Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Verstehen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Verstehen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. Dezember 2025

Konfirmation

Konfirmation. Erwachsen geworden. Als Gesamtmensch. Nicht nur emotional oder intellektuell. Wie bei manchen Urvölkern in vielen Ritualen. Mein Vater hat mich geführt. Es ging um ein breiteres und tieferes Verstehen, um ein Bemühen, um eine Konzentration auf Text und Gefühl, es ging um Selbstbestimmtheit und Entdeckung des Selbst, auch und gerade in der Religion, man könnte auch sagen, im Sinne von etwas Höherem. Für ein eigenes Suchen wurden mir Instrumente gezeigt. Aber auch das Alltägliche, das Dösen, das Brüten, das Trülen über gewissen Inhalten, das Aufsagen von etwas, was einem zunächst sinnlos erschien und vielleicht erst später klar wurde, von etwas, was wie eine zunächst unbegriffene Formel von außen kam, mit dem Anspruch, dies in Beziehung zu sich selbst zu setzen. Eine Haltung dazu zu entwickeln. Das Hineinfinden in einen Zusammenhang, - was einen sehr fordern kann. Etwas begreifen, mit ihm umgehen. Dazu führte er mich hin, indirekt auch mal, oft direkt, immer mit einem sanften Vertrauen in das eigene Selbst. Ich höre jetzt, dass die Konfirmationsgruppen immer kleiner werden, dass verschiedene Dörfer und Bezirke für die Pfarrer zusammengelegt würden, um überhaupt eine zahlenmäßig zweistellige Gruppe bilden zu können. Ich denke dann, dass ich Glück gehabt habe, so geführt zu werden, solche Impulse für das ganze folgende Leben empfangen zu haben. Vielleicht aber auch wurde ich dazu hingeführt, vieles zu gutmütig zu sehen, auf die Einsicht, auf das Verständnis zu hoffen. Vielleicht wurde ich dazu hingeführt, etwas von dem zu verlieren, was man in dieser Welt offenbar braucht.

Mittwoch, 24. April 2024

Moderatoren, Überblicker und Mediatoren

Da ist immer ein Präsentator des Ganzen Ein Moderator, scheinbarer Überblicker und Mediator der so gewordenen Wirklichkeit Geknechtet sind Kreaturen, die sich selbst als die großen Korrektoren der Anderen deuten Die sich als die kundigen Versteher geben, die fleischig routinierten Lebenslügner Die Coaches und Strukturoptimierer Von Eventmanagern getrieben drangsaliert, deformiert, die Arbeit verliehen und verkauft In Fleisch gemischt und als Fertiggericht über die Theke gereicht Jede Peer-Group muss sich nach innen und außen definieren das gilt es zu studieren

Sonntag, 7. Mai 2023

Empathy for me and you

Dass Empathie ein äußerst wichtiger Wert für die Weltgesellschaft werden könnte, scheint mir viel zu wenig gesehen zu werden. Dies mag auch im spielerischen Wechsel und Tausch der kulturellen Vorprägungen eine große Rolle spielen. Wir sollten neugierig sein und uns auf „das Andere“ einlassen können - und uns trotzdem der Gefahr bewusst zu sein, die darin liegt, dass andere Überzeugungen oft zu Gewalttätigkeiten führen. Eine solche Gewalt mag auch durch soziale Ausgrenzung bedingt sein. Oder dass Selbstgewissheiten und Identitäten oft daran gehängt werden, wie wehrhaft und angriffslustig man sich gibt. Hier gilt es, unseren „freundlichen“ Standpunkt klar zu machen. Wer an grundsätzlichem Austausch interessiert ist, sollte an dieser Stelle wohl möglichst informiert vorgehen. Auf einer anderen Ebene könnte mit Empathie auch so etwas wie nebeneinander her existierende Parallelgesellschaften verhindert werden. Eine gelungene Durchmischung kultureller Elemente wäre hier vielleicht dagegen zu setzen. Man könnte so was ja mal ernsthaft versuchen und nicht nur darüber reden. Das mag in unseren Breiten durchaus schon in der Schule beginnen und betrifft alle beteiligten Seiten. Personen könnten dadurch ein Gefühl dafür bekommen, dass es andere soziale Welten mit ihren eigenen Gültigkeiten gibt, als die, aus der man kommt. Und dass so etwas keinesfalls mit einer Abwertung des Anderen zu tun haben muss, ja, dass es bereichernd sein kann. Andere „soziale Welten“? Das ist das, was ich in diesem Blog zu umkreisen versuche. Die „Reise durch andere Welten“ könnte durchaus bereichernd ausfallen und muss garantiert nicht in Gewalt münden.

