Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 27. Juni 2022

Showveranstaltungen

In den Medien tauchen vor allem als Journalistinnen daherkommende Models auf und sprechen oberwichtige Erläuterungen aus ihrer Realität heraus, sie lesen Scripts vor. Elmau ist jetzt angesagt. Ja klar, Showveranstaltungen auf allen Gebieten. Da passen solche Menschen, die oft wie Trophäen wirken und der jeweiligen Zielgruppe angepasst erscheinen. Nett anzusehen war schon immer der Job der im TV auftauchenden Frauen. Das passende Kostümchen ist da Pflicht. Oder der geschmackvolle Hosenanzug. Nicht viel von diesem, nicht zu wenig von jenem: Nett sein, heißt das Gebot. Was nett ist, bestimmen die Mächtigen (siehe auch Weinstein & Co.). Nur, wie verträgt sich dieses Erscheinungsbild mit den neuesten Emanzipationsbestrebungen der Frauen? Eher beiläufig stellen sich einem solche Fragen, man ist so recht auch gar nicht berechtigt dazu, denn man ist ja ein alter weißer Mann aus der Boomer-Generation und hat als solcher den „Woken“ in den Großstädten nichts von Relevanz zu sagen. Zudem fällt einem auf, dass Figuren wie etwa Transexuelle die Bildfläche (Why not?) in einer überrepräsentativen Weise (hm) zu erobern scheinen. Ist das der Tribut an die politische Correctness? Nun ja, manchmal scheint es für den „Konsumenten“ etwas mühsam zu sein. Quote? Kommt schon noch! Aber ansonsten? Okay. Wenn’s der Correctness gegenüber XXXX (gegenüber wem eigentlich?) dient, ist wohl alles geboten. Wichtig ist jetzt gerade die „Stimmung“. Ohne Förmlichkeiten aufeinander zugehen und fotogen im Garten spazieren gehen. Locker! Sich den Arm tätscheln zu lassen und sich für seine Wichtigkeit loben zu lassen. Klasse! So wird das Schicksal dieser Welt entschieden. Die klassischen Influencer halt, Old School.

Sonntag, 26. Juni 2022

Valerie (48)

Während sie schweigend nebeneinander lagen, fiel ihm der alte Dylan-Song ein über den Star, der es geschafft hat, der Erfolg hat und plötzlich merkt, dass er getäuscht worden ist, als es nicht mehr so richtig läuft: „Like a rolling stone“. War sie Miss Lonely, die die besten Schulen besucht hat und doch vom Leben keine Ahnung hat? Eine, die nie einen Kompromiss mit diesem namenlos geheimnisvollen Tramp schließen würde, die ihm keine Alibis zu verkaufen hat? War er gerade dabei, ihr ein Alibi zu verschaffen? Würde sie auch die Nase rümpfen über diesen Napoleon in Lumpen und die Sprache, die er spricht? Hatte sie auch einen Diplomaten, der sie in seiner verchromten Luxuskarosse spazieren ritt und auf seiner Schulter eine seltene Katzenrasse hat? Sie war sicher noch auf dem Weg zur Spitze, nicht heruntergekommen wie Miss Lonely, die ihren Diamantring ins Pfandleihhaus bringt und aufs Schnorren angewiesen ist. Ein kleiner Unfall und Valerie könnte die Figur aus Dylans Song sein! Dann wäre sie öffentlichem Mitleid ausgesetzt und eine Zeitlang vielleicht unsichtbar, egal, welche Geheimnisse sie noch zu verbergen hätte. Die Melodie des Refrains ging ihm durch den Kopf „How does it feel, how does it feel, to be on your own, like a complete unknown, like a rolling stone?“ Aber vielleicht war ja Dylan selbst zu der Figur mit der Katze auf der Schulter geworden? Die Diplomaten und Heiligen waren auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Heute singen sie Kirchenlieder und geben sich zufrieden, was wohl nichts war, das zu bemängeln und zu bekritteln wäre. Dass Dylan selbst ein Heiliger sein wollte, ließ er sich ohnehin nie verkaufen.

Samstag, 25. Juni 2022

Endlich Urlaub

Was ist denn da los? Die TV-Medien berichten breit über die Probleme, die der offenbar an den Urlaub geknüpfte Flugwunsch aufwerfen kann. Unmöglich, das! Man kommt an den Flughafen und erfährt dann per SMS, dass der Flug gecancelt ist. Personalprobleme. Facharbeitermangel. Profitgier verschiedener, nicht genau benannter Marktteilnehmer. Weil, Verantwortung will ja niemand tragen. Dafür haben die Großen ihre Pressesprecher. Ach! Jetzt, was machen? Auf dem Flughafen ausharren, rechtlich vorgehen (TV berät: welche Rechte habe ich?) weiter warten? Vielleicht morgen….? Ich sitze fassungslos daheim und frage mich: was ist mit der so oft proklamierten „Flugscham“? Diesem Rücksicht darauf nehmen, dass doch jeder Flug irre viel CO2 verursacht? Ist in dieser Sommerpandemie mit all ihren Ansteckungszahlen das Risiko ganz egal? Sind wir so gut heraus gekommen, dass wir jetzt stundenlang zusammengepfercht ohne Maske in engen Sitzreihen dem Urlaubsziel entgegenhecheln? Überhaupt Maske: ich beobachte, dass überhaupt niemand mehr im Supermarkt oder Discounter Maske trägt. Was man nicht gesetzlich vorgeschrieben kriegt, macht man nicht? Ob das Maske tragen nicht auch etwas mit Selbstschutz (und Schutz der anderen…?) zu tun hat? Bin ich noch so jung, dass ich nichts zu befürchten habe? Wie sieht’s überhaupt mit Long Covid aus? Alles nur Einbildung? Ich hätte nie gedacht, dass es mich treffen könnte, so höre und sehe ich Interviewfetzen….. Die Experten streiten sich, niemand weiß noch irgendetwas Verbindliches. Wir müssen uns über kurz oder lang ohnehin infizieren, so heißt es. Rechtfertigt der Urlaub alles? Jetzt endlich mal was anderes sehen – und dann an den Strand irgendwo in dieser Welt (meist in Malle…) flacken? Ökologischer Fußabdruck, was ist denn das? Wenn wir „heim“ kommen, dann geht’s womöglich erst richtig los: Frieren wg teurer Heizung wg Gas wg schlechter Energiepolitik und Merkel, gestiegene Preise, Liefersauereien, billige Ausreden der Behörden – aber Urlaub, das muss sein…

Donnerstag, 23. Juni 2022

In den Urlaub fliegen

Man wundert sich, wer alles wie oft und unbedingt mit dem Flugzeug fliegen muss. Teilweise scheinen das genau dieselben Leute zu sein, die an anderer Stelle gegen das Fliegen aus ökologisch-moralischen Gründen polemisieren. Ob das zur Glaubwürdigkeit dieser Personen und – ungleich wichtiger – der um das Klima bedachten Menschen beiträgt? Ob hier nicht ein bestimmter Eindruck entsteht, der dem jetzt massenhaft in Urlaub fliegendem Mainstreampublikum Wasser predigt und den Wein genussvoll schamlos schlürft? Ob nicht jüngst die Umstände einer Fernsehmoderatorin durch die Schlagzeilen ging, die regelmäßig extra für ihre (miese!!!) TV-Sendung morgens aus Israel eingeflogen wird, um abends wieder zurück geflogen zu werden…? Man hat auch noch eine Talkrunde in Erinnerung, in der Fliegen wie ein Naturrecht wichtiger, in ihren wohlverdienten Urlaub fliegenden Menschen „verkauft“ wurde. Nach zwei Jahren Corona bräuchten sie unbedingt…… Jedenfalls wurde kein für mich wahrnehmbarer Gedanke daran verschwendet, wie sehr durch Emissionen das Fliegen umweltschädlich wirken kann.

Mittwoch, 22. Juni 2022

Spargelfahrt

Ach! Ach was! Schon ein bisschen seltsam bei uns: Ich erfahre in den Morgennachrichten, dass der Finanzminister die Leute auf eine lange Phase der Entbehrungen einschwört. (Gasengpass, Lieferengpässe, Inflation...und das alles...) Gleich danach kommen Bilder von der „Spargelfahrt“, mit der sich der SPD-Klüngel auf einem Schiff bei so manchem flotten Kaltgetränk vergnügt und der Kanzler dazu seine wohlbekannten Sprechblasen von sich gibt. Es wird sodann geprahlt, was für Industrieverbände eine Eintrittskarte zu dieser Schiffsfahrt gekostet hat. Ach!, so denke ich mir. Ob das alles ein Symbol dafür ist, wie weit sich der politische Machtapparat in Berlin von den Leuten entfernt und entfremdet hat, die er vorgibt, zu vertreten? Ob das nicht immer mehr eine Blase wird, die mit zunehmender Ausschließlichkeit untereinander kommuniziert, eine gesellschaftliche Sphäre bildet, sich isoliert und scheinbar informiert und das alles nicht einmal merkt. Der Apparat läuft, Basta! Eine solche Politik kennen wir. Nur, die Historie ist jetzt weiter gerückt, die Leute haben heutzutage andere Möglichkeiten, sich zu informieren, auf einer bestimmten Ebene ist das durchlässiger geworden, soziale Medien sind hinzu getreten. Gerade dadurch nehmen wir solche Rituale, wie sie in diesem Falle der sog. „Seeheimer Kreis“ veranstaltet, mehr wahr als in der Vergangenheit. Ob solche Dinge nicht auch eine gewisse Schamlosigkeit offenbaren? Ob sie gerade im aktuellen Umfeld nicht dekadent wirken?

