Reise durch Wirklichkeiten

Freitag, 19. Juli 2019

Glaubwürdigkeit

Nun ja, das mit der umweltpolitischen Vorbild- und Vorreiterfunktion sieht vielleicht ein bisschen anders aus. Da tagte gestern abend wieder einmal das sogenannte „Klimakabinett“ und brachte natürlich keinen Entschluss zustande ("War ja auch nicht geplant", so die gängige Erklärungsformel). Ob‘s eher ein PR-Auftritt ist, der da vonstatten geht? Schlimmer: Da kam die deutsche Bundesumweltministerin wohl, man glaubt es kaum, in einer riesigen schweren Limousine vorgefahren (natürlich nicht CO2-frei....). Man bog offenbar in einen ganzen Park von gleichkalibrigen Limousinen ein. Niemand im Minister- und Mitarbeiterstab schien sich daran zu stören. Später kam dann noch raus, dass die Leute des Bundesumweltministeriums in diesem Jahr ungefähr 1700 Flüge zwischen Bonn und Berlin absolviert haben sollen. Das kann doch nicht wahr sein! Gleichzeitig wird eine Diskussion darüber angestoßen, ob denn Inlandsflüge ganz verboten werden – oder zumindest deutlich verteuert werden sollen. Ich würde im Stillen annehmen, dass sich die Beamte und Angestellten dieses Ministeriums sich so wichtig fühlen würden, dass sie sich ihre Inlandsflüge dann vom Steuerzahler finanzieren lassen.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Lampe (MP3)

Lampe

Mittwoch, 17. Juli 2019

Näher an sich

Wir werden unserer menschlichen Identität nur sicherer, wenn wir auch die Vergangenheit studieren können. Welchen Weg wir schon gegangen sind, um zum jetzigen Zustand zu gelangen. Was habe ich daraus gelernt? Ging es mir viel zu wenig ums Lernen? Wo bin ich voran gekommen? Welche Inspirationen gab es? Was hat sich in mir festgehakt? Was hat mich behindert? Hat es mich beeinflusst? Wie? Was? Welche Wege bin ich in meinem Leben gegangen, wird da aus heutiger Sicht eine Richtung erkennbar? Wie kann es sein, dass ich derselbe bin – und doch nicht derselbe? Irgendwie geworden. Ein Anderer? Oder derselbe? Wie habe ich die Dinge um mich herum zu verstehen versucht? Und bin dadurch aus mir heraus gekommen? Kann ich das am Heutigen spiegeln? Was sind die Wege, welche Umgebungen sind in mir mit was verbunden? Gebe ich mir das zu - oder gehe ich diesem „Lebe ganz in der Gegenwart“, diesem Gebot der hedonistischen Gegenwart nach? Ist die Gegenwart, unser Existieren für mich nicht vielmehr ein Wunder? In das man hinein geworfen wurde, ohne es wirklich zu verstehen? Ich bin nicht bereit, scheinbare Selbstverständlichkeiten als solche in mich aufzunehmen. Das scheint eine Essenz zu sein, ein roter Faden. Überhaupt, ich würde gerne rote Fäden erkennen an mir. Ich weiß aber auch, dass ich mich gespiegelt habe an Orten, an Verhältnissen, die damit verbunden waren und die mich beeinflusst haben, mit denen ich irgendwie zurecht kommen musste. Ich hatte versucht, zu funktionieren, hatte dies aber nicht fertig gebracht. Ich war rechts und links ausgebrochen, es war wohl in mir angelegt. Dem zu folgen, mag ein Fehler gewesen sein. Ich kann das von heute aus besser erkennen. Ich habe registriert, wie mich Leute rechts und links überholt haben, wie viel sie schneller waren - aber nicht besser.

Dienstag, 16. Juli 2019

Ego sum (Text)

Das Ego, ist das einzige, was du wirklich hast auf dieser Welt
deshalb scheint es dir das Wichtigste
aber du stehst in einem Zusammenhang
der dir Leben erlaubt
du lebst mit anderen auf dieser Welt
schauen in Bauchnabel, haben keine Ahnung, nach was sie suchen
vergöttern das Ego, wie die Mächtigen das gerne hätten
immer glücklich und sonnig sein
egal, ob sie um dich herum verrecken
die anderen sind nur Mittel zum Zweck – Warenwelt
Mittel zur Bedürfnisbefriedigung
und bist du nicht willig
so brauch ich Gewalt
subtil und ganz offen
stehlen
Gedankensplitter, die herumliegen:
die Hölle, das sind immer die anderen
sich eins fühlen mit allem, Empathie
das wäre etwas anderes als Raffgier
große Autos und große Häuser
den Streitwagen, wer hat den schnelleren, besseren?
Wer hat mehr unter der Haube?
Competition, Wettbewerb und Krieg
mit anderen Mitteln – muss das sein?
Wichtigtuer, verliebt nur in ihr Selbst
pflegen hingebungsvoll ihre Selbstsuche
und scheren sich dabei einen Dreck um die andern
die andern haben's ihnen gesagt
sie sollen sich nicht bloß nicht kümmern
und immer treu bei sich selbst bleiben
die Zwiebel immer weiter schälen
immer weiter......aber da kommt kein richtiger Kern

Sonntag, 14. Juli 2019

Erinnerungen? - sind in einem.....

Man entdeckt Reste in sich. Dessen, der man einmal war. Ob man der noch ist? Ein Gefühl umschleicht einen. Ob es Wehmut ist? Nein, früher war nicht alles besser! Aber manches war anders: Ein Beweis dafür, „dass es auch anders geht“. Man war in Scheis-Notwendigkeiten eingezwängt. Man war Objekt, kaum Subjekt. Aber man hatte Zeit. Die verbrachte man oft mit Warten... Ich war ausgestoßen. Es kam mich hart an, dass ich als einziger im Schwimmunterricht aufblasbar orangenfarbene Schwimmflügelchen tragen musste, weil ich nicht schwimmen konnte. Heute kann, den letzten Statistikzahlen nach, ein viel zu großer Prozentsatz junger Menschen nicht schwimmen. Es wurde einem klar, dass man nicht konkurrenzfähig war, dass man auf einen Beobachterposten verbannt war. Man war nicht dabei, wenn es bei den Fußballmannschaften ans Wählen ging, bzw. man gehörte immer zu den letzten, die gewählt wurden. Zwei Leute gingen mit Fußlängen aufeinander zu. Wer nicht mehr in die Lücke kam, hatte verloren. Der andere durfte wählen. Man übte nachmittage lang vor dem Haus das Fußballspielen. Man war in diese Bewegung verliebt. Sie durchpulste einen. Sie motivierte einen. Sie trieb einen. Man entwickelte Sympathie für die, die ebenfalls ausgeschlossen waren. Man sah, wie die sich Mühe gaben und entdeckte Gemeinsamkeiten. Heute sind die Vielen toleranter. Alles geht unter in einer Wolke elterlicher Sympathie. Weich gepolstert. Bloß nicht zu hart sein..... Eltern haben Zeit dafür, der soziale Codex gebietet ein bestimmtes Verhalten. Ach, Selbstmitleid ist nicht erlaubt.......

Samstag, 13. Juli 2019

Stress, Digitalisierung und Achtsamkeit (2)

Etwas Unbedeutendes mit allen Sinnen wahrnehmen, seine Aufmerksamkeit darauf lenken, Gerüche, Geschmäcker wahrnehmen, die Hektik, den Stress, das fortwährende Multitasking und die überall herrschende Zweckbestimmtheit vergessen, - kann man das lernen? In Kursen? In Workshops? Das Etikett „Achtsamkeit“ erscheint angesagt – bei Managern und „erfolgreichen“ Eliten. Sie sollen besser und erfolgreicher funktionieren, sie sollen der Beschleunigung aller Lebensverhältnisse besser folgen können. Sie sollen von sich absehen und doch ganz bei sich selbst sein. Sie sollen Skrupel abbauen, um beispielsweise Leute besser entlassen zu können. Sie sollen die Vorgaben anderer als die eigenen begreifen. Internalisierung, Verinnerlichung, soll auf diese Weise besser gelingen. Dazu ist Konzentration auf den Atem angesagt, Stille und Langsamkeit heißt es auszuhalten, ruhiges Gehen und bewusstes Essen gilt es zu erlernen, den eigenen Körper spüren, mental bewusst im Hier und Jetzt sein, den Moment genau erleben und vielleicht auch zu genießen - und vieles andere, das gut klingt. Angst und Panik sei dadurch besser auszuhalten, so heißt es, sich selbst annehmen, sich selbst spüren, auch die eigenen Verletzungen, das sei als nobles Ziel ausgegeben. Doch es bleibt eine Frage: Wem nützt es, wenn Achtsamkeit der Maximierung von Glück, Gewinn oder Geschwindigkeit dienen soll?

