Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 25. August 2026

Wirklichkeit spiegeln

Auch die verschiedenen Beiträge dieses Blogs sind nur Versuche, die Wirklichkeit zu deuten, ihr eine Perspektive abzuringen, sich vorsichtig hinein zu tasten, in ein Spiegelkabinett, dessen Deutung durch tausend Faktoren einigermaßen vorherbestimmt sein kann. Wir bauen Sichtweisen auf und ab, wir nehmen spielerisch Haltungen ein, wir reflektieren unsere unmittelbare und unsere mittelbare Umgebung, wir spekulieren darüber, wir versuchen mit unseren Mitteln zu verstehen. Wir drehen uns und nehmen einen anderen Standpunkt ein, spielerisch, eingedenk der Relationen, die sich jeweils davon ableiten. Wir lassen uns dafür beschimpfen von den eindeutig orientierten Tatmenschen, denen jedes Erwägen fremd ist, die nur tun und machen (nach welchen Maßstäben, wohin treibt es sie...? genau an dieser Stelle will dieses Blog einige Tipps geben...). Wir fragen nach deren Maßstäben, wir versuchen, uns hineinzuversetzen, wir wollen uns in Empathie üben.

Dienstag, 14. April 2026

Wo uns ein Paradoxon berührt

Eine Kopfnuss, ein Paradoxon, eine Denksportaufgabe, die auf den berühmten Mathematiker Kurt Goedel zurück geht. Goedel war einer der wohl größten Mathematikphilosophen. Im Jahr 1931 veröffentlichte er sein „Unvollständigkeitstheorem“. Es besagt, dass geschlossene logische Systeme immer auch Aussagen beinhalten, die innerhalb des Systems nicht bewiesen werden können. Er nahm zum Beweis die Sichtweise einer Maschine an, die behauptet, allwissend zu sein. Die Frage ist nun, wie man im besten wissenschaftlichen Verständnis eine solche Maschine widerlegen könnte. Stellen wir uns vor, es gäbe eine solche „Wahrheitsmaschine“. Sie wiederholt eine Aussage nur dann , wenn sie wahr ist. Ist sie falsch, bleibt sie stumm. Mehr Regeln gibt es nicht. „2 plus 2 ist Vier“. Sie wiederholt. „2 plus 2 ist Fünf“. Sie bleibt stumm. „Ich kann nicht sagen, dass 2 und 2 Fünf ist“. Sie wiederholt. Jetzt aber die Tücke, die Lücke im Denken, die Pointe: „Ich kann nicht 2 mal sagen, dass 2 plus 2 Fünf sei“. Sie wiederholt. „Ich kann nicht 2 mal sagen, dass 2 plus 2 Fünf sei. Ich kann nicht 2 mal sagen, dass 2 plus 2 Fünf sei“. Nun sitzt die Maschine in der Klemme. Ein Paradoxon ist geboten. Sagt sie zwei mal, „Ich kann nicht zweimal sagen, dass 2 plus 2 Fünf“ sei, ist die Aussage falsch und sie hätte schweigen müssen. Schweigt sie hingegen, wird die Aussage richtig, und sie müsste sie wiederholen. Die Maschine widerspricht sich also selbst. Das beweist, dass sie nicht immer wissen kann, was die Wahrheit ist. Goedels Unvollständigkeitssatz beendet also den Traum von der absoluten Erkenntnis. Jedes Wissenssystem bleibt immer logisch unvollständig. Man könnte sagen, dass Erkenntnis in verschiedene Ebenen gegliedert ist. In jedem System sind einige Aussagen unbeweisbar. Also muss man auf eine höhere Ebene gehen. Das wird aber auch nicht reichen. Es gilt also, immer eine Ebene höher zu gehen. Und so immer weiter, solange, bis man auf der Ebene des Universums ist. Man bräuchte dann ein noch größeres System, um alles zu erklären. Es gibt Dinge, die sich der Erkenntnis entziehen. Ob das auf so etwas wie Gott zuführt?

Montag, 2. März 2026

Was bleibt?

Ich will hier unter anderem auch einen Abdruck meiner Person hinterlassen, in Text, Musik und Fotografie. So zögerlich und ambivalent wie ich beschaffen bin, - und inzwischen ziehe ich mannigfache Bilanz! - bringe ich dazu auch Fotos und selbstgeschaffene Musik in Anschlag, in eine „unterirdische“ Beziehung. Dass dies ein multimedialer Ansatz sein könnte, der Body, Heart and Mind vereinen will, ist von Anfang an nicht ins Blickfeld der Leute gedrungen: Mein Blog, meine Posts, mein öffentliches Tagebuch ist nicht gerade ein Burner in der Internet-Welt. Es ist etwas, mit dem ich manchmal auch erst nach längeren inneren Kämpfen übereinstimme: Es ist ein Zeugnis meines Ich. Völlig sinnlos!, so höre ich manche Stimmen sagen. Doch was hat diesen Sinn in dieser Welt? Wir schaffen ihn uns, mal positiv gedeutet. Alles ist sowieso sinnlos, würden Andere sagen. Etwas abschaben vom Baum des Lebens, etwas Sinn abringen, etwas, das mir und dem gehört was ich mir unter „Mir“ vorstelle, das könnte etwas sein. Mein Ich. Ich muss mich da im Dunklen vortasten, ich muss darum kämpfen und mich anstrengen, ich muss es auszudrücken und mitzuteilen versuchen. Ich muss erstaunt den Blick heben. Irritiert. Jederzeit zur Orientierung bereit. Auch wenn das nicht in den aktuell grassierenden Wohlstandshedonismus passt, wo alles erlaubt ist, was „Spass macht“. Wo Menschen zu diesem "Zweck" beliebig ausgetauscht und ersetzt werden.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Reality hopping