Dienstag, 21. Juni 2022

Leben und Tod

Ist das nah – oder fern? Wo ist das Ende, wo ist der Tod? Für mich ist Tod nichts, was am Ende des Lebens passiert, sondern kann eine Einstellung zum Leben markieren. Manchmal. Wenn wir’s durchhalten. Er ragt hinein in unsere Existenz, in unser tägliches Leben. Auch das macht der Krieg in unserer Nähe deutlich. Edas Bewusstsein des Todes hält unsere mühsam zusammen geschusterte Identität zusammen. Einheit der Person? Zumindest gefährdet. Wer schon einmal sehr ernst krank war, weiß sehr unmittelbar, was ich meine. Der Tod begleitet uns täglich und hilft uns, unser Leben ein bisschen besser zu verstehen. Im besten Falle. Die Menschen wollen dem Tod möglichst aus dem Weg gehen, ihn ignorieren. Jeder Friedhof, jedes Altenheim ist ein Beleg dafür. Wir versuchen, ihn zu verbannen, ihn als letztes großes Tabu aus dem Alltag hinweg zu zaubern. Es gibt Gerüchte und Erkenntnisse, dass gewisse Firmen im Silicon Valley ihn technologisch hinauszögern wollen. Was uns da durch den Sinn geht: Ob der Tod etwas ist, worüber man ganz im Sinne Wittgensteins nicht reden sollte? Etwas Unbegreifliches? Etwas Größeres als wir? Ich glaube, wenn du erkennst, dass die Zeit jede Minute, jeden Tag verrinnt, dass du keine Gelegenheit hast, gemachte Fehler zu korrigieren, dann erkennst du, dass du den Moment irgendwie festhalten solltest. Du hast eine Verpflichtung gegenüber dem Leben.

Montag, 20. Juni 2022

Eingang (Lyrik ub)

EINGANG Du taumelst hinein in den Tag musst dich erst mal in Untätigkeit setzen, nichts machen, nur existieren, da sein Patchouli steigt in die Nase betrügt mich um meine Realität Wir machen uns alles schön Wir geben ihm den Geschmack Selbstverwirklichung war mal was Tolles jetzt heißt es Selbstoptimierung, mies work-Life-Balance und all das wo sind nur die Farben hin? Wir haben sie verloren in der Zeit des Schutzes und der allseitigen Versicherungen Schau nicht woanders hin! Dort geht es viel schlechter, naturgemäß es gilt die Schlauvariante Beim Schiffen an der Nordsee Surfen oder Schlurfen dieser Weg wird dir nicht möglich sein Ob ich gerne einen Knecht hätte, der mir den Staub wischt der mir das Scheishaus putzt? Du wartest auf den Angriff aus dem Grauen heraus Gefahr ist überall von einer Seite, nie bedacht

Sonntag, 19. Juni 2022

Fürsorge von oben

Wenn ich das mal von einer höheren Warte aus betrachte, dann fällt mir auf, dass nicht nur heute morgen lauter privilegierte Leute, die gerne wegen ihrer Sorglosigkeit gönnerisch und gut ausgebildet um sich her lächeln, über „Waffenlieferungen“ und den damit verbundenen Konsequenzen von Leben und Tod spekulieren. Sodann diskutieren sie locker über die Sorgen und Nöte, die wohl hierzulande auf die „armen Leute“ zukommen werden. Wärme, Frieren, Nässe? Iwo. Sie selbst sind sich relativ sicher, dass sie im Trockenen sitzen werden und die Stube gut geheizt ist. Sie selbst beklagen höchstens ihre Schlaflosigkeit, weil sie irgendeinem wichtigen Werk ihren Stempel aufdrücken müssen, obwohl sie dabei auf die Mithilfe der „armen Leute“ angewiesen sind, die ihnen über das Steueraufkommen eine fürstliche Rente zahlen. Das stehe ihnen zu, so die oft wiederholte Rede, die Rentenversicherung sei etwas, was einem zusteht. Bloß, diese Leute haben meist selbst die Regeln und Systeme geschaffen, nach denen und ab wann staatliche Unterstützung gezahlt wird. Und der Einwand mit der demographischen Entwicklung verblasst wohl auch ein bkisschen, wenn man bedenkt, dass in Frankreich die Auseinandersetzung darum geht, ob das Renteneintrittsalter auf 60 herabgesetzt werden könnte. In Italien, so ist zu vernehmen, kann man bereits mit 60 in Rente gehen (bei einem Rentenniveau von 92%). Die wichtigsten „Nachbarn“ in der EU praktizieren die Sache bereits jetzt also ganz anders. Ob bei ihnen die demographische Entwicklung eine andere ist? Zweifel mögen erlaubt sein.

Freitag, 17. Juni 2022

Kinder kriegen (4)

Im Altertum schrieb Aristoteles, dass die Familie (und somit das Kind als Nachfahre) einer natürlichen Gegebenheit entsprechend eine Art „Urzelle“ der menschlichen Gesellschaft sei. Gleichzeitig deutet er das Kind als eine Art „Alterversorgung“ in der Hoffnung, dass es die erwiesene Fürsorge quasi zurück gebe und außerdem die Furcht vor dem Tod abmildere. Das Mittelalter gebot, Kinder zur Ehre Gottes zu zeugen und das Sakrament der Ehe dafür zu empfangen. Ein Kind ist eine Gottesgabe, die es zu bewahren gilt. Deshalb gibt es kein Recht, über Leben oder Tod eines Kindes zu bestimmen. In der Moderne kommt ins Blickfeld, dass ein Kind in einem allgemeinen Bevölkerungswachstum, einer zunehmenden Beschränkung des Raumes und einer Zunahme von Konflikten mit zur Ausbeutung von natürlichen Ressourcen beitragen mag. In unserer Gegenwart wird der Kinderwunsch und seine anschließende Realisierung zweifellos als ein Akt der Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung gesehen. Doch man kann im Namen der Selbstverwirklichung auch jegliche Nachkommenschaft ablehnen. Das Kind gilt nämlich auch als Kostenfaktor, der Karriere und berufliches Fortkommen verhindern kann, Erziehung hat einen zweifelhaften Nutzen: Wo sind die Maßstäbe dafür, was kann Eltern eine gewisse Sicherheit geben, gibt es nicht schon zu viele vernachlässigte Kinder? Gesellschaftliche Regeln: wechseln sie heutzutage nicht sehr schnell oder gibt es gewisse „eherne“ Gesetze, die unbedingt zu vermitteln wären?

Donnerstag, 16. Juni 2022

Rente?

Wieso in Frankreich die Rente mit 60 zur Debatte steht, nachdem bis jetzt das Eintrittsalter 62 Jahre galt, wieso in Italien mit 60 in Rente gegangen wird (bei einem Rentenniveau von 92%), wieso in den meisten Ländern das Rentenniveau (zum Teil deutlich) höher ist, konnte mir bisher noch niemand so recht erklären. Der Weißkopfuhu Steinmeier hat nun eine super Idee, wie er den Pflegenotstand vertuschen kann. Das bedeutet bei seinem Vorschlag Zwangsarbeit für die Generation, die keine Rente mehr bekommen wird, aber bis über 70 (!) arbeiten soll. Auskömmliche Rente? Was soll das? Hier, in Deutschland? Profit über alles in der Welt? Rentner kommen ja noch nicht einmal im sog. „Entlastungspaket“ vor! Ob diese Frage nicht auch dazu beiträgt, dass sich die Mächtigen von denen entfernen und entfremden, die sie so gerne „das Volk“ nennen?

Mittwoch, 15. Juni 2022

Spezialsportsprache

Ich beobachte mit steigender Verwunderung, wie sich in unserer Gesellschaft „Spezialsprachen“ entwickeln und welches Phänomen zb. die Sportsprache abgibt (hier scheint es nicht in erster Linie um soziale Abgrenzung zu gehen. Sondern um so etwas wie „ populäre Ausweitung“), Ich beobachte, wie sich da jene Selbstverständlichkeiten des Verstehens entwickeln, die bedeuten: „man muss den Jargon/Slang/das Zeichensystem beherrschen, um dazu zu gehören“. Die also eine soziale Funktion haben. Es kennzeichnet dies offenbar eine Art sozialer Eingangshürde, - bei Sportlersprache freilich ohne jene Wertschöpfungskonsequenz, die den „Erfolgreichen“ oder den fest Bestallten vorbehalten ist. Der Sport z.b. erscheint mir in zunehmendem Maße von der zunehmend korrupten Funktionärsschicht und die sie umgebende Schicht der Ex-Sportler beherrscht zu sein, die, wenn sie überhaupt die Notwendigkeit von Vermittlung zulässt, in TV-Sendungen und deren Talkshows mit jenen Kürzeln um sich wirft, die nur „Eingeweihte“ verstehen und die das Bewusstsein einer sozialen Schicht scheinbar entstehen lassen.

Dienstag, 14. Juni 2022

Kinder kriegen (3)

Welche Triebfeder gibt der Egoismus beim Kinderwunsch ab? „Gesund“ soll es sein, das Kind, intellektuelle Eigenschaften sollen sich bei ihm heraus stellen, gewisse Fähigkeiten auch und – die Haarfarbe. Die Aussicht auf die Wahl der genetischen Eigenschaften der eigenen Nachkommen verwandelt sodann nach und nach die zunächst als Leiden erlebte Schwangerschaft in die freie „Herstellung“ eines Kindes. Im Sprachgebrauch heißt es ja auch oft „wir haben ein Kind gemacht“. Ob hier schon ein gewisser Warencharakter beginnt? Ein Kind, mein Eigentum? Schon Freud sagte: „Theoretisch wäre es einer der größten Triumphe der Menschheit…..wenn es gelänge, den verantwortlichen Akt der Kindererzeugung zu einer willkürlichen und beabsichtigten Handlung zu erheben“. Ein fröhlicherer und heiterer Alltag wird damit anscheinend angestrebt, befriedigend und sinnerfüllt soll er sein. Eine Familie zu gründen gilt als Lebensziel. Außerdem, so heißt es, gehöre ein Kind zur Paarbeziehung. Ein bisschen verschämt wird die Motivation gesehen, durch ein Kind das Unerreichte im Leben nachzuholen. Die wenigsten entscheiden sich aus religiösen oder ethischen Überlegungen für Kinder. Dass Schwangerschaft eine naturgegebene Notwendigkeit sein soll, glauben immer weniger Leute. Überlebenstrieb? Ob er auch eine Rolle spielt? Und welche?

