Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Donnerstag, 28. November 2024
Ironie der Romantik
Die Romantiker hatten erstaunlich weitsichtige Ansichten. So qualifizierte etwa Schlegel nahezu alle Aussagen als „vorläufig“ schwebend, weil es im menschlichen Bewusstsein fast immer um „Komplexitätsreduktion“ gehe, also die Reduzierung auf einfache begreifbare Aussagen, die einem Bewusstsein Halt verleihen könne. Dabei befindet er sich ganz in der Nähe von Aussagen der Soziologie, die das Wort „Komplexitätsreduktion“ sogar wörtlich übernommen hat. Wer dies begriffen und für sich erkannt hat, wird anders mit allgemeinen (auch „wissenschaftlichen“) Aussagen umgehen. Ihre Begrenztheit ist ihm offensichtlich. Am Ende bleibt freilich ein Umgang mit dem Komplexesten überhaupt, was als „Gott“ bezeichnet wird und in einem gewissen Gegensatz zum Chaos besteht, was den menschlichen Geist umgibt. Meist scheint es Menschen ja nicht darum zu gehen, sich umfassend verständlich zu machen (wir kennen viele aktuelle Beispiele!), wozu in einer „modernen Welt“ unter anderem auch keine Zeit (und Aufmerksamkeit) bleibt. Menschliche vorläufige Erkenntnis schwimmt nach Schlagel immer auf einem Ozean des Dunklen, des Begrenzten und nicht Bewältigten, Dies erzeugt dann natürlich auf mannigfache Weise Missverständnisse. Der einzige Weg, dem zu begegnen, wäre die Ironie, als das Verständnis dafür, dass jede menschliche Erkenntnis nur vorläufig sein kann und immer ein Geheimnis darum zurück bleibt. Auch deshalb nimmt die Ironie eine zentrale Rolle in Schlegels (und dem nahezu aller Romantiker) Denken ein.
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The Romantics had astonishingly far-sighted views. For example, Schlegel qualified almost all statements as "provisionally" floating, because human consciousness is almost always about "reducing complexity", i.e. reducing it to simple, understandable statements that can give consciousness stability. In doing so, he is very close to statements from sociology, which has even adopted the term "reducing complexity" literally. Anyone who has understood this and recognized it for themselves will deal with general (including "scientific") statements differently. Their limitations are obvious to them. In the end, of course, there is still a matter of dealing with the most complex thing of all, which is called "God" and which is in a certain contrast to the chaos that surrounds the human mind. Most people do not seem to be interested in making themselves fully understandable (we know many current examples!), for which there is, among other things, no time (or attention) in a "modern world". According to Schlagel, human provisional knowledge always floats on an ocean of darkness, of the limited and unmastered. This then naturally creates misunderstandings in many different ways. The only way to counter this would be irony, as the understanding that all human knowledge can only be provisional and that a mystery always remains. This is also why irony plays a central role in Schlegel's (and almost all romantics') thinking. !
Sonntag, 28. Juli 2024
Engel
Engel? Da könnte man so manches erzählen, gegebenenfalls. Freilich ist es auch so: möglicherweise haben wir das Gefühl, es handele ich um etwas Geheimnisvolles, über das man nicht gerade mit jedem reden will. Im Gegenteil: man sollte sich das Gegenüber genau aussuchen. Es braucht die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen. Ob es etwas Helles, Schwebendes ist? Von woher dieses Bild, diese Vorstellung geprägt ist? Ob dieses Etwas uns schon vor etwas Bösem, Verhängnisvollem bewahrt hat? Ob das dann unser Schutzengel war? Eine kindliche Vorstellung. Mir halfen meine Schutzengel über zwei schwere Unfälle hinweg. Sie bewahrten mich, wieso ich ihnen ewig dankbar sein werde. Zufall? Wenn er geherrscht hätte, hätte ich die Situationen nicht so glimpflich überstanden. Dennoch gilt: Wir tappen im Ungewissen. Seltsam aber, dass dann doch so mancher recht konkret damit zu tun hatte (Ich könnte sehr lebendig darüber berichten….), egal, wie sekular er eingestellt war. Ob uns etwas umfängt, das um einen wichtigen Teil unserer Fürsorge bemüht ist? Ob solch eine Ansicht/Spekulation schon zu spirituell ist? In fast allen bekannten Religionen gibt es die Vorstellung vom Engel, denen teilweise eine große Bedeutung zugeschrieben wird. Geistwesen mit Namen? Boten der Verbindung zwischen dem Irdischen und dem Spirituellen? Es ging in unsere Erfahrung über, oder auch nicht.
