf den rostigen Amboss geschlagen, nochmal die alten Phrasen gedroschen. Lass gut sein.

Donnerstag, 3. Oktober 2024

Popidentifikation

Ich habe versucht, anders zu reflektieren. Am 17.3. 2018 schrieb ich in meinem Blog „ubpage.de" unter der Headline „Gegen den Stachel löcken“: „Aus einem Brief. Ob ich ihn abgeschickt habe? Ich weiß nur noch, dass er auf einen Shitstorm reagieren wollte, der etwas unerwartet über mich hereinbrach und der allzu oft das bekannte Argument von den Vielen, die sich nicht irren können, über mich brachte. „Das Führertum und die religiöse Verehrung kommt heutzutage in Gestalt von Showgrößen daher, die Profit für sich maximieren wollen..… das hat man voraus zusetzen. Doch das kann man immerhin doch auch ordentlich machen, ohne die Massen mit plumpen Tricks zu verarschen. Diese „Tricks“ und Reflexe zu benennen ist auch meine Aufgabe.... das immer wiederkehrende Muster....das könnte man womöglich „von außen“ kommentieren, d.h. In einer gewissen Distanz dazu.... z.b. ist „Partyfeeling“ eine bewährte Methode, eine Masse zusammenzuschweißen... Spielverderber zu spielen ist mein Job, zumindest: die Dinge benennen.... es ist alles nicht nur so unschuldig, wie das immer reklamiert wird. Sondern es wird auch Gleichschaltung eingeübt... Sich fanatisch identifizieren mit jemandem und keine andere Meinung dazu gelten lassen, das erinnert doch stark an bestimmte Formen des Fundamentalismus, jedenfalls ist nicht unbedingt Toleranz oder behutsame Annäherung eine Eigenschaft, die solche Leute auszeichnet..... Für gewisse Medien gilt: Wer nur lobt und großartig findet, der wird darin nicht mehr ernst genommen, denn er will ja das andere nicht mehr sehen, er hat sich dafür entschieden, alles geil zu finden. Das ist es aber ganz offensichtlich dann doch nicht... Werbung und Promotion kann einem auf diese Weise unmerklich zur zweiten Natur werden. Man ist dann willenloses Rädchen im Getriebe von Interessen... mich hingegen interessiert primär die Musik, dann das Image und die Mechanismen, die jemanden erfolgreich machen.....(in dieser Reihenfolge). Die Massen reagieren ja meist auf grobe Klötze, auf sehr einfache Muster..... das liegt im Wesen von Massen.., es gibt auch eine andere Würdigung als diejenige, die die Frage stellt, wie vielen Leuten eine Darbietung gefallen hat. „Super“ „geil“ und all sowas... das ist doch total dumpf, aber ein paar Dinge aus diesem dumpfen Empfinden aufscheinen zu lassen, sie zu formulieren und ins Wort zu bringen, könnte auch eine Aufgabe einer Kritik sein. Es muss erlaubt sein, zur einhelligen Begeisterung „von der Seitenauslinie aus“ ein paar kritische Fragen stellen, Einwände machen..... die müssen nicht immer richtig sein....“

Sonntag, 28. April 2024

Wohlstand und Wir

Die Zeiten, in denen „wir“ führend in jeder Hinsicht waren, könnten vorbei sein. Aber „wir“ könnten umschalten und den „Wettbewerb“ akzeptieren. Wir könnten beispielsweise anstreben, unsere Gesellschaft trotz Führungsanspruch aus Berlin („an uns sollen sich alle anderen orientieren. Wir sind Vorreiter“) auch in Zukunft weitgehend egalitär zu halten, was heißt, ökonomisch und anders bedingte Statusunterschiede möglichst gering und die Möglichkeiten zur Partizipation auch mittels Transparenz hoch zu halten und die derzeit von allen Seiten auf uns einströmende Polarisierungstendenzen gering zu halten („Die Schere zwischen Arm und Reich...“ u.a.). Wir könnten ernsthaft versuchen, in jeder Hinsicht eine Vielfalt zu bewahren und deren Wert gegenüber dem Einseitigen, Eintönigen, Einheitlichen klar zu sehen. Modisch ausgedrückt: das „Diverse“. Es gilt vielleicht, noch viele Dinge kennen zu lernen, mit den jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln auch den Kosmos und den größeren Zusammenhang zu erkunden, damit auf Tuchfühlung zu bleiben. Angesichts der vielen digitalen Verblödungsmechanismen könnten wir versuchen, uns Wissen anzueignen, um mit Wissen/Fakten besser umgehen zu können, es in einen Zusammenhang bringen zu können. Es gilt auch zu verschieden motivierten Führerfiguren auf Distanz zu bleiben, sich niemals auszuliefern, sondern sich selbst und die Möglichkeiten des eigenen Selbst dagegen zu setzen...., dies mag auch eine mögliche Haltung zu Verdinglichung und Entfremdung sein, die uns in mannigfacher Gestalt begegnen und uns samt unserem Umgang schleichend aufzufressen drohen. Es gilt, Spannungen und das Nichtwissen auszuhalten, Widersprüche zu ertragen und sie nicht in eine falsche Einheit auflösen zu wollen. Wir sollten auch eine Distanz zu kollektiven Zusammenhängen wagen und keinesfalls eine fremdgeleitete Identität daraus ableiten. Uns nicht bestimmen zu lassen, sondern uns selbst zu bestimmen, könnte ein Ziel sein. X x The days when “we” were leaders in every way may be over. But “we” could switch and accept “competition”. For example, we could strive to keep our society largely egalitarian in the future, despite Berlin's claim to leadership (“everyone else should follow us. We are pioneers”), which means that economic and other status differences are as small as possible and the opportunities for participation too to keep it high through transparency and to keep the polarization tendencies that are currently flowing towards us from all sides low (“The gap between rich and poor...” etc.). We could seriously try to preserve diversity in every respect and to clearly see its value over the one-sided, monotonous, uniform. To put it fashionably: the “diverse”. Perhaps there are still many things to get to know, to use the means available to explore the cosmos and the larger context, and to stay in touch with it. Given the many digital dumbing down mechanisms, we could try to acquire knowledge in order to be able to deal with knowledge/facts better and to be able to put them into context. It is also important to stay at a distance from leaders with different motivations, to never surrender yourself, but to set yourself and your own possibilities against them.... this may also be a possible attitude towards reification and alienation, which we face in many different forms encounter and threaten to slowly consume us and our interactions. It is important to endure tensions and ignorance, to endure contradictions and not to want to dissolve them into a false unity. We should also dare to distance ourselves from collective contexts and under no circumstances derive an externally derived identity from them. Not letting ourselves be determined, but rather determining ourselves could be a goal.