Montag, 13. Juni 2022

Kinder kriegen (2)

Während die einen einem namenlosen Instinkt und natürlichen Trieb zu folgen schienen, während andere eine Einpassung in ein Karrierestreben glaubten, verneinen zu müssen, neigte ich zusammen mit meiner damaligen Partnerin zum Grübeln, zum Nachdenken darüber, ob ich das könnte und wollte: Ein Kind in die Welt setzen. Ob mir durch meine natürlichen Dispositionen Grenzen gesetzt waren und – vor allem! - ob ich angesichts meines Berufs so etwas wie Verantwortung für ein wachsendes menschliches Wesen zu übernehmen bereit war, ob ich mich in der Lage dazu sah. Ich hatte nach meiner Einschätzung schon unendlich damit zu tun, mich selbst einigermaßen zu reproduzieren und über Wasser zu halten. Dies nötigte mir einen Energie- und Zeitaufwand ab, der nicht zu einem verantwortungsvollen Kinderwunsch zu passen schien. Wobei wir schon beim nächsten Kriterium wären, das alle bis dahin geäußerten Motive zu überlagern schien: Verantwortung, Wertmaßstäbe, Orientierung. War ich in der Lage, dies mit der gebotenen Aufmerksamkeit zu geben? Völlig klar war es, dass all dies einen Zeitaufwand und einer Bereitschaft, sich einzulassen, bedurft hätte, dem ich mich gewachsen zeigen musste, - so meine Überlegung. War ich durch meine berufliche Tätigkeit überhaupt in der Lage, auch nur einen Bruchteil dieser nach meiner Einschätzung „automatisch“ erwachsenden Verantwortung einzulösen? Ich fühlte mich in eine Existenz hinein gezwungen, die es mit sich gebracht hätte, dass eine Partnerin den Hauptteil der Verantwortung und Erziehung hätte leisten müssen, womit mir allzu leicht hätte unterstellt werden können, dass ich mich hätte entziehen wollen. Einem solchen Dauervorwurf konnte und wollte ich mich nicht aussetzen. Eine Tätigkeit, die sich für einen reichen Sprössling geeignet hätte, nämlich ein sich liebevolles Widmen eines „Kanals“ zur Selbstverwirklichung, zur massenhaften Mitteilung und Verbreitung, zum Aufblasen eines Egos in einer öffentlich sichtbaren Tätigkeit, war mir nicht vergönnt. Ich musste Profi mit allen Konsequenzen sein, war auf den Broterwerb angewiesen, hatte kein reiches Erbe zu erwarten. Hatte ich Ziele und Perspektiven? Wenn ja, dann eine zu ungewisse Form davon. Für mich stand vielmehr fest: Ich wollte dem nachgehen, was meine Leidenschaft war, dem, von dem ich „etwas zu verstehen“ glaubte.

Samstag, 11. Juni 2022

Kinder kriegen (1)

Ich sammelte immer schon Argumente dafür, dass oder wieso jemand Kinder in die Welt setzt. Habe dazu auch, so weit es mir möglich ist, die Philosophie befragt. Ob es eine Sache des freien Willens ist, Kinder zu kriegen? Gerade heutzutage? Die idealistische Variante der Beantwortung dieser Frage lautet: heute hat man Kinder aus Freude, aus Liebe und um Werte weiter zu geben. Freilich drängt der Alltag in eine andere Richtung: Man will (ganz egoistisch!) seine Gene weiter geben und sich selbst im Nachwuchs sehen, man will Nachfolger, man will sich fortsetzen und auf indirekte Weise unsterblich werden. Man kann es sich leisten, man trägt die Verantwortung wie beiläufig und das Geld für die Ausbildung bringt man wie selbstverständlich auf (soziale Komponente). Insofern könnten Kinder auch als Statussymbol betrachtet werden, würden nicht derartig viele Kinder weitgehend unreflektiert in die Welt gesetzt werden, aus Trieb und Instinkt, vom Willen der Evolution beseelt, sich fortzupflanzen, auch aus hedonistischen Antrieben (Nichts Schöneres, als…..das Erlebnis meines Lebens...etc. = hedonistische Variante). Werden solchen irrationalen Faktoren wie Instinkt, Emotion oder Trieb nicht zunehmend Rechte an uns eingeräumt? Gilt da nicht eine gewisse Skepsis dem „Geist“ gegenüber? Schlug das gesellschaftliche Pendel nicht längst in diese „emotionale“ Richtung aus, nachdem zuvor allzusehr und zu optimistisch das Rationale und Veränderbare betont wurde? Außerdem kommt ja die Einschätzung ins Rutschen, dass Kinder auch durch den Fortschritt der Medizin ohne Zwang in die Welt gesetzt werden („freier Wille“) und – andererseits! - , der Einschätzung, dass wir vom Entwicklungsstand unserer Gesellschaft her von allen natürlichen und kulturellen Erfordernissen freigestellt seien. Wirklich? Ob es aber wirklich so ist, ob da auch unbewusste „unterirdische“ (von den Medien gesteuerte) Faktoren, von denen wir alltäglich beeinflusst sind, eine Rolle spielen? Inzwischen sind mir Zweifel am Entwicklungsstand unserer Gesellschaft gekommen. Man stellt sich quasi außerhalb, wenn man keine Kinder will, man gilt als karrieresüchtig und egoistisch. Aber es gilt ja die Frage: will man in diese in jeder Hinsicht versaute Welt seine Kinder entlassen?

Freitag, 10. Juni 2022

Statistik, Rente und Zukunft

Rentenpolitik? Auch hier soll offenbar mit demografischen Daten und damit verbundenen Ängsten Politik gemacht werden, so, dass Versicherungskonzerne möglichst daran verdienen können. Vielleicht. Ob das so ist? „Wir werden immer älter…..“ „Klaro!“ Zum Beispiel: dass die Gesundheitskosten explodieren, weil wir immer älter werden. Ob das nicht mit dem Trend kollidiert, dass viele Menschen sehr viel gesünder älter geworden sind? Der körperliche Zustand scheint im Alter deutlich besser geworden zu sein. Die amtlichen Experten vom statistischen Bundesamt rechnen sehr weit voraus: bis ins Jahr 2060. Dann sind wir weniger, älter und haben zu wenige Kinder, so die Statistik. Also Kinder (zukünftige Rentenzahler!) her! Dass sie dabei aber nur gegenwärtige Trends in die Zukunft fortschreibt, die sich vielleicht gar nicht so leicht „verlängern“ lassen, wird von interessierter Seite gerne unterschlagen. Dass sich bis zu einem zukünftigen Zeitpunkt sehr viel verändert haben könnte, können die einschlägigen Studien gar nicht berücksichtigen. Eine halbwegs aussagekräftige Prognose ist da schwierig. Trotzdem prasselten von den Medien Schlagzeilen wie etwa „Deutschland stirbt aus“ hernieder und die Politik lässt den Quatsch bei einschlägigen Talkrunden immer wieder wiederholen. Arbeits- und Fachkräftenotstand, Ärztemangel, abgesunkene, knappe Rente...., so ein Ausschnitt des Horrorszenarios, das aus diesen Daten immer wieder zu geldwerten Ängsten aufgebaut wird und durch ständige Wiederholung plausibler werden soll. Dass die Daten dabei von der Versicherungswirtschaft unter Verwendung von selbst gestalteten Erwartungen und Tafeln vorgebracht werden, dass Wissenschaftler sich gewisser Informationen bedienen und anderer nicht, wird dabei gerne unterschlagen, erscheint aber mittlerweile trotz fehlender Transparenz weithin akzeptiert. Dabei sind solche „wissenschaftliche“ Festlegungen meist nur solange gültig, bis eine bessere Untersuchung an ihre Stelle tritt. Das heißt, solche „Erkenntnisse“ sind vorläufig (e Annahmen). Laut „offizieller“ amtlicher Statistik könnte ein heute geborener Junge etwa 86 Jahre alt werden. In den Sterbetafeln der Versicherungswirtschaft wird er jedoch 100, unter Umständen sogar 110 Jahre alt. Was ist, wenn die „natürliche“ Steigerung der Lebenserwartung so nicht weiter und an seine Stelle sozial sehr fragwürdige Verfahren der technisch-chemischen Steigerung von Lebenserwartung treten. Wieder so ein Faktor, den einfache Fortschreibungen von Verhältnissen nicht mit auf der Rechnung haben… alles Modelle, mehr oder weniger begründete Erwartungen….

Donnerstag, 9. Juni 2022

Valerie (47)

Er hörte auch viel professionelle Eitelkeit heraus. Sie fuhr sich auch ständig durch die Haare, auf eine Art, die ihm wie eine gekonnte Pose vorkam, vielleicht ein unbewusster Versuch, sich zu profilieren oder Unsicherheit zu überspielen. Allerdings musste er sich eingestehen, dass diese Geste auf ihn ihre Wirkung ausübte. Es wurde ihm plötzlich bewusst, dass sie diese Bewegung, seit er ihr näher gekommen war, schon öfters vollzogen hatte. Dies schien ja geradezu einen Teil ihrer Ausstrahlung auszumachen: Diese zerstreute Fahrigkeit, die in solcher Körpersprache zu liegen scheint... Auch lag in dieser Bewegung etwas Erotisches, etwas, was sicher nicht nur auf ihn so wirkte. Waren das so kleine Tricks, die sie wohlberechnend sich angewöhnt hatte? Er stellte fest, dass er vielleicht zu neugierig und zu anspruchsvoll sei, dass das am Ende wohl alles Scheinprobleme wären. Er aber hing der fixen Idee nach, Mensschen kennen lernen zu wollen und nicht die Rollen, die sie ausfüllten oder mehr oder weniger gekonnt spielten, - bewusst oder unbewusst. Manche Menschen faszinierten ihn. Gerade denen wollte er auf die Schliche kommen. Er aber fühlte sich zu unflexibel, zu unbeweglich, er ging die Sache wahrscheinlich zu direkt an.

