Reise durch Wirklichkeiten

Samstag, 24. Februar 2024

Gewohnheiten, Rituale

Ja klar ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Er nimmt sich Vorsätze vor, aber ganz sicher und bestimmt...und handelt dann wieder ganz anders...aus Gewohnheiten heraus. Aber vielleicht können wir uns einen Moment heraus reißen aus gewohnten Betrachtungsweisen, können wahrnehmen, dass es ein Glück ist, die Verhältnisse um einen herum einigermaßen wach wahrzunehmen. Frei von größeren akuten Schmerzen sein, das deutet auf ein gewisses Maß an Gesundheit hin. Auch das erscheint einem über einen gewissen Zeitraum selbstverständlich, - solange man nichts anderes wahrgenommen hat, mit nichts anderem konfrontiert war. Wer aber jemals Schmerzen hatte, sich einem Verdacht auf eine gravierende Krankheit ausgesetzt und dadurch sich separiert sah, von der „Normalität“ und den mit ihr verbundenen Selbstverständlichkeiten, der mag das anders sehen (erst mal unverbindlich!). Wer das an engen Angehörigen und Freunden miterlebt, mitgemacht hat, wird Dankbarkeit empfinden, egal, welcher Schuh einen aktuell drückt. Die Wahrnehmung ist es, die Ablenkung durch Gegebenheiten, die die meisten hindert. Unser Glück mit anderen teilen, sein Echo in uns selbst zu empfinden, mag die Wirkung verstärken. Daraus Kraft zu beziehen, auch gegenüber Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit, dazu sollten wir uns durchringen, sofern das geht..… x x Yes, of course, humans are creatures of habit. He makes resolutions, but with certainty and determination... and then acts completely differently... out of habit. But perhaps we can break away from our usual ways of looking at things for a moment and realize that it is fortunate to be somewhat alert to the conditions around us. Being free from major acute pain indicates a certain level of health. This also seems self-evident over a certain period of time - as long as you have not noticed anything else, have not been confronted with anything else. But anyone who has ever had pain, been exposed to the suspicion of a serious illness and therefore seen themselves separated from “normality” and the self-evident things associated with it may see it differently (non-binding for now!). Anyone who has experienced this with close relatives and friends will feel gratitude, no matter which shoe is currently weighing on them. It is perception, the distraction of circumstances, that hinders most people. Sharing our happiness with others and feeling its echo within ourselves may increase the effect. We should bring ourselves to draw strength from this, even in the face of sadness and hopelessness, if possible...

Freitag, 23. Februar 2024

Tommorrow you will be XXL (MP3)

Mittwoch, 21. Februar 2024

Hier (Songtext

HIER Weiber werben Männer, Männer werben Weiber Citylaster fahren auf Kreuzungen an ihrem neuen Beziehungsabschnitt vorbei Augen richten sich aus auf prall polierte Hinterteile, Kohle, Macht und kaltes Imponiergehabe Sie fahren in Richtung goldener Horizonte die ihnen verheißen sind von Funktionären die sie bisher selbst noch nicht kannten sie fahren auf einem Traumschiff der Lügen und der selbst geschaff'nen Illusionen Da ist ein Fressen und Saufen allüberall wohl dem, der hat, dem wird gegeben Sie besuchen Spitzeninternate und sind dauernd am Versuchen, das Optimale aus sich zu machen verbessern, schneller, größer, härter, mehr Sie haben Gesichter, die sind austauschbar ohne Profil, gut im Mitmachen, dabei sein Networking ohne Ende, macht vor nichts Halt Augen richten sich aus, auf geile Schlitten auf Kohle, Macht und kaltes Imponiergehabe Ref. Sie inszenieren es als pure Gier erleben es als Competition, - Jetzt und Hier

Dienstag, 20. Februar 2024

Menschwerdung

Wieder einmal kotzt mich an, mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Mächtigen in den Medien selbst inszenieren, wie sie sich als Fähige, Macher, Kümmerer und Sorge Tragende aufspielen - und das mit der frappierenden Leichtigkeit einer vorgespielten Lässigkeit ihren „Untergebenen“ vermitteln können. Man will auch heute noch zu oft an die Lüge glauben, selbst wenn es um Leben und Tod geht. Leute, überlegt doch einmal, ob ihr nicht mit eurem jämmerlichen Verhalten solches Machtgebaren massiv unterstützt, es festigt und ihm suggeriert, dass es in seinem eigenen Machtwahn geradezu baden könne, ohne unterzugehen. Es beschleichen einen Gedanken an das 21. Jahrhundert und dass die Menschen eigentlich viel weiter sein müssten. Denn es ist ja klar, dass viel zu viele Leute die Macht (und die oft damit verbundene Gewalt) anbeten, dass sie sich zu Erfüllungsgehilfen machen lassen, zu ausführenden Handlangern, die je nach Bedarf ausgenutzt oder sogar ausgetrickst werden. Leute, steht mal auf! Kommt zu euch! Das möchte man da laut ausrufen. Stattdessen schnipsen die Mächtigen mal mit den Fingern, worauf in einer Gewaltorgie verfolgt, gefoltert und umgebracht wird. Dass so etwas weithin auch noch von den „Untergebenen“ angebetet und als Führungsverhalten gedeutet wird, macht mich wütend. Was ist der Mensch jetzt? Ja, wir sollen auf keinen Fall Europa als Impulsgeber identifizieren. Da ist die Todsünde. Kolonialismus. Massenvernichtung, Auschwitz. Schlimm. Klaro. Und doch ist von hier aus die Aufklärung ausgegangen, das Streben des Menschen nach seiner Verwirklichung seiner Möglichkeiten, seiner Bewusstwerdung, Emanzipation und Selbstbefreiung. Nicht das blinde Anhimmeln mancher charismatisch aufgeladener Individuen, sondern der Skeptizismus, die Fähigkeit zur Kritik und zum Hinterfragen ist in der Aufklärung ein Ideal, dass den Stellenwert des Individuums gegenüber dem Kollektiv betont.

Montag, 19. Februar 2024

Über den Bergen muss die Freiheit wohl grenzenlos sein

Wir wundern uns, wie selbstverständlich Medienschaffende im TV erzählen, dass sie unbedingt den nächsten Flieger kriegen müssten. Ich hatte es schon in einem der vergangenen Blogs erwähnt, aber ist die „Flugscham“ völlig verschwunden? Ist es wieder normal, sich in den Flieger (besonders in die Privatflieger!) zu setzen und der Umwelt auf diese Art zu schaden? Es mag ja unumgängliche Termine geben, aber sind diese im vollen Bewusstsein der eigenen eingebildeten Wichtigkeit gesprochenen Absichten unumgänglich? Auch ist noch die Saison der Skifahrer, die sich hier in die teuer ausgestatteten Auto-Kisten setzen, um mit der ganzen Familie an zerstörten Bergpanoramen vorbei auf der Autobahn fest zu stecken, anschließend immer wieder warten, auf das Bezahlen und Befördertwerden in überfüllten Liften. Skikanonen. Auf den Apres-Ski warten. „Schifoan“? Ob das eine Idee des vergangenen Jahrhunderts ist? Noch zeitgemäß angesichts all dessen, was man inzwischen einigermaßen sicher weiß? Was zieht einen zu einem solch seltsamen Vergnügen? Per SUV? Statusbewusstsein? „Naturvergnügen“? Ein teuer bezahltes Gefühl der „Freiheit“? „Freiheit“ auf Kosten von was? „Drüberstehen“? Über was? Ein Glücksversprechen? Zur Freizeitgestaltung? Ein teuer bezahltes Wohlstandsversprechen? X x We are amazed at how naturally media professionals say on TV that they absolutely have to get the next plane. I mentioned it in a previous blog, but has “flight shame” completely disappeared? Is it normal again to get on a plane (especially a private plane!) and harm the environment in this way? There may be unavoidable appointments, but are these intentions, spoken with full awareness of one's own imagined importance, unavoidable? It is also still the season for skiers who get into the expensively equipped car boxes here to get stuck on the motorway with the whole family past destroyed mountain panoramas, then wait again and again to pay and be transported in overcrowded lifts. Ski guns. Waiting for apres ski. “Schifoan”? Is this an idea from the last century? Still relevant given everything we now know with some degree of certainty? What draws one to such strange pleasure? By SUV? Status consciousness? “Nature pleasure”? A dearly paid feeling of “freedom”? “Freedom” at the expense of what? "To stay above"? About what? A promise of happiness? For leisure activities? A costly promise of prosperity?

Sonntag, 18. Februar 2024

Stadt und Land

Man hat Angst davor, von den besserverdienenden Leuten in den Städten mit den Lastenfahrrädern dominiert zu werden. Eine Klasse Menschen, die mit ihren Agenten in den Metropolen die auf dem Land lebenden Menschen zu dominieren droht und einer bestimmten Entscheiderklasse in Deutschland als Avantgarde gilt, die sogar ihren Bezugspunkt darstellt. Das sind die Städter. Und dann das Land: Man hat Angst davor, abgehängt zu werden, vor Leerstand und ausgestorbenen Ortszentren, geschlossen Verkaufsgeschäften, mangelnder Verkehrsanbindung oder Arztknappheit gegenüber zu sehen. Es soll sogar eine von einer Landesregierung beauftragte Studie gegeben haben, nach der wegen ökonomischer Aussichtslosigkeit und Überalterung künftig keine Infrastruktur mehr gepflegt werden solle. Ob im Hintergrund solches von gewissen Kräften voran getrieben wird?

Samstag, 17. Februar 2024

Flugscham?

Ich bin früher oft und gerne mit dem Flugzeug unterwegs gewesen und habe das inzwischen völlig eingestellt, merke aber, dass ich damit so ziemlich alleine stehe. Was ist eigentlich mit der so oft zitierten „Flugscham“? Ein rührendes Wort aus der Zeit vor der Pandemie? Bei weitem nicht mehr gültig, weil man jetzt froh ist, dass man mit dem Flieger der ganzen Unbill entkommen kann? Erst neulich habe ich wieder Derartiges gelesen: intellektuelle Rechtfertigung, beim „normalen“ Volk sein, immer drauf und dran! „Fleischscham“, „Dieselscham“, „ökologischer Fußabdruck“ – als moralisch verschrien? „Moralisch“ scheint ja ohnehin das Schimpfwort par excellence. Minderwertiges Wording. Dummes Zeug. Sollte man im Angesicht kollektiver Verdrängung längst nicht mehr benutzen. Oder doch? Wieso eigentlich muss die Phase der Pandemie insgesamt verteufelt werden? Ob sie nicht auch etwas Gutes hatte, dass nämlich manche Mitmenschen mehr Zeit dafür hatten, zu sich selbst zu kommen und ein bisschen nachzudenken? Für sich selbst innerhalb dieser Gesellschaft? Nicht nur als Selbstvergewisserung, wie mit einem gewissen Unterton immer gerne unterstellt wird. X x I used to often travel by plane and have since stopped doing so completely, but I realize that I'm pretty much alone with that. What about the so often cited “flight shame”? A touching word from before the pandemic? No longer valid by any means because you are now happy that you can escape all the hardship by plane? Just the other day I read something like this again: intellectual justification, being with “normal” people, always on it! “Meat shame”, “diesel shame”, “ecological footprint” – decried as moral? “Moral” seems to be the dirty word par excellence anyway. Inferior wording. In the face of collective repression, it should no longer be used. Or is it? Why does the phase of the pandemic as a whole have to be demonized? Didn't it also have something good, namely that some people had more time to come to themselves and think a little? For yourself within this society? Not just as self-assurance, as is always often assumed with a certain undertone.

