Reise durch Wirklichkeiten

Montag, 31. Dezember 2018

In West-Texas

In West-Texas

Sonntag, 30. Dezember 2018

Obstabzocke

Ich habe in den vergangenen Tagen und Wochen oft Clementinen und Apfelsinen gekauft, jeweils im Sonderangebot. Danach freilich kommt es mir so vor (ich kann mich täuschen...), als sei ich regelmäßig betrogen worden. Die Clementinen waren beim Auspacken oft vermatscht und faulten sehr bald, genauso wie die Apfelsinen, bei denen ich ebenso eine hohe Ausfallquote hatte. Rechne ich diesen Verlust ein, waren die Clementinen als auch Apfelsinen ziemlich teuer. Ob man da mit „Sonderangeboten“ etwas abgezockt wird? Der Verdacht liegt nahe, dass hier noch schnell möglichst viel dieses Obstes „in den Markt“ gedrückt werden soll, ohne Rücksicht auf Verluste (die natürlich der Kunde auf diese Weise trägt).

Samstag, 29. Dezember 2018

Rechtsstaat


Rechtliche Gegebenheiten werden offenbar bei politischem Willen schnell geändert, - bis hin zum Grundgesetz. Fehlt hingegen der politische Wille, beruft man sich von Seiten der gewählten Mächtigen gerne auf den Rechtsstaat - oder biegt das Gesetz so, wie es einem gefällt. Ein Beispiel dafür scheinen mir die Schlagzeilen zu sein, die jetzt offenbar vom Bundesverkehrsministerium verbreitet werden und wohl über die Nachrichtenticker gehen: Wenn ihr die Nachrüstung bei Diesel unbedingt wollt, könnt ihr das haben, so sinngemäß die Aussage. Freilich müsste ihr dann alle Kosten übernehmen und für die vielgestaltigen Folgen ist zudem der Nachrüster verantwortlich. Eine Automobilmarke warnt schon: durch Umrüstung könnte der Kraftstoffverbrauch hochgehen und die Leistung nachlassen…… finde ich zumindest tricky.....wird von vielen Medien folgendermaßen verkauft: Die rechtlichen Voraussetzungen für die Umrüstung seien jetzt geschaffen.....

Freitag, 28. Dezember 2018

Im Alter (J.v. Eichendorff) (Lyrik)

Im Alter (Joseph von Eichendorff)

Wie wird nun alles still wieder!
So war mirs oft in der Kinderzeit,
Die Bäche gehen rauschend nieder
Durch die dämmernde Einsamkeit.
Kaum noch hört man einen Hirten singen, Aus alle Dörfern, Schluchten, weit
Die Abendglocken herüberklingen,
Versunken nun mit Lust und Leid
Die Täler, die noch einmal blitzeen,
Nur hinter dem stillen Walde weit
Noch Abendröte an den Bergesspitzen,
Wie Morgenrot der Ewigkeit

Donnerstag, 27. Dezember 2018

Öffentlichkeit?

Wenn ich meinen Blick über den Horizont öffentlich geäußerter Meinung streifen lasse, so kommt es mir immer öfters so vor, als würde man tatsächlich nur das lesen können, was aus der Kaste der 2/3 unserer Gesellschaft stammt, die im Einklang mit den Mächtigen von sich behaupten kann „Uns geht es gut“. Diese Leute drehen eitle Salti ihrer Selbstüberhöhung, profilieren sich, deuten sich als Avantgarde und wissen natürlich alles (besser). Das sind materiell relativ gesicherte Leute, die aus einer scheinbar sicheren Distanz in dieser Gesellschaft konstatieren, was „in“ und was „out“ oder „over“ sei. Leute, die sich als wahre Intellektuelle darstellen, die den Wandel der Zeit insofern aufmerksam verfolgen, als sie das Fließende und Ungefähre bei uns klar benennen. Pop ist vorbei, so die einhellige Analyse. Postmoderne schon lange. Doch was jetzt? Es scheinen mir das alles Beobachtungen vom Ufer der Gewinnerseite, der gepflegten Langeweile, der abgesicherten Ignoranz in klar definierten gesellschaftlichen Kasten aus. Ohne Angst, ohne Furcht. Doch wem das Wasser bis zum Halse steht, der hat keinerlei Zeit für solche "Laidback"- Kritik, die ja noch immer auf das Ganze zielen würde und nicht nur die Interessen einer gewissen „Blase“ in sich tragen würde. Wo wäre solche Kritik aufzusuchen? 

Sonntag, 23. Dezember 2018

Liebe, positive thinking und Erkenntnis

Es scheint immer noch dieses „Positive thinking“ verbreitet zu sein, jene Geisteshaltung, die aus den USA kommt, und deren Auswirkungen man unter anderem in Aldous Huxleys vor etwa 100 Jahren geschriebenem Roman „Brave New World“ bestaunen kann. Es geht bei "positive thinking" darum, die eigene Haut zu retten und die vielen „negativen“ Bedrohungen so auszublenden, dass sie keineswegs eine politische Bedeutung gewinnen können. Freilich könnte es so sein, dass jegliche Individuelle Haltung erst etwas bewirkt, wenn sie auch politisch ist. Der Gegenmeinung geht es vor allem um „positive Ausstrahlung“, was womöglich ja auch okay ist, aber in der Realität wohl nur die Hälfte des Phänomens ist. Sich negativer Dinge bewusst zu sein, heißt nicht notwendigerweise, dass dies negativ sei. Es könnte ja auch sein, dass es einen Wert an sich bedeutet, wenn sich jemand gewisser „negativer“ Dinge so bewusst ist, dass er weiß wo und als wer er ist und unter welchen Bedingungen er lebt. Wer sie verschuldet“, wer für sie verantwortlich sein könnte, ist da einfach eine weitere Dimension. Natürlich könnte gegenseitige Liebe eine Lösung sein. Aber sie liegt noch in weiter Ferne, solange gewisse starke gesellschaftliche Kräfte sie verhindern und die Prosperität des radikal Einzelnen fordern, wie etwa im Neoliberalismus. Ob das etwas Negatives ist, was man an sich heran lassen sollte, um zu wissen, was geht….?

Samstag, 22. Dezember 2018

Tesla und Edison (MP3)

Die beiden waren geniale Ingenieure, die in einem gewissen Rivalitätsverhältnis standen. Edison ist sehr berühmt geworden, Tesla hat erst in jüngster Zeit einigermaßen nachgezogen....

Tesla und Edison

Freitag, 21. Dezember 2018

Korruption?

Dass die Korruption zugenommen habe, höre und sehe ich so nebenbei. Offenbar hat die Organisation "Transparency International" diese Zahlen erhoben. Und dass Deutschland auf Platz 12 abgerutscht sei…... Da geht mir so einiges dazu durch den Kopf. Zum Beispiel, dass es immer noch kein Lobbyregister gibt, dass belegen würde, welche Summen die Industrie und andere Interessengruppen welchem Bundestagsabgeordneten „zuwendet“, damit er in ihrem Sinne handelt. Insofern bleibt das, was in anderen Zusammenhängen „Korruption“ genannt wird, unterm Tisch, kann natürlich nicht belegt werden. Was überhaupt ist Korruption? Ob nicht genau darin ihr Wesen liegt, dass ihr Unwesen nicht oder nur sehr schlecht belegt werden kann? Ob das alles schleichend geht und deshalb kaum bemerkt wird? Ob es da nicht lauter indirekte und direkte Verbindungen gibt, die der Juristerei keinerlei Angriffsfläche bietet? Ob nicht diese inoffizielle informelle Ebene das ausmacht, was mit dem Begriff „Korruption“ belegt wird? Viele Abgeordnete sitzen in tausend Gremien, in Aufsichtsräten, Vorständen und anderen Entscheidungsgremien. Natürlich beziehen sie entsprechende Vergütungen dafür. Der Staat sagt, dass sie nur ihrem Gewissen verpflichtet sind. Was ist aber, wenn dieses Gewissen relativ leicht käuflich wäre und sie insgeheim gegen die Interessen agieren, von denen sie gewählt sind? Wenn solche Abgeordnete auch noch durch gewisse Parteien in ihrem Tun bestärkt würden, ja, wenn dies von ihnen geradezu gefordert würde? Wenn dabei relativ große Summen fließen würden, sagen wir mal so etwa 30 000 Euro im Jahr….Ob das niemanden belastet? Oder ob solche Leute in anderen Dimensionen, in anderen Wirklichkeiten leben?