Dienstag, 7. Juni 2022

Mitbestimmung

Was mir auffällt: Gewisse Politiker betonen in den einschlägigen Talkrunden fortwährend, dass sie es mit ihrem Einkommen vielleicht ärgerlich finden, wenn die Preise und Energiekosten so steigen. Dass sie sich es aber leisten könnten. Journalisten, Publizisten und Medienleute nicken dann meist verständnisvoll, was angesichts gewisser Honorare nachzuvollziehen ist….. Und…. - weiter wird über Preisanstieg diskutiert (betrifft ja „die Anderen“). Meines Erachtens liegt darin ein Element der gegenseitigen Entfremdung: Die einen können sich wegen tausend „Aufwandsentschädigungen“ auf Kosten des Steuerzahlers alles leisten, die anderen darben in einer ganz anderen Lebenswelt und haben die Folgen der (Nicht-)Handlungen der Politik auszubaden. Fragen, die sich mir in diesem Zusammenhang stellen: Müssen derartig hohe Diäten, Korruptionsgegebenheiten und steuerfreie Nebeneinkünfte für Abgeordnete bei einem Parlament sein, das gegenwärtig 735 Abgeordnete zählt? 2.) Ginge es abseits der fein eingeübten Rituale nicht auch um eine gewisse Nähe der Volksvertreter und denen, die sie zu vertreten vorgeben? 3.) Wie ist angesichts dessen ein halbwegs befriedigender Informationsfluss möglich? Einer der Urväter der Demokratie, Aristoteles, führte es vor. 4.) Könnte ein immer wieder diskutiertes Losverfahren in gewissen Entscheidungsgremien dem ganz allgemein und der Parteienherrschaft Grenzen setzen? Dass an dieser Stelle ein gewisser Modernisierungsbedarf herrscht, zeigen auch die stark zurück gegangenen Zahlen der Wahlbeteiligung. Ob traditionell aufgestellte Parteien noch Garant für eine Politik der ökonomischen und sozialen Stabilität, des Interessenausgleichs und der Freiheit? Ob die Strukturen mit der Zeit etwas zu verkrustet geworden sind? 5.) Zeigt nicht das "Schwarzbuch" des Steuerzahlerbunds zahlreiche Arroganzen der über Parteizugehörigkeiten besetzten Behördenstellen auf? Würde hier ein gewisser Rechtfertigungs- und Haftungszwang nicht etwas Abhilfe schaffen? Dürfen sich wirklich alle, die als Entscheider in dieser Gesellschaft eingesetzt sind durch Demokratie legitimiert fühlen?

Montag, 6. Juni 2022

Des Lebens Lauf

Nachts aufwachen und vor lauter Sorge nicht mehr einschlafen können. Sich für jetzt die definitive Planung vornehmen und nichts mehr verschieben. Man sieht für sich nicht mehr das Licht am Ende des Tunnels. Den Andern, ja, den Andern geht es ja so viel besser! Jetzt den Plan machen: „und es kommt anders, als man denkt…..“ (Dieses Zitat geht mir im Kopf herum, ist es von Wilhelm Busch?) Plötzlich überfallen einen finanzielle Forderungen, von denen man zuvor keine Ahnung hatte. Das hat natürlich Priorität und macht vieles andere zunichte. Aber: Anderen geht’s so viel schlechter, jetzt im Moment. Sind überfallen worden. Ich kann immerhin bis jetzt so einigermaßen vor mich hinvegetieren: Verrückte könnten auch mich überfallen. Oder weniger Verrückte. Wo sind wir dann? Im Tod? In einer völligen Passivität? Oder in einer anderen Realität? Mir ein entscheidendes Bein stellen. Das kann auch die Politik. Stellt mir Verfügungen zu, verwarnt mich, weil ich vermeintlich (kann mich überhaupt nicht mehr erinnern….) falsch geparkt habe? Wieso ich immer? Ich erfahre Behörden und Verwaltung als Gegner. Geholfen wurde mir dort nicht. Aber ich will leben. Durch alle Unwägbarkeiten hindurch…...

Sonntag, 5. Juni 2022

Trickle-Down (2)

Man beobachtet, wie eine „westliche“ Partei einen alten Trick offeriert: Man gibt sich als Volkspartei, bedenkt aber mit zu erwartenden Steuersenkungen nur eine reiche Minderheit, zum Nutzen und Frommen „der Wirtschaft“. Es soll Reichtum – nach dioeser Doktrin! - einsickern in die Gesellschaft, so lange, bis es sich schließlich auch für die Ärmsten der Armen positiv auswirkt. Dafür aber braucht es den Willen zur Leistung und – sehr wichtig! - die richtige Geschäftsidee. Dies baut auf die alte und leider auch zeitgebundene amerikanische Weisheit, nach der es jeder schaffen kann, wenn er nur fleißig genug ist (Fetisch „Leistung“) )(„Vom Tellerwäscher zum Millionär“). Wenn das nicht jetzt eintritt, dann später, denn die Weichen sind in die völlige Freiheit einer Marktwirtschaft gestellt. Auf diesen Traum vom reich Werden scheint man nicht so schnell verzichten zu wollen, wozu noch die Vorstellung kommt: Wenn es den Unternehmen und den Reichen gut geht, geht es dem ganzen Staat gut, es herrscht Wachstum. Trickle-Down-Theorie. Man ist vielleicht nicht reich, fühlt sich dem Reichtum jedoch nah. Aber: Vom trotz allem stattfindenden Wachstum der vergangenen zwanzig Jahre haben vor allem die Wohlhabenden profitiert. Die Reichen wurden umfangreich (u.a. Steuern) bedacht – obwohl sie sowieso ständig reicher werden. Selbstbetrug und Selbsttäuschung ist unter den nicht Wohlhabenden angesagt. Konkret zeigt sich das ja auch am Verhalten gewisser Politiker, die auf Vorwürfe mit dem Satz begegnen „Daran kann ich mich nicht erinnern“ und denen es so gelingt, auf diese Weise jedes Bedürfnis nach weiter gehender Information zu blockieren und keinerlei Verantwortung für eigenes Verhalten zu übernehmen. Man fühlt sich als Angehöriger einer bestimmten Schicht von Entscheidern, was einem als zementiert und allzeit gültig vorkommt.

Freitag, 3. Juni 2022

Empathie-Show

Ich lese über einen Vortrag zur Empathie und wie sie unser Zusammenleben besser machen könnte. Nun, das ist es in etwa, was ich auch in dem Blog „Reise durch Wirklichkeiten“ schon seit langer Zeit verdeutlichen wollte (und nicht erst jetzt, nachdem „Empathie“ eine Art Modewort geworden zu sein scheint). Natürlich steht hier eine „prominente“ Referentin im Vordergrund, die vielleicht in zwei Jahren über ein ganz anderes Modethema referieren wird und jetzt viel Geld mit ihren „Weisheiten“ verdient. Auf „schwierige Situationen Einfluss nehmen“, darum gehe es, so heißt es in der Ankündigung. Nur mit Empathie würden wir die Sichtweisen des anderen verstehen, so der Text. Damit könnten wir im richtigen Augenblick genau die richtige Lösung parat haben. Es gehe um „Begegnungsqualität“, „begeisterte Kunden“, „harmonische Teams“ ein „Wohlfühlklima unter Kollegen“ und „mehr Zwischenmenschlichkeit“. Ich finde, diese Formulierungen sind einigermaßen verräterisch und weisen stark darauf hin, dass es um eine Art Anwendungsorientiertheit innerhalb einer „Unternehmenskultur“ geht, vielleicht auch um die Erzeugung von Illusionen und raffinierten Lügen, was durch bessere Lenkung des Einzelnen letztlich der Gesamtproduktivität eines Unternehmens dienen soll. Um das gezielte Einsetzen einer Technik also zum Wohle eines Unternehmens. Dabei versuchten wir, Empathie stets sehr viel weiter zu fassen und damit unter anderem auch die verständnisvollere Berührung mit „anderen“ Kulturen anzudeuten. Der Austausch unter Menschen könnte somit vielleicht einfacher und freundlicher werden, wenn wir unserer Identität halbwegs gewiss sind und nicht unseriösen Hütchenspielern mit ihrem Abgrenzungswahn und Gewaltpotential aufsitzen.

Donnerstag, 2. Juni 2022

Sein

Ich wache auf, in Liebe und Dankbarkeit. Wer weiß, welche üblen Zeiten kommen! In Anbetracht dessen will ich einverstanden sein mit dem, was um mich herum passiert. Ich kann essen und trinken. Ob mich im nächsten Winter eine Wärme umfängt, wird sich heraus stellen. Ich gleite durch die Zeit und muss entdecken, dass ich älter geworden bin. Ja klar, das oft gehörte Klagelied. Jeder seine Version. Na klar, ich habe (sogar schwerwiegende!) Fehler gemacht. Das drückt! Trotzdem bin ich dankbar, dass ich da sein darf. So viele Menschen um mich herum waren plötzlich weg. Ich entdecke auch zunehmend, dass ich alleine bin. Ich hatte mir das einmal ausgedacht und zurecht gelegt, auch unter Einfluss von Denkern wie Hermann Hesse. Zudem: Ökologie und all das Zeugs. Wachstum? Ist den Leuten egal. Zu viele Leute auf dieser Erde? Das sind Dimensionen, in denen Wirklichkeit nicht staatt findet. Jetzt weiß ich aber: Kinder in die Welt setzen hatte seinen Grund. Unter anderem aus sozialen Gründen. Ich hingegen glaubte, mich darüber hinwegsetzen zu können. Es mir leisten zu können. Außerdem vertraute ich auf den Sozialstaat. Heute belasten mich unveränderliche Zeichen um mich herum. "Kinder" werden verherrlicht, was im staatlichen Maßstab auf der materiellen Ebene noch nicht so recht klappt. Der „Sozialstaat“ ist nur noch an zukünftigen Rentenzahlern interessiert. Ob ich das alles gerade heute noch akzeptieren kann? Versäumnisse bedrängen mich: Ich müsste, sollte, könnte….. auch habe ich massive Angst vor (staatlichen) Institutionen, die einem immer wieder mit irgendwelchen bürokratischen Anliegen und Fristsetzungen auf die Pelle rücken. Tolles Argument, dass es anderswo viel schlimmer ist. Die Musik? Ob ich dieses Kapitel beenden muss? Nach der Erfahrung einer krassen Ablehnung über Jahre hinweg fällt mir das leichter.