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Angel? There's a lot you could tell, if necessary. Of course, it is also the case: we may have the feeling that I am dealing with something secret that we don't want to talk about with everyone. On the contrary: you should choose your counterpart carefully. It takes the willingness to get involved in something. Is it something bright and floating? Where does this image, this idea come from? Has this something already protected us from something evil and disastrous? Was that our guardian angel? A childish imagination. My guardian angels helped me get through two serious accidents. They kept me safe, which is why I will forever be grateful to them. Coincidence? If he had ruled, I wouldn't have gotten through the situations so lightly. Nevertheless, we are groping in the unknown. But it's strange that some people actually had something to do with it (I could tell you about it very vividly...), no matter how secular they were. Whether something surrounds us that is trying to take an important part of our care? Is such a view/speculation too spiritual? In almost all known religions there is the idea of angels, some of which are considered to be of great importance. Spiritual beings with names? Messengers of connection between the earthly and the spiritual? It passed into our experience, or not.
Samstag, 14. Oktober 2023
Bermuda-Geheimnisse
Rätselhaftigkeiten? Die einen zweifeln lassen? Gibt es massenhaft. Zum Beispiel Bermuda-Dreieck. Unheimliche Begegnungen. Düstere Geheimnisse. Verschwundene Schiffe, Flugzeuge und Menschen. Leute, die etwas mitgekriegt haben. Was? Seltsame Objekte. Ufos. Na, erst mal hintenanstellen. Seegebiet mit Schiffs- und Flugzeugkatastrophen. Liegt zwischen Florida, Puerto Rico und den Bermuda-Inseln. Kompasse zeigen in die falsche Richtung. Seefahrer sahen und sehen seltsame Dinge. Unzählige Menschen starben hier. Schon 1592 gab es Berichte von ungewöhnlichen Vorkommnissen. Auch unbekannte Flugobjekte kamen regelmäßig in diesen Berichten vor. Kolumbus segelte einst auch durch das Bermuda-Dreieck. Plötzlich drehten ich die Nadeln seines Kompasses und der seiner Mannschaft. Ein Licht kam vom Himmel herab. Es brachte alle Kompasse durcheinander. Als das Licht wieder zum Himmel aufstieg, normalisierten sich die Kompasse wieder. Geschichten über das Bermuda-Dreieck, Phantasie, Projektion, - so die vulgärmaterialistischen Erklärungsversuche. Wahrscheinlich ist, dass es dort eine Magnetfeld-Anomalie gibt. Jetzt verschwand ein Boot mit 20 Leuten im Bermuda-Dreieck. Man fand keine Überreste.Es wurde auch kein Notruf abgesetzt. Einfach weg.
1918 verschwand ein Schiff mit 309 Menschen an Bord spurlos. Es passieren aber noch weitaus seltsamere Dinge im Bermuda-Dreieck. 1971 war der amerikanische Flugzeugträger John F Kennedy im Bermuda-Dreieck unterwegs. Plötzlich fielen im Unterdeck ale technischen Geräte aus. Als ein paar Leute nach draußen gingen, waren sie sofort von der riesigen orangenen Scheibe überwältigt, die über dem Träger schwebte. Sie war riesig und bewegte sich nicht vom Fleck. Als diese Scheibe wieder verschwand, gab es plötzlich wieder Strom auf dem Schiff. Niemand durfte über diesen Vorfall sprechen. Er wurde als „streng geheim“ eingestuft. Erklärungen über das Wetter? Gelangen nicht. Das Militär stellte unzählige Flugobjekte mit seltsamen schnellen Bewegungen fest. Andere Lebensformen? Wer weiß, wie die Welt darauf reagieren würde. Der größte Fehler scheint zu sein, wenn jemand nach scheinbar rationalen Erklärungen für solch seltsame Phänomene sucht. Vielleicht sind wir mit dieser anmaßenden Einstellung in 200 Jahren soweit, um besser zu verstehen.
