Reise durch Wirklichkeiten

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Sonntag, 23. November 2025

Bestimmtheiten?

Der freie Wille? Eine alte Streitfrage, gerade in der Philosophie. Haha. Ich sehe schon, wie die Auskenner die Augenbraue hoch ziehen.... Die einen behaupten, dass alles determiniert, also festgelegt sei: durch Gene, Umwelt, Gehirnstrukturen, Chemie, Normen.... Die anderen halten am freien Willen fest, weil der dem mündigen Bürger immanent sei, das heißt, ein wesentlicher Bestandteil seines Seins. Nun scheinen noch die digitalen Herrschaftsformen hinzuzukommen, die mehr oder weniger indirekt den Menschen zu entmündigen scheinen. Algorithmen scheinen unser Dasein in Zukunft zu bestimmen: und diese Zukunft hat schon angefangen. Wahrscheinlichkeiten, mit denen ein bestimmtes Ereignis eintritt, welche Nachrichten wir lesen und welche Konsumartikel wir kaufen, wie wir von Behörden belangt werden und welche Partei wir wählen: alles automatisiert und nach Wahrscheinlichkeit vorhergesagt. Wo da ein Bedürfnis nach Über- und Durchblick bleibt? Nach „Grundwerten“? Demokratie? Wie wohl die Juristerei damit umgeht? Ob das alles auch eine Machtfrage ist? Wem bedeutet dies etwas Konkretes? Wer einen praktischen Versuch mit Algorithmen unternehmen will, startet seine Suchmaschine. Selbst ihre Ergebnisse erscheinen verdeckt und ihre Kriterien erschließen sich möglicherweise nicht so schnell. Tatsache ist, dass Algorithmen vieles sogar besser zu wissen scheinen, als wir selbst. Der Mensch wird bei ihnen eine vorhersagbare Masse, die es zu steuern gilt. Doch nach welchen Kriterien? Ob "der Staat" diese vorgibt, wie jetzt bereits in einigen Ländern? Oder Firmen? Oder "Experten"?

Montag, 17. November 2025

Unsers

Ja klar, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie sind uns einiges wert, worüber es auch lohnen würde, sich mit den Gefolgsleuten der Diktatoren auseinander zu setzen. Ja ja, darüber reden hilft bei manchen Leuten nichts. Versuchen, die Gegenüber in Strukturen zu verstricken, Verträge, Abmachungen, empathische Leistungen wie etwa „meinem Gegenüber geht es auch schlecht dabei“ (oder auch nicht, weil er keinerlei Empathie hat oder es ihm aberzogen worden ist.) Nun ja, ein bisschen mehr ginge vielleicht schon. Vielleicht könnten wir uns ja auch noch ein bisschen verbessern, vorwärts kommen. Das, was Demokratie auch sein könnte, anstreben – auch gegenüber den beharrenden Kräften (die sich gerne als „konservativ“ ausgeben) Hierarchie könnten nicht unser Ding sein. Unser Wirken könnte darauf gerichtet sein, so etwas immer mehr abzubauen und dadurch mehr Lebensqualität zu schaffen. Freiheit? Für wen? Zu was? Was alles könnte „Freiheit“ bedeuten. Material für Sonntagsreden. Vielleicht ginge es auch anders. Die äußeren Hüllen vor sich herschieben, das beobachte ich oft. War und ist nie mein Ding! Demokratie ist ja auch etwas, was sich entwickeln muss und wofür es Raum geben muss. Aber was passiert? Nein. Rechtsstaatlichkeit scheint mir zu oft missbraucht zu werden, insbesondere zur Wahrung von Besitzständen. „Weil ich eingesehen habe, dass das richtig für alle ist“: dieses Diktum der antiken Philosophen sollte vielleicht mehr gedacht werden. Es geht um ein besseres Verstehen des Anderen. Es geht auch darum, selbstwirksam etwas zu tun. Wenigstens das entfernte Gefühl zu haben, dass man bei etwas mitwirken kann. Ich höre aus meiner Umgebung, dass das, was man sich hinzu verdient, einem sofort von der Grundsicherung abgezogen wird….. ob dadurch irgendeine Initiative bzgl des eigenen Daseins gefördert wird. Was ist der Staat? Die vielen Behörden und Verwaltungen? Das Eigentum derer, die sich jeden Tag im Fernsehen als Eigentümer gerieren? Die Machtmanager? Sind wir deren Apparat ausgeliefert? Deren Bürokratiemonster? Müssen wir uns alles gefallen lassen, von Staatswegen? Uns als „Boomer“ oder „Sozialschmarotzer“ beschimpfen lassen? Demokratie könnte doch mehr sein…...

