Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 27. Januar 2023

Jenseits der Libelle (MP3)

https://buranmann.bandcamp.com/track/jenseits-der-libelle

Donnerstag, 26. Januar 2023

Identität und Idiologie

Noch ein Auszug aus meinem Script/aus den Aufschreiben aus Zeiten meines Soziologie-Studiums. Keine Ahnung, wo ich das Material dazu aufgeschnappt hatte, es steht heute in meinen Scripten: Identität ist der „sozialisierte Teil des Selbst“. „Nur wenn Andere meine Identität bestätigen, wird das Individuum Wirklichkeit. Identität ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von Identifizierung und Selbstidentifikation. Das gilt sogar für Identitäten, die sich manche Menschen erfinden und sich zurecht legen.“ Ob das zur Erkenntnis von Menschen wie Donald Trump beitragen könnte? Menschen, die sich eine Wirklichkeit zurecht legen und alles andere als „Fake News“ denunzieren glauben zu können? Die glauben zu bestimmen, was sei? Das, was nicht mit meiner Realität übereinstimmt, wird ausgeblendet oder einfach als unzutreffend bezeichnet. Das heißt: Es existiert nicht, weil ich es nicht anerkenne. Gewisse Sektenidiologien scheinen meiner Meinung nach auch so zu funktionieren, Machtidiologien und Religionen tun das sowieso. Das, was ins Weltbild passt, wird gesehen und anerkannt. Das andere wird geleugnet, verdrängt oder sonstwie ausgeblendet. Daraus wird dann eine gemeinschaftliche Identität konstruiert (oft auch zum Nutzen und Profit einzelner Personen). Es heißt, dazu zu gehören. Und nicht außerhalb zu stehen. Wer dazu gehört und wer außerhalb steht, bestimmt im verschärften Falle eine diktatorische Führerfigur.

Mittwoch, 25. Januar 2023

Profis in dunklen Anzügen und Rat Race

Erinnerungen, Szenen aus scheinbar vergangener Zeit: Mir gehen immer noch die Bilder durch den Kopf, als einige Mächtige der deutschen Industrie Verträge mit ihren Pendants aus der Volksrepublik China unterzeichneten. Das mischt sich in meinem Kopf nach Art des Internets kurzfristig mit den Nachrichten über neue Wechselabsichten oder Vollzüge von Fußballspielern. Vertragsunterzeichnungen. Hinzu kamen neue Paarungsgeschichten, Verfehlungen und Bumsereien von „Prominenten“. In diesen Fällen scheint sich vieles anonymisiert zu haben. „Profis“ und "Promis" wechseln dorthin, wo es die meiste Kohle gibt, basta. Es ist dies ein durchgehendes gesellschaftliches Prinzip. Irgendwelche Zugehörigkeiten, Identitäten usw. scheinen dabei völlig auf der Strecke geblieben zu sein. Genauso kamen mir die Namen und Firmenlogos vor, für die die unterzeichnenden Herren in ihren Anzügen standen: Schall und Rauch, der mittlerweile nichts mehr wert ist, außer der durch sie erzeugten Wirtschaftskraft. Menschen und Identitäten scheinen da außen vor zu sein. Es herrscht das Diktat der Wirtschaft. Gerade in jetzigen Kreigszeiten. Es Millionen und Milliarden bewegt, eben mal so, mit freundlich netten Gesichtern, die für Entwicklungen stehen, hinter denen sich Einzelschicksale, Altersarmut und viele viele Probleme verbergen. Hätschelkinder des Systems lassen sich indessen kaufen und verkaufen und gehen freiwillig in eine Sklaverei, die - getreu dem heutigen Systemideal - vor allem diesen Hätschelfiguren selbst wohl zu tun scheint. Gemeinsamkeit? Menschen sind ihres eigenen Glückes Schmied, sind Verfügungsmasse, Kostenfaktoren, sind an promindenter Stelle Identifikationsflächen, sind Kauf und Verkaufsgelegenheiten geworden. Die Ökonomisierung scheint alle Lebensbereiche durchdrungen zu haben, auch in Krisenzeiten, alles ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Dabei scheint mir nicht das Problem zu sein, dass das Angebot und die Nachfrage gewisse Lebensbereiche durchdringt, sondern dass dies Prinzip immer mehr alle Lebensbereiche durchdringt, und zwar auf eine raffinierte sich einschleichende, unmerklich einsickernde Weise. Alle Lebensbereiche. Es scheint total, ja nahezu totalitär geworden zu sein. Menschen verfangen sich unwillkürlich darin und kommen nicht mehr heraus, sind ins Hamsterrad und in die Kopfwaschmaschinen eingeschlossen. Ja klar, ich bin froh, dass ich in Deutschland lebe. In anderen Bereichen der Welt scheint dies alles noch viel unbarmherziger vonstatten zu gehen. Auf Menschenrechte wird geschissen. Aber würde es nicht zu einer gewissen Weisheit gehören, wenn die hiesigen Verantwortlichkeiten der Politik die Gefahren solcher Entwicklungen wenigstens zur Kenntnis nehmen würden und nicht nur im showträchtigen Beisammensitzen (wie eigentlich sollen sich zahlreiche Regierungschefs in so kurzer Zeit unterhalten oder gar „Gespräche“ führen?) ihre Macht preisen würden? Altersarmut, Arbeitswelt 4.0., Fachkräftemangel und andere dramatische Entwicklungen wie Hunger oder "Klimawandel“: Ist so etwas in einer Showveranstaltung wie dieser beliebigen mal eben „abzuhandeln“?

Dienstag, 24. Januar 2023

Was uns frei machen könnte

Ihr habt alle nichts verstanden. So klingt es mir noch in den Ohren. Abweichende Meinungen sind tabu. Ich spüre den Drang zum Konformismus. Zur Gleichschaltung statt derselben Meinung. Ich fühle mich eingeengt. Sich außerhalb des Konsens stellen, der in dieser Gruppe gepflegt wird? Ich gebe zu, diese Idee reizt mich. Da schwingt etwas von Sokrates mit, der dafür, dasss er anderer Meinung war, hingerichtet wurde. Da war kein Kick dafür, den eigenen Kopf zu wahren, selbst zu denken. Solange wir uns innerhalb der Tabuzone aufhalten, ist alles okay. Sobald wir aber davon abweichen....Oh je! Nun ja, soweit, so gut. Ist aber das Gegenteil davon richtig? Dass jeder, der vom rechten Pfad abweicht, der gewissen Geboten (oder Verboten) nicht gehorcht, sich schon als Held der Aufklärung sehen darf? Selbst denken scheint schwierig. Einerseits ist es dem individuellen Denken verpflichtet, andererseits ist es auch gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt. Wir haben vielleicht eine Art innere Freiheit, die wir nie verlieren. Sie mag unbedingt sein, an keine Voraussetzungen gebunden. Doch dies muss auch in wechselseitigen Beziehungen mit anderen Menschen zum Ausdruck kommen. Wir sind also in unserem Leben gleichzeitig total frei und gleichzeitig durch die Gesellschaft bedingt und konditioniert. Ein bisschen ist das paradox. Angesichts dessen bleibt uns der Mund offen stehen. Keinesfalls aber kann da Rechthaberei sei, ein Durchsetzen gewisser Vorstellungen auf Kosten von anderen, ein Durchsetzen, das sich vielleicht auf Natur, Kultur, Idiologie oder Religion beruft.

Sonntag, 22. Januar 2023

Schopenhauer über den Tod

„Nach Allem inzwischen, was über den Tod gelehrt worden, ist nicht zu leugnen, daß, wenigstens in Europa, die Meinung der Menschen, ja oft sogar des selben Individuums, gar häufig von Neuern hin und her schwankt zwischen der Auffassung des Todes als absoluter Vernichtung und der Annahme, daß wir gleichsam mit Haut und Haar unsterblich seien. Beides ist gleich falsch: allein wir haben nicht sowohl eine richtige Mitte zu treffen, als vielmehr den höheren Gesichtspunkt zu gewinnen, von welchem aus solche Ansichten von selbst wegfallen. Ich will, bei diesen Betrachtungen, zuvörderst vom ganz empirischen Standpunkt ausgehn. – Da liegt uns zunächst die unleugbare Thatsache vor, daß, dem natürlichen Bewußtseyn gemäß, der Mensch nicht bloß für seine Person den Tod mehr als alles Andere fürchtet, sondern auch über den der Seinigen heftig weint, und zwar offenbar nicht egoistisch über seinen eigenen Verlust, sondern aus Mitleid, über das große Unglück, das Jene betroffen; daher er auch Den, welcher in solchem Falle nicht weint und keine Betrübniß zeigt, als hartherzig und lieblos tadelt. Diesem geht parallel, daß die Rachsucht, in ihren höchsten Graden, den Tod des Gegners sucht, als das größte Uebel, das sich verhängen läßt. – Meinungen wechseln nach Zeit und Ort; aber die Stimme der Natur bleibt sich stets und überall gleich, ist daher vor Allem zu beachten. Sie scheint nun hier deutlich auszusagen, daß der Tod ein großes Uebel sei. In der Sprache der Natur bedeutet Tod Vernichtung. Und daß es mit dem Tode Ernst sei, ließe sich schon daraus abnehmen, daß es mit dem Leben, wie Jeder weiß, kein Spaaß ist. Wir müssen wohl nichts Besseres, als diese Beiden, werth seyn“.

Samstag, 21. Januar 2023

Rentengespräche über Grenzen

In Frankreich wird demonstriert und es gibt heftige soziale Auseinandersetzungen, weil das Renteneintrittsalter von 62 auf 64 hoch gesetzt werden soll. Und hier? „Rente mit 63 abschaffen“, so lese ich. Mir scheint da aber so manches im Argen zu liegen. Ein Beispiel, von dem ich gelesen habe und das, egal ob es genauso stimmt, die Richtung andeutet: Ein Handwerker, der 45 Jahre gearbeitet hat, bekommt derzeit ca. 2000€ Rente, viele Leute sogar weniger. Die frühere Verteidigungsministerin brauchte nur 1 Jahr anwesend sein (...und ihren Job mehr schlecht als recht machen) und bekommt lebenslang und staatlich garantiert 5000€. Das Renteneintrittsalter gleitet derzeit hoch auf 67 Jahre, wobei die nächste Erhöhung auf 70 Jahre mit den immer gleichen Argumenten bereits anstehen soll. Auch die Staatsdiener, die als Beamte ausgerufen werden, haben es nicht gerade schlecht, was die Pension angeht. Was auffällt: fast alle Nachbarstaaten haben bessere Rentenbedingungen und frühere Eintrittsalter. Ob das etwas damit zu tun hat, dass dort auch Beamte und Nobel-Selbständige in die Rentenkasse einzahlen müssen? Wieso eigentlich fordern das so wenig „weise Sachverständige“ und „Experten“? Ob sie doch gewisse Interessen vertreten, auch wenn sie formal unabhängig sind?