Mir wurde jetzt wieder einmal klar, in welch unterschiedlichen Lebenswelten wir uns aufhalten: Ich wurde einst Journalist mit dem Bestreben, möglichst viele Lebenswelten kennen zu lernen, auf diese Weise etwas über die Welt erfahren, auch weil ich gelernt hatte, dass ökonomische oder soziale Determiniertheiten unsere Wahrnehmung stark beeinflussen. Auf diese Weise kam ich eine Zeit lang durch allerlei soziale Milieus und war in der privilegierten Position, Leute das fragen zu dürfen, was mich interessierte. Tatsächlich erweiterte sich mein Wahrnehmungshorizont dadurch und ich kam einer umfassenderen, weniger durch soziale Determiniertheiten geprägten Weltsicht in einer Welt der Tatsächlichkeiten (ergänzend zu den Theorien, die ich auf der Universität mitgekriegt hatte) auf die Spur. Das heißt: Ich begab mich auf eine Reise durch (sozial geprägte) Wirklichkeiten. Mit dem Stichwort „Reise“ meine ich eine gewisse Beweglichkeit, eine Neugier auch auf andere Horizonte, ein Heraustreten aus der eigenen Wahrnehmungswelt, andere Ansichten zur Welt, andere Einordnungen, das spielerische Einnehmen von Positionen, die Einsicht in eine relative Gültigkeit bringen, die anderes, das Andere, ja auch das Fremde grundsätzlich zulässt, ja, die sogar neugierig darauf ist. Dass Ansichten der Welt aus kulturellen und sozialen Gegebenheiten heraus nahezu programmiert sind, habe ich in der Soziologie gelernt. Dass damit oft Machtfragen zusammen hängen, brachte mir die Politikwissenschaft bei.

Donnerstag, 11. September 2025

Meinungen

Vielleicht kommt es auf das richtige Maß an, auf den ehrlich gesuchten Ausgleich (was nicht immer Kompromiss heißen muss). Man hat oder probiert auf der Suche nach Sinn verschiedene Ansätze aus (es geht möglicherweise gar nicht darum, sich mit seinem kleinen Ego mit etwas zu identifizieren, oder recht zu haben). Vielleicht gilt es um ein unspektakulär behutsames Abwägen, um ein Herausdestillieren von Möglichkeiten (mit dem man auch spielt). Wie bei Vielem im Leben: es geht um die Dosis. Wenn ich jetzt die Entwicklungen hierzulande sehe, scheint es mir vor allem um das Herausschälen eines Egos zu gehen, um einen Führungsanspruch, um das Verschwinden in „Schützengränben“ der Meinung. Um das Hinterlassen von „Spuren“, eines Stallgeruchs, der im politischen Raum gerne auch mal von Parteien verwaltet wird. Ob sie je wieder die Mitte des Volkes repräsentieren werden? Was ist die Mitte? Wer will denn heute ein solches Sinnbild des Mittelmaßes sein? Großartige Soziologen haben längst bewiesen, dass es in der heutigen Gesellschaft um das Herstellen von „Einzigartigkeit“ geht. So manchem mögen bei der Behauptung einer mittigen Wählbarkeit Zweifel kommen, auch angesichts der aktuellen Auftritte der „Köpfe“ solcher Parteien. Gelassener mag einem da zumute sein, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass es nach den Erkenntnissen der Quantenphysik darauf ankommt, ob man und von wo aus man eine Sache beobachtet. Je nachdem kann das Ergebnis variieren. Mithilfe der „kognitiven Dissonanz“ kann man sich „Realität“ sogar gefügig machen, indem man das Unangenehme oder scheinbar Unpassende ausblendet. Der Mensch fühlt sich halt unwohl, wenn er auf Informationen trifft, die seinen Überzeugungen zuwider laufen. Diese Informationen werden gerne mal wegrationalisiert, ausgeblendet.

Sonntag, 24. August 2025

Erkenntnis

Je älter ich werde, desto mehr traue ich mich, meine persönliche Anschauung und Erfahrung in mein Weltbild einzubringen. Empirie. Ich denke, man hat über genügend lange Zeit hinweg seine Beobachtungen getroffen, Muster erkannt und darf ihnen getrost eine Bedeutung zumessen, - auch wenn sie nicht unbedingt repräsentativ sind. Früher vertraute ich wesentlich mehr einer mehr theoretischen deduktiven Betrachtung der Dinge. Doch dies hat sich geändert.