Mittwoch, 1. Juni 2022

Die Dämmerung (Alfred Lichtenstein)

Die Dämmerung Ein dicker Junge spielt mit einem Teich Der Wind hat sich in einem Raum gefangen Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich Als wäre ihm die Schminke ausgegangen. Auf lange Krücken schief herabgebückt Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt. Ein Pferdchen stolpert über eine Dame. An einem Fenster klebt ein fetter Mann Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen. Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an. Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen. Alfred Lichtenstein 1913

Montag, 30. Mai 2022

Popmacher und Ich

Was heißt es beispielsweise für alternde Popstars, den „Zenit überschritten“ zu haben? Eine „Marke“ samt ihres Bedeutungsvorhofes mittels eines Auftritts noch einmal vorführen? Scheinbare Zeitlosigkeit zelebrierend. Etwas verstetigen, etwas verfestigen, was einst der ewigen Jugend geschuldet war, was ihr überantwortet war, was aus ihr gewachsen ist? So etwas wie die ewige Kreativität? Sie überführen in eine öffentlich bestätigte Selbstvergewisserung? Nach dem Motto: Alles hat seinen Preis, - ich auch. Das bedeutet gesellschaftlichen Status in der Industriegesellschaft. Sich nachträglich vergewissern, dass man nicht nur Mist gemacht hat? Eine kollektive Vergewisserung dergestalt, dass man den Leuten gegeben hat, was sie wollten? Materialisierte Träume. Aufbereitete Lügen. Sie zu seinem eigenen Zweck geformt: es ist eine Urfigur des Bestehenden. „Slowly fade away“? Oder vielmehr die sich selbst bestätigende Wiederholung? Das Angekommensein im gesellschaftlich Produktiven, das auch entsprechend honoriert und belohnt wird? (nur halt als wohlfeile Erinnerung...) Eine Bedürfnisbefriedung der Vielen, so, wie es diese Gesellschaft verlangt. Das Aufgehobensein im Kollektiven? Ob Künstler sich jemals als ein Instrument dieses kollektiven Willens gefühlt haben? Manche ja, die meisten wahrscheinlich nicht. Ein „Sich spiegeln in der Masse“? Formulierung einer Generation, einer gemeinsamen Zeiterfahrung? Das Ausloten eines gemeinsamen Raumes und ihn überführen in unglaublich triviale Aussagen? In Refrains gezwängte Parolen. In nette Eingängigkeiten, scheinbar beiläufig. „Halt so...“. Oder als gezielte Marketingspekulation, die freilich verinnerlicht wurde nach dem Motto: „das ist professionell, so ist das Geschäft“. Sie als letzt

Samstag, 28. Mai 2022

MediensportlerInnen

Was mich stört: Diese ganzen wichtigtuerischen Sportlerfiguren und die Werbung scheinen eins geworden zu sein. Zuerst wurde es als Unvermeidlichkeit toleriert, dann akzeptiert…..und schließlich intensiviert, professionalisiert. Überall, aus allen Ecken eines Bildausschnitts heraus grinst einen inzwischen eine „Produktempfehlung“ an. Mittlerweile scheint es im Sportestablishment ja geradezu zur zweiten Natur geworden zu sein, sich derart zu verkaufen. Da scheut man sich auch keinesfalls, etwa für Sportwetten zu werben, wobei es auch diesbezüglich einiges Negative zu berichten gäbe. Dauernd Pausen, in die hinein Spots gespielt und von diesen Sportfiguren als unvermeidlich markiert werden. Der ganze Sport, und ganz besonders der Fußball!, scheint geradezu durchseucht davon. Ja klar, im Gegenzug gibt es Sponsorenkohle. Aber gerade dies, dass jeglicher Umgang, ja, geradezu alles zum Geschäft „auf Gegenseitigkeit“ geworden ist, könnte einen ein bisschen ankotzen an diesen Deals. Es scheint geradezu Kennzeichen des Professionalismus geworden zu sein, sich als käuflich zu erweisen, - wobei clevere Agenten die Preise aushandeln. Man mag es mir nachsehen, dass ich dies als extreme Charakterlosigkeit deute. Noch habe ich mich nicht damit arrangiert…...

Donnerstag, 26. Mai 2022

Going through......

Stay in another place touched by another soul going through time tunnels and my own life phases seing smiling laughing faces it is a game a match that you don't ever catch it is going through you and maybe it has no real clou cause it is nothing and all in itself we putting it in a personal shelf we don't know nothing at all and are starngely playing with a ball nice places, nice faces muddy waters in inner lines outer space of a shady soul and a pain you can't control livin' in Hotel Oasis

Mittwoch, 25. Mai 2022

Leute mit schmutzigen Händen

Es könnte ja sein, dass es Leute gibt, denen der hier und anderswo gepflegte Politikstil samt allen unguten Verflechtungen durch alle Kriege und Pandemien hindurch nicht sehr gefällt. War bisher aber trotzdem noch möglich. Leute!, die das Lobbysystem ablehnen. Jawohl, es mag eine Schwäche sein: Leute, die einem Protest nachhängen, der sich nicht mit allem abfinden will, was einem Institutionen vorsetzen. Die sich einer Verdinglichung des Menschen entgegen stellen wollen.Leute, die anstreben würden, dass dem sogenannten „Volk“ wieder mehr Einflussmöglichkeiten auf seine Geschicke zugestanden werden, die sich nicht damit zufrieden geben, als „Kostenfaktor“ zwischen verschiedenen Institutionen hin und hergeschoben werden. Leute, die Zwischenfragen stellen und nicht einfach hinnehmen, was die Mächtigen untereinander ausmauscheln. Leute, die sich nicht damit abfinden wollen, dass sich ihre Vertreter deshalb desinteressiert geben, weil ja vom Staat legitimiert ohnehin ihre Taschen überquellen. Wo haben sie ihre Vertretungen, ihre Parteien? Die nicht gleich des „Populismus“ bezichtigt werden? Sind denn „normale“ Politiker keine Populisten, oder verläuft da eine Trennung eher gradweise? Ob es in der Natur der Politik liegt, dass sie bis zu einem gewissen Grad populisisch agiert? Macron in Frankreich hat sich als große Kraft präsentiert. Dass das vor allem seine Außenpolitik betrifft, wird hier nicht so recht wahrgenommen. Nach innen scheint er im Interesse der Reichen und Mächtigen zu agieren, indem er Gesetze durchboxen will, die ziemlich eindeutig zu sein scheinen. Auch er will das Wort „Reform“ in einem gewissen neoliberalen Sinne verwenden. Klar, dass er ein Politiker ist. Und wer in der Politik ist, macht sich (zwangsläufig?) die Hände schmutzig (Wie wir unlängst von einem grünen Politiker erfahren haben).

Dienstag, 24. Mai 2022

Die Vorwärtskommer

Die Überangepassten waren uns suspekt. Diejenigen, die in der Schule und „im Leben“ überall Einser hatten. Die Musterschüler. Die Stipendienerhalter. Als „Primus“ bewährt. Die „Durchsetzungsfähigen“. Die „Karrierebewussten“. Die überall vorne dran waren. Die Klassensprecher und die Schulsprecher, die unbedingt Medizin studieren wollten. Die als „große Begabungen“ galten und dazu ein wichtiges Gesicht machen konnten. Die „Schlauen“. Dahinter vermuteten wir die falschen Gründe. Wohl auch zu recht. Die schienen dem System allzu willfährig zu sein. Aus unserer Perspektive. Wir wollten da nicht mithalten. Denn wir glaubten uns im Recht. Pointe: Später schnitten sie uns eine lange Nase, die Karrieristen. Sie hatten alles richtig gemacht. Wir nicht. Sie hatten ihre Karriere gemacht. Wir hatten unseren Niedergang zelebrieren müssen. Wieso wird der eine ein Loser, während der Andere Karriere macht? Sie waren beispielsweise auf dem Ticket einer Partei voran gekommen, waren zu einer Nachwuchskraft geworden, der man dort etwas zutraute.. Wir hingegen hatten uns mit nichts identifizieren wollen. Wir beobachteten, versuchten, zu analysieren. Dass das ein Luxus war, erkannten wir zu spät. Der Ehrgeiz fehlte uns. Den Preis hatten wir später zu bezahlen. Das „Gestalten wollen“ (was eine andere Formulierung für „Macht ausüben“ ist) übte auf uns keine Anziehungskraft aus. Also sackten wir ab. Schnell, intelligent und offen zu sein lehnten wir als Vorzeigeeigenschaften ab. Wir übten uns in flascgher Bescheidenheit, in Understatement. Das führte man auf eine eher selbstverständliche Art vor. Die Gesellschaft hat sich so entwickelt, dass sie so etwas nicht honoriert, sondern negativ sanktioniert, dass sie das gnadenlos abstraft. Es scheint nämlich darauf anzukommen, etwas zu zeigen und vorzuführen, etwas vorzutäuschen, was nicht unbedingt da sein muss. Es gilt die Verkaufe, nie der Inhalt. Blender werden belohnt. Überzeugungen zu haben, ist nicht sehr beliebt. Es gilt vielmehr, „die richtigen“ Überzeugungen zu haben.

Montag, 23. Mai 2022

Pragmatische Demokratie

Demokratie scheint auf mannigfache Weise in der Defensive zu sein. Überall scheinen Autokratien auf dem Vormarsch. Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung, ist zu einer Leitidee der Wirtschaft geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Büger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger dieKomplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und dem Philsosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt, Zusammenballungen von sogenannten „Experten“, die die ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc. Der mündige Bürger galt ihm nichts. Lippmann ging es darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe. Dewey hingegen ging es darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie seien gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und hätten einen Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den „freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt. Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? -….Demobilisierung? Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevaten Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten, erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“ untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind“. In seinem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philosoph des Pragmatismus geschrieben.

Sonntag, 22. Mai 2022

Kackstein (Songtext)

KACKSTEIN Feiner Kackstein, Speckstein überstehen, übersehen Bilder, die einen hinein ziehen in sich, in eine andere Welt wir mischen uns in Klänge verschroben, verdorben, abseitig es gilt, Kerzen anzünden, im Tempel des Lichts Man furzt sich durch, überstehen heißt die Devise Bilder, die einen hinein ziehen in verführerische Geschichten, in miese Geschichten, die verpuffen, die sich verlieren wir mischen uns in krasse Klänge verschroben, vertrieben, verstört es gilt, Kerzen anzünden im Tempel des Nichts während andere sich verlustieren, das Fleisch und den daran gehefteten Reiz genießen, sich zuführen gegen Leistung Genuss, Bequemlichkeit, weiche Akzeptanz Wir gehen alle in einer Reihe Wir klatschen uns ab einer nach dem andern muss gehen muss sehen und überhaupt Wir traben nach Trabentrabach hinein ins Loch von Trabentrabach durch Trabentrabach, sonst nichts Wir traben ins leere Tor von Trabentrabach Verlier‘ nicht die Nummer! sie ist dir nur ein einziges Mal gegeben sie beten sie an, sie heiligen sie in Ritualen Wir traben ins leere Tor unter lautem Applaus wir trauen uns zu trauen alter Flaschengeist, komm wir fangen dich wir baden frech im Bombast der kalten Über-Krieger staunen über akkurate Scheitel, polierte Stiefel komm jetzt unter meine Pappel! Ich war nicht dafür gekommen Jetzt ist Pause ey!, Hallo! Pass auf! Sie fangen dich, sie kriegen dich!