Natur in uns

Hegel sagte „Ich ist nichts Besonderes, ich ist auch jeder andere...“ . Ob darin etwas liegt, das wir uns immer wieder klar machen sollten? Dass nämlich das Ego nicht alles ist, dass es im Leben vielleicht nicht so sehr darum geht, sich selbst zu verwirklichen, sondern dass dieses Selbst in einem Zusammenhang mit allem steht, auch mit der Natur, die ja sowieso auf mannigfache Weise in uns ist. Sobald wir uns regen und spätestens, wenn wir atmend etwas zu uns nehmen, treten wir in einen Austausch mit unserer Umwelt, unseren Mitmenschen. Wir sind ein Teil der Natur und die Natur ist ein Teil von uns. Da ruft einBekannter an und will uns einladen, mitschleppen zum Konzert einer Band, die er ganz besonders toll findet. Klar, er will uns etwas Gutes damit tun. Das fällt wohl jedem ein. Doch will er uns nicht auch das zeigen, uns überzeugen davon, was er für richtig und toll hält? Geht es um die psychische Unterstützung und Kräftigung eines anderen Egos, das im Besitz eines von ihm selbst so wahrgenommenen ganz besonderen Wissen ist? Dieses „Wissen“ kann ja auch einem kurzfristigen Spleen entspringen, einer der persönlichen Phase geschuldeten Befindlichkeit, einem Bedürfnis, das in diesem Falle durchaus nicht meines werden muss. Autismus? Egoismus? Egomanie? Okay. Der Neoliberalismus prägt uns, ohne dass wir das so wahrnehmen. Jeder ist sich selbst der Nächste, flüstert uns unsere Umgebung zu. Ein klein wenig sollten wir aber auch unsere Umwelt im Auge behalten, von der wir abhängen, der wir zugetan sind oder nicht, mit der wir uns spirituell verbunden fühlen, als einem Teil unseres Selbst. Natürlich lebt es sich als Ego-Rammbock einfacher und materiell reicher. Doch innerlich reicher, - und dieser Wert wird im Laufe eines Lebens immer wichtiger, - lebt es sich mit offenen Augen und klarem Bewusstsein für unsere Umwelt und unsere Mitmenschen

Freitag, 20. Januar 2023

Nationalismus als Sport

Spitzensport, eine einzige Orgie in Nationalismus. Ich nehme das intensiv wahr, wenn etwa nur die Berichterstattung über „die Deutschen“ im Vordergrund steht. Oft gibt es ja auch „Siegerehrungen“, bei denen Fahnen hochgezogen und National-Hymnen gespielt und mitgesungen werden. Es wird auch über die Medien hart am Image von solchen Sportlern gearbeitet. Alleine schon, welche Strapazen die auf sich nehmen! Selbst präsentieren sie sich ständig grinsend und mit „positiver Ausstrahlung“, trinken komisches Zeugs oder rasieren an sich herum. Wichtig ist, wie man sich verkauft, was alles schon in der Sozialisation aufgenommen und später auf vielerlei Arten andressiert wird. Man muss eins mit der Masse sein, im rechten Moment Kaspereien und Faxen vorführen, alle Skepsis verdrängen (keine „Miespetrigkeit“, keine „Spassbremse“). Vorbehalte (politischer, ökologischer oder moralischer Art) gibt es nicht, bzw. werden in Kauf genommen.

Donnerstag, 19. Januar 2023

Von oben nach unten

85 Menschen besitzen so viel, wie die halbe Weltbevölkerung. Oder, oder, oder…. Die ansonsten in allgemeiner Wissenschaftsgläubigkeit heilig gesprochenen „Untersuchungen“ benennen es deutlich. Noch nie war Geld so ungleich auf der Welt verteilt. Wenn die Reichen immer reicher werden, dann haben auch diejenigen etwas davon, die nichts haben - heißt es in einer aktuellen Untersuchung, die vor dem Davos-Weltwirtschaftsforum der superreichen „Globalelite“ bekannt geworden ist. Steht im Raum. Trickle-down-Theorie. Von den Superreichen profitieren? Es würde etwas einsickern in andere Schichten, wenn diese Schmarotzer immer reicher würden. Wer eigentlich verbreitet solchen Unsinn? Aus der Vergangenheit lernen: Seit dem großen Finanzeinbruch 2008 wurden beispielsweise allein in Großbritannien 118 Milliarden eingespart, die auf Umwegen als Boni und sonstige Vergütungen an die Banker und ein paar Manager gingen. Während die Reichen äußerstenfalls ein paar schlechtere Monate und dann stark steigende Gewinne hatten, ging an den Rest der Welt während all der Jahre seitdem kein Vermögenszuwachs mehr. Sparkurs allüberall. Stagnierende Einkommen. Hingegen explodierende Einkommen der Superreichen. Vorbei die Zeiten von „mehr Demokratie wagen“ und Chancengleichheit. Wie das wohl jetzt ist, nach der Pandemie und während des Krieges? Dazu passt, dass unter Superreichen trotz des gigantischen CO2-Ausstoßes offenbar Kurzstreckenflüge in Privatjets in Mode zu sein scheinen. Belastend sind dabei besonders die Starts und Landungen, weil sie enorm viel Schub brauchen und dementsprechend CO2 ausstoßen. Dazu geht mir etwas seit Tagen im Kopf herum: Einer dieser Superreichen, der gefragt wird, wieso er mit dem Privatjet fliegt, druckst herum und antwortet schließlich: „Weil’s möglich ist. Man sollte das gesamte Spektrum dessen nutzen, was möglich ist“. Wie viel Rücksichtslosigkeit im selbst zugesprochenen Bewusstsein eigener Wichtigkeit offenbart so etwas eigentlich? Wenn sie Taxis mieten, Restaurants besuchen, noble Uhren, Yachten und Autos kaufen (lassen), erzeugen sie Wohlstand für alle, so das immer wieder dahinter stehende und zu oft verbreitete Credo der Reichen und ihrer Handlanger. Reichtum zu verteilen schaffe Chancen für alle. Das stimmt gleich in mehrfacher Hinsicht nicht. Denn solche „Konsumausgaben“ kommen auf dem Umweg über Arbeitsplätze nur einer kleinen Anzahl von Menschen zugute, die in der Regel für ihre Dienste nicht gerade herausragend bezahlt sind. Und was überhaupt in den Bereich von Unternehmen gelangt, also zu Betriebskapital wird, wird nicht mehr im altmodischen Sinne investiert, sondern es wird zur Rationalisierung von Betriebsabläufen verwandt, - was heutzutage heißt: es werden Arbeitsplätze eingespart, es werden Menschen „freigesetzt“, rausgeschmissen, die in den Industriestaaten dann auf Kosten des Staates alimentiert werden. Sozialtransfer nennt sich dann so etwas. Viele Medien stützen solche Mechanismen ab und preisen den Mythos von Steve Jobs, Bill Gates, Elon Musk und Co. Ein abschreckendes Beispiel: in den sogenannten „Autotests“ der Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sendungen, werden in der Regel teure Sportwagen vorgeführt, die sich niemand von denen leisten kann, die davon träumen. Es wird ihnen die Karotte vor dem Esel hin gehalten. Es scheint, als sei dies das normalste der Welt. Was aber in einer Gesellschaft als „normal“ gilt, ist ein komplexer Prozess, der ständig in Bewegung ist.

Mittwoch, 18. Januar 2023

Hinterher hetzen

Das Internet und allerlei smart moderne Technologien vernetzen den Menschen immer mehr, machen alles schneller und leistungsfähiger (wobei auch die "Künstliche Intelligenz" (KI) eine Rolle spielt). Wie lange und wie weit können wir das noch mitmachen? Wie weit geht das? Gibt es Grenzen? Wer ist wir angesichts all der willfährigen Geister? Wir müssen wohl auch in der Krise wachsen, so lange wir die gegenwärtige Wirtschaftsform pflegen. Wachstum ist im Kapitalismus Pflicht. So geraten wir immer noch ein bisschen mehr unter Druck. Die Erwartungen, nicht zuletzt durch uns selbst, steigen. Wir sollten, wir müssten.... Dadurch hinken wir ständig unseren Ansprüchen hinterher, genügen nie, geraten im schlimmsten Fall in Umstände wie Burnout, Depression, vollkommener Stillstand usw. Alles wird stumm und starr, es bewegt sich nichts mehr, auch in uns selbst. Das alles scheint ein Zwang. Doch wo kommt er her? Wer redet denn hier von „System“ oder „Kapitalismus“? Große Häuptlinge haben das ohnehin verinnerlichte Motto „Wachstum über alles“ längst vorgegeben, sie lassen es bimsen und immer wieder neu lernen. Sie drücken es in die Köpfe. Wollen wir dabei bleiben beim Mainstream, bei der gesellschaftlichen Erfahrung, müssen wir da scheinbar mitmachen. Der Zwang, der Druck, der Drang zum Ökonomischen durchdringt inzwischen alle Lebensbereiche. Arbeit, Bildung, Familie, Liebe, Natur: Die Steigerung, Optimierung, Beschleunigung bildet die Erwartung. In uns. An uns. Wohin geht das? Was ist da gut für uns? Wo geht das hin?

Dienstag, 17. Januar 2023

Schöne Neue Welt

Schöngesichter und Showerprobre Harlekine: Mir fällt immer wieder auf, dass immer mehr etablierte „Celebrities“, Weltstars und gestandene Hollywoodgrößen Uhren, Kaffeemaschinen, Parfums und andere Konsumgüter in seriös daher kommenden Clips in farbig grinsenden medialen Kampagnen mit großflächigen Anzeigen empfehlen. Es weiß ja jeder, dass dies mit den persönlich gepflegten Gewohnheiten der jeweiligen „Stars“ gar nichts zu tun hat, dass es eine reine Sache des Vertrags und des gewerbsmäßig übertragenen Images ist. Der Trick geht so: wer dies benutzt, kann sich wie der XYStar fühlen. Ist fast schon so wie das angebetete Standbild der Prominenz. Und…. es klappt auch noch! Shoppen wird auf diese Weise mindestens dreimal so schön! Ach! Übrigens: Comedians, die sich gerne als unabhängig und kritisch inszenieren, - und Fußballspieler sind in solchen Spielchen besonders gut. Und wenn ungehörige Paparazzi über das Privatleben dieser Celebreties berichten oder belichten, ist das denunziatorisch, feige und miserabel. Es interessiert aber die auf den Geschmack gebrachte „gemeine“ Öffentlichkeit. TV-Exklusivinterviews, Homestorys, Klatsch, Plauder- und Liebesgeschichten sind so lange gut, wie sie den „Promis“ nützen. Haben sie aber ein ganz bestimmtes Interesse erweckt, sollen sie tabu sein. Und über allem ein universelles positives Lächeln! Um Parallelen zu entdecken, mag sich unter anderem ein Blick in Aldous Huxleys in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschriebenes Buch „Schöne Neue Welt“ lohnen.

Sonntag, 15. Januar 2023

Entscheidungsträger

Ich sah heute im TV einen dieser aalglatt geschniegelten Vertreter jener politischen Klasse, die sich zu allem und jedem politisch legitimiert sieht, wobei sie sich auch noch auf „den Rechtsstaat“ beruft, dessen Entscheidungen sie sich längst gekauft und in elitären „Beziehungen“ (siehe auch jüngst Entwicklungen bei der EU) vereinnahmt hat. Ob wir nicht mehr in Kontakt untereinander kommen sollten, ins Gespräch darüber, wie wir leben wollen? Ob uns die Entscheidungswege, die unser Leben täglich mitbestimmen, klarer und nachvollziehbarer werden sollten? Ob die Idee der Repräsentanz in unserer Demokratie inzwischen zugunsten „etablierter“ Parteien und scheinbarer „Experten“ (siehe auch das Diktum, die Entscheidungen „Profis“ überlassen zu sollen) nicht ein bisschen zu weit geht, ob sie sich nicht sogar verselbständigt hat, ob man sich nicht Korrektive dafür überlegen müsste?