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mysteries? That make you doubt? Are there en masse. For example Bermuda Triangle. Weird Encounters. Dark Secrets. Disappeared ships, planes and people. People who noticed something. What? Strange Objects. UFO. Well, put it back for now. Sea area with ship and aircraft disasters. Located between Florida, Puerto Rico and the Bermuda Islands. Compasses point in the wrong direction. Sailors saw and continue to see strange things. Countless people died here. As early as 1592 there were reports of unusual occurrences. Unidentified flying objects also appeared regularly in these reports. Columbus once sailed through the Bermuda Triangle. Suddenly I turned the needles of his compass and those of his crew. A light came down from heaven. It messed up all the compasses. As the light rose to the sky again, the compasses returned to normal. Stories about the Bermuda Triangle, fantasy, projection - these are the vulgar materialistic attempts at explanation. It is likely that there is a magnetic field anomaly there. Now a boat with 20 people disappeared in the Bermuda Triangle. No remains were found and no emergency call was made. Just go away.
In 1918, a ship with 309 people on board disappeared without a trace. But even stranger things happen in the Bermuda Triangle. In 1971, the American aircraft carrier John F Kennedy was in the Bermuda Triangle. Suddenly all the technical equipment on the lower deck failed. As a few people walked outside, they were immediately overwhelmed by the giant orange disk floating above the girder. She was huge and didn't move. When this disc disappeared again, there was suddenly power on the ship again. Nobody was allowed to talk about this incident. It was classified as "top secret". Explanations about the weather? not reach. The military discovered countless flying objects with strange, rapid movements. Other life forms? Who knows how the world would react to that. The biggest mistake seems to be when someone looks for seemingly rational explanations for such strange phenomena. Maybe in 200 years we will be ready to understand better with this arrogant attitude.
Montag, 21. November 2022
Allein, allein
Du entdeckst es zunehmend und es wird dir zunehmend bewusst, dass du alleine bist. Hattest du in der Vergangenheit stets Leute um dich herum, die du als viel zu viele empfandest, so gibt es diejenigen jetzt gar nicht mehr. Man hat sich abgesetzt vom Mainstream, ohne dass man das so richtig merkte. Es gab eine Entwicklung um dich herum, deren Eigenheit du mal wieder nicht so recht mitbekamst.
Immer wieder hört man von Menschen, die verreckten und die erst bemerkt wurden, als es anfing, unangenehm zu riechen. Nachbarn? Hier unsichtbar. Aber sie würden antworten, dass man mich in letzter Zeit kaum mehr gesehen habe. Man wisse kaum, wer was mache und warum. Tatsache scheint zu sein, dass für die meisten Menschen „Freunde“ allgegenwärtig sind und Ablenkungen zuhauf verfügbar sind. Wer eigentlich darf da bei sich selbst sein? Klar, so etwas kann auch lobesam sein. Doch die Zeiten, als der Schriftsteller Gottfried Benn „Wer allein ist, ist auch im Geheimnis.“ behaupten durfte, sind wohl im Zeichen einer allgemeinen Vergesellschaftung vorbei. Single sein. Sich selbst genügen, das freilich schließt einen von der großen Vernetzung aus. Eremitage. Mönchtum. Vor einiger Zeit und dann in Corona-Zeiten war es sehr angesagt, in Klöstern zu verweilen, die Stille dort neu kennen zu lernen, die Stille auszuhalten. „Auszeit auf Zeit“ war meist sehr teuer und beinhaltete oft auch noch andere Wellness-Wohltaten im Zeichen religiöser Erbauung. Doch was ist die Realität? Einsame und alleinstehende Menschen gelten als Sonderlinge. Reinschauen bei Edward Hopper: Menschen ohne soziale Bindungen sitzen dort alleine an der Bar, leicht bekleidete Damen machen geschlechtlichen Betrieb, bieten Attraktionen der glitzernden Oberfläche. Man sinkt ab in Wein und Zerstreuung, in Schein und Schalk.
