Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Mittwoch, 24. Juni 2026
Landpommeranze
Ich erinnere mich an mein Geschreibsel zu Anfang der 2000er Jahre:
Ob ihr Äußeres womöglich auch eine große Rolle gespielt hat in ihrer langen Karriere, ihre erst schwarzen, jetzt weißen Haare, ihre frühere Anmutung als ganz und gar amerikanisches Mädchen und jetzt als reife Frau mit würdevollem Tiefgang? Obwohl sie anerkanntermaßen ja doch ganz Stimme ist, Sängerin? Vielleicht sogar die weibliche Stimme der amerikanischen Musik. Wie Emmylou Harris jetzt auf die Bühne des Beethovensaals hereinschreitet, im hocheleganten weißen Kleid, das die Landpommeranzen in den USA ja überhaupt nicht tragen würden, da gibt sie tatsächlich jene Queen, First Lady und Grand Dame des Country, die die Klischees immer aus ihr machen wollen. „Here I am“ singt sie, solche Widersprüche lässig zusammen zu zwingen war schon immer ihr Ding. Der Song klingt vorsichtig, nach federnd schlurfendem Groove, ihre Stimme darüber ist fest, klar konturiert, manchmal fast rauchig, in den Mitten kräftiger als früher und hat nichts von dem kitschigen Schein der Unschuld, den die alte Country Music oft ausgestrahlt hat.
Aber sie ist ja ohnehin die Neuerin, die die Tradition des Folk, des Rock und der populären Musik mit viel Haltung in einen eigenen Stil überführt hat. Er ist es, der sich auch in das Bewusstsein der 1800 vor ihr eingegraben hat, denen sie jetzt etwas von ihrer Geschichte als Sängerin gibt, - auch mit dem Titel „Return of the Grievous Angel“, der mit ihrem legendären Anfang als Muse und Partnerin des Gram Parsons spielt. Geschichte. Vorbei. Jetzt legt sie alles in ihren Ausdruck, die Eigenheiten ihrer Stimme, die ja stets ein Geheimnis zu transportieren schien, mit dem sie ein sehr breites Publikum ansprechen konnte. Ein Zauber? Nichtdoch. Im geradezu kamermusikalischen Rahmen ihrer fünfköpfigen Band gleitet sie durch ihr Repertoire über einen Strom der Melancholie, bis hin zum aufgeweckten Bluegrasstitel „Get up John“. Intensiv. Eigen. Stark. Grandios. Ob ihr Äußeres womöglich auch eine große Rolle gespielt hat in ihrer langen Karriere, ihre erst schwarzen, jetzt weißen Haare, ihre frühere Anmutung als ganz und gar amerikanisches Mädchen und jetzt als reife Frau mit würdevollem Tiefgang? Obwohl sie anerkanntermaßen ja doch ganz Stimme ist, Sängerin? Vielleicht sogar die weibliche Stimme der amerikanischen Musik. Wie sie jetzt auf die Bühne des Beethovensaals hereinschreitet, im hocheleganten weißen Kleid, das die Landpommeranzen in den USA ja überhaupt nicht tragen würden, da gibt sie tatsächlich jene Queen, First Lady und Grand Dame des Country, die die Klischees immer aus ihr machen wollen. „Here I am“ singt sie, solche Widersprüche lässig zusammen zu zwingen war schon immer ihr Ding. Der Song klingt vorsichtig, nach federnd schlurfendem Groove, ihre Stimme darüber ist fest, klar konturiert, manchmal fast rauchig, in den Mitten kräftiger als früher und hat nichts von dem kitschigen Schein der Unschuld, den die alte Country Music oft ausgestrahlt hat.