Samstag, 14. Januar 2023

Valerie (55)

Gleichzeitig versuchte sie ihm klar zu machen, dass ihr die Karriere nicht mehr so wichtig sei, jetzt, da sie oben sei. Er wusste nicht, was er ihr glauben sollte und was nicht. Ihm fiel auf, dass sie ihm öfters ins Wort fiel, wenn er von sich und seiner Rolle als Gelegenheitsbegleiter erzählte. Sie wirkte dabei auf ihn nicht unhöflich. Sie schien ihm nur seltsam abwesend und in ihre eigene Gedankenwelt verstrickt zu sein. Sie schien tatsächlich nicht einfach so drauflos zu reden, wie er anfangs geglaubt hatte. Sie wirkte auf ihn naiv und clever, genau berechnend. Dieser Eindruck verstärkte sich noch durch ihre Stimme, die manchmal fast kindlich klang und im rechten Moment doch etwas Reifes und Bestimmtes hatte. Sie konnte mit diesem Schlafzimmerton reden, - und im nächsten Moment reif und wie eine Businessfrau, klar und hart. Er versuchte, sich vorzustellen, welchen Beruf sie wohl ausüben würde oder was sie wäre, wenn sie nicht im Showbusiness gelandet wäre. Er glaubte, sich an diesen Typ Frau erinnern zu können, - wenn man überhaupt davon sprechen konnte. Er glaubte, diesen Typ in einer Art Alternativ- oder Freakumwelt schon einmal begegnet zu sein. Diese Hippie-prinzesinnen, von denen man nach einiger Zeit gehört hatte, dass sie einen reichen Sack geheiratet hatten, um glücklich und zufrieden in einem Schloss hinter den sieben Bergen zu leben.

Donnerstag, 12. Januar 2023

Gruß an Thomas Bernhard

Was uns an Thomas Bernhard imponiert hat? Seine Sprache auch, sein Spott, sein Humor.... Wie er die Welt umfangen hat mit seinen Deutungsmodellen, die sich und ihre Helden doch immer wieder selbst in Frage gestellt haben. Wie er den Tod umfangen hat als etwas Unumgängliches, das immer sehr nahe ist. Wie er mit dem Sozialen umgegangen ist, weitab aller welterlösenden Theorien, - etwa in „Die Billigesser“: Er scheint auf das Konkrete geschaut zu haben und es dann in einen surrealen und stark persönlich gefärbten Zusammenhang gestellt zu haben. Sein Roman „Holzfällen“ könnte auch dafür stehen und ist damals sogar verboten worden: sein Blick auf die österreichische High-Society scheint eine Spur zu genau gewesen zu sein, die Ähnlichkeiten waren offenbar zu nahe dran an der Realität. Flugs wurden die Advokaten vorgeschickt. Er scheint sich selbst als eine Art teilnehmenden Beobachter gesehen zu haben, der erst registriert und zu verstehen versucht hat, ehe er auf eine sehr individuelle Weise etwas beklagt. Sein Spott liegt über allem, ein befreiendes Lachen, das die alltägliche und unalltägliche Tücke integriert, einbezieht, das Niedere dem Hohen lachend nahebringt. Der Künstler ist bei ihm eine Lieblingsfigur, die sich in ihren eigenen Nabel verbohrt und eigene Bewegungsdynamiken entwickelt, die lächerlich machen. Das Scheitern ist bei ihm ein Teil des Gelingens, wobei er selbst durchaus auch eitel war. Bewundernswert, wie er etwa in seinem Drama „Heldenplatz“ das alltäglich Faschistoide aufgenommen und als Einstellungsritual vorgeführt hat. Wie er seiner Schilderung eine eigene Sprache verpasst hat. Wie er die Langeweile als Bodensatz auch der Anstrengung eingeführt hat. Wie er oft genug virtuose Denkkapriolen mit Chaplin-haften Abstürzen in die totale Auslöschung kombiniert hat. Das alles hat kosmisch-komische Züge: er scheint dadurch Vexierbilder der Existenz geschaffen zu haben.

Mittwoch, 11. Januar 2023

Tour d' horizon

Ich schaue hinaus und herum und bin entgeistert: Eine Gesellschaft, für die der soziale Zusammenhalt und Solidarität mal Werte waren, hat sich - ohne es selbst zu bemerken (ein Effekt, über den die Soziologie Aufklärung leisten kann...) - vollkommen entsolidarisiert. Alleinige Werte sind in dieser Gesellschaft „Competition“ und Geld/Profit. Ein Kanzler hantiert großzügig mit Begriffen aus der Welt der Comics und verwendet gerne mal Parolen aus der Fußball-Welt, Schulden werden als „Sondervermögen“ ausgegeben und im Halbdunkel (in dem man ja so gut wie nichts nachweisen kann, was im „Rechtsstaat ja soooo wichtig ist) werden anscheinend Geldkoffer übergeben. Ehemalige Parteivorsitzende oder Kanzler-Kandidaten beraten Schlächter und Großbanken, um sodann mit großer Impertinenz in Talkshows aufzutreten. Sie alle verweisen darauf, dass es das Volk und dessen Wirtschaft nicht anders gewollt hätten, sie fühlen und geben sich rundum legitimiert. Intendanten fahren in achtzylindrigen und hochpreisigen Limousinen mit Massage-Sesseln durch die Landschaft, werden offenbar unter dem Verdacht der Korruption (bloß, was ist das unter solchen Verhältnissen?) festgesetzt und durch Vertretungen ersetzt, die dieselben Gepflogenheiten pflegen. Die Mitglieder der Parlamente werden immer mehr, ihre „Teilnehmerzahl“ quillt über. Viele Leute wissen nicht, wie sie mit ihrer Rente leben oder noch essen können, während andere es im Überfluss haben und auf große Kreuzfahrt gehen. Währenddessen redetet eine wohlbestallte „Expertin“ davon, dass das Renteneintrittsalter dringend herauf gesetzt (zu empfehlen wäre ein Blick auf die europäischen Nachbarn…) werden müsse. Die Regierung verteilt indessen Wohltaten: jeder bekommt dieselbe Energiepreispauschale, obwohl versprochen wird, dass nur die unterstützt werden sollen, „die es auch dringend brauchen“.

Montag, 9. Januar 2023

Sozialstatistiken

Erstaunt war ich immer wieder, wie wenig über soziale Realitäten in Deutschland bekannt ist und was ich kennen gelernt habe. Beispiel: Dass ein Leih- oder schlecht bezahlter Arbeiter (ja, solche gibt es immer noch, sind offiziell besser gestellt, aber inoffiziell.....?) nach eigenen Einschätzungen kein Geld hat, um sich als monatlich zahlendes Mitglied bei jener Gewerkschaft eintragen zu lassen, die vorgibt, sich für seine Interessen einzusetzen. Dass er oft auch mit einer Familie der Inflation mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert ist. Dass er, wie er mir erzählt, seine Interessen also nirgendwo und durch niemand vertreten wird und sich nicht nur dadurch eine Dreiteilung dieser Gesellschaft ergibt: Arbeitgeber, "klassische" Arbeitsplatzinhaber und Minijobber/Arbeitslose/Prekäre. Das letzte und immer umfangreicher werdende Drittel hat nahezu keine Chance, seine Belange zu vertreten, gschweige denn überhaupt öffentlich sichtbar zu sein. Die Medien aller Kanäle geben dafür offenbar kein Plateau ab. Oft genug wird dieses "letzte Drittel" der Gesellschaft nach allen Regeln der Kunst des Profitmachens ausgenommen und beispielsweise Arbeitsplatzschutzbestimmungen sind bei ihm (leider oft genug mit Zustimmung der "klassischen" Arbeitnehmerschaft) auf eine krasse Weise ohnehin nur Makulatur. Ach - alles falsch? Nun sollen sogar gewisse Asylanten und Flüchtlinge, die offenbar eine klassische "Reservearmee" abgeben sollen, gegen diese ständig sich vergrößernde Bevölkerungsschicht der Armen ausgespielt werden, indem der unlängst neu festgesetzte Mindestlohn planmäßig unterlaufen wird, was ja jetzt schon viel zu häufige Praxis zu sein scheint. Dass Manager und gewisse Medienleute oft mit einem astronomischen Gehalt entlohnt werden, das weit jenseits der Vorstellungskraft eines einfachen Arbeitnehmers ist, flammt immer wieder auf, scheint aber inzwischen zur Normalität zu gehören. Es wird sich einfach nicht dafür interessiert und die allgemein ausgegebenen Formeln von Verantwortung oder Leistung unter dem Motto „So ist’s halt…“ wiedergekäut. Diejenigen, die diese Menschen offiziell vertreten sollten, sind oft genug ein gut bestallter Teil dieses Systems. Weit verbreitet ist oft Resignation angesichts solcher Zustände. Man könne daran ja ohnehin nichts ändern, so heißt es. Es war schon immer so und wird immer so sein. Dabei beruht auch der wirtschaftliche Nachkriegserfolg Deutschlands auf einer Sozialpartnerschaft ("soziale Marktwirtschaft"), die jetzt immer noch zugunsten eines hemmungslosen Turbokapitalismus, - gerne als mittlerweile gerade in Krisen nicht nur Segen bringende "Globalisierung" verkauft, - aufgekündigt erscheint. Verbreitet werden oft Zahlen, die die soziale Realität kaum beschreiben. Einfaches Beispiel: wenn jemand 100 000 Euro verdient und der andere 10 Euro, dann ist der rechnerische Durchschnitt 5005 Euro (was natürlich in der Realität niemand verdient). Tatsache ist auch, dass immer mehr Menschen von ihren sozialabgabepflichtigen Einkommen längst nicht mehr leben können. Aufgestockt wird vom Arbeitsamt, so wird gerne verbreitet. Doch wer ist „das Arbeitsamt“? Der Staat. Das Gesamte. Die Allgemeinheit. Sie hat für solkche persönliche Bereicherung in der Krise die Kosten zu tragen. Ein beliebter Sport ist besonders bei den Medien, die verschiedenen „Töpfe“ dieser Allgemeinheit gegenseitig auszuspielen (Bund, Land, Gemeinden, Sonderzuschüsse, EU...). Jetzt aber erst mal über die Energiekrise hinweg kommen!

Sonntag, 8. Januar 2023

Sichtweisen

Auch die verschiedenen Beiträge dieses Blogs sind nur Versuche, die Wirklichkeit zu deuten, ihr eine Perspektive abzuringen, sich vorsichtig hinein zu tasten, in ein Spiegelkabinett, dessen Deutung durch tausend Faktoren einigermaßen vorherbestimmt sein kann. Wir bauen Sichtweisen auf und ab, wir nehmen spielerisch Haltungen ein, wir reflektieren unsere unmittelbare und unsere mittelbare Umgebung, wir spekulieren darüber, wir versuchen mit unseren Mitteln besser zu verstehen. Wir drehen uns und nehmen einen anderen Standpunkt ein, spielerisch, eingedenk der Relationen, die sich jeweils davon ableiten. Wir lassen uns dafür beschimpfen von den eindeutig orientierten Tatmenschen, denen jedes Erwägen fremd ist, die nur tun und machen (nach welchen Maßstäben, wohin treibt es sie...? genau an dieser Stelle will dieses Blog einige Tipps geben...). Wir fragen nach deren Maßstäben, wir versuchen, uns hineinzuversetzen, wir wollen uns in Empathie üben.