Donnerstag, 10. Dezember 2020
Solitude
Du
entdeckst und es wird dir zunehmend bewusst, dass du alleine bist.
Hattest du in der Vergangenheit stets Leute um dich herum, die du als
viel zu viele empfandest, so gibt es diejenigen jetzt gar nicht mehr.
Man hat sich abgesetzt vom Mainstream, ohne dass man das so richtig
merkte. Es gab eine Entwicklung um dich herum, deren Eigenheit du mal
wieder nicht so recht mitbekamst.
Immer
wieder hört man von Menschen, die verreckten und die erst bemerkt
wurden, als es anfing, unangenehm zu riechen. Nachbarn? Hier
unsichtbar. Aber sie würden antworten, dass man mich in letzter Zeit
kaum mehr gesehen habe. Man wisse kaum, wer was mache und warum.
Tatsache scheint zu sein, dass für die meisten Menschen Freunde
allgegenwärtig sind und Ablenkungen zuhauf verfügbar sind. Wer
eigentlich darf da bei sich selbst sein? Klar, so etwas kann auch
lobesam sein. Doch die Zeiten, als der Schriftsteller Gottfried Benn
„Wer allein ist, ist auch im Geheimnis..“ behaupten durfte, sind
wohl im Zeichen einer allgemeinen Vergesellschaftung vorbei. Single
sein. Sich selbst genügen, das freilich schließt einen von der
großen Vernetzung aus. Eremitage. Mönchtum. Vor einiger Zeit war es
sehr angesagt, in Klöstern zu verweilen, die Stille dort neu kennen
zu lernen, die Stille auszuhalten. „Auszeit auf Zeit“ war meist
sehr teuer und beinhaltete oft auch noch andere Wellness-Wohltaten im
Zeichen religiöser Erbauung. Doch was ist die Realität? Einsame und
alleinstehende Menschen gelten als Sonderlinge. Reinschauen bei
Edward Hopper: Menschen ohne soziale Bindungen sitzen dort alleine an
der Bar, leicht bekleidete Damen machen geschlechtlichen Betrieb,
bieten Attraktionen der glitzernden Oberfläche. Man sinkt ab in Wein
und Zerstreuung, in Schein und Schalk.
Montag, 21. August 2017
Was wir wissen (3)
Inzwischen gibt es
Wissenschaftler, die glauben (!), dass es mehr als drei Dimensionen
gibt. Der Raum könnte ja noch weitere Dimensionen haben. Ob wir
ihnen dann näher kommen können, oder ob – wie es scheinbar
brennend interessiert – schon die „Bewohner“ einer solch
multidimensionalen Welt auf uns zukommen werden? Als Aliens? Wir
sollten das erst mal verschieben und uns klar werden, dass wir in
unseren Erkenntnismöglichkeiten beschränkt sind, trotz des ach so
wissenschaftlichen Weltbildes, dem in unseren Zeiten nahezu absolute
Gültigkeit bescheinigt wird. Platon zufolge ist die Welt, so wie wir
sie wahrnehmen, so wie die Wand in einer Höhle, auf der
zweidimensionale Schatten tanzen. Erzeugt werden sie aber von
dreidimensionalen Figuren draußen vor der Höhle, die wir leider nie
zu Gesicht bekommen. Nun ja, schon die alten Griechen hatten da wohl
eine Ahnung, - Platon hatte wohl mehr als das.... Ob man aus
zweidimensionalen Schattenbilder einen dreidimensionalen Raum
rekonstruieeren kann? Es braucht zumindest ein gewisses Maß an
Offenheit dafür. Weil wir die Extradimensionen nicht kennen, wird
das für uns ein Spekulationsspiel, das wahrscheinlich Ahnungen
gleich kommt, Visionen. Ob das, was in der vierten Dimension
existiert, eine Chance hat, zu uns durchzukommen? Gibt es wenigstens
einen theoretischen Zugang? Wie könnte für uns beschränkte Wesen
eine Reise in die vierte Dimension aussehen? Es würde auf jeden Fall
eine verunsichernde Verzerrung unserer bisherigen Lebenswelt
entstehen, so viel ist sicher. Und wir lächerliche Lebewesen würden
etwas über unsere Beschränkungen erfahren. Wir würden uns
vielleicht auch einer Sichtweise annähern, die etwas vollkommener
ist, als die, die wir haben.