Freitag, 10. Oktober 2025

Horizonte überschreiten

Ob es so war, dass man neugierig war, dass man Grenzen, Horizonte überschreiten wollte, - auch mittels der Musik? Dass das drin war in der Rockmusik, dass genau das einen immer wieder anzog und sogar eine Art Freiheitsversprechen abgab? Dass sogar der Blues als scheinbar eng begrenztes Zeichensystem einem Aufgaben stellen konnte und einen hinein zwang in einen fremden Kontext? Man wollte das besser verstehen und arbeitete sich also ein, fühlte sich, versuchte, dem Wesen des Blues näher zu kommen, ohne sich damit identifizieren zu müssen. Es wurde eine Art Politik daraus, eine Art Herangehensweise, ein Umgangston, eine Weltsicht (so was ist unter Umständen weit entfernt davon, was viele heute als „Identitätspolitik“ bezeichnen). Heute ist es schwer, das alles als Pose zu begreifen, als Haltung, aus der man sich solange davon stehlen kann, wie man selbst davon profitiert (so der derzeit herrschende Zeitgeist). Ich habe oft auch als Kritiker versucht, gewisse Kreationen aus dieser Sicht, aus der Sicht eines kreativen „Mutes zum Eigenen“ zu beurteilen. Es ist mir nicht immer gelungen, zumal noch andere Faktoren in meine Beurteilungen herein spielten. Aber es war ein wesentlicher Gesichtspunkt. Aber wie war das beispielsweise bei Steely Dan? Sie schienen mir trotz aller Professionalität einen eigenen, hart geschliffenen Weg zu verfolgen, sie schienen mir Vieles auf einen Nenner zu bringen und in einer Haltung distanzierter Coolness zusammen zu fassen. Es schien ein Weg zu sein, eine Möglichkeit, eine Richtungsanzeige auf eine Art Metaebene. Dabei ließen sie vor allem Einflüsse aus dem Jazz herein, nahmen von allem das Beste und fügten es demütig neu zusammen, versuchten, Paradoxa auszuhalten (Walter auch mit Drogen, was wohl einigermaßen schief ging) und eine Haltung zu demonstrieren.

Montag, 15. September 2025

Imaginary Western

Wie war das damals in den US? Ich hatte unter anderem großen Respekt vor den Siedlern (Stichwort: Lewis Clarke Treck), immer dem Horizont entgegen, wir hatten einen Volunteer kennen gelernt, der sein Rentnerleben ganz einsam der Landschaftsüberwachung (Wetter, Waldbrände etc.) in Idaho widmete. Ganz allmählich glaubten wir, den Puritanismus aus unserer Warte heraus neu verstanden zu haben. Ich wollte damals sogar nach Arizona auswandern…. Doch ich habe mir überlegt: Schlangen, Alligatoren damals in Florida…. etc. Nicht mein Ding. Angst. Dagegen standen meine Neugier, auch auf andere Lebenszusammenhänge, das Abenteuerliche, „freie“? Die internationalen Beziehungen haben sich seitdem grundsätzlich geändert, ich muss mir überlegen, ob mich mein Interesse an den USA noch trägt, -während es hier schon erste Boykottaufrufe gegenüber amerikanischen Waren gibt. Amis sind auch – was mich ein bisschen stört - total spezialisiert: man sieht die Welt aus einem Volks- und betriebswirtschaftlichen Loch heraus, man will Geschäfte machen, Geld verdienen, um jeden Preis Profite machen. Ich bin durchaus der Meinung, dass die Macht der Systemgünstlinge wie Digitaloligarchen und Banker (Geldhändler) beschnitten werden sollte.