Freitag, 12. Juli 2019

Stress, Digitalisierung und Achtsamkeit

Es scheint so, als sei „Produktivität“ das höchste Gut in dieser Arbeitsgesellschaft. Gerade hier in Baden-Württemberg, wo „der Fleißige“ der König ist, - wie gerne versprochen wird und wo die Menschen seit Jahrhunderten genau so sozialisiert sind, wobei die sogenannte „Realteilung“ im Erbfalle auch ihre Rolle gespielt haben mag. Was zählt, ist dass dies Versprechen und sein Bild durch globale Entwicklungen Risse bekommen hat. Seit der Fleißige auch gerne mal entlassen wird, wenn‘s gerade in den Unternehmenskram passt und wieder mal Kosten gesenkt werden müssen. Dass Kosten gerade beim Personal anfallen, scheint ehernes Gesetz zu sein. Wenn noch ein bisschen Prozessoptimierung dazu kommt: umso besser. Auch das steigert den Profit. Doch es funktioniert nicht mehr so, wie ausgedacht: Burn-Out, Depressionen und andere psychische Krankheiten sind im Vormarsch, Vollbeschäftigung hin oder her. Der Stress, die Arbeitsverdichtung, der Druck macht Viele fertig. 
Was machen die Unternehmenslenker? Strategien dagegen werden erfunden. Man soll tätig werden. Was tun dagegen. „Achtsamkeitstraining“ wird empfohlen. Natürlich nur den "Führungskräften". Volle Konzentration drauf, sich nicht von der Angst lenken zu lassen - darum geht es beim Achtsamkeitstraining. Besser zur Verfügung stehen. Fitter für den Job bleiben. Menschen sollen auf die dem Buddhismus entlehnten Bewusstseinstechniken zurückgreifen, um ihr Arbeitspensum zu bewältigen. Sie sollen danach umso erfolgreicher, umso schneller, umso fitter, innovativer, gesünder sein (um dem Unternehmen zu nutzen...). Ob aber das Übel auch ein bisschen in der digitalen Entwicklung liegt? Ob diese Digitalisierung uns nicht eine Funktionalisierung und Selbstoptimierung aufzwingt? Jede freie Minute soll doch genutzt werden,  - für wen? Für was? Common Sense ist: Digitale Gadgets bringen keine Zeitersparniss, sondern oft genug Stress. Technik kann auch Stress erzeugen, nicht nur die Erleichterung der Bequemlichkeit. Ob Achtsamkeit nicht gerade den Ausstieg aus der Optimierungslogik bedeuten könnte?

Donnerstag, 11. Juli 2019

Mensch und Selbstbestimmung

Es kommt mir oft so vor, als sei gerade die Philosophie und die grundsätzliche Betrachtung etwas, was sich selbst genügt und sich in Tagungen, Konferenzen oder Vorträgen erschöpft. Was fehlt, ist die Verbindung zum Alltag anderer Leute außerhalb der Filterblase, die leider auch erreichbar für populistische und vereinfachende Tendenzen sind (derer sich übrigens Politiker als Ganzes gerne befleißigen...). Guter Rat muss teuer sein, wenn man von morgens bis Abends sich in der Stressmaschine des Hamsterrads aufzu halten gezwungen ist und keinerlei Blick für die Zusammenhänge entwickeln kann. Spezialistentum scheint auf allen Gebieten angesagt – und wirkt sich aus. Denn noch nie erscheinen mir Menschen so manipulier- und lenkbar wie heute. 
Wie die hochgelobten digitalen Mittel dafür die Werkzeuge bereit stellen, kann mit einem kurzen Blick ins Ausland erkannt werden. Orwell und Huxley waren wohl Waisenknaben in ihrer Vorschau. Wollen wir so leben? Wie wollen wir leben? Soll jemand Autoritäres den Kurs vorgeben, dem dann alle anderen folgen sollen (wenn nicht, dann werden sie einen Kopf kürzer gemacht....)?. Ist Unterwerfung und Fremdbestimmtheit nicht nur ein sexuelles Spiel, sondern erstreckt sie sich auf die gesamte menschliche Existenz (baut auf einem dementsprechenden Bedürfnis auf?)? Wenn es so wäre, welche Gefahren könnten daraus erwachsen? Wohin könnte so etwas führen, dass doch jedem Gedanken der Aufklärung widerspricht? Totalitär, Totalitarismus - ist das notwendigerweise eine Dimension der Digitalisierung? Philosophie und grundsätzliche Betrachtung scheinen sich in dieser Hinsicht immer entbehrlicher zu machen, der Markt übernimmt offenbar total.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Sich suchen?

Werde, der du bist“, das Nietzsche-Zitat hatte man stets sehr ernst genommen, bis man entdeckte, dass sich niemand daran hielt, dass es offenbar nicht sehr verbreitet war. Dabei beschreibt es eine Lebensaufgabe, die vielleicht immer wichtiger wird. Stimmt ja, aber.....diese Zweiteilung in das, was man tut, und das, was man tun sollte, blieb mir sowieso fremd. Sich auf eine Reise zu begeben, hin zu einem selbst, das war etwas, was ich schon mit der Muttermilch einsog und mich damit außerhalb stellte, ohne dass ich es so recht realisierte. Wer ist man eigentlich? Gibt es da etwas, auf das man sich zubewegen sollte? Verändert man sich nicht dauernd und schafft sich damit eine Geschichte? Sich selbst verstehen: eine Lebensaufgabe, die für mich einschloss, sich als soziales Wesen zu begreifen, das auch von „den Anderen“ bestimmt wird, was eine politische Dimension hat. Wer war man damals, als man durch seinen Geburtsort strich? Ist man noch derselbe, - oder ist man jemand anderes? Die Welt als offen zu erfahren, ist einem das heute noch möglich? Der Fluss, in den man steigt, ist stets derselbe und nie derselbe – schrieb Hesse in „Siddhartha“, das eine Art Adaption der buddhistischen „Siddhartha Gothama“-Sage ist. Ob an dieser Stelle Platz für Humor oder Ironie ist? Ob Humor eine Einstellung sein kann, ein Lächeln dem gegenüber, dass alles verschiedene Seiten hat...., dass man selbst verschiedene Seiten erkennt, die man nicht richtig versteht, dass es stets nur Perspektiven gibt (die man wechseln kann)? Ob das Gelassenheit mit sich bringt? Man blickt zurück und stellt fest, dass man keine Chancen hatte oder sie nicht nutzte. Man verschwand im Nichts.

Montag, 8. Juli 2019

Innovation und Cyborgs

Folgendes Totschlagargument begegnet mir immer wieder: Immer schon wurde der Fortschritt verteufelt, vom Buchdruck über die Eisenbahn bis zum Telephon und Fernsehen. Schließlich ging es in die Selbstverständlichkeit des „Normalen“ über. Doch die Gegenwart bietet Unübersichtlichkeiten, in die sich nicht mal solche Entwicklungen einpassen: Die Regierung verspricht jetzt zum tausendsten Mal „Innovation“ (durch Digitales). Ein Werbeslogan verspricht „Kraft für Neues“. Keiner weiß, was das konkret bedeuten soll. Und es enthüllt sich alles dann doch immer wieder in seiner verdummenden Hohlheit. Sehr viele Leute stellen sich Abhörgeräte in die Wohnung, denen sie ihre Konsumwünsche offenbaren sollen und das Wetter von morgen besser vorhersagen als die Tante oder der Onkel im Fernsehen. Dass dabei Daten weitergegeben werden, auch die eigenen: So what? „Wir müssen die Zukunft neu erfinden, sonst erfindet sie uns“. Eine Drohung der Gegenwart und der Interessen, die hinter ihr stehen. 
Währenddessen erscheint Silicon Valley schon voll damit beschäftigt, diese neue Realität weit jenseits von selbstfahrenden Autos zu erfinden. Die Verlängerung des Lebens ist uns da schon seit längerem versprochen, überhaupt, Menschen sollen zu „Cyborgs“ werden, Kreuzungen zwischen Mensch und Maschine, die so ziemlich alles besser können. Humanoide Roboter. Rohstoffe? Verbrauch? Wie gewonnen? Erscheint dabei als eine bedenkenbefrachtete Frage im Hintergrund. Krankheiten schon im Voraus eleminiert. Dieses allumfassende Social-Credit-System wie in China muss ja gar nicht sein. Vielleicht geht noch was anderes. Das Individuum stolpert dazwischen herum und weiß nicht mehr, wer oder was es ist. Dafür wissen das „übergeordnete“ Institutionen umso besser. Gesichtserkennung ist dabei schon längst Grundausstattung. Marktwertberechnung. DNAoptimierung. Alternativlosigkeit. Authentizität. Gier. Profit. Versprechungen. Sich weiterentwickeln im Massenkonsum. 

Samstag, 6. Juli 2019

Wechselperiode


Wechselperiode“. Spielerberater des Fußballs legen sich mit geschwätzigen Erklärungen für ihre Klienten ins Zeug. Wollen den Preis im Sinne ihrer Klienten hoch treiben und dafür Millionen kassieren. Es geht um Menschen, die sich optimal verkaufen wollen, - das sollte man nicht vergessen. Man nimmt das von der Seite zur Kenntnis und ist aber von dem Transfergeschacher, das die Machtverhältnisse dieser globalen Marktwirtschaft spiegelt, angewidert und befremdet. Ganz besonders gilt das für die Spieler, die in diesem Spiel letztlich dann doch die Hauptrolle spielen. Ob man es humoristisch auffassen sollte, - oder fatalistisch?….. Oder ist das alles nur peinlich?
Aber zum Spiel gehören auch die Berater und die Vereine, die gewaltige Summen zahlen für etwas, was sie in einem Menschen sehen wollen. Die „Fans“? Die glauben an die alte Vereinsseligkeit, identifizieren sich mit „ihrem“ Club, der doch meist nur ein Player (unter ein paar anderen…) auf dem internationalen Parkett (Globalisierung!) ist. Dass sich Profis professionell verhalten, gilt als professionell. So ist es halt, - lautet die nicht immer nachvollziehbare Einstellung dazu. Ist das das „Bewertungssystem“ der Marktwirtschaft? Baut es auf dieses „So ist es halt“?

