Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 17. Juni 2019

Anwesenheitspflicht

Es kommen jetzt (morgen nicht mehr…!) Meldungen, nach denen gewisse Abgeordnete ihre Anwesenheitspflicht im Bundestag nicht allzu ernst nehmen (aber die jungen Teilnehmer von Fridays for Future" schon mal mit staatstragendem Gesicht abmahnen!). Ob sie einen Volksauftrag übernommen haben? Ob das Folgen und Verpflichtungen haben sollte? Eine gewisse Demut täte da vielleicht ganz gut. Es ist wohl genau solche Arroganz, die die Wähler verschreckt und zu bestimmten Umwälzungen im Parlament geführt hat. Dass diese Umwälzungen sich noch nicht abbilden, scheinen diese Abgeordneten als eine Art „parlamentarisches Trägheitsmoment“ zu empfinden. Ob sie etwas zur Verhinderung der mehr als milliardenschweren Kriegswaffenlieferungen an eigentlich gesperrte Staaten hätten beisteuern können. Möglicherweise hätten sie eine Diskussion darüber vertiefen können. Doch was ist, wenn einer dieser Abgeordneten genau diese Kriegswaffenexporte an verantwortlicher Stelle befördert hat? Konflikte zeichnen sich ab, es besteht Erklärungsbedarf. Gesetze werden verabschiedet, man gibt Aktion vor, man simuliert das gekonnt. Immerhin hat dieses Parlament 715 Abgeordnetenplätze und versorgt eine breite Politikerkaste mit Posten, Pensionen und Alterssicherungsansprüchen. Ob wenigstens daraus eine gewisse Verpflichtung entstehen könnte?

Samstag, 12. März 2016

Das Blatt macht die Blume (Songtext)

Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düstere im Hellen
Der Koffer ist die Reise
Das Blatt macht die Blume
Du trinkst jetzt stilles Wasser
suchst das Düst're im Hellen
zuhause im eignen Körper
suchst in der eignen Seele


Bilder fallen ineinander
türmen sich in sich auf sich
zerbröseln wieder im Hirn
fallen Dir in die Stirn
Pulver rieselt in Dir
durchdringt deine Poren
der Koffer ist die Reise

das Blatt macht die Blume

Dienstag, 1. Dezember 2015

Bin dann mal weg

Wenn ich heute sterben würde, würde niemand  drüber reden, daran denken. Man würde „ganz unverhofft“ und plötzlich und „vor der zeit“, wie es heißt, das Weite suchen. Dann könnte es zum Beispiel auch eine Verwechslung sein. Könnte. Doch wenn man es mal ganz unromantisch definieren will, ist der Tod der Zustand eines Organismus nach der Beendigung des Lebens. - das klingt gar nicht so schrecklich, wie es alle machen! Wenn etwa ein Flugzeug abstürzt, dann entlockt uns das die Bemerkung „ach“ und „oh“. Auch Betroffenheit. Nehmen wir also an, ich stürbe, wäre es ein riesiges Desaster für mich selbst natürlich. für die Menschheit vielleicht weniger. Ich wär ja dann mal weg. Einfach weg. Nicht aufzufinden. Verschwunden. Versicherungen? Finanzamt? Testament? Erbschaften? Ich hinterlasse keine ungeklärten Verhältnisse, ich hinterlasse überhaupt keine Verhältnisse. Sollte also der Tod jetzt kommen, gilt die Devise der Zweckpessimisten: „der Sarg ist halb leer.“ Ich merke, wie ich schwanke: zwischen schwarzem Humor, Verdrängung und Aufschiebgedanken.