Samstag, 22. Februar 2025

Fascht Popig

Ob Pop mit mindestens zwei ganzen Generationen den jetzt so übel grassierenden Populismus eingeübt hat? Das Führerprinzip und die Gleichschaltung der Gefühle - da war ja teilweise noch mehr. Konzerte wurden ja ohnehin zu Wallfahrtsorten. Ich fühlte mich immer ziemlich alleine, wenn die Massen tobten und johlten, was gerne mit solchen Begriffen wie „gute Stimmung“ und dergleichen umschrieben wurde. Es stieß mich immer etwas ab, diese Gleichschaltung, diese Massenbegeisterung, dieses Aufgehen im Pulk. "Ein faschistischer Führer würde Großbritannien gut tun" - erzählte 1976 David Bowie offenbar dem "Playboy"-Magazin. Und im selben Jahr rief anscheinend Eric Clapton auf offener Bühne: "Schmeißt die Fremden und die Schwarzen raus aus England, haltet Großbritannien weiß!" - und fordert dazu auf, den Neonaziführer Enoch Powell zu wählen. Seltsam. Passt irgendwie gar nicht. Ich habe mir das damals aufgeschrieben. Ob Clapton etwas ausprobieren wollte oder ob er das damals wirklich meinte? Er, der nicht nur von BB King so vieles lernte und mit ihm später sogar ein Album einspielen sollte. Er, der Robert Johnson und den Blues so verehrte. Ob er da, als er so etwas sagte, schlechte Drogen genommen hatte? Ja klar, der Künstler und der Politiker erwarten, dass etwas aus der Masse zurück kommt, was sie noch weiter anpeitscht. Sie erwarten, dass ihr Charisma massenhaft wirkt. Das galt sowohl in der frühen Rockmusik als auch in der späteren Popmusik. Sich um jemanden zu scharen, den man beinahe anbetet, that's it. Paralellen? „Fan“ sein. Das Wort „Fan“ kommt von fanatisch. Also fanatische Verehrung und bedingungslose Gefolgschaft, selbst im Kleinsten. Ob uns das an etwas erinnert? Unterschiede, dann doch? Ach ja.... hoffentlich! Um als Populist zu funktionieren, muss man die Welt aufteilen. Möglichst in zwei Gruppen. Die einen sind die guten, tollen, lieben, schönen, - das sind Sie, der Chef von denen, von dieser Herde -, und den anderen. Die anderen sind die ganz Bösen, Hässlichen, Gemeinen, die sozusagen Sie bekämpfen. Gut und Böse. Die Bösen vielleicht sogar noch mit Spitznamen bedenken. Ohne diese Zweiteilung werden Sie nicht weit kommen als Populist und Demagoge. Die Leute verfügen in satten Industriestaaten wie Deutschland oder den USA über viel Geld (woher es wohl kommt, dass die neuen Bundesländer auf dem meisten Tourneeplänen der internationalen Popstars etwas unterrepräsentiert sind?), das sie in ihrer Freizeit ausgeben können. Freilich ist die Konkurrenz auf dem Gebiet der Freizeitaktivitäten deutlich breiter geworden seit den früheren Tagen der Rockmusik Der Monopolisierungsprozess im Musikgeschäft hat in dieser Zeit aber auch gewaltige Fortschritte gemacht. Es ist ja noch immer (oder gerade jetzt...)viel Profit auf diesem Gebiet zu machen. Anfangs wollten sich Rockkünstler ja von dem abwenden, was vor ihnen da war. Sie spielten Revolution vor und waren Anti-Establishment, sie waren dagegen und sie spielten sowohl das Super-Ego als auch den Teil einer „Bewegung“. Bob Dylan, Mick Jagger, Pete Townshend oder auch Janis Joplin waren damals Rockstars, obwohl ursprünglich so gut wie nichts darauf hindeutete. Die Rockmusik gab diesen Leuten die Möglichkeit, viel Geld aus ihren Abgründen und Phantasien zu machen, sie in einem kreativen Sinne so zu gestalten und in gereimte Verse zu zwingen, dass es „irgendwie“ mit Befreiung zu tun hatte. Sie begaben sich in diese Rolle des Zeitgeists. In einem späteren Stadium haben sie dies in eine Art Reife überführt, die sich ihrer Ausdrucksmittel sehr bewusst war. Diese Musiker mussten sich nirgendwo vorstellen, wurden von keiner Jury in einem Casting ausgewählt. Sie haben sich selbst auch durch die geschickte Vermengung von persönlichen Idealen und musikalischem Stil ermächtigt, um von ihrem Publikum dafür gefeiert zu werden. Sie gaben in allem Ernst vor, die Welt retten zu wollen (und nicht nur zynische „Unterhaltung“ zu produzieren). Einer, der es mit dem Weltverbesserungspathos und der Begeisterung ziemlich weit gebracht hat, soll hier genannt werden: Seit Jahren und nicht erst seit den „Paradise Papers“ ist bekannt, dass U2-Sänger und Profi-Gutmensch Bono sein Geld in Steueroasen parkt. Ein Symbol, ein Menetekel. Und nicht nur die Stones setzen immer noch eine Abschiedstournee drauf, zu der dann die Tickets noch einmal teurer als bei der letzten Abschiedstournee werden. Sie dürfen das, gewiss. Sie sind ja „die Urviecher der Rock'n'Roll“. Sie sind wandelnde Mythen. Sie treiben ein Spiel mit den Figuren, die sie darstellen. („Gut, dass wir solche haben....“). Für viele der übrig gebliebenen Alten des Rockgeschäfts gilt es ja, ein Lebenswerk zu verwalten, alte „Erfolge“ noch einmal vorzuführen. Das Cover des eigenen Selbst sein.

Samstag, 14. Dezember 2024

Winterfreuden

Jetzt satteln sie wieder die dicken SUVs, um möglichst schnell in die Alpen zu preschen. Wenn bloß diese Staus nicht wären! Diese Straße gehört doch längst mal ausgebaut! Was wir wollen? Mal wieder diese Freiheit auf den Gipfeln genießen! Dieses besondere Gefühl. Cool! Unschlagbar. Manche Seilbahnen funktionieren ja jetzt nach dem „dynamic pricing“-system: Angebot und Nachfrage, Wetter. Wer zu einem bestimmten am meisten zahlt, bekommt das Ticket. Klima, Energie, Nachhaltigkeit? Scheis der Hund drauf! Das gilt nicht für mich. Es gilt der Eigennutz! Kann ich was gegen all die Misstände tun? Ich bin doch nur…... Da brechen zwar öfter immer wieder Abhänge ab. Aber das sollen dann die Politik und die Behörden richten. Man freut sich schon auf „Apres Ski“: Brutale Party? Fressen, saufen, ficken…..Schneemangel? Pisten planieren, Schneekanonen? Beschneiungsanlagen? Was habe ich damit zu schaffen? Wie`s im Sommer hier aussieht, sehe ich ja nicht. Und außerdem schaffen Touristen Arbeitsplätze. Es gibt jetzt Seilbahnkomfort mit Sitzheizung und Wlan.

Dienstag, 17. September 2024

Einsamkeit to go

Die Psychodoktoren sehen Besserung bei Symptomen der Einsamkeit durch Psychotherapie. Dass eine Stunde (50 Minuten) bei ihnen etwa 90 Euro kostet (was sich kein Grundsicherungsempfänger leisten kann), weist ganz klar in Richtung einer Klassentherapie: nur bestimmte Leute mit viel Geld oder weit über die AOK hinaus Versicherte können sich so etwas leisten! Dazu kommt, dass man als AOK-Patient erst einmal einen Termin beim Therapeuten ergattern muss. AOK-Patienten stehen theoretisch zwar 100 Stunden Tiefenpsychologie zu, die man für sich dort aber erst mal erkämpfen muss. Wann der Termin dann sein sollte, das wird allerdings nicht erklärt (Ich nehme mal an, möglichst zeitnah). "Ganz er selbst sein darf jeder nur solange er allein ist: wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit: denn nur wenn man allein ist, ist man frei." sagt der Philosoph Arthur Schopenhauer. Ich lese „Millionen Deutsche leiden unter Einsamkeit“. Verlassenheit. Isolation. Depression. Verlust persönlicher Kontakte. Sogar die Ampel scheint das bemerkt zu haben. Soziale Kompetenz sollte geübt werden, ansonsten geht sie schleichend verloren, so heißt es.