Donnerstag, 20. April 2023

Die Profi-Versteher

Die Gut-Informierten, die Unbestechlichen, die Neugierigen, die mit den Mächtigen dealen: Journalisten neigen oft dazu, ihre eigene, noch immer finanziell gut ausgepolsterte Mittelklasse-Weltsicht, absolut zu setzen. Dabei könnten sie in einer digitalen Welt relativ zuverlässige Mittler zwischen den immer stärker fraktionierten Deutungen sein, könnten einer schweigenden Mehrheit die Relativität ihrer Weltsicht deutlicher machen. Sie glauben gerne, sie täten das ohnehin implizit, indem sie sich immer wieder neu auf verschiedene Perspektiven einlassen. Doch ist dies ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Professionalität geschuldet. Was gefragt sei, so glauben sie gerne, sei Orientierung und klare Vorgaben, weniger die Empathie. Überhaupt: Klarheit. In einer unklaren Welt dies zu liefern, ist natürlich schwierig und meist nur mit rhetorischen Tricks zu schaffen. Mit Mimikry und einer gewissen Verstellung, die sich scheinbar einlässt auf die von außen kommenden Erwartungen (Informiertheit, „Auskennen“, „ernsthafte Beschäftigung“... usw.). Vorzugeben, man kenne sich (möglichst überall) aus und sei wegweisender Experte, gehört da zur Berufsrolle. Inbegriffen ist natürlich, man sei der Stellvertreter der Ahnungslosen und der breiten Masse, die ohnehin das Schauspiel von außen zu betrachten verurteilt ist. Also quasi ein populistisches Element. Der Spagat gelingt immer weniger, je unübersichtlicher die Verhältnisse werden. Anmaßende Oberflächlichkeit ist das, was oft dabei herauskommt. Mit „journalistischer Distanz“ wird auch gerne eine gewisse Gleichgültigkeit anderen Welten gegenüber kaschiert. (Ver-)Absolutiert wird andererseits das eigene Herzensanliegen, aus dem heraus sehr Subjektives und Beliebiges abgesondert wird und Fakten nahezu beliebig so lange interpretiert werden, bis sie in die eigene Weltsicht passen. Dies wird gerne mit einem „Liberalismus“ kaschiert und als „Qualitätsjournalismus“ verkauft. All das trägt mehr zur Verwirrung als zur Klarheit bei. Es entsteht ein Biedermeier der Ahnungslosigkeit, in dem ein unprofessioneller Dilettantismus der vergesellschafteten Informationsvermittlung blüht.

Sonntag, 8. Januar 2023

Sichtweisen

Auch die verschiedenen Beiträge dieses Blogs sind nur Versuche, die Wirklichkeit zu deuten, ihr eine Perspektive abzuringen, sich vorsichtig hinein zu tasten, in ein Spiegelkabinett, dessen Deutung durch tausend Faktoren einigermaßen vorherbestimmt sein kann. Wir bauen Sichtweisen auf und ab, wir nehmen spielerisch Haltungen ein, wir reflektieren unsere unmittelbare und unsere mittelbare Umgebung, wir spekulieren darüber, wir versuchen mit unseren Mitteln besser zu verstehen. Wir drehen uns und nehmen einen anderen Standpunkt ein, spielerisch, eingedenk der Relationen, die sich jeweils davon ableiten. Wir lassen uns dafür beschimpfen von den eindeutig orientierten Tatmenschen, denen jedes Erwägen fremd ist, die nur tun und machen (nach welchen Maßstäben, wohin treibt es sie...? genau an dieser Stelle will dieses Blog einige Tipps geben...). Wir fragen nach deren Maßstäben, wir versuchen, uns hineinzuversetzen, wir wollen uns in Empathie üben.