Aber sie ist ja ohnehin die Neuerin, die die Tradition des Folk, des Rock und der populären Musik mit viel Haltung in einen eigenen Stil überführt hat. Er ist es, der sich auch in das Bewusstsein der 1800 vor ihr eingegraben hat, denen sie jetzt etwas von ihrer Geschichte als Sängerin gibt, - auch mit dem Titel „Return of the Grievous Angel“, der mit ihrem legendären Anfang als Muse und Partnerin des Gram Parsons spielt. Geschichte. Vorbei. Jetzt legt sie alles in ihren Ausdruck, die Eigenheiten ihrer Stimme, die ja stets ein Geheimnis zu transportieren schien, mit dem sie ein sehr breites Publikum ansprechen konnte. Ein Zauber? Nichtdoch. Im geradezu kamermusikalischen Rahmen ihrer fünfköpfigen Band gleitet sie durch ihr Repertoire über einen Strom der Melancholie, bis hin zum aufgeweckten Bluegrasstitel „Get up John“. Intensiv. Eigen. Stark. Grandios. Weniger anzeigen
Mittwoch, 23. Juli 2025
Geschlechterrollen
Ich registriere, wie immer mehr „hübsche“ und „gutaussehende“ Frauen den öffentlichen Raum bevölkern. „Hübsch“ heißt hier: den männlichen Erwartungen und Bedürfnissen entsprechend. Ein Schelm, wer da Böses dabei denkt! Wer diese Frauen wohl ausgewählt hat? Gerade unter den im TV dauernd auftretenden Journalistinnen scheinen sich dermaßen viele Figuren desselben Typs zu bewegen, wobei man sich fragt: gibt es wirklich so viele davon? Sind das Fakes? Avatare? Ob sie gerade in ihren Merkmalen austauschbar sind? Für wen? Es scheint eine Art sozialer Stanze zu geben, in der sich die Einigkeit darüber verkörpert, was denn offensive Schönheit sei. Gewisse Firmen nutzen solches, last but not least in der Werbung.
Es nähert sich scheinbar eine selektive Auswahl immer mehr der, des dem andern Geschlecht wohlgefälligen Frauchens an, das im rechten Augenblick auch schon mal – darf man das sagen? - die Beine breit macht. Dabei gleichen sich die Auswahlkriterien gerade solcher Frauen der jeweiligen sozialen Klasse entsprechend: Im avancierten Milieu ist die Frau mit der eigenen Meinung gefragt, die über „Durchsetzungskraft“ und „Führungsqualitäten“ verfügt. Gleichwohl registriert mann auch auf dieser Ebene immer mehr das angepasste „Püppchen“, das sich nach oben geschlafen hat. Seine Persönlichkeit und seine Fähigkeiten scheinen austauschbar und in dieser Weise unter anderem auch optimal an die digitale Welt der AI (KI) angepasst. Es sind dies oft auch Frauen, die sich und ihre Fertigkeiten „gegen gutes Geld“ verkaufen können, wogegen in einer Marktwirtschaft sowieso nichts gesagt werden darf.
Donnerstag, 21. Dezember 2023
Rollenbilder
Was mir auffällt: Frauen sind zunehmend stark geschminkt. Zumindest in den Medien und bei den Influencerinnen. Kaum eine Frau scheint da noch ohne kräftigen Lidschatten auszukommen. Das Dezente scheint nicht mehr angesagt. Wieso das zugenommen hat? Spekulationen sind erlaubt. Entgegen allen feministischen Emanzipationsstrampeleien scheinen manche Frauen dem von den Männern geprägten Ideal immer mehr und eindeutiger entsprechen zu wollen. Sie stehen offenbar in einem Wettbewerb, dessen Regeln von außen gegeben sind. Dazu kommt, dass man sich gerne mal eine dicke Lippe oder dicke Titten aufoperieren lässt. Das macht im Alltag selbstbewusster (so heißt es). Sich einen Kim-Kardashian-Arsch aufoperieren zu lassen, ist da schon viel teurer und gefährlicher. Geht`s noch? Ekelhaft, wenn man weiß, wie das gegen Geld gemacht und gestaltet das ist. Solch „Imponiergehabe“ scheint zumindest für eine bestimmte Gesellschaftsschicht zu gelten. Eine andere führt das Lastenfahrrad vor, kauft Nachhaltiges im Bio-Markt, fährt die amerikanische Limousine des Milliardärs als Zweitwagen und zeigt sehr offensiv ohne Rücksicht auf Kosten, was für ein guter Mensch doch in einem steckt. Wow, wenn man da nicht mitmacht? Ist man bei den „Besserverdienenden“ unten durch. Trash. Abgrenzung. Stigmatisierung. Sie wissen, wie man besser lebt und wollen einem das oft genug diekt oder indirekt vorschreiben. Man muss die Leute halt zu ihrem Glück zwingen. Zur Not auch mit (staatlich legitimierter) Gewalt. Diese Sprüche kennen wir. Solaranlage aufs Dach? ok. Diese Menschen müssen ja, um die Rechnung zu begleichen, nicht ihren noblen Lebensstil aufgeben. Das ist bei ihnen „Portokasse“. Und Lifestyle.