Freitag, 5. Juli 2019

Innovation (1)

Es wird uns der Begriff „Innovation“ als etwas Unabänderliches verkauft, das im Zeichen des technischen Fortschritts unweigerlich über uns kommen wird, wie ein blitz, wie ein Göttliches. So etwas macht mich misstrauisch. Es scheint nur noch darauf anzukommen, bei der „Innovation“ irgendwie mitmachen zu können, die Mittel dazu zu haben. Klar, die Wirtschaft braucht es offenbar. Cleverer als andere sein, heißt da wohl die Devise. Im „Wettbewerb“ besser sein. Diejenigen Länder, in denen ich bisher war, haben das übrigens alle von sich behauptet: Dass sie besser seien, „innovativer“, als alle anderen Aber was ist „innovativ“? Inwiefern steuern wir da mit? Ist unsere Urteilskraft noch gefragt? Was würden die Vertreter einer Aufklärung dazu sagen? Vom Individuum scheint jegliche Verantwortung durch die „digitale Revolution“ auf die Algorithmen abgewälzt. Die technische Zauberformel wird da noch gesucht, - aber im übrigen: Es wird alles gut! Die Technik wird’s richten. Ursache und Wirkung? Anstelle dessen kann eine Wahrscheinlichkeitsbeziehung treten: Wenn bestimmte Phänomene auftreten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass andere Phänomene auftreten. Haha. Die Zahl der auftretenden Geburten scheint gemeinsam mit der Zahl der auftretenden Störche hoch zu gehen. Was wohl das eine mit dem anderen zu tun hat?  

Donnerstag, 4. Juli 2019

Gruppenfeeling

Rückblick in die 70er Jahre und meine musikalischen Betätigungen in ihnen, einer Zeit, der ich in einem unvollendeten Roman Ausdruck gegeben habe: 


"Nun ja, es entwickelte sich sogar ein Wir-Gefühl zwischen uns: Wir fühlten uns wie ein kreativer Stoßtrupp, wir suchten ganze Nachmittage lang nach der einen, der großartigen Melodie, nach dem Einfall, der uns hinweg tragen würde in all seiner.... . Aber wir fanden nur fremd klingende Breaks, verhuschte Passagen, rhythmische Katastrophen, tonale Andeutungen, die völlig unbrauchbar für die richtige Rockmusik der Tatmenschen waren. Wir streiften zusammen durch musikalische Landschaften, die zwar wildromantisch waren, aber einfach nicht auf eine Weise zu kultivieren waren, dass sie in einem Jugendhaus irgend jemanden von einem dieser alten, verstunkenen und verfurzten Sofas gerissen hätten. Das ging nicht ab. Das ging schon gar niemanden in die Beine. Das war einfach nur unverständlich und verschroben. Im Grunde die reine klangliche Kloake. Aber wir waren infiziert davon, wir waren - glücklich - damit. Wir hatten etwas aus dem Nichts geschaffen, über das wir eine Weile staunten und das dann wieder zurück fiel in das Nichts. Wir waren auf einer Mission, deren Sinn, deren Reichtum sich erst noch später enthüllen sollte, - vielleicht sehr viel später. Erst musste von uns aber noch die dafür nötige Forschung gemacht werden."

Mittwoch, 3. Juli 2019

EU und ihre Entscheidungswirren

Wie peinlich ist denn das? Da wählen wir in Europa. Spitzenkandidaten stellen sich, wohlwissend, dass die EU für die Aufstellung des Kommissionschefs auch den Europäischen Rat mit einzubeziehen vorsieht. Aber die halten sich im Wesentlichen an die Vorgaben der Wahl, sind ja Demokraten – so wurde gestreut. Großartige Diskussionen und Talkshows, mit und ohne EU-Parteien. Es war auch von unschönen Praktiken in Hinterzimmern der Regierungschefs die Rede, von „auskungeln“ und Ähnlichem. Aber: Es wird gewählt. "Spitzenkandidatenprinzip“, so hieß es. Und jetzt kommen die Regierungschef um die Ecke, um eine Kandidatin zu präsentieren, die für uns (gerühmt wird in der Presse ihre „europapolitische Erfahrung“) nie etwas mit Europa zu tun hatte, die bisher nie im EU-Parlament saß und die in ihrem bisherigen Regierungsamt ziemlich erfolglos schien, indem sie offenbar schwere Pannen zu verantworten hatte. Wie und was hatte man gewählt? Und nun so etwas. Wie geht denn das? Diese Regierungschefs machen genau das, was offenbar niemand wollte, sie erfüllen sämtliche negativen Erwartungen... und das angesichts von Brexit und Flüchtlingspolitik! Ein Offenbarungseid für die EU, eine Katastrophe, mag sie noch so in den offiziellen Medien abgefeiert werden.

Montag, 1. Juli 2019

Entscheidungsfindung in der EU


Nun ja, ich war ja von Anfang an skeptisch, was die sogenannten „Europawahlen“ anging. Überhaupt, es ging um die EU, nicht um Europa! Nicht so, wie oft dargestellt! Und jetzt stellt es sich genau so heraus, wie zu befürchten war. Die Regierungschefs der EU kungeln einen Kandidaten als Kommissionspräsidenten aus. Wahlen? War da was? Ich versuche mich zu erinnern: wen und was haben wir eigentlich gewählt? Da ziehen meist ein paar abgehalfterte Politiker in ein Parlament ein (es gibt Ausnahmen!), das von sich behauptet, das Parlament der Europäischen Union zu sein. Dieses Einstimmigkeitsprinzip dort einmal aufzugeben und gewisse Staaten mit der Streichung von Zuschüssen zu bestrafen, wäre vielleicht jene grundsätzliche Richtungsänderung gewesen, die manche Leute herbei gehofft hatten. Doch nichts ist damit. Es wird herum geeiert, Kandidaten werden ausgekuckt und wieder verworfen, es gibt Vetos und Befürchtungen: unterm Strich tut sich aber nichts, weil selbst die „hohen“ Staatschefs miteinander in der Wolle liegen. Dass manche Leute diese Art der Kompromissfindung nicht mehr so toll finden und mehr einem autoritären Regime zuneigen, dass eine schnelle Entscheidungsfindung verspricht: Das müsste nicht sein!

Sonntag, 30. Juni 2019

Influencer, Blogs, Social Media

Neulich sah ich eine TV-Sendung über „Influencer“, also Personen, die per Social Media oder Blog Einflussnahme (meist für Konsummarken) betreiben, also gegen eine freundliche Bezahlung eine Funktion übernehmen, die früher in der Werbung gang und gäbe war. Dabei vermischen sie geschickt die Inszenierung eines eigenen Egos mit der Werbung für bestimmte Produkte. In dieser TV-Sendung wurden mir etliche Unterschiede zu dem klarer, was ich hier schon jahrelang mit meinen Blogs versuche. In meinem Blog „Reise durch Wirklichkeiten“ (es gibt ja auch noch ubpage.de) etwa versuche ich, Neugier und Interesse für das zu erwecken, was unser Leben um uns herum beeinflusst. Ich versuche ein Nachdenken darüber anzuregen, nicht in erster Linie durch journalistische Betätigung, sondern unter Verwendung dessen, was den zeitgenössischen Menschen tagtäglich „umschwirrt“, also dessen, was sozusagen in der Luft liegt. Dabei versuche ich, mich auf diejenigen Quellen zu beschränken, die mir relativ glaubwürdig erscheinen und mir im Alltag begegneten. Dies ist es auch, was einem vergleichbaren Individuum bleibt, wenn es sich informieren will oder muss, - oder wenn es sich Informationen ausgesetzt sieht. Würde ich mich des Journalismus der alten Schule befleißigen, müsste ich jede Information, die ich verbreite, selbst nachprüfen. Dies mache ich hier nicht und begebe mich damit ausdrücklich auf die Ebene derer, die sich jeden Tag einer Flut an Informationen stellen sollen, ohne dass sie etwas überprüfen können.
Dabei versuche ich nicht, mich an einem Jugendkult zu beteiligen oder ihn gar zu zelebrieren. Ich versuche (!) in meinen Blogs, Erfahrungen (auch solche der weiteren Vergangenheit) zu erfassen, sie einer Aufmerksamkeit entgegen zu führen, sie zu reflektieren und sie zu betrachten, besonders unter dem Winkel dessen, der gewissen Umständen durch Verhältnisse ausgeliefert ist. Sich solche Verhältnisse bewusst zu machen oder wenigstens eine Zeit lang darüber nachzudenken, dürfte in einer Demokratie ein lohnendes Ziel sein.
Weiterhin geht es mir hier weniger um Narzissmus und Zelebrierung des eigenen Ego, sondern darum, sich ein Stück weit in „andere Realitäten“ (die oft durch Menschen geschaffen und keineswegs gottgegeben sind….) zu versetzen. Eine Einflussnahme im Sinne einer Marke aus der Konsumwelt liegt mir fern, Sponsoring meiner Seite lehne ich ab. Generell spüre ich keine Nähe zu irgendeiner Einflussnahme. Ein kurzer Perspektivwechsel, die zeitweise Änderung eines Blickwinkels, ein kleiner „Kick“ wäre mir wichtiger. Dabei verstehe ich mich als Ego unter vielen anderen, die gewissen Bedingungen ausgesetzt sind oder von ihnen beeinflusst (im Extremfall sogar bestimmt) sind.
Betont sei an dieser Stelle, dass es sich um Versuche handelt. Dabei Fehler zu machen, mag menschlich sein.