Donnerstag, 6. Oktober 2022

Bildungshierarchen

Da quillt unsäglich blödes Zeugs aus dem Fernseher, während sich Kultur- und Kultushierarchen in dicken 8- und 12-Zylinder-Limousinen zu ihren Sitzungen fahren lassen. Man erinnert sich indessen an Reportagen über den Verfall von Schulen, von Fenstern, die nicht mehr geöffnet werden können und von Platten, die vom der Decke fallen. Welche Worte man in letzter Zeit weniger hört und liest: „disruptiv“, „Dysotopisch“ Ein paar Worte, die man oft oder dauernd hört: „Narrativ“, „geframed“…. Man hatte Umgang mit den „unteren Schichten“ der Bevölkerung und musste staunend vernehmen, wie da über die Bedeutung von Worten geraten wurde: „Senior vice president“, „gecanceled“, „Gendersprache“…..“Lerninfrastruktur“ wer kann mir das erklären? Mir wurde auch angesichts dessen wieder bewusst, wie abgehoben sich jene Bildungsfunktionär(innen) verhalten, die sich zu teuren Sitzungen treffen, bei denen oft nichts anderes heraus kommt, als kaputte Schulen. Ich werde indessen gefragt, was das Wort „digital“ bedeute (was bedeutet „W-LAN!?) und denke mir, dass der völlig daneben gegangene Digitalunterricht in bedrängten Corona-Zeiten da eine deutliche Sprache spricht. Ob diese Kulturhierarchen überhaupt eine Ahnung davon haben, dass alleine schon die Sprache (Bildungs-)barrieren schaffen kann? Ob sie irgendeinen Kontakt mit denen pflegen, deren Bildungsentwicklung sie zu befördern vorgeben („Bildung schafft Lebenschancen“)? In Baden-Württemberg werden Lehrer(innen) während der Sommerpause entlassen, um im Herbst wieder welche einzustellen? Ist das okay?

Mittwoch, 15. Juni 2022

Spezialsportsprache

Ich beobachte mit steigender Verwunderung, wie sich in unserer Gesellschaft „Spezialsprachen“ entwickeln und welches Phänomen zb. die Sportsprache abgibt (hier scheint es nicht in erster Linie um soziale Abgrenzung zu gehen. Sondern um so etwas wie „ populäre Ausweitung“), Ich beobachte, wie sich da jene Selbstverständlichkeiten des Verstehens entwickeln, die bedeuten: „man muss den Jargon/Slang/das Zeichensystem beherrschen, um dazu zu gehören“. Die also eine soziale Funktion haben. Es kennzeichnet dies offenbar eine Art sozialer Eingangshürde, - bei Sportlersprache freilich ohne jene Wertschöpfungskonsequenz, die den „Erfolgreichen“ oder den fest Bestallten vorbehalten ist. Der Sport z.b. erscheint mir in zunehmendem Maße von der zunehmend korrupten Funktionärsschicht und die sie umgebende Schicht der Ex-Sportler beherrscht zu sein, die, wenn sie überhaupt die Notwendigkeit von Vermittlung zulässt, in TV-Sendungen und deren Talkshows mit jenen Kürzeln um sich wirft, die nur „Eingeweihte“ verstehen und die das Bewusstsein einer sozialen Schicht scheinbar entstehen lassen.

