Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 9. Januar 2024

Die Sonne scheint.....

Die Sonne trifft mich, sie strahlt genau auf mich. Nur für mich! Sie erhellt mich. Schenkt mir etwas. Mein Blick fällt so für mich hin. All die Dinge! Ich merke, wie ich in Schubladen einteile, wie ich einordne, wie ich den Dingen ihren Zauber nehme, weil ich gemerkt habe, wie dieser Zauber ausgenutzt wird. Ich sehe alte Magazin-Hefte durch und denke mir „Ach schau, da haben sie wieder ihre Zielgruppe bedient“, da zielen sie wieder auf Umsatz, „da sind sie wieder unter sich, die alten Säcke, die später „Baby Boomer“ genannt werden sollten. Sie, diese bösen Boomer, haben sich ihr Netz aus sie umgebenden Selbstverständlichkeiten geschaffen, sie haben sich eingesponnen in ihren Kokon. Wo ist die Neugierde geblieben? Das unschuldige Fragen? Das Interesse für die Welt? Ich merke, dass ich mir das Allumfassende nicht mehr leisten kann, bin zu oft heruntergebremst worden von diesem Staat, bin enttäuscht worden, bin „geldwert“ fertig gemacht worden und muss mir von Ahnungslosen die Welt erklären lassen. Die Medien und ihre Erfolgsgesichter überwölben einen, lenken einen. Man will erfahren und wird in Richtungen geführt. Man nennt das dann „Haltungsjournalismus“. Oder man gleitet zielgeführt ab in Richtung Werbung. Mich wundert, wie so viele Menschen das ertragen. Ich will mehr darüber wissen! Was doch ein einziger Sonnenstrahl bewirken kann! Natürlich habe ich mir eingebildet, dass dieser Sonnenstrahl mir gelte (was vielleicht sehr romantisch ist. Nicht sentimental!). Last but not least auf fremden Gestirnen scheint und strahlt er genauso! Hinaus ins Nichts. X x The sun hits me, it shines right on me. Just for me! She enlightens me. Give me something. My eyes fall like that for me. All the things! I notice how I compartmentalize, how I classify, how I take away the magic of things because I have noticed how this magic is being exploited. I look through old magazines and think to myself, “Oh look, they’ve served their target group again,” they’re talking about sales again, “there they are among themselves again, the old farts who will later be called “Baby Boomers.” should. They, these evil boomers, have created their web of self-evident things that surround them, they have ensnared themselves in their cocoon. Where has the curiosity gone? The innocent questions? Interest in the world? I realize that I can no longer afford the all-encompassing things, that I have been slowed down too often by this state, that I have been disappointed, that I have been made worth of money and that I have to let ignorant people explain the world to me. The media and their successful faces tower over you and direct you. You want to learn and are guided in directions. This is called “attitude journalism”. Or you can slide purposefully towards advertising. I'm amazed at how so many people put up with this. I want to know more about it! What a single ray of sunshine can do! Of course I imagined that this ray of sunshine was directed at me (which is perhaps very romantic. Not sentimental!). Last but not least, it shines and shines just as much on foreign stars! Out into nothingness.

Montag, 19. Februar 2018

Franz und meine Vögel

Wie oft habe ich früher das Vogelhaus beobachtet, wenn die Vögel kamen und für Betrieb sorgten. Ich amüsierte mich, es war unterhaltend, es tat mir gut. Doch jetzt ist Stille, Leere. Kein Vogel, den ganzen Tag über. Das beunruhigt mich sehr. Zuerst dachten wir, es läge an den Verhältnissen, die wir für die Vögel schaffen. Wir versuchten vieles, schalteten Geräte aus, die gewisse Tiere vertreiben sollten. Wir sahen uns das Futter genauer an, wo und wie wir das den Vögeln anboten. Alleine das Variieren solcher Faktoren brachte keinerlei Erfolg. Ich hörte, dass das Problem auch anderswo beobachtet werde. Ich versuchte mich umzuhören. Aber die Trägheit und Gleichgültigkeit der Leute machte mich fertig. Ich denke an Franz von Assisi: egal ob Pflanze, Tier oder Mensch, alle gehören sie für ihn zu einer Einheit.
An und für sich, - und nicht nur als Wirtschaftseinheit. Alle Lebewesen sind für ihn Geschöpfe Gottes. Eines, der aus anderer Perspektive auf uns blickt. Der unsere Beschränktheiten nicht hat, die wir eben als Cyborgs zu überwinden hinein in neue Erweiterungen suchen. Haha. Aber dieser Franz von Assisi predigte den Vögeln. Explizit: den Vögeln. Franz und Franziskus. Jorge Mario Bergolio, dieser Mensch als Papst, will sich auch an ihm orientieren, wobei seine Kirche wohl immer schon ihre Probleme mit dem heiligen Franz hatte. Denn nach einem jugendlichen Leben in Saus und Braus, geriet er in Krieg und Krankheit. Er kam ins Nachdenken über sein Leben und fing an, einen Sinn zu suchen. In der Kapelle von Assisi soll ihm Jesus erschienen sein. Das Erbe vom wohlhabenden Herrn Papa lehnte er ab, verschenkte lieber Teile davon an die Armen. „Er ist für mich der Mann der Armut, der Mann, der die Schöpfung liebte und bewahrte“. Sagte dieser Papst. Armut, Frieden, Schöpfung. Sein Loblied auf die Schöpfung wird bis heute in Gottesdiensten gesungen. „Gelobt seist du, mit allen deinen Geschöpfen, besonders dem Herrn Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest .....“ heißt es in diesem Sonnengesang des Franz: es ist ein einprägsames Gebet und Gedicht an seinem Lebensende, vermutlich Ende 1224 oder Anfang 1225, als er schwerkrank in in San Damiano bei Assisi lag. Er war wohl ein Mann, der etwas von der Tiefe des Lebens erfahren hatte. Der Mensch steht für Franziskus nicht über der Schöpfung, sondern er ist Teil von ihr. Ein gewisser Konflikt mit diesem Bibelzitat „Machet euch die Erde untertan...“, das ja besonders in den USA, aber auch sonst in der westlichen Welt so auführlich befolgt wurde, dass die Natur nach ihrer Plünderung nicht mehr da ist. Und die Vögel auch nicht mehr. Wachstum geht dieser Gesellschaft (und seit neuestem auch großen Teilen Asiens) über alles andere. Den Tanz um das Goldene Kalb pflegt besonders hingebungsvoll die Wirtschaft, samt all den so „erfolgreich“ und gnadenlos wirtschaftlich effizient denkenden Menschen. Den großen Menschen Franz zu bedenken, täte uns da gut, - so denke ich und blicke auf ein leeres Vogelhaus.