Samstag, 7. Januar 2023

Herausforderungen

Es wird eine der wichtigsten Herausforderungen sein, gewisse Herausforderungen anzunehmen und sich den richtigen Herausforderungen zu stellen. Mir fällt auf, dass die Floskel „Eine Herausforderung annehmen“ derzeit hoch im Kurs steht. Keine öffentliche Äußerung ohne diese Phrase, die wohl etwas mit der einerseits verschwindenden und andererseits hochgelobten Globalisierung und den damit verbundenen Mechanismen zu tun hat. Mit Kampf, sich durchsetzen in einem Gefecht und mit Verdrängung. Mit „Sich in Stellung bringen“. Mit sich stellen und auf den Angriff übergehen. Als sei's naturgegeben! Die Wendung hat sich eingeschlichen in unseren Sprachschatz, in unsere öffentliche Art der Verständigung untereinander. Alles und jedes bedeutet „eine Herausforderung“. In der Globalisierung scheint alles und jedes ein Kampf (egal ob Krampf!) und "Wettbewerb", die einem Aufgaben von außen stellt, die einen zu mehr Leistung provoziert und das unspezifische Wachstum fördern soll. Der Subtext (dahinter oder darunter verborgene Bortschaft) lautet dabei womöglich, dass nur so „unser Wohlstand“ zu halten sei. Überall der beste, der Weltmeister sein. Trotz des Krieges. Oder im globalen Krieg jeder gegen jeden, in dem es gelte (so die pusselige Botschaft!), sich „unter zu haken“. So die ausgegebene, doppeldeutig ambivalente Parole. Es hat hier in Deutschland leider schon einmal eine Idiologie gegeben, die von ähnlichen Floskeln ausging und dabei verheerende Ergebnisse gezeitigt hat. So schleicht sich eine speziell und von interessierten Kreisen aufgeladene Redewendung unterirdisch ins Bewusstsein, um als ein kollektiver Glaubenssatz zu werden. Als Beförderungskanal solcher sprachlicher Zuspitzung erscheinen oft die öffentlichen Medien, in denen sich die Mächtigen in all ihrer von ihren „Untergebenen“ angebeteten Macht inszenieren. Es bedeutet wahrlich eine „Herausforderung“, so etwas massenhaft nachvollziehen zu können.

Freitag, 6. Januar 2023

Libero (Textlyrik)

LIBERO So, du glaubst, du tust dein Ding einfach so und du hälst dich da raus du kannst das alles auch nicht ändern und überhaupt: was soll's? du interessierst dich nicht dafür fôr dich sind das alles Geschäfte deren Schmutz jeden dreckig machen wer meint, er sei nicht von dieser Welt? du trittst und schlägst, weil alle schlagen ich sag' jetzt wirklich nichts dagegen auf dieser Welt versucht jeder sein eigenes Glück du bist nicht die Heilsarmee und auch kein Prediger wieso protestieren, engagieren, mit Wörtern klappern Maulaffenpalaver die ganze Nacht Schulterklopfende Gemeinsamkeit der Schwätzer überzeugt nicht als Trip zur andern Welt... du suchst nur nach dem Vergnügen und sonst nichts hast unter Resignation deine Träume begraben die hattest du ohnehin nie von der Stange wie all die von den Bewegungen Bewegten bist nie bei den Massen mitgelaufen stehst lieber alleine und manchmal abseits damit kann man leben, auch als Masche in diesem Spiel, das weißt du gut. Wunder kerzen sind aus (Phosphor?)und brennen nur kurz und werden in großer Zahl hergestellt von denen, die mit Naivität Geschäfte machen hinter den Kulissen wohnen Eitelkeit und Arroganz der Hunger nach Geld und Macht wer im Trend liegt, liegt immer richtig die Welt ist gepachtet von Schweinen wer an den Trog will, muss mit ihnen grunzen deine Worte hallen in mir durch Regionen dort werden sie als alte Bekannte begrüßt durch Bezirke, wo man sie alltäglich bekämpft doch kommen sie immer zudringlicher wieder dringen als dunkle Schatten auf dich ein Durchhalteparolen im Duell mit vagen Versprechungen Süßigkeiten stillen den Hunger für Minuten da bleibt nichts mehr übrig...

Donnerstag, 5. Januar 2023

Die großen Alternativen

Wieder einmal wird mir bewusst, wie sehr das uralte Alternativ-Konzept „Marsch durch die Institutionen“ offensichtlich gescheitert ist. Da sind einstmalige Revoluzzer und Andersmacher aufgerückt in wichtige Entscheiderpositionen der Politik und Wirtschaft, um es sich dort gut gehen zu lassen und alle anderen "Opfer" PR-gewandt vom hohen Ross aus zu bedauern. Sie haben inzwischen Ämter und Posten besetzt, sind zu Beratern und wichtigen Preisträgern geworden, haben mit der einstigen Realität des Aufbruchs nichts mehr zu tun. Sie haben sich von der Macht korrumpieren lassen, waren genauso verderblich dekadent, wie ihre einst alternativem Protest bedachten Gegenüber, in die sie sich selbst, nicht zuletzt im deutschen Bundestag, verwandelt haben. Sie tragen die vorgeprägten Kostüme und dunklen Anzüge, sie tun so, als ob – und sie beklatschen parteipolitische Manöver, vorgegebene Denkfaulheiten und Loyalitäten. Erstarrungen scheinen eingetreten zu sein, Verkrustungen. Ob uns damals so etwas vorgeschwebt ist, als wir die Welt ein kleines bisschen in eine bessere Richtung verändern wollten? Aber dies scheint die gesellschaftliche Mühle zu sein, die jeden Willen zur Veränderung klein kriegt, zerteilt, zermahlt, pulverisiert. Der Klüngel mit den Mächtigen: ob er in seiner korruptiven Verderbtheit am Ende sogar menschlich ist? Irgendwelche über das gegebene System hinaus gehende Bestrebungen scheinen selbst zu einem Muster, zu einer PR-Strategie geworden zu sein, die klar auf eine bestimmte Zielgruppe (in der jede Individualität zur Parteienloyalität eingedampft ist) zugeschnitten ist.

Mittwoch, 4. Januar 2023

Virtual Conferencing

„Virtual Conferencing“, „Homeoffice“, „E-Commerce-Push“….. das sollen unter anderem die Bereiche sein, die nach der Pandemie stark „gepusht“ seien, so Verlautbarungen der industriepropagandistischen Art. Ob man hier seine Sprache auch mal überprüfen sollte. Ob der völlig übertriebene Gebrauch der englischen Sprache nicht auch etwas mit jener Globalisierung zu tun hat, die derzeit kritisch überdacht wird (oder nicht?) und die durchaus auch mit „Lieferketten“ und daraus entstandenen Abhängigkeiten zu tun hat? Ob es da Sinn macht, dauernd in tausend Publikationen von der „digitalen Transformation“ zu quatschen, die uns scheinbar von der Industrie vorgegeben wird? Nun, wenn ich das richtig verfolgt habe, so werden auch hier die Faktoren hinterfragt (etwa, was mit den Menschenrechten ist in solchen „Lieferketten“los ist, wer die wahren Preise dafür bezahlen soll, welche Abhängigkeiten entstehen…. usw). „Die Cloud“ soll der wahre Treiber solcher digitalen Entwicklungen sein. Fügt sich sofort die Frage an: wessen Cloud? Die der amerikanischen oder chinesischen Konzerne? Ob da Europa auch endlich mal einzusteigen versucht? Klar, hat „die Cloud“ Vorteile. Dass etwa über die Cloud eine Vielzahl von „Usern“ auf dieselben Daten zugreifen kann und vieles über den „Browser“ abgewickelt werden kann: feie Sache. Bloß stellt sich die Frage: in wessen Interesse? Sollten wir da nicht ein bisschen kritischer und reflektierter werden, ein bisschen skeptischer auch gegenüber technologischen Versprechen?

Dienstag, 3. Januar 2023

Dieses Blog, was ist das?

Unsere Wahrnehmung ist second hand? Was nehmen wir ernst und was nicht? Welche Rolle die Medien dabei spielen? Im Mix aus kurzen Texten, MP3s und Fotos geht es dem bisher ausschließlich von mir geschriebenen Blog darum, einen vor allem aus Medien gewonnenen Spiegel des Tages- und Zeitgeschehens sowie der persönlichen Gedanken- und Erlebniswelt des Autors zu produzieren, es geht ihm um den Wechsel von Sichtweisen, die gesellschaftlich geprägt sind, auch darum, Alltagserfahrungen zu spiegeln, aktuelle Vorgänge der Gesellschaft und Politik aus der Perspektive verschiedener sozialen Welten wahrzunehmen. Journalistisch würde das heißen: Jeder behauptete Fakt muss nachgeprüft werden. Da das aber in der Realität niemanden möglich und vergönnt ist, verzichte ich ausdrücklich auf eine solche Vorgehensweise. Es ist hier vielmehr ein Nachdenken über Zukunft und das gegenwärtige Sein, über Möglichkeiten hier, über den Kosmos, über vieles, was mich gestreift hat mittels Medien (also vermittelt...), es sind kurze Reflektionen von Herrschaftsverhältnissen, Gedanken über Tod und andere Gegebenheiten, etwas, das mich berührt und in mich eingedrungen ist, in der Empathie aufgehoben, in Religion und Spiritualität, Lyrik, eigenen MP3s und Fotos, ergänzt durch Songtexte verschiedenen Alters, Existenzspuren, Selbstvergewisserungen, Stammtischgequatsche, durch Tierisches, allerlei Zeugnissen meines Gangs durch die Wirklichkeit, subjektiv gefiltert, - ohne Anspruch auf Objektivität. Im Mittelpunkt: Das Normale, das Leben, die Deprivierung, Angst, Zeit, Liebe, Zitate, Geld verdienen zum leben, alles in Kürze und in möglichster Konzentration, Lektürefrüchte, im Bestreben, mich möglichst verständlich auszudrücken – und: ich versuche vorläufig immer noch, einen täglichen Rhythmus einzuhalten, einen multimedialen Blog zu betreiben.

Montag, 2. Januar 2023

Polyperspektivität

Was mir wichtig ist: Diversität. Polyperspektivität. Was das sein soll? Eigentlich trivial: dass man ein und dasselbe Ding aus verschiedenen Perspektiven sehen und richtig beurteilen kann. Diversität kann sich durch unterschiedliche Blickwinkel, durch diverse Lebenswelten, durch verschiedene Themen und Arten der Betrachtung oder Auseinandersetzung herstellen. Je tiefer und ausführlicher man sich auf etwas einlässt, desto eher ist manchmal ein Urteil auf solidem Grund gebaut. Jemand hat sich „Mühe gegeben“. Manchmal aber auch nicht. Auf jeden Fall gilt eine Aufmerksamkeit anderen Standpunkten gegenüber. Empathie als Fähigkeit, sich in jemand anderes oder etwas anderes hinein zu versetzen. Im Extremfall kann man ein und dasselbe Ding aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und kommt anschließemd zu verschiedenen, aber sich ergänzenden Erkenntnissen. Das mag auch etwas mit Dialektik und diesem These-Antithese-Synthese-Ding zu tun haben, mit der „Unio mystica“ der Romantik auch, mit einer Prise Hegel und Marx, selsbt mit Humor und Ironie. Fernöstliches Gedanken- und Gefühlsgut, so, wie es einem CG Jung vor 100 Jahren erschlossen hat, operiert mit diesem Schwarz-Weiß, Yin und Yang, Hell und Dunkel,Groß und Klein, das zu seiner Vereinigung drängt. Der platonische Kugelmensch ist dafür ein gewisses vorläufiges Ideal. Aber man ist in jedem Falle um eine gewisse, nicht rechthaberische Haltung bemüht, die etwas relativ beiläufig lässig aufscheinen lässt, ohne sich darin zu verkämpfen oder sich zu verfangen. Der Leser und Partner ist ein Gegenüber, mit dem zusammen man sich etwas erschließen will im Bewusstsein gewisser Grenzen. Das setzt aber voraus, dass man sich auf sein Gegenüber, im Extremfall sogar auf eine krasse Unterschiedlichkeit einlässt, die sich um eine Erkenntnis Mühe gibt, jedenfalls von anfänglicher Oberflächlichkeit absieht.

