Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Simulation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Simulation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 15. Juli 2026

Darbietungen

Seltsame Experten werden mitten in ihren Darbietungen unterbrochen, es wird für Parteistatementpropaganda und für den nächsten Werbeblock freigeschlagen. Auch daran sieht man, wie wenig solche „Experten“ der Dauer-Nachrichtenshow des verlegereigenen „Privatrundfunks“ mit ihrem oft enervierden Geschwätz offenbar wert sind. Ob uns das alles als Politik verkauft werden soll oder ob es das abgehobene Spiel derjenigen ist, die das Spiel der Demokratie für uns zelebrieren? Es werden meist Platitüden aufgeführt, um Reflexe abzurufen. Posing (Darstellung des kundigen „Durchblickers“) sowie ein moralischer Augenaufschlag gehört auch zu dieser Polit-Inszenierung. Die Sinnfrage wird selten gestellt. Cleveres Runtermachen des Kollegen von der falschen Partei, das Geschwätz von den Bäumen im ignorierten Wald („Einflüsterer“in Gestalt von Pressereferenten gibt es enmasse) sind obligatorisch, das harsche Spiel mit dem Image, die ungenierte Simulation des Körperauftritts, das gekonnte Kreisen des wacker daherredenden Für-alle-Kopfes bei der Pressekonferenz (Rethorik-Kurs 1) – ach wie langweilig und peinlich ist denn sowas!

Donnerstag, 20. Juli 2023

Welche Wirklichkeiten?

Wie schillert das, was uns umgibt? Da ist ein Dschungel der Meinungen, die es dazu gibt. Ob wir ein bisschen begreifen wollen, welche Rolle wir darin spielen und was mit uns gespielt wird? Ich versuche mich auf verschiedene Deutungen unserer Wirklichkeit einzulassen, mit einem imaginären Leser zusammen eine Reise durch sie zu unternehmen. Noch verbindet die Deutung der Wirklichkeit uns alle in der analogen Welt. Doch es wird heftig daran gearbeitet, dies zu verändern. Datenbrillen simulieren digitale Wirklichkeiten, austauschbar gespeist auch mit abgepressten Daten (übrigens: der Staat in Gestalt des Einwohnermeldeamts darf nach Gesetzesänderungen Daten an beliebige Abnehmer verkaufen, wenn man nicht ausdrücklich widersprichst...). Auf Laufbändern können wir bald durch Einkaufsstraßen (wichtig!) schlendern oder auf alpine Gipfel kraxeln. Mindestens ein großes Social Media Portal scheint da dahinter zu sein. Es gibt dann keine Notwendigkeit mehr, sich mit anderen Menschen abzusprechen oder mit ihnen zu interagieren. Dies gehört dann alles der alten analogen Welt an. Selbst das Kopulieren/Ficken wird dann digital möglich sein. Reiz-Stimulus-Modelle stehen zuhauf zur Verfügung. Aber noch ist es eine gewisse analoge Anstrengung, sich einzulassen, Empathie für andere aufzubringen, so neugierig zu sein, wie das beispielsweise ein Johann Wolfgang von Goethe uns das in grauen Vorzeiten vorgemacht hat. Auch er hat diese Werte geprägt, die derzeit so gerne beschworen werden. Er hat sich auf Individuen genauso eingelassen wie auf Kulturen und den mit ihnen zusammenhängenden Mechanismen. Blöd nur, dass diese Individuen einer privilegierten Klasse angehörten. Aber er hat sich bis ins hohe Alter für den Fortschritt der Technik interessiert und hat die Folgen, die sich für alle ergeben, antizipiert.