Samstag, 21. Mai 2022

Kleine Lügen

Notlügen? Notwendige Lügen? Kleine Lügen? In der Antike wurde derjenige, der andere geschickt hinters Licht führen konnte, bewundert. Es war eine große Kunst. Machiavelli meinte im 16. Jahrhundert: „Lügen, Tricksen, tarnen, täuschen – das gehört zum politischen Geschäft“. Wäre nicht eine epochale Sache dazwischen gekommen, so wäre der 300. Geburtstag von Baron von Münchhausen groß gefeiert worden: Der Lügenbaron ist einer, den jeder Angehörige des Bildungsbürgertums unbedingt kennen muss (der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat).Was bei uns etwas subkutan und uneingestanden läuft: auch wir lügen fortwährend. Ausreden sind Tagesgeschäft und die Wahrheit liegt ja ohnehin im Auge des Betrachters. Schon solche Phrasen wie „Schöner Tag noch“ usw. sind doch nicht so gemeint. Sie sind soziales Schmiermittel. Auf die Frage „Wie geht’s?“ will jemand ja auch nicht bis in alle Einzelheiten wissen, wie es tatsächlich geht. Vielmehr sollte ein „Danke! Gut!“ vorprogrammiert sein. Politiker machen es uns vor: Sie schummeln und lügen jeden Tag, beliebt sind die frechen Lügen, wenn es um akademische Grade und Doktorarbeiten geht, einmal stand auch der Verdacht im Raum, es ginge beim „Oval Office“ um ein „Oral Office“.... und vieles mehr. Doch die Alltagslüge hat sich auch bei uns eingebürgert: Wir lügen jeden Tag, um die Dinge für uns einfacher zu machen und andere Menschen scheinbar zu schonen oder sie nicht zu verletzen. Ehepartner sagen zueinander: „Schatz, du bist wunderschön“. „Alles gut“ passt immer. Keinen Ärger haben ist oberstes Gebot. Nicht ganz ehrliche Komplimente sind auch beliebt. Höflichkeiten sind allzeit beliebt. Die reine Wahrheit ist womöglich allzu rau und garstig. Ein Maß an Unehrlichkeit scheint wichtig zu sein für ein harmonisches Zusammenleben. Was nicht passt, blenden wir aus. Kognitive Dissonanz. Sozial gesinnte Menschen scheinen häufiger zu lügen. Sie nutzen diese Möglichkeiten für den besseren Umgang. „Soziales Geräusch“. Die Wahrheit hören, - wer will das? Sich gut fühlen heißt das Gebot. Die anderen überlisten.

Donnerstag, 19. Mai 2022

Wertsteigerungen

Klima? Nachhaltigkeit? Richtig leben? Geld? Für viele, ja die meisten Menschen, scheint das Geld noch immer alles zu bedeuten. Ach ja? Zu ethisch aufgefasst? Moral? Igitt! Wirtschaft über alles. Ohne sie könnte man sich auch keine Menschlichkeit leisten? Fakt ist, das Thema scheint regelrecht religiös aufgeladen. Doch es scheint es in den westlichen Industriegesellschaften zwei Typen von "erfolgreichen" Menschen zu geben: diejenigen, die geerbt haben, und diejenigen, die „es sich erarbeitet“ haben (egal, wie...). Wer nie Geld hatte, wer miese Einstiegsbedingungen in dieses System hatte, wird seinen Reichtum später sehr offensiv zur Schau stellen und mit allerlei Statussymbolen untermauern, - vor sich und „den anderen“, die ihm neidische Blicke schicken. Er muss zeigen und sich bestätigen lassen, dass er es "geschafft" hat. Kein Mangel, kein Hunger, keine Sorgen mehr, das kann ein Motiv für finanziellen Aufstieg sein. Auffällig ist, dass in diesem Falle das Geld für die betreffenden Personen ein klarer Gradmesser für den Wert einer Person ist, nach dem Motto „wer viel verdient, ist viel wert für diese Gesellschaft“. Der Gradmesser, das Thermometer ist nach deren Meinung überall vorhanden und gilt überall. Wer der Gesellschaft viel Wert liefert, wer das Leben einfacher, schöner oder schneller macht, hat sein Geld verdient. Basta.Reichtum aber ist für solche Personen oft eine relative Größe. Ihnen scheint oft bewusst zu sein, dass sie im Vergleich zur Weltbevölkerung unsagbar reich sind, im Vergleich zu dennoch immer noch reicheren Personen aber „kleine Würstchen“. D.h., eine reiche Personen betrachtet sich selbst nie als „reich“, sondern bemisst seinen "Wohlstand" an “den anderen“.

Mittwoch, 18. Mai 2022

Wörter und Töne (MP3)

Dienstag, 17. Mai 2022

Herrschaft - wie?

Angesichts der Vermischung von Demokratie, Diktatorship, Autokratie, Clanherrschaft und Korruption, die in vielen Ecken der Welt herrscht, dürfte man stolz sein auf das, was sich hier als „parlamentarische Demokratie“ behaupten wird. Gewiss, die Formen der Durchmischung von Korruption und Demokratie sind hier etwas subtiler und vom Lobbyismus getränkt. Im Großen und Ganzen hebt sich das ab von Verhältnissen in anderen Ländern. Das soll auch so bleiben!, denkt sich so mancher, der unter den ungleichen Eigentumsverhältnissen und dem rücksichtslos herrschenden Lobbyismus in diesem Land leidet. Wieso eigentlich die sogenannten „Eliten“ die Neigung haben, andere Klassen und Menschen in ihrer Umgebung zu ihrem eigenen Nutzen und Frommen auszubeuten, sie auszunehmen, sie zu betrügen? Ob das „im Menschen angelegt ist“? Ob das etwas mit dem alten christlichen Begriff der „Erbsünde“ zu tun hat? Der Kampf jeder gegen jeden? Wer das glaubt oder auch nur erwägt, muss sich hierzulande als „faschistisch“ beschimpfen lassen. Wir haben Verständnis dafür, sind aber doch auf der Suche nach „Wahrheit“. Autokraten übernehmen überall die Macht und die „Untertanen“ lassen sich gerne betrügen, so scheint es. Ob sie es nicht besser wissen. Oder ob sie so etwas wie jenem Charisma ausgeliefert sind, das auch noch meist von den Medien befeuert wird. Auch in unserem Land herrschte einst so etwas wie „Charisma“, mit den schlimmsten Erfahrungen. Dies ist kein akzeptables politisches Modell! 

Montag, 16. Mai 2022

Ganzheitlich?

Ich will möglichst alles integrieren und zu einem Gesamteindruck zusammenfassen: Texte, Lyrik, Fotos, Musik...usw. Das alles bin ich, macht mich aus - und das sind meine Ego-Botschaften. Und genau darin gleicht das einem Modell für viele, ist nicht gar so persönlich, wie uns die verschiedenen „Wirklichkeitsbestätiger und -verstärker“ weiß zu machen versuchen. Im Grunde hängt das alles damit zusammen, dass ich Herz, Gemüt und Verstand als zusammenhängend betrachte, dass das Zusammenhängende wohl mein Ich ausmacht. Dazu freilich will ich nicht allzu viele selbstgefällige Aufsätze absondern. Ich habe zu berücksichtigen, dass wir in unserer Gesellschaft dazu neigen, die einzelnen Bereiche einer Person sich gegenseitig (ja, sogar "innerhalb" eines Egos...) entfremden zu lassen und dann zugunsten eines Produktionsprozesses einen einzelnen „auszubeuten“, indem nur ein bestimmter Teil seiner Persönlichkeit dem Verwwertungsprozess zugeführt werden soll. Leider sah ich dies erst zu Ende meines bewussten Lebens in größerer Klarheit, denn zuvor schenkte ich dieser Einstellung zu wenig Aufmerksamkeit. Ich nahm stillschweigend an, es im Überblick und in einer halbwegs vertragenen Mimikry für meine Verhältnisse besser zu machen, irgendwie halbwegs anständig durch zu kommen. Eine frühe schwere Krankheit war mir eine Warnung. Ich änderte so manches. Aber der Trott des Alltags schien mich zu lange in eine andere Richtung zu führen.

Sonntag, 15. Mai 2022

Altern

In Untätigkeit geparkt? Still gelegt? Vor dem Rollator zusammengefaltet? Auch wenn mit dem Alterungsprozess viele körperliche und geistige Funktionen abnehmen - mit dem Altern steigt auch die Lebenserfahrung: Nicht umsonst werden viele ältere Menschen auch als "weise" bezeichnet. Doch schon äußerlich ist alten Menschen ihr Alter oft anzusehen (was sich in naher Zukunft mit den verschiedenen Techniken des „Aging“ ändern dürfte...) . Es scheint wie ein Spiegel des „inneren“, seelischen Alterns zu sein. Wenn wir nun aber das innere Altern aufhalten, wird auch das Äußere dem entsprechen, als quasi „Spiegel“, als Entsprechung - so die Annahme. Dazu gilt es nur, die Maschine Mensch etwas perfekter zu machen. Die Fehler, die sich im Genom mit dem Altern häufen, müssen repariert werden, die Stoffwechselprodukte in und außerhalb der Zellen entfernt werden....und so weiter, ein paar dieser technischen Eingriffe und das Altern wäre gestoppt. Dazu braucht es aber eine Änderung unseres Menschenbildes, so die Annahme. Der Mensch ist eine Maschine, das heißt eine Ansammlung von Informationen. Es gilt nun, meine Identität auf einem Apparat zu speichern. Mit diesem Apparat werden wir uns austauschen, so, dass er uns immer ähnlicher wird. Eines Tages wird dieser Apparat ein eigenes Bewusstsein haben, so die Technokratenhoffnung. Wir könnten mit ihm körperlos (und beliebig speicherbar, kopierbar...) durch die Ewigkeiten zu treiben, das Universum erkunden. Dies könnte eine Zukunft ohne Tod bedeuten: Unsterblichkeit. Es liegt wohl alles in Gottes Händen. Sich von der Welt verabschieden und sterben.