Freitag, 22. August 2025

Lebenswelten

Es drängt sich mir wieder einmal auf, die Überschrift meines Blogs „Reise durch Wirklichkeiten“ und andere Einlassungen möglichst korrekt zu erklaren. Unsere Erkenntnismöglichkeiten und Einstellungen, unsere Kontaktfähigkeiten und Kommunikationskanäle sind stark bestimmt von unserer Herkunftsfamilie, unserer Hautfarbe, unserem Freundeskreis, unserer Religion, unserem Wohnort und unserem Alter, unseren Niederlagen und Erfolgen. Gleiches gesellt sich zu gleichem, die „sozialen Medien“ verstärken mit ihren Echokammern und Erkenntnisblasen diesen Effekt noch. Da sind Fakten, Lebensverläufe, alles, was zu Kultur oder politisch-moralischem Grundton zählt und andere Bestimmungsfaktoren. Dadurch entwickeln sich „Peer Groups“ und „Freundeskreise“, Leute, die untereinander Kontakt haben, weil sie Gemeinsamkeiten teilen. Ich gehe zudem davon aus, dass sich diese Gesellschaft dadurch immer mehr ausdifferenziert in Fraktionen, Subgesellschaften, Wahrnehmungsblasen usw., die die Tendenz haben, nur innerhalb ihrer sozialen Gruppe zu kommunizieren, sie gegenseitig zu verstärken oder gewisse Verhaltens- oder Wertemuster immer wieder zu reproduzieren. Beispiel: „Führungskräfte“ der Wirtschaft wollen dies auch in der nächsten Generation bleiben und schicken demgemäß ihre Sprösslinge auf teure Internate, wo sie zu „Führungskräften“ erzogen werden, was entsprechendes Verhalten und Selbstwahrnehmung bedeutet: Im zeitgenössischen Sprachgebrauch wird dies gerne als „Wahrnehmungsblase“ oder „Bubble“ bezeichnet. Diese „Fraktionen“ haben weiterhin die Tendenz, auch über gewisse soziale Muster miteinander zu kommunizieren, sich darüber einig zu zeigen, was „korrekt“ oder „okay“ ist. D.h. beispielsweise: Steuerberater unterhalten sich untereinander vor allem über das, was sie und ihre Kundschaft betrifft. Es entsteht sogar ein gewisser Jargon, der unter anderem zu sozialen Abgrenzungen führt. Lehrer verhalten sich genauso, Verwaltungsmenschen, Ingenieure, Handwerker, Servicedienstleister usw. Sie bilden untereinander auch Wahrnehmungsgemeinschaften, aus deren Blickfeld gewisse Dinge auch heraus fallen oder nur alibimäßig unscharf wahrgenommen werden. Ich würde diesen immer weiter zunehmenden Vorgang der Ausdifferenzierung von „Lebenswelten“ erstmal als „vertikale Gliederung“ bezeichnen. Andererseits eröffnen sich auch durch Medien, Internet, Tourismus und zunehmende Informationsmöglichkeiten befördert immer mehr Gelegenheiten, sich darüber klar zu werden, dass wir alle auf einem einzigen Planeten leben und uns dadurch bewusst werden könnten, dass“wir alle in einem Boot“ sitzen. Wir erfahren etwas über andere Kulturen, über andere Möglichkeiten, sich geographisch und durch die Historie gegebenen Bedingungen anzupassen: Andere Völker, andere „Sitten“ (Werthaltungen, Verhaltensmuster). „Horizonterweiterung“. Es haben sich wohl in unterschiedlichen Kulturkreisen (das Gegenteil von „Globalisierung“) unterschiedliche Arten des Menschseins heraus gebildet. Dies würde ich als „horizontale“ Gliederung bezeichnen. Ein Interesse an anderen Möglichkeiten, aber auch eine Neugier auf Begrenztheiten solcher auch ökonomisch begründeter Verhältnisse zu entwickeln, das könnte man auf der Ebene der Bewusstwerdung auch als „Empathie“ bezeichnen. Ein bisschen mehr Bewusstwerdung der Verhältnisse, die mich umgeben, mag die Folge sein: „Horizonte“ erweitern. Insofern über den eigenen Tellerrand versuchen zu blicken, wäre mein ureigenstes Interesse. Leider passiert das in unserer Gesellschaft in Bezug auf „vertikale Gliederung“ viel zu wenig und immer weniger. Beispiel: Selbst Kreise, die einigermaßen Bescheid darüber wissen müssten, haben keine Ahnung davon, wie es ist, von Grundsicherung leben zu müssen. Kognitiv schieben diese Leute meist die Phrase „wir leben in einem Sozialstaat“ vor und glauben somit, alles sei in diesem Sinne „geregelt“. Wer sich aber konkret für die realen Verhältnisse interessiert, erfährt anderes. X x I feel compelled once again to clarify the title of my blog "Journey through Realities" and other comments as accurately as possible. Our cognitive abilities and attitudes, our ability to make contact and our communication channels are strongly determined by our family of origin, our skin color, our circle of friends, our religion, where we live and our age, our defeats and successes. Like attracts like, and "social media" with their echo chambers and knowledge bubbles reinforce this effect. There are facts, life courses, everything that counts as culture or political-moral tone and other determining factors. This leads to the development of "peer groups" and "circles of friends", people who are in contact with one another because they have things in common. I also assume that this society is becoming increasingly differentiated into factions, sub-societies, perception bubbles, etc., which have a tendency to only communicate within their social group, to mutually reinforce it or to repeatedly reproduce certain behavior or value patterns. Example: "Leaders" in business want to remain so in the next generation and send their offspring to expensive boarding schools, where they are educated to be "leaders", which means they behave accordingly and perceive themselves accordingly: In contemporary parlance, this is often referred to as a "perception bubble". These "factions" also have the tendency to communicate with one another using certain social patterns, to agree on what is "correct" or "okay". This means, for example: tax consultants talk to one another primarily about what concerns them and their customers. A certain jargon even arises, which, among other things, leads to social demarcations. Teachers behave in the same way, as do administrative staff, engineers, craftsmen, service providers, etc. They also form perception communities among themselves, from whose field of vision certain things fall out or are only perceived in a vague way as an alibi. I would initially describe this ever-increasing process of differentiation of "lifeworlds" as "vertical structuring". On the other hand, the media, tourism and increasing information opportunities are opening up more and more opportunities to realise that we all live on one planet and thus become aware that "we are all in the same boat". We learn about other cultures, about other ways of adapting to geographical and historical conditions: other peoples, other "customs" (values, behavioural patterns). "Broadening horizons". Different ways of being human have developed in different cultures (the opposite of "globalisation"). I would describe this as a "horizontal" structure. Developing an interest in other possibilities, but also a curiosity about the limitations of such economically based conditions, could also be described as "empathy" at the level of awareness. A little more awareness of the conditions that surround me may be the result: broadening "horizons". In this respect, trying to look beyond my own nose would be my very own interest. Unfortunately, this happens far too little in our society in terms of "vertical structure" and is happening less and less. For example: Even circles that should know something about it have no idea what it is like to have to live on basic social security. Cognitively, these people usually use the phrase "we live in a welfare state" and believe that everything is "regulated" in this sense. But anyone who is specifically interested in the real conditions will find out something different.