Samstag, 23. März 2024

Was passiert?

Es beschleicht hier in schland einen das Gefühl, als würde die Schlinge um den Hals langsam zugezogen. Figuren, die ihre Person zu Markte tragen und „etwas werden wollen“, labern als Talking Heads etwas aus dem Fernsehgerät heraus. Energie- und Klimawende. Ja klar. Ob man aber diesen Leuten vertrauen kann. Die Deutschen machen sich wohl ernsthafte Sorgen um ihren „Wohlstand“. Manche Regierungschefs scheinen auszuticken und veröffentlichen Fotos, strotzend vor toxischer Männlichkeit, inspiriert von einem, der dies Bild einer Stärke in wechselnden Posen zur Schau trägt und damit seine Leute hinter sich zu versammeln scheint, was schon das erste Problem markiert: Seltsam, dass diese alten Trick immer noch so funktionieren! Ob etwa die Masse der Leute Stärke und die Gewalt anbetet, die vom Charisma besoffen glaubt, sich alles verschaffen zu dürfen (wie etwa Hitler, Stalin und andere Polit-Schurken). Oder gibt es auf der anderen Seite irgendwelche Zögerer und Zauderer, die das ihren Leuten als „Besonnenheit“ verkaufen? (Die scheinen das auch noch selbst zu glauben). Das Gesundbeten von Situationen nach dem Muster „Es wird schon alles gut“ scheint bei den Anführern in Mode. Klimawende? Strom wird massenhaft erzeugt, ohne dass man eine geeignete Ableitung dafür hätte. Der Strompreis ist enorm hoch, weil ja, wie lange verkündet wurde, die Sonne keine Rechnung schickt. Natürlich wird auch der eigene Clan der Ja-Sager und Claqueure (wozu gelegentlich auch die Journalisten gehören) unter Adressen von „Verbänden“ mit gut honorierten Posten versorgt. Dazu werden genehmen Privatfirmen großzügige Zuschüsse verschafft. Denunziation (welch übles Wort! Technokraten haben dafür schon eine eigene Terminologie entworfen) soll in Mode kommen, wer nicht den rechten Weg einschlägt, wird wohl fertiggemacht. Alle sollen auf die Bahn umsteigen, weil die ja ach so umweltfreundlich sei (und was ist mit den Diesel-Lokomotiven?). Doch die Bahn ist marode. Pünktlichkeit? Geschenkt! Fahrgastfreundlichkeit? Ach herje! Es herrscht in einem Staat wie diesem offenbar das Bedürfnis nach Mobilität. Ein paar Leute versuchen dem zu entkommen, indem sie das Flugzeug buchen. Ein paar andere trauen ihrer Partei zu, zu wissen, wie alles geht und wie man noch schnell die Welt rettet (peinlich, dass andere Regionen, wie etwa California, in diesem Thema sehr viel weiter sind). Keine Sorge, mit dem Klimawandel kann ja alles begründet werden. Auch totalitäres Verhalten, dass darin mündet, dass man andere Meinung nicht mehr zulässt, sondern mit der Macht der Vielen niederbrüllt.