Freitag, 16. Februar 2024

Kunst und bessere Menschen

Kunstgläubigkeit durchzieht auch heute noch in vielerlei Formen das Besitzbürgertum. Dabei kann und will es auf die Vergangenheit zurück greifen. Da blökt etwa der englische Kunstphilosoph John Ruskin aus dem neunzehnten Jahrhundert herüber: „Geschmack für irgendwelche Bilder oder Statuen ist keine moralische Eigenschaft – aber Geschmack für gute ist eine….Ein Gemälde von Tizian, eine griechische Statue eine griechische Münze oder eine Landschaft von Turner drückt den Gefallen an einer ständigen Betrachtung des Guten und Vollständigen aus“. Oder Leo Tolstoi, für den Kunst ein Mittel des Fortschritts“ ist, mit dem es möglich sei, „die Menschheit nach vorne zu bringen in die Richtung der Vollkommenheit“. Aha. Das sind nur zwei beliebig heraus gegriffene Auffassungen. Ob das wohl auch für die „Documenta“ gegolten hat? Kunst, eine Nebenlinie des Fernsehkonsums? Ein Abfallprodukt der Aufmerksamkeitsindustrie? Ein gut verkäuflicher Kick? Kunst und Mensch, was für eine Beziehung ist das? Kümmern sich Künstler etwa empathischer um ihre Mitmenschen als andere? Die Menschen des Kunstbetriebs, sind sie besser gemacht worden durch ihr Interesse? Hm, Zweifel sind erlaubt, auch wenn wir etwa erfahren, dass auch Adolf Hitler die Kunst liebte, ja, er hätte sich wohl am liebsten zum Künstler ausbilden lassen. x Belief in art still permeates the propertied middle class in many forms. It can and wants to go back to the past. As the nineteenth-century English philosopher of art John Ruskin bleated: “A taste for any picture or statue is not a moral quality – but a taste for good is one…. A painting by Titian, a Greek statue, a Greek coin, or a landscape by Turner expresses pleasure in a constant contemplation of what is good and complete”. Or Leo Tolstoy, for whom art is a "means of progress" with which it is possible "to bring humanity forward in the direction of perfection". Aha. Those are just two randomly chosen views. Did that also apply to “Documenta”? Art, a side line of television consumption? A waste product of the attention industry? A sellable kick? Art and man, what kind of relationship is that? Are artists more empathetic to their fellow human beings than others? The people in the art business, have they been made better by their interest? Well, doubts are allowed, even if we find out, for example, that Adolf Hitler also loved art, yes, he would have preferred to have trained as an artist.

Donnerstag, 15. Februar 2024

Alles so neo hier.....

Jaja, der Staat soll möglichst wenig mitbestimmen. Die freien Kräfte des Marktes sollen möglichst alles regeln. Beamtentätigkeit erschöpft sich meist in Gängelung und Erschleichung einer fürstlichen Alterspension. Es geht darum, dass der Stärkere den Schwächeren übers Ohr haut, ihn ausschaltet. Wer die Kohle hat, der bestimmt, auch in diesem „Sozialstaat“. Funktionäre und Beamte bringen sich in Sicherheit, schaffen schon mal Kohle auf die Seite. Der Schwächere wird ausgetrickst und kann auch noch die Argumente der Gutmenschen auf seine Seite bringen. Natürlich fährt er Elektro und nutzt ein Lastenfahrrad, Kosten spielen keine Rolle. Billiger heißt im Markt besser sein als der andere. Der Preis bestimmt alles, das ganze Dasein. Sie nennen das dann „Marktwirtschaft“. Der Vorgang heißt „Wettbewerb“. Es geht um eine Strategie, den Wettbewerb, den Markt und die Preise als entscheidendes Kriterium gelten zu lassen, möglichst ohne Einflussnahme des Staates, als des Ganzen. Deregulierung und Privatisierung sind dabei also die Mittel der Wahl. Von ihnen wird alles erwartet. In unserem Sozialstaat wirkt sich das so aus, dass gewisse Abläufe im sozialen Sinne geregelt sind, einzelne Individuum aber gut darin sind, anders bestimmte Staatsgelder für sich abzuzweigen. Es entfalten Belohnungs- und Bestrafungssysteme ihre Wirksamkeit. Der Staat wird zum Erfüllungsgehilfen der Mächtigen. Eigentum ist dabei viel zu sehr ein Mittel, das die soziale Zementierung der Verhältnisse noch weiter befördert und festigt. X x Yes, the state should have as little say as possible. The free forces of the market should regulate everything if possible. Civil service activity is usually limited to manipulation and obtaining a princely pension by deception. It's about the stronger one ripping off the weaker one and eliminating him. Whoever has the money decides, even in this “welfare state”. Officials and officials get to safety and get some money on the side. The weaker one is tricked and can also get the arguments of the do-gooders on his side. Of course he drives electric and uses a cargo bike, costs are irrelevant. Cheaper means being better than the other person in the market. The price determines everything, the entire existence. They then call this a “market economy”. The process is called “competition.” It's about a strategy to allow competition, the market and prices to be the decisive criteria, if possible without the influence of the state as a whole. Deregulation and privatization are the methods of choice. Everything is expected of them. In our welfare state, this has the effect that certain processes are regulated in a social sense, but individuals are good at diverting state funds for themselves. Reward and punishment systems become effective. The state becomes the vicarious agent of the powerful. Property is far too much of a means that further promotes and consolidates the social cementing of conditions. x x

Mittwoch, 14. Februar 2024

Den Eliten die Leviten....

Elitenbashing? Ach nein, das haben „die Eliten“ verboten! Außerdem schwingt da immer so etwas politisch Rechtsgerichtetes mit, mit dem man keinesfalls in Zusammenhang gebracht werden will. Trotzdem ergibt sich für mich ein gewisses Bild der Gesellschaft: mir scheint es immer mehr auf ein klar definiertes Aufgabengebiet gerichtete „Experten“ zu geben, deren Interesse an der und Neugier auf die Welt nicht allzu sehr ausgeprägt ist und dem Streben nach Macht, Geld und Karriere deutlich untergeordnet ist. Gleichzeitig scheint es immer weniger Leute mit jener Art Überblickswissen zu geben, das man früher „Bildung“ nannte, wozu noch andere Dinge als vordergründig funktionell orientierte Fertigkeiten und Kenntnisse gehören. Politische Deutungen dieser Prozesse gibt es viele, wobei manche auch darauf hinaus laufen, dass „Experten“ wesentlich leichter als früher zu manipulieren sind, da sie sich meist nur auf ihrem eng begrenzten Aufgabengebiet gut auskennen, - darüber hinaus aber weniger. Fest steht, dass diese Gruppe der „Experten“ immer größer geworden ist, wobei die Elite-Jobs immer weniger geworden sind. Es kommt zu Konkurrenzsituationen und Konflikten. Es wird sich um Deutungshohheiten und Macht gestritten. Es bilden sich „Gegeneliten“. Wie das weiter geht? Man wird auch sehen, wenn in den Medien mal wieder ein „Experte“ auftritt, - der uns nebenbei auch noch ein bisschen die Welt erklärt.

Dienstag, 13. Februar 2024

Verfasstheit

Inmitten all der Katastrophen auf der Welt denken wir über die Verfasstheit in Deutschland nach: Demokratie hätte eigentlich viel mit Mitmachen und Sich Einmischen zu tun. Doch dies scheint immer mehr zu versiegen. Das Gefühl, aus der Ferne und nach kaum nachvollziehbaren Kriterien regiert zu werden, keine Möglichkeit zur Mitwirkung zu haben, ist womöglich auch ein Grund für die Unzufriedenheit Vieler mit dem politischen System. Es breitet sich ein Gefühl aus, das besagt, dass all die Abgeordneten und Minister, die den Einflüsterungen von Lobbyverbänden ausgesetzt sind, ja, dass die gesamte Exekutive nicht mehr die Bevölkerung repräsentiert. Im Bundestag mit seinen 709 und jetzt 598 Abgeordneten gibt es 22% Juristen und 7% Politologen. In der deutschen Bevölkerung aber gibt es nur 0,6 % Juristen und 0,01 % Politologen. Ob das einer repräsentativen Demokratie entspricht? Unmut erzeugt es in jedem Falle. Beispielsweise in Irland wird in dieser Hinsicht radikal experimentiert. Das lämgst eingeführte Element heißt „Demokratie per Losverfahren“ und wurde schon in klassischen Staatsform der Demokratie der Griechen praktiziert. Der „Rat der 500“, die Volksversammlung und sogar das oberste Gericht wurden durch Los ermittelt. Noch einmal: im alten Griechenland wurden neben den politischen Entscheidern sogar die juristischen Entscheider per Losverfahren ermittelt, alle Ämter wurden auf Zeit zugelost. Beides galt für eine gewisse Zeit. Danach gab es „Neuwahlen“, in diesem Falle „Neubestimmungen“. Politiker sind nicht länger „die da oben“. Es gilt vielmehr ein Verfahren der Teilnahme. Es gibt dort „Bürgerversammlungen“. In ihr geht es durchaus um wichtige Grundsatzfragen und Fragen, die die Allgemeinheit sehr betreffen. Ihre Teilnehmer sind Laien, keine Spezialisten oder „Experten“. Man tauscht in dieser Versammlung Argumente aus, versucht, den Anderen zu verstehen. Man ändert die Meinung, wenn jemand anderes überzeugend war. 99 Iren aller Bevölkerungsschichten machen ein Jahr lang Politik, alle zufällig ausgewählt per Los. Jeder bekommt den ganzen Entscheidungsprozess mit, kann sich ernst genommen fühlen. Wie Gesetzentwürfe zu Gesetzen werden, - hier soll es transparent werden. Statistiken werden gewälzt, Experten werden gehört. Es gibt keine Hinterzimmergespräche, und es wird live ins Netz übertragen. Es wird abgestimmt und der Regierung eine Handlungsempfehlung gegeben. Die Bürger mehr einbinden in den politischen Entscheidungsprozess, ob das eine schlechte Idee ist? Ob das hierzulande, wo noch nicht einmal ein Lobbyregister existiert, auch mal eine Überlegung wert wäre? X x In the midst of all the catastrophes in the world, we think about the state of affairs in Germany: Democracy actually has a lot to do with participating and getting involved. But this seems to be drying up. The feeling of being governed from a distance and according to criteria that are difficult to understand is also a reason for many people's dissatisfaction with the political system. There is a growing feeling that all the MPs and ministers who are exposed to the whispers of lobby groups, indeed, that the entire executive branch no longer represents the population. In the Bundestag with its 709 members there are 22% lawyers and 7% political scientists. However, in the German population there are only 0.6% lawyers and 0.01% political scientists. Does that correspond to a representative democracy? In any case, it creates dissatisfaction. In Ireland, for example, radical experiments are being carried out in this regard. The most recently introduced element is called “democracy by lottery” and was already practiced in the classical form of Greek democracy. The “Council of 500,” the People’s Assembly, and even the Supreme Court were chosen by lot. Once again: in ancient Greece, in addition to the political decision-makers, even the legal decision-makers were determined by lottery; all offices were assigned for a limited period of time. Both were true for a certain time. Afterwards there were “new elections”, in this case “new determinations”. Politicians are no longer “the ones up there”. Rather, there is a participation process. There are “citizen meetings” there. It is definitely about important fundamental questions and questions that greatly affect the general public. Your participants are laypeople, not specialists or “experts”. In this meeting people exchange arguments and try to understand the other person. You change your mind when someone else has been convincing. 99 Irish people from all walks of life do politics for a year, all randomly selected by lottery. Everyone sees the entire decision-making process and can feel taken seriously. How draft laws become laws - it should be transparent here. Statistics are discussed, experts are heard. There are no backroom discussions and it will be broadcast live online. A vote is taken and a recommendation for action is given to the government. Involve citizens more in the political decision-making process, is that a bad idea? Would that be worth considering in this country, where there isn't even a lobby register?

Montag, 12. Februar 2024

Wörter Kommunikation

Haha, nicht zuletzt die viel beschriebene, viel diskutierte und vielbeschworene KI zeigt es: Wörter,Texte, auch in künstlerischen" Bereichen wie Lyrik und Roman, sind missbrauchtes Material, sie lügen in ihrer Beliebigkeit, - genauso wie inzwischen die tausendfach bearbeiteten Bilder/Fotos. Verlogene Gesten herrschen vor, Posen, Verkaufe, die Form beherrscht den Inhalt - die Hohlheit, die Sinnlosigkeit in der Unterhaltung, sie feiert fröhliche Urständ‘, der Austausch von Floskeln und Phrasen …… Das Fröhliche, das Positive ist dabei sehr wichtig: es bedeutet Betäubung, Überbrückung, Vergessen, Verdrängen, alles um uns herum, wer wir sind, wer wir sein könnten, - aber: es ist auch machbar. …….. Der Flow ist dabei wichtig, der Rhythmus, der scheinbar alles mit sich fortreißt……der Fluss, dem wir uns, wie etwas in uns behauptet, anvertrauen könnten…… Alles ist schön nach den vorgegebenen Maßstäben....(zumindest für die, die es sich leisten können....)