Samstag, 9. April 2022

Zwischen Menschen

 Ich staune mal wieder: Es gibt wohl viele Leute, die auf einem Film oberflächlicher Freundschaftsbeziehungen dahin schlittern und sich darin bescheiden, die diese Situation „normal“ finden, auch weil sie nichts anderes kennen. Solche Beziehungen zwischen Menschen sind oft beruflichen Gegebenheiten oder persönlichen Lagen/Situationen/Interessen geschuldet. Manchmal ergeben sich auch schlicht Gelegenheiten, Beziehungen zu Personen zu knüpfen, die sich dann als nicht unbedingt haltbar erweisen. Über längere Zeit halten wohl vor allem diejenigen Beziehungen etwas aus, die einer tiefen Sympathie und einem breiten Verständnis geschuldet sind. Heute werden Beziehungen geknüpft, um über eine gewisse Zeit hinweg (kann sehr sehr kurz sein!!!) verschiedenartige Bedürfnisse zu befriedigen. Die also vom Nutzen bestimmt sind. Ausgenommen und von vornherein heilig gesprochen ist dabei nur noch die Ehen, die freilich immer brüchiger werden (Statistiken und Alltagserfahrungen können das belegen...). Darüber hinaus ist „Networking“ beliebt, also das Schließen von Verbindungen verschiedener Menschen, die sich gegenseitig von ihrer gegenseitigen Bekanntschaft einen späteren Profit versprechen, die es als günstig für sich beurteilen, zu dem einen oder anderen Menschen „nähere“ Verbindungen zu unterhalten. Unlautere Elemente quetschen sich hierbei dazwischen, um den jeweils anderen regelrecht auszunehmen, ihn offen auszunutzen, ihm etwas einfach abzunehmen, ihn zu betrügen (?), Geschäfte mit ihm zu machen oder mit ihm zum eigenen Nutzen und Frommen "umzugehen"! Zu diesem Zweck werden oft gewisse Beziehungen geknüpft, die in diesem Falle wohl rein zweckorientiert sind und dem gemeinsamen Interesse förderlich sind. Ein bestimmendes Motiv scheint schlicht auch die Neugier zu sein, die sich oft Ziele sucht, die sie nach ihrer vermeintlichen Stillung aber bald dann verlässt.


Freitag, 29. November 2019

Zwischenmenschliches

Ich staune mal wieder: Es gibt wohl viele Leute, die auf einem Film oberflächlicher Freundschaftsbeziehungen dahin schlittern und sich darin bescheiden, die diese Situation „normal“ finden, auch weil sie nichts anderes kennen. Solche Beziehungen zwischen Menschen sind oft beruflichen Gegebenheiten oder persönlichen Lagen/Situationen geschuldet. Manchmal ergeben sich auch schlicht Gelegenheiten, Beziehungen zu Personen zu knüpfen, die sich dann als nicht unbedingt haltbar erweisen. Über längere Zeit halten wohl vor allem diejenigen Beziehungen etwas aus, die einer tiefen Sympathie und einem breiten Verständnis geschuldet sind. Heute werden Beziehungen geknüpft, um über eine gewisse Zeit hinweg (kann sehr sehr kurz sein!!!) verschiedenartige Bedürfnisse zu befriedigen. Die also vom Nutzen bestimmt sind. Ausgenommen und von vornherein heilig gesprochen ist dabei nur noch die Ehen, die freilich immer brüchiger werden (Statistiken und Alltagserfahrungen können das belegen...). Darüber hinaus ist „Networking“ beliebt, also das Schließen von Verbindungen verschiedener Menschen, die sich gegenseitig davon einen späteren Profit versprechen, die es als günstig für sich beurteilen, zu dem einen oder anderen Menschen „nähere“ Verbindungen zu unterhalten. Unlautere Elemente quetschen sich hierbei dazwischen, um den jeweils anderen regelrecht auszunehmen, ihn offen auszunutzen, ihm etwas einfach abzunehmen. Zuvor werden oft Beziehungen geknüpft, die in diesem Falle wohl rein zweckorientiert sind und dem gemeinsamen Interesse förderlich sind. Ein bestimmendes Motiv scheint schlicht auch die Neugier zu sein, die sich oft Ziele sucht, die sie nach ihrer vermeintlichen Stillung aber bald dann verlässt.