Mittwoch, 20. September 2023

Abhängigkeiten

Aus einem früheren Blog! Aus gegebenem Anlass noch einmal ausgegraben: "Sich aus selbst gewähltem Entschluss da rein finden, in Abhängigkeiten, in ein Abhängigkeitsverhältnis, ausgeliefert sein, sich unterwerfen an eine(n) Tonangeber(in), in und an inferiore Positionen, das scheint für viele Menschen etwas Reizvolles zu sein. „Ihr“ oder „Ihm“ partout gefallen wollen? Ob's damit alltäglich anfängt? Ich höre den Satz „Ich habe es mir ja selbst ausgewählt“. Das hat große Ähnlichkeit mit einem Masochismus, dem ja nicht nur viele Mächtige dieser Gesellschaft frönen sollen. Auch die Popmusik ist als Spiegel der gesellschaftlichen Bedürfnisse voll davon. Sich mal unter kontrollierten Bedingungen so richtig auspeitschen lassen, wenn man ansonsten unter unkontrollierten realen Bedingungen immer Untergebene zusammenscheißt: Das hat etwas. Etwas Ausgleichendes und Entspannendes, das gerne mal ans Sexuelle gekoppelt wird (das einzelne Personen gerne ans Sexuelle koppeln), wofür man natürlich nichts kann, sondern nur die Gesellschaft. Die ist überhaupt an allem schuld, wobei man „schuld“ in der Psychiatrie nicht sagen darf. Mit der Verantwortung soll es ja auch so eine Sache sein. Ich stehe vis-avis und staune. Jeder, wie er will, so denke ich und mache mir noch ein paar Gedanken mehr. Jegliche Orientierung, jede Selbstbestimmung an andere abgeben: so hat ja auch mal der Nationalsozialismus funktioniert. Der, der oben war, war der Führer. Unkontrolliert, unumschränkt, total. Es scheint ein sozialer Mechanismus zu sein, das auf einem Bedürfnis fußt, über das man korrekterweise nicht sprechen darf. So etwas könnte man auch „Tabu“ nennen. Aber es soll kein Spiel gewesen sein". x From a previous blog! Excavated again for a given reason: "To find oneself out of a self-chosen decision, in dependencies, in a dependent relationship, to be at the mercy, to submit to a tone setter, in and to inferior positions, that seems to many people to be something attractive. Wanting to please "her" or "him" absolutely? Does it start with it every day? I hear the sentence "I chose it myself". This is very similar to masochism, which not only many powerful people experience Indulge in society. Pop music, too, as a mirror of social needs, is full of it. Letting yourself be whipped under controlled conditions when you usually shit on subordinates under uncontrolled real conditions: There's something about it. Something balancing and relaxing that likes to touch it is linked to the sexual (which individuals like to link to the sexual), which of course you can't do anything about, but only society. She's to blame for everything, although you can't say "guilt" in psychiatry. It should also be something like that with responsibility. I stand vis-avis and marvel. Everyone as he wants, that's what I think and I think about it a few more times. Handing over any orientation, any self-determination to others: that's how National Socialism once worked. He who was above was the leader. Uncontrolled, unrestrained, total. It seems to be a social mechanism based on a need that one is not properly allowed to talk about. Something like that could also be called “taboo”. But it shouldn't have been a game".

Montag, 31. Juli 2023

Unter

Sich aus selbst gewähltem Entschluss da rein finden, in Abhängigkeiten, in ein Abhängigkeitsverhältnis, ausgeliefert sein, sich unterwerfen an eine(n) Tonangeber(in), in und an inferiore Positionen, das scheint für gewisse Menschen etwas Reizvolles zu sein. „Ihr“ oder „Ihm“ partout gefallen wollen? Ob's damit alltäglich anfängt? Ich höre den Satz „Ich habe es mir ja selbst ausgewählt“. Das hat große Ähnlichkeit mit einem Masochismus, dem ja nicht nur viele Mächtige dieser Gesellschaft frönen sollen. Auch die Popmusik ist voll davon. Sich mal unter kontrollierten Bedingungen so richtig auspeitschen lassen, wenn man ansonsten unter unkontrollierten realen Bedingungen immer Untergebene zusammenscheißt: Das hat etwas. Etwas Ausgleichendes und Entspannendes, das gerne mal ans Sexuelle gekoppelt wird, wofür man natürlich nichts kann, sondern nur die Gesellschaft. Die ist überhaupt an allem schuld, wobei man „schuld“ in der Psychiatrie nicht sagen darf. Mit der Verantwortung soll es ja auch so eine Sache sein. Ich stehe vis-avis und staune. Jeder, wie er will, so denke ich und mache mir noch ein paar Gedanken mehr. Jegliche Orientierung, jede Selbstbestimmung an andere abgeben: so hat ja auch mal der Nationalsozialismus funktioniert. Der, der oben war, war der Führer. Unkontrolliert, unumschränkt, total. Es scheint ein sozialer Mechanismus zu sein, das auf einem Bedürfnis fußt, über das man korrekterweise nicht sprechen darf. So etwas könnte man auch „Tabu“ nennen. Aber es soll kein Spiel gewesen sein.

Samstag, 27. August 2022

Beobachtungen

Ich gehe morgens raus, muss im Garten agieren (es soll ja „sauber“ sein) und werde gewahr, wie die Nachbarskinder sogar noch auf der Straße und gut hörbar dressiert werden. Sie sollen auf keinen Fall dies und das machen, - so ist zu vernehmen - sie sollen dafür viel mehr auf eine Existenz als Anführer und Angehörige einer gesellschaftlichen Klasse der Führer und Tonangeber hinarbeiten. Ich glaube es kaum, solche Klischees wahrnehmen zu müssen. Wo bin ich? Welche Leute wohnen hier? Die Kinder steigen zusammen mit ihrer Mutter in einen dicken, fetten SUV. Ich habe keinerlei Mitleid mit diesen Kindern, die eines Tages andere Kinder befehligen und kommandieren werden, während die Älteren ein lässiges „So ist’s halt“ samt smartem Grinsen fallen lassen. Diese Älteren, zu denen auch die gehören, die früher vielleicht mal von einer besseren Welt träumten und in den richtigen Dosierungen ein Rebellentum pflegten, das damals gerne gesehen war, - so wie das heute vielleicht der Bewegung „Fridays for Future“ zugemessen wird.