Sonntag, 11. Februar 2024

Intellektuelle Eliten

Es scheint eine spitzmündig elitär sich gebärdende Elite zu geben, die unter anderem durch gegenseitiges Zuspielen von Chiffren ihre Wichtigkeit betont und unter anderem genießerisch die Welt erklärt. Es geht um gegenseitige Selbstvergewisserung unter Intellektuellen, es geht darum, sich einer allgemeinen Überlegenheit des Verstehens zu versichern. Lieblingsjargon dieser Eliten „Spannend“, „witzig“…. Es geht um Selbstüberschätzung gewisser Agenten akademischer Disziplinen, Beispiel: je mehr die Geisteswissenschaften an Bedeutung verlieren, desto mehr betonen gewisse, hochspezialisierte „Agenten“, die aus ihren akademischen Disziplinen kommen, ihre Fähigkeit zur Welterklärung. Sie stellen in ihren Büchern steile Thesen auf und breiten sie augenrollend vor dem staunenden Publikum aus. Sie wollen das Ego vorstellen, das stellvertretend bündelnd unser kollektives Unterbewusstsein hervor holt und mit erhobenem Zeigefinger seine Strukturen erklärt. Daraus entsteht dann der bewundernd faszinierte Blick „von unten“…. Wobei diese akademisch geadelten Leute möglicherweise in ihrer Rolle auch das Produkt aus Zufall und Ehrgeiz sind…...

Samstag, 10. Februar 2024

Kultur on the Run

Dass in Deutschland alles, was mit „Kultur“ zusammen hängt, längst zurückgedrängt worden ist, habe ich inzwischen mehr als gemerkt und es hätte dazu nicht unbedingt eines Zeitungsartikels bedurft, den ich jüngst gelesen habe. In meinem Kopf trifft das mit dem offenbar viral gegangenen Video einer jungen Geisteswissenschaftlerin zusammen, die offenbar über ein Vollzeit-Arbeitsangebot mit dem Einstiegsgehalt von 36 000 Euro öffentlich abkotzt. So etwas scheint mir auch mit dem abgesunkenen Stellenwert der Geisteswissenschaften zu tun zu haben. In meinem Leben als akademisch ausgebildeten Geisti musste ich für weit weniger Kohle schuften. Händeringend gesucht werden offenbar Ingenieure, Techniker, die nicht nach Hintergründen fragen, sondern machen und tun, was man ihnen sagt. Dass so etwas zu finden bei einem gedrehten Arbeitsmarkt schwierig ist, glaube ich gerne. Die Prioritäten haben sich da verschoben. Mittlerweile können „Arbeitskräfte“ fordern, nicht mehr die „Arbeitgeber“. Die ärgern sich natürlich über solche Haltung und fordern ihrerseits Subventionen, Bürokratieabbau und Steuererleichterungen. Da Subventionen Steuergelder sind, sind nicht alle Leute mit solch breiter Unterstützung einverstanden, zumal jüngst Ergebnisse zeigen, dass „die soziale Komponente“ sträflich vernachlässigt erscheint. Der Strompreis scheint da nur eine der Größen zu sein, mit dem die Mächtigen die darnieder liegende Industrie päppeln und den Privatverbraucher quälen wollen. X x I have now more than noticed that everything that has to do with “culture” has long been suppressed in Germany and it didn’t necessarily require a newspaper article that I recently read. In my head, this coincides with the video that has apparently gone viral of a young humanities graduate who is apparently publicly vomiting about a full-time job offer with a starting salary of 36,000 euros. Something like that seems to me to have something to do with the declining status of the humanities. In my life as an academically trained intellectual, I had to work for far less money. Apparently there is a desperate need for engineers and technicians who don't ask for background information, but do what they're told. I like to think that finding something like that is difficult in a changing job market. The priorities have shifted. “Workers” can now make demands, no longer “employers”. They are of course annoyed by such an attitude and are demanding subsidies, reductions in bureaucracy and tax relief. Since subsidies are tax money, not everyone agrees with such broad support, especially since recent results show that “the social component” appears to be woefully neglected. The price of electricity seems to be just one of the variables that those in power want to use to prop up the ailing industry and torment private consumers.

Freitag, 9. Februar 2024

Parkgebühren und Protzsucht

Fast überkommt einen so etwas wie ein Triumphgefühl, wenn man an die stark erhöhten Parkgebühren für SUVs in Paris denkt. So etwas würde man sich auch für die deutschen Städte wünschen. Doch schon beginnen die Überlegungen zu rechtlichen Wider- und Einsprüchen. Es hätten sich zu wenig Menschen an der Abstimmung beteiligt, so wird bemängelt. Wenn sich ein bisschen mehr als 5 Prozent der Pariser Bevölkerung überhaupt an der Abstimmung beteiliigt hätten, sei das eindeutig zu wenig. Wenn davon eine Mehrheit (etwas mehr als 42 000 Personen) für höhere Parkgebühren gestimmt hätte, sei das im demokratischen Sinne irrelevant. Doch: ob etwa eine gewisse Resignation da auch ihre Rolle gespielt haben mag. Eine Entwöhnung von Elementen einer direkten Demokratie auch? Wer braucht SUVs überhaupt? Ob sie ein Gefühl der höher sitzenden Überlegenheit verschaffen? Mal schnell zum Kindergarten fahren, die Jungen in der Schule abliefern? Ob sie einer Protz- und Prunksucht geschuldet sind und einen sozialen Status dokumentieren sollen? Und ob den Deutschen eingeredet wird, dass diese übergroßen SUVs mit den gewaltigen Reifen wegen der darbenden Autoindustrie absolut notwendig sind, weil sie die großen Umsatzbringer sein und Arbeitsplätze sichern sollen? Ob sie im Durchschnitt dem Klima gut tun, diese großen Kisten? Ob daran stark erhöhte Parkgebühren etwas ändern?

Donnerstag, 8. Februar 2024

Horus (MP3)

https://hearthis.at/buranmann/horus-01-320/

Mittwoch, 7. Februar 2024

Neu und alt und Du und Ich

Ich baue hier multimediale Zusammenhänge auf, was niemanden so recht zu interessieren scheint. Immer noch (!) kommen mir im Internet solche Zusammenstellungen relativ selten vor. Ja klar, als InfluencerInnen betätigen sich viele. Firmen profitieren. In meinem Falle zeigen solche angedeuteten Zusammenhänge zwischen Realitäten unter anderem aber verschiedene Aspekte meiner Person, wollen niemals Werbung für ein Produkt sein. Eine rote Linie bei mir scheint zu sein, dass ich so etwas wie Ganzheitlichkeit anstrebte, also auch die Aspekte an mir zeigen wollte, die vielleicht Überraschendes und Ungewohntes offenbaren. Das, was man mir nicht zugetraut hätte. Wieso überhaupt zeigen? Man wollte darstellen, was man sei. Das Alltägliche ins Unalltägliche überführen – und umgekehrt. Das Private ins Allgemeine, und umgekehrt. Mit vielen Mitteln. Unter anderem mit Fotos und gestalteten Tönen, in die ich das Ungewohnte, Gefühle, das Andere und das Unerwartete versuchte, einfließen zu lassen. Auch das war eines meiner Anliegen, in alter romantischer Tradition, von der ich mich inspirieren ließ. Dass ich musikalisch nicht weiter auf den Trip derer gehen wollte, die ich viele Jahre lang aus beruflichen Gründen gehört, gesehen und erlebt hatte, ging daneben (man deutete das als Schwäche, solistisch künstlerisch subaltern oder unfähig, mit herkömmlichen Leadvocals zu operieren). Man wurde nach den Kriterien jenes Popestablishments beurteilt, an dem man gar nicht teilnehmen wollte und keinerlei Ehrgeiz entwickelte. Man hat an der Schnittstelle zwischen Neuen Technologien und „Old School“ zu wirken versucht. Etwas zu viel habe ich zudem Ironie in mein Tun einfließen lassen. Mea Culpa. Das alles wurde nicht verstanden und „kam nicht rüber“. Okay. X x I'm building multimedia connections here, which no one really seems to be interested in. I still (!) find such compilations relatively rare on the Internet. Yes, of course, many people work as influencers. Companies benefit. In my case, such suggested connections between realities show, among other things, different aspects of myself and are never intended to be advertising for a product. A common thread for me seems to be that I strived for something like holism, i.e. I also wanted to show the aspects of myself that might reveal something surprising and unusual. Something I wouldn't have thought possible. Why show it at all? You wanted to represent what you were. Translating the everyday into the unusual – and vice versa. The private into the general, and vice versa. With many means. Among other things, with photos and designed sounds in which I tried to incorporate the unfamiliar, feelings, the different and the unexpected. That was also one of my concerns, in the old romantic tradition from which I was inspired. The fact that I didn't want to go on the musical journey of those I had heard, seen and experienced for many years for professional reasons was wrong (this was interpreted as a weakness, an artistically inferior soloist or an inability to operate with conventional lead vocals). You were judged according to the criteria of the pop establishment in which you didn't want to be a part and had no ambition whatsoever. An attempt was made to work at the interface between new technologies and “old school”. I also let irony flow into my actions a little too much. Mea culpa. None of this was understood and “didn’t come across”. OK.

Dienstag, 6. Februar 2024

Walking through Jericho (MP3)

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Einsam

Jeder soll nach seiner Facon einsam sein, - jeder soll es nicht in Richtung einer Schutzlosigkeit zugeben, weil die Geselligkeit hierzulande ein extrem hoch gehandeltes Gut ist und gegen alles schützt. Mangel? Defizit? Iwo. Manche Staaten haben Einsamkeitsministerien eingerichtet, hierzulande spielt die Bundesregierung per „Maßnahmen“ Betroffenheit und benennt längst Bekanntes um. Heiße Luft halt. Verdrängt wird: Man wird allein geboren und muss alleine sterben. Der Glaubenssatz des Neoliberalisimus. Ambivalent. Hart. Ob’s ein Tabu ist? Nicht so leicht zuzugeben. Defensive. „Freunde“. In unserer Gesellschaft ein leider inflationär gehandelter Begriff! Wie stellt sich sowas her? Gemeinsamkeiten setzen die gemeinsame Erfahrung voraus. Bindungen, besonders frühkindlich, seien wichtig. Behaupten Psychologen. Aber vielleicht das ganz genau dann nichts, wenn später falsch abgebogen wird. Wenn man sich von anderen Menschen, die man als Autorität anerkennt, etwas im falschen Moment einreden lässt. Wenn man Idiologien aufsitzt. Wenn man zu wissen glaubt, wie alles funktioniert, das aber den Mitmenschen kaum mitteilen kann. Was hat das Leistungsprinzip damit zu tun? Mit der Bereitschaft, soziale Beziehungen einzugehen (und zwar nicht nur zur Ausnutzung des Anderes), Empathie zu empfinden. X x Everyone should be lonely in their own way - everyone should not admit it to the point of being defenseless, because sociability is an extremely highly valued commodity in this country and protects against everything. Shortage? Deficit? Iwo. Some states have set up ministries for loneliness, but in this country the federal government is playing up with “measures” and renaming things that have long been known. Hot air. What is repressed is that you are born alone and have to die alone. The belief of neoliberalism. Ambivalent. Hard. Is it a taboo? Not so easy to admit. Defensive. "Friends". An unfortunately inflationary term in our society! How is something like this made? Commonalities require shared experience. Bonds, especially in early childhood, are important. Psychologists claim. But maybe that won't happen if you take a wrong turn later. When you let other people you recognize as an authority tell you something at the wrong moment. When you give in to ideologies. When you think you know how everything works, but can hardly communicate it to those around you. What does the performance principle have to do with it? With the willingness to enter into social relationships (and not just to exploit others), to feel empathy.

