Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Fliegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fliegen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. September 2024

Fliegen üben

Wir wundern uns, wie selbstverständlich Medienschaffende im TV erzählen, dass sie unbedingt den nächsten Flieger kriegen müssten. Ich hatte es schon in einem der vergangenen Blogs erwähnt, aber ist die „Flugscham“ völlig verschwunden? Ist es wieder normal, sich in den Flieger (besonders in die Privatflieger!) zu setzen und der Umwelt auf diese Art zu schaden? Es mag ja unumgängliche Termine geben, aber sind diese im vollen Bewusstsein der eigenen eingebildeten Wichtigkeit gesprochenen Absichten unumgänglich? Auch ist noch die Saison der Skifahrer, die sich hier in die teuer ausgestatteten Auto-Kisten setzen, um mit der ganzen Familie an zerstörten Bergpanoramen vorbei auf der Autobahn fest zu stecken, anschließend immer wieder warten, auf das Bezahlen und Befördertwerden in überfüllten Liften. Skikanonen. Auf den Apres-Ski warten. „Schifoan“? Ob das eine Idee des vergangenen Jahrhunderts ist? Noch zeitgemäß angesichts all dessen, was man inzwischen einigermaßen sicher weiß? Was zieht einen zu einem solch seltsamen Vergnügen? Per SUV? Statusbewusstsein? „Naturvergnügen“? Ein teuer bezahltes Gefühl der „Freiheit“? „Freiheit“ auf Kosten von was? „Drüberstehen“? Über was? Ein Glücksversprechen? Zur Freizeitgestaltung? Ein teuer bezahltes Wohlstandsversprechen? X x We are amazed at how naturally media professionals say on TV that they absolutely have to get the next plane. I mentioned it in a previous blog, but has “flight shame” completely disappeared? Is it normal again to get on a plane (especially a private plane!) and harm the environment in this way? There may be unavoidable appointments, but are these intentions, spoken with full awareness of one's own imagined importance, unavoidable? It is also still the season for skiers who get into the expensively equipped car boxes here to get stuck on the motorway with the whole family past destroyed mountain panoramas, then wait again and again to pay and be transported in overcrowded lifts. Ski guns. Waiting for apres ski. “Schifoan”? Is this an idea from the last century? Still relevant given everything we now know with some degree of certainty? What draws one to such strange pleasure? By SUV? Status consciousness? “Nature pleasure”? A dearly paid feeling of “freedom”? “Freedom” at the expense of what? "To stay above"? About what? A promise of happiness? For leisure activities? A costly promise of prosperity?

Donnerstag, 11. Januar 2024

Prima Klima

Ich komme mir da sowieso wie ein Dödel vor: die so oft propagierte „Flugscham“ scheint vorüber. Kein Mensch redet in Deutschland mehr darüber. Im Gegenteil, es dringen sogenannte Erfolgsmeldungen mir ans Ohr: Die Zahl der Flüge inklusive Fernflüge hat wieder stark zugenommen, - endlich. Wer redet denn in diesem Zusammenhang noch von Klimakrise? Die Menschen scheinen froh zu sein, dass sie auf diese Weise den Krisen enteilen können. Ob da ein harter Fall von kognitiver Dissonanz vorliegt? Dem einen zustimmen und ein „Klimabewusstsein“ loben, das andere aber in völligem Gegensatz dazu tun? Reisen, was ist das überhaupt? Sich in fernen Ländern an den Strand flacken? Vollpension. Alles inklusive. Kein Zweifel, für viele Menschen steckt da ein hoher Erholungswert dahinter. Aber: Die steigenden Energiekosten beklagen, aber dieses deutlich teurer gewordene Hotel in Übersee buchen? Hm, ob da die Pandemie etwas bewirkt hat? Nachholbedarf? Etwas von der Welt sehen und auf diese Weise seinen Horizont erweitern. Dafür ans Meer reisen, scheisegal, on der Meeresspiegel steigt? Wer da in den vergangenen Jahren wohl ins Nachdenken gekommen ist? Welche Rolle da die Medien spielen? Ob die vielen Leute mit dem Nahen in ihrer Umgebung auch etwas anfangen? Ob sie das mehr erkunden, oder ob sie gleich eine Fernreise buchen? Kreuzfahrten sollen beliebter denn je sein. Privatjets haben Hochkonjuntur: Die Wichtigs sind ja überall auf der Welt wichtig. Ausspannen ist angesagt. Digital.