Dienstag, 26. Juli 2022

Vorne dran

Manche waren stets vorne. Gaben die Leithammel, die anderen sagten, was Sache ist. Die wussten, worum es ging. Die nicht warteten, sondern etwas taten. Ein blödes Gefühl überkam uns da. Wir sahen sogar auf sie herab. Die Überangepassten waren uns suspekt. Diejenigen, die in der Schule und „im Leben“ überall Einser hatten. Die weit vorne waren. Die Musterschüler. Die Stipendienerhalter. Als „Primus“ bewährt. Die „Durchsetzungsfähigen“. Die „Karrierebewussten“. Die überall vorne dran waren. Die unbedingt Medizin studieren wollten. Die als „große Begabungen“ galten. Die „Schlauen“. Dahinter vermuteten wir die falschen Gründe. Wohl auch zu recht. Die schienen dem System allzu willfährig zu sein. Zu anpassungsfähig. Aus unserer Perspektive. Wir wollten da nicht mithalten. Denn wir glaubten uns im Recht. Pointe: Später schnitten sie uns eine lange Nase, die Karrieristen. Sie hatten alles richtig gemacht. Wir nicht. Sie hatten ihre Karriere gemacht. Wir hatten unseren Niedergang zelebrieren müssen. Sie waren beispielsweise auf dem Ticket einer Partei voran gekommen und, waren in die entscheidenden Gremien eingerückt. Wir hingegen hatten uns mit nichts identifizieren wollen und können. Wir beobachteten, versuchten, zu analysieren und hielten uns im Übrigen Optionen offen. Dass das ein Luxus war, erkannten wir zu spät. Der Ehrgeiz fehlte uns. Der Wille, voran zu kommen und "etwas aus sich zu machen". Den Preis hatten wir später zu bezahlen. Das „Gestalten wollen“ (was eine andere Formulierung für „Macht ausüben“ ist) übte auf uns keine Anziehungskraft aus. Wir machten uns keine Illusionen. Also sackten wir ab. Schnell, intelligent und offen zu sein lehnten wir als Vorzeigeeigenschaften ab. Das war man auf eine eher selbstverständliche Art. Understatement: Nicht aufdringlich sein. Die Gesellschaft hat sich freilich so weiter entwickelt, dass sie das nicht honoriert, sondern negativ sanktioniert, dass sie das abstraft. Es scheint nämlich darauf anzukommen, etwas zu zeigen, vorzutäuschen, was nicht unbedingt da sein muss. Es gilt die Verkaufe, nie der Inhalt. Blender werden belohnt. Phrasen abspulen können, das wäre es. Überzeugungen zu haben, ist dagegen nicht sehr beliebt. Es gilt vielmehr, „die richtigen“ Überzeugungen zu haben.

Sonntag, 25. Juli 2021

Wo wir stehen

Ein paar grundlegende Gedanken sind uns durch den Kopf gegangen: Die Kapitalisten und ihre modernen Vertreter, die Manager und Geschäftsführer, sind nur die Rücksichtslosesten, die Brutalsten, Gerissensten, die Tückischsten und Gierigsten, die es innerhalb des als legal definierten Parketts (was in Wirklichkeit die Kür des Könnens ist, - und nicht das Kriminelle) gibt, die sich in diesem Sinne immer mehr entwickeln und ganz nach vorne an die Spitze zur Elite kommen (ohne Rücksicht auf Verluste). Sie sind Menschenführer, die im Wettbewerb stehen, die "competetive“ sind. Nach einer Phase der Leistungsgesellschft bekommen die Manager derzeit ihr maßlos überhöhtes Gehalt dafür, das sie rücksichtslos sind und mit anderen Menschen wie mit Zahlen und Dingen umgehen, sie ins Elend stürzen, sie entlassen und als Kostenfaktor behandeln. So müsste man sie sehen. Da sie aber die Wirklichkeit und die Deutung der Wirklichkeit durch die Medien kaufen (!), werden sie überall als die Helden dieser Wirklichkeit abgebildet, verherrlicht und interpretiert. Sie werden verherrlicht und als Bestimmer alles Seienden gefeiert. Wo da die Bestimmerinnen bleiben? Ob sie etwas speziell Weibliches beizutragen haben oder ob sie sich in ihren Kostümen nur besonders gut an den Betrieb anpassen konnten?