Samstag, 29. Juni 2019

Der Mensch und die Entwicklungen um ihn herum

Die einen spielen besonders gut Fußball und sind mehr als 200 Millionen wert. Die anderen ersaufen namenlos im Mittelmeer. Ob da die Spanne nicht ein bisschen arg weit geworden ist? Ob sie der Ausdruck dieses Gesellschaftssystems ist oder der Ausdruck der darin lebenden Menschen. Ungerecht sei alles, das wisse man sehr wohl, behaupten konservative Kräfte gerne. Es sei halt der Preis für den "Wohlstand". Doch ob die Entwicklungen nicht allzu weit gegangen sind, auch innerhalb dieser ach so wirtschaftlich starken Gesellschaften? Ob die Schere zwischen Arm und Reich nicht immer weiter klafft. Kann man so etwas noch verteidigen? Nun gut, man kann es leugnen, man kann dafür scheinbar wissenschaftliche Ergebnisse anführen: auch das eine gängige Methode. Doch ob darunter die Entwicklungen weitergehen? Ob so etwas eine Perspektive zeigen kann? Im Extremfall führen Verarmungen zu solch gewalttätigen Auseinandersetzungen wie etwa Revolutionen. Gut, gebongt! In der Bundesrepublik Deutschland ist es noch längst nicht soweit. Wir sind ja so gefestigt, - jedenfalls solange der Farbfernseher und die Waschmaschine noch einigermaßen zu leisten ist. Die Wohnungsmieten könnten da eher Sorgen machen. Aber jedenfalls lässt sich mit materiellen Gütern und dem, was so gerne als „Wohlstand“ bezeichnet wird, eine gewisse Stabilität gewährleisten. Doch was ist, wenn die Vektoren in eine andere Richtung zeigen?

Freitag, 28. Juni 2019

Worte wie Sand am Strand (Songtext 2009)


WORTE WIE SAND AM STRAND

sie sind hübsch geklaut
sie bedeuten gar nichts
Worte sind Worte
sind seltsame Orte
sind Sinn in Sand gebaut

sie sind der Schein
und bedeuten sich selbst
in fremden Gehirnen
hinter anderen Stirnen

Worte wie Sand am Strand
in einem funkelglitzerBand

Geschichten sind erzählt
sie haben andere erwählt
Du hast die Welt umrundet
und dabei nichts gesehn
wechselnde Tapeten
getriebene Raketen
dem miesen Selbst gestundet

Worte sind wie Sand am Strand
in einem funkelglitzerBand
sie sind hübsch geklaut
sie bedeuten gar nichts
Worte sind Worte
sind seltsame Orte
sind Sinn in Sand gebaut

sie sind hübsch geklaut
sie bedeuten gar nichts
Worte sind Worte
sind seltsame Orte
sind Sinn in Sand gebaut....

ratschel, ritschel, was rinnt hier durch die Rinne?
Mit dem Mörser zu Mehl, fein berieben
Mit dem Verstand das Verstehen ausgetrieben

(2009)

Donnerstag, 27. Juni 2019

Dasein und Begegnung

Auszug aus einem ungeschriebenen Roman von mir, der nie vollendet wurde und in ausgewählten Teilen eine Begegnung beschreibt, die scheinbar nicht in Oberflächlichkeiten versackt:  

"Vielleicht bin ich in all den Jahren ein anderer geworden, so dachte er. Kann ihr nichts mehr geben. Habe meine „geistige Existenz“ vertrocknen lassen. Weil sie nichts wert war. Weil sie geradewegs in die Arbeitslosigkeit führte. Weil ich sie nicht verkaufen konnte. Weil ich keine Ahnung vom Verkaufen hatte. Nicht die geringste. Weil genau das die wahre Wirklichkeit war, diese verdammte harte Wirklichkeit, diese Sphäre der Stärke, die zählte. Auch für sie. Sie hatte die Leichtigkeit, damit umzugehen. Du bliebst in deiner bedrückenden kleinen Melancholie zurück. In deiner Untätigkeit und scheinbar reinen Betrachtung.
Du und Ich. Wie können wir „wir“ sagen? Können wir das denken? Wie kommen wir überhaupt dazu? Löst sich das im entscheidenden Moment in einer Lächerlichkeit auf? Keine Ahnung. Du hast das Fragen aufgegeben. Das hieß für dich „Erwachsen werden“."

Trotzdem ist dies hier in Dokument der Resignation...

Mittwoch, 26. Juni 2019

Hitze? Welche Hitze?


Ich glaube, dass da das Schwäbische die bessere Lösung hat: es heißt „Bollenhitze“ statt „Bullenhitze“, wie immer in den Medien verbreitet. Ich wehre mich gegen die Diskriminierung der Bullen. Die können zwar, wenn sie angestachelt werden, recht hitzig sein. Doch dürften sie nach meiner Einschätzung mit der Bollenhitze so gut wie gar nichts nichts zu tun haben. Das Schwäbische hat das erkannt und längst realisiert.

Dienstag, 25. Juni 2019

Augenblicksschmerz

Ein Stück Scheise löst sich von einem Auto, du glaubst das nicht, hast Wut, - hat die das nicht befestigt!, so etwas ist doch rücksichtslos, doch die Lage wird unausweichlich, das Ding kommt auf dich zu, es ist außer Kontrolle, die Wirklichkeit bleibt stehen, die Augenblicke dehnen sich. Das Unvermeidliche stößt mit dem Zufall zusammen und kommt auf dich zu. Du kannst nichts dafür, - wird das Auto dein Schicksal?, - ungerecht, warum eigentlich ich? Du wirst das selbstfahrende Auto nicht mehr erleben, davor wirst du selbst ausscheiden aus dem Kreis der Teilnehmer. Es wird dich jetzt zerfetzen, Blut wird fließen, dein eigenes Blut, es wird dir schlecht, nein, du spürst das Gefühl kommen, ein Idiot.... Du hast nicht mehr lange, ausweichen wird unmöglich, vielleicht hast du Glück, vielleicht ist alles nicht so schlimm, Rasiermesser, die langsam eindringen, die Welt da draußen, die läuft weiter mit ihren Auswechselspielern, gelegentlich geht jemand ab, was macht's? Ohne dich, ohne mich existiert die Welt nicht... oder doch? Aber das alles geht weiter...und immer weiter.......

Sonntag, 23. Juni 2019

Verbote, Staat und Einzelner

Es scheinen mir relativ viele Leute derzeit nach staatlichen Verboten zu schreien, ja, sie scheinen sie regelrecht herbei zu sehnen, sie lechzen danach. Seltsam, dass sie nach Einschränkungen schreien, wo doch Staatsübergriffe in jeder Hinsicht inzwischen eine neue und vielgestaltige Gefahr zu sein scheinen. Ganz allgemein ins Ungewisse gesprochen…. Es soll wohl, so der Verdacht, eine in ihrem Sinne gestaltete Gegebenheit allgemeingültig werden und mit staatlichen (als dem Medium IHRES Willens!) Mitteln durchgeboxt werden. Als Legitimation dient dann meist der scheinbar „gute Zweck“, der alle Mittel heiligt. Oder das Umfrageergebnis, das freilich in relativ kurzer Zeit sich ändern kann. Das Denkmuster hinter solchen Argumentationen jedenfalls scheint bekannt zu sein. Noch stärker, wenn gewisse Leute die alleinseligmachendende Lehre für sich beanspruchen und sie als eine Art „Kader“ oder avantgardistische Vorhut für die Mehrheit der Leute durchzusetzen versuchen.

Samstag, 22. Juni 2019

Solange wir wollen (Text)


SOLANGE WIR WOLLEN

Die Erde ist ein Ball wie dieser hier, lass uns damit würfeln!
Phantasie-Momente und dann die Entscheidung
der Würfel fällt immer wieder, solange wir wollen

Benefiz und Malefiz und vor allem Spass, nimmt dich und treibt dich die Karten sind neu aufgemischt immer wieder solange wir wollen

Nur ein Spiel, die andere Möglichkeit packt uns die ganze Nacht
was wir brauchen, ist Glück
DU bist jetzt dran!










(von mir, aus den 80er Jahren)

Freitag, 21. Juni 2019

Hinweis

hier noch einmal ein Hinweis auf meine Seite ubpage.de, mit einem Blog, der sich vor allem mit der (Pop)Musik beschäftigt.....

Mittwoch, 19. Juni 2019

Intro Eigenes 3 (Text)

Intro Eigenes 3


Ich bin im Hier und Jetzt, bin ich wirklich da?
die Gegenwart erleben, - ganz in ihr und bei sich sein
ob da Zweifel erlaubt sind?
das Eis unserer Existenz könnte ja brechen
es ist Zufall, das wir dort sind, wo wir sind....
wir hatten Chancen oder nicht
wir haben sie genutzt oder nicht
woanders hineinziehen
ja klar
wir könnten woanders jemand anders sein
wir könnten vielleicht
Sind Zweifel erlaubt?
Das miserable Ich
Du fragst mich, ob ich mich an die Person erinnere, die ich einmal war. Ich erinnere mich nicht. Nicht jetzt. Später vielleicht.