Montag, 5. Februar 2024

Moralismus

„Moralismus“ ist zum Standardvorwurf geworden. Dabei will wohlverstandene Moral doch nur Hinweise zum richtigen Verhalten geben, will dem Ringen darum Ausdruck geben. Oder? Ob das im „Digitalen Raum“ noch irgendeine Rolle spielt? Nach gewissen Ansprüchen leben? Man reiht sich zu leicht ein in eine Masse, übernimmt unreflektiert deren meist von „oben“ ausgegebenen Maßstäbe. So hat womöglich auch Nazi-Deutschland funktioniert. Wer moralische Gesetze bricht, wird dann auch gerne mal lobend als echt „liberal“ bezeichnet. Hm. Ist jemand, der vegan lebt, moralischer als der, der Fleisch frisst? Es gibt wohl Gewöhnung und Enthemmung auf dem Gebiet der Moral? Wieso scheint die Flugscham allüberall verflogen? Menschen wollen möglichst mit ihren Familien in den Urlaub fliegen. Wohlverdient, sagen die Medien. Wenn wir auf etwas verzichten, - welchen Einfluss hat das auf das Gesamtgeschehen? Wenn wir jetzt von Oxfam erfahren haben, das rund 1 % der Erdbevölkerung, - also die Wohlhabenden! - demnach so viel CO2 verursachen wie die ärmeren zwei Drittel zusammen. Das sind immerhin 5 Milliarden Menschen. Ob uns da Zweifel kommen angesichts der politischen Implikationen? Das persönliche Seelenheil mag es befördern, wenn wir kein Fleisch essen. Das Große und Ganze aber beeinflusst es nicht. Die Regierung hierzulande bevorzugt immer noch das Flugbenzin. Subventioniert es. Geht es um rechte Lebensführung? Ist man, wenn man darum ringt, deshalb ein „Gutmensch“? X x “Moralism” has become the standard accusation. Well-understood morality only wants to give advice on correct behavior and wants to give expression to the struggle for it. Or? Does this still play any role in the “digital space”? Live according to certain standards? It's too easy to join a crowd and unreflectively adopt the standards that are usually issued from "above". This is probably how Nazi Germany worked. Anyone who breaks moral laws is often described as truly “liberal”. Hmm. Is someone who is vegan more moral than someone who eats meat? There is probably habituation and disinhibition in the area of morality? Why does the shame of flying seem to have disappeared everywhere? People want to fly on vacation with their families if possible. Well-deserved, say the media. If we give up something, what impact does that have on the overall situation? Now that we have found out about Oxfam, around 1% of the world's population - i.e. the wealthy! - therefore cause as much CO2 as the poorer two thirds combined. That's at least 5 billion people. Do we have any doubts given the political implications? It may promote personal spiritual salvation if we don't eat meat. But it doesn't affect the big picture. The government in this country still prefers aviation fuel. Subsidize it. Is it about right living? If you struggle with this, does that make you a “do-gooder”?

Sonntag, 4. Februar 2024

Mein Feld

Es ist davon auszugehen, dass mich viele aktuelle, konkrete Probleme und Ereignisse dieser Gesellschaft stark interessieren und dass ich leidenschaftlich mit anderen Leuten darüber diskutiere, dass ich es aber tunlichst vermeide, mich hier in diesem Medium damit auseinander zu setzen. Zum einen will ich in keine Meinungsblase geraten, in der sich die einzelnen User gegenseitig ihrer „richtigen“ Meinung versichern. Zum anderen will ich in keine rechtlichen Auseinandersetzungen geraten, die ich finanziell nicht durchstehe und sich oft auf konkrete Behauptungen (möglichst mit Namensnennungen!) beziehen. Auch kann ich keine Missverständnisse meiner Meinung wirksam korrigieren, muss mir bewusst sein, dass bewusst oder unbewusst hier Verzerrungen entstehen. Die spezielle Struktur meiner Einlassungen habe ich oft in Posts wie „Mein Blog“ beschrieben: scharf wird hier darauf hingewiesen, dass von mir an dieser Stelle keine journalistische Richtigkeit beansprucht wird. Auch interessieren mich für meine Posts tatsächlich mehr die übergeordneten, (aus verschiedenen Gründen) vernachlässigten Themen. Auch aus Enttäuschung und Bitterkeit, das muss ich schon zugeben.

Samstag, 3. Februar 2024

Leben . ja oder nein?

Pessimisten? Realisten? „Das Leben hat an und für sich nur Nachteile“ soll der Schriftsteller Thomas Bernhard gesagt haben. Klar, der Mann war unverbesserlicher Pessimist. So etwas ist ja heutzutage nahezu verboten, obwohl die Zweifel überall sägen. Jemand stirbt, das Leben aber geht ungerührt weiter, so als sei nichts gewesen. Menschen scheiden aus, gehen ab, die einen gehen, andere kommen, es ist ein Fluss, - den man zumindest erkennen und anschließend wahrhaben sollte. Wohin gehen wir, woher sind wir gekommen? Da ist ein Fluss, der uns scheinbar von solchen Fragen wegreißt. Ablenkungen, Betäubungen, das „wahre Leben“, die Aktivität an sich..... usw. Die Begründungen stehen alle billig bereit. Wir fallen, wir werden weniger, wir.... wen juckt's? Das allgemein gültige Bild der Wirklichkeit suggeriert uns, als habe all das keine Gültigkeit, als gelte nur das unmittelbar geführte Leben..... Die Parolen wurden schon früh ausgegeben: „Sei du selbst, alle anderen sind schon besetzt“, soll Oscar Wilde gesagt haben. Es ist der Satz der Selbstverwirklichung und der Selbstoptimierung, den so viele Menschen derzeit anbeten. Ob wir Angst haben vor der Zukunft? „Die ungeheuerliche Kränkung, die das Leben ist“ hat die Schriffstellerin Ingeborg Bachmann einst fabuliert. Auch sie, der wertvolle und oft zitierte Mensch, musste irgendwann sterben, - wenn auch unter spektakulären Verhältnissen. Lauter Wichtigs........

Freitag, 2. Februar 2024

Horizont (Text Lyrik)

HORIZONT Wir stürzen uns mutig in das Fremde und machen es zu etwas Eigenem zu einem HORIZONT Wir stürzen uns mutig in das Fremde und machen es zu etwas Eigenem zu einem Teil unseres Selbst Wir lieben das Andere, es zieht uns beständig an sich in der Wiederkehr des Immergleichen treiben lassen das wäre es, ein Teil zu sein im Strom des Unbewussten in Eigentümlichkeiten, in Monotonie sich im Sturm hin und her wehen lassen wie ein Blatt im Wind das Ego mal vergessen und dabei staunen über die Welt das wäre esTeil unseres Selbst Wir lieben das Andere, es zieht uns beständig an sich in der Wiederkehr des Immergleichen treiben lassen das wäre es, ein Teil zu sein im Strom des Unbewussten in Eigentümlichkeiten, in Monotonie sich im Sturm hin und her wehen lassen wie ein Blatt im Wind das Ego mal vergessen und dabei staunen über die Welt das wäre es

Donnerstag, 1. Februar 2024

Fake-Reality

Was mir in der aktuellen Diskussion immer noch eine zu geringe Rolle zu spielen scheint: Das „öffentliche Bewusstsein“ erscheint mir durch immer währende Bearbeitung durch Instanzen wie der Werbung und der PR zunehmend unterspült. Es herrscht das Gefühl, man wolle uns Dinge klarmachen, die so nicht existieren. Als habe es Dinge gegeben, die nie so stattgefunden haben. Es gilt ein Schönreden in vielen Bereichen. Es herrscht eine Unsicherheit gegenüber einer Fake-Realität, die bei einem gewissen cleveren Einsatz sehr viele Menschen offenbar überwältigen kann. Vertrauen ist abhanden gekommen. PolitikerInnen engagieren für viel (Steuer-)Geld Friseure, Friseusen und StylistInnen, die helfen sollen, die Dinge und sich selbst besser zu „verkaufen“. Auch hier Scheinrealität. Verkaufe statt Überzeugung. Der schöne Schein rückt anstelle der Realität für die, die etwas, zum Beispiel ihre Politik, verkaufen wollen. Ob so etwas typisch für Promotion und Werbung ist?

Mittwoch, 31. Januar 2024

Krank

Ja, als ich damals von jetzt auf nachher krank war. Als das erkannt wurde und die Operation schon für den Morgen des nächsten Tages angesetzt war. Als sie alle versuchten, dir Mut zuzusprechen: "Wird schon wieder....". Plötzlich warst du aus deiner Sicht Opfer, sahst dich einer Macht gegenüber, die ihre Pranken nach dir ausgestreckt hatte. Nichts davon gewusst. Sie wollten dir alle helfen. Und jetzt lagst du plötzlich in einem typischen Krankenhauszimmer. Hilfe, wie bin ich hierher gekommen? Plötzlich ein Ausgestoßener sein, in dieser Gesellschaft der Sorglosen: wie funktioniert das? Immerhin waren die Ärzte auf meiner Seite und die Pfleger auch. Der Notstand war noch nicht so ausgeprägt wie heute. Ich war ja froh gewesen über den Besuch, den ssie mir abstatteten. Aber da war immer wieder diese Erfahrung: die Anderen und Du. Diese Trennlinie. Sie kamen, um dich zu bedauern, sie kamen von außen, sie verstärkten dein Gefühl, in dir selbst gefangen, alleine zu sein….. Sie schlossen die Türe von außen und du warst sehr alleine mit dem Blick aus dem Fenster… dabei schienen sie keine Ahnung zu haben, wie zerbrechlich diese Trennlinie zwischen den "Normalen" und "Unnormalen", zwischen den Gesunden und Kranken ist. Verdammt, wer hat mich hier angenagelt? Die Pfleger schenkten dir tatsächlich ein bisschen Menschlichkeit, wir sprachen miteinander und du denkst gerne an sie zurück … Sie machten ihre Sache mehr als gut. Du hattest diese Krankheit, die die meisten nicht einmal auszusprechen wagten und die damals noch als unheilbar galt. Igitt! Du warst einerseits aufgehoben in den vielen Besuchen, die freilich letztlich alle unverbindlich waren. Sie waren alle froh, wenn sie die Türe von außen zumachen konnten und sie zu „den Anderen“ gehörten… Du warst damals noch recht gut „vernetzt“…. Die Freundesclique hatte sich noch nicht aufgelöst.... Du hattest auch noch nicht die Brüchigkeit solcher Freundesbünde erfahren. X x Yes, when I was sick from now on. When this was recognized and the operation was scheduled for the morning of the next day. When they all tried to encourage you: "It'll be okay...". Suddenly, from your point of view, you were a victim, faced with a power that had reached out to you. Didn't know about it. They all wanted to help you. And now suddenly you were lying in a typical hospital room. Help, how did I get here? Suddenly being an outcast in this society of the carefree: how does that work? At least the doctors were on my side and so were the nurses. The emergency was not as pronounced as it is today. I was happy about the visit they paid me. But there was always this experience: the others and you. This dividing line. They came to pity you, they came from outside, they increased your feeling of being trapped inside yourself, alone... They closed the door from outside and you were very alone looking out the window... but they seemed having no idea how fragile this dividing line is between the "normal" and the "abnormal", between the healthy and the sick. Damn, who nailed me here? The nurses actually gave you a bit of humanity, we talked to each other and you think back fondly on them... They did their job more than well. You had this illness that most people didn't even dare to express and that was still considered incurable at the time. Yuck! On the one hand, you were in good hands during the many visits, all of which were ultimately non-binding. They were all happy when they could close the door from the outside and belong to “the others”… You were still quite well “connected” back then…. The clique of friends hadn't broken up yet... You hadn't yet experienced the fragility of such friendships either.

Dienstag, 30. Januar 2024

Rollen und Zeit

Das kann man einüben: Es gilt wohl einerseits, ganz im Augenblick zu leben, aber auch andererseits gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, ja, auch die Erinnerungskultur, alles zu einem einzigen zu verschmelzen, das man sich immer wieder neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür entwickelt, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... (durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...). Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, aber auch (innere) Bilder – z.b. auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person, „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Man ist Teil von etwas Größerem. Und dann wäre immer wieder neu zu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Dass man bestimmte Möglichkeiten hatte, andere nicht. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“. x x You can practice this: On the one hand, it is important to live completely in the moment, but on the other hand, at the same time, to live “integratively”: i.e. to always bring the past back into your own life, yes, also the culture of remembrance, to merge everything into one, that one opens up to oneself again and again (!) and that (develops an awareness of it, has become and has been shaped by the circumstances, by the past...., becomes interested in it and opens it up to oneself in a new way... (through a... changed perspective "bringing it in"...) Self-reference (including visits to places of the past, but also (inner) images - e.g. also in diary studies) is for me evidence and motivation to search for myself. ... I “use” fragments and found objects to put together the unconnected, to understand it as part of myself..... to find a line of the whole..... in my person. It is important to become more aware of it to get closer to her through suggestions and emotional drives, where she, this person, has “slid through time”... I want to gain a higher degree of identity. An awareness of the collective moment is also likely to be gained. You are part of something bigger. And then one would have to understand again and again: being thrown into roles, into social patterns, into spatial and other determinations, into time and your own conceptual patterns. Understanding my perspective as “become”. Understand that you have been exposed to influences. That you had certain options and not others. Touching on your own history. “Deal with” the past better.