Montag, 2. März 2020

Zeit spielt mit Alter

DIES IST EIN TEXT, DEN ICH VOR FAST ZWEI JAHRZEHNTEN AUFGESCHRIEBEN HABE. ER TRÄGT VIEL ZEITGEIST, STRAHLT ABER AUCH BESTÜRZENDE AKTUALITÄT AUS:


Du wunderst dich. Wie geht das? Alle beklagen sich, dass es ihnen finanziell schlecht geht. Alle müssen tiefe Einschnitte hinnehmen. Niemand hat Geld, alle haben Angst. Und draußen fahren die dicken Limousinen, denen du nachschaust und deren Wert deinen kompletten Lebensabend sichern könnten. Denn: alle sollen ja jetzt an ihre private Absicherung denken. Gleichzeitig werden Arbeitsplätze abgebaut, es gibt immer weniger Geld, was dafür eingesetzt werden könnte. Viele haben reichlich damit zu tun, ihre Existenz von Tag zu Tag abzusichern. Wie soll man das an konstruktive Altersvorsorge denken? Die Regierung besteuert offenbar Betriebsrenten zusätzlich, um Geld für die Krankenversicherung zu haben. Die Mindestverzinsungen für Lebens- und Rentenversicherungen werden gesenkt. Ist eine Rentenversicherung da noch eine reale Möglichkeit?

Die Reichen tragen ihren Reichtum immer hemmungs- und schamloser zur Schau und werden dafür vom darbenden Volk beklatscht. Die Leute träumen sich hinein in eine bessere Existenz,in diejenigen, die Glück gehabt haben. In diejenigen, die etwas besonders gut können. Wie Michael Schumacher, der gut Auto fahren kann. Brot und Spiele. Arrogante Gesichter, wie jenes von Boris Becker, werden angebetet. Die absurde Personifizierung des Leistungsprinzips. Oder Verona Feldbusch. Die groteske Verneinung des Leistungsprinzips. Werden Nobelpreisträger angebetet, Personen, die in Entwicklungsländern Dienst am Menschen tun, die helfen und Erfahrungen weitergeben? Menschen, die etwas zu sagen haben, die Charakter haben? Es werden Charakterdarsteller, Schauspieler, wie sie zu Massen in den Talkrunden sitzen, angebetet. Der Schein regiert absolut, während die Realität immer mehr durch die Fugen und Ritzen drängt.
Von Politikern, die nie einen Gedanken an ihre Altersvorsorge verschwenden müssen, wird uns mit ernstem Augenaufschlag gesagt, dass kein Geld mehr für die Rente da ist. Dass es nix mehr zu verteilen gibt. Dass alle den Gürtel enger schnallen müssen. Desgleichen von Vorstandsvorsitzenden, die sich gerade eben, in den schlechtesten Zeiten, die Aufbesserung ihres Salärs um lächerliche 50 und mehr Prozent selbst genehmigt haben und völlig davon überzeugt sind, dass sie das 500fache eines Facharbeiters verdienen müssen, weil sie ja so viel wert sind, weil das, was sie tun, so viel wert ist. Logisch, denn sie haben ja auch mehr Verantwortung. Die Verantwortung, an Intrigen von Ihresgleichen und ihren eigenen Profilierungsneurosen scheitern und dann eine dicke Abfindung kassieren zu müssen. Draußen zu stehen, und sich dann mit ein paar lumpigen Aufsichtsratsposten über Wasser halten zu müssen. Diese Gesichter  sind ja so aussagekräftig. Die besserwisserische Arroganz ist einen tief eingraviert.Die Tonangeber. Die Dirigenten. Einer muss ja führen, o heißt es im Volksmund, - sonst passiert nie etwas. Sie sind ja nur aufgrund ihrer Rücksichtslosigkeit ganz nach oben gekommen, Sie haben das Karrierespiel besser als andere gespielt. Dies ist ein System, das die Raffgier und die Rücksichtslosigkeit planmäßig fördert und es aus dem Menschen herauskitzelt.

Montag, 26. August 2019

Fußballerreichtum

Was ich neulich las? Dass Fußballer gerne versuchen, ihren absurden Reichtum noch durch illegale Tricks zu vermehren. Ich musste grinsen und dachte, dass es dafür genug Beispiele gibt. Gleichzeitig werden diese Leute von der Masse ihrer Anhänger verehrt und in einer Art von industriell beeinflusster Religion geradezu geheiligt. Sie sind wohl die Spitze dessen, was der Fußball bieten kann. Und der Fußball ist hier die populärste Sportart überhaupt. Deswegen sind diese „Stars“ hierzulande so populär. Der Fußball trägt die Möglichkeit in sich, allein durch seine mitreißende Dramatik und durch seine Dynamik populär zu sein. Er bräuchte keine Stars. Doch die Anhänger dieser Sportart scheinen „Stars“ zu brauchen. Jawohl, - brauchen. Dass diese Stars sie dann nach Strich und Faden betrügen, wird gerne nachgesehen. Auch die Funktionäre gefallen sich darin, unsägliche Stückchen dieser Art abzuliefern. „Ich würde es auch so machen“,, so höre ich schon die Kommentare, die sich übrigens auf sämtliche Stars sämtlicher Sportarten beziehen könnten. „Mensch seien sie geblieben“ heißt es dann meist in wortreichen Rückblicken zu ihrem Aufhören. Ach ja. Das berührt einen. Doch es gibt weltweit viele Sportarten, die längst nicht so viel Geld bewegen, wie der Fußball. Aus Spass an der Freud‘ üben manche Menschen auch ihre Sportart aus. Die dürfen dann zu Olympia fahren und die zehnten Plätze belegen. „Hauptsache, dabei gewesen“, so höre ich schon die Kommentare. Ein paar können auch gewinnen. Die sind dann die Stars für Tage und – bestenfalls – Wochen. In vier Jahren werden neue Stars geboren.