Dienstag, 26. März 2024

Vom Analogen ins Digitale

Was für eine Euphorie war damals herüber geschwappt? Freie Kommunikation, jeder mit jedem, über Grenzen hinweg, das anarchische Medium per se, die große Befreiung….. und wo sind wir inzwischen angekommen? Es scheint so, als hätten s9ich bgroße Konzerne des Internet in Form der Social Media bemächtigt. Ich las neulich, diese drei Konzerne hätten etwa 80% bis 90% der Werbeeinnahmen für sich selbst zur Gewinnsteigerung abgesaugt. Dabei haben Regulierungen staatlicherseits in der Vergangenheit offenbar durchaus gegriffen, wenn auch im Sinne der drei großen Medienkonzerne, die ihr Lobbyisten ausgeschickt haben, um die staatlichen Entscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen. Jetzt sind Werbeflächen zugekleistert mit Bannern, die dauernd ihre Inhalte wechseln, es flickert und flackert zielgerichtet und nicht zielgerichtet wild um einen herum, wie auf den Bildern, die wir uns von Travalgar Square gemacht haben. So etwas war damals das Außergewöhnliche, heute ist es Social Media-Alltag. Woher haben diese Agenten alle unsere Adressen, unsere Wohnorte, unsere IP-Adressen? Man kann sich unter anderem eingekreist fühlen, unter Druck gesetzt. Kommerzielle Interessen haben sich jeglicher Kommunikation bewältig und die hoch gelobte EU steht an der Seitenauslinie und tut offenbar nichts, weil ihre eigenen Agenten, Handelnden von Lobbyisten beeinflusst sind. Wohin das wohl alles noch führen mag? Sehen so die digitalen Offenbarungen aus? x x What kind of euphoria swept over us back then? Free communication, everyone with everyone, across borders, the anarchic medium per se, the great liberation... and where have we arrived now? It seems as if large corporations have taken over the Internet in the form of social media. I recently read that these three companies had siphoned off around 80% to 90% of the advertising revenue for themselves to increase profits. In the past, government regulations have apparently been effective, albeit in the interests of the three large media companies, which have sent out lobbyists to influence government decisions in their favor. Now advertising spaces are covered with banners that constantly change their content, it flickers and flickers purposefully and not purposefully wildly around you, like in the pictures we took of Travalgar Square. Something like this was extraordinary back then, but today it is everyday life on social media. Where did these agents get all our addresses, our locations, our IP addresses? Among other things, you can feel surrounded and pressured. Commercial interests have overtaken all communication and the vaunted EU stands on the sidelines and apparently does nothing because its own agents are influenced by lobbyists. Where does this all lead? Is this what the digital revelations look like?

Freitag, 12. Januar 2024

Neidkultur, Sozialneid

Ich habe mal wieder in einem Beitrag das Wort „Neidkultur“ gelesen, das anscheinend immer dann eingesetzt wird, wenn jemand die scheinbar gegebene Ordnung zwischen Arm und Reich etwas grundsätzlicher anzweifelt. Gerne auch wird so etwas noch als „typisch deutsch“ qualifiziert. Ich frage mich dann oft, ob so etwas als wirklich „typisch deutsch“ durchgehen könnte. Selbststigmatisierung als Strategie. Eigentlich, so kommt es mir vor, verstellt all dies relativ gezielt den Blick auf die Realität, die große Ungleichheiten jener Art aufweist, die nicht akademisch klugscheiserisch mit dem Begriff „Chancengleichheit“ zusammen passen. Jeder Mensch habe die Möglichkeit, sich frei einzubringen in den Wirtschaftskreislauf, so das oft gehörte Credo dieser Gesellschaft. Jemandem freilich, der keine Möglichkeiten sich einzubringen hat, dem sie auch verwehrt sind, muss es erlaubt sein, etwas genauer auf diejenigen zu blicken, die ihr gerne als „Menschenführung“ verkauftes „Konzernführertum“ als selbstverständlich ausgeben. Dass man dann Fragen stellt, ja, dass sie sich einem geradezu aufdrängen, hat mit dem vorwiegend in Emotionen begründeten „Neid“ zwischen „Gleichwertigen“ wenig zu tun. Doch der Abwehrwall „Neidkultur“ scheint ohnehin zu bröckeln. Zu offensichtlich sind seine Widersprüche, die gerade die von ihm so gerne behaupteten „Widersprüche“ zudecken sollen. Es mag wohl ein paar Dinge geben, die allen zur Verfügung stehen sollten und nicht nur dem privaten Vermögenden. Nun mal praktisch: Wer nichts hat, wird auch rechtlich wohl kaum gegen einen mit Geld gestopften Vermögenden ankommen. Theoretisch könnte da so etwas wie „Freiheit“ oder „Chancengleichheit“ sein. Praktisch ist das so gut wie nicht der Fall. X x I once again read the word “envy culture” in a post, which seems to always be used when someone fundamentally doubts the apparently existing order between rich and poor. Something like this is often qualified as “typically German”. I often ask myself whether something like this could be considered “typically German”. Self-stigmatization as a strategy. Actually, it seems to me, all of this obscures the view of reality, which shows great inequalities of the kind that do not fit together academically and wisely with the term “equal opportunities”. Every person has the opportunity to freely participate in the economic cycle, is the often heard credo of this society. Of course, someone who has no opportunity to get involved and who is also denied it must be allowed to look at those who take for granted their “corporate leadership” that they like to sell as “people leadership”. The fact that you then ask questions, even that they force themselves on you, has little to do with the “envy” that is primarily based on emotions. But the defensive wall of “envy culture” seems to be crumbling anyway. His contradictions are too obvious and are intended to cover up the “contradictions” he so likes to claim. There may well be a few things that should be available to everyone and not just to the privately wealthy. Now to put it practically: If you have nothing, you will hardly be able to compete legally against a wealthy person who is stuffed with money. Theoretically there could be something like “freedom” or “equal opportunities”. In practice, this is almost not the case.

