Reise durch Wirklichkeiten

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Freitag, 7. August 2026

Macher, Vorankommer, Karrieristen

Es gibt Leute, die setzen sich durch. Im Leben allgemein. Die machen Karriere. Auch auf geschlechtlicher Ebene. Die entfachen in anderen ein Feuer, das sie für sich zu nutzen wissen. Die nehmen mit, was für sie mitzunehmen ist. Die rechnen und kalkulieren mit sowas wie Dankbarkeit: wie du mir, so ich dir. Ein Händlein wäscht das andere. Die kommen voran. Man hat allenfalls die Seitenansicht. Beobachtet. Registriert. Kombiniert. Zieht seine Schlüsse daraus. Man ist nicht Agent. Actor, der auf dieser Bühne mitspielt. Analysiert viel zu viel herum, anstatt zu machen und zu tun. Es ist ein Fehler, nicht zu merken, wenn diese Leute zum Überholen ansetzen. Da sind die Verlockungen, die sie aussetzen. Scheinbar. Man strebt danach, wie nach der Karotte, die einem vorgehalten wird (das Bild!). Man begibt sich hinein in gestellte Aufgaben. Die Abkürzungen zu nehmen, ist einem zu unsicher. Es könnten Mahnungen, Verweise, Verwarnungen und Aufforderungen auf einen zu kommen. Benachteiligungen aller Art. Es gibt ein Rechtssystem, das sich besonders auf solche Verwaltungsakte kapriziert. Unerbittlich. Natürlich herrscht Personalmangel. Wo nicht? Also ist das auch im Rechtssystem die permanente Ausrede. Die Wirklichkeit soll einem weis gemacht werden: Es gibt zu wenig JustizlerInnen. Tritt man einen Schritt zurück, so muss man feststellen, dass diese Leute viele Deals mit den Mächtigen eingehen. Vergleiche. Dass dies etwas Korruptes hat…... Des Apparates. Ob der und diese Leute so sicher im Sattel sitzen? Die pensionsgestützten Beamten im Justizsystem? Die jetzt mit „Sicherheiten“ prahlen können, die sie in Wirklichkeit dem von ihnen vertretenen „Volk“ zu verdanken haben? „Im Namen des Volkes….“

Montag, 19. Mai 2025

Sinn

Sinn, eine Kategorie, die mich früh beschäftigte. Schon damals, als wir in der Schule den „Mythos des Sysyphos“ von Albert Camus durchnahmen. Leuchtete mir ein. Mir freilich war schon damals klar, dass es darum ging, sich einen persönlichen Sinn zu schaffen – und nicht den absoluten zu begreifen. Einer wie Viktor Frankl war es, der mich darin beeinflusste. Sinn ist womöglich das, was wir aus uns machen. Nicht nur im Sinne eines Status. Mir war klar, dass wir limitiert sind. Dass uns allenfalls Ahnungen möglich sein können. Auch in plötzlichen Erleuchtungen. Ich habe darauf gehofft, so etwas aber bis heute nicht erlebt. Also konnte ich nur mich selbst und noch viel besser "Das Göttliche" in mir suchen. Wissen, wer man ist und wo man ist. Welchen Einflüssen man als soziale Existenz ausgesetzt ist. Dabei eine Sinnlosigkeit aushalten, das könnte ein Ziel sein. Den Stein immer wieder nach oben rollen. Und mit ansehen müssen, wie er unweigerlich nach unten rollt. Dies könnte auch auf das Glück zuführen. Als ein Ziel, das jenseits von diesem alltäglichen Pragmatismus liegt, der unseren Alltag prägt. Kreativität verschafft uns einen Spielraum. In ein bestimmtes Tun einen Sinn hinein legen. Nicht dem Sinn folgen, den andere postulieren. Wir müssen versuchen, uns selbst unseren Sinn zu stiften und ihn keineswegs verallgemeinern. Dies hängt mit der Idee der Selbstbestimmung zusammen. Selbstgenügsamkeit. Achtsamkeit. In sich selbst suchen.

Montag, 4. November 2024

Narrativ

Es reden Personen des öffentlichen Lebens gerne von „der Erzählung“ oder „dem Narrativ“ das jetzt endlich in „den Diskurs“ eingeführt werden solle. Modeworte. Im Prinzip jetzt schon von gestern. Mir scheint, dass dies ein Bedürfnis nach einem größeren Zusammenhang signalisiert, nach dem, was Firmen und Unternehmen gerne als ihre „Philosophie“ bezeichnen und was auf eine Art von oberflächlich degenerierter Stufe von einigen, meist unverbindlichen „Grundüberzeugungen“ hindeutet. Es besteht offenbar ein Bedarf an Eingebettetsein in allgemeine Regeln, die im öffentlichen Leben anscheinend allzu sehr in den Hintergrund geraten sind. Dass jetzt freilich im Ringen um solche „Narrative“ lächerliche Patzer passieren, dass das Wort an tausend Stellen benutzt wird, passt zu dem Bild, das uns auf einen vernachlässigten Umgang mit solchen Begriffen deutet. Es herrscht wohl allzu sehr der Alltagspragmatismus, der sich von Lösung zu Lösung, von Tag zu Tag wurstelt, ohne ein Ziel erkennen zu lassen. Allerlei künstliche Konstruktionen, die sich meist an einer Rhetorik der Kurse und Workshops orientieren, sollen hier wohl Abhilfe schaffen.