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Strukturwandel in sight

Anpassungsmechanismen der anderen (immer die anderen!!), das alltägliche Buckeln, bloß keine Empfindlichkeiten zeigen: das sanktionieren die Kollegen und die Chefs sofort mit Liebes- , das heißt letztenendes Geldentzug. Mit Mobbing auch. Mit bereit gestellten Fallstricken. Du musst funktionieren. Zum Beispiel nicht krank werden. Sofort rückt jemand anderes an deine Stelle. Du bist austauschbar, auch wenn du dich selbst für einmalig hälst. Wieso haben die anderen so wenig Abstand zu dem, was sie tun? Wieso können die sich so identifizieren mit ihrem Job, mag er noch so entfremdet sein? Sie haben doch alle studiert, haben sich im Blick geübt, der im Alltäglichen das Unalltägliche aufsucht, der die Distanz zu den Dingen und zu sich selbst sucht. Oder etwa nicht? Waren sie nur ausgebildet worden? Haben sie sich die Analysemethoden angeeignet, um zu erkennen, dass in solch eingeschlossenen Verhältnissen, in solchen betrieblichen Strukturen die Macht wohnt und die Machtausübung anderer implizit eingeschlossen ist? Ob solche Ansichten auf Möglichkeiten etwas zu idealistisch gedacht sind? Sich in den Elfenbeinturm des akademischen Betriebs flüchten? Funktionierte auch schon besser. Wie kann man das so akzeptieren, sich zu eigen machen? Die Rolle, in die man hineindressiert wurde? Ob das etwas mit unserem Bildungssystem zu tun hat? Schon die dauernd praktizierte Formulierung „Wir“. Wer ist wir? Die Gesellschaft? Der Betrieb? Der stark ist? Der sich ein Monopol erobert hat?
Wir sind stark. „Wir schaffen das“. Wer ist wir? Der, der dich entlässt und dir Lohnzugeständnisse abringt, wenn er es für nötig hält (jawohl, immer noch meist ein „er“ und keine „Sie“). Der dafür das Geschwätz vom „Strukturwandel“ allzeit parat hält (Das Getue um die sogenannte „Globalisierung ist ja ein bisschen ins negative Gerede gekommen...)? Dann bist du plötzlich nicht mehr der Betrieb. Bist ein unfähiger Einzelner. Der Betrieb ist der, dessen „Chefs“ riesige Karossen fahren, die sie als Statussymbol direkt vor dem Eingang parken. Der Betrieb, dass sind doch die Kaufleute, die alles Wichtige diktieren. Alles Wichtige hat auf dieser Erde mit Geld zu tun, nicht mit Geist. Sie müsssen immer wieder den Stallgeruch pflegen, auf jeder Konferenz. Sie müssen miteinander anstoßen, sich übers Fußballspiel unterhalten, sich Witze erzählen, über die sie dann gemeinsam lachen sollen. Das auch an jedem Geburtstag, den irgendein Kollege hat. Dann werden kleine Tischen aufgestellt und Gemeinsamkeit zelebriert.
Du selbst wirst dir dann ein Fremder. Verlierst den Kontakt zu dir, während sie ihn kultivieren und dafür Crash-Kurse besuchen. Die Sehnsucht danach, sich irgendwo wieder finden zu können. Du, der du dir selbst einmal so sicher warst, ohne selbstsicher sein zu können. Wo bist du heute? Hast dich verloren in der Mechanik. Der Normalität. Und musst dankbar dafür sein.
Die Ermüdung, die Trägheit, deine Feinde. Andere Menschen haben ein anderes Temperament. Eine andere Vitalität und ein anderes Vertrauen darin. Sie begegnet dir. Du solltest mehr Empathie aufbringen. Was ist das? Sich in jemanden hinein denken? Notwendig, Zeichen der Kultur. Letztenendes sind wir aber allein. Da besteht eine Spannung.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Ökonomie der Gesundheit

Auf der einen Seite sollen wir unablässig shoppen und konsumieren, damit die Wirtschaft läuft. Am besten wäre es, wenn wir die ganze Zeit essen und trinken würden. Auf der anderen Seite aber sollen wir gesund leben. Vieles von dem, was wir essen und trinken, ist aber gar nicht gesund. Und für die Gesundheit wird ja ohnehin alles getan. Das heißt: es soll im Einklang mit den Geboten eben dieser Gesellschaft  möglichst effizient getan werden. Der Schuss kann aber auch nach hinten los gehen, was sich unter anderem in neuen Krankheitsbildern zeigt. Orthorexie ist ein Krankheitsbild, das dadurch entsteht, dass sich Leute nur noch gesund ernähren. Sie meinen es. Sie haben eine bestimmte Lehre zu ihrer Religion erhoben. Die haben dann aber bestimmte Mangelerscheinungen, weil sie bestimmte Dinge nicht mehr essen. Der Staat gibt noch bestimmte Verbote hinzu, für Sachen, die nicht gesund sind. Das Rauchen zum Beispiel. Aber der Alkohol könnte auch noch stärker geächtet werden. „Nicht gesund“ meint in diesem Zusammenhang aber vor allem die Folgekosten für die Gesellschaft: das ist teuer steht unausgesprochen unter den teilweise recht abschreckend ausfallenden Warnhinweisen. Wobei diese Gesellschaft durchaus noch unpassendere Gelder verschwendet als diejenigen, die sie für den Genuss ausgibt. Doch der Mensch soll sich auch diesbezüglich selbst optimieren und sich ökonomisieren.

Montag, 17. Dezember 2018

Sinn

Sinn, eine Kategorie, die mich früh beschäftigte. Schon damals als wir in der Schule den „Mythos des Sysyphos“ von Albert Camus durchnahmen. Leuchtete mir ein. Mir freilich war schon damals klar, dass es darum ging, sich einen persönlichen Sinn zu schaffen – und nicht den absoluten zu begreifen. Einer wie Viktor Frankl war es, der mich darin beeinflusste. Sinn ist womöglich das, was wir aus uns machen. Nicht nur im Sinne eines Status. Mir war klar, dass wir limitiert sind. Dass uns allenfalls Ahnungen möglich sein können. Auch in plötzlichen Erleuchtungen. Ich habe darauf gehofft, so etwas aber bis heute nicht erlebt. Also konnte ich nur mich selbst und noch viel besser "Das Göttliche" in mir suchen. Wissen, wer man ist und wo man ist. Welchen Einflüssen man als soziale Existenz ausgesetzt ist. Dabei eine Sinnlosigkeit aushalten, das könnte ein Ziel sein. Den Stein immer wieder nach oben rollen. Und mit ansehen müssen, wie er unweigerlich nach unten rollt. Dies könnte auch auf das Glück zuführen. Als ein Ziel, das jenseits von diesem alltäglichen Pragmatismus liegt, der unseren Alltag prägt. Kreativität verschafft uns einen Spielraum. In ein bestimmtes Tun einen Sinn hinein legen. Nicht dem Sinn folgen, den andere postulieren. Wir müssen versuchen, uns selbst unseren Sinn zu stiften und ihn keineswegs verallgemeinern. Dies hängt mit der Idee der Selbstbestimmung zusammen. Selbstgenügsamkeit. Achtsamkeit. In sich selbst suchen. 

Sonntag, 16. Dezember 2018

Für TB

Demnächst wird Thomas Bernhard 30 Jahre gestorben sein! Im Februar. Der Übertreibungskünstler, der immer so gerne mit Superlativen gespielt hat. Der Grantler und Humorist. Der Skandalist. Der Melancholiker, Pessimist und Ironiker. Wäre heute total out. Dieser zynische Lächler, der ja so wunderbare Texte geschaffen hat. Der Lachphilososoph, der ganz konkret mit einer Krankheit zum Tode leben musste. Der noch in einem Zeitalter lebte, in dem man an die Macht des Wortes glaubte. Der seinen Texten so viel Musikalisches gab, unter anderem auch, indem er Musiker als Künstler auf seine eigene Art beschrieb. Die Musik in seiner Sprache, die Sequenzen, die typische Ausdrucksweise, die Wiederholungen, die allmählich eine eigene, distanzierte Ausdrucksweise ergaben. Wie er zur Uraufführung seines Stücks „Heldenplatz“ vom Balkon des Wiener Burgheaters herabwinkte und dazu fein lächelte. Der eben abgeebbte und nun wieder aufkommende Faschismus, den er geißelte. Er, der „Geistesmensch“, die Anderen, die „Lebensmenschen“. Jener, der konnte, sollte musste, und endlich, in seinem Ohrensessel sitzend, Worte an sich herab gleiten ließ. Der nichts auf sich gab und doch eitel war. Der Preise verabscheute und doch genoss. Der Mann, der um seine Todesgewissheit kreiste, der von Vergeblichkeit wusste, - auch der Kunst, deren Künstler er oft in Lächerlichkeit versinken ließ. Sein Humor: Nichts und niemanden ernst nehmen. Sein Bauernhof, in den er von Wien aus umzog und der total kahl nur aus weiß getünchten Zimmern zu bestehen schien. Das alles imponierte uns.

Samstag, 15. Dezember 2018

Hinweis

Meine persönliche Seite mit einem Blog zum Thema "Musik": ubpage.de
Darauf auch viele Fotos.....

Freitag, 14. Dezember 2018

Weihnachten will es wieder werden

Seltsam, dieses Jahr nervt mich das besonders! Aber das ist nichts Besonderes, das meine ich jedes Jahr. Das wiederholt sich. Solange es sich wiederholt, mag es ein Zeichen der Beständigkeit sein. Dieses Weihnachtsgebimmel, das durchwoben ist von kommerziellen Interessen, vom Interesse der Händler, ihre Waren los zu werden. Die Fassade hat längst ein Eigenleben, das Klagen darüber hat Tradition und geht in Gänsebraten, Rülpsen und seifigen Weihnachtsliedern auf. Ja klar, jetzt zahlen viele (längst nicht mehr alle!) deutsche Arbeitgeber ein 13., wenn nicht gar ein 14. Monatsgehalt, mit dem man seine Weihnachtssprünge macht. Weihnachtsmärkte schießen aus dem Boden, sie gibt es mittlerweile zahllos überall, sie sind global. Die Weihnachtsgirlanden samt den vielen Lichtlein waren längst aufgehängt, die Illusion von Liebe feiert breite Urständ und vermischt sich mit dem Geschäftssinn, der jedes andere Individuum zum Geschäftspartner machen will: Angebot und Nachfrage. Kuscheltiere. Nordmanntanne. Lichtlein. Stall samt Maria und Josef, den Flüchtlingen. Ganz klein, das Jesus-Kind. Warnung vor Bränden bei offen brennenden Kerzen. All das ist Bestandteil der allgemeinen Weihnachtseuphorie, mit deren Geschäftstüchtigkeit immer noch der ursprünglich christliche Impuls verbunden zu sein scheint. Wenn das einmal nicht mehr so ist, wenn das blanke Geschäftsgebaren regiert, wird der Turbokapitalismus zu sich selbst gekommen sein. Er wird Menschen zurück lassen, die etwas suchen, von dem sie nicht wissen, was es ist…...