Freitag, 8. September 2023

Emanzipation

Wir sind schon ein gutes Stück voran gekommen auf diesem Weg. Doch das berechtigt uns nicht, im Streben nach Emanzipation nachzulassen. Wir sollten existenziell zur Kenntnis nehmen, dass in ganz Mitteleuropa (inkl. Deutschland) ihre Identität durch langwierige auch persönlich gefärbte Erfahrungen aufbauen, zu denen eine vielgestaltige Entwürdigung gehört, die in extremen Fällen sogar zu Kriminalität führen kann. Nicken und Mitmachen gehört zum Instrumentarium in dieser Gesellschaft, die Anpassung und die Einordnung in gesellschaftliche Mechanismen. Nicht nur geschmeidig sein sollte da einen Wert darstellen. Doch für unsre Emanzipation hat es in der Vergangenheit große soziale Kämpfe gegeben, die noch längst nicht abgeschlossen sind. Ein selbstzufriedenes Zurücklehnen wollen uns da so manche konservative Kreise nahe legen. Wir sollen stolz auf das Erreichte sein. Wir sollen die alten Rituale pflegen. Toll, das wir sie hinter uns gelassen haben! Dass wir beispielsweise souverän mit nationalen Symbolen umgehen können, sie nicht verachten, sie aber auch nicht verherrlichen. Demut und Respekt vor dem Erbe, das uns aus der Vergangenheit erwachsen ist. Wir wollen jetzt weiter. Wir wollen behutsam darüber hinweg kommen. Wir müssen näher an die Selbstverwirklichung und die Freiheit von Zwängen möglichst vieler Menschen kommen.

Freitag, 9. Juni 2023

Freiheit der Entscheidung

Was uns Freiheit bedeutet? Dies ist nicht nur durch die Geschichte geprägt. Freiheit bedeutet natürlich auch, sich fortwährend entscheiden zu müssen, sich Urteile zu bilden etc. Das ist nicht immer leicht. Es gibt einen großen Wunsch, sich von diesen Freiheitszumutungen und dieser permanenten Anstrengung zu entlasten. Sich sagen zu lassen, was das Richtige ist, sorgt diesbezüglich für Entlastung. Diesen Job der Entscheidung zwiscgen Gut und Böse, aber auch zwischen falsch und richtig mögen Autokraten, Diktatoren... „Experten“ aller Art, aber auch religiöse Institutionen wie etwa der Papst wahrnehmen Sie alle sorgen für so etwas wie Entlastung, die Soziologie nennt das „Komplexitätsreduktion“, was sie in das menschliche Bedürfnis nach Orientierung einordnet. Insofern müssen wir nicht glauben, dass Freiheit für eine Gesellschaft von vornherein etwas Erstebenswertes ist. Es existiert zunehmend eine Verlockung, bestimmte Angebote anzunehmen, die von den Freiheitszumutungen entlasten. Je krisenhafter die Entwicklungen werden, desto größer wird das Orientierungsdefizit. Es gilt zu wissen, wie die Sachen laufen, auch über kleinere Schwierigkeiten hinweg, die man offenbar „irgendwie wieder hinkriegt“. Kommen aber viele Situationen mit großen Auswirkungen zusammen, ohne das feste Handlungsanweisungen existieren und auch die politische Klasse ziemlich hilflos erscheint, dann entsteht ein riesiges Orientierungsdefizit. Also versucht man etwas zu finden, was Orientierung herstellt. Dies geschieht am besten mit einfachen Aussagen, mit Simplifizierungen und einfachen Einteilungen der Welt. Dies läuft jeglichen Anstrengungen der Demokratie zuwider, die keine Form der Einfachheit ist.