Montag, 29. Januar 2024

Kulti

Dass in Deutschland alles, was mit „Kultur“ zusammen hängt, längst zurückgedrängt worden ist, habe ich inzwischen mehr als gemerkt und es hätte dazu nicht unbedingt eines Zeitungsartikels bedurft, den ich jüngst gelesen habe. In meinem Kopf trifft das mit dem offenbar viral gegangenen Video einer jungen Geisteswissenschaftlerin zusammen, die offenbar über ein Vollzeit-Arbeitsangebot mit dem Einstiegsgehalt von 36 000 Euro öffentlich abheult. So etwas scheint mir auch mit dem abgesunkenen Stellenwert der Geisteswissenschaften zu tun zu haben. In meinem Leben als akademisch ausgebildeten Geisti musste ich für weit weniger Kohle schuften. Händeringend gesucht werden offenbar Ingenieure, Techniker, die nicht nach Hintergründen fragen, sondern machen und tun, was man ihnen sagt. Dass so etwas zu finden bei einem gedrehten Arbeitsmarkt schwierig ist, glaube ich gerne. Die Prioritäten haben sich da verschoben. Mittlerweile können „Arbeitskräfte“ fordern, nicht mehr die „Arbeitgeber“. Die ärgern sich natürlich über solche Haltung und fordern ihrerseits Subventionen, Bürokratieabbau und Steuererleichterungen. Da Subventionen Steuergelder sind, sind nicht alle Leute mit solch breiter Unterstützung einverstanden, zumal jüngst Ergebnisse zeigen, dass „die soziale Komponente“ sträflich vernachlässigt erscheint. Der Strompreis scheint da nur eine der Größen zu sein, mit dem die Mächtigen die darnieder liegende Industrie päppeln und den Privatverbraucher quälen wollen.

Sonntag, 28. Januar 2024

Last Exit - ganz normal

Da ist jene „Normalität“, die dich dereinst auch umhüllen wird, wenn dein letztes Stündlein geschlagen hat. Da werden dann dieselben miese Witze und Grimassen-Gesichter gemacht, da wird gelacht, betrogen und gelogen, da wird geliebt, gelebt und erlebt. Es geht rund um einen herum weiter, so, als sei nichts geschehen, was einem nur deshalb seltsam verkommt, weil man sich selbst in der Spanne seines Lebens für den Mittelpunkt der Welt (für was auch sonst, man hat ja so hart daran gearbeitet…und außerdem, das Wichtigste: man hat nur sich selbst) gehalten hat. Schon nach wenigen Jahren wird sich niemand mehr konkret an einen erinnern, allen Beteuerungen am Grab zum Trotz. In den Geschichtsbüchern werden ein paar Namen stehen. Ihre Bedeutung freilich muss erlernt werden, jemand muss sie sich erschließen, Vieldeutigkeiten fallen dabei unter den Tisch, alleine schon die Zeit/Aufmerksamkeit steht dafür nicht zur Verfügung. Neulich meinte eine Person zu mir: „Der meint wohl, er sei etwas Besonderes“. Das hat mir bis jetzt schwer zu denken gegeben. Denn dies „Besondere“ ohne Dünkel ist es ja wohl, das über bestimmte Menschen heraus zu finden wäre. Es macht sie regelrecht aus, es kennzeichnet ihre Existenz. Was bleibt davon? Meist nur eine vage schattenhafte Erinnerung, oft nicht mal das. x x There is that “normality” that will one day surround you when your last hour has come. The same bad jokes and grimaces are made, there is laughter, cheating and lies, there is love, life and experience. It goes on around you as if nothing had happened, which only seems strange to you because in the span of your life you have thought of yourself as the center of the world (for whatever else, you have worked so hard at it... and also, the most important thing: you only held yourself). After just a few years, no one will remember you specifically, despite all the assurances at the grave. There will be a few names in the history books. Its meaning, of course, has to be learned, someone has to understand it, ambiguity is overlooked, and the time/attention alone is not available for it. A person recently said to me: “He probably thinks he’s something special.” This has given me a lot to think about up until now. Because it is this “special” thing without conceit that could be found out about certain people. It really defines them, it characterizes their existence. What remains of it? Mostly just a vague, shadowy memory, often not even that.

Freitag, 26. Januar 2024

Schopi, der alte Zausel

In der Tat ist die Todesfurcht von aller Erkenntniß unabhängig: denn das Thier hat sie, obwohl es den Tod nicht kennt. Alles, was geboren wird, bringt sie schon mit auf die Welt. Diese Todesfurcht a priori ist aber eben nur die Kehrseite des Willens zum Leben, welcher wir alle ja sind. Daher ist jedem Thiere, wie die Sorge für seine Erhaltung, so die Furcht vor seiner Zerstörung angeboren... diese also, und nicht das bloße Vermeiden des Schmerzes, ist es, was sich in der ängstlichen Behutsamkeit zeigt, mit der das Thier sich und noch mehr seine Brut vor jedem, der gefährlich werden könnte, sicher zu stellen versucht. Warum flieht das Thier, zittert und sucht sich zu verbergen? Weil es lauter Wille zum Leben, als solcher aber dem Tode verfallen ist und Zeit gewinnen möchte. Eben so ist, von Natur, der Mensch. Das größte der Uebel, das schlimmste, was überall gedroht werden kann, ist der Tod, die größte Angst Todesangst. (A. Schopenhauer)

Donnerstag, 25. Januar 2024

Ehrlichkeit und Wissenschaft

Es geht mir die ganze Zeit durch den Kopf, dass zwei öffentlich bestallte Ehrlichkeitsforscher unter Betrugsverdacht stehen oder gar der Lüge überführt worden sein sollen. Offenbar haben sie eine „Ehrlichkeitserklärung“ unterzeichnet. Sie sollen damit atemberaubend spaktakuläre Studien auf den wissenschaftlichen „Markt“ gebracht haben, was sich flott und Kohle einbringend die Wissenschaftsgläubigkeit der breiten Masse in den Industriestaaten zu nutze gemacht hat. Es ist halt ein Automatismus geworden, dieses Betrügen, dieses „So-tun-als-ob“. Vorspielen, dass man inmitten einer glänzenden Aktion zu Fall gebracht würde, dass man Opfer sei. Den anderen etwas vorspielen. Etwas dafür kriegen. Einen Freistoß oder sowas. Einen Freistoß des Kapitals und des Geldes dafür erhalten. Jämmerlich, sich so zum Affen zu machen! In diesem Moment hat sich das Zeige-Geschäft selbst enttarnt! Es wurde etwas plötzlich offensichtlich! Die Pose des Lügens. Dieses „Man kann's ja mal versuchen...“, das gerade bei Fußballern so beliebt zu sein scheint und was sie von öffentlichen Kommentaren bei jeder Gelegenheit belobigt jederzeit und überall vorführen. Man müsse halt „ein bisschen robuster zur Sache gehen“ heißt es da sehr oft und „Fußball sei halt auch emotional“. Offenheit? Souveränität? Ehrlichkeit? Was für ein altmodisches Wort! Eher ein Etikett, das nicht so gemeint ist. Verantwortung? Dafür gilt wohl dasselbe.

Mittwoch, 24. Januar 2024

Immer positiv

„Alles gut?“ Daumen hoch. Es ist ein Ritual des positiven Denkens geworden, auch wenn allerlei Kriegsbilder und Fakten, Klimadesaster usw. einen umtreiben. Auch sind die Corona-Folgen gerade erst einigermaßen überwunden. Wieso ist angesichts all dessen die permanente Lüge scheinbar notwendig? Ist das Schlechte ausgestorben? Sind wir alle auf einem geradlienigen Pfad zum Glück? Und wenn die Situation doch mal in Richtung auf eine Wahrheit abbiegt, müssen wir uns mit diesem „Reiß dich zusammen!“, „wird schon wieder gut“ zufrieden geben? Darf man dann noch unglücklich sein? Alles Happy, alles gut? Könnte es sein, dass wir dadurch in eine Art Druck kommen, einen Erfolgsdruck? Dass dieses „Alles ist möglich, wenn du’s nur willst“ ein diktatorisches Gebot wird. Dass wir selbst „schuld“ sind, wenn es anders ist? Scheitern nicht erlaubt. Optimierung angesagt. Selbstoptimierung. Wer es nicht schafft, sollte gefälligst eines dieser unerträglichen und teuren Coaching-Seminare mit einer charismatisch vortragenden und teure Sportwagen fahrenden Gurus aufsuchen, die uns mit inhaltslosem Positiv-Geschwätz einhüllen: „Du kannst es schaffen, wenn du nur willst“. Ob so etwas aus der amerikanischen Kultur kommt? Jedes Scheitern als Chance begreifen, koste es, was es wolle? Gewinner sein. Bloß nicht traurig sein! Verlierer? Gibt es nicht! Verdrängung ist angesagt. Der Blues, der Fado, was ist das? Klagelieder der Unfähigen? Gibt es Schicksal? Ist man zu etwas verdammt? Wenn man jetzt in einer armen Gegend dieser Erde geboren wäre: wie schwierig wäre es, sich einzureden, dass man ein Gewinner ist? Wie wäre es mit diesem „Du kannst alles, glaub an dich!“ Ja, nach alter gesellschaftlicher Art, werden uns diejenigen vorgehalten, die es aus schwierigen Verhältnissen heraus geschafft haben. Wie und wo diese Kunde in welchem Interesse „bearbeitet“ wurde, bleibt da meist im Dunkeln. X x “Everything good?” Thumbs up. It has become a ritual of positive thinking, even if all sorts of war images and facts, climate disasters, etc. are on your mind. The consequences of Corona have only just been overcome to some extent. Given all this, why does the constant lie seem necessary? Has the bad died out? Are we all on a straight path to happiness? And if the situation does turn towards a truth, do we have to be content with this “Pull yourself together!”, “It’ll be okay”? Can you still be unhappy then? Everything happy, everything good? Could it be that this puts us under some kind of pressure, pressure to succeed? That this “Everything is possible if you just want it” becomes a dictatorial commandment. That we ourselves are “to blame” if things are different? Failure is not allowed. Optimization announced. Self-optimization. If you can't do it, you should go to one of these unbearable and expensive coaching seminars with charismatic gurus who drive expensive sports cars and who cover us with empty, positive talk: "You can do it if you just want to." Does something like that come from American culture? See every failure as an opportunity, no matter what the cost? be a winner. Just don't be sad! Loser? Doesn't exist! Repression is the order of the day. The blues, the fado, what is that? Lamentations of the incompetent? Is there fate? Are you condemned to something? If you were born in a poor area of the world, how difficult would it be to convince yourself that you are a winner? How about this “You can do anything, believe in yourself!” Yes, in the old social way, those who have made it out of difficult circumstances are held against us. How and where this customer was “processed” and in what interests remains mostly a mystery.

Dienstag, 23. Januar 2024

Paarungen

Ein Oberbürgermeister hat sich in eine seiner Ministerinnen verliebt. Ein Bundesminister hat sich jetzt zu einer Chef-Journalistin als neuer Lebens- und Liebespartnerin bekannt, nachdem er zuvor schon mit 2 anderen Damen liiert war und dementsprechend auch mehrköpfigen Nachwuchs gezeugt hatte. Das Bezeichnende scheint mir nicht die Boulevard-Nachricht, sondern dass sich da Männer aus einer bestimmten Wahrnehmungsblase mit Frauen zusammengetan haben, die derselben Schicht, demselben Milieu und derselben Wahrnehmungsbubble wie sie selbst angehören. Beispiele aus der Politikerkaste gibt es wohl zuhauf. Auf diese Weise scheint sich mir diese Gesellschaft immer mehr in Fraktionen zu sortieren, die untereinander kaum Kontakt pflegen, die in sich dieselben Werte und Maßstäbe teilen, von anderen Bevölkerungsschichten und deren Lebensweisen aber keine Ahnung haben, - auch wenn dies immer wieder gerne beteuert wird. Empathie (insbesondere zwischen gesellschaftlichen Schichten!) hat natürlich auf diese Weise keine Chance, in mancherlei Weise scheint auch das berufliche Karrierestreben den Ton und die Art des Daseins anzugeben. Ein solches Zerfallen in soziale Gruppen und Wahrnehmungsblasen kann dem sozialen Zusammenhalt schaden.