Sonntag, 1. Juni 2025

Maß

Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Dies hier ist kein intimes Tagebuch! Das ist sehr wichtig. Ich fühle mich auch als Schreiberling eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem. Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss. Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente auf und gebe sie aus meiner Sicht wieder. Es geht manchmal um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen auch geht. Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt! Einst nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen bestimmter Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese sich als wissenschaftlich kaschiert hat, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies zunutze zu machen. Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir gefärbt und getränkt. Sie kommen sehr erkennbar aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“.

Montag, 3. März 2025

Erkenntnis entgegen begegnen

Über sich selbst hinaus kommen? Etwas schauen, was nicht trivial ist? Meine Perspektive? Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das Leute auf „Trip“ erfahren. Hier scheint die Schnittstelle im „Neben-sich-stehen“ zu liegen, was ich an anderer Stelle auch schon mal erlebte und was mich verändert zu haben scheint. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen, vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie (und viele Menschen!) verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleitenÜber sich selbst hinaus kommen? Etwas schauen, was nicht trivial ist? Meine Perspektive? Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das Leute auf „Trip“ erfahren. Hier scheint die Schnittstelle im „Neben-sich-stehen“ zu liegen, was ich an anderer Stelle auch schon mal erlebte und was mich verändert zu haben scheint. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen, vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie (und viele Menschen!) verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleitenÜber sich selbst hinaus kommen? Etwas schauen, was nicht trivial ist? Meine Perspektive? Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das Leute auf „Trip“ erfahren. Hier scheint die Schnittstelle im „Neben-sich-stehen“ zu liegen, was ich an anderer Stelle auch schon mal erlebte und was mich verändert zu haben scheint. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher sie versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen, vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie (und viele Menschen!) verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleiten

Mittwoch, 6. November 2024

Novalis und Dialektik

Ob Novalis irgendetwas mit Dialektik am Hut hatte? Jedenfalls schien er friedlich mit den Widersprüchen und nicht nur mit der „blauen Blume“ zu leben, mit These und Antithese. Genau wie viele Zeitgenossen der Romantik. Mit Polyperspektivismus war er vertraut, mit der Ansicht der Dinge von verschiedenen Seiten. Später, auf höherem Niveau, sollte die „Unio mystica“ zusammenführen. Er wollte einen Weg finden, um Licht und Bewusstsein in unsere Existenz zu bringen. Der Grenzen unserer Erkenntnis war er sich dabei wohl bewusst. Gleichzeitig war ihm der Glaube und das intuitive Tun etwas wert, das Streben nach Erkenntnis, die sich freilich im Paradoxen verbergen konnte. Auch war ihm die Ironie wertvoll. Eine Distanz, die um Beschränkungen von Menschen wusste. Die Mystik, natürlich. Die Nacht. Das Unendliche. Der Tod als das Dunkle, was jeden Menschen früher oder später (gnädig) auffrisst: Klar.

