Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
Posts mit dem Label Ganzheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ganzheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 14. August 2026
Meine Blogs
Sonderbare Blogs? Vermischung von Erscheinungsformen als Untauglichkeit? In Wirklichkeit strebe und strebte ich jahrelang nicht nur durch meine Blogs die Integration von Text, Musik und Foto an, als eine Form von Ganzheitlichkeit, etwas, was mir immer schon vorschwebte. Ich entdecke immer wieder Gemeinsamkeiten dieser meiner Medien: etwa die Aufmerksamkeit für das Ungewöhnliche und das Unalltägliche, Das Schöne im Hässlichen etc., etwas, was ich abseits aller gesellschaftlicher Vorstellungen einzubauen versuche in meine Umsetzungen. Wieso schreibe ich „gesellschaftlich“? Weil ich diese Komponente stark empfinde, weil sie mir spätestens auch seit meinem Soziologie-Studium geläufig ist (obwohl sie mir von meinem Wesen her eher fremd ist), weil ich mich auch jetzt noch vieles auf Sozialisation und Ökonomie zurückzuführen traue und auch dadurch die fundamentale Veränderbarkeit menschlicher Dinge behaupte. Die Veränderbarkeit von Sicht- und Hörweisen hat mich oft getrieben, etwas, von dem ich weg von der Richtung allgemeiner Resignation zu kommen versuchte. Ich will nicht spinnert, esoterisch oder Avantgarde sein, den Ehrgeiz und die Energie habe ich nicht mehr. Der souveräne Überblicker? Pah! Eigentlich will ich nur die Summe meiner Perspektiven zusammenführen, aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, will an den Rändern meiner Betrachtungsweisen das Populäre mit dem Elitären verbinden, das Komplexe mit dem Einfachen, das Dunkle mit dem Hellen, das Vordergründige mit dem Hintergründigen, will einfach den Zusammenfall von Gegensätzen anstreben, was anscheinend für die meisten Menschen nicht unbedingt nachvollziehbar scheint. Nur? Ob das „verkopft“ ist?
Der Zuspruch der mir bei diesem Unterfangen entgegen kam, hielt sich durchaus in engen Grenzen, was sich von mir nicht gerade mühelos in Motivation umsetzen ließ. Auch schien (für mich überraschend) kein Bedürfnis zum Dialog da zu sein, nirgendwo, auch etwas, was mich immer getrieben hatte: der aufmerksame Dialog, der bereit ist, auf andere Sichtweisen einzugehen und ein Stück weit mit ihnen zu gehen, um zu sehen, wohin das führen möge, ohne Ambitionen, ohne Imponiergehabe und falsches Beharrungsvermögen. Auf diese Weise sah ich mir nur undefinierte „Freundschaftsanfragen“ gegenüber. Dabei sehe ich mich im Allgemeinen immer mehr dem Bedürfnis nach so schnellen eindeutigen wie einfachen Fragen und Antworten gegenüber, die eine weiter gehende Kommunikation oft unmöglich zu machen scheinen und schnell abgleiten in Zuweisungen und Verurteilungen. Ob die Welt vielleicht nicht gar so eindeutig beschaffen ist, ob sie nicht allzu oft ein Abwägen und Ringen um Einstellungen nötig macht? Ob „Fakten“, die man sich wohl erst erschließen muss, dabei nicht eine Art von Startrampe, eine Basis für Folgendes sein können? Nicht verstehen? Macht nichts.