Samstag, 26. August 2023

Nach "Urlaub"

Wem Gott will die rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt; Dem will er seine Wunder weisen. In Berg und Wald und Strom und Feld (Eichendorff). Jetzt kommen sie zurück von ihrem Urlaub. Oder sie sind bereits zurück gekommen. Ob sie ihren Horizont erweitert haben beim Liegen am Strand? Sich aktivieren, sich bewegen? Dazu sollte man auf und davon? Reisen? Nun ja, auch das Klima-Thema kommt uns da dazwischen. Mir scheint es nicht mehr so naheliegend einfach zu sein, in irgendeinen Flieger zu steigen und fremde Horizonte anzusteuern. Flugscham, wo blieb und bleibt das? Für wen gilt sie? Henry Miller sagte: „Bleib hungrig nach Erfahrung, nach Wissen und Erkenntnis. Was das damit zu tun hat, sich vor den großen Touristentrophäenpunkten fotografieren zu lassen? Vor dem Eiffelturm, vor dem Zuckerhut, vor dem Capitol, dem Grand Canyon, vor Ankor-Watt und wie sie alle heißen.... Ob es einer gewissen Anstrengung bedarf, um dem Fremden näher zu kommen?

Samstag, 22. Juli 2023

Vielflieger

Ich lese die „Bekenntnisse“ eines Vielfliegers. Es heißt da u.a.: „Solange die Chinesen und Inder rausblasen, was sie wollen, macht es keinen Unterschied, zu fliegen oder nicht….Den Impact im internationalen Vergleich, den machen nicht wir in Deutschland. Der CO2-Verbrauch pro Person liegt im Schnitt bei 10,8 Tonnen pro Person. In China bei 8,0. In Indien bei 1,9.“ „Noch“ sagt der wichtige Mann (!). Leider hat er damit recht, mag der glatzköpfige Loriot-Bundeskanzer auf tausend Pks noch tausendmal die Worte wiederholen, die sein Wirtschaftsminister und die von ihm vertretene Partei geprägt hat. Dieses „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ hat mir auch nie geschmeckt und mit der Vorbildfunktion des viertgrößten Industriestaates ist es nach tausend gebrochenen und teilweise gesetzlich fixierten Vorsätzen sowieso nicht weit her. Ja ja, der Krieg ist die große Ausrede. So was hängt uns zum Hals raus. Man kann bei uns problemlos von Frankfurt nach München fliegen, was Viele offenbar auch machen. Ja, wenn das so ist, so sage ich mir, was bedeutet das dann, wenn ein Einzelner auf einen Flug verzichtet? Da wird von den Wichtigs unterwegs munter geduscht und Champagner gesoffen, da werden Zubringer-Limousinen benutzt und die Luxus-Lounge mit all ihren Status-Vorteilen abgesessen. Was soll das dann, wenn ich mich möglichst wassersparend durch den Tag zu bewegen versuche? Flugmeilen werden gesammelt und es wird sich weiterhin in der eigenen Wichtigkeit gesonnt, - alles auf Kosten jener Umwelt, die uns eigentlich alle gemeinsam gehört.

Samstag, 15. April 2023

Privat? Privatjets?