(ub, 2012)

Dienstag, 18. Juni 2019

Klimawandel und Wissenschaftsgläubigkeit

Was mir auffällt: Die Gesellschaft glaubt ja so fest an Wissenschaft und Statistik! Unser Alltag ist voll davon und in den Medien wird das Smartphone als Überbringer solcher Botschaft täglich angebetet, indem es über uns in mannigfacher Weise verfügt. Nur im Hinblick auf den Klimawandel, da wird verzögert und nicht ganz ernst genommen. Ob man mal ernst nehmen sollte, was da ausgerechnet wird, wissenschaftlich bewiesen und nach allen Regeln der Erkenntniswissenschaft dargelegt? Ob man es sich leisten kann, die Zahlen auf diesem Gebiet zu leugnen? Z.b. Qartalsberichte, fortwährende Börsenberichterstattung, ja, da sind Zahlen geheiligt. Aber wenn Wissenschaftler behaupten, dass wir nur noch drei Jahre haben, um auch nur das Schlimmste zu verhindern, dann werden sie als „Spassbremse“ tituliert und die Politik setzt einen subcultan vorhandenen und irgendwie gearteten Optimismus dagegen: „Irgendwie kriegen wir das schon noch hin. Man muss nur in die menschliche Kreativität und die technische Innovation vertrauen. Bisher haben wir das immer noch geschafft“. 
Dabei ist doch die Grundkonstellation bis zum Erbrechen bekannt: Wir dürfen nur noch eine bestimmte Menge an Kohlenstoff in die Atmosphäre pusten. Wenn wir diese überschreiten, wird es warm und wärmer. Bis zur absoluten Unerträglichkeit. Ob wir solche völlig legitimen Bewegungen wie „Fridays for Future“ unter diesem Blickwinkel sehen sollten und viel weniger unter dem der Schulpflicht? Ob wir einmal in uns gehen sollten und unser Verhältnis zu Zahlen und „der Wissenschaft“ überprüfen sollten? Ob man gerade sie auch mal differenzierter sehen sollte und sie nicht mit einem Heiligenschein versehen entrücken sollte? Ob sie den ökonomischen Bedingungen dieser Gesellschaft nicht auch ausgeliefert ist wie du und ich? Ob man deswegen etwas mehr auf wissenschaftliche Mehrheiten und auf Wahrscheinlichkeiten achten sollte?

Montag, 17. Juni 2019

Anwesenheitspflicht

Es kommen jetzt (morgen nicht mehr…!) Meldungen, nach denen gewisse Abgeordnete ihre Anwesenheitspflicht im Bundestag nicht allzu ernst nehmen (aber die jungen Teilnehmer von Fridays for Future" schon mal mit staatstragendem Gesicht abmahnen!). Ob sie einen Volksauftrag übernommen haben? Ob das Folgen und Verpflichtungen haben sollte? Eine gewisse Demut täte da vielleicht ganz gut. Es ist wohl genau solche Arroganz, die die Wähler verschreckt und zu bestimmten Umwälzungen im Parlament geführt hat. Dass diese Umwälzungen sich noch nicht abbilden, scheinen diese Abgeordneten als eine Art „parlamentarisches Trägheitsmoment“ zu empfinden. Ob sie etwas zur Verhinderung der mehr als milliardenschweren Kriegswaffenlieferungen an eigentlich gesperrte Staaten hätten beisteuern können. Möglicherweise hätten sie eine Diskussion darüber vertiefen können. Doch was ist, wenn einer dieser Abgeordneten genau diese Kriegswaffenexporte an verantwortlicher Stelle befördert hat? Konflikte zeichnen sich ab, es besteht Erklärungsbedarf. Gesetze werden verabschiedet, man gibt Aktion vor, man simuliert das gekonnt. Immerhin hat dieses Parlament 715 Abgeordnetenplätze und versorgt eine breite Politikerkaste mit Posten, Pensionen und Alterssicherungsansprüchen. Ob wenigstens daraus eine gewisse Verpflichtung entstehen könnte?

Sonntag, 16. Juni 2019

Freiheit als Unfreiheit

Idiologie strukturiert unseren Alltag. Dabei erscheint mir wichtig, dass uns die neuen Formen der Versklavung als neue Form der Freiheit verkauft werden sollen. Die Idiologie sagt: ist das nicht wunderbar? Wie schön ist diese Welt! Sie sind nicht auf eine Rolle, Verhalten oder Tätigkeit festgelegt, sondern können sich jedes Jahr neu erfinden. Wie schön für Sie! Ob das für die Weltbevölkerung gilt? Schon die Tatsache, dass jemand keine ständige Gesundheitsvorsorge hat, sagt einem: Mag sein, dass das alltägliche Dasein einem Besorgnis, Stress, Kampf auferlegt. Doch alles bleibt außen vor und etwas wird einem als neue Form der Freiheit verkauft. Daraus folgt dann etwas. 
Die Botschaft ist dabei nicht nur: Du musst kaufen, sondern du musst freiwillig kaufen. Dem scheint die Struktur der Herrschaft und der Dominanz zu folgen: Im Alltag ist der moderne Chef ist ja auch nicht mehr der autoritäre Chef mit Krawatte. Diese Figuren wollen nicht mal Chef genannt werden, sondern „Koordinator“ oder so etwas (besonders auch bei Sozialberufen beliebt!). Dahinter steckt aber eine starke und straff orgenasisierte Autorität. Es gibt keine direkte Dominanz. Sondern eine indirekte, die wir verinnerlichen sollen. Und so treten relativ raffinierte Formen der Herrschaft in Kraft. Indem sie sich als Freiheit verkaufen. Chefs sind ja auch alle für Gleichberechtigung, Toleranz und Demokratie. Welche Rolle diese Begriffe dann im firmeninternen Alltag spielen, kann als ganz offensichtlich in vielen Betrieben besichtigt werden.

Samstag, 15. Juni 2019

Disruption (1)

Ein Modebegriff, der derzeit durch alle Diskussionen von wichtigen Geistern zu wandern scheint, lautet „Disruption“. Er bedeutet unter anderem das Abbrechen bisheriger Gewohnheiten und das attraktive, verführerische Einrichten von neuen Gewohnheiten. Medienepochen und Geschäftsmodelle durchdringen sich hierbei: Das Internet und die elektronischen Medien sollen derzeit massiv den Buchdruck und analoge Methoden ersetzen, - “verdrängen“. Produkte und Angebote werden verdrängt: Taxifahrten, Buchhandel, Hotelübernachtungen. Es wird dabei von den Anbietern überlegt: Welche Aspekte sind dabei die konsumptiv gewünschten? Will ich erst in einen Laden, lange stöbern, will ich mich in welcher Form beraten lassen? Die Überlegung könnte nun so lauten: Wir trennen das eine vom anderen und bieten nur noch das Gewünschte an, das wir in beliebige Dimensionen skalieren. So bringen neue Geschäftsmodelle traditionelle Wirtschaftszweige in große Bedrängnis. 
Besonders in der Soziologie und in der Wirtschaft, inzwischen aber auch auf anderen Feldern, spricht man dabei von „Disruption“. Versucht man im Internet auf Wikipedia dem Begriff auf die Spur zu kommen, so steht da „Disruptive Technologien sind Innovationen, die die Erfolgsserie einer bereits bestehenden Technologie, eines bestehenden Produkts oder einer bestehenden Dienstleistung ersetzen oder diese vollständig vom Markt verdrängen.“. Ursprünglich kommt der Begriff aus der Evolutionsbiologie. Wenn bestimmte Lebensformen plötzlich zurück gedrängt werden, von Individuen mit vorteilhafteren Merkmalen, dann ist das disruptive Selektion. Im menschlichen Bereich hieß das beispielsweise: Die Segelschifffahrt wurde von der Dampfschifffahrt ersetzt, die Pferdekutschen durch die Automobile usw. Es scheint so, dass heutzutage eine umfassende Form der Disruption um sich greift. Digitale Entwicklungen schlagen so stark durch, dass „Disruption“ jetzt überall ein Thema zu sein scheint.

Freitag, 14. Juni 2019

Ihr Kinderlein, kommet......