Mittwoch, 24. April 2024

Grün war die Hoffnung

Ich lese in der Zeitung die Headline „Grün war die Hoffnung“ und denke an die Zeit zurück, in der ich in die Grünen meine Hoffnungen setzte und sogar eine akademische Prüfung über dieses Thema absolvierte. Ich ging zu einer Grünen-Versammlung, wo dann ein gewisser Fritz Kuhn eitle Reden hielt. Ich trat nicht bei dieser Partei ein und habe diesen Entschluss viele Jahre für mich gelobt und nicht bereut. Heute trägt Habeck Schlips und Anzug, wozu er staatstragende Reden hält und ein Geschichtenerzählergesicht macht. Außerdem macht er als Bittsteller Bücklinge. Das alles spricht die Massen an. Es ging schleichend: Der („Schlacht“-)Gewinn der Realos/Pragmatiker gegen die „Fundamentalisten“. Der Zwang zur Anpassung an die Wirklichkeit. Der Verlust der Provokation, des Aufbegehrens gegen die etablierten Strukturen. Heute gehören die Grünen selbst zum Establishment, sind zu einer Partei der urbanen Besserverdienenden geworden, die sich teure Bio-Ware jederzeit leisten können, die die „Woken“ und die Identitätspolitik lobt und auf Gendern steht. Der soziale Gedanke scheint den Grünen völlig abhanden gekommen zu sein, da helfen auch die Jungen Grünen mit ihren meist übers Ziel hinaus schießenden Statements nichts. Wir wollten doch alle mal eine gerechtere Gesellschaft. Stattdessen verdiente ich in grauer Vorzeit ein paar Kröten mit subalternen Hilfsdiensten (ich musste in meiner Lage dafür sehr dankbar sein…) in der damaligen Parteizentrale der Grünen. X x I read the headline in the newspaper “Green was the hope” and think back to the time when I placed my hopes in the Greens and even took an academic exam on this topic. I went to a Green Party meeting in Marbach, where Fritz Kuhn gave vain speeches. I did not join this party and have praised this decision for many years and have not regretted it. Today Habeck wears a tie and suit, giving stately speeches and making the face of a storyteller. This appeals to the masses. It happened gradually: the (“battle”) victory of the realos/pragmatists against the “fundamentalists”. The compulsion to adapt to reality. The loss of provocation, of rebellion against the established structures. Today the Greens themselves belong to the establishment, have become a party of urban high earners who can afford expensive organic goods at any time, who praise the “woken” and identity politics and are into gender. The Greens seem to have completely lost the social idea, and the Young Greens don't help with their statements, which mostly go over the top. We all wanted a fairer society. Instead, I earned a few bucks with subaltern support services (I had to be very grateful for that in my situation...) in the then Green party headquarters.

Sonntag, 2. Juli 2023

Überirdisch?

Telekinese, Erscheinungen, bedeutsame Schatten, Ufos…. Was sagt der vulgäre und unter manchen Menschen gepflegte Materialismus dazu? Ob es nicht so ist, das bestimmte Phänomene bis zum heutigen Tag nicht vernünftig erklärt werden können – in der Zukunft aber sehr wohl? Es scheint bestimmte Erscheinungen zu geben, die eindeutig im Widerspruch zu aller rationaler Erkenntnis zu stehen scheinen. Doch wer maßt sich an, das vom jetzigen Stand unserer Einsicht aus erklären/negieren zu können? Welche Anmaßung steckt da wohl dahinter? Selbst Newton’sche Gesetzmäßigkeiten scheinen nicht absolut zu gelten: Die Quantentheorie stellt da so manches in Frage. „Wunder“ nannte man so etwas früher. Altbekanntes Beispiel: San Gennaro ist der Stadtheilige Neapels. Er wurde vor etwa 1700 Jahren geköpft. Eine Zeugin der Hinrichtung sammelte Gennaros Blut in Fläschchen, die in Neapels Dom verwahrt werden. Dreimal im Jahr werden sie in die Nähe von Gennaros Schädel gebracht, wobei sich das geronnene Blut verflüssigt. Verflüssigt sich das Blut nicht, gilt das als böses Omen.