Freitag, 27. September 2024

Blaue Blume

Ob Novalis irgendetwas mit Dialektik am Hut hatte? Jedenfalls schien er friedlich mit den Widersprüchen und nicht nur mit der „blauen Blume“ zu leben, mit These und Antithese. Genau wie viele Zeitgenossen der Romantik. Mit Polyperspektivismus war er vertraut, mit der Ansicht der Dinge von verschiedenen Seiten. Später, auf höherem Niveau, sollte die „Unio mystica“ zusammenführen. Er wollte einen Weg finden, um Licht und Bewusstsein in unsere Existenz zu bringen. Der Grenzen unserer Erkenntnis war er sich dabei wohl bewusst. Gleichzeitig war ihm der Glaube und das intuitive Tun etwas wert, das Streben nach Erkenntnis, die sich freilich im Paradoxen verbergen konnte. Auch war ihm die Ironie wertvoll. Eine Distanz, die um Beschränkungen von Menschen wusste. Die Mystik, natürlich. Die Nacht. Das Unendliche. Der Tod als das Dunkle, was jeden Menschen früher oder später (gnädig) auffrisst: Klar.

Dienstag, 20. August 2024

Raumdimensionen

Inzwischen gibt es Wissenschaftler, die glauben (!), dass es mehr als drei Dimensionen gibt. Der Raum könnte ja noch weitere Dimensionen haben. Ob wir ihnen dann näher kommen können, oder ob – wie es scheinbar brennend interessiert – schon die „Bewohner“ einer solch multidimensionalen Welt auf uns zukommen werden? Als Aliens? Wir sollten das erst mal verschieben und uns klar werden, dass wir in unseren Erkenntnismöglichkeiten beschränkt sind, trotz des ach so wissenschaftlichen Weltbildes, dem in unseren Zeiten nahezu absolute Gültigkeit bescheinigt wird. Platon zufolge ist die Welt, so wie wir sie wahrnehmen, so wie die Wand in einer Höhle, auf der zweidimensionale Schatten tanzen. Erzeugt werden sie aber von dreidimensionalen Figuren draußen vor der Höhle, die wir leider nie zu Gesicht bekommen. Nun ja, schon die alten Griechen hatten da wohl eine Ahnung, - Platon hatte wohl mehr als das.... Ob man aus zweidimensionalen Schattenbilder einen dreidimensionalen Raum rekonstruieeren kann? Es braucht zumindest ein gewisses Maß an Offenheit dafür. Weil wir die Extradimensionen nicht kennen, wird das für uns ein Spekulationsspiel, das wahrscheinlich Ahnungen gleich kommt, Visionen. Ob das, was in der vierten Dimension existiert, eine Chance hat, zu uns durchzukommen? Gibt es wenigstens einen theoretischen Zugang? Wie könnte für uns beschränkte Wesen eine Reise in die vierte Dimension aussehen? Es würde auf jeden Fall eine verunsichernde Verzerrung unserer bisherigen Lebenswelt entstehen, so viel ist sicher. Und wir lächerliche Lebewesen würden etwas über unsere Beschränkungen erfahren. Wir würden uns vielleicht auch einer Sichtweise annähern, die etwas vollkommener ist, als die, die wir haben. X x There are now scientists who believe (!) that there are more than three dimensions. Space could have even more dimensions. Will we then be able to get closer to them, or will the "inhabitants" of such a multidimensional world - as is apparently of great interest - come to us? As aliens? We should postpone that for now and realise that we are limited in our ability to gain knowledge, despite the oh-so-scientific world view that is considered to be almost absolutely valid in our times. According to Plato, the world as we perceive it is like the wall in a cave on which two-dimensional shadows dance. But they are created by three-dimensional figures outside the cave, which we unfortunately never see. Well, even the ancient Greeks probably had an idea - Plato probably had more than that... Can you reconstruct a three-dimensional space from two-dimensional shadow images? It requires at least a certain degree of openness. Because we don't know the extra dimensions, it becomes a game of speculation for us, which probably amounts to hunches, visions. Does what exists in the fourth dimension have a chance of getting through to us? Is there at least a theoretical way of accessing it? What might a journey into the fourth dimension look like for us limited beings? In any case, it would create an unsettling distortion of our current world, that much is certain. And we ridiculous creatures would learn something about our limitations. We would perhaps also come closer to a perspective that is a little more perfect than the one we have.