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Drogen (2)

Was also können Drogen sein (ich schließe hier an mein Blog „Drogen 1“ an)? Ein Weg zur Glückseligkeit? Zur Entgrenzung? Keine Frage, wer mit dieser Sphäre zu tun hat, sollte mit Drogen auch umgehen können. Niemals sollte so etwas wie Sucht ins Blickfeld kommen, was bei gewissen Drogen leider sehr leicht passiert. Männlich/Weiblich? Andere Zusammenführungen, Auflösung von Grenzen? Es ist ein womöglich gefährliches Spiel, das hier lockt. So viel, zu viele Individuen sind auf diesem Weg schon abgestürzt. Drohen Gefahren auch aus unerwarteter Ecke? Zum Beispiel: sind Drogen ein Mittel der Manipulation? Bekannt ist, dass im zweiten Weltkrieg von den Nazis große Mengen Pervitin (Mittel zur Steigerung des Duchhaltevermögens und des Wachseins….) eingesetzt worden sind. Auch ist es ein Mittel des Krieges seit dem Altertum: Wer Drogen genommen hat, zertrümmert in seiner Hemmungslosigkeit gerne einmal dem Mitmenschen den Schädel. Ruhigstellung scheint gerade heute ein adäquates Mittel der Beeinflussung, die Zukunft mag da noch so manche Überraschungen bringen. Die Mittel stehen offenbar jedenfalls jetzt schon parat. Wer auf das eigene Seelenheil aus ist, nimmt automatisch etwas Abstand von politischen Protesten. Das Allgemeine gerät aus dem Blickfeld zugunsten der großen Hingabe und dem Aufgehen in einer Grenzenlosigkeit.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Mehr Gelbwesten

Gelbwesten, bei uns nicht? Paralellen? Ob wir dieses Land, wie aus konservativen Kreisen dauernd skandiert, so großartig finden sollen, dass es besser als alle andere ist? Es droht in Deutschland Altersarmut in großem Stil. Zudem wurde kurz vor Beginn des Schuljahres festgestellt, dass offenbar 50 000 Lehrer fehlen. Ob das tolle Lenkungsleistungen der Politik sind? Die Bahn, bei der der Bund Mehrheitseigener ist, ist in einem rundherum bedauernswerten Zustand. Geradezu groteske Verspätungen drohen auch bei einem Prestigeprojekt wie dem „Berliner Flughafen“. Bahn und Flughafen sind längst Kürzel für absolutes Versagen geworden. „Leistungseliten“ sind längst gegen „Geldeliten“ oder „Erfolgseliten“ ausgetauscht worden, die sich durch entsprechende Lobbyarbeit in den politischen Gremien gesichert haben und sie mit dicken Summen pflegen. Der Staat macht sich mit einer verheerend schlechten Effizienz keine Freunde. Er will durch hohe Sozialausgaben brillieren, bewegt aber dadurch kaum etwas. Es versickern einfach zu viele Gelder.  Die Rolle des sozialen Ausgleichs wurde in der global ausgerichteten Marktwirtschaft immer mehr zurück gedrängt zugunsten einer Bereicherungsstrategie, die sich mit dem „Lob des Tüchtigen“ oder dem „Lob des Fleißigen“ zu legitimieren sucht. Nach gewissen konservativen Aussagen (die ja auf dem zurückliegenden CDU-Parteitag lautstark zelebriert worden sind), soll das Lob dessen gesungen werden, „der morgens früh aufsteht“. Nun ja, es scheint viele Kreise in dieser Gesellschaft zu geben, die morgens keineswegs früh aufstehen müssen und viel Geld trotzdem im Schlafe verdienen. Wie also steht es um die wohlhabenden Spätaufsteher? Die Gleichsetzung von Arbeit mit Arbeit ärgert mich sowieso! Ob da nicht ein gewaltiger Unterschied zwischen denen ist, die sich in ihrer Arbeit selbst verwirklichen und denen, die sich mit entfremdeter Arbeit am Band kaum mehr über Wasser halten können? „Deutschland geht es gut“? Manchen Menschen, gewiss! Andere versinken in der Armut, müssen Flaschen sammeln, bei der Tafel anstehen oder um Hartz 4 betteln.


Dienstag, 11. Dezember 2018

Gelbwesten überall

Die Art und Weise, wie in Deutschland über den französischen Protest „Les Gilets jaunes (Die Gelbwesten)“ berichtet wird, gefällt mir gar nicht. Man glaubt sich hier hinter einer Barrikade der öffentlichen gesellschaftlichen Eindämmung, den die Gewerkschaften einmal dargestellt haben, verstecken zu können und hier in Europa mit dem Finger auf alle anderen zeigen zu können. Angefangen haben diese Proteste in Frankreich einmal als Aufstand der Provinz gegen die Zentrale in Paris, in der die alles beherrschenden Eliten mit Steuern, Abgaben und einem abenteuerlich hohen Lebens(er)haltungsniveau viele Jahre lang gegängelt haben. War man auch durch harte Auseinandersetzungen hindurch in den Nachkriegsjahrzehnten einigermaßen maßvoll, so scheint im Zeitalter der Globalisierung und der ungebremsten neoliberalten Marktwirtschaft das hemmungslose „Enrichissez vous“ („Bereichert euch“) zu gelten. Die sich selbst so definierenden „Eliten“ bereichern sich auch steuerlich und mithilfe eines Staates, der längst zum verlängerten Arm dieser Eliten geworden zu sein scheint. Es werden Bürgersprechstunden und Scheindialoge veranstaltet, die gerade diesen Schein produzieren, der vergangene Beschwichtigungsstrukturen ersetzen soll. Der Abstand zwischen Arm und Reich hat sich über viele Jahre hinweg gigantisch vergrößert und soll jetzt mit ein paar kleinen statistischen Zahlen beschwichtigt werden, nach dem Motto „Schaut her, es ist ja gar nicht so….“. Es bestimmen zunehmend selbsterklärte „Eliten“ die öffentliche Diskussion, die ausschließlich durch ihren wirtschaftlichen Erfolg (anders ausgedrückt: ihr Geld) legitimiert sind. Die Linke scheint die Macht des einzig demokratisch legitimierten Kraft hochzuhalten, nämlich des Staates. Doch es scheint so, als sei eben dieser Staat auf nahezu allen Ebenen korrumpiert. Das scheint die Pointe zu sein. Was tun also? Ob das Verhalten der Gelbwesten so verwerflich ist, wie uns das gewisse staatlich bestellten Medien klarmachen wollen?

Sonntag, 9. Dezember 2018

Sport im Kopf

Es wird wohl immer krasser, das aber schleichend, so dass niemand etwas davon zu merken scheint: Wintersportler sind inzwischen gehende Litfasssäulen, Werbeflächen und drängen sich einem bei jeder Sportübertragung auf. Der Trick ist, das Sportler auf Sponsorengelder wie diese angewiesen sind, dass sie auf subtile Weise gezwungen sind, sich so zu verhalten und sich als "Werbeträger" zu "verkaufen". Dass auch ihre jeweiligen Verbände davon weitgehend abhängig sind. Der Trick ist auch, dass diese Sportler seit früher Kindheit auf Werbe-Clips geprägt sind, und dazu neigen, deren Botschaften zu glauben. Der Trick ist auch, dass alles, was Werbung betrifft, in den Bereich des „Normalen“ übergegangen ist und als solches akzeptiert wird. Doch was macht diese Werbeindustrie anderes, als „Fake News“ und die Wonnen einer längst vergangenen Wachstumsgesellschaft zu verbreiten? Müssen wir vielleicht neu darüber nachdenken, was wir wirklich brauchen aus dieser Konsumindustrie und was nicht? Gilt es gerade, diesen Werbebotschaften, die sich doch aus tausend Gründen längst ad absurdum geführt haben, zu misstrauen? Der Trick ist auch, dass die Werbung immer noch zu funktionieren scheint, dass sie gewisse Produkte in unserem Bewusstsein zu verankern scheint, dass diese „Produkte“ längst zu Statussymbolen geworden sind, mithilfe deren man sich von anderen absetzt und Identität gewinnt.

Freitag, 7. Dezember 2018

Altersarbeitslosigkeit

Was eigentlich ist mit der Arbeitslosigkeit älterer Menschen, sagen wir mal Menschen ab 50 Jahre? Ob es von diesen Leuten einen verdeckten, kaum in den gängigen Statistiken auftauchenden Anteil gibt? Merkwürdigerweise wird diese "Zielgruppe" kaum öffentlich diskutiert. Sie soll wohl in aller Ruhe verrecken...... Andererseits wird doch immer beklagt, dass die "Bevölkerung" immer älter werden wird? Gleichzeitig wird das Rentenalter herauf gesetzt.... wo sind denn  die Arbeitsstellen für die 50+-Bevölkerung? Was soll der machen, der nicht viel Geld fürs Alter hat aufsparen können? Wäre dies unter den obwaltenden Bedingungen überhaupt möglich? Etwa mit einem Blackrock-Sparplan? Ob einem das von einer maßgeblichen Person nahe gelegt werden sollte?   

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Die Mächtigen des Tages

Ich schreibe ja wohl selten über die sogenannte "Tagespolitik". Heute hat es mich nach der Lektüre der Zeitungen dann doch gereizt. Und so mache ich eine Ausnahme:  Die Chefs der Länder (Ministerpräsidenten) haben offenbar eine Grundgesetzänderung zugunsten der Bildungspolitik des Bundes verworfen: richtig so! (das Grundgesetz ist ja nicht irgendein Papier, das aus der Feder der derzeit Mächtigen stammen könnte, vielleicht kann man die genügende finanzielle Austattung der Schulen und der Bildungspolitik auch auf eine andere Art hinkriegen, es scheint da institutionelle Wege zu geben). Allein, ich habe die Befürchtung, dass die Bildung und ihre finanzielle Ausstattung dabei unter die Räder gerät, d.h., dass nichts geschieht - und das auch noch mit einer gewichtigen Ausrede. Dass alles wie bisher weiter geht.
Die Kandidaten um den Parteivorsitz der CDU sondern die üblichen Phrasen ab (Steuersenkungen, „kleiner Mann“ usw.), die sie mit teils obskuren Vorschlägen zur Migrationspolitik garnieren, - überhaupt scheint es nur darum zu gehen, wer der AfD am besten wieder Wähler abluchsen könnte (auch hier richtet man sich auf kleinkarierte Weise nach einem Mitbewerber...) und keineswegs um die Qualitäten der Bewerber,,,,, Außerdem: es verlautete doch in der Vergangenheit, dass es eine ganze Reihe von weniger prominenten Mitbewerbern geben würde. Wo sind die geblieben? Haben sich bei der Kandidatenrunde in den Landesverbänden nicht vorgestellt? Ob sich hier wieder einmal ein Establishment durchgesetzt hat und dabei alle Mittel einsetzt (nicht nur die AfD hat Parteispendenskandal, in der Vergangenheit haben sich auch die „etablierten“ Parteien auf diesem Gebiet sehr profiliert und so manche Fragen offen gelassen....).
Es kommt mir so vor, als würde bei den „gelben Westen“ in Frankreich nicht gegen ökologische Gesetze, sondern gegen die gnadenlose Besteuerung überhaupt protestiert, die die in Paris sitzende „Elite“ rücksichtslos protegiert und jetzt ihr Gewissen beruhigen wollte, indem sie ökologische Steuern erheben wollte. Mir scheint,k dass die „gelben Westen“ einen Protest gegen die sich stark abschottende Klassengesellschaft in Frankreich artikulieren will, die sich meist aus Absolventen der ENA (Ecole Nationale) rekrutiert und dabei zunehmend ein Gebaren an den Tag legt, dass dem einer Marie Antoniette im Jahr 1789 (Französische Revolution) nicht unähnlich ist. 