Sonntag, 6. August 2023
Frauenfußball
Zuerst haben sie die deutschen Kickerinnen empor geschrieben und geadelt, haben Porträts verfasst und Lobeshymnen zelebriert. Sie waren ohne Zweifel die Besten, sie würden WeltmeisterInnen werden und brauchten das nur zu bestätigen. Außerdem passt sie für gewisse Leute in die Trends des Zeitgeists, Frauen waren ja auf der ganzen Linie auf der Überholspur. Sie wurden wegen ihrer Natürlichkeit beweihräuchert und wegen ihrer Kampfkraft angehimmelt. Sie spielten „das Andere“ und gewannen dafür immer mehr Publikum. Gleichzeitig wurden andere Seiten, die nicht so populär an ihnen, den JournalistInnen aber wohlbekannt waren, verschwiegen. Man gab Parolen aus, gab sich selbstbewusst. Man trug zwei Sterne am Revers. Gute Stimmung. Ausflüge. Alles andere als ein weiterer Weltmeistertitel würde nicht genügen, darüber war man sich einig.
Und nun dies. Leere Gesichter in Trauer, „Emotionen gehören dazu“. Das Fest der deutschen Überheblichkeit („Deutschland über alles in der Welt…“ und „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“) ist vorüber. Die Parallelität zum Männerfußball war frappant, die Parallele zur Politik in Deutschland noch nicht erkannt oder nicht gewollt. Es wurde angefangen, - wie damals bei den Männern! – an gewissen strukturellen Problemen herum zu labern. Doch es änderte sich nichts. Das „Gap“ musste geschlossen werden, so die eine Seite. Kampfkraft, körperlicher Einsatz und Konzentrationsfähigkeiten mussten unbedingt wiederentdeckt werden, so die andere Seite. Die Außenministerin gab ihren Segen, der Bundeskanzler war „berührt und bewegt“, nach dem Wettkampf sei vor dem Wettkampf. Er sah aber auch „ein nächstes Mal“ kommen.
Montag, 22. Mai 2023
Identität in der Gesellschaft
Wer ist man? Die einfachen Antworten sind schnell gegeben. Doch die Soziologie kann einem wunderbar und sehr eindeutig belegen, wie sehr man (vereinfacht formuliert) das Produkt einer Umwelt ist. Wäre man in einer anderen kulturellen gesellschaftlichen Realität aufgewachsen, in einem anderen Milieu, in einer anderen Schicht, wäre man womöglich ein ganz anderer. Dass man hier aufgewachsen ist, ist ZUFALL! Menschen versuchen, Gruppen, Gemeinschaften, soziale Verbände zu bilden, um sich gegenseitig ihrer sozialen Wirklichkeit zu versichern. Sie brauchen das sogar, weil ihre Identität dranhängt. Das kann man im Alltag wunderschön überall beobachten. Auch die Flüchtlingssituationen könnten ein Beleg sein. Andere Sozialisation, anderes Verhalten, - obwohl wir theoretisch alle gleich sind. Beispiel: das Verhältnis Mann - Frau ist in verschiedenen Kulturen jeweils anders definiert, was beim Wechsel der Kultur zu erheblichen Problemen führen kann, da ein ganzes Welt- und Selbstbild davon abhängen kann.