Sonntag, 21. Januar 2024

Trägheit

Es war auch die Trägheit, die immer gebremst hat. Natürlich die Trägheit. Das im Sein sein. Das jämmerliche Vegetieren. Von einem zum andern. Dieses „man wird sehen“. Die Sphäre unter den Fingernägeln des Alltags, die hat dich nicht nur interessiert, sie drängte sich dir geradezu auf. Die Basics, die du erkanntest: Das „sich inszenieren“, egal als was. Wenn nötig als Intellektueller. Als Bohemian. Als Gutmensch. Durchsetzungsfähig. Als Winner. Als Wichtig. Alles ist eine Frage der Menschenführung. Die Basics sind: es gibt Alpha- und Omegas. Du musst der Boxer sein. Die anderen vor dir her treiben. Bestimmen. Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass es auch darum ginge, solche oft von der Natur gesetzten Bedingungen zu überwinden. Dabei sind sie das einzig wichtige. Dieses im Halbschlaf Dämmern. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, Möglichkeiten. Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren. Woher kommen solche „Resets“? Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerissene Persönlichkeit. Ich wollte und will eine vorläufige Einheit. Ich will über mich selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über meine Vergangenheit. X x How do we want to live? Where do we want to live? What does this mean to us? There is a panting that usually follows the winners. Or do we want to compensate for this on the road with as many electric kilowatts as possible? When we find ourselves, model ourselves or are we after what “self-optimization” is currently the propaganda of the zeitgeist? Do we want to strive for contentment, a view of ourselves that is embedded in whatever environment? Or do we want to indulge in the uninhibited egoism that has neoliberalism as its ideology and seeks the pursuit of profit, especially at the expense of the general public? What is, what could generality actually be? What socialists and communists carry in front of them like a monstrance? The State? Doesn't the state also have totalitarian traits that it imposes on us? Isn't the super-corporation legitimized by election - or is it the sovereign? Feeling good, wellness - in this world of climate change and the mass slaughter of animals? What role could serious ethics and morals play, which do not depend on the beliefs of the churches and perceive tradition as one value among others? Is it about moderation, about the “right measure” or “keeping things in moderation”. What role does “care for oneself” (Foucault) or moral behavior play? What could be the reason for this? Discipline and obedience... in a neoliberal environment? In an imaginary environment? Where are we? Who are we? Wanting to talk about such things in a lively exchange, exchanging views and stimulating each other could be a discipline that has a future. It was also inertia that always held us back. Of course the inertia. That being in being. The miserable vegetating. From one to the other. This “we will see”. The sphere under your fingernails of everyday life not only interested you, it almost forced itself on you. The basics that you recognized: “presenting yourself”, no matter what. If necessary as an intellectual. As a bohemian. As a do-gooder. Assertive. As a winner. As important. Everything is a question of leadership. The basics are: there are alphas and omegas. You have to be the boxer. Driving the others ahead of you. Determine. I absorbed with my mother's milk that it was also about overcoming such conditions that are often set by nature. They are the only important thing. This half-asleep dawn. When you're just with yourself. When the TV isn't on and you don't have a book to hand. No distraction. You had to put up with it, you had to endure it for the rest of your life. You had too high expectations of yourself, implicitly. The guys develop in their own directions and possibilities. Good-for-nothings, teachers, musicians, programmers. Family Guy. New York. Emigrant, pioneer in the West. - now we are much further along and can laugh about everything and about ourselves: how naive we were back then. Where do such “resets” come from? It's exactly what I'm trying to overcome, this inharmonious, externally determined, torn personality. I wanted and want a temporary unity. I want to laugh at myself in the present. Not about my past.

Samstag, 20. Januar 2024

New Kid in Town

Im deutschen Lokführerstreik sind neue Zahlen im Spiel. Vielleicht geht das Spiel ja nochmal gut aus. Dass dies auf Kosten der Vielen ging, die in den ÖPNV vertrauten und auf ihren Anschluss warteten bzw. gar nicht mehr abgeholt wurden, wird bald vergessen sein. Es wird das Lob auf das Auto gesungen werden, im ungünstigsten Fall sogar das des ungeliebten „Verbrenners“. Das freilich wird nicht erwünscht sein von denen, die alles streng an ihrer Idiologie orientiert umgestalten wollen, soziale und menschliche Kosten hin oder her. Erst die Lokführer. Dann die Bauern, von denen die eben zitierten „Umgestalter“ sowieso weit entfernt sind, egal ob es eine völlig anders orientierte Gründungsphase ihrer Partei gab. Jetzt sind alle im Gleichschritt gegen Politik von rechts. Gut so. Obwohl auch das seine Tücken haben könnte. Aber ob „die etablierten Parteien“ diesen neuen Trend auszunutzen versuchen, indem sie der Öffentlichkeit mit ihren PR-Mitteln all das als gerechtfertigt zu verkaufen versuchen, was Murks und missglückt ist? Ich denke, man kann das Loblied auf die Demokratie singen, ohne mit all dem einverstanden zu sein, was gewisse Parteien da als Politik verkaufen. Es mag einem da zu denken geben, dass der Nonkonformismus, also das „Nicht-einverstanden-sein“ mit all dem, was ist, nicht mehr sehr angesagt ist. Niemand will mehr Künstler oder unkonventionell sein, alle wollen Kommandogeber eines Start-Ups sein. Kleidung, Haartracht und Lifestyle haben sich längst danach ausgerichtet. Wichtig ist die Karriere, der soziale Status und die Verdienstmöglichkeit. Gerade die sozialen Unterschiede scheinen längst wieder ausgebaut und scheinen sich gewaltig hinein zu fressen in diese Gesellschaft. Auf der einen Seite die App-schöpferInnen, die InfluencerInnen und ModeratorInnen, auf der anderen diejenigen, die von der Hand in den Mund leben müssen und gezwungen sind, jeden Job anzunehmen, um an der „Arbeitsgesellschaft der hart Arbeitenden, die morgens früh aufstehen“ teilzunehmen. Ist es ein abwegiger Vorschlag, einfach den Mindestlohn deutlich zu erhöhen, um dies Problem zu lösen? x x New numbers are in play in the German train drivers' strike. Maybe the game will turn out well again. The fact that this was at the expense of the many who trusted public transport and waited for their connection or were not picked up at all will soon be forgotten. Praise will be sung for the car, in the worst case scenario even for the unpopular “combustion engine”. Of course, this will not be desired by those who want to reshape everything strictly based on their ideology, social and human costs or not. First the train drivers. Then there are the farmers, from whom the “transformers” just quoted are anyway far removed, regardless of whether there was a completely different founding phase of their party. Now everyone is in step against right-wing politics. Good this way. Although that could also have its pitfalls. But whether “the established parties” are trying to exploit this new trend by using their PR tools to try to sell to the public everything that is botched and failed as justified? I think you can sing the praises of democracy without agreeing with everything that certain parties are selling as politics. It may make you think that non-conformism, i.e. “not agreeing” with everything that is, is no longer very popular. Nobody wants to be an artist or unconventional anymore, everyone wants to be the leader of a start-up. Clothing, hairstyles and lifestyle have long been based on this. Career, social status and earning potential are important. The social differences in particular seem to have long since expanded and are eating their way into this society. On the one hand the app creators, the influencers and moderators, on the other hand those who have to live hand to mouth and are forced to take any job in order to participate in the “working society of hard workers who get up early in the morning”. to participate. Is it a misguided suggestion to simply significantly increase the minimum wage to solve this problem?

Freitag, 19. Januar 2024

Demokratie und Entscheider

Der Mensch ist immer mehr hervor gegangen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit: Demokratie und Mitbestimmung haben letztenendes mit dem Buchdruck zu tun und den sich daraus ergebenden Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten. Lesen und schreiben zu können wurde etwas, was nicht nur auf die Eliten (meist der Klerus) beschränkt war. Es entstand eine Debattenkultur (nicht nur der Kundigen, sondern auch der Informierten) und die Notwendigkeit zur sofortigen Entscheidung bestimmter Dinge rückte mehr in den Hintergrund. Es entstand auch die Möglichkeit zur Reflektion, zum Nachdenken über bestimmte Problemstellungen. Die unmittelbare Anwesenheit, wie etwa in der Antike, beschränkte sich nun immer mehr auf eine eher symbolische, wahrgenommen durch Repräsentanten. In heutigen System einer repräsentativen Demokratie jedoch steckt die Annahme, dass Parlamentarismus nur etwas für fachkundige Abgeordnete einer repräsentativen Demokratie sei, die angesichts komplexer Problemstellungen meist den Rat von „Experten“ hinzuziehen sollten. Dass diese „Experten“ inzwischen aber meist Lobbyisten und Drahtzieher mächtiger Interessen sind, macht die gegenwärtige Problemlage mit aus. Es scheint die Wirtschaft mit ihren Strippenziehern völlig undemokratisch den Gang der Dinge zu bestimmen (bis hin zu der mittlerweile recht bekannt gewordenen Tatsache, dass solche „Interessenvertreter“ oft Büros in und bei den Ministerien haben und die Gesetzestexte gleich selbst schreiben!) und sehr viel weniger der Souverän, das Volk. Herbei eilen auch sofort riesige Beraterstäbe und Nichtregierungsorganisationen, die mit dem Anspruch größerer Sachkompetenz ausgestattet sind. Wollte „das Volk“ mitbestimmen, sollte es freilich gerade angesichts des immer komplexer werdenden Regelungsbedarfs möglichst informiert und kundig sein. Das kostet mindestens Zeit und führt unter Umständen zum Verzicht auf Erwerbschancen. Außerdem sollte es sich nicht durch „Fake-News“, alternative Fakten und ähnliche Phänomene bei der politischen Urteilskraft und Entscheidungsfindung beeinflussen lassen. Ob dies unter den heutigen Bedingungen überhaupt möglich ist, mag Gegenstand einer Auseinandersetzung sein. Die dazu nötigen Zeitopfer vermögen vielleicht auch nur die ökonomisch dazu fähigen Mitglieder einer weitgehend passiven und die Politik nur konsumierenden Gesellschaft aufzubringen. Wo solche Größen wie etwa der Begriff „Verantwortung“ dabei bleiben, in welcher Weise sie etwa einbezogen sind in die Entscheidungsfindung, wo und wie sie greifen, ist eine weitere unbeantwortete Frage. X x Humans have increasingly emerged from their self-inflicted immaturity: democracy and co-determination ultimately have to do with printing and the resulting communication and information options. Being able to read and write became something that was not just limited to the elite (mostly the clergy). A culture of debate emerged (not only among the knowledgeable, but also among the informed) and the need to decide on certain things immediately became more of a priority. There was also the opportunity to reflect and think about certain problems. The immediate presence, as in antiquity, was now increasingly limited to a more symbolic one, perceived by representatives. However, in today's system of representative democracy there is an assumption that parliamentarism is only for expert representatives of a representative democracy, who should usually seek the advice of “experts” when faced with complex problems. The fact that these “experts” are now mostly lobbyists and masterminds of powerful interests is part of the current problem. It seems that the economy and its string-pullers determine the course of things in a completely undemocratic manner (right down to the now well-known fact that such “interest representatives” often have offices in and near the ministries and write the legal texts themselves!) and a lot less the sovereign, the people. Huge advisory teams and non-governmental organizations that claim to have greater expertise rush to the scene. If “the people” wanted to have a say, they should of course be as informed and knowledgeable as possible, especially given the increasingly complex need for regulation. This costs at least time and may lead to foregoing employment opportunities. Furthermore, it should not allow “fake news”, alternative facts and similar phenomena to influence political judgment and decision-making. Whether this is even possible under today's conditions may be the subject of debate. Perhaps only the economically capable members of a largely passive society that only consumes politics can make the necessary time sacrifices. Where variables such as the term “responsibility” remain, how they are included in decision-making, where and how they apply, is another unanswered question.

Donnerstag, 18. Januar 2024

Parteienlogik

Wie jetzt immer mehr bekannt wird, hatte die Vorsitzende einer Regierungspartei in Deutschland bei einer Talkshow keine Ahnung von der Höhe der Durchschnittsrente. Kein Wunder, ihre Partei ist ja in kürzester Zeit von einem Verein der unkonventionellen Ideen zu einer etablierten Partei der Besserverdienenden geworden, die „soziales Gehabe“ nur insofern zu betreffen scheint, als es der Ruhigstellung der Unzufriedenen dienen soll. Schon das sogenannte „Heizungsgesetz“ und seine unsägliche Durchführung legte das lebhaft nahe. Genau dieses Gefühl, dass hierzulande weitgehend ahnungslose Leute regieren und dass gegen alle Beteuerungen riesige bürokratische Apparate geschaffen werden, kann einen schwer belasten. Da werden offenbar im internationalen Rahmen Milliarden raus gehauen und im eigenen Land fehlt es an allen Ecken und Enden. Sie wollen offenbar die Welt retten. Bezahlen soll das aber der deutsche Steuerzahler, oder, derzeit auch in der Diskussion um Agrarpreise, der Verbraucher. „Den Verbraucher“ gibt es in dieser Hinsicht nicht. So etwas – das ist doch klar! - würde die weniger Verdienenden und sozial Schwachen treffen, denn sie müssen gezwungenermaßen anteilsmäßig gegenüber den Besserverdienenden mehr Ressourcen aufwenden, um leben zu können. Geradezu ale Frechheit empfinde ich es, dass sich dieser Landwirtschaftsminister durch diesen Bauerntrick als Wohltäter der Landwirts aufspielt. Dass freilich die Oppositionspartei das alles wesentlich besser machen würde, daran sind wohl Zweifel erlaubt.