Samstag, 19. August 2017
Was wir wissen (2)
Was wir wissen? Viel oder
wenig? Ob wir darüber für immer im Ungewissen bleiben werden, wie
Max Planck einst fand? „Die Wissenschaft kann die letzten Rätsel
der Natur nicht lösen. Und das ist so, weil wir letztlich ein Teil
des Rätsels sind“, sagte dieser Großphysiker. Möglicherweise
werden wir dieses Rätsel, das wir uns selbst sind, nie lösen
können. Ob wir's akzeptieren können? Und überhaupt: Ob es mehr
Dimensionen als die uns bekannten Raum und Zeit gibt? Mit einiger
Wahrscheinlichkeit. Schon die Hippies schwadronierten etwas von der
Fünften Dimension. Ob aus dieser Wirklichkeit heraus die Welt eine
völlig andere wäre? Und wir unvollkommene Wesen bekämen nur einen
vielfach geprägten Ausschnitt der anderen Welt mit? Auch Platon spekulierte in seinem Höhelgleichnis dazu, das wir stets einen durch unsere Möglichkeiten herausgestanzten Ausschnitt einer Wirklichkeit erkennen können. Ob die
Möglichkeiten unseres Hirns unser Bild von der Welt prägen? Ob es
da noch andere Apparate gibt? Ob wir diese Möglichkeiten digital
erweitern können, indem wir uns zu so etwas wie Cyborgs machen? Hm,
ob das dann aber doch nur eine weitere Möglichkeit wäre, dem Ziel
etwas näher zu kommen und keineswegs das Erreichen des Ziels
bedeuten würde? Eine Art Offenbarung könnte es aber schon sein.
Eine Offenbarung? Ob das etwas Religiöses hat? Das Bewusstsein
davon, das unser Wissen trotz aller Gesetzmäßigkeiten etwas
Relatives hat? Es wird wohl darum gehen, über diese
Gesetzmäßigkeiten etwas zu wissen, so denken wir uns.
Donnerstag, 17. August 2017
Was wir wissen
Was wissen wir? Was
Materie oder dunkle Energie überhaupt ist? Sie hält doch unsere
Galaxien zusammen, - oder etwa nicht? Werden uns von Physikern
moderne Märchen erzählt? Die Menschen und ihre Physiker verstehen's
noch nicht so recht, das alles. Auf jeden Fall könnte der Weltraum
Anschauungsmaterial dafür bieten. „Ich möchte wissen, was da
draußen ist“ soll Stephen Hawking gesagt haben, der Mann, der noch
immer das Physik-Genie an sich darstellt. Wie das Universum
entstanden sein könnte? Mit dem Urknall sagen etliche Astrophysiker.
Aber was war davor und wie kam es zum Urknall? Gab es davor etwas
anderes, das sich eventuell zu einem Punkt zusammenzog, um im Urknall
zu explodieren? Oder kommt der Urknall aus dem Nichts? Einem
energiegeladenen Vakuum? Neueste Forschungen zeigen wohl, dass selbst
im Vakuum etwas ist. Bloß was? Und hat nicht die Quantenmechanik
längst bewiesen, dass ein Teil an zwei Orten gleichzeitig sein kann?