Dienstag, 16. Juli 2024

Bei sich

Wir schlittern unserm Ende entgegen. Früher war es leichter, das zu verdrängen. Wir spielten am Abgrund und gelegentlich riskierte man einen Blick in den Schlund, der einen eines Tages verschlucken, vernichten würde. Man konnte sich noch einreden, das sei weit entfernt, womit man irgendwann zur Tagesordnung überging. Fließend. Gleitend. Die Ablenkungen, die täglichen Erfordernisse, das irgendwie „Dabei sein“: Man sollte (und wollte) alles geben. Es fraß einen auf. Es spülte einem andere Dinge ins Hirn, ins Bewusstsein. Jetzt ist man plötzlich an einem Punkt, der vorhersehbar war und einen jetzt trotzdem überrascht und überwältigt. Alles um einen herum wird stärker als man selbst. Man versinkt in der Zeit... Sich selbst zu suchen war für manch andere Menschen einfacher. Es ging vieles über einen drüber. Man suchte andere Menschen und fand sie nicht, weil man selbst dazu womöglich unfähig war. Klar war, dass man in eine Rolle gedrängt wurde: früher, jetzt. Man ging sogar so weit, das, diesen Mechanismen studieren zu wollen. Ein bisschen kam man damit dem Erkennen näher. Ein bisschen. Wo befindet man sich damit? Bei sich, dem beschissen kleinen Subjekt, ersaufend in Selbstreflektion. Entwicklungen gehen über einen. Dick oder dünn? Klein oder Groß? Aussehen, Auftreten, Anmutung. Zu spät wurde einem klar, wie wichtig das sein kann. Sich verkaufen. Sich „rüber bringen“, das war mir zu lange fremd geblieben. Ich bin auch nicht gut damit gefahren, andere Menschen zu akzeptieren, tolerant und diskret zu sein. (Zu) Oft wurde mir das als Gleichgültigkeit ausgelegt, wie ich heute besser weiß. Man traute sich vielleicht zu viel Souveränität zu. Man glaubte, es sich leisten zu können. Trotz allem: Angst drang in einen ein, man gab ihr zu viel Raum. Sich selbst erlösen? Ist das abgehobenes Geschwätz? Ballast aus der Romantik?

Freitag, 29. März 2024

Suche nach Sinn

Für mich ist es relativ anmaßend, wenn sich der Mensch absolut setzt und behauptet, dass Gott nicht existiere (auch wenn das heutzutage Mode zu sein scheint). Wie weit wohl sein Erkenntnisvermögen reicht? Bis an die Grenze der Unendlichkeit? Gibt es Begriffe, die darüber hinaus gehen, in den Bereich der Ahnung, des Glaubens oder den der spirituellen Erfahrung? Möglicherweise gibt es ja etwas, was über dieses menschliche Erkenntnisvermögen hinausreicht? Gott? Ob man da solche im Mittelalter geprägte Bilder in sich hat wie der alte Mann mit dem Bart? Andere Dimensionen, andere Welten. Sogar populäre Medien wie der Fim („Matrix“) haben sich damit auseinandergesetzt. Und was wohl der demnächst gefeierte Philosoph Immanuel Kant vor 300 Jahren dazu gesagt hat?: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Denken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“. Ehrfurcht? Kein besonders modischer Begriff. Kant ging dem nicht mit den Mitteln der „Theoretischen Vernunft“ nach, sondern ordnete es unter „praktischer Vernunft“ ein. Wer seine Existenz als sinnvoll begreifen will, kommt um solche spirituellen Spekulation nicht herum. Sinnlose Existenz, ob das eine Alternative ist, die spätestens der Existenzialismus bereit gestellt hat? Irgendetwas in uns bohrt immer weiter und will sich seinen Horizont in Richtung auf „Sinn“ erweitern. X x For me, it is relatively presumptuous for people to make absolute statements and claim that God does not exist (even though that seems to be fashionable these days). How far does his cognitive ability extend? To the limit of infinity? Are there concepts that go beyond this, into the area of hunch, belief or spiritual experience? Maybe there is something that goes beyond this human cognitive ability? God? Do you have such medieval images in your mind like the old man with the beard? Other dimensions, other worlds. Even popular media like the film (“Matrix”) have dealt with it. And what the soon-to-be-celebrated philosopher Immanuel Kant said about this 300 years ago?: “Two things fill the mind with ever new and increasing admiration and awe, the more often and more persistently one's thinking deals with them: the starry sky above me and the moral one Law in me”. Awe? Not a particularly fashionable term. Kant did not pursue this with the means of “theoretical reason,” but classified it under “practical reason.” Anyone who wants to understand their existence as meaningful cannot avoid such spiritual speculation. Meaningless existence, is that an alternative that existentialism has provided at the latest? Something in us keeps digging and wants to expand its horizons towards “meaning”.

Montag, 11. Dezember 2023

Was Gott sein könnte

Es scheinen mir besonders in der evangelischen Kirche Auseinandersetzungen darüber ausgebrochen zu sein, ob denn Gott „Queer“ oder sonstwas sei. Mir kommen solche Auseinandersetzungen geradezu lächerlich vor. Allein schon das Wort „Gott“ nötigt mir eine gewisse Scheu ab. Aber ich vermute und glaube, das Gott etwas anderes ist, das weitab solcher menschlicher Kategorien existiert. Es ist auch nicht Mann oder Frau oder schwul oder sowas. Das sind nur menschliche Möglichkeiten, Bilder, Modelle, jenseits derer sich so etwas wie Gott abspielt. Es ist etwas, was uns trägt, ein kosmisches Prinzip, das verschiedene Gestalten annehmen kann, das das höchste Bedeutsame sein kann, das Absolute, das über unseren Horizont hinaus geht und von dem sich etwa die Menschen des Mittelalters Bilder machen ließen, weil sie diese trotz ihres Analphabetentums einigermaßen verstanden. Gott ist für mich etwas Unschuldiges, das unseren Ansprüchen zunächst ausgeliefert erscheint, dann aber doch etwas souverän Absolutes im Hintergrund aller Daseinsbedingungen ist. Haha, all die Status- , Macht-und Geldspiele, was sind sie klein angesichts einer solchen Instanz?