Mittwoch, 5. Dezember 2018

Stadt - Land

In Frankreich sind die „Gelbwesten“ jetzt auch in Paris unterwegs, nachdem sie ursprünglich von der sogenannten Provinz ausgegangen waren und sich Steuererhöhungen nicht mehr gefallen lassen wollten. Es wird nun so bei uns so verkauft, als seien sie besonders mit ökologischen Steuererhöhungen oder Klimasteuern nicht einverstanden und würden nun stänkern und stinkern. Doch es scheint wohl eher so, dass sie mit der gesamten Steuerbelastung nicht einverstanden sind und die ökologischen Steuern nur ein letztes Glied in einer Kette von Umverteilungsmaßnahmen von unten nach oben sind. Wer dagegen auf die Straße geht, hat meine Sympathie. Sicher, Paris ist die Metropole, von der in einem zentralistisch geordneten Staat alle abhängig sind. Doch wie sieht es in unserer ach so föderalistisch organisierten Wirklichkeit aus? Die Verkehrsstruktur ist inzwischen auf dem Lande eine völlig andere als die in der Stadt. So sympathisch einem das Fahrrad vorkommen mag: auf dem Land ist es nicht das Verkehrsmittel der Wahl, insbesondere dann nicht, wenn es regnet wie zum Beispiel jetzt. Es ist doch so: Ganze Gegenden und Regionen werden abgehängt, Krankenhäuser, Banken, Gerichte, Arztstandorte werden geschlossen, Verwaltungseinheiten „rationalisiert“ und neu organisiert zugunsten „großer Einheiten“. Es scheint dass dabei der Staat die heftigsten Rationalisierungskampagnen durchsetzt. . Wirtschaft macht Profit, wie vom System vorgesehen und politisch gewollt. Behörden geben sich arrogant, fahren Doktortitel und Professoren auf, sie verfügen, beschließen, setzen durch, entscheiden einsame Beschlüsse, schieben Sachzwänge vor, sehen die Verantwortung bei anderen, verschanzen sich hinter juristischen Phrasen, die niemand versteht. Die Infrastruktur gewisser (vor allem ländlicher) Gebiete verfällt aber während dieser Zeit regelrecht,....
Ministerpräsidenten und politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten von ihren urbanen Burgen in den Hauptstädten aus in Kolonnen riesiger Limousinen vor und vorbei und an allem und jedem vorüber, sie machen Termine zu Gesprächen aus, sie versprechen finanzielle Leistungen, Versprechungen, die sie sodann nicht einzuhalten pflegen. Sie blocken ab, beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), versuchen, Stimmen zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, demonstrieren Bürgernähe und „Stallgeruch“, sind bei „Events“ dabei, lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie schütteln Hände, lassen sich erklären, hören zu, „fischen ab“. Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie in ihrer Mächtigenblase vor allem Berlin und der nächsthöheren Hierarchiestufe zu erklären haben… aber kaum Bürgern, schon gar nicht denjenigen auf dem Lande. Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, geben sich demokratisch und volksnah und - können dann offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationen von unten nach oben ist halt nicht ganz gewährleistet. Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der Sachzwänge sind scheinbar stärker. Ob sie ausreichen, riesige Funklöcher rechtzufertigen?
Es herrscht Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation.Abstände zwischen Lebenswelten werden größer. Anliegen werden zeredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergeben des Apparats, der in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ sind hilflos. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie aus. Sie setzen sich scheinbar für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“, sie scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei, in der sich Großstädter, Politiker und Regierungsbeamte flott und unverschämt bereichern. Diese Gruppe formuliert gerne in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus.

Dienstag, 4. Dezember 2018

Populismus (7)

Populisten kritisieren die bestehenden Verhältnisse hart, behaupten aber, dass nur sie es seien, die die schweigende Mehrheit und das wahre Volk vertreten würden. Alle anderen Wettbewerber um die Macht seien korrupt, die arbeiteten nicht für das Volk, sondern nur für sich selbst. Dass sie dabei auf gewisse reale Gegebenheiten zurück greifen, um sie für sich selbst nutzbar zu machen, dass sie kritische Ansatzpunkte für sich selbst und fragwürdige Ziele zu nutzen versuchen, sollte der politische Betrachter aus dem „wahren Volk“ dann schon verstehen. Dass sie ein politisches Spiel um die Macht spielen, das oft genug etwas vortäuscht, was am Ende gegen den Vertreter des „wahren Volkes“ gerichtet sein könnte: auch das sollte der geneigte Betrachter verstehen und nicht vereinfachenden Parolen auf den Leim gehen. Sie (die Populisten) sind gegen die Eliten gerichtet (wofür es genügend Anlass gibt!) und sie sind gegen Meinungsvielfalt, die gerne auch mal als „nihilistisch“ gegeiselt wird. Meinungsvielfalt, wozu? Sie (und nur sie!) vertreten doch „das Volk“! Parallelen zu gewissen linken Theorien und marxistisch-leninistischen Kadergedanken sind da nicht ganz zufällig. Wozu das führen kann, war auch unter diesem Aspekt zu erleben. Totalitär in ihrer ganzen Brutalität sind jedenfalls die Auswirkungen dieses Populismus. Populismus hat etwas, wie etwa Popmusik, mit dem Wort Populos, d.h. Volk, zu tun. Wer nicht meiner Meinung ist, so die unausgesprochene Meinung dahinter, vertritt nicht das Volk. Der völkische Gedanke dominiert. Derzeit ist das in vielfacher Variation zu besichtigen.....

Montag, 3. Dezember 2018

Müll, Plastik im Meer

Es kommt einfach nix bei mir unten an!. Die Nachrichten berichten von einem erschreckenden Plastikberg, die Politik verbreitet dazu eindämmende Maßnahmen – und ich weiß kaum noch, wie ich das viele Plastik „entsorgen“ soll. Sämtliche Eimer, ob grau, gelb oder braun quellen über. Es ist eine Flut, der man sich kaum mehr erwehren kann. Alles scheint mindestens dreimal in Plastik bzw. Kunststoff eingepackt sein zu müssen. Es wird verbreitet, dass bestimmte Leute massiv daran verdienen würden un d dass dies Plastik aus hygienischen Gründen nicht notwendig sei. Dies steht ganz im Gegensatz zu diesen vielen Talkshowrunden, die durch den Äther laufen und bei denen „Experten“ (die meist von der Industrie geschmiert scheinen) dies belieben zu verbreiten. Aber mal konkret: wie kann das weniger werden, es erscheint doch trotz allem nicht nötig? Ob hier mal wieder die „Wohlstandsgesellschaft“ übertrieben hat? Ob sie keine Grenzen kennt, ob die Nachrichten von den vermüllten Meeren und dem vielen Plastik, dass sich bereits in uns zu befinden scheint, nicht zu einem Umdenken anregt? Die Politik (auch die amtlich bestellte auf den vielen Klimakonferenzen!) schiebt ihre Deadlines immer weiter hinaus und mahnt langfristige Untersuchungen an, die ihr dann zumeist als Alibi zur Passivität eignen scheinen. Sie wollte erst bis 2020, jetzt bis 2030, tut nichts, setzt keine Rahmenbedingungen, fühlt sich dabei sicher, erwägt scheinbare wirtschaftliche Interessen …….und man selbst fühlt sich machtlos. Ob so etwas eine Werbung für die Parlamentarische Demokratie im Gegensatz zu einem populistischen Nationalismus ist?

Sonntag, 2. Dezember 2018

An eine Sängerin (Lyrik, Mörike)


An eine Sängerin (Eduard Mörike, 1804-1875)

Soll auf der Jungfrau Mund die begeisterte Rede verpönt sein,
Ist euch des tiefern Gefühls volles Bekenntnis versagt:
O, wie preis ich die Sängerin drum, die, unter der Muse
Schutz, mir den lieblichen Grund ihres Gemütes enthüllt!
Niemand ärgert sich mehr, ja entzückt steht selbst der Philister,
Fühlt, in des Schönen Gestalt, ewige Mächte sich nah.

Donnerstag, 29. November 2018

Achtsamkeit als Strategie

Der Begriff „Achtsamkeit“ ist ja noch immer in aller Munde und nimmt teilweise so viele berechtigte Anliegen auf. Doch er scheint auch seine Schattenseiten zu haben. So scheint immer klarer zu werden, dass „Achtsamkeit“ jetzt selbst als Technik zur Steigerung von Leistung eingesetzt wird. Und dies, obwohl die Überwindung dieser Steigerungsidiologie doch eines ihrer Ziele sein könnte. So wird mancherorts empfohlen, dass Menschen versuchen sollten, 20 Minuten Meditation und innere Sammlung zu praktizieren, damit sie danach umso erfolgreicher, umso schneller, umso fitter, innovativer, gesünder sein könnten. Das heißt „Achtsamkeit“ wird als Moment in einer Wachstumslogik eingesetzt, mit einer Steigerungslogik, die das Problem erst recht verursacht. Weil die Achtsamkeitsbewegung schon die Tendenz hat zu sagen: Wenn du nur achtsam genug bist, wenn du nur achtsam genug mit dir und anderen bist, den Dingen und der Welt umgehst, dann ist alles in Ordnung und du bist bei dir selbst. Die Frage nach einem Verhältnis zur Welt wird ausschließlich als Persönlichkeitseigenschaft verstanden. Individualisierung. Neoliberalismus. Jeder ist für sich und ein gelingendes Leben selbst verantwortlich. Man sieht ja auch, dass „Achtsamkeit“ etwas ist, was oft von Managern oder von erfolgreichen Eliten gesucht und praktiziert wird. Die dann sagen können, sie hätten Skrupel und Schwierigkeiten gehabt, Menschen zu entlassen und „Kosten zu reduzieren“. Seitdem sie aber Achtsamkeit praktizierten, falle es ihnen viel leichter, so rücksichtslos und gierig vorzugehen. Unsere Gesellschaft ist raffiniert: sofort wurde eine Funktionalisierung der Achtsamkeitslogik eingeübt. „ Der Fetisch Erfolg“ steht über allem anderen.