Samstag, 14. Mai 2022

Valerie (46)

Er hörte bei ihr auch viel professionelle Eitelkeit heraus, sie fuhr sich ständig etwas affektiert durch die Haare auf eine Art, die ihm wie eine geklaute Pose vorkam, - vielleicht als Pose, um sich unbewusst zu profilieren? Allerdings musste er sich eingestehen, dass diese Geste ihre Wirkung auf ihn nicht verfehlte. Es wurde ihm bewusst, dass er diese Bewegung, seit er sie als Person kennen gelernt hatte, schon oft an ihr wahrgenommen hatte und dass dies vielleicht einen wesentlichen Teil ihrer Ausstrahlung und ihrer Körpersprache ausmachte. Auch in dieser Bewegung lag etwas Erotisches, etwas Animalisches und Geheimnisvolles sogar, etwas, das sicher nicht nur auf ihn so wirkte. Waren das kleine Tricks, die sie sich angeeignet hatte, - die Wirkung wohlberechnend, - oder war sie das wirklich, war das Ausdruck ihres Ego? Was überhaupt war ihr Ego? Es stellte ich für ihn heraus, dass er vielleicht zu neugierig oder zu anspruchsvoll sei, - dass es sich vielleicht nur um Scheinprobleme handele…. Er freilich konnte sich nicht von dieser Idee freimachen, Menschen statt ihrer Rollen kennen lernen zu wollen. Rollen, die sie mehr oder weniger gekonnt spielten, bewusst oder unbewusst. Gerade diesen Menschen wollte er auf die Schliche kommen. Dafür aber fühlte er sich zu unflexibel, zu unbeweglich, - und überhaupt, er ging diese Sachen wohl zu direkt an.

Freitag, 13. Mai 2022

Melancholische Vergnügtheit

Melancholische Vergnügtheit Es ist doch nur ein Phantom, das ich jage bin doch immer wieder alleine, kurz davor alles ist ein Kommen und Gehen nichts bleibt Du kannst nichts auf Dauer haben nicht mal ein bisschen das du jetzt zwischen den Fingern hast Es heißt, Abschied zu nehmen du bist alleine und willst es manchmal nicht wahr haben

Mittwoch, 11. Mai 2022

Im Strom der Daten

Ob einen nicht gelegentlich ein komisches Gefühl durchzuckt, wenn man wieder mal den Streaming-Dienst benutzt? Alles total offen? Zuleitungen etc. …..Ob es da nicht etliche neugierige Nasen gibt? Datensauger sind unterwegs, die ihre Erkenntnisse für die Werbewirtschaft und … manchmal… auch für Geheimdienst „auswerten“. Oder schlicht ...verkaufen. Was ein „Datensatz“ wert ist? Anscheinend kann es dabei auch um Daten gehen, die Befindlichkeiten offenbaren. Verfassung. Haltung. Reiz- und Schlüsselwörter sollen dabei etwas offenbaren. Also, Vorsicht walten lassen beim Sprachgebrauch! Das Gesundheitsarmband gibt im Zweifelsfall noch Daten hinzu und zeigen unter Umständen Stimmungslagen an, was den Datenauswertern anscheinend einen Blick in die Psyche erlaubt. Dabei geht man auch gerne in die Erkenntnisse der Psychologie: Es geht dabei um „Valence“, ein Wert, der zwischen 0 und 1 festlegt, ob etwas eher fröhlich (positiv) oder traurig (negativ) ist. Dabei geht es offenbar darum, rote Fäden zu erkennen. Kombiniert mit anderen, anderswo erhobenen Daten zeichnen sie ein Bild unserer Persönlichkeit, das möglicherweise zutreffender ist als das, was wir uns selbst von uns machen. Dies mag dabei eine Rolle spielen, Werbung möglichst zielsicher zu plazieren. Ob es dabei eine Art „globaler Gemütsverfassung“ gibt? Könnte viel, allzu viel, über uns verraten. Jedenfalls wird die Überwachung immer feinmaschiger, als wir zu ahnen wagen. Dabei geht es wohl auch um "Granularität", also die immer genauere Erfassung von immer mehr Parameter... Anscheinend spielt bei der Überwachung der Bürger eine Lauschsoftware eine große Rolle, die besonders bei Geheimdiensten, aber auch bei derm organisierten Kriminalität sehr beliebt sein woll. Prinzip: Smartphone nimmt Gespräche auf, macht Fotos und legt die Datenbahnen zur gezielten Überwachung fei...., Die so gewonnen Daten können natürlich wieder kombiniert werden Oh weh! Es graust einem.....

Dienstag, 10. Mai 2022

Werde, der du bist

Wir werden unserer menschlichen Identität nur sicherer, wenn wir auch im Gegensatz zur vorherrschenden positiven Einschätzung der „Gegenwart“ (Sie mag im nächsten Moment schon vergangen sein) die Vergangenheit studieren und daraus lernen können. Welchen Weg wir schon gegangen sind, um zum jetzigen Zustand unseres Selbst zu gelangen. Was habe ich aus diesen Erfahrungen gelernt? Ging es mir viel zu wenig ums Lernen? Wo bin ich voran gekommen? "Voran", - in welche Richtung? Welche Inspirationen gab es? Was hat sich in mir festgehakt? Was hat mich behindert? Hat es mich beeinflusst? Wie? Was? Welche Wege bin ich in meinem Leben gegangen, wird da aus heutiger Sicht eine Richtung erkennbar? Wie kann es sein, dass ich jetzt gerade derselbe bin – und doch nicht derselbe? Irgendwie geworden. Ein Anderer? Oder derselbe? Wie habe ich die Dinge um mich herum zu verstehen versucht? Und bin dadurch aus mir heraus gekommen? Kann ich das am Heutigen spiegeln? Was sind die Wege, welche Umgebungen sind in mir mit was verbunden? Gebe ich mir das zu - oder gehe ich diesem „Lebe ganz in der Gegenwart“, diesem Gebot der hedonistischen Gegenwartssucher nach? Ist die Gegenwart, unser Existieren für mich nicht vielmehr ein Wunder? In das man hinein geworfen wurde, ohne es wirklich zu verstehen? Ich bin nicht bereit, scheinbare Selbstverständlichkeiten als solche in mich aufzunehmen. Das scheint eine Essenz in mir zu sein, ein roter Faden. Überhaupt, ich würde jetzt gerne mehr rote Fäden erkennen an mir. Ich weiß aber auch, dass ich mich und meinen „freien Willen“ gespiegelt habe an Orten, an Verhältnissen, die damit verbunden waren und die mich beeinflusst haben, mit denen ich irgendwie zurecht kommen musste. Ich hatte versucht, zu funktionieren, hatte dies aber nicht so recht fertig gebracht. Erwartungen verfehlt. Ich war zur Seite nach allen Richtungen ausgebrochen, es war wohl in mir angelegt. Dem zu folgen, mag ein Fehler gewesen sein. Ich kann das von heute aus besser erkennen. Ich habe registriert, wie mich Leute rechts und links überholt haben, wie viel sie schneller waren - aber nicht unbedingt besser.

Montag, 9. Mai 2022

Willen (Songtext)

WILLEN Du mach mal schnell das Fenster auf es wird doch jetzt nicht klemmen die Luft fängt an heftig zu brennen es sind doch immer die gleichen ständig am nörgeln und am motzen was soll der Quatsch, das ist zum kotzen die Welt is so schön da draußen die Welt ist manchmal bitterkalt du wirst nie da gewesen sein alles war vielleicht nur eins Fenster auf, ich krieg keine Luft hier ist's so heiß, hier dorrt alles aus wer hier reinkommt, den treibt's gleich wieder raus (hinaus) Hände weg, was soll der Quatsch Das bleibt jetzt zu, jetzt geb' eine Ruh das ist halb so schlimm und nur übertrieben die Welt is so schön da draußen die Welt ist manchmal bitterkalt du wirst nie da gewesen sein alles war vielleicht nur eins

Sonntag, 8. Mai 2022

Trickle-down

Wer sagt denn, dass der „Staat“ gleich bedeutend mit der Allgemeinheit sein muss? Wer sagt denn, dass die „Trickle-Down-Theorie“ richtig ist, die uns weiß machen will, dass wenn es den Reichen und Kapitalsäcken gut gehe, dass dann irgendwann auch die Übrigen, also die Lohnabhängigen, von deren Reichtum profitiere? Nun ja, die russischen Oligarchen in UK scheinen gezeigt zu haben, dass das nicht funktioniert. Dass das privilegiert und von den oberen Schichten erworbene Geld einsickere auch in die weniger wohlhabenden Schichten? Andererseits: Der Staat will Steuern einnehmen und setzt dazu alle Hebel in Bewegung. Er hat das Recht auf seiner Seite, egal, ob er demokratisch legitimiert ist oder nicht. Hierzulande ist dies angeblich so, um den Erlös der sozialen Wohlfahrt (also Kindergärten, Alten- und Krankenpflege, soziale Umverteilung usw.) zugute kommen zu lassen. Dies scheint mir ein Totschlagargument von der Sorte, die man immer einsetzen und gebrauchen kann.Tatsache ist, dass die Steuern in Staaten offenbar ineffektiv eingesetzt werden und noch niemals gesenkt wurden, dass sie in der Vergangenheit vor allem „die Armen“ betrafen, die eine gewisse Partei in Deutschland mit den "nicht Leistungsfähigen und Willigen“ identifiziert. Ich habe immer noch in den Ohren, wie ein Finanzminister Deutschlands in einer Diskussionsrunde meinte, man könne sich nun (fast) alles leisten….“. Na, wenn das so wäre, wieso strebte man dann ein seltsam und allgemein so ausgegebenes 2%-Ziel bei den Verteidigungsausgaben an samt einem 100-Milliarden-Nachschuss (weil das mit den 2 Prozent einmal von jemand so ausgemacht wurde?), und das ganz besonders, wenn man sich mit der Meinung auch auseinander setzen muss, dass das Problem der deutschen Armee kein Geldproblem, sondern ein Beschaffungsproblem sei?“. Wieso musste "Die schwarze Null" zur Rechtfertigung einer katastrophalen Vernachlässigung der Infrastruktur herhalten? Hat die politische Opportunität dermaßen stark eine Eigendynamik entfaltet, dass man glaubt, solche Zielsetzungen verfolgen zu müssen? Wieso glauben Journalisten direkt und indirekt dem Großkapital sekundieren zu müssen, um dies den Opfern ihrer Einstellungen auch noch als „Stimme der Vernunft“ zu verkaufen ("Man kann nur ausgeben, was man auch eingenommen hat")? Ob das am Ende gar etwas mit voraus eilendem Gehorsam zu tun hat und ob so etwas mit dem Ethos zu vereinen ist, den solche Leute gerne beschwören?