Donnerstag, 11. April 2019

Dimensionen

Ich lese, dass die Forschung erst seit kurzem darüber nachdenke, ob denn das Weltall eine bestimmte Struktur habe. Welche Rolle die sogenannte "Dunkle Energie" und die "schwarzen Löcher" darin spielten. Dass man „bis in die siebziger Jahre hinein nur die zweidimensionalen Bilder der Teleskope kannte, auf denen die Materie relativ gleichmäßig im All verteilt zu sein schien. Man wusste offenbar, dass sich Sterne und Planetensysteme in Galaxien befinden, diese sich zu Galaxienhaufen zusammenschließen, und dass viele Galaxienhaufen einen Superhaufen bilden können. Solche Superhaufen hielt man lange Zeit für die größten zusammenhängenden Strukturen im All. Zweidimensional? Dreidimensional? Die String theory geht von neun Dimensionen aus. Und davon, dass es eine ganze Menge von Paralelluniversen gibt mit lauter Kopien von uns. Unsinn? Ob es Dinge gibt, die wir nie kapieren werden? Weil unser Gehirn dafür gar nicht gemacht ist? Weil dies alles nur behauptete Theorie ist, die anscheinend nach den Gesetzen der Wissenschaft funktioniert. Doch leuchtet uns das ein, sind wir in der Lage, dem zu folgen....oder es gar zu überprüfen. Andererseits: wer vor 200 Jahren ein Smartphone uns seine Funktionen beschrieben hätte, wäre als Spinner verdammt worden. Ob unsere Erkenntnis und das alles ein Prozess ist, der sich immer weiter entwickelt. Ob das etwas mit dem viel geschundenen Begriff „Innovation“ zu tun hat? Vielleicht sind wir nur kleine Wichte, die krampfhaft etwas zu verstehen versuchen, was sie nicht verstehen können. Gegenwärtig.

Samstag, 25. August 2018

Unübersichtlichkeit (1)

Klar ist: alle haben zu allem eine Meinung. Aber sie suchen gleichzeitig nach Orientierung, nach der klaren Trennlinie zwischen Schwarz und Weiß, sie suchen nach dem, was wahr (!) ist. Dabei spielen auch Ängste eine Rolle. Etwas nicht mitzukriegen, was spielentscheidend ist. An dieser Stelle wird man schnell empfänglich für Verschwörungstheorien. Diese wollen einem erklären, was hinter den Kulissen wirklich abläuft. Ob das unter anderem auch eine Folge davon ist, dass wir oft genug von staatlichen Institutionen falsch informiert und "beruhigt" worden sind? Es bilden sich auch Ängste vor einer Realität, die einen womöglich sozial blitzschnell abrutschen lässt... Eine Realität, die Fremdes und Fremde zu bieten hat, das Uneinheitliche, Wilde. Nicht nur an dieser Stelle wird gerne nach „Experten“ gerufen. Diejenigen, die sich stellvertretend für uns mit einer Sache intensiver beschäftigen. Blöd nur, dass diese „Experten“ auch ihrem eigenen Interesse und ihren eigenen Erkenntnismöglichkeiten unterliegen. Dass sie als Lobbyisten oft genug Einfluss nehmen, im Sinne derer, die sie bezahlen. 
Doch diese "Experten" können für uns auch Kontrollverlust bedeuten. Wir wollen Eindeutigkeiten, nicht Vieldeutigkeiten. Wir wollen sie wissen. Wir wollen ES wissen. Uns plagt eine tiefe Sehnsucht danach. Es muss doch für nahezu alles einen Sinn und eine Verantwortung geben! Blöd nur, dass die heutige Wirklichkeit viele solcher Vieldeutigkeiten und Ungewissheiten (auch in Bezug auf die „Verantwortung“) auf uns bringt. Wie damit umgehen? Angesichtes solcher Verhältnisse könnte so mancher Mitmensch auf die Idee kommen, sein Ego neu erfinden zu wollen (ein gängiger Gesprächsstoff und fast schon zur Redewendung geworden). Es ist dies ja aus den auch hier nachgezeichneten Gründen ein Modethema geworden und hat viele Dimensionen. Wir könnten auf diese Weise ( in einer "Neuerfindung" des Egos) bei der sogenannten und viel beschworenen „Globalisierung“ vielleicht besser dabei sein. Mitreden, dabei sein ist alles, - wirklich? Diese „Globalisierung“ scheint ohnehin nicht mehr zu beherrschen zu sein und überspült uns auf mannigfache Weise alle. Sie scheint die Welt zu prägen und bringt auch diese autoritären Politikstile hervor, die scheinbare Antworten geben. Es geht um das, was die Soziologie „Komplexitätsreduktion“ nennt. Vereinfachungen, die das Leben leichter machen wollen, indem sie die Unübersichtlichkeit reduzieren. 