Freitag, 16. April 2021
Auf zu den Sternen
Aus Zufall hinein getappt, sagen „die Stars“ lächelnd über sich selbst und ihre Existenz. Geben sich ungläubig. Du sitzt genauso ungläubig dabei. Wie ging das? Karma? Zufall? Bestimmung? Andere sinnieren auch darüber nach. Du hattest lange Zeit, die „großen“ Prominenten zu lesen oder sogar mit ihnen zu sprechen. Sie schrieben und schreiben, du schreibst und schriebst so etwas wie Journalismus, - und kriegtest doch nichts zustande. Hast nie etwas zustande gebracht. Andere klingeln mit Worten. Du findest genau das widerwärtig. Faselst in dich hinein aus dir heraus. Unbemerkt. Was weißt du über Musik? Über das, was sie „Kultur“ nennen? Dass man um ein Urteil kämpfen muss, dass so viele Faktoren eine Rolle spielen für den Ausdruck. Es hat dich von Anfang an interessiert, schon als du 15 warst, warst du da dabei. Gestalten haben dich umschwirrt. Warst jung, hast die Welt vor dir gehabt. Hast die Illustrierte mit Sophia Loren wie eine Reliquie vor dir hergetragen. Wenn ich erwachsen sein werde, so hast du dir gesagt, dann will ich auch dazu gehören zu diesem Spiel. Dann wird sie (oder so eine...) zu mir gehören. Dann werde ich dieses herrliche Weib irgendwie in mich verschlingen.... ich wurde begierig, ich wurde spitz..., - und jetzt? Bin ich müde geworden. Habe mir nie vorgestellt, einmal müde werden zu können. Ich würde die Welt erobern, sei würde mir gehören, quasi naturgemäß, - so versprach ich mir selbst. Weil ich es bin. Der alte Kinderglauben. Es schein mir alles offen zu stehen... Ich wusste nichts über die Machtverhältnisse dieser Welt und wem dadurch die schönen Frauen gehören, alles Schöne. Du würdest inzwischen gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. Sie in dich hinein holen. Deine Kindheit und Jugend in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch dich selbst. Aus sich selbst. „A la recherche....“
Donnerstag, 30. August 2018
Öffentliche Erkenntnisstrategien
Meiner
Meinung nach ist unsere politische Kultur von folgenden Strategien
beherrscht, deren Auswirkungen wir derzeit auf vielerlei Arten
spüren: Schönreden, aussitzen, wegmoderieren, weglächeln,
abwiegeln, abbügeln, wegducken, sich der Verantwortung
entziehen.....Aktuelle Beispiele gibt es leider zuhauf. Es wird
solches Verhalten gerne als „professionell“ gedeutet. Die
gezielte Beeinflussung des öffentlichen Raumes ist Ausweis der
Kompetenz geworden und ernährt zahlreiche Nutznießer. PR-Berater,
Pessesprecher, Vorstandssprecher geben sich gerne dafür her, die
Meinung ihrer Auftraggeber kundzutun. Es resultieren daraus offenbar
zahlreiche Vorgänge der jüngsten Vergangenheit. Niemand glaubt mehr
etwas, wobei „Vertrauen“ so etwas wie ein konstitutives Element
dieser Demokratie wäre. Trump kann mit durchsichtigsten Absichten
von seinen „Fake News“ faseln, andere Politiker lassen
Veränderungen versprechen und wollen doch nur ruhig stellen. Wollen
besänftigen. Aussitzen.... usw. (siehe oben). Rhetorisch die Dinge
drehen, in ihrem Sinne darstellen usw. Das Erstaunliche dabei ist,
dass es viel zu oft funktioniert, dass man angesichts dessen
fassungslos ist und empört. Dass viele unserer Mitmenschen
einfachste Lösungen bevorzugen, auch dort, wo eine differenzierte
Analyse vonnöten wäre.
Sonntag, 30. Oktober 2016
"Hallo Du!" (2)
Folgendes schrieb mir jemand zu meinem Blog „Hallo
Du!“:
„Früher, als ich mich noch nicht meines Körpers schämen zu müssen glaubte, badete ich gern nackt am See. Nicht wegen der Sexualität, sondern einfach, weil es paradiesisch war, so wie mich Gott schuf, umrandet von Schilf mit schillernden Libellen, Fröschen und seltenen Entenarten zu schwimmen. Heute bade ich immer noch gern am See - jetzt im Badeanzug, weil ich denke, meine zu vielen Pfunde nicht unbedingt präsentieren zu müssen, obwohl - wäre ich etwas selbstbewusster, täte ich das immer noch.
Mein bisher letzter Besuch am See: Zuerst nackte Akademiker, ältere Semester, diskutieren über Naturwissenschaft und machen nebenher Picknik. Als sie gegangen sind, kommt eine muslimische Familie mit einer deutschen Oma (Betreuerin?). Oma auch im Badeanzug, Papa komplett angezogen, Mama im Burkini, die beiden Söhne in Badehose. Papa steht am Ufer und bewacht Mama und die Kinder. Ich lege mich auf den Rücken und döse, als ich bemerke, wie Papa seinen Gebetsteppich ausbreitet und zu Allah betet. Bin etwas verunsichert und frage mich, ob er mich für eine Schlampe hält. Als sie gegangen sind, sitz ich allein in der Sonne. Ein älterer Herr in Badehose nimmt 5 Meter hinter mir Platz.