Freitag, 14. Juni 2019

Ihr Kinderlein, kommet......

Unter anderem im Blog von 30.4. habe ich es gestreift, in meinem Blog „Integrationsfalle“ auf ubpage.de habe ich den Sachverhalt im Bereich der Musik anhand von Rock und Punk überdacht: „Fridays for Future“ scheint nun ein Paradebeispiel dafür zu sein. Das „Eingemeinden“, das „Integrieren“ bestimmter Bewegungen, die schnell etabliert, zu einem Teil des Systems zu werden scheinen. Deutsche Politiker haben es mit der „Umarmungsstrategie“ und einer onkelhaften Anbiederung versucht, d.h. sie haben „die jungen Leute“ für ihr Engagement gelobt, während gleichzeitig noch ein paar Nachzügler („werdet ihr bloß älter und verdient mal ein eigenes Geld...“ oder „überlasst das lieber mal den Profis“) sich in einer Weise daran abgearbeitet haben, die man von Altvorderen erwartete. Zudem wurden einzelne „Stars“ herausgepickt, die man als „Leitfiguren“ und „Führer“ identifizierte. Diese wurden dann in sämtliche Talkshows eingeladen und sollten dort ihr Anliegen erklären. Der Hauptstrom der Politiker lobte sodann und tat nichts Inhaltliches in Bezug auf Klimaschutz. Die alte Strategie. Doch das Thema ist ernster. Wer in 50 Jahren in diesem Land noch leben will, kann mit solchen halbgaren Beschwichtigungsversuchen nicht zufrieden sein. Es könnte z.b. diese unselige Wachstumsidiologie neu überdacht werden. Man könnte zumindest damit anfangen und ein paar Voraussetzungen überdenken, z.b. dass diese Erde nicht über unendliche Ressourcen verfügt........
Natürlich steht hier auch ein Kommunikationsstil zur Debatte. Es wird über Formen gelabert, wobei die Inhalte in den Hintergrund gespielt werden. Beispielsweise dass die drohende Altersarmut durchaus etwas mit der Klimakatastrophe zu tun haben könnte, dass sich Arm und Reich in dieser Gesellschaft auf ungünstige Weise auseinander entwickeln, wird sich erst in den Debatten der kommenden Zeit ergeben. Doch wir haben diese Zeit nicht. Es wäre Zeit zum Handeln. Ökologie und Ökonomie müssen nicht diese ehernen Gegensätze sein, als die sie gespielt werden. Ein gesundes Misstrauen dem Staat und seinen steuerlichen Möglichkeiten gegenüber könnte durchaus angezeigt sein.

Donnerstag, 4. Januar 2018

Werbung für die Demokratie

Komm lass uns voran gehen und Werbung für die Demokratie machen! Nicht, indem wir den Lobbyisten und Interessenverbänden Einfluss gewähren, nicht, indem wir den Banken freien Lauf lassen und nicht, indem wir dauernd Bürgerrechte einschränken im offiziellen Interesse der Terrorismusbekämpfung. Lass uns stolz sein und solche Aktionen nicht nötig haben! Wir entscheiden! Lass uns die Demokratie weiterentwickeln und sie in mehr und Bereiche hinein tragen! Transparenz wäre wichtig, wissen, wer was in welchem Interesse entscheidet. Jämmerlich, diese Autokraten überall, die ihr Volk überrennen und es maltraitieren, die sich dafür anbeten lassen und dem Führerkult huldigen, indem sie ihre persönlichen Eitelkeiten und ihre Gier nach Geld befriedigen! Was für elende Wichte! Die Freiheit des Einzelnen wäre von uns dagegensetzen, die Freiheit, sich selbst zu bestimmen und zu verwirklichen, auch gegen den Staat und seine Bürokratie! Das Böse im Menschen erkennen, aber versuchen, damit umzugehen...., das könnten wir auf diese Art relativ easy. In dem Wissen, dass es ein Rechtssystem gibt, dem wir alle gleichermaßen ausgesetzt sind und das versucht, alle gleich zu behandeln. Das im Zweifelsfalle auch durchgesetzt wird. Um das Ungenügen wissen, von uns, von den anderen, vom Staate. Kompromisse eingehen, als Methode, mit anderen und anderen Meinungen umzugehen. Wir brauchen keine künstlichen Identitäten, haben an uns selbst schon genug zu tun! 