Montag, 19. Dezember 2022
Sich selbst besser begreifen
Im Vordergrund ihrer Betrachtung scheint für viele Menschen der Umstand zu sein, ob sie auf der „Höhe der Zeit“, „woke“ oder möglichst bewusst und kaum rassistisch zu sein scheinen. Demgegenüber sehe ich es so: Es gilt wohl, ganz im Augenblick zu leben, aber auch gleichzeitig „integrativ“ zu leben: d.h. die Vergangenheit immer wieder herein holen ins eigene Leben, zu einem einzigen, möglichst „Ganzheitlichen“ zu verschmelzen, das man sich immer wieder neu (!) erschließt und das (ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, geworden und durch die Verhältnisse, durch die Vergangenheit geformt zu sein...., sich dafür interessieren und es neu für sich erschließen... durch eine veränderte Perspektive es „hereinholen“...) geworden ist, was man ist. Die Selbstreferenz (unter anderem Besuche an den Orten der Vergangenheit, - aber auch in Tagebuchstudien) ist für mich ein Beleg und Antrieb dafür, mich selbst zu suchen..... Ich „verwende“ dazu Bruch- und Fundstücke, um Unverbundenes zusammenzusetzen, es als Teil eines Selbst begreifen..... eine Linie des Insgesamt finden..... in meiner Person. Es gilt, sie sich mir bewusster zu machen, ihr durch Anregungen und emotionale Antriebe näher zu kommen, dort, wo sie, diese Person „durch die Zeit geschlittert“ ist...... ich will einen höheren Grad an Identität gewinnen. Auch ein Bewusstsein für das kollektive Moment ist wohl dabei zu gewinnen. Neu begreifen: Das Geworfensein in Rollen, in soziale Muster, in räumliche und andere Determinationen, in die Zeit und ihre eigenen Begriffsmuster. Meine Perspektive als „geworden“ begreifen. Begreifen, dass man Einflüssen ausgesetzt war. Seine eigene Historie berühren. Vergangenheit besser „bewältigen“.
Donnerstag, 16. Dezember 2021
Antrieb
Ich muss mir anscheinend eingestehen, dass mein Konzept, von mir als einem Menschen, der Body and Mind zusammen bringen will, zu berichten, gescheitert ist. (Uff, langer Satz!) Okay, man hatte quasi eine Null-akzeptanz, der Ansatz schien Leute zu überfordern, er war weltfremd - oder ich habe Fehler in der Vermittlung gemacht. Alles möglich. Als Person, besonders aber mit einem Blog, soll man eingeordnet werden. Ein Textschwaller und Geistesmensch, - oder ein Bauchmensch mit überquellenden Gefühlen. Es gibt in beiden Bereichen WichtigtuerInnen mit überquellendem Mitteilungsbedürfnis. Die Vorstellung, dass jemand dazwischen kämpft, dass jemand die Pole zusammen bringen will, erscheint vielen Leuten abwegig. Am Ende ist man wehrlos den Nicht-Reaktionen ausgeliefert.
Die Message ist eindeutig: Ich soll diesen Lebenstraum weg kippen. Überfordert andere Menschen. Oder wird nicht als solcher wahrgenommen. Oder…. Der Möglichkeiten sind viele. Ich habe unter anderem versucht, eine Art multimedialen Blog zu machen, habe Texte, Fotos, Videos und Musik meiner eigenen Produktion und Weltsicht eingefügt. Habe damit also ein Ego umkreist, das ich versucht habe, in einem sozialen Zusammenhang zu sehen. Einer von vielen – nicht das selbstoptimierte Ego! Auch dieser Punkt schien zu überfordern. Das alles in meinem Blog wurde offenbar als eine Art verschwiegenes Tagebuch aufgefasst, obwohl es gar nicht so gemeint war. Ich hatte ursprünglich gemeint, so etwas könne die Einladung zu einer Reaktion sein. Der diesbezügliche Effekt fiel recht übersichtlich schwach aus. Wieso? Ich weiß es nicht. Habe dazu keine Reaktionen erhalten. Vielleicht ging ja auch etwas Technisches schief. Meine diesbezügliche Kompetenz hat enge Grenzen, eingestandenermaßen!
Freitag, 13. August 2021
Integration von Widersprüchen
Sonderbare Blogs? Vermischung von Erscheinungsformen als Untauglichkeit? In Wirklichkeit strebe und strebte ich nicht nur durch meine Blogs die Integration von Text, Musik und Foto an, als eine Form von Ganzheitlichkeit, etwas, was mir immer schon vorschwebte. Ich entdecke immer wieder Gemeinsamkeiten dieser meiner Medien: etwa die Aufmerksamkeit für das Ungewöhnliche und das Unalltägliche, dass ich abseits aller gesellschaftlicher Vorstellungen einzubauen versuche in meine Umsetzungen. Wieso schreibe ich „gesellschaftlich“? Weil ich diese Komponente stark empfinde, weil sie mir spätestens auch seit meinem Soziologie-Studium geläufig ist, weil ich mich vieles auf Sozialisation und Ökonomie zurückzuführen traue und auch dadurch die fundamentale Veränderbarkeit menschlicher Dinge behaupte. Die Veränderbarkeit von Sicht- und Hörweisen hat mich oft getrieben, etwas, von dem ich immer mehr in Richtung allgemeiner Resignation abkomme. Ich will nicht spinnert, esoterisch oder Avantgarde sein, den Ehrgeiz und die Energie habe ich nicht mehr. Eigentlich will ich nur die Summe meiner Perspektiven zusammenführen, aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, will an den Rändern meiner Betrachtungsweisen das Populäre mit dem Elitären verbinden, das Komplexe mit dem Einfachen, das Dunkle mit dem Hellen, das Vordergründige mit dem Hintergründigen, will einfach den Zusammenfall von Gegensätzen anstreben, was anscheinend für die meisten Menschen nicht unbedingt nachvollziehbar scheint.