Sonntag, 14. Januar 2024

Entscheidungsträgerschaft

Wünschen wir uns tatsächlich dieses „Machtwort“, das von diesem Bundeskanzler immer wieder gefordert (besonders von „den Medien“) wird? „Auf den Tisch hauen“, brauchen wir das wirklich? (Es war ja mal einer da, der „Basta“ zu sagen pflegte, damit alles nach seinem Willen umgesetzt werden möge...) Liegt im Streit (Konflikt, Auseinandersetzung) nicht auch eine Kraft, die sich nach alten demokratischen Regeln im Kompromiss zu einer Entscheidung konstruiert? Spiegelt der Streit nicht diese Gesellschaft? Ob all das nicht notwendigerweise Zeit braucht, langsam ist? Ein teils schmerzhaftes mühsames Aushandeln? Leider ist genau dies für uns nicht erkennbar, weil, wenn es überhaupt stattfindet, der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, sondern in Hinterzimmern ausgemauschelt zu werden scheint. Was am Ende dabei heraus kommt, wird derzeit unzulänglich erklärt, - was schade ist. Einfach zupackender und energischer auf eindeutig erkennbare Ziele zusteuern, das wäre es vielleicht. Etwa so, wie das einst ein Kanzler namens Brandt tat. Er musste von den „Pragmatikern“ viel Kritik dafür hinnehmen. „Mehr Demokratie wagen“: alleine schon in diesen drei Worten steckte bei näherer Betrachtung so viel, was uns als Aufgabe blieb und bis heute bleibt. Heute stoßén wir überall an anonyme, bürokratatische Wände, die durch sich selbst legitimiert scheinen und direkt oder indirekt Macht über uns ausüben. Wir existieren in einem Sozialstaat (was toll ist!), der oft in der konkreten Geste zu versagen scheint und seine Bürger (in diesem Falle: die „Verlierer“) „von oben herab“ behandelt. Manchmal im Verborgenen und manchmal öffentlich sichtbar. Viele meinen, es sei alles geregelt. Ist es aber nicht. Es bleiben Gesten, Rollenmuster, bürokratische Abläufe, von Ermessensspielräumen durchstochen, gebraucht, missbraucht.

Alte Helden

Alte Helden: Manche Bilder von ihm haben sich mir eingebrannt.Ich habe später versucht, sie in der Realität aufzusuchen und bin dabei zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Sie sind mir tatsächlich begegnet! Auch hat sich mir seine Achtsamkeit dem Sound und der Musik gegenüber eingeprägt. „Paris/Texas“: Ry Cooder? Nun ja, das hatte schon früh gepasst. Aber genau die monumentalen Bilder (der Weite, bei ihm) waren ja bei der Presse immer verpönt. Klar. Zu pathetisch. Zu monumental. Zudem wurde Wim Wenders ein übersteigertes Künstler-Ego nachgesagt. Eine Zeit lang mag das meine Begeisterung für den Mann abgebremst haben. Doch mit der Zeit entdeckte ich in mir dann doch die Übereinstimmungen mit manchen Bildern seiner Filme, was sich mir schon früh so erschlossen hatte. „Im Laufe der Zeit“: Lang ist’s her. Von den USA nach Europa. Genau meine Linie! Aber das ist ja ohnehin „Im Laufe der Zeit“! Der Film. Ins Chaos platzen, in das Wasser fahren. Lakonisch direkt. Ja klar, den darf man auch nicht erwähnen: „Buena Vista Social Club“: Die untergegangene Musik der zerknitterten alten Säcke und der rüstigen Oma, das Deuten auf das Großartige, der romantische Verweis auf Kuba. Das Fließende. Aus dem Außergewöhnlichen heraus in andere Welten. Die Autos und die sonstige Ausstattung. In sich farbig. Ein skurril-realer Traum. Und dann ein paar Helden per Film verehrt. Nun ja, so schlimm ist das ja nicht! Wenders schuf ja so viele Filme, dass man kaum damit nachkam. Anselm Kiefer, diese verlogene Figur des Großkünstlers, war ihm auch eine Vorlage. Kiefer war ja immer zweideutig. Man konnte seine Sachen so oder anders sehen. Ich habe ja auch mal zwei (!) Ausstellungen von ihm besucht. Gibt es eine Sphäre der Kunst, die darüber (über allem) steht und alles besser weiß? Diese maßlos riesigen Artefakte haben mich auch beeindruckt. Wie kriegte man so etwas hin? Im Ton der Unterwürfigkeit geschriebene Reportagen von seinen riesigen Ateliers in Frankreich habe ich gelesen, auch sein Interview mit der Axel-Springer-Größe Mathias Döpfner. Danach habe ich ein bisschen abgeschaltet.

Freitag, 12. Januar 2024

Neidkultur, Sozialneid

Ich habe mal wieder in einem Beitrag das Wort „Neidkultur“ gelesen, das anscheinend immer dann eingesetzt wird, wenn jemand die scheinbar gegebene Ordnung zwischen Arm und Reich etwas grundsätzlicher anzweifelt. Gerne auch wird so etwas noch als „typisch deutsch“ qualifiziert. Ich frage mich dann oft, ob so etwas als wirklich „typisch deutsch“ durchgehen könnte. Selbststigmatisierung als Strategie. Eigentlich, so kommt es mir vor, verstellt all dies relativ gezielt den Blick auf die Realität, die große Ungleichheiten jener Art aufweist, die nicht akademisch klugscheiserisch mit dem Begriff „Chancengleichheit“ zusammen passen. Jeder Mensch habe die Möglichkeit, sich frei einzubringen in den Wirtschaftskreislauf, so das oft gehörte Credo dieser Gesellschaft. Jemandem freilich, der keine Möglichkeiten sich einzubringen hat, dem sie auch verwehrt sind, muss es erlaubt sein, etwas genauer auf diejenigen zu blicken, die ihr gerne als „Menschenführung“ verkauftes „Konzernführertum“ als selbstverständlich ausgeben. Dass man dann Fragen stellt, ja, dass sie sich einem geradezu aufdrängen, hat mit dem vorwiegend in Emotionen begründeten „Neid“ zwischen „Gleichwertigen“ wenig zu tun. Doch der Abwehrwall „Neidkultur“ scheint ohnehin zu bröckeln. Zu offensichtlich sind seine Widersprüche, die gerade die von ihm so gerne behaupteten „Widersprüche“ zudecken sollen. Es mag wohl ein paar Dinge geben, die allen zur Verfügung stehen sollten und nicht nur dem privaten Vermögenden. Nun mal praktisch: Wer nichts hat, wird auch rechtlich wohl kaum gegen einen mit Geld gestopften Vermögenden ankommen. Theoretisch könnte da so etwas wie „Freiheit“ oder „Chancengleichheit“ sein. Praktisch ist das so gut wie nicht der Fall. X x I once again read the word “envy culture” in a post, which seems to always be used when someone fundamentally doubts the apparently existing order between rich and poor. Something like this is often qualified as “typically German”. I often ask myself whether something like this could be considered “typically German”. Self-stigmatization as a strategy. Actually, it seems to me, all of this obscures the view of reality, which shows great inequalities of the kind that do not fit together academically and wisely with the term “equal opportunities”. Every person has the opportunity to freely participate in the economic cycle, is the often heard credo of this society. Of course, someone who has no opportunity to get involved and who is also denied it must be allowed to look at those who take for granted their “corporate leadership” that they like to sell as “people leadership”. The fact that you then ask questions, even that they force themselves on you, has little to do with the “envy” that is primarily based on emotions. But the defensive wall of “envy culture” seems to be crumbling anyway. His contradictions are too obvious and are intended to cover up the “contradictions” he so likes to claim. There may well be a few things that should be available to everyone and not just to the privately wealthy. Now to put it practically: If you have nothing, you will hardly be able to compete legally against a wealthy person who is stuffed with money. Theoretically there could be something like “freedom” or “equal opportunities”. In practice, this is almost not the case.

Donnerstag, 11. Januar 2024

Direkt Werbung

Es „lohnt“, wenn nur einer unter tausend...? Ich habe Spam-Mails in meiner Mailbox. Penisverlängerungen, Viagra und andere, Kreditangebote, Frauen, Lottogewinne - tausend Arten, ein wenig Geld aus mir zu quetschen, Sehnsüchte, Wünsche und Schwächen nutzen, verlocken, zu etwas reizen. Natürlich sind wir alle längst ausgerechnet, berechenbar, durchschaubar. 100000 abgesandt, 2 funktionieren. Eine gute Quote, oder? „Direct Mailing“, wir sind unterm Hammer industriell eingesetzter Kräfte, der Werbung und des Marketing. Wir sind die Formel des Konsums, die clevere Geschäftemacher nutzen. Da ist viel Plumpheit und Peinlichkeit. Man braucht da Humor, wenn man reinliest. Diese Leute geben sich anpassungsfähig, machen was aus den Daten, die sie haben. Die sind so richtig smart, gehen auch über Facebook und Twitter, Google hat meine Daten ja sowieso. Irgendwie gab es das schon früher, im Postkasten, in farbigem Papier. Diese komischen Anschreiben, vollkommen maschinell seriell erstellt. Märchen für schwache Gemüter, Vorstellungen wurden angesprochen und abgerufen. Reisen. Kaffeefahrten. Ängste auslösen, Linderung versprechen. Das Angebot liegt bei. Gesperrte Kreditkarte, Schufa, - bourgeoise Begehrlichkeiten und Bedürfnisse wecken. Schlechtes Deutsch, - oft. Aber gut eingebettet in die deutsche Wirklichkeit. X x It’s “worth it” if only one in a thousand...? I have spam emails in my mailbox. Penis extensions, Viagra and others, loan offers, women, lottery winnings - a thousand ways to squeeze a little money out of me, to use longings, wishes and weaknesses, to tempt, to provoke into something. Of course, we have all long since become calculated, predictable and transparent. 100,000 sent, 2 work. A good rate, right? “Direct mailing”, we are under the hammer of industrial forces, advertising and marketing. We are the formula of consumption that clever profiteers use. There's a lot of clumsiness and embarrassment. You need a sense of humor when you read it. These people are adaptable and do something with the data they have. They're really smart, they also work on Facebook and Twitter, and Google has my data anyway. Somehow it was there before, in the mailbox, in colored paper. These strange cover letters, created entirely by machine. Fairy tales for the faint of heart, ideas were addressed and recalled. Travel. Coffee rides. Trigger fears, promise relief. The offer is included. Blocked credit card, Schufa, - arouse bourgeois desires and needs. Bad German, - often. But well embedded in German reality.

Prima Klima

Ich komme mir da sowieso wie ein Dödel vor: die so oft propagierte „Flugscham“ scheint vorüber. Kein Mensch redet in Deutschland mehr darüber. Im Gegenteil, es dringen sogenannte Erfolgsmeldungen mir ans Ohr: Die Zahl der Flüge inklusive Fernflüge hat wieder stark zugenommen, - endlich. Wer redet denn in diesem Zusammenhang noch von Klimakrise? Die Menschen scheinen froh zu sein, dass sie auf diese Weise den Krisen enteilen können. Ob da ein harter Fall von kognitiver Dissonanz vorliegt? Dem einen zustimmen und ein „Klimabewusstsein“ loben, das andere aber in völligem Gegensatz dazu tun? Reisen, was ist das überhaupt? Sich in fernen Ländern an den Strand flacken? Vollpension. Alles inklusive. Kein Zweifel, für viele Menschen steckt da ein hoher Erholungswert dahinter. Aber: Die steigenden Energiekosten beklagen, aber dieses deutlich teurer gewordene Hotel in Übersee buchen? Hm, ob da die Pandemie etwas bewirkt hat? Nachholbedarf? Etwas von der Welt sehen und auf diese Weise seinen Horizont erweitern. Dafür ans Meer reisen, scheisegal, on der Meeresspiegel steigt? Wer da in den vergangenen Jahren wohl ins Nachdenken gekommen ist? Welche Rolle da die Medien spielen? Ob die vielen Leute mit dem Nahen in ihrer Umgebung auch etwas anfangen? Ob sie das mehr erkunden, oder ob sie gleich eine Fernreise buchen? Kreuzfahrten sollen beliebter denn je sein. Privatjets haben Hochkonjuntur: Die Wichtigs sind ja überall auf der Welt wichtig. Ausspannen ist angesagt. Digital.