Mittwoch, 28. November 2018

Wer macht mit? Spiel um Klimawandel


Ich habe den Fim „Little Yellow Boots“ gesehen und war beeindruckt. Daraus habe ich die Inhalte, die ich jetzt meinen Zetteln entlang hier anführe: Am Anfang bekommen alle 6 Teilnehmer eines Versuchs der „experimentellen Ökonomie“ 40 Euro. In jeder der zehn Runden müssen die Teilnehmer nichts, 2 oder 4 Euro einsetzen. Wenn die Gruppe gemeinsam dann unter dem Motto „Rettet das Klima“ 120 Euro gesammelt hat, ist es ihr gelungen, das Klima entscheidend zu beeinflussen. Das, was sie nicht investiert haben, können sie behalten. Wenn alle das beherzigen, hat jeder Einzelne 20 Euro verdient. Wenn das nicht erreicht wird, verlieren sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 % ihr übriges Geld. Eine vernünftige Strategie wäre es, 20 Euro zu investieren. Aber wer tut das? Man kann darauf spekulieren, dass es in der Versuchsgruppe ein paar Altruisten gibt. Wenn man selbst also nur 10 Euro investiert, jemand anderes aber 30 Euro, dann schafft es die Gruppe. Man hat dann 30 Euro verdient. Der andere halt nur zehn Euro. Genau das machen die Probanten: sie investieren weniger als die anderen. Je weniger sie, gemessen an den anderen, investieren, desto mehr bekommen sie heraus. Ungefähr die Hälfte der Versuchsgruppen schafft das Ziel, obwohl alle motiviert sind, es als Gruppe zu schaffen. Aber es gibt einen Konflikt zwischen den Interessen des Einzelnen und denen der Gruppe. Alle möchten, dass die Gruppe es schafft. Gleichzeitig wollen sie ihren gerechten Anteil investieren, damit sie mehr verdienen als die anderen. Am Ende heulen alle und fragen sich: wie konnten wir so dumm sein? Wir hätten es schaffen können. Warum haben nicht alle ihren Anteil investiert? Warum machen sich die Menschen nicht mehr Sorgen wegen dem Klimawandel? Alle Menschen auf der Erde müssen dazu beitragen, das Klimaziel zu erreichen und beispielsweise ihren CO2-Verbrauch reduzieren. Ob die Menschen bereit und in der Lage sind, mitzumachen?

Montag, 26. November 2018

Germanische Opferrituale

Quellen und Moore galten den Germanen als Zugänge zu den unterirdischen Mächten und Übergänge zwischen den Welten. Und das bis ins 5. Jahrhundert nach (!) Chr. Geb. Den Göttern wurde dabei der kostbarste Besitz geopfert. Dabei gab es Rituale und Prozessionen, von denen wir heute nur Ahnungen haben. Mit ihren Gaben bedankten sich die prähistoriscen Menschen bei ihren Göttern, die an einigen Orten sogar Gestalt annehmen konnten. Sie standen dabei etwa als Fruchtbarkeitsgottheiten in Form von seltsame Skulpturen meist in der Nähe eines Opferplatzes. Es scheint mit großer Sicherheit so, dass ihnen auch Menschen geopfert wurden. Bisher wurden in Europa etwa 1000 Moorleichen gefunden, perfekt erhalten im sauerstoffarmen Milieu. Diese Körper weisen manchmal Mehrfachtötungen auf, die unweigerlich an Opferrituale erinnern.

Sonntag, 25. November 2018

Blau herstellen

Im Altertum verfolgen vor allem die Ägypter den Traum vom Blau auf Erden. Sie beschaffen Lapislazuli, den Stein der Pharaonen. Er soll den speziellen Farbstoff hergeben, mit dem man malen kann. Doch zerkleinert man Lapislazuli zu Pigment, etwa mit einem Mörser, bleibt nur ein graues Pulver. Was haben die Ägypter wohl gemacht, um ihr typisches „Ägyptisch-Blau“ herzustellen? Es scheint so, als habe das Metall Kupfer dabei eine große Rolle gespielt. Kupfererde wurde geschmolzen und ein Metall daraus gewonnen. Eine Art „Abfallprodukt“ war dabei die bei diesem Prozess entstehende Schlacke. Es kommt dabei vor, dass diese Schlacken blau anlaufen. Das mag schließlich unter gewissen Bedingungen zum Rezept des typischen „Ägyptisch-Blau“ geführt haben, das als Kupferoxid-Malfarbe für Glas und Glasuren taugt. Das Blau des Himmels sollte somit die Götter preisen. Doch die Ägypter sind nicht die einzigen, die dem Blau auf diese Weise nachjagen. Die Reiche des Altertums erfinden jeweils ihr eigenes Blau. "Smalte" ist ein Farbstoff, der zum Blau in Mesopotamien führt. Dann wurde "Han-Blau" im frühen China aus Barium erzeugt. Im frühen Mittelalter wächst die Sehnsucht der Menschen, Blau in ihr Leben zu integrieren. Es war dies ein mystisches Blau von einem mystischen Ort. Bis heute hält diese Faszination an. Laut Umfrage ist Blau die Lieblingsfarbe der meisten Menschen in der Welt. Wir verbinden mit ihr vor allem Vertrauen und Treue. Nicht umsonst hat auch hierzulande eine ganze Reihe von Markenartiklern, bei denen es vor allem um Vertrauen geht, Blau zu ihrer Farbe gemacht.

Donnerstag, 22. November 2018

Sun über mir

Ich lese, dass die öffentlichen Gelder, die an die Deutsche Umwelthilfe gehen, "geprüft" werden sollen. Was das heißt, scheint mir klar: noch läuft die wohl wirksamste Disziplinierung über das Geld. Das Portemanaie ist die Stelle, an der jeder Einzelne zu packen ist.  Die Mächtigen machen vielfach Gebrauch davon und haben dabei offensichtlich nicht immer das sogenannte "Gemeinwohl" im Sinne. Fast scheint es mir als habe der Populismus a la Trump hier seine ersten Auswirkungen gehabt, habe sich in die Denke der Mächtigen geschlichen. Ob sie tatsächlich glauben, mit solchen Maßnahmen etwas erreichen zu können? Mit der Beschneidung der Rechte einer Zivilgesellschaft? Dies uralte Ding, dass der Überbringer von Nachrichten dafür an den Pranger gestellt werden soll? Ob aber die "Deutsche Umwelthilfe" bloß Überbringer schlechter Nachrichten ist? Angesichts gewisser Gebaren dieses "Vereins" erscheinen mir da Zweifel angebracht.....

Mittwoch, 21. November 2018

Entwicklung und Zusammenarbeit (2)

Wie war das nochmal mit dem Kolonialismus? Noch bis heute herrscht dieses Denken vor: Einschlägige Museen zu besuchen kann hier Aufschluss verschaffen. Es galt halt n der Vergangenheit, neue Länder zu erschließen und zu expandieren. Die Entstehung der Kolonien ist von Anfang an vom Herrschaftsanspruch der Kolonialmächte bestimmt. Lange galt die angebliche Überlegenheit der weißen Rasse als naturgegeben und diente zur Legitimation. Den „kulturell zurück gebliebenen Völkern“ sollte nämlich die Zivilisation gebracht werden. Sie zwingen der jeweiligen Bevölkerung ihre eigenen Gesetze, ihre Sprache und ihren Glauben auf und unterwerfen sie damit einer für sie fremden Kultur. Den Kolonialisten geht es in erster Linie um politische, militärische und ökonomische Macht. Die einheimische Bevölkerung wird gezwungen, Abgaben an die Kolonialherren zu leisten. Viele treibt diese Steuer in den wirtschaftlichen Ruin. Wer sich aber widersetzt, wird bestraft, getötet oder zu Zwangsarbeit verdammt. Auch Menschen werden zur Ware. Der Sklavenhandel kommt von Afrika aus so richtig in Schwung und bringt den Europäern viel Profit. In Ketten werden die Afrikaner auf die Sklavenschiffe gebracht. Die Gier der Europäer wächst. Überall auf der Welt entstehen Kolonien. Ins zwanzigste Jahrhundert hinein umfasst diese Bewegung fast den gesamten Erdball. Im großen Stil beuten die Kolonialisten nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Rohstoffe aus. Für den optimalen Profit werden bestehende Grenzen missachtet und neue willkürlich gezogen. Die Produktion richten die Kolonialherren oft auf landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Das Nord-Süd-Gefälle, das bis heute besteht, wächst unaufhörlich. Im reichen Norden häufen die Nationen immer größere Reichtümer an und bauen dabei auf die Strukturen, die sie im Kolonialismus herausgebildet hatten. Im Süden hingegen gibt es immer mehr Armut. Das geht womöglich bis heute so, denn viele dieser formal unabhängigen Staaten sind wirtschaftlich noch von ihren ehemaligen Kolonialherren abhängig. Rücksichtslose Ausbeutung dieser Länder scheint auch im Verbund der EU noch angesagt.

Dienstag, 20. November 2018

Entwicklung und Zusammenarbeit (1)

Wie soll man eigentlich sagen, wie soll man es nennen? Entwicklungshilfe, wirtschaftliche Zusammenarbeit oder was? Funktioniert hat ja alles relativ wenig..... Ziel 1 %? Wären damit die Probleme gelöst? Es könnte ja auch um Strukturen gehen in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, z.b. die Förderung des Großen zuungunsten des Kleinen usw. Im Zusammenhang der politischen Bestrebungen lautet jetzt der dauernd als Mantra gepredigte Slogan: „Bekämpfung der Fluchtursachen“. Die Pointe: die Industriestaaten haben durch ihre Politik genau jene Verhältnisse herbei geführt, die sie jetzt vorgeben, bekämpfen zu wollen. Ungerechte Handelsbeziehungen mit den meisten Ländern Afrikas sollen dabei aber keine Rolle spielen. Zum Beispiel schützt die EU ihre Märkte mit hohen Zöllen. Wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen sorgen derzeit dafür, dass die Afrikaner ihre Märkte für die Waren der EU öffnen. Besonders die subventionierten Überschussprodukte können auf diese Weise noch besser als zuvor auf afrikanische Märkte gebracht werden, - mit den bekannten Folgen. Nachhaltigkeit? Null. China hingegen, das wohl auch nicht gerade die Wohltäter der Entwicklungspolitik repräsentiert, will einigermaßen geradlienig den Austausch von Infrastrukturprojekten und Rohstoffen, wobei es einigermaßen erfolgreich zu sein scheint. Was „einigermaßen geradlienig“ heißt? China investiert mit (was oft kritisiert wird!) eigenen Arbeitskräften (!) gezielt in Infrastrukturprojekte und lässt sein Geld nicht in undurchsichtigen Kanälen versickern, wie das bei Europa oft der Fall zu sein scheint. Chinas wirtschaftliches Interesse ist klar definiert. Auch eine Form der Ausbeutung. Kolonialistisches Denken. Übrigens auch in Europa unter einer demokratisch-liberalen Fassade auch sehr verbreitet. Die eigene Kolonialgeschichte wurde kaum aufgearbeitet.