Der Zuspruch der mir bei diesem Unterfangen entgegen kam, hielt sich durchaus Grenzen, was sich von mir nicht mühelos in Motivation umsetzen ließ. Auch schien kein Bedürfnis zum Dialog da zu sein, auch etwas, was mich immer getrieben hatte: der aufmerksame Dialog, der bereit ist, auf andere Sichtweisen einzugehen und ein Stück weit mit ihnen zu gehen, um zu sehen, wohin das führen möge, ohne Ambitionen, ohne Imponiergehabe und falsches Beharrungsvermögen. Dabei sehe ich mich immer mehr dem Bedürfnis nach so schnellen eindeutigen wie einfachen Fragen und Antworten gegenüber, die eine weiter gehende Kommunikation oft unmöglich zu machen scheinen. Ob die Welt vielleicht nicht gar so eindeutig beschaffen ist, ob sie nicht allzu oft ein Abwägen und Ringen um Einstellungen nötig macht? Ob „Fakten“, die man sich wohl erst erschließen muss, dabei nicht eine Art von Startrampe, eine Basis für Folgendes sein können? Nicht verstehen? Macht nichts.
Dienstag, 19. März 2019
Gesundheitserfahrungen (2)
Das Folgende ist ganz und gar subjektiv und basiert auf Erfahrungen, die ich in den vergangenen Tagen in einem deutschen Krankenhaus gemacht habe: Es wird einem der Eindruck
vermittelt, als sei man eine Durchlaufposition und ein Massenartikel.
Man muss dankbar sein, wenn man wenigstens technisch richtig
behandelt wird. So funktioniert „das beste Gesundheitssystem der
Welt“. Man durchläuft verschiedene Maschinenstationen, es werden Medikamente eingeworfen und es wird
mit einem umgegangen, als sei man ein wertloses Stück, dessen
Behandlung halt von einer Krankenkasse bezahlt wird und das dadurch
erst seinen Wert erhält. Man ist eine Zahl und Position, man muss
bei allem froh darüber sein, dass nicht alles schlimmer ist,
Faktoren wie Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, plötzlicher
Wechsel der Lebenssituation zwischen zuhause und Krankenhaus,
psychosomatische Komponenten usw. scheinen keine Rolle zu spielen,
oder sie zucken in Form von nicht kommunizierten Entscheidungen vom
Himmel der Medizin.“Visiten“ gibt es ja wohl kaum noch, dem
Patienten wird wenig von dem mitgeteilt, was mit ihm gemacht wird. Es
wird mit ihm „umgegangen“... Die Zweiklassenmedizin scheint große
Durchschlagskraft zu haben, bestimmte Ärzte verhalten sich auch streng
danach, - und man soll dafür auch noch dankbar sein...
Mittwoch, 11. Juli 2018
Karma revisited
Als Notiz gefunden:
Aus Zufall hinein getappt, sagen „die Stars“ über sich selbst und ihre Existenz. Geben sich ungläubig. Du sitzt genauso ungläubig dabei. Wie ging das? Karma? Andere sinnieren auch darüber nach. Du hattest lange Zeit, die „großen“ Geister zu lesen. Sie schrieben und schreiben, du schreibst so etwas wie Journalismus, - und kriegst doch nichts zustande. Hast nie etwas zustande gebracht. Andere klingeln mit Worten. Entwerten fortwährend die Sprache, ohne dass sie es merken. Du findest es widerwärtig. Faselst in dich hinein aus dir heraus. Unbemerkt. Was weißt du über Musik? Über Kunst? Dass man um ein Urteil kämpfen muss, dass so viele Faktoren eine Rolle spielen für den Ausdruck. Es gibt den gelungenen und weniger gelungenen Ausdruck. Es hat dich von Anfang an interessiert, das zu unterscheiden. Schon als du 15 warst, bist du da dabei gewesen. Gestalten haben dich umschwirrt. Warst jung, hast die Welt vor dir gehabt.