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Einsichten

Deine Anpassungsmimikry. Ein kleiner Teil eines Ganzen sein. Sich selbst dabei verlieren als notwendiger Akt. Wie lange hälst du das durch? Dieses „Später, später...“, es hält dich innerlich aufrecht, während du äußerlich den Knecht gibst, aus Einsicht in die Verhältnisse... Da sind die Anpassungsmechanismen der anderen, das alltägliche Buckeln und dieses „bloß keine Empfindlichkeiten zeigen“: das sanktionieren die anderen sofort mit Liebes- , das heißt Geldentzug. Du musst funktionieren. Nicht krank werden. Wenn du etwas kreieren würdest, wär das keine besondere Sache. Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle.
Wieso haben die so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so sehr damit identifizieren? Haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Haben sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist. Wie kann man das so akzeptieren, sich dermaßen zu eigen machen? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Der Betrieb? Einer, der stark ist? In diesen Zeiten? Der sich ein Monopol erobert hat? Wir sind stark. Wer ist wir? Der dich aber auch entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält. Dann bist du nicht mehr der Betrieb. Der Betrieb, dessen Chefs riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die Kaufleute, die alles Wichtige diktieren. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist. Sie müssen immer wieder den Stallgeruch pflegen. An jedem Geburtstag, den irgendein Kollege hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und Gemeinsamkeiten zelebriert.....

Sonntag, 15. Mai 2016

Nachdenken über Annäherung

Intellektuelle aus dem akademischen Elfenbeinturm machen sich gerne in ihrer nun auch nicht mehr im vollen ökonomischen Sinne geschützten Zone (Im Wettbewerb um vom Staat geschützte und ökonomisch bedachte „Stellen“ machen sie sich gerne mit einer Flut von Veröffentlichungen und Arschkriechereien ihren akademischen Betreuern gegenüber gegenseitig übereinander her.... der Wettbewerb heißt wie überall: wer ist die/der Beste? (in Wirklichkeit: wer kann sich am besten anpassen?)) lustig über die Nichtdenker, über diejenigen, die denjenigen blind anhängen, die ihnen die Richtung zu weisen scheinen. Sie nennen dieses Phänomen gerne Populismus. Erklärungsmuster: Sich negativ abgrenzen gegenüber allem, was Populisten als fremd und unpassend empfinden, schafft Popularität. Es läuft auf das Gegenteil von Empathie hinaus. Am meisten verhasst ist ihnen in diesem Zusammenhang der Begriff der „Leitkultur“, der doch gewisse Werte aufstellt, die ins Raster dieser Diskussionsintellektuellen nicht so recht zu passen scheinen. Gewisse Eigenheiten sollen sich bei (ihrer) genaueren Betrachtung auflösen in ein unreflektiertes Geschwafel, der alles gleich und für gleich erklärt. Menschen halt. Globale Menschen. Schön könnten aber gerade die Unterschiede sein, über die wir ins Gespräch kommen könnten, die uns gegenseitig bereichern könnten, die uns neue Sichten auf die Welt ermöglichen könnten. Es könnte sein, dass nicht die Gleichmacherei uns ein Stück weiter auf dem Weg einer wohlverstandenen Globalisierung bringen könnte. Es könnte sein, dass das Staunen über andere Möglichkeiten des Erlebens und Begreifens uns gegenseitig bereichern könnte. „Das Fremde“ besser kennen zu lernen, könnte geradezu das Ziel für uns sein. Es anderen Menschen (auch der intoleranten halsabschneiderischen Art) zu vermitteln, könnte ein Ziel sein. Den Dialog erlernen. Das Diskutieren darüber. Das „Sich-Zurücklehnen“ und dann die Gemeinsamkeit finden, - nicht im Sinne eines faulen Kompromisses, sondern im Sinne eines „Gegenseitig-auf-sich-Zugehens“. Dass dies auch über fragile Übergangszustände passieren könnte, müsste natürlich Konsens sein.