Freitag, 12. Mai 2023

Horizont

Obercoole Versteherinnen und Versteher in den Zeitgeistmagazinen und Kulturschauen des Fernsehens schelten die Eliten und ihresgleichen ob ihrer Ignoranz. Wow, - Klugscheiser mit wichtigen, aufoperierten Gesichtern. Glatte Schlaumeier. Nachdenken, Vordenken, Überdenken – meist jedoch gar nichts, sondern einfach nur nette Worte als Auslöser. „Sexistisch“, „rassistisch“ , islamophob“, „homophob“ - wer bietet mehr? Die Dummheit ist womöglich einigermaßen gleichmäßig verteilt. Nachhilfeunterricht für die Zurückgebliebenen. In Kritik, - und zwar der richtigen. Antreten zum Verstehen, Gutmenschen. Moral. Apell. Meinungen. Überzeugungen. Überlegenes Getue. Betroffenheit. Kampfsportarten. Soziale Medien. Shitstormsorten. Seltene Sortierungen für den besseren Geschmack. Streiks. Putschversuche. Entlassungen. Freigesetzt in digitale Welten. Mitarbeiter gesucht. Fachkräftemangel. Arbeitswelt 4.0. Robotergegrinse über Artificial Intelligence. Gen- und andere Manipulationen. Silicon Valley-Dreams. Alles wird gut. Positiv sein. Nur das Beste. Nettiquette. Rechts-Links. Wer ist das Volk? Wir? Wer ist „wir“? Zündeleien führen zu Sprengstoffaktionen. Tote. Polizei. Feuerwehr. Notarzt. Blaulicht. Lächerliche Spackos. Gewalttätigkeit. Abbaggern. Dazwischen zufriedene Politgesichter, die den Platz beim Edel-Italiener schon vorbestellt haben. Abgeordnete. Parteienfunktionäre. Kunstbeflissen. Ach so! Kenner und Könner. Verkaufen wichtige Termine und sich selbst gleich dazu. Korrupte Schwätzer, bestochene Blender. Deppen, man kann es nicht anders nennen. Chauffeure echauffieren sich. Das geht so nicht weiter.

Montag, 11. November 2019

Roboter als Sexpartner

Man kann sich Sexualität kaufen, - kein Zweifel. Aber kann man sich auch einen Partner kaufen? Diejenigen, die an der Entwicklung von Sexrobotern arbeiten, behaupten: Ja, das können wir! Die Entwicklung scheint diebezüglich in Japan schon sehr weit gediehen zu sein. Silikonpuppen soll Leben eingehaucht werden, Virtual und Augmented Reality assistieren. Ausgangspunkt ist die Überlegung, dass Computerprogramme Emotionen simulieren können. Forscher und Entwickler sind nun auf einer immer differenzierter werdenden Suche, die in die Sexpuppenindustrie Eingang gefunden hat. „Es ist Zeit, unser Leben zu genießen...!“ scheint das unausgesprochene Motto solcher Sexspielzeuge zu sein. Genuss, Gefühle, Hedonismus scheinen in dieser Form mechanisiert (bis jetzt noch verdeckt) geradezu zum Gebot aufgestiegen zu sein. Sexy sein ist dem Verhalten innewohnende Pflicht. Roboter sollen die Gesellschaft geben, die der Einzelne unter den Bedingungen unseres modernen Lebens braucht. Augemnted und Virtual Reality versetzen uns in andere Welten. "Innovation" und technologische Entwicklung, Digitalisierung und Roboterwesen werden wohl vor der Sexualität nicht Halt machen. Oft ist zu erfahren, wie Roboter in der Altenbetreuung offenbar bereits regen Eingang finden, an selbstfahrenden Autos wird geforscht. Doch auch vergleichsweise junge Besitzer von Sexgeräten werden in einem ersten Zug ihnen schnell Namen geben. Roboter werden hübsch gekleidet werden. Man wird mit ihnen in vielerlei Zusammenhängen reden.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Und jetzt das Wetter.....