Montag, 29. Mai 2023

Gemeinheit

Adorno bezeichnete Vulgarität als ein „Einverstandensein mit der eigenen Erniedrigung“. Was dieser Satz wohl bedeuten mag? Tatsache ist, dass auch er missverstanden werden kann. Stark empfinde ich mittlerweile die Distanz, die zwischen dem „gemeinen“ Volk, seinem Sprachgebrauch, seinem Verhalten - und den selbsterklärten „Eliten“ zu herrschen scheint. Es scheint ein gangbarer Weg für diese politische Eliten zu sein, den Leuten vorzuschreiben, wie sie zu reden, zu schreiben und zu lesen hätten, wie sie zu fahren und zu heizen und sich fortzubewegen (& vieles andere mehr) hätten. Es mögen einem Zweifel dazu kommen, ob genau diese Verbote, Vorschriften oder beinharte Gesetze ein Weg sein können, was sich ja jeder als Ziel wünscht. Waren wir einmal von einem anderen Ausgangspunkt gestartet? Waren uns gerade Verbote und Vorschriften zuwider? Strebten wir nach einer reichlich diffusen „Freiheit“? Dass diese „Freiheit“ diffus blieb, mag sich heute rächen. Die diffuse Wut „auf die da oben“ kocht vor sich hin. Doch wehe, wenn diese Wut eines Tages entfacht und für politische Ziele missbraucht würde! Sind die Menschen in der „richtigen“ Richtung wachgerüttelt und mobilisiert?, so fragt sich mancher zeitgeistig Bewegte. Klimawandel? Ja klar wollen wir alle. Es geht um das Wie. Außerdem haben wir alle diese Phrase viel zu oft gehört. Vom Artensterben ist dagegen selten die Rede. Es wird auf bestimmten politischen Seiten mit den Begriffen „Widerstand“ und „Revolution“ hantiert. Vergessen (oder absichtlich in den Hintergrund gerückt), dass so etwas oft genug in der Weltgeschichte in ein Blutvergießen führte. „Apocalypse now“. Und trotzdem hat sich etwas Ungeklärtes, Diffuses angestaut: etwa, das Rennen um „billige Arbeitskräfte“ und Rohstoffe in der Globalisierung. „Brain Drain“, steht uns das zu? Einfach Menschen und ihr Know How kaufen, um die eigene Haut zu retten?

Dienstag, 24. Januar 2023

Was uns frei machen könnte

Ihr habt alle nichts verstanden. So klingt es mir noch in den Ohren. Abweichende Meinungen sind tabu. Ich spüre den Drang zum Konformismus. Zur Gleichschaltung statt derselben Meinung. Ich fühle mich eingeengt. Sich außerhalb des Konsens stellen, der in dieser Gruppe gepflegt wird? Ich gebe zu, diese Idee reizt mich. Da schwingt etwas von Sokrates mit, der dafür, dasss er anderer Meinung war, hingerichtet wurde. Da war kein Kick dafür, den eigenen Kopf zu wahren, selbst zu denken. Solange wir uns innerhalb der Tabuzone aufhalten, ist alles okay. Sobald wir aber davon abweichen....Oh je! Nun ja, soweit, so gut. Ist aber das Gegenteil davon richtig? Dass jeder, der vom rechten Pfad abweicht, der gewissen Geboten (oder Verboten) nicht gehorcht, sich schon als Held der Aufklärung sehen darf? Selbst denken scheint schwierig. Einerseits ist es dem individuellen Denken verpflichtet, andererseits ist es auch gesellschaftlichen Zwängen ausgesetzt. Wir haben vielleicht eine Art innere Freiheit, die wir nie verlieren. Sie mag unbedingt sein, an keine Voraussetzungen gebunden. Doch dies muss auch in wechselseitigen Beziehungen mit anderen Menschen zum Ausdruck kommen. Wir sind also in unserem Leben gleichzeitig total frei und gleichzeitig durch die Gesellschaft bedingt und konditioniert. Ein bisschen ist das paradox. Angesichts dessen bleibt uns der Mund offen stehen. Keinesfalls aber kann da Rechthaberei sei, ein Durchsetzen gewisser Vorstellungen auf Kosten von anderen, ein Durchsetzen, das sich vielleicht auf Natur, Kultur, Idiologie oder Religion beruft.

Freitag, 18. November 2022

Befreit?

Ob wir das Freiheit nennen sollten? Da ist beispielsweise die Entscheidung, wo jemand sich beerdigen lassen will, zu welcher Gemeinschaft er sich dadurch bekennen oder nicht bekennen will: es gibt also eine Wahl, der sich ein modernes Individuum überall stellen muss. Nicht mehr die Tradition organisiert ein Leben. Dadurch wird keine bestimmte und relativ genau definierte Rolle mehr angeboten, sondern Individuen müssen ständig selbst entscheiden, wer und was sie denn in welchem Zusammenhang sein wollen. Dazu sind wir befreit, aber auch verdammt und verurteilt. Jeder muss sich selbst zu einem „Projekt“ machen, wodurch auch das Risiko des Scheiterns dramatisch steigt. Mutmaßlich hat man unendlich viele Wahlmöglichkeiten, wodurch sich das eigene Leben aber als fortwährend begrenzt erweist. Dies zieht natürlich entsprechende Frustrationen nach sich, was die sogenannte „Frustrationstoleranz“ immer wichtiger werden lässt. Es geht bei diesem Begriff darum, gewisse Fehlschläge in mannigfacher Hinsicht verkraften zu können, mit Bedürfnisverweigerungen von Seiten der Umgebung zurecht zu kommen und die Schere zwischen dem, was man hätte erreichen können, und dem, was man erreicht hat, besser aushalten zu können. Aber auch das Bedürfnis nach Sinnfindung ist allgegenwärtig. Sinn wird dabei vor allem im persönlichen Bereich gefunden, unter anderem in einem sehr individuell angelegten Glauben an Werte und Normen, der als individuell veränderbar und meinem Profil anpassbar erscheint. Gleichzeitig wächst aber auch der Druck, etwas aus seinem Leben machen zu müssen. Ein Leben in Sicherheit? In mir angemessenen Formen? Ob meine Kraft dafür ausreicht? Wie kann ich angesichts dessen bestehen? Was wird aus mir und wann werde ich es? Wie kann ich mich möglichst optimal entwickeln? Menschen am Anfang ihrer bürgerlichen Existenz und ihres nach einer Initiation wahrgenommen Lebens müssen Antworten ganz alleine finden. Dabei wächst das Bedürfnis nach einem Orientierungsrahmen, einer Vorgabe von außen, die klare Richtungen weist. Selbstbestimmung erweist sich insofern auch als dauernde Last, wird zu einer Aufgabe, der jemand ständig nicht genügt. Orientierung und Reduzierung der Unübersichtlichkeit des Lebens ist gefragt: Freunde und Familie sind hierzulande in diese Rolle der Beratungsinstanz geschlüpft, die anderswo die Religion ausfüllt.