Sonntag, 18. November 2018

Grenzwerte

Fast kommt mir es wie ein Deja-Vu-Erlebnis vor, das ich glaube im medizinischen Zusammenhang schon erlebt zu haben. Bei Bedarf (und gewisse Industrien haben immer Bedarf an mehr Profit) werden Grenzwerte einfach herauf- oder herabgesetzt. So schaffe ich mir im Falle von Patienten auf einen Schlag eine neue Zielgruppe, der ich dann Probleme einreden kann, was natürlich mit Medikamenten bekämpft werden kann, die meinen Profit steigern. Ein ähnliches Spiel scheint in der abgelaufenen Woche die bundesdeutsche Kanzlerin zu spielen, wenn sie vorschlägt, die Toleranzen bei Abgaswerten so zu verändern, dass richterliche Fahrverbote in Zukunft schwerer fallen. "Wir glauben, dass in der Regel Fahrverbote nicht verhältnismäßig sind, wenn es sich um Grenzwertüberschreitungen von geringerem Umfang, also bis zu 50 Mikrogramm pro Kubikmeter handelt und wir wollen jetzt das Bundesemissionsschutzgesetz ändern...."  Einfach Grenzwerte oder Toleranzen verändern – fertig! Problem beseitigt. Flankiert werden solche Überlegungen in den Medien, wenn darüber nachgedacht wird, ob diese Grenzwerte überhaupt sinnvoll seien und ob nicht der Messstandort so verändert werden könnte, dass Messwerte weitaus günstiger ausfallen würden. Gesetz ändern: fertig! Und überhaupt: "in Paris sind die Messstandorte....usw." So die einfache und fast schon populistische Überlegung. Nahe zu ein Glück bedeutet es, dass nicht nur in diesem Falle die Europäische Union noch ein Wörtchen mitsprechen würde und der ganze Vorgang ohnehin juristisch fragwürdig erscheint. Auch im Bundesverkehrsministerium erscheinen solche Überlegungen hoffähig zu sein. Das alles darf doch nicht wahr sein! Ob es im Ganzen um Gesundheit von Bürgern geht, erscheint in diesem Zusammenhang nur noch nebensächlich. Ob so etwas die Glaubwürdigkeit von Politik stützt? Ob Taschenspielertricks Probleme lösen können?

Samstag, 17. November 2018

Rote Wellen

Eine bestimmte Zeit lang war ich wieder mal gezwungen, auf den Straßen unterwegs zu sein. Und ich war schockiert: Dauernd geriet ich in eine „rote Welle“, die Ampel schien grundsätzlich auf Rot zu schalten wenn ich kam. Das fing schon am ersten Tag nach der bisher letzten Verlautbarung des Weltklimarats an. Es wurde darin heftig an Behörden appelliert, doch für einen intelligenten Verkehrsfluss zu sorgen, per Leitsystem die Haltezeiten, für die jeweils abgebremst und beschleunigt werden muss, zu verkürzen. Was ist? Alles wie gehabt, „business as usual“.Von Politikerseite kam jüngst von einer sich als besonders sozial gerierenden Partei ein Vorschlag, doch eine CO2-Steuer zu erheben. Ja klar, Geld einnehmen und Steuern erheben, darin ist dieser Staat groß. Wobei jetzt schon nicht mehr klar ist, für wen und was die jeweils jetzt schon erhobenen Steueranteile verwendet werden. Ich höre von „Ökosteuer“ usw......dabei hat die Verwirrung doch System, fließt doch jegliche Steuer in ein gemeinsames Säckel, das keine Spezial- oder Sonderverwendungen zulässt. Solche Überlegungen nimmt man von der Seite wahr, doch tatsächliche Bemühung scheint nicht geboten zu sein. Fehlanzeige. Dabei erscheint mir auch und gerade psychologisch dadurch das völlig falsche Signal gesetzt zu werden. Die Vorstellung, alles ginge einfach so weiter wie bisher, ist gleich mehrfach falsch. Wenn wir uns nicht regen und etwas tun, wird uns die Natur dazu zwingen, - unter schlimmsten Bedingungen!

Freitag, 16. November 2018

Künstliche Intelligenz (9)

Um noch einmal daran zu erinnern, wie so etwas wie „Künstliche Intelligenz“ (KI) in Gang kommen könnte: Es scheint so, als ob erst in großem Stil Daten gesammelt würden, in denen mithilfe menschlicher „Experten“ dann ein Muster erkannt werden solle. Das ergibt dann einen der viel zitierten Algorithmen, mithilfe derer und mit dem Einbau in Prozesse so etwas wie KI funktioniert. Schon heute nutzen Assistentensysteme wie Siri, Alexa oder Cortana solche Algorithmen, in unseren Alltag haben sie sich offenbar auch schon per Amazon und andere Verkaufssysteme, aber auch in Bankensystemen und einzelne Produktionsketten in Fabriken geschlichen. Besonders in Japan scheinen sogenannte Pflegeroboter immer mehr das Mittel der Wahl zu sein. Es erhebt sich alsdann sehr schnell die Frage: wer ist in der Lage, solche Systeme zu nutzen? Es scheint so, dass dies derzeit nur die „Nutzer“ in den entwickelten Industriestaaten sind. Ob die vormals wegen Lohndumping nach Asien ausgelagerten Arbeitsplätze unter solchen Verhältnissen wieder in die Industrieländer zurück kehren könnten? Ob sich KI unter Umständen selbständig macht und dem Menschen in seiner bisher bekannten Form enorme Konkurrenz machen könnte, indem sie nämlich auf gewissen Gebieten sehr viel effizienter als dieser Mensch ist? Ob der „Geist aus der Maschine“, den auch Hollywood in unzähligen Streifen beschworen hat, doch noch Wirklichkeit wird, indem er den Menschen unterwirft?

Donnerstag, 15. November 2018

Digitaloffensive


Digitaloffensive der Regierung. Zweitägige Klausurtagung samt Presse- und Absichtserklärungen. Noch sind nicht mal alle Funklöcher geschlossen, da scheint Deutschlands Regierung zur Digitaloffensive zu blasen. Deutschland solle bei der KI (Künstlichen Intelligenz) ganz vorne sein, so wird die Kanzlerin zitiert. Dabei soll Deutschland einen enormen Nachholbedarf haben und in der Reihenfolge der Länder, was Digitalisierung angeht, weit hinten liegen. Länder wie China scheinen auf diesem Gebiet sowieso schon längst enteilt zu sein. Man wolle auch der Macht von Digitalkonzernen wie Facebook, Google und anderen etwas entgegensetzen, was eine für Europa einheitliche Steuer bedeuten könnte, so wird kolportiert. Haha. Schon werden erste Gegenstimmen aus dem Kabinett laut. Der Vizekanzler, Finanzklemmer und Spezialdemokrat Olaf Scholz scheint dabei besonders heraus zu ragen. Er fürchtet, so wird kolportiert, „Nachteile für die Wirtschaft“. Überhaupt kommt es einem so vor, als sei dies wieder einmal eine der typischen PR-Aktionen der Bundesregierung, der keinerlei Taten folgen und die vor allem eine gewisse öffentliche Wirkung zeitigen sollen. Davon gab es ja schon manche. Es werden wichtige Gesichter gemacht, Milliardenbeträge genannt und dann – nichts. Ach, und – ja: In der Verwaltung soll das, was jetzt eine Flut von Formularen und Beantragungen bedeutet, in Zukunft durch digitale Prozesse ersetzt werden. Mal sehen. Fest steht: in der Vergangenheit wurde alles konsequent verpennt, verschlafen. Jetzt soll wohl in einem Hauruckverfahren ohne jede Beteiligung der Bürger, die sogenannte Digitalisierung von oben herab durchgepeitscht werden. Was Digitalisierung alles bedeuten könnte, wird nicht diskutiert und scheint scheint "alternativlos". Ob das so recht demokratisch riecht?

Mittwoch, 14. November 2018

Reflektionen über Wachstum

Ich war die vergangene Zeit viel auf Autobahnen und im Verkehr allgemein unterwegs. Es gab den Sonderbericht des Weltklimarats, es gab Gerüchte um die Einführung einer CO2-Steuer. Ich war jeden Tag unterwegs, blickte in diese oder jene Realität: Folgen waren nirgendwo sichtbar. Alles ging einfach so weiter. SUVs drückten und drängten, soffen Diesel und überholten. Ich geriet in viele „rote Wellen“, was bedeutet, dass ich gezwungen war, an nahezu jeder Ampel anzuhalten und auf ein Signal zu achten, was mich sodann konsequent versuchte, mich in eine Abzockfalle zu locken. Das alte Spiel. Der Staat präsentiert sich seinen Bürgern als der schlimmste aller Konzerne, weil er glaubt, auf vielen Bereichen ein Monopol anzustreben zu sollen. Dies solle ihm erlauben, ökologische Anliegen durchzusetzen, so die offizielle Begründung. Wenn diese Anliegen bloß vernünftig wären! Beispielsweise eine CO2-Steuer würde im existierenden Wirtschaftssystem wieder mal nur die Armen treffen, weil sich reiche Mitbürger solche Steuern locker aus der Portokasse leisten würden, arme Bürger aber nicht. Wir müssten irgendwann anfangen, über unser Wirtschaftssystem neu nachzudenken. Solche Umverteilungen sind keineswegs gottgegeben, auch wenn das immer so dargestellt wird. Das Wachstum als der heilige Gral der Wirtschaftslehre hat ausgedient, der Profit als Treiber allen Fortschritts hat versagt. Wir steuern auf den Abgrund zu, den freilich niemand so recht wahrhaben will. Technologie verspricht immer noch Lösungen, die alle zu spät kommen werden, um unseren Planeten zu retten. Das sehen viele Leute am Horizont und nehmen es gerne als Ausrede, nichts ändern zu wollen.