Freitag, 30. Dezember 2022

Der Ort lebt fort (Lyrik ub)

Der Ort lebt fort Du denkst, du bist in dir hälst dich an anderen fest doch alles scheint nur Schein und kann schnell zu Ende sein alle suchen das Licht und finden es doch nur zum Schein Wir sind alle in einem Fluss im Übergang zu etwas Kleine Teile, die nur für sich selbst wichtig sind Wer sind wir? Teil eines Ganzen, - vielleicht mit Ausnahmen, der Ort lebt fort, der Strom will nie versiegen und ist doch nicht ….tief (ub 2018)

Donnerstag, 29. Dezember 2022

Valerie (54)

Tja, und dann sind da noch die Rollen, in denen man versucht hat, gut zu sein, alles zu geben. Rollen, die du wirklich warst, - zumindest eine Zeit lang, mit deinen Gedanken, mit deinem Körper, mit allem, was du hast, wobei du ein Teil davon geworden bist. Da sind die Leute, die dich verfolgen, die dich durch die Augen derer sehen, die ihr eiegenes Fantasieprodukt sind. Aber ich glaube, manche der Medien haben Routinen entwickelt, mit dem allem umzugehen und das nicht so wichtig werden zu lassen. Aber hatte bei ihrem Aufstieg dieses ungewisse Etwas, was andere nicht haben, auch diese erotische Ausstrahlung….gleichzeitig musste sie sich ihren Weg mit den verschiedensten Mitteln frei gekämpft haben. Sie erzählte ihm von der Schauspielschule, die sie in den USA besucht hatte, die ihrerseits gute Schauspieler am Fließband ausbildete. Sie erzählte, wie sie ab einem gewissen Zeitpunkt aufgebaut worden war von ihren Managern, welche Tricks dabei zur Anwendung kamen und wie man das Private mit dem Öffentlichen gewinnbringend vermischte. Wie man versucht hatte in die Schlagzeilen der einschlägigen Gazetten samt der sozialen Medien zu kommen – und wie man, nachdem dies geschafft war, darauf bedacht war, nicht daraus zu verschwindenwofür man sich dauernd neue Publicity-Gags einfallen ließ. Er wunderte sich über die Offenheit, mit der sie über solche Themen sprach. Sie hingegen schien das für völlig normal zu halten.

Mittwoch, 28. Dezember 2022

Einsamkeit

Vor kurzem noch ein großes weihnachtliches Thema: Einsamkeit. Unter anderem gab es da Berichte von Ländern, in denen es sogar ein Einsamkeitsministerium gibt. In denen das Problem auch institutionell erkannt scheint. Alte Leute und….ach ja, bedenklich.... Emotionale Abkapselung auf der einen Seite. Unverständnis auf der anderen Seite. Wie viele Menschen fühlen sich auch jetzt noch, nach Weihnachten, besonders allein – weil da keine Familie ist, mit der man gemütlich Plätzchen essen kann. Weil man niemanden im Bekanntenkreis mit seiner Einsamkeit belasten möchte. Gute Ratschläge: Sich eingestehen: „Ich bin einsam“ ist unglaublich schmerzhaft. Man muss die eigenen Schutzmauern bröckeln lassen. Man konnte vielleicht immer sehr gut Fragen stellen, aber nicht gut etwas von sich erzählen. Dabei könnte das ein Schlüssel gegen Einsamkeit sein. Doch mit wem reden? Mit uns? Mit mir? Es immer wieder bei so jemanden versuchen, immer wieder ein Angebot machen, ohne zu drängen, ohne gleich eine Lösung parat zu haben, das könnte es sein. Man muss sich klar machen: Sehr viele Menschen sitzen allein zu Hause und haben keinen Kontakt. Keinerlei. Was dagegen helfen könnte: Als einsamer Mensch muss man mit jemandem in Kommunikation treten und sagen: Ja, mir fällt meine eigene Einsamkeit auf, und ich brauche Unterstützung. Das auszusprechen ist ja nach wie vor ein ganz großes Tabu. Sich einzugestehen „Ich bin einsam“ ist schwierig. Hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun. Mit Anerkennung.

Samstag, 24. Dezember 2022

Liebe

Liebe, die sich keinem Interesse unterordnet. Liebe zum „Sosein“, einfach Dasein, zu etwas mit meinen Mitteln Erkanntem, um das ich mich auch mühe, für das ich selbstverständlich Geduld aufbringe, - das könnte es sein. Ein sich Hinwenden zum Anderen und sich solidarisieren mit ihm. Lächelnd auf ihn zugehen. Ohne Hintergedanken. Mit ihm eins sein. Ihm Zuneigung entgegen bringen. Hilfe. Das, was ich geben kann. Geben!, - nicht nehmen.

Freitag, 23. Dezember 2022

Perspektiven, Annäherungen

Auch die verschiedenen Beiträge dieses Blogs sind nur Versuche, die Wirklichkeit zu deuten, ihr eine Perspektive abzuringen, sich vorsichtig hinein zu tasten, in ein Spiegelkabinett, dessen Deutung durch tausend Faktoren einigermaßen vorherbestimmt sein kann. Wir bauen Sichtweisen auf und ab, wir nehmen spielerisch Haltungen ein, wir reflektieren unsere unmittelbare und unsere mittelbare Umgebung, wir spekulieren darüber, wir versuchen mit unseren Mitteln zu verstehen. Wir drehen uns und nehmen einen anderen Standpunkt ein, spielerisch, eingedenk der Relationen, die sich jeweils davon ableiten. Wir lassen uns dafür beschimpfen von den eindeutig orientierten Tatmenschen, denen jedes Erwägen fremd ist, die nur tun und machen (nach welchen Maßstäben, wohin treibt es sie...? genau an dieser Stelle will dieses Blog einige Tipps geben...). Wir fragen nach deren Maßstäben, wir versuchen, uns hineinzuversetzen, wir wollen uns in Empathie üben.

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Valerie (53)

Das war aus dem Prospekt „Schlafzimmer für die gehobene Geldbörse“. Nahm Valerie so etwas eigentlich wahr oder hielt sie solche scheinbaren Oberflächlichkeiten für nebensächlich? Er gab ihr seine Eindrücke wieder und fragte sie, was sie darüber denke. „Ach weißt du, ich bin mal hier mal dort in irgendwelchen Hotelzimmern. Die sind alle auf ihre Art gleich – aber das ist ja auch nicht wichtig. Wichtig ist, wie man sich fühlt, dass man Spass hat an dem, was man macht. „Aber das ist ja doch auch abhängig davon, was man für Leute um sich hat….“ fiel er ihr ins Wort, denn ihm war, als hätte sie ihn missverstanden. „Ich meine, das prägt einen doch auch….Ein bestimmter Lebensstil gibt einem doch Möglichkeiten oder versperrt einem womöglich andere…. Oder fühlst du dich womöglich total frei in allem, was du machst? Glaubst du alles unter Kontrolle zu haben?“ Im Moment ist das noch sehr aufregend für mich, man lernt viele interessante Leute kennen, aber man weiß meistens nichts Genaues über sie, für was sie sich interessieren, ob sie sich überhaupt für etwas jenseits des eigenen Vergnügens interessieren. Für die Rollen, die ihnen zugedacht waren, für den Menschen, für den Menschen als Geschäftsobjekt, für den Körper, den man lebt….d.h. für den interessieren sich hauptsächlich gewisse Männer, ich empfinde das im Moment sehr stark...Kann sein, das wird wieder anders, wenn man durch eine gewisse Popularität ein Objekt der Öffentlichkeit geworden ist… spätestens dann werden einem neue Probleme aufgedrängt.

Mittwoch, 21. Dezember 2022

Vorbei?

Wo und wann sind wir? Seltsam, bald ist sie schon wieder vorbei, die Weihnachtszeit. Man hat sich gefreut darauf, man ist auf diese und jene Weise in den Sog dieses Ereignisses gekommen, das so viele Menschen hier in Mitteleuropa ergreift. Und dann soll es plötzlich vorbei sein? Es ist jedes Jahr dasselbe. Die Leute haben auch in den Krisenjahren gelöhnt und Geld ausgegeben. Die Hauptsache. Trotz Fußball-WM. Uns fällt dies oder jenes neu auf. Die Perspektive scheint eine andere geworden zu sein. Und dann ist es plötzlich da, dies „Fest“. Was nun? Wir haben uns musikalisch in die richtige Stimmung gebracht. Mein Körper will Ruhe. Will Zurücklehnen. Will so etwas wie Winterschlaf, sich aus sich selbst neu gebären. Sich häuten. Und dann ist da Nervosität. Keine Zeit. Zeit? Man will sich heraushalten aus all dem Stress. Man will auch hier zusehen. Aber irgendwie gelingt das nicht so ganz. Man wird hineingezogen. Direkt oder indirekt. Da ist keinerlei Rücksichtnahme auf eine innere Verfassung. Auf ein Bedürfnis. Wie beim Fußball. Da ist nur ein Mitgerissenwerden.

Dienstag, 20. Dezember 2022

Realitäten

Hilfe, wo bin ich? Ich wache auf in eine Realität, die offenbar dauernd nach irgendwelchen sehr künstlich produzierten „News“ von Promis giert. Wer welchen Furz gelassen hat etc. Wer sind diese „Promis“? Meist stecken irgendwelche InfluencerInnen darunter, die ich früher nie ernst genommen hätte. Leute, die sich dafür hergeben, mit relativ raffinierten Mitteln für Konsumartikel, ja sogar für den Konsum an und für sich zu werben. Die sich in den Dienst des Verkaufs stellen. Diese oft mehrfach operiert und gespritzten Leute werden dann auch noch vergöttert. Es werden seltsame „News“ und Stories über sie verbreitet. Nein, „Promis“ sind keine Wissenschaftler, die sich um den Fortschritt der Menschheit hätten verdient machen können. Die etwas Einzigartiges gefunden oder erfunden hätten. Und da sind dann auch noch die neuen „Eliten“, etwa die Fußballer samt ihrer vielköpfigen Entourage, die abseitig viel Geld verdienen und als solche in all ihrer abgehobenen Traumhaftigkeit dem Volk als neue Götter vorgeführt werden. Ein Teil von ihnen führte gerade wieder seine marketingbestimmte haltungslose Haltung vor, die sich in ihrer peinlichen Unmündigkeit sogar ohne Probleme eine kleine Armbinde absprechen ließ. Die Haltung hinter all den Marketingsprüchen war schwer auszumachen. Zivilcourage sieht womöglich anders aus. Anschließend hieß es aus dem Kreis dieser kickenden Agenten, man solle jetzt endlich aus der Politik zurück in den Bereich des (reinen) Sports zurück kehren. Ob dieser Sport immer schon immer derart unpolitisch war? Im Grunde beantwortet sich die Frage selbst. Es werden Pressekonferenzen veranstaltet, dem System optimal angepasste Geschäftsführer geschasst und verantwortungstragende Gesichter getadelt, es werden Ausschüsse berufen und neue Funktionsträger erwogen: Aktivismus allenthalben, dem Volk soll vorgemacht werden, jetzt aber geschehe etwas. Nur: Dies Volk macht in seiner Gänze nicht mehr so mit wie einst. Selbst ihm fällt eine Überkommerzialisierung auf, die für eine zunehmende Entfremdung zwischen Sportlern und „Fans“ sorgt. Mir scheint, es werden Attitüden vorgeführt, es werden Spiele mitgespielt, in denen es auch um Menschenleben gegangen ist. Alles egal, so die „würdigen“ Funktionsträger: solange eine Rolex am Handgelenk baumelt. Ein bisschen scheint mir die „offizielle“ Politik ebenfalls in diese Richtung abgebogen zu sein. Nichts geht, aber alles wird (noch) mit Geld geregelt, hingebogen, manipuliert und zeitig gewendet. Aber das ist eine andere Geschichte…..

Montag, 19. Dezember 2022

Sich selbst besser begreifen

Im Vordergrund ihrer Betrachtung scheint für viele Menschen der Umstand zu sein, ob sie auf der „Höhe der Zeit“, „woke“ oder möglichst bewusst und kaum rassistisch zu sein scheinen. Demgegenüber sehe ich es so: Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen, möglichst „Ganzheitlichen“ zu verschmelzen, das man sich immer wieder neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist, was man ist. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“.