Unter anderem im Blog von 30.4. habe ich es gestreift, in meinem Blog „Integrationsfalle“ auf ubpage.de habe ich den Sachverhalt im Bereich der Musik anhand von Rock und Punk überdacht: „Fridays for Future“ scheint nun ein Paradebeispiel dafür zu sein. Das „Eingemeinden“, das „Integrieren“ bestimmter Bewegungen, die schnell etabliert, zu einem Teil des Systems zu werden scheinen. Deutsche Politiker haben es mit der „Umarmungsstrategie“ und einer onkelhaften Anbiederung versucht, d.h. sie haben „die jungen Leute“ für ihr Engagement gelobt, während gleichzeitig noch ein paar Nachzügler („werdet ihr bloß älter und verdient mal ein eigenes Geld...“ oder „überlasst das lieber mal den Profis“) sich in einer Weise daran abgearbeitet haben, die man von Altvorderen erwartete. Zudem wurden einzelne „Stars“ herausgepickt, die man als „Leitfiguren“ und „Führer“ identifizierte. Diese wurden dann in sämtliche Talkshows eingeladen und sollten dort ihr Anliegen erklären. Der Hauptstrom der Politiker lobte sodann und tat nichts Inhaltliches in Bezug auf Klimaschutz. Die alte Strategie. Doch das Thema ist ernster. Wer in 50 Jahren in diesem Land noch leben will, kann mit solchen halbgaren Beschwichtigungsversuchen nicht zufrieden sein. Es könnte z.b. diese unselige Wachstumsidiologie neu überdacht werden. Man könnte zumindest damit anfangen und ein paar Voraussetzungen überdenken, z.b. dass diese Erde nicht über unendliche Ressourcen verfügt........
Natürlich steht hier auch ein Kommunikationsstil zur Debatte. Es wird über Formen gelabert, wobei die Inhalte in den Hintergrund gespielt werden. Beispielsweise dass die drohende Altersarmut durchaus etwas mit der Klimakatastrophe zu tun haben könnte, dass sich Arm und Reich in dieser Gesellschaft auf ungünstige Weise auseinander entwickeln, wird sich erst in den Debatten der kommenden Zeit ergeben. Doch wir haben diese Zeit nicht. Es wäre Zeit zum Handeln. Ökologie und Ökonomie müssen nicht diese ehernen Gegensätze sein, als die sie gespielt werden. Ein gesundes Misstrauen dem Staat und seinen steuerlichen Möglichkeiten gegenüber könnte durchaus angezeigt sein.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Influencer, Blogs, Social Media (2)

Beim Nachdenken über „Influencer“ und dem, was ich mache: Was ergibt sich da noch? Ich denke über das nach, was ich gesehen habe. Meist nehme ich selbst die Perspektive dessen ein, dessen Ego eines unter Vielen ist. Auch bei sehr Subjektivem sehe ich mich nicht als Ausgeburt der Einzigartigkeit. Dazu bin ich zu skeptisch und pessimistisch….. im Gegenteil, ich will eigene Beschränktheiten und Schwächen offen legen, nicht nur meine vermeintlich gänzenden Seiten inszenieren. Ich will als Ganzes erkannt werden. Will mich nicht entfremden. So etwas wie Authentizität stelle ich dabei in Frage. Ich will etwas von der Neugier und dem Erkenntnisinteresse wecken, das auch mich treibt und das nicht ökonomisch bestimmt ist. Ich will eine Existenz abbilden, Anstöße geben und auf andere Möglichkeiten weisen. Ein (unter anderen!) Kriterium könnte sein: ob etwas den Zeitgeist trifft, der dann aber in dem, was sich mir darin zeigt, auch zeitlose Dimensionen gewinnen kann. Ich will das Kauzige, Abweichende, Seltsame an mir nicht aussparen. Dies kann durchaus mit einer Kritik an konsensfähigen Träumen verbunden sein. Ich will Positionen bestimmen, Pflöcke einschlagen, Entwicklungen skizzieren, will, wenn‘s geht, nicht den Durchblick verlieren, ohne anderen die Welt erklären zu wollen. Ich will Signale jeder Art aufnehmen und sie aus meiner Sicht interpretieren. Ich will mit anderen Menschen kommunizieren können, die Kanäle dazu sind unter anderem auch durch diesen Blog frei gelegt, ich will den Austausch und habe den Wunsch, in Verbindung zu bleiben.

Mittwoch, 12. Juni 2019

Innovation

Ein Mode- und Zauberwort der gegenwärtigen gesellschaftlichen Konstellation scheint mir das Wort „Innovation“ zu sein. Kein Tag, an dem nicht irgendein Politiker dieses Wort in den Mund nimmt und gelobt, auf diesem Trip möglichst dabei zu sein (Die Fakten scheinen dann oft sehr dagegen zu sprechen...). Erstaunlich ist, dass früher das Wort „Fortschritt“ genauso geheiligt war und jeder „progressiv“ sein wollte. Interessant scheint mir, dass dieses Wort noch relativ zielgerichtet schien und seinen Sinn nicht aus sich selbst bezog, so wie mir das jetzt zu sein scheint. „Innovation“ hat offenbar keine Utopie mehr nötig, sie bezieht ihre Rechtfertigung aus systemimmanenten Zwängen. Sie scheint in sich selbst geheiligt zu sein, auch wenn ihr Ergebnis der größte Unsinn sein kann oder uns geradezu vergewaltigt.

Dienstag, 11. Juni 2019

Globalisierung und ihre Folgen

Ob es gelingt, „Synergien zu heben“? Diesen Technokratensprechs befleißigen sich KommentatorInnen, wenn sie - wie eben jetzt - Zusammenschlüsse von Unternehmen zu loben glauben. Ob so etwas „Strukturwandel“ bedeutet? Oder ob dieser „Strukturwandel“ bestimmten Interessen nützen soll? Ob es Deutschland, dieser Exportweltmeister mit der Niedriglohndelle mit der Globalisierung nicht bereits zu weit getrieben hat? Ob unsere Demokratie dadurch in Gefahr gerät, dass Riesenkonzerne so gut wie keine Steuern oder Abgaben zu entrichten haben, während die mittleren und unteren Gesellschaftsschichten unter dieser Last ächzen? Ob nicht zu viele taktische Spiele gerade mit dieser Beobachtung gespielt werden? Ob dahinter so etwas wie die französischen Gelbwesten lauert, wenn eine maßgebliche Politikerin mit der Verärgerung über zu hohe Steuern spielt und das als Instrument gegen eine CO2-Abgabe einsetzen will? Ob da nicht auch andere Gründe dagegen sprechen? Und ob die vom Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit in Gefahr scheint, etwas, was man sich noch vor 2 Jahren kaum vorstellen konnte? Ob da nicht die hilflosen Versuche, die asozialen Medien im Internet zu regulieren eine ungute Rolle gespielt haben mögen? So ist es jedenfalls, wenn an einer bestimmten Stelle die Meinungsfreiheit in Gefahr gerät, so lauert bereits die nächste Stelle und ihre Vertreter, die regulieren wollen.

Sonntag, 9. Juni 2019

Wie ist etwas so geworden? Und wird weiter....?

Wir werden übertölpelt und geraten dadurch in eine Schuldenfalle. Wer sich so etwas oberschlau für sein Unternehmen als "Geschäftsmodell" überlegt, verdient als Manager ca. 400 000 Euro (oder mehr) im Jahr als Fixum und bezeichnet sich in der Folge als „Elite“. Er wohnt mit seiner „Familie“, deren Mitglieder er nach Gesichtspunkten der Innovation und Bedürfnisbefriedigung gerne mal austauscht, in einem Nobelpalast, dessen Finanzierung samt dem damit verbundenen Lebensstil ihm keinerlei Mühe bereitet und dessen Widerspruch zu den draußen wegen Mietwucher protestierenden Massen ihm nichts ausmacht. Er hat die käuflichen Argumente auf seiner Seite, faselt etwas von „Freier Marktwirtschaft“ und fliegt Helicopter (darin kann man sich schon gerne mal als "gehobenen Mittelstand" bezeichnen). Und das wird offenbar alles akzeptiert, als sei es ehernes Gesetz. Ob wir uns vielleicht etwas mehr an dem orientieren sollten, was einst als „soziale Marktwirtschaft“ bezeichnet wurde? Ob die Verhältnisse nicht einfach so sind, wie sie sind, sondern ob sie so geworden sind? In einer bestimmten Richtung?  Ob das zugelassen wurde? Ob einstmals von „mehr Demokratie wagen“ die Rede war? Ob diese Demokratie von der Gesellschaft in die Wirtschaft getragen werden sollte? Was davon geblieben ist?

Samstag, 8. Juni 2019

Modewörter

So langsam fällt mir auf, wie sehr und wie oft ich ganz bestimmten Modewörtern begegnen muss. Was sie wohl anzeigen? Da ist beispielsweise das Wort „commited“. Ein Mitglied der deutschen Bundesregierung muss da unbedingt und wie selbstverständlich verlauten, dass es mit anderen Kabinettsmitgliedern „commited“ habe, bestimmte Ziele zu erreichen. Ob so etwas nötig ist? Auch und gerade in Zeiten der Globalisierung? Darin kann ich mit den Genannten gar nicht „committen“, auch wenn sie noch so seriös mit diesem Sprachgebrauch auftreten. Alles ist jetzt auch „eine Herausforderung“. Im Allgemeinen, aber auch ganz besonders in wirtschaftlichen Dingen. Das Wort drückt und drängt sich nahezu überall auf, man kann es kaum noch hören. Es müssen jetzt auch Projekte „aufgesetzt“ werden. Unbedingt. Daran scheint kein Weg vorbei zu führen. Ob das Wort und auch das Verständnis, das ssich daran knüpft, auch aus der Wirtschaft kommen? Managersprech? Naja, alles „Symbolpolitik“. Ein Ausdruck, der, wie ich finde, sehr gut in die derzeitige Politiklandschaft in Deutschland, aber auch in der Welt, passt. Es wird etwas versprochen, das dann später so nicht eingelöst wird. Ein übliches Verfahren in der Politik, das inzwischen so häufig geworden zu sein scheint, dass auch das zugehörige Wort inflationär geworden ist. So geht‘s mit manch anderen Worten auch. Ob da etwas einfach ohne Sinn und Verstand nachgeplappert werden soll, nur um möglichst „cool“ zu wirken? Auch so ein Modewort, das einiges über den obwaltenden Jugendkult aussagen könnte und das ein Anbiedern signalisiert. Wer "cool" sagt, der muss auch "liefern". Haha! 