Mittwoch, 10. Januar 2024

Staatsloyalität

Es mutet mich schon sehr seltsam an, dass dies in Deutschland als Neuigkeit gehandelt wird: Dass nämlich Bedienstete des Staates Steuerberatern und ähnlichen Steuervermeidern mit all ihren Mitteln zuarbeiten und ihnen oft den „Werkzeugkasten“ zur Steuervermeidung liefern. Durch meine früheren beruflichen Tätigkeiten und darüber hinaus glaube ich das schon vor vielen Jahren als „normal“ auf verschiedenen bürokratischen Ebenen mitbekommen zu haben. Es scheint auf jeder Ebene einen lebendigen Austausch zu geben, was auch mit der miesen Bezahlung und Überbelastung von Finanzbeamten zu tun haben mag. Auf jeden Fall scheinen sich gewisse „Beamte“ ihr Wissen auf der Gegenseite regelmäßig zu vergolden, - oder gleich ganz in die Bereiche der Steuervermeidung zu wechseln. Ob dies in den Bereich der Korruption ragt, mögen andere Personen beurteilen. Dass auf diese Weise aber Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, ist ja klar. Genauso klar ist offenbar, dass diese Entwicklung von offizieller Seite vielleicht sogar politisch so gewollt und gedeckt ist. Ob in Deutschland ein Wechsel der Regierung daran etwas ändern würde, erscheint mindestens fraglich, da solche Verhältnisse mit Beteiligung einer sich sozial gebenden Partei langjähriger Praxis in diesem Staat entsprechen. „So ist es halt. Für eine Änderung fehlen die parlamentarischen Mehrheiten“ geben dazu „gewichtige“ Parteifunktionäre der sich sozial gebenden Partei natürlich in verbrämter Wortwahl und gewählter Form offenbar von sich. Der der „gehobenen Mittelschicht“ angehörende Vorsitzende einer Oppositionspartei scheint mir da kein wirksames Versprechen auf die Zukunft zu sein. Aktuelle Sparbeschlüsse, die ja vor allem den Kleinbürger zu schröpfen scheinen, passen gut zu solchen Verhältnissen, die mir moralisch und ethisch gesehen doch als sehr fragwürdig erscheinen und deutlich zur Politikverdrossenheit beitragen dürften.

Dienstag, 9. Januar 2024

Die Sonne scheint.....

Die Sonne trifft mich, sie strahlt genau auf mich. Nur für mich! Sie erhellt mich. Schenkt mir etwas. Mein Blick fällt so für mich hin. All die Dinge! Ich merke, wie ich in Schubladen einteile, wie ich einordne, wie ich den Dingen ihren Zauber nehme, weil ich gemerkt habe, wie dieser Zauber ausgenutzt wird. Ich sehe alte Magazin-Hefte durch und denke mir „Ach schau, da haben sie wieder ihre Zielgruppe bedient“, da zielen sie wieder auf Umsatz, „da sind sie wieder unter sich, die alten Säcke, die später „Baby Boomer“ genannt werden sollten. Sie, diese bösen Boomer, haben sich ihr Netz aus sie umgebenden Selbstverständlichkeiten geschaffen, sie haben sich eingesponnen in ihren Kokon. Wo ist die Neugierde geblieben? Das unschuldige Fragen? Das Interesse für die Welt? Ich merke, dass ich mir das Allumfassende nicht mehr leisten kann, bin zu oft heruntergebremst worden von diesem Staat, bin enttäuscht worden, bin „geldwert“ fertig gemacht worden und muss mir von Ahnungslosen die Welt erklären lassen. Die Medien und ihre Erfolgsgesichter überwölben einen, lenken einen. Man will erfahren und wird in Richtungen geführt. Man nennt das dann „Haltungsjournalismus“. Oder man gleitet zielgeführt ab in Richtung Werbung. Mich wundert, wie so viele Menschen das ertragen. Ich will mehr darüber wissen! Was doch ein einziger Sonnenstrahl bewirken kann! Natürlich habe ich mir eingebildet, dass dieser Sonnenstrahl mir gelte (was vielleicht sehr romantisch ist. Nicht sentimental!). Last but not least auf fremden Gestirnen scheint und strahlt er genauso! Hinaus ins Nichts. X x The sun hits me, it shines right on me. Just for me! She enlightens me. Give me something. My eyes fall like that for me. All the things! I notice how I compartmentalize, how I classify, how I take away the magic of things because I have noticed how this magic is being exploited. I look through old magazines and think to myself, “Oh look, they’ve served their target group again,” they’re talking about sales again, “there they are among themselves again, the old farts who will later be called “Baby Boomers.” should. They, these evil boomers, have created their web of self-evident things that surround them, they have ensnared themselves in their cocoon. Where has the curiosity gone? The innocent questions? Interest in the world? I realize that I can no longer afford the all-encompassing things, that I have been slowed down too often by this state, that I have been disappointed, that I have been made worth of money and that I have to let ignorant people explain the world to me. The media and their successful faces tower over you and direct you. You want to learn and are guided in directions. This is called “attitude journalism”. Or you can slide purposefully towards advertising. I'm amazed at how so many people put up with this. I want to know more about it! What a single ray of sunshine can do! Of course I imagined that this ray of sunshine was directed at me (which is perhaps very romantic. Not sentimental!). Last but not least, it shines and shines just as much on foreign stars! Out into nothingness.

Montag, 8. Januar 2024

Erstatter und Bestatter (MP3)

https://buranmann.bandcamp.com/track/erstatter-und-bestatter https://buranmann.bandcamp.com/track/erstatter-und-bestatter unter meinem Pseudonym "Buranmann" gefertigt

Sonntag, 7. Januar 2024

Lifestyle

Wie wollen wir leben? Wo wollen wir leben? Was bedeutet uns das? Ist da ein Hecheln, das den Siegern meistens hinterher ist. Oder wollen wir das auf der Straße mit möglichst vielen Elektro-Kilowatt ausgleichen? Wenn wir uns selbst finden, uns herausmodellieren oder sind wir hinter dem her, wa als „Selbstoptimierung“ derzeit die Propaganda des Zeitgeists ist? Wollen wir Zufriedenheit anstreben, eine Sicht auf uns selbst, die eingebettet ist in ein wie auch immer geartetes Umfeld? Oder wollen wir dem hemmungslosen Egoismus frönen, der den Neoliberalismus zu seiner Idiologie hat und das Streben nach Gewinn vor allem auch auf Kosten der Allgemeinheit sucht? Was ist, was könnte Allgemeinheit überhaupt sein? Das, was Sozialisten, Kommunisten wie eine Monstranz vor sich hertragen? Der Staat? Hat der Staat nicht auch totalitäre Züge, die er uns auufzwingt, ist der nicht sogar durch Wahl legimimierte Superkonzern, - oder ist er der Souverän? Wohlfühlen, Wellness - in dieser Welt des Klimawandels und das massenhaften Abschlachtens von Tieren? Welche Rolle könnte da ernst genommene Ethik und Moral spielen, die gerade nicht an den Glaubenssätzen der Kirchen hängt und Tradition als einen Wert unter anderen wahrnimmt. Geht es um Mäßigung, um das „richtige Maß“ oder „Maß halten“. Welche Rolle spielt da die „Sorge um sich“ (Foucault) oder sittliches Verhalten? Worin könnte dieses begründet sein? Disziplinierung und Gehorsam..... in einer neoliberal gesinnten Umwelt? In einer ausgedachten Umwelt? Wo sind wir? Wer sind wir? Sich über solche Dinge in einem lebendigen Austausch unterhalten zu wollen, Ansichten auszutauuschen und sich gegenseitig dabei anzuregen, könnte eine Disziplin sein, die Zukunft hat. Es war auch die Trägheit, die immer gebremst hat. Natürlich die Trägheit. Das im Sein sein. Das jämmerliche Vegetieren. Von einem zum andern. Dieses „man wird sehen“. Die Sphäre unter den Fingernägeln des Alltags, die hat dich nicht nur interessiert, sie drängte sich dir geradezu auf. Die Basics, die erkanntest: Das „sich inszenieren“, egal als was. Wenn nötig als Intellektueller. Als Bohemian. Als Gutmensch. Durchsetzungsfähig. Als Winner. Als Wichtig. Alles ist eine Frage der Menschenführung. Die Basics sind: es gibt Alpha- und Omegas. Du musst der Boxer sein. Die anderen vor dir her treiben. Bestimmen. Ich habe mit der Muttermilch eingesogen, dass es auch darum ginge, solche oft von der Natur gesetzten Bedingungen zu überwinden. Dabei sind sie das einzig wichtige. Dieses im Halbschlaf Dämmern. Wenn du nur bei dir bist. Wenn der Fernseher nicht läuft und du auch kein Buch zur Hand hast. Keine Ablenkung. Du hast es mit dir aushalten müssen, du musst das ein Leben lang. Hast zu hohe Erwartungen an dich gehabt, implizit. Die Typen entwickeln sich in ihre Richtungen, Möglichkeiten. Taugenichts, Lehrer, Musiker, Programmierer. Familienmensch. New York. Auswanderer, Pionier im Westen. - jetzt sind wir viel weiter und können lachen über alles und über uns: wie naiv wir doch damals waren. Woher kommen solche „Resets“? Es ist genau das, was ich zu überwinden suche, diese unharmonische, von außen bestimmte zerissene Persönlichkeit. Ich wollte und will eine vorläufige Einheit. Ich will über mich selbst lachen in der Gegenwart. Nicht über meine Vergangenheit. x x How do we want to live? Where do we want to live? What does this mean to us? There is a panting that usually follows the winners. Or do we want to compensate for this on the road with as many electric kilowatts as possible? When we find ourselves, model ourselves or are we after what “self-optimization” is currently the propaganda of the zeitgeist? Do we want to strive for contentment, a view of ourselves that is embedded in whatever environment? Or do we want to indulge in the uninhibited egoism that has neoliberalism as its ideology and seeks the pursuit of profit, especially at the expense of the general public? What is, what could generality actually be? What socialists and communists carry in front of them like a monstrance? The State? Doesn't the state also have totalitarian traits that it imposes on us? Isn't the super-corporation legitimized by election - or is it the sovereign? Feeling good, wellness - in this world of climate change and the mass slaughter of animals? What role could serious ethics and morals play, which do not depend on the beliefs of the churches and perceive tradition as one value among others? Is it about moderation, about the “right measure” or “keeping things in moderation”. What role does “care for oneself” (Foucault) or moral behavior play? What could be the reason for this? Discipline and obedience... in a neoliberal environment? In an imaginary environment? Where are we? Who are we? Wanting to talk about such things in a lively exchange, exchanging views and stimulating each other could be a discipline that has a future. It was also inertia that always held us back. Of course the inertia. That being in being. The miserable vegetating. From one to the other. This “we will see”. The sphere under your fingernails of everyday life not only interested you, it almost forced itself on you. The basics that you recognized: “presenting yourself”, no matter what. If necessary as an intellectual. As a bohemian. As a do-gooder. Assertive. As a winner. As important. Everything is a question of leadership. The basics are: there are alphas and omegas. You have to be the boxer. Driving the others ahead of you. Determine. I absorbed with my mother's milk that it was also about overcoming such conditions that are often set by nature. They are the only important thing. This half-asleep dawn. When you're just with yourself. When the TV isn't on and you don't have a book to hand. No distraction. You had to put up with it, you had to endure it for the rest of your life. You had too high expectations of yourself, implicitly. The guys develop in their own directions and possibilities. Good-for-nothings, teachers, musicians, programmers. Family Guy. New York. Emigrant, pioneer in the West. - now we are much further along and can laugh about everything and about ourselves: how naive we were back then. Where do such “resets” come from? It's exactly what I'm trying to overcome, this inharmonious, externally determined, torn personality. I wanted and want a temporary unity. I want to laugh at myself in the present. Not about my past.