Dienstag, 17. Oktober 2017

Was sein könnte

Wir könnten anstreben, unsere Gesellschaft auch in Zukunft weitgehend egalitär zu halten, was heißt, ökonomisch und anders bedingte Statusunterschiede möglichst gering zu halten und die derzeit von allen Seiten auf uns einströmende Polarisierungstendenzen gering zu halten („Die Schere zwischen Arm und Reich...“ u.a.). Wir könnten versuchen, in jeder Hinsicht eine Vielfalt zu bewahren und deren Wert gegenüber dem Einseitigen, Eintönigen, Einheitlichen klar zu sehen. Es gilt vielleicht, noch viele Dinge kennen zu lernen, mit den jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln auch den Kosmos und den größeren Zusammenhang zu erkunden, damit auf Tuchfühlung zu bleiben. Angesichts der vielen digitalen Verblödungsmechanismen könnten wir versuchen, uns Wissen anzueignen, um mit Wissen/Fakten besser umgehen zu können, es in einen Zusammenhang bringen zu können. Es gilt auch zu verschieden motivierten Führerfiguren auf Distanz zu bleiben, sich niemals auszuliefern, sondern sich selbst und die Möglichkeiten des eigenen Selbst dagegen zu setzen...., dies mag auch eine mögliche Haltung zu Verdinglichung und Entfremdung sein, die uns in mannigfacher Gestalt begegnen und uns samt unserem Umgang schleichend aufzufressen drohen. Es gilt, Spannungen und das Nichtwissen auszuhalten, Widersprüche zu ertragen und sie nicht in eine falsche Einheit auflösen zu wollen. Wir sollten auch eine Distanz zu kollektiven Zusammenhängen wagen und keinesfalls eine fremdgeleitete Identität daraus ableiten. Uns nicht bestimmen zu lassen, sondern uns selbst zu bestimmen, könnte ein Ziel sein. 

Sonntag, 24. September 2017

Menschenführung, Führer

Derzeit scheint ja Trump so eine Art Anschaungsfigur dafür abzugeben, was als menschenführendes Alphatier „in der Wirtschaft“ wichtig zu sein scheint. Dieser Typ scheint es über Jahre hinweg geschafft zu haben, sich als wichtig in Szene zu setzen. Er hat riesige Kredite aufgenommen, die ihn für Banken wichtig erscheinen ließen. Er hat sich offenbar keiner noch zweifelhaften Verbindung verweigert, er scheint alle und jeden benutzt zu haben, wenn nur etwas für ihn herauszuholen war. Er hat das alles auch als eine Show aufgefasst, die er sogar im frei empfangbaren Volksfernsehen für alle zelebriert hat. Er hat sich als Macho geriert, indem er den Frauen ungeniert zwischen den Beine gefasst hat und sich die „schönen“ Frauen reihenweise gekauft hat, als Trophäe, wie ein Auto. Er hat das Prinzip Rücksichtslosigkeit auf egoistische Weise strapaziert, so, dass sich gewisse Angehörige der Unterschicht das als Ideal zu verstehen scheinen: fähig sein, meinen Mitmenschen übers Ohr zu hauen, und das „Ich Ich Ich“ dabei so zu zelebrieren, dass es mit einem „America first“ zusammen zu fallen scheint. Ob das amerikanisch ist? Es liegt mir fern, so etwas definieren zu wollen. Aber Fragen zu stellen, dürfte noch erlaubt sein, zumal mir die USA doch sehr am Herzen liegen. Es hat in der Vergangenheit eine große Dynamik entfaltet, die nicht nur auf Reichtum und Erfolg fixiert war. Für die ersten Siedler und Pioniere war es zuerst wichtig, überhaupt ein Ziel im weiteren Westen zu erreichen und es sodann zu besiedeln. Ein großer wunderbarer Idealismus ist auch sehr amerikanisch. Noch heute kann man im Westen viele „Volonteers“ treffen, die sich selbstlos in den Dienst des Ganzen stellen. Ob das Trump gefällt? Ist er ein Narziss? Diejenigen, die in dieser Gesellschaft verloren haben, scheinen sein Beispiel als Modell anzusehen, mit dem sie wieder nach oben kommen könnten.