Sonntag, 13. November 2022

Freiheit?

US-Amerikaner betonen gerne, das man gemeinsame Werte habe. Dazu zähle etwa „Freiheit“. Für uns scheint das hier ein tausendfach schillernder Begriff, für Amis scheint das sehr einfach zu sein. Ob sie wohl realisiert haben, dass sich diesbezüglich einiges geändert hat seit Kriegsende? Dass der CIA in vielem dem KGB entspricht? FBI, NSA usw. Dass dieses „Pursuit of happiness“ de facto inzwischen nur noch einer kleinen besitzenden Klasse von Menschen zugestanden wird? Die US-amerikanische Gesellschaft hatte wohl eine Phase, als sich die sozialen Gegebenheiten ein bisschen nivellierten. Diese Phase ist längst vorbei. Jawohl, sie helfen uns, weil wir in Europa feige sind. Sie selbst freilich bezeichnen gewaltige und abstoßende soziale Ungleichheiten und ungezügelten Waffengebrauch als „Freiheit“. Waren sie einmal ein Hort der Demokratie? Ja, viele sehr wohlmeinende Amerikaner hatten sich dem verschrieben, als sie Deutschland vom Faschismus befreiten. Ihr Lob sei gesungen hier! Doch spätestens seit der Erstürmung des Kapitols dürften daran Zweifel entstanden sein. Man glaubt, sogar die Wirklichkeit nach seinen Vorstellungen "designen" zu können. "Fake News". Die Amerikaner spielen sich gegenseitig "Freiheit" vor oder das, was dafür gehalten werden soll. Sie waren immer schon Fan des schönen Scheins. Dabei glauben sie geradezu religiös an eine uralte Verfassung, die zwar gut aber nicht der Zeit angepasst ist. Die gewaltige geisteswissenschaftliche Geschichte hier in Europa schreibt auch ihre zahlreichen Notizen zu dem so simpel verwendeten Begriff „Freiheit“. Skepsis klingt durch, Ironie und Respekt. Unabgeschlossenheit. Offenheit. Wir sind anders als die Amis und wir sind das aus gutem Grunde.

Freitag, 23. September 2022

Freiheit? Komplexität? Orientierung?

Was uns Freiheit bedeutet? Dies ist nicht nur durch die Geschichte geprägt. Freiheit bedeutet natürlich auch, sich fortwährend entscheiden zu müssen, sich Urteile zu bilden etc. Das ist nicht immer leicht. Es gibt einen großen Wunsch, sich von diesen Freiheitszumutungen und dieser permanenten Anstrengung zu entlasten. Sich sagen zu lassen, was das Richtige ist, sorgt diesbezüglich für Entlastung. Diesen Job der Entscheidung zwischen Gut und Böse, aber auch zwischen falsch und richtig mögen Autokraten, Diktatoren... „Experten“ aller Art, aber auch religiöse Institutionen wie etwa der Papst wahrnehmen Sie alle sorgen für so etwas wie Entlastung, die Soziologie nennt das „Komplexitätsreduktion“, was sie in das menschliche Bedürfnis nach Orientierung einordnet. Insofern müssen wir nicht glauben, dass Freiheit für eine Gesellschaft von vornherein etwas Erstebenswertes ist. Es existiert zunehmend eine Verlockung, bestimmte Angebote anzunehmen, die von den Freiheitszumutungen entlasten. Je krisenhafter die Entwicklungen werden, desto größer wird das Orientierungsdefizit. Es gilt zu wissen, wie die Sachen laufen, auch über kleinere Schwierigkeiten hinweg, die man offenbar „irgendwie wieder hinkriegt“. Kommen aber viele Situationen mit großen Auswirkungen zusammen, ohne das feste Handlungsanweisungen existieren und auch die politische Klasse ziemlich hilflos erscheint, dann entsteht ein riesiges Orientierungsdefizit. Also versucht man etwas zu finden, was Orientierung herstellt. Dies geschieht am besten mit einfachen Aussagen, mit Simplifizierungen und einfachen Einteilungen der Welt. Dies läuft jeglichen Anstrengungen der Demokratie zuwider, die keine Form der Einfachheit ist.

Samstag, 5. März 2022

Das Böse?

Krieg? Spezialoperation? Mir scheint, das Böse ist im Menschen verankert. Es ist möglicherweise sogar das, was ihn frei macht. Während das Tier nämlich einem von der Natur festgelegten Programm folgt, kann sich der Mensch „frei“ für oder gegen etwas entscheiden, ist Herr der moralischen Folgen, die sein Verhalten zeitigt. Dass er sie dabei manchmal nicht so recht überblickt, ist wohl auch eine Folge dessen, dass er seine Welt für die einzig gültige hält und sie auch als solche seinen Mitmenschen nahe zu bringen versucht. Gelingt dies nicht, wird auch mal Gewalt angewandt, denn der Zweck, - so manche Idiologie! - heiligt ja die Mittel. Mit dieser Begründung konnten gewisse Herrscher in der Menschheitsgeschichte 10, 20 oder gar Millionen Menschen umbringen (lassen) und sich in der Sonne ihrer Allgewalt erwärmen. Ja nach Perspektive scheinen dabei jegliche Maßstäbe verloren gegangen. Doch mit der gezielten Beeinflussung einer Gefolgschaft, mit all den Tricks der Manipulation scheint da im Zeitalter nuklearer Kriegsführung alles bis hin zur völligen Selbstvernichtung möglich zu werden.