Freitag, 7. Juni 2019

Der lange Tanz (ca. 1987)

DER LANGE TANZ

Du träumst dich, du siehst dich
bist das wirklich noch du?
die Jahre vergehen im Trott
und du hast ein paar Narben mehr
blickst zurück und blickst nach vorn
und das Einerlei stört dich nicht mehr

REFR.
zwei Schritte rechts, zwei Schritte links - wo geht‘s eigentlich lang?
drei Schritte vor und zwei zurück, wie heißt dieser lange Tanz?

Mal im Schatten, mal im Licht
meist dazwischen irgendwo du
ALLES kommt erst morgen und heut ist erst mal Pause
Charlie Chaplin jagt Billy the Kid
wer wird der Verlierer sein?

REFR. zwei Schritte rechts .............

Züge fahren weiter, keiner weiß wohin
du stehst am Bahnsteig und frierst
man trägt jetzt wichtige Gesichter
und du zwingst dich, nicht mehr zu lachen
Kontrollen werden schärfer
nur Wenige wissen um das Warum.

REFR. zwei Schritte rechts

(ub, ca. 1987)

Mittwoch, 5. Juni 2019

Staat und Macht

Macht korrumpiert. Ein gutes Beispiel ist/war an der „DDR“ zu studieren. Der Staat im allgemeinen ist leider nicht gefeit gegenüber dem Machttrieb der Einzelnen, die gerne als „Politiker“ auftreten. Mag er noch so demokratisch legitimiert sein! Deshalb trage ich auch ein großes Misstrauen „dem Staat“ gegenüber, der ja wohl der allerschlimmste der Großkonzerne sein kann, weil er alle Macht auf sich vereint. Die gesamte Linke scheint mir da auf dem falschen Weg zu sein: bei ihr scheint der Staat die alleinseligmachende Instanz!Kleines Beispiel: Die Zahl der „befristeten Verträge (ohne Begründung)“ soll beim Staat extrem hoch sein! Offiziell ist alles bürokratisch begründet. Doch dahinter steht wohl ein gewisser politischer Wille, der nicht unbedingt immer sozial ausgerichtet sein muss. Wer in die ehemaligen Ostblockstaaten schaut, wird da etliche Beispiele finden. Es sollte Macht demokratisch begründet sein. Doch wie das machen? Durch Wahlen alle 4 Jahre? Durch einen Anspruch einer gewissen Partei, die genau weiß, wo‘s langgehen muss?

Dienstag, 4. Juni 2019

Gut kommt besser (besser als voran) (Text)


GUT KOMMT BESSER (besser als voran) (ca.1981)

Graue Thermostaten verperren uns die Sicht
der Senator trifft ins Schwarze
sieht im Wald die Bäume nicht
vom Hahn tropft kalter Schweiß
die Mücken spieln' Versteck
die Jacke gleicht der Hose
einen Fahrstuhl gibt es nicht
Sahnemischmaschinen drehen uns im Kreis
die Lieder werden schneller man sinkt jetzt wieder mit

REFR.

Die Masken auf ‑ Masquerade los, knöpf den Regenmantel zu
Gut kommt besser, besser als voran Gut kommt besser, ‑ als voran

Alle Sternengötter treffen sich im Klo
man spiegelt sich im Scheine
Astrophie macht Konjunktur
die Katzen bleiben cool
das Radio dirigiert Mancini
und abends ins Theater:
Mignon fährt jetzt Rolls‑Royce
Schicksalsproduzenten zaubern Riesenräder
sie stellen wieder Fallen und schaukeln auf und ab!

REFR.

Der schöne Fred trägt sein Gesicht spazieren
schwarz ist groß in Mode
er sagt sich: Gute Nacht!
man hört ihn manchmal lachen
und keiner weiß wieso
sein Gesicht spielt immer heiter
dahinter steht das Nichts
Champagnerfrösche quaken süchtig weiter
es kriegen sich die Sterne - der Mond bleibt heute leer

Wenn alle Schenkel gierig zittern
tritt Zampano auf's Podest
wünscht: Schluckauf!
am Sterz blüht ein Furunkel
man klagt jetzt weh und ach
Engel im Affenzimmer
treiben schnöd Frevelwitz
die alten Bärte sprießen wieder
neu unter rost'gem Helm hervor es läutet leis zur letzten Rund!

REFR.

Samstag, 1. Juni 2019

Blick um mich herum

Man überprüft angesichts eines Artikels, der einen beeindruckt hat, sein Umweltbewusstsein: während alle andern einen auffordern, endlich auch als Individuum und Einzelner etwas Wirksames zu tun, geht mir immer noch das Wort und der altmodische Begriff der „Strukturen“ im Kopf herum. Nein, das ist nicht nur eine Ausrede!! Ich glaube, dass ich viel tun kann, um mein persönliches Gewissen zu beruhigen (was ja löblich ist und immerhin eine Art „Haltung“ erzeugt). Allein, es mag im Ganzen wenig nützen, wenn die Strukturen die falschen sind. Da mag ich noch so hingebungsvoll den Müll trennen: wenn unter Umständen anschließend wieder vieles zusammengeschüttet wird, wenn das, was effektiv wiederverwendet wird, erschreckend wenig angesichts des Ganzen, dann liegt das wohl an Strukturen, die nicht verändert werden. Nicht am Einzelnen, der sich ein scheinbar reines Gewissen damit erworben hat, dass sich in der Realität nichts verändert hat. Man laviert sich durch, versucht, sich korrekt zu verhalten, macht sich aber keine Illusionen darüber, was dies bewirken könnte. Die Frau Umwelt- oder Landwirtschaftsminister führt keine Lebensmittelampel ein und führt alle Gründe auf, die sie als „wissenschaftlich“ bezeichnet, wobei es vielen so scheint, dass sie sich eigentlich nur im Interesse der einschlägigen Industrie äußert und handelt. Effekt: keine Lebensmittelampel. 
Die Grenzwerte für Umweltverschmutzung eben mal ein bisschen hochsetzen, könnte vieles bewirken, ein bisschen schummeln oder zumindest ein Auge zudrücken, wenn Schummelsoftware im Rahmen des ach sogelobten technischen Fortschritts eingesetzt wird - so jedenfalls argumentieren viele Politiker. Das scheinen sie von Donald Trump gelernt zu haben. Es gibt für einen wie mich keinen religiösen Glauben an das Wahre und Gute, das womöglich in meinem reinen Gewissen angesichts von Umweltproblemen liegt. Was mir bleibt, ist die Skepsis. Die Meere werden mit Plastik zugemüllt, Lebensmittel werden massenhaft in die Tonne getreten, der tropische Regenwald wird abgeholzt, Bienen und viele andere Arten sterben aus: so will‘s der Mensch offenbar. So wird es geschehen. Mir ist dabei allerdings verständlich, dass sich eine junge Generation angesichts dessen in Panik befindet. Ob‘s mit dem Lenken noch rechtzeitig klappt? Noch kurz umsteuern und die Welt retten, ehe alles gegen die Wand fährt? Den Älteren wie mir mag‘s noch reichen. Wir schaffen das. Rührend, wie manche Leute in meiner Umgebung solchen Trends gegensteuern. Indem sie bestimmte Produkte nicht mehr kaufen. Nun ja, Leute wie ich sind froh, wenn sie sich überhaupt noch etwas kaufen können. Und teure Bio-Ware ist für sie einfach nicht erschwinglich. Ob daraus etwas zu ersehen ist? Ob irgendein System dahinter steckt, wie man früher immer meinte. Oder ob man damit sofort einer Verschwörungstheorie auf den Leim geht? Ob man lieber etwas über den „freien Markt“ und seine Gesetzmäßigkeiten erkennen sollte? Industrialisierte Landwirtschaft? Ob wir das neu denken sollten und es weniger verteufeln? Ob da nicht angesichts steigender Bevölkerungszahlen nicht eine Art Zwang besteht? Und überhaupt: ist dieser Planet für so viele Menschen geschaffen? Was hat es damit auf sich, dass Kinder und das Kriegen/Machen von Kindern vergöttert werden? Lauter kleine Rentenzahler? Ob das wirklich das treibende Argument ist? Ob es nicht in Wirklichkeit ein Argument ist, das eines Staates geziemt, aber weniger dem einzelnen Menschen? Ob wir wirklich dazu berechtigt sind, anderen Gesellschaften diejenigen Menschen mit Geld weg zu nehmen, die wir zu brauchen glauben? Ob das eine Form des Neokolonialismus ist? „Braindrain“ nannte man früher so etwas. Im Weltbild einer reichen Gesellschaft wie der bundesdeutschen erscheint so etwas „normal“. Ob es aber so ist? Ob es nicht vielmehr eine Frage der Normen ist? Ich stehe vis-a-vis und staune. Ich habe mich kurz aufgeregt und bin stolz darauf, dass ich es erkenne. Es ist für mich ein Teil dessen, zu wissen, wo und wie ich lebe und nicht der Bewusstlosigkeit und ihrer Ablenkungsindustrie verfallen zu sein.