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Digitale Beschleunigung

Wäre eigentlich dringend nötig. Doch erstmal werden Phrasen gedroschen: „Digitaloffensive der Regierung“. „Wir machen das“. „Haben es uns fest vorgenommen“. Klausurtagungen samt Presse- und Absichtserklärungen. Noch sind nicht mal alle Funklöcher geschlossen und ein Krieg wütet, da scheint Deutschlands Regierung zum tausendsten Mal zur Digitaloffensive zu blasen. Deutschland solle bei der KI (Künstlichen Intelligenz) ganz vorne sein. Dabei soll Deutschland einen enormen Nachholbedarf haben und in der Reihenfolge der Länder, was Digitalisierung angeht, offenbar weit hinten liegen, - auf dem Niveau eines Landes, das erst angegangen hat, sich damit zu befassen. Länder wie China scheinen auf diesem Gebiet sowieso schon längst enteilt zu sein. Man wolle auch der Macht von Digitalkonzernen wie Facebook, Google und anderen etwas entgegensetzen, was eine für Europa einheitliche Steuer bedeuten könnte, so wird kolportiert. Nichts geschieht. Oder werden nicht kommuniziert. Schritte sind unternommen. Haha. Schon werden erste Gegenstimmen aus dem Kabinett laut. Der Kanzler und Spezialdemokrat Olaf Scholz scheint dabei besonders heraus zu ragen. Er fürchtet, so wird kolportiert, wie immer, „Nachteile für die Wirtschaft“. Wir bleiben ratlos zurück. Überhaupt kommt es einem so vor, als sei dies wieder einmal eine der typischen PR-Aktionen der Bundesregierung, der keinerlei Taten folgen und die vor allem eine gewisse öffentliche Wirkung zeitigen sollen. An meinem Anschluss ist jedenfalls noch nichts Beschleunigendes angekommen. Er bleibt langsam wie zuvor. Öffentliche Großsprechereien gab es diesbezüglich ja schon manche. Es werden wichtige Gesichter gemacht, Milliardenbeträge genannt und dann – nichts. Ach, und – ja: In der Verwaltung soll das, was jetzt eine Flut von Formularen und Beantragungen bedeutet, in Zukunft durch digitale Prozesse ersetzt werden. Doch in welcher Zukunft? Morgen oder 2030? Mal sehen. Fest steht: in der Vergangenheit wurde alles konsequent verpennt, verschlafen. Jetzt soll wohl in einem Hauruckverfahren ohne jede Beteiligung der Bürger, die sogenannte Digitalisierung von oben herab durchgepeitscht werden. Soll. Das soll wohl Aktivität und Tatkraft signalisieren. Was Digitalisierung alles bedeuten könnte, wird nicht diskutiert und scheint wie in all den Jahren zuvor "alternativlos". Ob das so recht demokratisch riecht? Nach Fortschritt gar?

Mittwoch, 20. Juli 2022

Gib Gas!

Anfangs hatten wir das ja am Wirtschafts- und Klimaminister bewundert: die hektisch absolvierten Reisen, dieser Aktionismus, der erklärt und bekennt, dass man sich in der Politik die Hände schmutzig macht und überhaupt, dass Pragmatismus….. auch zum Bittgang in Katar geführt hat. Über seinen Schatten springen, - ach! Der kann das! Dann der Brand in Texas rund um ein LNG-Terminal, von dem man schon kaum mehr etwas erfuhr. Im Anschluss bloß noch moralische Appelle, dass die Katastrophe nun kurz bevor steht, bezugnehmend auf den Gewährsmann von der eigenen Partei...äh, Netzagentur. Seitdem die Diskussion um eine Laufzeitverlängerung der AKWs. Eine Verlängerung scheint einen Teil der regierenden Parteien bis ins Mark zu treffen, bzw. den Markenkern. Dabei könnte es ja nur um ein paar Monate gehen. Auch wurde die Atomkraft von der EU als „umweltfreundlich“ anerkannt. Klar, das ist ein Witz! Aber es ist nun mal so. Außerdem: Firma oder Privathaushalt, was soll wichtiger sein? Es geht um Prioritäten. Unsere Nerven werden weiter gereizt und wir glauben zu ahnen, dass es im kommenden Winter wieder gewisse Personen geben wird, denen der allgemeine Preisanstieg genauso wenig wie die Gaspreise ausmachen werden. Eine liberale Partei wird das dann als „Freie Marktwirtschaft“ loben und ein Lob der ach so notwendigen Ungleichheit singen. Nun ja, soziale Ausgewogenheit scheint derzeit nicht der Hit zu sein. Gleichzeitig werden allerlei Kürzungsvorschläge, u.a. bei Hartz 4, gemacht. Jetzt gilt’s? Ein Lob der Schuldenbremse. Wie immer! So denken wir. Nur alles zum falschen Zeitpunkt.