Wieso müssen denn diese Wettervorhersagen immer so blöde präsentiert werden? Da agiert eine Tante mit Pippi-Langstrumpf-Charme, die „Nooord, Spoooort oder Moooord“ immer so betont nooorddeutsch ausspricht (ob sie wohl die Wettervorhersage nur einem bestimmten Teil des „Volkes“ gönnt?), mit hektischen, ja geradezu eckigen Bewegungen, die wohl Aktivität ausstrahlen sollen (vielleicht sogar Hyperaktivität). Ihr Chef praktiziert dies seit vielen Jahren und will wohl kompetenten Aktivismus versprühen. Doch sie drückt sich jetzt möglichst burschikos aus ("Suuuuper!") und simuliert (da müssen wir noch an den Baggersee, nehmen sie mit, was geht usw. ….) eine Nähe, von der angenommen wird, dass das breite Volk sie sehr goutiert. Irgendein "positives Gefühl" halt. Man drückt sich nicht möglichst punktgenau oder sachlich aus, sondern man simuliert eine diffuse Nähe, die sich auch noch mit einem künstlich wirkenden Lausmädchenlächeln unterlegt. Das kommt wohl an!, - so ist zu vermuten. Auch ist beliebt, die großen Worte mit Fotos aus der Zuschauerschaft zu unterlegen. Überhaupt: die Verkünder der Wetterbotschaften sollten einem vertraut sein, das ist gut zu erkennen. Ihnen soll man trauen. Oder sie sollten einem wenigstens das Gefühl dafür verschaffen. Dann: Blonde Wirrköpfe kommen offenbar ganz besonders gut an. Ihnen wird von den "Medieneliten" dann gerne mal Populismus unterstellt. Aber möglichst erst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist….. ach, jetzt bin ich schon bei den „Nachrichten“, die möglichst in großer Nähe zur Wettervorhersage so richtig locker im Infotainmentstil verzapft werden. Natürlich soll sie einem vertraut vor kommen, so dass man ihnen traut.....

Mittwoch, 11. April 2018

Was ich mit meiner Musik will

Ich will Mut zur Lücke haben und damit den gängigen Versatzstücken widersprechen (siehe oben!). Das gilt in meiner eigenen Musik besonders bei den Vocals, bei denen ich die Not zu einer Tugend gemacht habe. Ich liebe dabei Verfremdungen, gesampelte Vocals, fremde Stücke, Fetzen... - Aussage? Wörter sind inzwischen nur noch Platzhalter, sie sind geworden, gemacht, völlig ohne Inhalt, ein Handwerk der Manipulation und des Wohlklangs.... Politik und Werbeagenturen haben sich der Sprache bemächtigt, Verseschmieder, Textproduzenten und Fake News-Ersteller sind hinter ihr her. Was vorerst bleibt, sind vielleicht Fragmente, Fetzen, Verfremdungen, menschliche Äußerungen, die sogar komisch wirken dürfen. Dabei will ich versuchen, mit Widersprüchen umzugehen. 
Ich mache mir auch keinerlei Illusionen über Formen wie Blogs oder Soziale Netzwerke. Sie tragen wohl eher zur Banalisierung des Einzelnen bei. Dieser "kreative" Einzelne scheint sehr stark zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, indem nämlich heute auch scheinbar lyrische Texte industriell, arbeitsteilig und geradezu maschinell hergestellt wurden und zunehmend werden. Der Druck auf die Tränendrüse ist etwas Gekonntes. Der Wutausbruch wird planmäßig herbeigeführt (jeweils beim „Durchschnittsuser“). Alles erscheint austauschbar. Die Lüge beherrscht das Feld. Es herrscht das Kollektive, „Big Data“, der Algorhitmus, das kalte Berechnen, - auch und gerade der Emotionen. Das technokratisch „Gekonnte“ scheint hierbei das Ideal, nicht das Erschaffene, aus dem Nichts Geschöpfte, das zurecht Manipulierte. Das „Tun-so-als-ob“ beherrscht die Szenerie. Songlyrics werden heutzutage „gemacht“, zusammengesetzt aus Versatzstücken, aus synthetischen Perspektiven. Es wird dadurch alles (auch die Images) immer austauschbarer, es wird zur kalten Ziffer, zur Zahl, zum manipulierten Etwas.

Freitag, 22. Dezember 2017

Gestolperte Lügen

Lachhaft, völlig lachhaft, diese „Schwalbe“ von diesem „Trainer“ vorgestern (geht mir die ganze Zeit durch den Kopf...!). Es hat ihn hingehauen. Weil der Abwehrspieler der gegnerischen Mannschaft ihn umgerannt hat. So sollen wir glauben. Er hat das noch aus seiner aktiven Zeit als Spieler verinnerlicht. Es ist seine zweite Natur geworden. Es ist ein Automatismus, dieses Betrügen, dieses „So-tun-als-ob“. Vorspielen, dass man zu Falle gebracht würde. Den anderen etwas vorspielen. Etwas dafür kriegen. Einen Freistoß oder sowas. Jämmerlich, sich so zum Affen zu machen! In diesem Moment hat sich das Zeige-Geschäft selbst enttarnt! Es wurde etwas plötzlich offensichtlich! Die Pose des Lügens. Dieses „Man kann's ja mal versuchen...“, das gerade bei Fußballern so beliebt zu sein scheint. Ehrlichkeit? Was für ein altmodisches Wort! Eher ein Etikett, das nicht so gemeint ist. Verantwortung? Dafür gilt wohl dasselbe. 