Widerspricht den physikalischen Gesetzen? Nun ja, da würde selbst
ein mittelmäßiger Physiker widersprechen. „Die Quantenmechanik
ist sehr achtungsgebietend. Aber eine innere Stimme sagt mir, dass
das noch nicht der wahre Jakob ist. Gott würfelt nicht!“ sagte vor
etwa 100 Jahren Albert Einstein dazu. Ja, was nun? Und überhaupt:
Gott? War der Urknall nur ein einzelnes Ereignis bei der Entstehung
einer wahnsinnig großen Vielfalt von Universen? Gibt es insofern
Parallelwelten? Die oft beschrieenen und verfilmten? Ob an dieser
Stelle etwas wie Gott ins Spiel kommt? Etwas Größeres als das, was
wir kapieren können? „Was wir wissen, ist ein Tropfen. Was wir
nicht wissen, ein Ozean“ sagte einst der Großphysiker Isaac
Newton. Daran mag sich nichts geändert haben.
Montag, 21. Dezember 2015
Weihnachtszeit
Seltsam, bald ist sie schon wieder vorbei, die
Weihnachtszeit. Man hat sich gefreut darauf, man ist in den Sog
dieses Ereignisses gekommen, das so viele Menschen hier in
Mitteleuropa ergreift. Und dann soll es plötzlich vorbei sein? Es
ist jedes Jahr dasselbe. Die Leute haben gelöhnt und Geld
ausgegeben. Die Hauptsache. Uns fällt dies oder jenes neu auf. Die
Perspektive scheint eine andere geworden zu sein. Und dann ist es
plötzlich da, dies „Fest“. Was nun? Wir haben uns musikalisch
in die richtige Stimmung gebracht. Mein Körper will Ruhe. Will
Zurücklehnen. Will so etwas wie Winterschlaf, sich aus sich selbst
neu gebären. Sich häuten. Und dann ist Nervosität. Keine Zeit.
Zeit? Man will sich heraushalten aus all dem Stress. Man will auch
hier zusehen. Aber irgendwie gelingt das nicht so ganz. Man wird
hineingezogen. Direkt oder indirekt. Da ist keinerlei Rücksichtnahme
auf eine innere Verfassung. Auf ein Bedürfnis. Da ist nur ein Mitgerissenwerden.
Freitag, 23. Oktober 2015
Person und Kirchen
Man müsste wie die Figuren
bei Max Frisch von vorne anfangen können. Gar nicht mal aus
Unzufriedenheit, sondern nur um ein Leben noch einmal neu zu leben.
Aus anderer Perspektive. Für jemanden wie mich ist das sogar
vollkommen logisch. Dieser Gedanke hat mich unter anderem an den
Pionieren fasziniert, die im 19. Jahrhundert in die USA aufgebrochen
sind. Neue Horizonte. Sich selbst neu erfinden. Sich quasi umdrehen,
derselbe bleiben und doch alles anders sehen. Ich habe zu wenig
Urvertrauen dazu. Man sehnt sich nach einer anderen Auszeit. Das
unter anderem war es, was ich bei meinen Kirchenbesuchen empfunden
habe. Das ist eine Sphäre, ein Ort, der mitten im Geschehen steht
und doch außerhalb. Ein Ort, der Zeitlosigkeit verspricht, und doch
ein Zeugnis der Zeitläufte, der Historie, ist. Ein Raum, eine
künstlerisch gestaltete Höhle, ein Ort der Besinnung, des Suchens
und vielleicht ein Ort des Findens. Des Innehaltens. Des Aussteigens
aus dem Rat Race. Stein statt Beton. Die Kühle in der Hitze. In
einem gestalteten Raum, absichtslos in sich ruhend, und doch mit
vielen inneren Absichten, in architektonischen Zwangsläufigkeiten
und religiösen Sinngebungen erbaut. Überhaupt, - der Sinn.
Vielleicht sind (Kloster)kirchen ein Ort des Sinns. Per se. Auch ohne
die christliche Lehre mitzudenken. Mich wundert, dass ich das so über
die Empfindung, über das reine Spüren erfahren konnte, -
früher war ich da eher ein Kopfmensch. Es erschließt sich mir
jetzt, Jahre später, ein anderer Zugang zu dieser Sphäre.