Sonntag, 18. Dezember 2022

Das Blau meiner Kindheit

Das Blau begegnete einem in den Kornblumen, die die Feldwege in diesem kargen Kuhdorf säumten, in das dich das Schicksal verschlagen hatte. Für Augenblicke traf es einen, dieses Blau, und stellte einem ein Rätsel, das man freilich noch nicht als solches erkannte. In diesem Blau waren die Geheimnisse des Lebens aufgehoben. Wie kann man bloß von einer Farbe so fasziniert sein, dass es einen das ganze Leben über beschäftigt? Das Blau war schon immer die Farbe der Transzendenz, heißt es. Es zeigt in die Unendlichkeit, es weist in die Geistigkeit. Ideal für die Romantiker. So steht die Blaue Blume in Novalis’ „Heinrich von Ofterdingen“ für eine Welt, in der Mensch, Tier und Pflanze eine gemeinsame Sprache sprechen. Sie ist ein Bild allen Erlebens in der Natur. Sie ermöglicht die Flucht aus der Gegenwart, der Realität der industriell bearbeiteten Welt, hinein in das Märchenhafte, Geheimnisvolle. Das Blau ist die Farbe des Himmels und des Meeres, der Tiefe und der Seele. Was sagt uns das? „Was ist die Seele?“. Die Augen sind das Fenster zur Seele. Meine eigenen blauen Augen. Wohin blicken sie, wenn ich in den Spiegel blicke?

Samstag, 17. Dezember 2022

Rituale, Weihnachten und Wachstum

Etwas immer wieder tun und dadurch eine Struktur ins Sein bringen. Rituale strukturieren unseren Alltag und bilden einen Teil unseres Tagesablaufs. Es gibt jedoch auch die Rituale des Nichtalltäglichen, die Höhepunkte des Jahres, der Arbeit, bei Geburt und Tod, Krankheit und Abschied, Feste und Feiern, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen bringen. Ohne Gewohnheiten und Rituale zu leben wäre sehr anstrengend und würde eine fortwährende Neuorientierung nach sich ziehen. Chaos zu bändigen, wäre möglicherweise nicht möglich ohne sie. Karneval. Und der Krieg? Ist die Pandemie eigentlich vorbei? Gewissheiten scheinen zerfetzt zu sein, wir stehen vor einem „Who is who?“, haben das Gefühl, getäuscht zu werden. Es entsteht eine dringendes Bedürfnis nach Flucht und einfacher Erklärung. Doch Rituale bieten auch Chancen, mit ihren Formen schöpferisch und phantasievoll umzugehen. Das Problem ist, das sich viele Menschen an Ritualen festhalten und den Sinn dahinter vergessen zu haben scheinen. Die Folge ist, dass solche Rituale zunehmend hohl werden. Ob Weihnachten auch ein solches Ritual ist? Vielfältig wird es benutzt, in einem ökonomischen Sinne, weil ja Wachstum jetzt um jeden Preis angestrebt wird, die Wirtschaft ins Laufen kommt und weil beispielsweise darauf spekuliert wird, dass Weihnachtsgeld „auf den Kopf gehauen“ wird. Doch ein Weihnachtsgeld sehen immer weniger Arbeitsverträge vor, außer den Privilegierten natürlich, bei denen es zu den sogenannten „Benefits“ gehört.. Ein sich daran knüpfendes 13. und manchmal sogar 14. Monatsgehalt erscheint als Ergänzung dazu selbstverständlich. Natürlich schafft so etwas ein bestimmtes Selbstwertgefühl, die Anerkennung und eine dazu gehörende Sinnwelt.

Donnerstag, 15. Dezember 2022

Talkjournalisten

Die oberschlauen Journalisten in ihren Talkshows. Mir fallen sie immer mehr auf, ja, sie stoßen mir sogar herb auf: die in den Medien auftretenden Stars der engagiert vertretenen Meinung, die professionellen Besserwisser, Klugscheißer, akademisch wohlbestallten Vorleser, die "Starjournalisten" und die Bestsellerautoren, die uns in möglichst kontroversen Talkshows wortreich und akademisch gesiegelt erzählen, was alles falsch sei und was die Gesellschaft samt ihrer Industrie mit uns treibe. Dabei sind dies die smarten jungen Jungs, die kampfkostümtragenden Damen und die alten Rauschebärte, die uns etwas von Konsumverzicht, Klimawandel etc. erzählen und es sich anschließend im 8-Zylinder bequem machen, wo sie das Mobiltelefon der Luxusmarke sich ans Ohr halten, um den nächsten Termin etwas nach hinten zu verlegen und das Gourmetessen in der sternbewehrt feinen Fresskaschemme schon mal vorbestellen. Gewiss, es ist eine Spielart der Trennung von Sach- und Personenebene. Sie mögen in so mancher Sache durchweg recht haben. Und ich bin dann auf der von ihnen vertretenen Seite. Das ist die Sachebene. Doch persönlich habe ich keinerlei Respekt vor solchen Personen, deren Theorien nicht mal dazu gut sind, der eigenen Person etwas für die Existenz an die Hand zu geben. Ihre Bücher sind für die, denen ihr Inhalt tatsächlich etwas bringen würde, in dieser gescholtenen Gesellschaft keinen Cent günstiger als die gescholtene Konsumware. Sie werfen sie auch in unübersichtlicher Anzahl auf den Markt, um ja im Gespräch zu bleiben und den sich daran knüpfenden Umsatz zu machen. Darin sind sie den von ihnen so hingebungsvoll kritisierten Personen oft nicht ganz unähnlich, die ja so gerne Wasser predigt, um umso unverhohlener Wein zu trinken.

Mittwoch, 14. Dezember 2022

Besänftigung

Das benebelt übers Ohr: Es dudelt jetzt überall freundliche weihnachtliche Wohlfühlmusik (sofern das nicht zu viel Strom kostet...), und überhaupt sollten wir nicht immer alles schwarz malen. So tönt es: Be positive! Die Botschaft vernehmen wir wohl. Überhaupt alle Botschaften zu diesem Thema. Es ermüdet. Iran. Klimakatastrophe. Klimakonferenz. Nix heraus gekommen. Ach ja. Jemand sollte, wir sollten, die Industrienationen und die anderen, auch Afrika----Die Welt ist schlecht, die Macht des Faktischen (z.b. „Realpolitik“) schlägt ohnehin alles und wir sind froh, (noch) auf der richtigen Seite zu sein. Zwei Wochen lang ein bisschen Empörung und eine Prise Aufregung. Dann ein Herabkochen, ein Abblenden, ein Vergessen - das war's. Außer gewaltigen Spesen nix gewesen. Vielleicht ein paar unverbindliche Statements. Absichtserklärungen, heftige Warnungen auch mit betroffenen Gesichtern. Dazu diese widerliche Energiekrise. Staatschefs reisen in Sonderflugzeugen und in riesigen Limousinen an, sie halten dann stundenlange Reden, die von anderen geschrieben wurden. Es ist wie beim Terrorismus. Da ist ein Hang zum Aktionismus. Zur Symbolpolitik. Die Fähigkeit zur Wahrnehmung pder Aufmerksamkeit und Unterscheidung ist bei vielen verkümmert, die Bereitschaft zum alsbaldigen Vergessen, Abblenden, Verdrängen, Abtauchen bestens ausgeprägt. Im Hintergrund klingt „Ich heb' ab...“. Anders geht das doch nicht in der Mediengesellschaft. Es ist ein Teil des Theaterdonners, der moralischen Aufwallung und der unsäglichen Arroganz, weil ja letztlich nichts passiert. Da können wir alle gut mit überein stimmen. Common Sense. Der Winter ist bisher seltsam mild, zu warm fast. Was es damit wohl auf sich hat? Holland baut neue Dämme, für Hamburg werden sich Lösungen abseits des Verkaufs von Anteilen an Terminals finden. Soll Bangla Desh (...und diese Südseeinseln und….. danach das Lied „First we take Manhattan….) doch untergehen! Ein Problem weniger...., so denken sie insgeheim, die die Welt mit ihrer Wachstumsidiologie beherrschen und immer weiter machen.....

Dienstag, 13. Dezember 2022

Bewusst

Unser Blick wurde auf den am Kirchenhimmel kämpfenden Satan gelenkt. Darunter die Figur des Cupido, was übersetzt die Begierde heißt, wie wir einst in der Schule gelernt hatten. „Geburt, Fortpflanzung, Tod“, der einfache Dreiklang des Lebens, - draußen, in der Welt vor dem Kloster. Eine Formel, in der die Evolution vonstatten geht. Ohne Moral. Unschuldig. Natürlich. Ob wir als Menschen uns wirklich davon distanzieren konnten? Im Christentum bedeutete dieses kreatürliche Leben die Erbsünde, jawohl. Die Tiefenpsychologie hatte uns zeitweilig gelehrt, dass der Prozess der Menschwerdung eine Bewegung des Sich-Bewusstwerdens aus dem Unbewussten, aus dieser natürlichen Unschuld heraus, auch ein Übernehmen von Verantwortung ist. Die ganze Bibel konnte so verstanden werden. Die ganze Menschheitsgeschichte. Ich bin schuld, ich weiß, was ich tue: „Cogito, ergo sum“, raunte leise die aufklärerische Philosophie im Hintergrund der Geschichte.

Montag, 12. Dezember 2022

Skifoan

Der doofe Ambros hat’s ihnen, den Besserverdienenden, vorgeträllert. „Skifoan“ – und jetzt alle, ein Refrain zum Mitgrölen! Jetzt fahren sie wieder alle Skifahren. Womit schon das erste Ärgernis benannt wäre. Der Abgasausstoß, über den man sich dank großer Automobilkonzerne, die ja soooo viel Elektrofahrzeuge (noch) verkaufen, gerne mal Illusionen machte. Aber auch mit den geschönten Elektrowerten (Entsorgung? Soziale Kosten?) wäre alleine schon dieser Aufwand verheerend und würde ganz eindeutig auf Kosten der Umwelt gehen. Schon vor 30 Jahren habe ich mich darüber heftig zerstritten mit jemanden, der sich dem Allgäu verbunden fühlte und glaubte, die wirtschaftliche Prosperität würde damit in den alpenländischen Skiparadiesen einziehen. Es hat sich inzwischen erledigt, die Dinge sind zu offensichtlich. Die Klimakatastrophe ist schon lange am Kommen, ignoriert wurde sie hauptsächlich von denen, die es sich leisten zu können glauben: auf Kosten auch der „Bediensteten“, die ihnen das Essen und zünftige Trinken in den Alphütten servieren. Auf Kosten derer, die von der Touristen so gar nichts haben, weil sie in der Gastronomie mit vielen Über- und nicht bezahlten Stunden zu Hungerlöhnen schuften, die nicht mal zum Leben reichen. Währenddessen ging's bei den begüterten Touristen um einen Apres-Ski mit Saufen, Fressen und Ficken. Um Schneekanonen und platt planierte Pisten, je platter, desto besser. Widerliche Mechanismen. Diese energiefressenden und als doch so umweltfreundlich verkauften Schneekanonen und die großflächige Zerstörung der Alpen zugunsten von Pisten für die reichen Arschlöcher tun ein übriges. Los geht’s mit dem Stau auf der Autobahn in Richtung Berge. Fürs Fortkommen nutzt da auch ein SUV-Citypanzer nichts… Haha. Am Ende der Apres-Ski mit all den widerlichen Mitgröhlschunklern...