Sonntag, 11. November 2018

Im Herbst (Georg Trakl, Lyrik)

Im Herbst (Georg Trakl, 1913)

Die Sonnenblumen leuchten am Zaun,
Still sitzen Kranke im Sonnenschein.
Im Acker mühn sich singend die Frau’n,
Die Klosterglocken läuten darein.
Die Vögel sagen dir ferne Mär’,
Die Klosterglocken läuten darein.
Vom Hof tönt sanft die Geige her.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Da zeigt der Mensch sich froh und lind.
Heut keltern sie den braunen Wein.
Weit offen die Totenkammern sind
Und schön bemalt vom Sonnenschein.

Samstag, 10. November 2018

Unruhe

Das Maß an Gehetztheit, an Getriebenheit hat mich dann doch überrascht. Als wollten sie alle irgendetwas vergessen und hätten vergessen, was. Die Leichtigkeit, mit der man sich in inferiore Verhältnisse, Verhältnisse des Untergeordnetseins und der Hierarchie begibt, hat mich auch fasziniert. Es scheint alles wohlgeordnet in Herrschaft und Untertan, Version 3.0 von 2018. Es mag früher das alles viel durchschlagender und rigider gewesen sein, gewiss. Doch wir leben mit unserem heutigen Bewusstsein, besonders hier in Deutschland glauben sie, die Besten und Tüchtigsten zu sein. Komisch, dass Leute aus anderen Industrieländern, mit denen ich zu tun habe, genau dasselbe erzählen, während wiederum ganz andere unbedingt nach Europa wollen, weil dort alles wohl bestellt sei…., so der Glaube. Wird hier ein Preis bezahlt, der mit der Fortentwicklung des Menschen zu tun hat? Durchpulst uns eine ständige Unruhe, die zwar schon in vergangenen Zeitaltern ihre Ausprägung und ihren ideologischen Überbau gefunden haben mag, die so aber noch nicht über uns gekommen sein mag? Wer wechselnde Perspektiven aufsucht, wer in andere Lebenswelten schaut, mag düpiert sein.

Freitag, 9. November 2018

Wer ist "Wir"?

Nach wie vor scheinen mir in Deutschland ernst zu nehmende Personen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit zu posaunen, wie gut es Deutschland gehe. Die von ihnen manipulierten Statistiken mögen eine solche Sprache sprechen. Ich frage mich aber, wer oder was in den Augen dieser Leute Deutschland ist? Eine Zweidrittelsgesellschaft, die von ungefähr einem Drittel der Deutschen glaubt, sie nicht beachten oder zu Wort kommen zu lassen. Droht nun Altersarmut nach 2015, haben die Tafeln immer noch steigenden Zulauf, sammeln alte Menschen Pfandflaschen, sind alleinstehende Mütter benachteiligt, ist es nahezu unmöglich, in den Städten und ihren jeweiligen „Speckgürteln“ eine Wohnung zu bekommen, ist der Pflegenotstand nicht längst Realität, mit der man mit Versprechen und wohlmeinenden Phrasen nicht mehr beikommen kann ….? Werden immer noch miserable Löhne denen bezahlt, die nach Einschätzung der "Eliten" unqualifiziert" sind? Welche von wem herbei geführten Verhältnisse mögen dazu beigetragen haben, dass sie von einer arroganten Schicht als "unqualifizert" eingestuft werden?  Werden zum Zusammenbau unserer Smartphones nicht Menschen in Afrika ausgebeutet? Leben wir alleine auf der Welt? Wer ist „wir“?

Donnerstag, 8. November 2018

Diskussionen

Was mir zunehmend auffällt: Es werden einem in öffentlichen Diskussionen und Talkshows immer öfter diese unbedarften Parteisoldatinnen und -soldaten angeboten, deren Argumentation einem geradezu peinlich ist. Denn Zusammenhänge herzustellen, Einsichten herbei zu führen oder gar zu überzeugen scheint ihnen viel zu oft fremd. Mit einer als Gegner ausgemachten Person verfranst man sich dann gerne in fachgebundene Einzelheiten,  ein Klima der Diskussion scheint simuliert zu werden, - doch sie geht nur in eine einzige Richtung, etwas soll glaubhaft verkörpert zu werden, dargestellt, glaubwürdig gemacht werden. Sie wiederholen meist die gängigen Parteifloskeln und -phrasen, ohne direkt danach gefragt zu sein. Wie von einer Festplatte abgespielt. So ungefähr könnte es damit zusammen hängen, egal was, - das reicht schon. So etwas steht meist weit unter dem Niveau einer drittklassigen politikwissenschaftlichen Diskussion. Nein, elitär sein, das wollen wir doch nicht! Das gilt nicht. Lieber populistisch simplifizierend. Hm. In einem akademischen Zusammenhang würde schnell geraunt, dass solch eine Person ständig am Thema vorbei labere und sich schlicht gerne selbst reden höre. Dies, obwohl die Selbstdarstellung ein wichtiger Inhalt der täglichen akademischen „Verkaufe“ ist. 
Doch hier sind diese Wichtiggesichter aus dem Parteihintergrund oft akkurat frisiert, tragen auf glatten Gesichtern Streberbrillen, werden meist als „Geschäftsführer“ oder stellvertender Geschäftsführer tituliert und scheinen eine Karriere in weich abgefederter Sicherheit vor sich zu haben. Weibliche Variationen dieses "Role models" sind oft auf dem Emazipationsticket in ihr Amt gekommen. Anpasser. Karrieristen. Opportunisten. So stellt man sie sich vor. 
Jedenfalls scheinen sie oft jenen Ton scheinmitleidigen Ton „von oben herunter“ an sich zu haben, der sich stets auf der rechten Seite weiß. Nein, eine solche Ansicht ist nicht populistisch (ein Standardeinwand!) und auch nicht antidemokratisch, sondern ganz im Gegenteil, an der Realität „draußen im Lande“ orientiert (wie das einmal ein früherer Kanzler genannt hat). Es ist womöglich einigermaßen undemokratisch, in Berlin eine Parteielite zu etablieren, die abgehoben von der Realität derer ist, die sie indirekt wählen. Jawohl, sie sind stets um Problemlösungen bemüht, wie sie mit halb beleidigtem Gesicht in den einschlägigen Talkshows verkünden, in denen sie regelmäßig auftreten, um sich eine Aura der Menschlichkeit zu geben. "Human Factor" nennen sie das. Dass sie das oft eine Spur zu „professionell“ tun, macht sie zumindest für die angreifbar, die einen Blick dafür entwickelt zu haben glauben.

Mittwoch, 7. November 2018

Interessenminister?


Ich glaube es kaum: Der deutsche Finanzminister, der ja wohl der spezialdemokratischen Partei angehört, soll offenbar eine Internetsteuer für Konzerne wie Facebook und Google in Brüssel blockieren. Schon zuvor war er wohl damit aufgefallen, dass er die Internetkonzerne sehr zurückhaltend besteuern wollte und das auch öffentlich kund tat. Doch jetzt scheint die „Digitalsteuer“ in Brüssel wegen ihm am Ende, obwohl Macron und Merkel in ihrer Meseburger Erklärung das bis Ende des Jahres 2018 versprochen hatten. Das sei gegen die Interessen der Wirtschaft, so wird Scholz zitiert. Dieser Mann hatte ja ganz offenbar schon den G 20-Gipfel in Hamburg und das Scheitern der HSH Nordbank mit hohen und vom Steuerzahler zu tragenden Milliardenbeträgen zu verantworten. Ich frage mich: was ist das für einer? Wen vertritt er? In wessen Interesse handelt er? Normalerweise führe ich hier solche Vorgänge nicht auf. Doch in diesem Falle empört mich das.

Montag, 5. November 2018

Wie leben?


Wie wollen wir leben? Wo wollen wir leben? Was bedeutet uns das? Ist da ein Hecheln, das den Siegern meistens hinterher ist. Oder wollen wir das auf der Straße mit möglichst vielen Pferdestärken ausgleichen? Bald Kilowatt....? Wenn wir uns selbst finden, uns herausmodellieren oder sind wir hinter dem her, was als „Selbstoptimierung“ derzeit die Propaganda des Zeitgeists ist? Wollen wir Zufriedenheit anstreben, eine Sicht auf uns selbst, die eingebettet ist in ein wie auch immer geartetes Umfeld? Oder wollen wir dem hemmungslosen Egoismus frönen, der den Neoliberalismus zu seiner Idiologie hat und das Streben nach Gewinn vor allem auch auf Kosten der Allgemeinheit sucht? Was ist, was könnte Allgemeinheit überhaupt sein? Das, was Sozialisten, Kommunisten wie eine Monstranz vor sich hertragen? Der Staat? Hat der Staat nicht auch totalitäre Züge, die er uns aufzwingt, ist der nicht sogar durch Wahl legimierte Superkonzern, - oder ist er der Souverän? 
 Wohlfühlen, Wellness - in dieser Welt des Klimawandels und das massenhaften Abschlachtens von Tieren? Welche Rolle könnte da ernst genommene Ethik und Moral spielen, die gerade nicht an den Glaubenssätzen der Kirchen hängt und Tradition als einen Wert unter anderen wahrnimmt. Geht es um Mäßigung, um das „richtige Maß“ oder „Maß halten“. Welche Rolle spielt da die „Sorge um sich“ (Foucault) oder sittliches Verhalten? Worin könnte dieses begründet sein? Disziplinierung und Gehorsam..... in einer neoliberal gesinnten Umwelt? In einer ausgedachten Umwelt? Wo sind wir? Wer sind wir? Sich über solche Dinge in einem lebendigen Austausch unterhalten zu wollen, Ansichten auszutauschen und sich gegenseitig dabei anzuregen, könnte eine Disziplin sein, die Zukunft hat.