Hast die Illustrierte mit Sophia Loren wie eine Reliquie vor dir hergetragen. Wenn ich erwachsen sein werde, so hast du dir gesagt, dann will ich auch dazu gehören zu diesem Spiel. Dann wird sie (oder so eine...) mir gehören. Dann werde ich dieses herrliche Weib irgendwie in mich verschlingen.... ich wurde nass, ich wurde begierig, ich wurde spitz..., - und jetzt? Bin ich müde geworden. Habe mir nie vorgestellt, einmal müde werden zu können. Ich würde die Welt erobern, sie würde mir gehören, quasi naturgemäß, das war damals klar. Weil ich es bin. Der alte Kinderglauben. Ich wusste nichts über die Machtverhältnisse dieser Welt und wem dadurch die schönen Frauen gehören, überhaupt alles Schöne. Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen. Deine Kindheit und Jugend in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch dich selbst.
Aus Zufall hinein getappt, sagen „die Stars“ über sich selbst und ihre Existenz. Geben sich ungläubig. Du sitzt genauso ungläubig dabei. Wie ging das? Karma? Andere sinnieren auch darüber nach. Du hattest lange Zeit, die „großen“ Geister zu lesen. Sie schrieben und schreiben, du schreibst so etwas wie Journalismus, - und kriegst doch nichts zustande. Hast nie etwas zustande gebracht. Andere klingeln mit Worten. Entwerten fortwährend die Sprache, ohne dass sie es merken. Du findest es widerwärtig. Faselst in dich hinein aus dir heraus. Unbemerkt. Was weißt du über Musik? Über Kunst? Dass man um ein Urteil kämpfen muss, dass so viele Faktoren eine Rolle spielen für den Ausdruck. Es gibt den gelungenen und weniger gelungenen Ausdruck. Es hat dich von Anfang an interessiert, das zu unterscheiden. Schon als du 15 warst, bist du da dabei gewesen. Gestalten haben dich umschwirrt. Warst jung, hast die Welt vor dir gehabt.
Hast die Illustrierte mit Sophia Loren wie eine Reliquie vor dir hergetragen. Wenn ich erwachsen sein werde, so hast du dir gesagt, dann will ich auch dazu gehören zu diesem Spiel. Dann wird sie (oder so eine...) mir gehören. Dann werde ich dieses herrliche Weib irgendwie in mich verschlingen.... ich wurde nass, ich wurde begierig, ich wurde spitz..., - und jetzt? Bin ich müde geworden. Habe mir nie vorgestellt, einmal müde werden zu können. Ich würde die Welt erobern, sie würde mir gehören, quasi naturgemäß, das war damals klar. Weil ich es bin. Der alte Kinderglauben. Ich wusste nichts über die Machtverhältnisse dieser Welt und wem dadurch die schönen Frauen gehören, überhaupt alles Schöne. Du würdest gerne einmal die Zeit anhalten, festhalten. In dich hinein holen. Deine Kindheit und Jugend in dich herein holen. Eine ganze Persönlichkeit werden. Eine komplettere. Durch dich selbst.
Freitag, 25. Mai 2018
Goethe und das Erkennen von Natur
Johann Wolfgang von Goethe, der ja immer nicht
nur als Dichter, sondern auch als Naturwissenschaftler ernst genommen
werden wollte, hat an jedem Phänomen das Ganze interessiert, die
Ganzheitlichkeit. Dies wiederum interessiert unsere heutige
Wissenschaft kaum mehr. Die Betrachtung von ganzen Zusammenhängen
erscheint für sie „out“ zu sein. Was heute gilt, ist die
„intersubjektive Nachvollziehbarkeit“, die gerne gegen
Ganzheitlichkeit ausgespielt wird. Der Zeitgeist zu Goethes Zeiten
fand: Je mehr man sich spezialisiert, desto erfolgreicher kommt man
vorwärts, weiß aber immer weniger über das Phänomen selbst in
seinem Zusammenhang mit dem Ganzen. Ihn interessierte beispielsweise,
welche Wirkung die Farben, die er anhand eines Regenbogens nicht
erklären konnte, auf die Seele jedes Einzelnen haben. Er
experimentierte etwa mit dem Versuchsaufbau, wenn ich Blau anschaue
und Richtung Rot schaue. Was erzeugt das in mir? Heute kann man (also
die heutige Wissenschaft) anhand von statistischen Erhebungen die
Wirkung von Farben auf die Seele beschreiben. So ist beispielsweise
die Wirkung der Farbe Blau auf verschiedene Geschlechter untersucht
worden, - mit erstaunlichen Ergebnissen. Für Goethe war die
Erfahrung, die der Einzelne macht, vorrangig vor aller Wissenschaft.