Freitag, 31. Mai 2019

Grundgesetz und Selbstverwaltung

Etwas zum jüngst mit allerlei Sonntagsreden absolvierten Grundgesetzjubiläum: Es besteht der Verdacht, die Pflege schütze die Würde des Menschen nicht ausreichend. Der Vorwurf: der Staat vernachlässige seine Schutzpflicht gegenüber Millionen pflebedürftiger Menschen. Es gibt mittlerweile sehr viele Dokumentationen und Beispiele dafür, dass dies nicht unbedingt als „Einzelfall“ abgetan werden kann. Akzeptierterweise sind das wohl die derzeit am meisten stattfindenden Rechtsverstöße in Deutschland. Die Politik behauptet in dessen unverdrossen, dass das deutsche Pflegemodell "in diesem schönen Land" ein Erfolg sei. Jaja, klar, im Verhältnis zu gewissen anderen Ländern! An anderer Stelle hätten wir gerne, dass Deutschland ganz besonders toll sei! Etwa 2,8 Mio Menschen sind in Deutschland derzeit pflegebedürftig. Tendenz: steigend. Es könnte sein, dass der Staat nicht genügend Rahmenbedingungen setzt, um Misstände in Heimen zu verhindern. Dabei ist das Spektrum sehr weit: Es gibt Heime, in denen die zu Pflegenden sehr gut versorgt werden, aber aber auch Heime in denen Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung sind. Im schlechtesten Fall bekommen die Heimbewohner keine Zuwendung, keine Pflege, keine Sicherheit und keinen Schutz. Da werden Bewohnernotrufe weggedrückt, da werden Klingeln abgestellt oder in nicht erreichbarer Nähe angebracht, weil einfach keine Zeit mehr dafür da ist. Im schlimmsten Fall bekommen sie nicht einmal ausreichend zu essen und zu trinken.
Übliche Erklärung: Das Geld reicht nicht. Es wird zu wenig Personal eingestellt, das dann unter enormem Zeitdruck steht und Pflegeaufgaben nicht so nachkommen kann, wie es das selbst gerne würde. Dies Personal verschanzt sich hinter „Dienst nach Vorschrift“ und lässt auf diese Weise einfache Menschlichkeit oft vermissen. Beispiel: Schmerzen. Es wird ein Arzt benötigt, der aber am Wochenende nicht verfügbar ist. oder einfach nicht kommt..... Der Patient könnte in dieser Zeit verrecken: macht ja nichts, Nachschub kommt allemal. Die Finanzierung erfolgt nach Bewohner, ja nach Pflegegrad und innerhalb der immergleichen gesetzlichen Regeln. Auf diese Weise sind in den letzten Jahren rund  5000 Heime neu entstanden. Durch die Pflegeversicherung ist ein neuer, gigantischer Markt entstanden. Der Staat lässt die Akteure dieses Marktes weitgehnd frei schalten und walten. Wenn es um Personalbestand, Kontrollen und Outsourcing geht. Es könnte ja auch darum gehen, das wohl der Bewohner im Auge zu haben und nicht das der Betreiber. Verbürgte Grundbedürfnisse und Qualitätsstandards gehen. Pflegeselbstverwaltung heißt dabei das Zauberwort. Das heißt, dass die Politik sämtliche Entscheidungen auf diesem Gebiet an diese Selbstverwaltung delegiert, die ihre Sitzungen meist unter Ausschluss der Öffentlichket abhält und sich auch darüber hinaus ziemlich zugeknöpft gibt. Es geht dabei unter anderem um Gehälter, Personalschlüssel u.ä. Unter anderem sind 16 verschiedene Heimgesetze, Brandschutzgesetze und 16 verschiedene Pflegeschlüssel auf diese Weise entstanden. Neben den Wohlfahrtsverbänden spielen dabei private Betreiber eine immer größere Rolle. Sie mögen die Profiteure dieser abgeschotteten Entwicklungen sein, indem die Pflege durch die Pflegeversicherung zu so etwas wie einer Selbstbedienung geworden ist. „Wir hatten damals lange Warteschlangen und das Dreibettzimmer war Gang und Gäbe. Wenn sie heute aber nachsehen, werden Sie bemerken, dass wir viele stationäre Pflegeeinrichtungen haben, dass wir keine Wartelisten mehr haben und dadurch Wahlfreiheit...“ sagt ein einflussreicher Politiker von der CDU. Wer freilich mit alten Menschen in misslicher Lage zu tun hat und ein Pflegeheim zur Aufnahme sucht, macht ganz andere Erfahrungen und fragt sich, wovon diese Leute sprechen.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Warnung vor journalistischen Unzulänglichkeiten!

Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Dies hier ist aber auch kein intimes Tagebuch! Das zu beachten bei der Lektüre ist sehr wichtig. Ich fühle mich in der Rolle des Schreiberlings eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss. Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente auf und gebe sie wider. Es geht um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt!, nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert hat, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg sich dies zunutze zu machen.
Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir gefärbt und getränkt. Sie kommen aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Privates könnte etwas mit Öffentlichem zu tun haben - und umgekehrt. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“, die gewisse Politiker in den letzten Tagen unbedingt regulieren wollten.....

Mittwoch, 29. Mai 2019

Alterspflege

Wie geht denn das? Resignation könnte sich breitmachen, wenn ich registrieren muss, dass mein naher Verwandter im Altersheim samstags schwere Schmerzen hat, er das seinen Pflegerinnen und Pflegern bzw. der Station meldet und dann nichts geschieht. Gar nichts. Er drückt rote Knöpfe. Er hat die Auskunft „Der Bereitschaftsarzt sei unterwegs". Als ich eintreffe, um ihm Schmerzmittel zu bringen („die geben mir nichts“), werde ich bei meiner Frage, wann denn der Bereitschaftsarzt komme, im Stationszimmer empört angemacht: „Wir geben nichts ohne Medikation!“. Medikation könnte so etwas wie ärztliche Verschreibung bedeuten. Klaro. Kenne ich, weiß ich. Doch das eine setzt das andere voraus: Wenn kein Arzt kommt (am Dienstagmorgen schließlich kommt der privat und zusätzlich alarmierte Hausarzt zu ihm...), kann es auch keine Medikation geben. Es ist kein Arzt da, der eine Medikation geben könnte. 
Mein naher Verwandter kommt zusätzlich zu seinen Schmerzen schwer ins Grübeln und wir unterhalten uns, was da zu tun sei. Er erwartet immerhin noch Besuch von Heim-Entscheidungsträgern, den er ausgemacht habe und auf den er gewisse Hoffnungen setzt. Doch was nicht geschieht (ich hatte es befürchtet), war dieser Besuch. Niemand kommt. Niemand aus dem Entscheidergremium  fragt auch nur, wie es ihm gehe. Es scheint also als normal hingenommen zu werden, dass alte Menschen Schmerzen haben, ohne dass ihnen geholfen wird. Im Extremfall könnten sie sogar sterben. Wird dagegen protestiert (ich habe da eigene Erfahrungen), so wird das mit allgemeinen Floskeln („ich komme demnächst bei Ihnen vorbei und dann besprechen wir das....“) und Rhetorikphrasen abgetan. Zusätzlich ist man als Störenfried und Quertreiber abqualifiziert. Deutlich wird für mich erkennbar, dass da ein bestimmter Geist vorherrscht: Dich alten Menschen brauchen wir nicht, es stehen ja so viele andere bereits parat, die gerne löhnen werden. Du bist austauschbar und eigentlich nur einer, bei denen es uns ums Geld geht. Ökonomie. Wettbewerb. Markt. Mein Vater ist in einem Heim, das von einem privaten Unternehmen getragen wird. Ich aber denke, dass es bei anderen Heimen nicht besser wäre. Alles eine Frage des Preises....

Dienstag, 28. Mai 2019

Autoritär

Wir sind erstaunt und dann empört. Da macht sich eine für ihre Partei verantwortliche Spitzenpolitikerin in Deutschland öffentlich Gedanken darüber, was sie im öffentlichen Raum des Internet an Meinungsäußerung zulassen will und was nicht. Da scheint man sehr schnell von jenen autoritären Politikern gelernt zu haben, vor denen man in der Europawahl geradezu hysterisch warnte. Allmählich sollte man sich überlegen, wie und wo man unter welchen Verhältnissen leben will. Von dort aus könnte man überlegen, ob solche Äußerungen den eigenen Wünschen und Vorstellungen entgegen kommen, oder ob sie das nicht tun. Staatsautoritäres Denken und eine Skepsis nicht nur dem Journalismus sondern jeglicher freier Meinungsäußerung gegenüber scheint um sich gegriffen zu haben – oder ob das auf gewissen politischen Seiten immer schon da war? Ein erster Anfang scheint ja mit der Abschaffung eines mit der Gemeinnützigkeit verbundenen Steuerprivilegs von NGOs ja schon gemacht. Jetzt wird klar, was folgen könnte. Vor kurzem hatte das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Geburtstag, bzw. Jubiläum. Vielleicht genügt ein Blick in dieses Dokument, um jegliche Zweifel abzuschaffen. Wenn es das nicht tut, dann müsste man das Grundgesetz abschaffen. Ob diese Spitzenpolitikerin so weit gehen will?