Montag, 6. Juni 2016

Traum von Unsterblichkeit

Es klingt wie Science-Fiction, aber es ist ein Traum, der derzeit besonders im Silicon Valley intensiv geträumt wird. Zahlreiche Startup-Firmen und Forschungslabore sind dahinter her. Natürlich wird dies auch erst mal zur Polarisierung der Gesellschaft beitragen. Diejenigen, die sich so etwas leisten können, werden das tun. Die anderen werden ausgeschlossen sein. Angefangen hat es mit dem Klonieren. Warum Kindermachen, wenn man Kopien seiner selbst machen kann? Klone. Das Schaf Dolly war Vorreiter, an bestimmten Pferden wird es heute praktiziert. Natürlich müssen sie die besten, schnellsten, teuersten sein. Klonieren bedeutet, mehrere identische Kopien eines Objekts zu haben. Derzeit ist das noch schwierig, aber machbar. Das Klonen befasst sich deshalb gerne mit Pferden, weil die enormen Kosten des Vorgangs durch den Erlös der Klonpferde oft gedeckt wird. Viele Forscher gehen davon aus, dass viele Eigenschaften eines Individuums zu 30 % genetisch bedingt sind und zu 70 % andere Ursachen haben. Im sozialen Verband verhalten sich solche Objekte wie alle anderen. Niemand kann erkennen, was geklont ist und was nicht. Es ist dies die Ausgangsposition vieler Fantasy-Filme. Ob das alles beim Menschen möglich ist? Es gibt noch Schwierigkeiten. Es gibt auch noch ethische Schwierigkeiten. Besonders Länder in Europa haben diesbezüglich etliche Gesetze erlassen. Doch der sogenannte „Fortschritt“ wird auch hier fortschreiten. In einigen Ländern Asiens ist das jetzt schon ohne Probleme möglich. Derzeit beliebt ist das Werben fürs Klonieren zu therapeutischen oder medizinischen Zwecken. Ein Ersatzorgan nach dem eigenen Bauplan gefällig? Es ist ja eine beliebte Methode, technischen Fortschritt durch kleine „Apetitthäppchen“ schmackhaft zu machen und danach im großen Stil ökonomsich gut produzierbar einzuführen, - egal, was und zu welchen Opfern es führen möge.  

Donnerstag, 19. Mai 2016

Traum und Wirklichkeit in der Klosterkirche

Ich blicke in Neresheim zur plastischen Deckenbemalung Martin Knollers hoch und entdecke diesen typischen Übergang von Illusion und Realität: von unten ist kaum zu beurteilen, was plastische Engelsskulptur und was Malerei ist. Es ist dies ein typisches Spiel jener Zeit. Traum und Wirklichkeit. Welche Realität gilt? Die Romantik hat das später genauer illustriert, aber auch heutzutage spielen Filme und Werke aller Art mit diesem Effekt. Das Interesse damals war ein erzieherisches moralisches und vor allem - religiöses. Veranschaulichung. Kirche und Staat. Kollektive Spiritualität. Analphabetentum. Heute ist das etwas anders. Bloß gut, dass denen damals das Geld ausgegangen ist. So markierte das alles eine Art Übergang vom Barock zum Klassizismus. Etwas sparsamer und nicht so beladen wie vieles im Barock. Heute nehmen wir das als wohltuend wahr. Da ist viel Spiel mit den Illusionen von Raum und Zeit und Licht. Wunderbares Wissen um solche Dinge. Architektonische Umsetzung. In der Tatsächlichkeit, nicht nur in der Virtualität, für die man seltsame Brillen aufsetzen muss. Die Wirkung von Farben auf die Psyche. Martin Knoller bekam damals trotzdem ein Spitzenhonorar. Schwäbisch sparsam war man nicht. D.h. die Benediktiner, denen wir diese herrliche Raumkomposition verdanken, gaben das Geld. Heute also suchen wir in Filmen und anderen Virtualitäten. Es gilt ein Abtauchen in andere Welten. Woody Allen hat das einmal in eher romantischer Absicht mit seinem Film „Purple Rose of Cairo“ realisiert. Aber unsere heutigen, im Computer animierten Fantasy-Welten sind natürlich auch nichts anderes. Das Unmögliche wird wahr, Traum und Realität gehen ineinander über  - was für ein alter Menschheitstraum! 