Was macht das mit uns in Schland, wenn wir erfahren, dass eine selbsternannte superreiche Geldelite bei zahlreichen Flügen mit dem Privatjet die Energie für sich wohl im großen Stil vergeudet? Und dabei wohl weitgehend unbehelligt vom Staat ist, der von seinen Bürgern an anderer Stelle wohl einiges (oder auch...ziemlich viel) verlangt? Ob solche Fakten im breiten Ausmaß die Motivation erhöhen, sich ökologisch korrekt zu verhalten? Ob es nicht im Gegenteil dazu geeignet ist, die Politikverdrossenheit zu erhöhen? Nicht umsonst gelten private Jets als besonders umweltschädlich. Die Fakten: Durchschnittlich alle neun Minuten hob in Deutschland 2022 ein Privatjet ab, insgesamt waren es 58.424 Flüge, nahezu doppelt so viele wie im Jahr zuvor – ein nationaler Negativrekord. Zwischen Düsseldorf und Essen pendelt eine S-Bahn, die A52 bietet eine direkte Autoverbindung der beiden Ruhrpott-Metropolen. Dennoch flogen Privatjets die rund 30 Kilometer lange Strecke im vergangenen Jahr mehr als ein Dutzend Mal und brachten dabei 53 Kilogramm CO2 pro Kilometer auf die Waage. Insgesamt brachten die Elite-Reisenden hierzulande es so zuletzt auf rund 209.000 Tonnen CO2. Geht man von der Klimabelastung aus, die die Luftverkehrsbranche selbst einräumt, entspricht das fast zehn Prozent der Gesamtemissionen des Sektors. Und das, obwohl Privatjet-Passagiere nur einen winzigen Anteil aller Fluggäste ausmachen. Wieso eigentlich scheint die Regierung solche Fakten zu ignorieren? Ob sie sich selbst wohl der Klasse dieser energievergeudenden Oberwichtigs zuzählt? Immerhin wurde vor einiger Zeit das mir relativ groß erscheinende und damals nicht funktionstüchtige Regierungsflugzeug vorgeführt. Ein Kennzeichen dieser vermögenden Flieger scheint ja im Bewusstsein der eigenen Wichtigkeit solche Flüge in großer Selbstverständlichkeit für sich in Anspruch zu nehmen. Z.b. schreibt t-online: Trotz ihrer vergleichsweise hohen Wirkung auf die Erderhitzung gilt für Privatjets: Die Politik drückt beide Augen zu – in der Klimapolitik spielen sie quasi keine Rolle. Die kleinen Flieger in Privatbesitz genießen großzügige Ausnahmen: Vom Emissionshandel der EU, dem sogenannten EU-ETS, sind sie ebenso ausgenommen wie vorerst auch von der Steuer auf Flugbenzin, die von der EU vorgesehen ist. Stattdessen zielt die Kerosinsteuer vor allem auf Passagiermaschinen ab, die innereuropäische Linienverbindungen bedienen.

Samstag, 25. Juni 2022

Endlich Urlaub

Was ist denn da los? Die TV-Medien berichten breit über die Probleme, die der offenbar an den Urlaub geknüpfte Flugwunsch aufwerfen kann. Unmöglich, das! Man kommt an den Flughafen und erfährt dann per SMS, dass der Flug gecancelt ist. Personalprobleme. Facharbeitermangel. Profitgier verschiedener, nicht genau benannter Marktteilnehmer. Weil, Verantwortung will ja niemand tragen. Dafür haben die Großen ihre Pressesprecher. Ach! Jetzt, was machen? Auf dem Flughafen ausharren, rechtlich vorgehen (TV berät: welche Rechte habe ich?) weiter warten? Vielleicht morgen….? Ich sitze fassungslos daheim und frage mich: was ist mit der so oft proklamierten „Flugscham“? Diesem Rücksicht darauf nehmen, dass doch jeder Flug irre viel CO2 verursacht? Ist in dieser Sommerpandemie mit all ihren Ansteckungszahlen das Risiko ganz egal? Sind wir so gut heraus gekommen, dass wir jetzt stundenlang zusammengepfercht ohne Maske in engen Sitzreihen dem Urlaubsziel entgegenhecheln? Überhaupt Maske: ich beobachte, dass überhaupt niemand mehr im Supermarkt oder Discounter Maske trägt. Was man nicht gesetzlich vorgeschrieben kriegt, macht man nicht? Ob das Maske tragen nicht auch etwas mit Selbstschutz (und Schutz der anderen…?) zu tun hat? Bin ich noch so jung, dass ich nichts zu befürchten habe? Wie sieht’s überhaupt mit Long Covid aus? Alles nur Einbildung? Ich hätte nie gedacht, dass es mich treffen könnte, so höre und sehe ich Interviewfetzen….. Die Experten streiten sich, niemand weiß noch irgendetwas Verbindliches. Wir müssen uns über kurz oder lang ohnehin infizieren, so heißt es. Rechtfertigt der Urlaub alles? Jetzt endlich mal was anderes sehen – und dann an den Strand irgendwo in dieser Welt (meist in Malle…) flacken? Ökologischer Fußabdruck, was ist denn das? Wenn wir „heim“ kommen, dann geht’s womöglich erst richtig los: Frieren wg teurer Heizung wg Gas wg schlechter Energiepolitik und Merkel, gestiegene Preise, Liefersauereien, billige Ausreden der Behörden – aber Urlaub, das muss sein…