Freitag, 10. Juli 2015
Fassaden und Paravants
Sie
haben sich zu oft gruppiert, zu Lug, zu Trug, haben um deine
Kaufkraft geworben
um Deine Wertschätzung, um deine Aufmerksamkeit, haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt, zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping, über der unsichtbaren Hoheit, verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text, nach eigenen Worten, sie zieht dich weiter
in andere Formationen, viele Körper reden und sagen nichts, es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz, eine automatisierte Deutung, eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter, in weißem Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns, Ich ist ein Anderer
mit den anderen vernetzt sein, ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben, wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht, Ich zu sagen ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein
in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt, wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin
und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe, der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen, könnte sich als Stärke erweisen, Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade, ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit, will verschwinden hinter Tönen,
und mich einhüllen, will mich kleiden in sie. Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen
als ein Spiel, wenn der Sinn untergegangen ist, will ich dem Klang nachlauschen
der sich selbst mitteilt, die brauchen Dich nicht, die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist, was ist das Original, wenn alles eine Vervielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm, als Wolke des Geschwafels - eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
um Deine Wertschätzung, um deine Aufmerksamkeit, haben die Bedeutung in Hülsen gesperrt
in Bilder, die missbraucht und vergewaltigt, zu fetten Gemeinplätzen wuchsen
es ist ein nettes Hopping, über der unsichtbaren Hoheit, verkaufter Luftschlösser
aber dich plagt eine Sehnsucht nach Text, nach eigenen Worten, sie zieht dich weiter
in andere Formationen, viele Körper reden und sagen nichts, es ist genauso, wie dieser Satz,
eine vorbereiteter Gemeinplatz, eine automatisierte Deutung, eine hübsch geformte Lüge
der Sinn geht im universalen Geräusch unter, in weißem Rauschen, das sich gegenseitig auslöscht
und du bist ein Pirat der Patterns, Ich ist ein Anderer
mit den anderen vernetzt sein, ein Docking wagen, abseits der Kommunikation
sich in andere Positionen begeben, wagen, sie in Frage zu stellen
das willst Du vielleicht, Ich zu sagen ist eine Reaktion auf ständig wachsende Unsicherheit
dabei könnte alles so anders sein
in Unbekanntem unbekannt bleiben, unerkannt, wir treiben knapp unter der Oberfläche dahin
und strecken den Hals gelegentlich müde in die Höhe, der Papierweg ist verstopft
Schwächen offen zu zeigen, könnte sich als Stärke erweisen, Lüge, eitel Selbstinszenierung
schöne Fassaden sind auch schön - als Fassade, ein Paravant, flüchtig aufgestellt
rund um bittere Erbärmlichkeit, will verschwinden hinter Tönen,
und mich einhüllen, will mich kleiden in sie. Du wagst, Dich im Verborgenen zu zeigen
als ein Spiel, wenn der Sinn untergegangen ist, will ich dem Klang nachlauschen
der sich selbst mitteilt, die brauchen Dich nicht, die nehmen sich nur, was sie brauchen
die hassen die Wahrheit, weil sie so negativ ist, was ist das Original, wenn alles eine Vervielfältigung ist
unwillkürlich, als Reflex, tausend Nichtigkeiten als Schwarm, als Wolke des Geschwafels - eine Kopie, eines großen Etwas, das wir alle sind?
Samstag, 13. Juni 2015
Blau, Blautopf, schwäbische Alb
Das
Blau als der Wegweiser ins Transzendente, ins Unendliche, ins Tiefe,
in das, was uns übersteigt. Im Falle des Blautopf in Blaubeuren hat
das nicht nur die schwäbischen Dichter immer fasziniert. Auch die
einfachen Leute, das Volk, schrieben dem Blautopf solche Eigenheiten
zu. Die von Eduard Mörike aufgenommene Volkssage geht so: Zu
unterst auf dem Grund des Blautopfs saß ehemals eine Wasserfrau mit
langen fließenden Haaren. Ihr Leib war allenthalben wie eines
schönen, natürlichen Weibs, dies eine ausgenommen, das sie zwischen
den Fingern und Zehen eine Schwimmhaut hatte, blühweiß und zarter
als ein Blatt vom Mohn...