Montag, 29. Februar 2016

Dada (3) Wort Sprache Interesse

Jetzt erst wieder war aus Anlass eines Jubiläums viel die Rede von Dadaismus. Er wurde hauptsächlich als ein historisches Phänomen der Kunstgeschichte gedeutet. Dabei hätte er auf einigen Feldern möglicherweise wieder eine ganz neue Aktualität. Besonders in seiner Theorie. Die aten Gedankensysteme waren damals nach dem Ersten Weltkrieg zusammen gestürzt. Gebonkt. Die Gesellschaft hatte sich in allem beschleunigt und dabei etwas die Orientierung verloren. Ob dieser Zustand nicht in Manchem unserer heutigen Realität ähnelt? Ob die Sprache nicht entwertet und entwürdigt ist von sie durchstechenden kommerziellen Interessen? Wer weiß denn noch, wann was mit einem Wort verbunden ist. Mir klingt immer noch, ohne dass ich das will, der leicht hysterische Ton eines Werbespots im Kopf, der mit seiner gestellten Ungestelltheit an die Realität zum Zwecke des Verdienens heran will. Vertrauen durch Fehler simulieren. Denn die Realität ist fehlerhaft. Ist nicht verboten, gehört zu unserer Marktwirtschaft. Ob das aber nicht doch auch eine Frage des richtigen Maßes ist? Ob dieses – gemessen an den Fähigkeiten des Menschen – nicht längst überschritten ist? Ob die überall präsente Anwesenheit der Werbung etwas mit unseren Köpfen macht? Ob die Sprache schleichend etwas anderes wird? Ob der Dadaismus sich damals nicht gewehrt hat, gegen eine politische und idiologische Überfrachtung der Sprache? Mit seinen Mitteln? Mit der Phantasie? Ob so etwas ob der kommerziellen Überfrachtung der Worte nicht sehr gut in unsere Zeit passt? Es sind doch die schönsten Formulierungen längst entfremdet, Spezialisten verstehen sich darauf, sie zu GEBRAUCHEN, sie zu benutzen, etwas aus uns damit hervor zu locken: ein Gefühl, eine Gestimmtheit, die uns einem Kauf geneigt machen soll. In Bände, in Schubladen gesperrt, digital eingelesen, allzeit als Informationspflicht verfügbar gemacht, als Zwang zur Optimierung, unseres Selbst, unserer Umstände......

Sonntag, 30. August 2015

Life live (Songtext aus den 80ern, gefunden im Fundus)

Life live

Hey schau mal auf dieses Fernsehbild
das bist du, das bin ich, jetzt im Moment
bin gespannt, was die wohl machen werden
bleiben sicher auf ihren Stühlen kleben
hey, sieh' mal, die tun nur so als ob
möglichst cool und jetzt bloß kein Flop,
die funktionieren ja wie Maschinen
Computerprogramme mit menschlichen Mienen


Life!....live!.....


Hey, sieh mich mal an, zeig' dein Gesicht
sind wir Talking Heads im Bühnenlicht?
Sag', aus welcher Welt kommt dein Name,
den da eben nennt eine propere Dame?
Heißt sie Norma Jean oder Marylin Monroe
spielst du den Nero oder de Niro,
eine falsche Rolle, oder spielst du dich selbst,
eine liebe Gewohnheit, die du nicht merkst?


Wir simulieren alle, wir wissen nur nicht was
wir fahr'n auf Schienen nebeneinander her
computergesteuerter Input – Output
Chip-hurra, wie ist deine Show so gut..... !


Hey, hör' dir mal zu, wie du so redest
diese Worte, diese Sätze: alles second-hand!
Ist dein Doppelgänger nur eine Fälschung, ein Kapitel in einem schlechten Roman?
Fast wie im richtigen Leben, ohne Clou
wir sitzen ganz hinten in der letzten Reihe

auf los geht’s los, die Sendung ist live.....