Sonntag, 4. November 2018

Jugendkult im Parlament


Merkwürdig, mir fallen immer mehr diese Jünglinge im parlamentarischen Betrieb auf. Die sich wortreich aufspielen und wichtig machen gerade dort, wo so etwas wie „Lebenserfahrung“ zu einem gewissen Grad nötig wäre. Dabei nehmen diese Jünglinge (nahezu nie Damen!) die Position eines Klassen- oder Schulsprechers ein, machen wichtige Gesichter und wiederholen Phrasen, die sie brav eingelernt haben und die sie nun im Brustton des „Wir….“ wiederholen. Ob sie eine gewisse Krise des Parlamentarismus widerspiegeln oder ob sie nur Auswuchs des Jugendkults sind? Oder ob sie einfach nur Karrieristen und Opportunisten des Parteiensystems sind? Es scheint, dass das gegenwärtige System der Machtausübung auf Zeit solche Typen zu fördern scheint. Profipolitiker mit Anfang Zwanzig, weil diese sich oft als „Experten“ gerierenden Typen kapiert haben, auf was es im Leben ankommt….? Sich nach vorne ins Scheinwerferlicht, in die TV-Programme und unter die Mikrofone arbeiten, mit allen Mitteln stets verfügbar sein?

Freitag, 2. November 2018

Drogen (1)

Fette Rave oder Techno-Parties ohne Drogen? Scheinbar undenkbar. Oktoberfest? Wies‘n ohne Bier? Undenkbar. „Höhere Kreise“ dieser aktuellen Gesellscchaft scheinen zumindest leistungssteigernde Drogen zu nehmen, während sie mit anderem Zeug ihrem Hedonismus fröhnen…. Sportler machen‘s vor, indem sie sich dem Doping in all seinen erlaubten und unerlaubten Formen hingeben….Schon bei den Römern war jedem Soldaten hier in der Gegend eine Tagesration Wein zugestanden, während höhere Kreis sich am Opium labten. Und schon in der Steinzeit kannte man hallozinogene Wirkungen von Pilzen und Kräutern, ach die Mayas und die Inkas und und und…...was treibt all diese Junkies? Das Ich zu erweitern in Richtung auf neue Horizonte, dem Alltag entfliehen, das Irrationale kennen lernen (wo der Alltag so öde „rational“ sein kann…), Entgrenzung, Ekstase, Aufgehen in etwas Anderem, ein Heraustreten aus sich selbst, dem was man als Seele kennen gelernt hat, Sehnsucht nach Verzückung, zügelloser Begeisterung, nach einer Einheit, einem magischen Weltbild, in dem Innen und außen zusammen fallen. Der Rausch als Mittel zum Zweck? Schon die alten Romantiker wie Tieck, Eichendorff oder Novalis mochten so etwas im Sinne gehabt haben, teilweise mit anderen Mitteln als mit Drogen… möglicherweise kann der Phantasie auch anders auf die Sprünge geholfen werden. Manche Romantiker meinten, dass auch die Poesie ein gutes Pegasus“, also ein Pferd zum anderen Ufer, sein könne.

Donnerstag, 1. November 2018

Land of the Grey (text etwa 2014))


LAND OF THE GREY


I was walking on my own footsteps
I was coming from deep inside of myself


I have forgotten my Name
I have forgotten what Person I am


I am the land of the Grey
I am the land of the Green
I am the land of the eternal Sun
I am the land of the Dawn


Come on take a walk with me on the other side


I have forgotten my Name
I have forgotten what Person I am

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Immer weiter.....

Ich bin ein bisschen schockiert und ratlos: da preschen immer noch die dicken fetten SUVs mit ihren Dieselstinkmotoren an mir vorbei! Geben Gas und Lichthupe! Sind frech und arrogant….. Es scheint sich nichts geändert zu haben, seit viele Wissenschaftler vor Wochen noch einmal einen heftigen Appell an die Bevölkerung gerichtet haben. Diese Gesellschaft scheint relativ kurzfristig zu keiner Veränderung mehr bereit und fähig zu sein. Sie scheint es nicht zu können. Wir wissen ungefähr, was zu machen wäre, tun es aber nicht. Gemischte Interessengruppen tun ein Übriges. Womöglich wäre da eine Regierung gefordert, die gesetzliche Rahmen setzen könnte: wenn auch mit Zwang! Doch mehrere Regierungen scheinen damit beschäftigt zu sein, den Herstellern eben dieser dicken Dieselstinker in den Hintern zu kriechen… Die Meere versiffen angesichts des eingetragenen Plastiks, die Spiegel steigen und man tut hier in den Industrieländern: Nichts! Es läuft einfach alles weiter…..

Dienstag, 30. Oktober 2018

In der Frühe (Eduard Mörike, 1804-1875)

In der Frühe (Eduard Mörike)

Kein Schlaf noch kühlt das Auge in mir,
dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
und schaffet Nachtgespenster
Ängste, quäle
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu dich! Schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden




-Zeugnis alter Zeit? Einstellungssache?  

Samstag, 27. Oktober 2018

Anziehender Schauder (Lyrik, Baudelaire)

Anziehender Schauer (Charles Baudelaire)

Schau dieses Himmels fahle Seltsamkeiten,
Wie dein Geschick zerrissen, wunderlich,
Was mag durch deine leere Seele gleiten,
Was fühlst du bei dem Anblick? Wüstling, sprich.
Ich fühle Gier nach wirren Dunkelheiten,
Nach Qual und Ungewissheit lechze ich,
Doch nicht voll Jammer starr ich in die Weiten,
Wie einst Ovid, da Rom für ihn erblich.
Ihr wild zerrissnen, grauen Himmelsräume,
Ihr seid, wie ich, von Trotz und Stolz erfüllt!
Und eure Wolken trauerflorumhüllt,
Es sind die Leichenwagen meiner Träume,
Von eurem Schein geht fremdes Leuchten ans,
Ein Glanz der Hölle, wo mein Herz zu Haus.

Freitag, 26. Oktober 2018

Postings, Warnung, Maßstäbe

Es geht bei vielen Postings in diesem Blog womöglich um Perspektiven, denen jeder unterliegen kann. Dabei spielt meine Person keine oder eine sehr geringe Rolle. Dies hier ist kein intimes Tagebuch! Das ist sehr wichtig. Ich fühle mich auch als Schreiberling eher als Beobachter und stelle ja von der Seitenauslinie auch viele Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Auch sie könnten sich jedem stellen. Es hat mit meiner Person nichts zu tun, ohne dass ich die bequeme Position jener Politiker einnehme, die erklären, dass die Entscheidung zwischen richtig und falsch nicht von ihrer Person abhänge. 1.) werde ich nicht von der öffentlichen Hand bezahlt 2.) habe ich keine „wichtigen“ Entscheidungen zu treffen. Nein, ich fühle mich als Teil von etwas Anderem, - was auch mit meinem Studium der Soziologie zu tun haben könnte.
Ich zeichne ein Bild, das - und das ist die Pointe! - nicht zutreffend sein muss. Ich nehme einfach nur Informationen, Anstöße, Fragmente auf und gebe sie wieder. Es geht um ein Stochern im Nebel anhand gewisser Fakten, - so, wie es vielen anderen Personen geht. Es erhebt die Information in meinen Posts keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit. Sie ist vielmehr die Wahrnehmung einer Möglichkeit, einer Perspektive und Ansicht auf eine Gegebenheit, der wir ausgesetzt sind. Ich versuche aufzunehmen, dass es nicht mehr so einfach ist, zu entscheiden, was richtig und falsch sei. Einst und in der Aufklärung, - bis jetzt! Einst nahm diese Rolle die Wissenschaft wahr. Doch sie scheint inzwischen von vielen Seiten her korrumpierbar und interessengeleitet. Grund zur naiven Wissenschaftsgläubigkeit bietet sie in letzter Zeit jedenfalls relativ wenig. Politische Entscheidungsträger sollten sich auf die Wissenschaft stützen, heißt es oft. Doch unter diesen Bedingungen könnte dies ein schwieriger Job sein, zumal auch die Politik selbst (z.b. EU) Einflussnahmen unter bestimmten Interessen ausgesetzt ist. Dass sich diese als wissenschaftlich kaschiert hat, ist inzwischen bekannt. Untersuchungen werden nahezu beliebig gekauft, wissenschaftliche Titel haben (nur) ihren Preis. Der Publikationszwang unter Wissenschaftlern und die Praxis wissenschaftlicher Fake-Verlage andererseits, scheinen hier zudem ungünstige Einflüsse auszuüben oder versuchen offenbar mit einigem Erfolg, sich dies zunutze zu machen.
Andere meiner Postings in diesem Blog sind hingegen sehr subjektiv, zeichnen ein Bild aus meinen Augen, sind von mir gefärbt und getränkt. Sie kommen sehr erkennbar aus dem Subjektiven, könnten genau darin jedoch etwas Allgemeingültiges haben, etwas, was sich verlängern ließe ins Gesellschaftliche. Ich wechsle also die Perspektiven, fühle mich tatsächlich auf einer „Reise durch die Wirklichkeit“.

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Kotdurft (Text)


KOTDURFT (Im stillen Ozean)


In die Stille eines Ozeans eingelaufen
doch er kann toben
er kann dich umbringen, dieser Ozean
sie beobachten dich dabei
und manchmal grinsen sie
du versuchst, dich über Wasser zu halten
du taumelst, du schwankst, du hast nicht
das Gleichgewicht, die Balance ihrer
ach so coolen Gleichgültigkeit


In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar ausgeglichen so moderat
du fängst an zu frieren, zu schaudern
zu frösteln, war'n früher bessere Tage
du fällst und torkelst, kommst in Bewegung
dem Abgrund entgegen, der vor dir starrt
dunkel, kalt, feindlich abweisend
scharf verletzend, widerlich stinkend
ein Tor zur Hölle, hinaus ins Nichts


In die Stille eines Ozeans eingelaufen
scheinbar beiläufig alltäglich abgeklärt
sie können dich überraschen, diese Idioten
beim granteln, beim überlegenen Denken
du frierst, du kotzt, du fühlst dich abgegraben
von ein paar dyamischen Edelspezialisten,
agressiv, smart, nett, lächelnd in die Enge getrieben,
zum Niederknien und „Hilfe“ schrein
zum Wiederkäu'n und Gebete brüllen