Freitag, 22. September 2017

Pessimismus reloaded

Und da soll man nicht pessimistisch werden? Es breitet sich doch im Alltag immer mehr eine Kultur der Rücksichtslosigkeit aus, die sich theoretisch auch gerne als „marktkonforme“ Demokratie geriert und eine Umverteilung von unten nach oben zu präferieren scheint... Da ist der drohende Zerfall Europas, eines Kontinents, dessen sich die Europäische Union in Brüssel mit ihren wohlfeilen Handelsstrukturen bemächtigt hat. Ob es eine Reaktion darauf ist? Da ist nämlich die Rückkehr des Nationalismus, die neue Salonfähigkeit des Rassismus, des Populismus und des Protektionismus. Da sind die demokratisch gewählten Despoten, die ihre Länder mit Einverständnis ihrer Wähler mit den immergleichen Tricks („XXX“ zuerst!“ XXX ist ein Platzhalter eine jeweilige Nation, hinzu kommt der vom jeweiligen Despoten gehämmerte Glaubenssatz „Ich bin der Einzige und Wahre, ich bin das Volk“, Egoismus und Narzissmus scheint für solche sich als Leader verkaufende Figuren ohnehin eine reiche Quelle ihres Selbstverständnisses) zu Diktaturen transformieren. Doch „postheroische“ Regierungssysteme machen da gerne mit, solange sie wirtschaftlich davon zu profitieren scheinen. Da ist der um sich greifende Anti-Intellektualismus (auch der „Body Kult“ mit seinen Erscheinungsformen), den die Intelektuellen selbst zu verantworten haben mit einhergehender Legitimation der Ignoranz. Dass der Siegeszug einer „political correctness“ mit unsäglichen Denkverboten und Intoleranz zusammen geht, die offen geäußerte Sehnsucht nach dem starken Führer, die grassierende Demagogie, der moralische Bankrott der Wirtschaftseliten („die „Dieselkrise“ samt ihren Begleiterscheinungen ist da ein sehr anschauliches Beispiel dafür), die sich benehmen wie die letzten Gebrauchtwagenhändler (der sogenannte „Dieselgipfel“ war da ein gutes Beispiel). Da werden beispielsweise „Sparpakete“ mit dem Geld derjenigen finanziert, die wenig haben, zugunsten derjenigen, die viel haben, da werden Steuerhinterzieher in tausend „Deals“ und „Scheindeals“ bevorteilt, da wird vorgegeben, „Steueroasen“ auszutrockenen, doch es werden immer mehr dieser „Länder“ bekannt: gerade auch in der EU sind ja wohl die Niederlande, Luxemburg und Irland auch gut dabei!). Da ist die drohende nächste Wirtschaftskrise, der die Zentralbanken nichts mehr entgegen zu setzen haben, weil sie das Geld nicht mehr billiger als jetzt machen können. Da wird es dann bald wieder ein „Bail out“ kommen, weil gewisse Banken als „systemrelevant“ gelten, was automatisch zu heißen scheint, dass der Steuerzahler für ihre Risiken finanziell aufkommt: gegenwärtig scheint Italien mit seinem Bankensystem da ein gutes Beispiel).
Da ist die sogenannte Freihandelspolitik, kombiniert mit einem protektionistischen Subventionssystem, das die Millionen Armen des Südens in den Norden treibt und diejenigen Staaten, die einst als „Dritte Welt“ bezeichnet wurden, krass benachteiligt. Da ist die Stagnation des Wirtschaftswachstums trotz digitaler Revolution („Arbeitswelt 4.0“, der nächste Streich, einerseits unmittelbar bevor stehend, andererseits diskutiert niemand darüber... ), die unüberlegte Gebrauch des Begriffs „Wachstum“ überhaupt, wobei es ja wohl anerkanntermaßen unterschiedliches Wachstum gibt. Da ist die Alternativlosigkeit des Kapitalismus („marktkonforme Demokratie“), obwohl dieser zu einem immer steiler werdenden Gefälle zwischen Arm und Reich führt, welches dem System selbst in naher Zukunft sehr schaden wird. Da sind die vielen Leute ohne jegliche Hoffnung auf eine Zukunft, - ein Problem, das man am elegantesten wohl mit einem großen Angriffskrieg löst... Dieser könnte ja jetzt trotz aller Abschwächungen bevor stehen, wenn sich zwei widerliche Fettwänste gegenüber blutrünstig drohen und ihr jeweiliges Volk samz Ablegern ohne Zögern verrecken lassen, - um ihm genau das als Entschlossenheit und Härte zu verkaufen. Wie peinlich! Die andere Seite einer solchen Haltung ergeht sich in Apeacemet oder Diplomatie und glaubt, durch Geschwätz und Geld (wird auch gerne als „wirtschaftlichen Druck“ bezeichnet) jemanden anderen von irgendetwas abhalten zu können. Ob einen das alles pessimistisch stimmen könnte? Ja klar, solche Erkenntnisse helfen auch niemandem. Doch es hilft, die Realität so zu erkennen, wie sie womöglich ist.

Montag, 24. Juli 2017

Menschenführung aus den USA

Ob der derzeitige Präsident der USA eine Musterbeispiel für Führung ist? Menschenführung? Er „führt“ ja seinen Narzissmus öffentlich auf eine schamlose Weise „vor“, entscheidet nach Gutdünken und gegenwärtiger Stimmungslage auch über Krieg und Frieden, er stellt sein geschäftstüchtiges Ego über alles, er badet in Unflätigkeiten und prahlt gerne. „America First“? Ja, das hat er erfolgreich „verkauft“. Er meint damit wahrscheinlich aber vor allem sich selbst. „Trump first“. Darüber empören sich alle hier, das ist Common Sense. Ob es aber ein Rollenmodell ist, das hierzulande auch gerne gepflegt wird, freilich ohne die schamlose Direktheit und sehr offensichtlichen Geldzentriertheit dieser US-Gesellschaft? Selbstsicherheit, Lebenstüchtigkeit und Durchsetzungsvermögen, was soll denn daran Schlechtes sein? Alles im richtigen Maß, sagt der Europäer schnell. Doch was ist das „richtige Maß“? Politische Ausgewogenheit sei da nicht gewahrt.... Doch was sind „Checks and balances“ - eine europäische Erfindung? Als ich neulich die Eröffnung einer der ersten Kabinettsitzungen der Trump-Zeit im Fernsehen sah, musste ich schmunzeln. Halbwegs ernst zunehmende Minister stellten sich dabei auf das Unterwürfigste dem Präsidenten vor und schworen so etwas wie ewige Treue..... Ich fand's einfach nur lächerlich und staunte über das duckmäuserische Anpassertum solcher Idioten. Das entspricht ja wohl so gar nicht dem Geist, den ich auch in den USA kennen gelernt habe und der daraus entstanden ist, dass einst Auswanderer vor den absolutistischen Herrschern in Europa nach Nordamerika geflohen sind. Da waren wohl ziemlich viele unangepasste Raubeine darunter, Außenseiter, selbständige Denker, Freidenker, Leute mit großer Energie, die ihr Leben gestalten wollten und sich nicht gestalten lassen wollten. Daraus erklärt sich ein bisschen auch die große Dynamik, die von den USA ausgehen kann. Aber wo sind sie heute, diese mutigen Pioniere?