Sonntag, 11. Dezember 2022

Lobbying

Das Gefühl der Bedrohung eines einigermaßen gangbaren Weges: USA Kapitol 2021. Aber auch zuvor schon Ereignisse vor dem deutschen Reichstag und jetzt die Entdeckung einer Art Verschwörung. Es sollte niemals vergessen werden: Diese Institutionen stehen für den bestmöglichen Staat, den es auf deutschen Boden jemals gegeben hat. Nichtsdestotrotz kann einem da Vieles aufstoßen. Diese ach so feinen Damen und Herren mit Spitzenpensionen, die ihre alten Verbindungen spielen lassen und sich als „Berater“ denjenigen andienen, die sie einst als aktive Politiker bekämpft hatten. Nicht nur die Vertreter der Industrie gehen in diesem Parlament verdeckt offenbar ein und aus, sondern vielmehr die, die für viel Geld für ihre „Beratungsdienste“, „Vorträge“ und sostige Lobbyismen kassieren. Und da scheinen jetzt auch noch diejenigen zu sein, die Umstürze planen und denen man jetzt juristisch halbwegs einwandfrei „Extremismus“ vorwerfen muss. Dass LobbyistInnen sich erst in ein Register eintragen müssen, wenn sie Kontakt zur Politik aufnehmen wollen? War bis vor wenigen Jahren nicht denkbar. Es scheint aber die Öffentlichkeit bei uns diesbezüglich ein bisschen sensibler geworden zu sein. 2014 etwa verurteilte das Bundesverfassungsgericht die Bundestagsverwaltung dazu, die Namen von Konzernen herauszugeben, die über einen Hausausweis fürs Parlament verfügten. Seitdem geht das nur noch über „Ehemalige“ (Abgeordnete), die einen Hausausweis auf Lebenszeit verfügen. Und wie ist das im Europäischen Parlament? Jüngste Ereeignisse lassen einen da auch an der Lauterkeit der Handelnden zweifeln. Dass die „Ehemaligen“ des deutschen Bundestags nicht gerade erfreut darüber sind, wenn ihre „Beratungsdienste öffentlich werden, liegt auf der Hand. Sie bleiben aber gerne im Schatten einer seltsamen Melange aus Nebentätigkeiten, Zusatzverdiensten und Interessenkonflikten. Offenbar können sie sich schlimmster Rhetorik bedienen, um Journalisten zu bekämpfen, die solches öffentlich machen. Natürlich sind solche Extremisten geschützt als Schützer der parlamentarischen Demokratie. So manchem mag das herb aufstoßen. Aber es scheint einer der Preise zu sein, die wir für diese eindeutig gute Staatsform zu zahlen bereit sind.

Samstag, 10. Dezember 2022

Polyperspektivität - Once again

Ich wollte verschiedene Ausdrucksformen meines Egos so kombinieren, dass insgesamt eine Art Gesamtbild heraus kommt. Ich wollte damit auch zeigen, dass es mir weniger auf die Form ankommt und mehr auf den Inhalt. Sollte ich überhaupt so etwas wie Talent haben, so wollte ich es an verschiedenen Disziplinen spiegel, wollte ihm verschiedenen Ausdruck geben. Vielleicht, weil ich das so spürte. Ich wollte wechselnde Perspektiven. Wir haben immer nur Ausschnitte vom Leben, oder was andere dafür halten. Jeweils, je nach Perspektive. Hattest du nie Lust, Alles kennenzulernen, das Ganze? Ich weiß, das ist hemmungslos anspruchsvoll, unrealistisch und so weiter..… Aber zieht einen nicht die Aussicht hinan, sein eigenes kleines beschränktes Ich zu verlassen und zum Ganzen Vielen zu werden, zu allem? Aus den Augen aller zu blicken? Etwas oder jemanden wirklich kennen zu lernen? Näher, näher und immer näher – ohne dass so etwas penetrant wird…...Lerne, damit zu spielen, ein Ich zu sein und ebenso kein Ich zu sein! Womöglich gibt es ja verschiedene Methoden, seinen Horizont zu erweitern: Das „Außer-sich-sein“, das ich einmal auf einem „Trip“ erfahren durfte, dieses „Neben-sich-stehen“ scheint mich verändert zu haben. Genauso ging's mir mit der Natur, die in Form der Evolution ständig etwas Neues probiert. Nicht nur der Grand Canyon war für mich eine tiefe spirituelle Erfahrung. Demut legte sich mir nahe. Respekt. Staunen. Es hat mich nüchternen Schlock richtiggehend ergriffen und tief berührt. Als Teil der Natur schloss dies die Tiere ein. Nicht nur Säugetiere. Es trat ein Empfinden für andere Zeiträume hinzu. Für Entwicklungen in der Natur. Deren Bezug zu mir, zu meiner Person, die mir in diesem Zusammenhang doch so unbestimmt zu sein schien, wurde mir wichtiger, nahm mich als ganze Person in Anspruch. Zeit. Zeitspannen. Was ist das? Bloß deshalb selbstverständlich, weil wir diese Sicht eingeübt haben? Wieso etwa habe ich solch unterschiedliche Musik (mal dies, mal jenes, immer auf der Suche nach meiner Synthese) gemacht, obwohl andere Gemüter ihren „Stil“, ihre Redundanz längst gefunden zu haben schienen? Ich habe immer versucht, die Realität von verschiedenen Seiten her zu umkreisen, ihr aus unterschiedlichen Perspektiven näher zu kommen. Dies bedeutete für mich „Polyperspektivität“. „Impressionistische Dialektik“ auch. Dass man Dinge stets aus mindestens zwei Perspektiven betrachten kann. Wenn etwas nicht geht, wenn etwas anderes die bessere Perspektive eröffnet, dann habe ich eher diese Sichtweise versucht. Ich war Besucher, Spieler, Probant, habe das Kaleidoskop zur Hand genommen, das meiner Meinung nach die Wirklichkeit ist. Habe Theorien ausprobiert, ausformulierte Sichtweisen genauso wie dumpfe und implizite Perspektiven. Habe abgewogen.Vergleichend betrachtet. Mich nicht festgelegt, sondern versucht, Sichtweisen zusammen zu bringen, eine Fusion zu versuchen. Dadurch bin ich aber in eine Situation des ständig Optionalen gekommen, dessen, der sich scheinbar nie festlegen kann, wo es gefordert ist. Die Realität lässt das für mich nicht zu. Sie verlangt diese Festlegung, ich weiß. Ich selbst habe hingegen habe wechselnde Farben benutzt und doch versucht, eine Konstanz zu halten. Bin einer gewissen Ernsthaftigkeit nach gegangen. Habe mich spielerisch festgelegt, im klaren Bewusstsein um dessen Vorläufigkeit. Den meisten Menschen, so weiß ich jetzt erst, kommt dabei ihr Ego in die Quere. Sie knüpfen ihre Identität an bestimmte Positionen, vertreten Meinungen, stehen für etwas ...usw. Mir war mein Ego dafür nicht wichtig genug, denn ich besetzte ja wechselnde Positionen, ohne in belanglose Beliebigkeiten abzugleiten.

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Wer wir sind

Wo und wer sind wir? Gibt es Religion nur auf der Erde? Oder glauben auch Außerirdische an Gott? Seit Jahrtausenden suchen die Menschen am Himmel nach dem Göttlichen. Sie fragen sich aber auch, ob es da draußen im Weltraum auch noch andere Lebensformen geben könnte, womöglich hochentwickelte Zivilisationen. Was wohl diese Außerirdischen denken, wenn sie in den Himmel blicken? Beten sie am Ende auch, wie wir? Ist das Göttliche eine universelle Idee? Oder etwas spezifisch Menschliches? Was ist, wenn es irgendwo Aliens gibt, die dieselbe Frage nach Gott stellen? Ist es allen Lebewesen von Geburt an eingepflanzt? Dieses „Warum“? Erklärungen? Die meisten religiösen Texte, wie z.b. Die Bibel, stellen die Welt als sinnvolle planvolle Schöpfung dar. Zweck? Antworten. Erklärungen. Absichten. Das hätten wir gerne. Ob unser Gehirn so funktioniert, dass wir uns solche Fragen immer wieder stellen? Ob wir uns das eingestehen? Ob wir es wahrhaben wollen? Das ganze Universum als gezielte Schöpfung: zu schön, um wahr zu sein? Ob das bei Außerirdischen auch so wäre? Evolution und Vergesellschaftung: Voraussetzung für religiös-spirituelle Erklärungen?? Glauben Aliens an Gott? Oder.… Elefanten? Sind zum Trauern fähig. Sind ja so intelligent. Bewusstsein von sich selbst haben? Elefanten haben es. Sie gehen durch einen Erkenntnisprozess, um dann zu erkennen, dass sie es selbst sind. Sie könnten „Ich“ sagen. Elefanten können sich auch in andere Lebewesen hinein versetzen (bevor sie von ihnen „planvoll“ umgebracht werden). So etwas könnte auch Voraussetzung für Religiosität sein. Soziales Bewusstsein. z.b. Trauer. Auch andere Tiere haben/können das: Delphine beispielsweise. Wieso also sollten nicht auch außerirdische Wesen Voraussetzungen dafür mitbringen? Vielleicht bringt Intelligenz die Fähigkeit zur Religion sogar automatisch mit sich. Gibt es keine Zivilisation ohne Gott? Mehr als 90 % der Menschen bekennt sich auch heute noch zu einem Glauben. Wieso durchdringt das unsere Existenz derart? Weil der heilige Geist allgegenwärtig ist? Oder weil Zivilisation, wie manche Evolutionsbiologen sagen, ohne Göttliches zum Aussterben verurteilt wäre?

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Öffentlichkeit

Einigermaßen fassungslos bin ich in unserer großartig überlegenen (Noch)Nichtkriegsgesellschaft, wenn ich wieder einmal mitkriege, wie in bestimmten Fernsehsendern Industriekapitäne und Wirtschaftsmanager aller Art mit „Herr….“ angesprochen werden (naturgemäß ist die Anrede „Frau...“ da wesentlich seltener, außerdem ist dieses "Herr..." nicht journalistisch!). Die Herren wünschen dann, dass bestimmte Fragen doch bitteschön ausgeschlossen sein mögen! Nach ihrer eigenen Auffassung seien sie "unpassend". Vorauseilend ehrerbietig kommt mir das vor, wenn so etwas von jenen akzeptiert wird, die sich gerne "Journalisten" nennen... Jedenfalls scheint mir solch ein Verhalten nicht sehr journalistisch. Diese ehrerbietigen TV-Gesichter, die dem Verlautbarungsjournalismus ja so gewogen erscheinen, sind offenbar in einem Erkentnissystem gefangen, das ziemlich gleichbedeutend mit einer Unterwürfigkeit den Geldsäcken gegenüber ist. Von gleicher Augenhöhe kann hierbei jedenfalls kaum die Rede sein. Dazu passt auch, das die Öffentlichkeit Zeuge sein muss, wie sich solche „Journalisten“ abmeiern und vorführen lassen, nicht zuletzt auch von den von ihnen selbst so eifrig eingesetzten „Experten“.