Freitag, 29. September 2023

Erscheinungen

Telekinese, Erscheinungen, bedeutsame Schatten, Ufos…. Was sagt der vulgäre und unter manchen Menschen gepflegte Materialismus dazu? Ob es nicht so ist, das bestimmte Phänomene bis zum heutigen Tag nicht vernünftig erklärt werden können – in der Zukunft aber sehr wohl? Einstweilen wird so etwas in der Schublade "Esoterik" abgelegt. Es scheint bestimmte Erscheinungen zu geben, die eindeutig im Widerspruch zu aller rationaler Erkenntnis zu stehen scheinen. Doch wer maßt sich an, das vom jetzigen Stand unserer Einsicht aus erklären/negieren zu können? Welche Anmaßung steckt da wohl dahinter? Selbst Newton’sche Gesetzmäßigkeiten scheinen nicht absolut zu gelten: Die Quantentheorie stellt da so manches in Frage. „Wunder“ nannte man so etwas früher. Altbekanntes Beispiel: San Gennaro ist der Stadtheilige Neapels. Er wurde vor etwa 1700 Jahren geköpft. Eine Zeugin der Hinrichtung sammelte Gennaros Blut in Fläschchen, die in Neapels Dom verwahrt werden. Dreimal im Jahr werden sie in die Nähe von Gennaros Schädel gebracht, wobei sich das geronnene Blut verflüssigt. Verflüssigt sich das Blut nicht, gilt das als böses Omen. x Telekinesis, apparitions, significant shadows, UFOs…. What does the vulgar materialism cultivated by some people say about this? Is it not the case that certain phenomena cannot be explained rationally up to the present day - but in the future they can? For the time being something like this is filed in the "esoteric" drawer. There seem to be certain phenomena that appear to be clearly contrary to all rational knowledge. But who presumes to be able to explain/negate that from the current state of our insight? What is the arrogance behind it? Even Newton's laws do not seem to apply absolutely: Quantum theory questions a lot of things. “Miracle” was what people used to call it. Well-known example: San Gennaro is the city saint of Naples. He was beheaded about 1700 years ago. A witness to the execution collected Gennaro's blood in vials, which are kept in Naples's cathedral. Three times a year they are brought near Gennaro's skull, liquefying the coagulated blood. If the blood does not liquefy, this is considered a bad omen.

Montag, 28. August 2023

Subjektive Empirie

Es geht darum, was man erkennt. Wenigstens für sich. Je älter man wird, desto mehr traut man seiner empirischen Erfahrung. Klar, man weiß, dass das nur eine winzig kleine Stichprobe ist, die möglicherweise begrenzten Aussagewert über das Ganze hat. Und doch wächst man in etwas hinein, dem man vielleicht aus gutem Grund misstraut, das aber einen zunehmenden Wert für einen selbst hat. Man hat schlichtweg dermaßen viele Erfahrungen angesammelt, dass man sich traut, das in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Man schaut damit anders in die Welt hinaus als in der Zeit, als man noch viel jünger war. Rein kognitiv. Natürlich ist man sich klaren darüber, dass die eigene soziale Herkunft die Wahrnehmung der Welt geprägt hat, dass die soziale Gruppe, in der man sich bewegt hat, zusammen mit den damit verknüpften Erfahrungen, uns stark geprägt hat: einer der Gründe, wieso man der eigenen Erfahrung jahrelang misstraut hat. Außerdem provozieren Eigenschaften von Menschen gewisse Erfahrungen, die dann wieder vom jeweiligen Menschen gerne verallgemeinert werden und seine Voreinstellungen bestätigen. Informationen im Einklang mit den eigenen Grundeinstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig Gegenargumente auszublenden, entspricht vielleicht einem Grundbedürfnis und mag ein grundsätzliches kognitives Grundprinzip kennzeichnen. Dabei geht es wohl nicht nur am Rande um die Reduzierung von Komplexität. It's about what you see. At least for yourself. The older you get, the more you trust your empirical experience. Sure, you know that this is just a tiny sample that may have limited value for the whole. And yet you grow into something that you may distrust for good reason, but which has increasing value to you. You have simply accumulated so much experience that you dare to include it in your own process of knowledge. You look at the world differently than you did when you were much younger. purely cognitive. Of course, one is aware that one's own social background has shaped the perception of the world, that the social group in which one has moved, together with the experiences associated with it, has strongly shaped us: one of the reasons why one distrusted his own experience for years. In addition, characteristics of people provoke certain experiences, which are then happily generalized by the respective person and confirm his or her preconceptions. Processing information in accordance with one's own basic attitudes and at the same time ignoring counter-arguments may correspond to a basic need and may characterize a basic cognitive principle. It's probably not just about reducing complexity.