Sonntag, 16. Januar 2022

Frei oder bestimmt? (oder beides?)

In verschiedenen Zusammenhängen kamen mir jetzt grundsätzliche Positionen unter, die mir unter anderem auch für eine ganz bestimmte Klientel typisch zu sein scheinen und die nicht immer explizit geäußert werden. Zum einen glauben vor allem Menschen aus dem wissenschaftlichen Bereich daran, dass der Mensch sich selbst erschaffe und dadurch gekennzeichnet sei, dass er sich quasi aus der Natur befreie, sich über die Natur erhebe und sich aus ihr entferne. Der Mensch wolle und könne sich selbst bestimmen, so die Vertreter dieses vorwiegend im linksliberalen Weltbild angesiedelten Sicht, die sich inzwischen weit hinein in den Mainstream verbreitet hat und gerne mal feministische Aspekte oder welche der Identitätstheorie in ihre Auffassungen mischt. Oft knüpft sich auch ein großer Glaube an die kommenden Segnungen der Technologie daran. Der Mensch habe eine Geschichte, in der er sich entwickelt habe. Er sei gerade dadurch bestimmt, dass er sich in gewollte Richtungen verändern könne. Wir formten und gestalteten unsere Natur. Es gehe in der Gegenwart unter anderem darum, das eigene Dasein unter solchen Voraussetzungen möglichst „aufregend“, „kreativ“ und „spannend“ zu gestalten. Auf der anderen Seite diejenigen, die glauben, dass bestimmte Verhaltensweisen, Reaktionsmuster und Eigenschaften in unseren Körpern und Genen „festgeschrieben“ seien. Dies zu ändern könnte sich auf die lange Sicht als sehr schwierig erweisen, wobei unter anderem das angestrebte Ziel auch in einer gewissen gesellschaftlichen Stabilität erweisen könnte. Wir seien durch die Natur bestimmt und es gelte, die Gesetze der Natur zu erkennen, um besser auf sie reagieren zu können.

Freitag, 3. Dezember 2021

Bilder von Weihnachten und Konsum

 Jetzt stürmen Bilder von Weihnachten auf uns ein. Überlagert werden sie in Mitteleuropa von Corona-Ängsten. Jetzt wollte doch der Handel seine großen Weihnachtsgeschäfte machen….: Und schon wieder ist nichts! Der Glaube an die Machbarkeit der Dinge und Formbarkeit der Wirklichkeit hat Kratzer bekommen. Und dazwischen poppen lustig allerlei irgendwie erzeugte Bilder auf und nieder. Woher kommen die? In welchem Interesse stürmen sie permanent auf uns ein? Es sollen (noch schnell vor Weihnachten!) Artikel verkauft werden, Verträge abgeschlossen und teure Vereinbarungen getroffen werden. Damit die Wirtschaft „läuft“, bevor sie womöglich wieder in einem Lockdown versinkt. Zusätzlich glauben Handel und Industrie, das Konsumverhalten durch peinliche („wissenschaftliche“ Erhebungen haben bewiesen: es wird kaum etwas gespart, der Verbraucher wird durch allerlei Tricks übers Ohr gehauen...) Rabattaktionen anstacheln zu müssen. Werbung prasselt auf uns ein. Werbung verfälscht die Wirklichkeit, verbreitet Lügen und „Fake News“. Sie bringt „Verbraucher“ dazu, dass sie sich freiwillig unterwerfen unters Diktat des Konsums, nicht mit den rabiaten Mitteln der mittlerweile bekannten Diktaturen, die sich ihre Menschen nach Belieben zu formen scheinen. Der Mensch scheint halt dressierbar, sozialisierbar und programmierbar zu sein, egal, was die Freitheitsidiologien sagen. Und die Bilder sind hierzulande die große Manipulationsmaschine, die den Zusammenhang hier stützen.

Dienstag, 26. Oktober 2021

Wer ist so frei?

 Eigentlich will ich das freie Spiel der Phantasie, die über die Mittel zur Umsetzung verfügt, die unwillkürlich in die Nähe dessen führt usw.. Ich will mich treiben lassen, in Gehirngespinsten, Kopfgeburten, Einfällen und Ausfällen, in sich langsam entwickelnden Verläufen, die etwas offenbaren können, von dem ich unter Umständen selbst überrascht bin. Trotzdem ist mir der derzeit so oft proklamierte Liberalismus an manchen Stellen suspekt, wenn er nämlich in weltfremden Selbstzweck ausartet. Sollen doch die Individuen selbst entscheiden, wohin sie gehen und was sie machen….Wer eigentlich solle bestimmen, wohin jemand zu welchem Zweck gehe…? Das hatte ich zuletzt von einem Vorzeigeliberalen gehört. In der Praxis sieht es ja wohl so aus, dass Individuen zu einem hohen Prozentsatz auf Geheiß eines Arbeitgebers etwas machen oder dass sie sich in Sachzwänge eingespannt fühlen, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo sein sollen, da im anderen Fall die Entlassung durch den Herren im dunklen Anzug droht. Mit der Freiheit des Liberalismus scheint es jedenfalls in der realen Welt nicht so weit her zu sein