Nach einiger Zeit geht er in Badehose an mir vorbei ins Wasser und als er wieder herauskommt hat er nichts an und nimmt wieder einige Meter hinter mir Platz. Als ich zufällig herumschaue, sehe ich, wie er sich einen runterholt und mir provozierend in die Augen schaut. Schnell drehe ich ihm wieder den Rücken und denke, von solch einem Würstchen lasse ich mich nicht einschüchtern oder gar vertreiben, ich ignoriere ihn einfach, aber etwas mulmig ist mir schon. Überlege, ob ich ihn mit dem Handy aufnehmen soll, aber bekomme Angst, dass er dann aggressiv wird. Endlich naht eine andere Frau auf dem Rad. als sie aber den Exhibitionisten sieht, verschwindet sie wieder, mir wird's dann auch zu blöd und ich gehe.
Da verstehe ich die Muslime wieder, deren Frauen sich ganz verhüllen. Aber ist es nicht möglich, ohne die Sexualisierung, die Gier, das Benutzen anderer zur eigenen Befriedigung einfach zu missbrauchen, respektvoll miteinander umzugehen? Dann braucht man keine Verschleierung und wird als Mensch, was man bzw frau auch ist gesehen. Ist diese übertriebene lieblose Übersexualisierung nicht fast auch eine Religion? Muss man bzw. frau sich verhüllen? Warum kann man in beiden Fällen Frauen nicht einfach als ganz normale Menschen respektieren???
„Früher, als ich mich noch nicht meines Körpers schämen zu müssen glaubte, badete ich gern nackt am See. Nicht wegen der Sexualität, sondern einfach, weil es paradiesisch war, so wie mich Gott schuf, umrandet von Schilf mit schillernden Libellen, Fröschen und seltenen Entenarten zu schwimmen. Heute bade ich immer noch gern am See - jetzt im Badeanzug, weil ich denke, meine zu vielen Pfunde nicht unbedingt präsentieren zu müssen, obwohl - wäre ich etwas selbstbewusster, täte ich das immer noch.
Mein bisher letzter Besuch am See: Zuerst nackte Akademiker, ältere Semester, diskutieren über Naturwissenschaft und machen nebenher Picknik. Als sie gegangen sind, kommt eine muslimische Familie mit einer deutschen Oma (Betreuerin?). Oma auch im Badeanzug, Papa komplett angezogen, Mama im Burkini, die beiden Söhne in Badehose. Papa steht am Ufer und bewacht Mama und die Kinder. Ich lege mich auf den Rücken und döse, als ich bemerke, wie Papa seinen Gebetsteppich ausbreitet und zu Allah betet. Bin etwas verunsichert und frage mich, ob er mich für eine Schlampe hält. Als sie gegangen sind, sitz ich allein in der Sonne. Ein älterer Herr in Badehose nimmt 5 Meter hinter mir Platz.
Nach einiger Zeit geht er in Badehose an mir vorbei ins Wasser und als er wieder herauskommt hat er nichts an und nimmt wieder einige Meter hinter mir Platz. Als ich zufällig herumschaue, sehe ich, wie er sich einen runterholt und mir provozierend in die Augen schaut. Schnell drehe ich ihm wieder den Rücken und denke, von solch einem Würstchen lasse ich mich nicht einschüchtern oder gar vertreiben, ich ignoriere ihn einfach, aber etwas mulmig ist mir schon. Überlege, ob ich ihn mit dem Handy aufnehmen soll, aber bekomme Angst, dass er dann aggressiv wird. Endlich naht eine andere Frau auf dem Rad. als sie aber den Exhibitionisten sieht, verschwindet sie wieder, mir wird's dann auch zu blöd und ich gehe.
Da verstehe ich die Muslime wieder, deren Frauen sich ganz verhüllen. Aber ist es nicht möglich, ohne die Sexualisierung, die Gier, das Benutzen anderer zur eigenen Befriedigung einfach zu missbrauchen, respektvoll miteinander umzugehen? Dann braucht man keine Verschleierung und wird als Mensch, was man bzw frau auch ist gesehen. Ist diese übertriebene lieblose Übersexualisierung nicht fast auch eine Religion? Muss man bzw. frau sich verhüllen? Warum kann man in beiden Fällen Frauen nicht einfach als ganz normale Menschen respektieren???
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