Freitag, 4. August 2023

Wieso und was erkennen wir wann?

Es geht darum, was man erkennt. Wenigstens für sich. Je älter man wird, desto mehr traut man seiner empirischen Erfahrung. Klar, man weiß, dass das nur eine winzig kleine Stichprobe ist, die möglicherweise begrenzten Aussagewert über das Ganze hat. Und doch wächst man in etwas hinein, dem man vielleicht aus gutem Grund misstraut, das aber einen zunehmenden Wert für einen selbst hat. Man hat schlichtweg dermaßen viele Erfahrungen angesammelt, dass man sich traut, das in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Man schaut damit anders in die Welt hinaus als in der Zeit, als man noch viel jünger war. Rein kognitiv. Natürlich ist man sich im klaren darüber, dass die eigene soziale Herkunft die Wahrnehmung der Welt geprägt hat, dass die soziale Gruppe, in der man sich bewegt hat, zusammen mit den damit verknüpften Erfahrungen, uns stark geprägt hat: einer der Gründe, wieso man der eigenen Erfahrung jahrelang misstraut hat. Außerdem provozieren Eigenschaften von Menschen gewisse Erfahrungen, die dann wieder vom jeweiligen Menschen gerne verallgemeinert werden und seine Voreinstellungen bestätigen. Informationen im Einklang mit den eigenen Grundeinstellungen zu verarbeiten und gleichzeitig Gegenargumente auszublenden, entspricht vielleicht einem Grundbedürfnis und mag ein grundsätzliches kognitives Grundprinzip kennzeichnen. Dabei geht es wohl nicht nur am Rande um die Reduzierung von Komplexität.

Mittwoch, 19. Juli 2023

Negativ und positiv

„Negative Menschen“, „Miesepeter“, „Spassbremsen“: „wenn wir uns mit ihnen umgeben, schaden wir uns selbst“. Habe ich gelesen. Amerikanische Schule. Problem: das Etikett „negativ“ kann jeder allen anhängen. Kritik ist oft negativ. Ist es ein Ausweg, Kritik zu meiden? Wenn aber gewisse Dinge so sind, wie sie sind? Wenn unser Urteil negativ ausfällt? Nicht mehr äußern, damit wir positiver rüber kommen? Bloß mit niemand darüber reden, damit man nicht als sich dauernd wiederholender Trauerkloß oder Spaßbremse wirkt? Das schadet unserer Seele und unserem Körper? Die Wahrheit erkennen? Ob die Ursachen uns auch schaden? Das, über was kommuniziert wird? Ob manche Elemente unserer Umwelt durchaus negativ sind und ob es nicht so etwas wie eine befreiende Wirkung hat, wenn wir über das mit anderen Menschen kommunizieren, die direkt oder indirekt denselben Einflüssen ausgesetzt sind? Wenn wir uns darüber einig sind? Über die Folgen und das, was wir unter Umständen dagegen unternehmen könnten, können wir dann ja immer noch verschiedener Meinung sein. Jaja, es sind nicht immer „die anderen“. Manchmal sind wir selbst es. Ist doch klar. Wenn wir einigermaßen reif sind, dann denken wir das immer mit. Selbstverständlich. Wer dauernd das Gegenteil unterstellt, unterschätzt sein Gegenüber. Die Welt ist schön, wir müssen das nur erkennen. Der Auseinandersetzung mit solchen Sprüchen hilft die Lektüre von Aldous Huxleys 1932 erschienenes Buch „Schöne Neue Welt“ etwas auf die Sprünge.

Montag, 13. Februar 2023

Empathisches Verstehen

Je nachdem, wie man’s ansieht: Wir sollten anfangen, den ernsten Gehalt dieser Binse zu verstehen. Hier, auf dieser Ebene, versuche ich das schon lange. Auch die verschiedenen Beiträge dieses Blogs sind nur Versuche, die Wirklichkeit zu deuten, etwas mehr zu verstehen, ihr eine Perspektive abzuringen, sich vorsichtig hinein zu tasten, in ein Spiegelkabinett, dessen Deutung durch tausend Faktoren einigermaßen vorherbestimmt sein kann. Wir bauen Sichtweisen auf und ab, wir nehmen spielerisch Haltungen ein, wir reflektieren unsere unmittelbare und unsere mittelbare Umgebung, wir spekulieren darüber, wir versuchen mit unseren Mitteln zu verstehen. Wir drehen uns und nehmen einen anderen Standpunkt ein, spielerisch, eingedenk der Relationen, die sich jeweils davon ableiten. Wir lassen uns dafür beschimpfen von den eindeutig orientierten Tatmenschen, denen jedes Erwägen fremd ist, die nur tun und machen (nach welchen Maßstäben, wohin treibt es sie...? genau an dieser Stelle will dieses Blog einige Tipps geben...). Wir fragen nach deren Maßstäben, wir versuchen, uns hineinzuversetzen, wir wollen uns in Empathie üben.