So
beginnt die "Historie der schönen Lau" von Eduard Mörike
in der die Wassernixe am Blautopf das Leben und den Humor im Lachen
wieder lernte. Ihr Gemahl, ein alter Donaunix, hatte sie in die
Blautopfquelle verbannt, nachdem Sie ihm aus lauter Traurigkeit nur
tote Kinder gebahr. Erst wenn sie fünf Mal von Herzen lacht, sollte
der Fluch von ihr weichen.
Mit
einem ganzen Hofsaat an Kammerzofen und Mägden ausgestattet, lebte
Sie zurückgezogen in ihrem unterirdischen Palast.
Eduard
Mörike erzählt, wie eine Wassernixe am Blautopf das Leben und das
Lachen wieder lernt. Eine Steinskulptur am Ufer erinnert an sie …
und noch heute soll sie an manchen Tagen in den Tiefen des
Quelltrichters kurz zu sehen sein.
Der Blautopf hat etwas Magisches. Blau und Grün fließen hier geheimnisvoll ineinander. Es ist wie ein leuchtendes Auge aus den Tiefen des Erdreiches, eine Quelle für Mythen, Märchen und allerlei wundersame Geschichten.
Die ersten Menschen siedelten sich in den Höhlen der Umgebung an, der Löwenmensch (ca. 32 000 Jahre alt) als älteste von Menschenhand geschaffene Skulptur oder eine Flöte aus Schwanenknochen (ca. 35 000 Jahre alt) sind frühe Zeugnisse künstlerischen Schaffens, die in der Nähe dieses Ortes gefunden wurden. Leuchtet die Quelle in noch so vielen Nuancen und vermag so die Menschen zu faszinieren und inspirieren, die Ursache für die Attraktivität dieses frühen Siedlungsraumes liegt in deren Ergiebigkeit.
Auf der kargen Albfläche war Wasser überlebenswichtig – und hier floss und fließt es reichlich: 2000 Liter schüttet die Quelle in der Sekunde, in Spitzenzeiten sind des sogar bis zu 32 000 Liter.
Der Blautopf hat etwas Magisches. Blau und Grün fließen hier geheimnisvoll ineinander. Es ist wie ein leuchtendes Auge aus den Tiefen des Erdreiches, eine Quelle für Mythen, Märchen und allerlei wundersame Geschichten.
Die ersten Menschen siedelten sich in den Höhlen der Umgebung an, der Löwenmensch (ca. 32 000 Jahre alt) als älteste von Menschenhand geschaffene Skulptur oder eine Flöte aus Schwanenknochen (ca. 35 000 Jahre alt) sind frühe Zeugnisse künstlerischen Schaffens, die in der Nähe dieses Ortes gefunden wurden. Leuchtet die Quelle in noch so vielen Nuancen und vermag so die Menschen zu faszinieren und inspirieren, die Ursache für die Attraktivität dieses frühen Siedlungsraumes liegt in deren Ergiebigkeit.
Auf der kargen Albfläche war Wasser überlebenswichtig – und hier floss und fließt es reichlich: 2000 Liter schüttet die Quelle in der Sekunde, in Spitzenzeiten sind des sogar bis zu 32 000 Liter.
Das
weitverzweigte Höhlensystem unter der Schwäbischen Alb dient
gewissermaßen als natürliche Kanalisation und leitet das
versickernde Regenwasser aus weitem Umkreis zur Karstquelle des
Blautopfes, die 22 Meter in der Tiefe liegt. 160 Quadratkilometer
umfasst das Einzugsgebiet. Der Blautopf ist bei Wissenschaftlern und
Abenteurern ein sehr bewährter Einstiegspunkt in dieses
unterirdische System und hat als solcher sogar eine eigene
Berühmtheit erlangt.
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