Samstag, 7. Mai 2022

Innovationen

Ein-oder zwei-Euro-Jobs und prekäres Arbeiten. Niedriglohn. Jeder glaubt, er schafft das schon. In dieser Schönen Neuen Welt. Service rules. Jeder denkt, ihn betrifft das nicht. Er schafft das schon. Krieg? Wird auch vorübergehend sein. Lieber: Fleißig, produktiv sein. Individuell. Humankapital. All diese neoliberalen Phrasen. „Innovation“. Technische Berufe. Ingenieure. „Wohlstand“. „Strukturwandel“. Kein Nachdenken mehr, kein Vordenken. Keine Kritik. Ausführen von Vorgaben stattdessen. Waffenlieferungen allenthalben. Energiekrise. Sparen. Keine Probleme mehr, nur noch "Herausforderungen". Was konstruktiv ist, bestimmt die Wirtschaft, die Industrie. Sie will sich ihre eigenen Studenten heranziehen. Die dann ihre Schuldner sind. Möglichst lebenslang. „Be positive“, ein Rezept, das wir willfährig kopiert haben. Im Sturzflug der Hölle entgegen…

Freitag, 6. Mai 2022

Langsamer

„Ich bin ein langsamer Mensch. Es ist ja so: Du kannst nicht Zeit gewinnen. Drum bin ich immer erstaunt, wenn mich einer schnell überholt. Dann denk’ ich: aha, dem pressiert’s. Aber was hat er davon? Selbst, wenn’s mich pressieren würde, ich würde trotzdem nicht schneller fahren“. Das sagte Gerhard Polt anlässlich eines Interviews zu seinem 80. Geburtstag, ein Ereignis, das jetzt nahezu pausenlos durch die Medien gehetzt wird. Stichwort: Humor. Karl Valentin usw, - Das Absurde. In drei Tagen ist es alles schon wieder vergessen, denn wir leben offenbar in einer schnellebigen Zeit und fühlen uns viel zu oft zu diesem Rhythmus gezwungen. Dabei ist es doch offensichtlich so, dass jeder Mensch für sich das Tempo finden muss, in dem er Dinge verarbeitet, erledigt usw. Auch ich finde immer mehr heraus, bzw. bin dazu gezwungen anzuerkennen, dass ich ein langsamer Mensch bin. Es scheint um mich herum Schnellchecker zu geben, mit denen ich gar nicht mithalten kann oder will, alleine schon, weil ich das zu unentspannt finde. Doch diese Art der Entspannung scheint mich viel in meinem Leben gekostet zu haben. Ich habe viele Dinge viel zu spät kapiert, geschweigeden umgesetzt. Man war zu abwartend, unentschieden, wollte sich etwas überlegen, worin man dann zu keinem Ergebnis gelangt ist, das Aktion mit sich gebracht hätte. Den Gegensatz zu den „Tatmenschen“ konnte man lange aushalten, solange man einigrmaßen jung war. Doch die Sache wird mit fortschreitendem Alter immer schwieriger. Auch geht einem die Zeit aus. Man kann nahezu nichts mehr aufschieben, denn morgen könnte man tot sein, oder das Überlegte gar nicht mehr können, man könnte es nicht mehr in die eigene Realität herein holen. Offenbar liegt das an meinem Charakter.

Donnerstag, 5. Mai 2022

Another Times in digital universe

Another Times in digital Universe Spring doch! Mach's doch! Glaub' es! Lass es! sagt der Algorithmus sagt das andere Ich sagt Dein Ich in dir the digital one electric electronic artificial natural native

Mittwoch, 4. Mai 2022

Pharma-Tricks

Ich stelle mir vor: Ich wäre im Krieg und blicke auf "Friedenszeiten". Leider bin ich von einigen Medikamenten abhängig. Ich brauche sie täglich, so wird gesagt. Wie das? Mein Arzt ist der Ansicht, dass ich das Medikament regelmäßig nehmen sollte, ich sei chronisch krank. Was aber sind seine Interessen dahinter? Nimmt er an solchen als „Fortbildungsmaßnahmen“ camouflierten Werbeveranstaltungen teil, die ihm gegen gutes Honorar bestimmte Dinge nahe legen und sich dabei um gekonnte oder weniger gekonnte wissenschaftliche Verbrämung bemühen? Weiß ich das? Nein. Ich kann nur schlimme Dinge vermuten und mich anmachen lassen, wenn sie nicht stimmen. Ich muss mich anmachen lassen, denn ich bin ja abhängig. Und was ist mit den täglich von mir benötigten Medikamenten? Bestimmte Medikamente kriege ich gar nicht mehr. Oder nur nach einigen Tagen. Sie scheinen über Umwege so gerade noch aufzutreiben zu sein. Ob dahinter steckt, dass die Pharma-Konzerne ihre Medikamente dorthin verkaufen, wo sie am meisten daran verdienen? Wie steht es mit der Entwicklung von Antibiotika? Mit resistenten Keimen? Wenn mein Medikament wenig lieferbar ist, wenn etwa Engpässe entstanden sind, ist diese Strategie der Verknappung bzw. Nichtentwicklung sogar umso lukrativer. Ich kann damit vielleicht sogar erreichen, dass ich der einzige Anbieter bin und somit ein Monopol beanspruchen kann. Ob das ausgerechnet bei uns, im „besten Gesundheitssystem der Welt“ etwa nicht der Fall ist? Zugunsten des Wohls von Patienten? Oder wie kommt das alles? Produktionsstätten in Asien fallen aus, Produktionsstätten, die völlig unsozial und ökoschweinisch produzieren? Lieferkettenexzesse. Ob nicht doch das eine oder andere Produktionspotential nach Europa zurück verlagert werden sollte und noch ein paar Antibiotika entwickelt werden?

Dienstag, 3. Mai 2022

Prophezeiungen

Dass die Armen noch ärmer werden, hat Wirtschaftsminister Habeck gestern gesagt. Politische Berechnung oder Ehrlichkeit? Gleichzeitig wird von Entscheiderseite immer wieder betont, dass staatliche Hilfen ja nur vorübergehend, etwa 3 Monate lang, dauern könnten. Politische Berechnung oder Ehrlichkeit? Ob solche Dinge viel zu lange als Preis der „Freien“ Marktwirtschaft gedeutet wurden? Gilt die „Trickle-down-Theorie (siehe Blog an anderer Stelle, etwa am 8.5.22) noch, nach der der Wohlstand der Reihen in einer Wirtschaft früher oder später auch bei den Armen ankomme? Das alles geht mir nicht mehr aus dem Kopf und beschäftigt mich. Ob das solche Menschen, die aller materieller Sorgen enthoben sind, leichter sagen können? Auch wurde bekannt, dass von der „neuen Regierung“ mehr als 700 ministeriale Stellen mit entsprechender Pensionsberechtigung neu geschaffen werden sollen. Ob das mit der viel versprochenen „Entbürokratisierung“ zusammen hängt? Ja klar, mehr als 2 Jahre lang war die Pandemie das Totschlagargument, jetzt ist es der Krieg.

Montag, 2. Mai 2022

Nachtseele (Lyrik by Georg Trakl)

NACHTSEELE Schweigsam stieg vom schwarzen Wald ein blaues Wild Die Seele nieder, Da es Nacht war, über moosige Stufen ein schneeiger Quell. Blut und Waffengetümmel vergangner Zeiten Rauscht im Föhrengrund. Der Mond scheint leise in verfallene Zimmer, Trunken von dunklen Giften, silberne Larve Über den Schlummer der Hirten geneigt; Haupt, das schweigend seine Sagen verlassen. O, dann öffnet jener die langsamen Hände Verwesend in purpurnem Schlaf Und silbern erblühen die Blumen des Winters Am Waldsaum, erstrahlen die finstern Wege In die steinerne Stadt; Öfter ruft aus schwarzer Schwermut das Käuzchen den Trunknen. Georg Trakl

Freitag, 29. April 2022

Zielgruppenorientiert

Zur dekadenten Blase scheinen mir Fraktionen und Gruppen – heute „Zielgruppen“ genannt - dieser Gesellschaft geworden zu sein. Manipuliert von raffinierten Mechanismen, durch tausend Werbespots bestrahlt und dressiert, untersucht von dubiosen „Wissenschaftlern“, aufgegangen im Lächeln derjenigen, die es in dieser Gesellschaft „geschafft“ haben. Im Rausch des Konsums, des nächstliegenden Vergnügens und der Imagepflege (Im Alltag: die Rolle) aufgegangen. Angestrebt von allen: Die Existenz von Millionären und Milliardären. Dazu unter anderem in tausend TV-Sendungen oder Mechanismen des öffentlichen Umgangs gezogen, erzogen. Kein Subjekt, sondern Objekt der Industrie samt der Verkaufstechnokraten und der ungenügenden Verwaltung, die mit ihren „Objekten“ oft barsch und unkooperativ autoritär umgeht. Zur Zahl geworden, zum Datensatz, zum Funktionsträger. Jeder nimmt jeden aus und macht das Spiel mit. Die „Macht des Faktischen“ sagt: „Das ist doch noch Gold!, schau dir andere Gesellschaften und Länder an!“ Könnte sogar sein. Für mich als Beobachter ist das vielmehr ein Beleg dafür, wie mies vieles ist und wie viel besser es sein könnte!

Donnerstag, 28. April 2022

Perspektiven (Lyrik ub)

Stay in another place touched by another soul going through time tunnels and my own life phases seing smiling laughing faces it is a game a match that you don't ever catch it is going through you and maybe it has no real clou cause it is nothing and all in itself we putting it in a personal shelf we don't know nothing at all and are starngely playing with a ball nice places, nice faces muddy waters in inner lines outer space of a shady soul and a pain you can't control livin' in Hotel Oasis