Dienstag, 6. Dezember 2022

Streck Theorie

Eine Ungeheuerlichkeit? Geht schon ins Spirituelle...worüber man bisher noch nichts weiß, darüber könnte man vielleicht in 200 Jahren nur lächeln...Wer hat die "Matrix"-Filme gesehen?....Wer glaubt denn da an die Wissenschaft?... Nichtdoch…...Wem es wichtig ist, bei gewissen Gesprächen mitreden zu können, der wird schon etwas von der inzwischen 40 Jahre alten „String Theory“ gehört haben. Nun, wir wollen uns an einer halbwegs verständlichen Herleitung dieser seltsamen Theorie versuchen. Es ist nämlich zunehmend deutlich geworden, dass es an Materie im Universum fehlt. Wir beobachten Schwerkraft, doch es gibt keine Quelle dafür. Ob das etwas mit „dunkler Materie“ zu tun hat? Schätzungsweise gibt es bis zu 5 mal so viel dunkle Materie, wie sichtbare. Blöd nur, dass wir nicht wissen, was dunkle Materie wirklich ist. Aber es gibt begründete Annahmen: die dunkle Materie könnte aus massenlosen Teilchen (etwa Licht) bestehen, die den Eindruck von Masse erwecken, indem sie in der vierten Dimension Kreise ziehen. Kreise, die so klein sind, dass wir sie nicht wahrnehmen können. Es gibt Wissenschaftler, die in der Existenz solcher „schwarzen Materie“ den Beweis für die vierte Dimension sehen. Der String Theory zufolge besteht alles im Weltraum aus „Strings“. Ein String ist so etwas wie eine Saite, die vibriert. Und zwar nicht in „unseren“ drei Dimensionen, sondern in neun.Wenn die String Theory stimmt, dann gibt es jeden Punkt im Raum noch in sechs weiteren Extra-Dimensionen. Aber die String Theory hat eine große Schwierigkeit: es gibt für sie noch keinerlei Beweis. Unter anderem wursteln zahlreiche Wissenschaftler am CERN, dem großen Protonenspeicherring in Genf, daran. Das CERN hat eine Länge von 27,6 Kilometern und ist als höchst ehrgeiziges Wissenschaftsprojekt der größte Teilchenbeschleuniger der Welt. In ihm vollziehen sich ständig Zusammenstöße subatomarer Teilchen. Dabei entsteht eine gigantische Datenflut, die auszuwerten alleine schon eine Herkulesarbeit ist. Doch auf Strings, die laut Theorie so etwas wie die Bausteine der Bausteine sein sollen, sind sie bisher nie gestoßen. Die String Theory nimmt an, dass ein String eine Billiarde mal kleiner ist, als ein Atom. Hätte man also ein Atom mit der Größe des Sonnensystems, dann wäre ein String so groß wie eine Glühbirne. Je kleiner aber das Objekt, um so mehr Energie braucht man, um es sichtbar zu machen. Das CERN hat bisher einfach nicht ausgereicht, um ein String und die darin verborgenen sechs Dimensionen sichtbar zu machen. Eigentlich bräuchte man einen Teilchenbeschleuniger mit dem Umfang unserer ganzen Milchstraße, um das halbwegs mühelos zu erreichen.

Montag, 5. Dezember 2022

Valerie (52)

Nahm Valerie solche Dinge eigentlich wahr oder hielt sie solche scheinbaren Oberflächlichkeiten für nebensächlich? Er gab ihr seine Eindrücke weiter und fragte sie, was sie darüber denke. „Weißt du, ich bin mal hier mal dort, meist in irgendwelchen Hotelzimmern, die sind alle auf ihre Art gleich – aber das ist doch auch nicht wichtig. Wichtig ist vielmehr, wie man sich fühlt, dass man Spass hat und aus dem etwas macht“. „Aber das ist doch auch abhängig von den jeweiligen Leuten und den Dingen, die man vor sich hat“, fiel er ihr so ins Wort, als hätte sie ihn falsch verstanden. „Ein bestimmter Lebensstil gibt einem doch Möglichkeiten und versperrt einem womöglich andere. Oder fühlst du dich völlig frei in dem, was du machst. Oder glaubst du etwa, alles unter Kontrolle zu haben?“ „Im Moment ist das noch manchmal sehr aufregend für mich, man lernt viele interessante Leute kennen. Aber man weiß oft nicht, für wen oder was sie sich interessieren, ob sie sich überhaupt interessieren, für den Star, für die Schauspielerin, für die Rolle, die sie mir zugedacht haben, für den Menschen, für das Geschäftsobjekt, für meinen Körper – das heißt, dafür inteessieren sich so ziemlich alle Männer, ich empfinde das im Moment sehr stark. Kann sein, dass das anders wird. Aber wenn man eine gewisse Popularität erreicht hat, wenn man zu einem Objekt der Öffentlichkeit wird, dann werden einem solche Probleme aufgedrückt“.

Samstag, 3. Dezember 2022

Horizont (Songtext)

HORIZONT Wir stürzen uns mutig in das Fremde und machen es zu etwas Eigenem zu einem Teil unseres Selbst Wir lieben das Andere, es zieht uns beständig an sich in der Wiederkehr des Immergleichen treiben lassen das wäre es, ein Teil zu sein im Strom des Unbewussten in Eigentümlichkeiten, in Monotonie sich im Sturm hin und her wehen lassen wie ein Blatt im Wind das Ego mal vergessen und dabei staunen über die Welt das wäre es

Verlorene Begriffs- und Lebenswelten: Heimat (2)

Wieso der Begriff „Heimat“ immer wieder mit Enge, Eingeschränktheit und dem privaten Glück im Kleinen vermengt wird? Wenn „Heimat“ sich verschließt gegenüber einer Andersartigkeit, dann wird sie zu etwas Engem dort, wo sie auch weit sein könnte. Sie könnte großzügig offen sein und sich gleichzeitig bewahren. Sie könnte soziale Dimensionen und gesellschaftliche Entwicklungen aufnehmen und sich damit selbst erkennen. Sie könnte dieses oft zitierte „Geworfensein“ akzeptieren und an sich selbst wahrnehmen. Sie könnte an sich erkennen, das wir auch ein Produkt unserer Sozialistion sind, die doch stark von dem beeinflusst ist, was „Heimat“ bedeutet. Sie könnte erkennen, dass wir auf der ganzen Welt gewisse Probleme haben, die uns einen. Sie könnte erkennen, das eine beispiellose gesellschaftliche Polarisation statt gefunden hat, die sich in unserer „Heimat“ auf eigene Weise abbildet. Sie könnte erkennen, das wir auf der ganzen Welt Menschen sind und doch unseren konkreten Lebensbedingungen und Lebenswelten, Sinnwelten ausgeliefert sind. Dass sich dadurch eine eigene und eigenständige Ebene der Solidarität und des Verbundenseins ergeben kann. Mit dem Lauf der ganzen Welt. Dass nicht alles der von Politikern so gern beschworene „Strukturwandel“, der zudem viel zu oft auf den technologischen und ökonomischen Wandel beschränkt wird.

Freitag, 2. Dezember 2022

Wie es lief

Du liest von jungen Dichtern, die sich wie ein Senkblei in das Versuchslabor ihrer Existenz hinabgelassen haben, um uns Lesern davon zu berichten und mit einem Leidensausdruck im Fernsehen aufzutreten. Mithilfe von Drogen in die Hölle sind sie abgetaucht. Identitäten erforscht. Für uns stellvertretend, so dass wir heilig erschauern. Ein Theater, ein Stück (so denkst du...). Du selbst hast dich immer nur in die Mittelmäßigkeit hinabgelassen, bist davon enttäuscht geworden und hast möglicherweise den Respekt vor dir selbst verloren. Du kannst noch nicht einmal eine kleine Hungerkur durchhalten, hattest früher die Energie dazu, keine Frage, - Früher war alles besser. Du hast Vertrauen in die Zukunft gehabt, Selbstbewusstsein: Du hast gedacht, irgendwie würde sich schon alles richten, würdest du es richten. Doch dein Selbstbewusstsein wurde zerstört, dir wurde klar, dass du im Netz der Beziehungen von Wichtigs tatsächlich nichts wert bist, dass du nichts kannst, was sich verkaufen ließe… Wie eine mahlende Mühle hat dich sodann der Alltag am Computer zerstört, die Träume sind längst verflogen, obwohl du sie dir ganz anders als andere Leute (die Kinder in die Welt gesetzt hatten) offen gehalten hast. Dein ganzes Leben ist ein einziges Offenhalten gewesen für Möglichkeiten, die du vielleicht nie nutzen wirst. Oder doch noch?

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Blasengewaber

Postengeschacher um einen herum. Jemand kommt, jemand geht. Interessen wurden gewahrt. Jemand galt als „hochbezahlt“. Was heißt das? Es werden Posten geschoben und Vermutungen daran geknüpft. Namen werden gehandelt. Scheinen im Raum zu stehen. Wechselgerüchte. Wer wird’s? Alle zusammen leben sie in ihrer Blase, deren Vorhandensein ihnen selbst natürlich nicht bewusst ist. Wer? Ich doch nicht. Austausch und Kontakt werden ritualisiert und anschließend als Legitimation verkauft. Fluchtburgen brökeln. Strategien zerfasern. Es wird nicht mehr so sein, wie es war. Es muss jetzt neu angefangen werden. Möglichst von jungen Kräften. Ob da ein bisschen der Jugendkult dahinter steckt? Woran knüpft sich überhaupt dieses „neu“? Neue Namen, neue Signale, neue Methoden? Zweifel sind erlaubt. Ziele korrigieren und neu definieren. Das muss in die Köpfe einsickern, das muss gelernt werden. „Benefits“ sind da selbstverständlich, keiner Erwähnung wert. Medienleute machen ein wichtiges Gesicht dazu, raunen aus dem Hintergrund.

Mittwoch, 30. November 2022

Fußballerauskenner

„Brot und Spiele – Wohlstand und Fußball“. Und alleine schon die Sprache! „Wir (!) spielen heute mit 2 Spitzen“, „Wenn wir (!) heute….“ Das „Wir“ ist das wichtige! Wir feiern auf vielerlei Arten die Orgie des Nationalismus: es werden Fahnen gehisst und Hymnen gesungen. In den Medien umwirbeln sie uns ohnehin pausenlos mit der großen Fußball-Wahrnehmungsblase: ModeratorInnen, ReportInnen, ExpertInnen, - die Gegenoffensive des großen Verdängens und Dampfablassens ist längst gestartet, was kümmern uns da die paar Toten auf den Baustellen oder sowas Abstraktes wie die Menschenrechte, den Spass wenigstens wird man uns ja noch gönnen in all dieser freudlosen Zeit! Verständigung findet hauptsächlich im Fußball-Slang statt, der Spezialsprache der „Auskenner“. Wir sitzen hier in Mitteleuropa bis jetzt in der Blase der Selbstzufriedenheit…. wir tauschen Tipps, Spezialwissen und Experten-Meinungen aus…...

Dienstag, 29. November 2022

Im Labyrinth

Labyrinthe faszinieren immer noch. In jeder Form. Wie sind sie gestrickt? Was bewirkt ihre Wirkung auf uns? Was sagt beispielsweise die Antike zum Symbol des Labyrinths? Unter anderem bedeutet es Initiation, Einführung in die Welt. Es ist ein Ort des vertraut Werdens mit der Tradition des Stammes und der Selbsterfahrung. Der Weg ins Zentrum ist mühsam und verlangt eine gewisse Reife. Im Zentrum ist der Mensch vollkommen mit sich alleine. Die Umkehr und das Heraustreten bedeuten einen geläuterten Neubeginn. Der Weg!? Wo ist er? Es ist der symbolische Pfad des Lebens: Anfang und Ende, verschlungener Weg und klares Ziel sind in der Form des Labyrinths inbegriffen. Das Leben schafft das Bewusstsein eines Kreislaufs: In alten Kulturen existierte ein Glaube an den ewigen Kreislauf von Leben. Jahreszeiten. Geburt und Tod. Der Weg führt in den Tod und daraufhin in die Wiedergeburt (Umwendung im Zentrum und Ausgang aus dem Labyrinth). Heraklit sagt: „Der Weg hinab und der Weg hinauf ist derselbe“. Das Labyrinth ist aber auch eine magische Figur, die einen unangreifbar machen soll. Der Feind wird auf den langen und verschlungenen Wegen entmutigt und erschöpft.