Für ihn war es ein wichtiges Ziel, herauszufinden, was die Welt ist,
„was sie im Innersten zusammen hält“. Dabei kam er zu der
Erkenntnis, dass alles in einem ständigen Wandel sei. Das mag wohl
das Wort der „Evolution“ umschreiben.
Sonntag, 30. Juli 2017
Schopi über den Tod (5)
An verschiedenen Stellen, unter anderem in seinem Werk
„Die Welt als Wille und Vorstellung“, geht der Philosoph Arthur
Schopenhauer (1788-1860) auf den Tod ein: „Auf seinen eigenen Tod
blickt Jeder als auf der Welt Ende, während er denn seiner Bekannten
als eine ziemlich gleichgültige Sache vernimmt, wenn er nicht etwa
persönlich daran beteiligt ist.
Doch läßt er vielleicht noch eine höhere Betrachtungsweise zu. Man könnte nämlich alle Todesfurcht zurückführen auf einen Mangel an derjenigen natürlichen, daher auch bloß gefühlten Metaphysik, vermöge welcher der Mensch die Gewißheit in sich trägt, daß er in allen, ja in Allem, eben wohl so existirt, wie in seiner eigenen Person, deren Tod ihm daher wenig anhaben kann.“ In Allem aufgehen, das sagt sich zu leicht. Es steckt vielleicht auch etwas von dem Wort All dahinter. Es ist wohl aber auch das Allumfassende, das im Wort „Gott“ aufgehoben ist. Mit dem Tod gehen wir also ein in dies, das alles umfasst. Darin liegt Tröstliches. Aber wir geben darin auch unser Ego auf, - also auch all das, was uns scheinbar vom Tier unterscheidet. Das, was im Begriff Individuum liegt. Dabei könnten wir jetzt schon begreifen, dass es ein Teil von uns ist, das wir ein Teil des Ganzen sind. Noch etwas von Schopi, das ich hier anfügen will:
„Der tiefe Schmerz, beim Tode jedes befreundeten Wesens, entsteht aus dem Gefühle, daß in jedem Individuum etwas Unaussprechliches, ihm allein Eigenes und daher durchaus Unwiederbringliches liegt“.
Doch läßt er vielleicht noch eine höhere Betrachtungsweise zu. Man könnte nämlich alle Todesfurcht zurückführen auf einen Mangel an derjenigen natürlichen, daher auch bloß gefühlten Metaphysik, vermöge welcher der Mensch die Gewißheit in sich trägt, daß er in allen, ja in Allem, eben wohl so existirt, wie in seiner eigenen Person, deren Tod ihm daher wenig anhaben kann.“ In Allem aufgehen, das sagt sich zu leicht. Es steckt vielleicht auch etwas von dem Wort All dahinter. Es ist wohl aber auch das Allumfassende, das im Wort „Gott“ aufgehoben ist. Mit dem Tod gehen wir also ein in dies, das alles umfasst. Darin liegt Tröstliches. Aber wir geben darin auch unser Ego auf, - also auch all das, was uns scheinbar vom Tier unterscheidet. Das, was im Begriff Individuum liegt. Dabei könnten wir jetzt schon begreifen, dass es ein Teil von uns ist, das wir ein Teil des Ganzen sind. Noch etwas von Schopi, das ich hier anfügen will:
„Der tiefe Schmerz, beim Tode jedes befreundeten Wesens, entsteht aus dem Gefühle, daß in jedem Individuum etwas Unaussprechliches, ihm allein Eigenes und daher durchaus Unwiederbringliches liegt“.
Freitag, 28. April 2017
Natur und Mensch (2)
Hinaus
in die Natur zu gehen, könnte bedeuten, Körper und Geist wieder
zusammenzubringen. Es könnte insofern ein nobles und durch
ganzheitliche Absichten geadeltes Ziel sein, in die Natur zu gehen.
Zu wandern. Es auf sich wirken lassen. Stress abbauen
(wissenschaftlich durch Studien unterfüttert). Die innere Natur
mit der äußeren in Verbindung bringen. Klarer werden. Im Kopf und
im Körper. Viele Muskeln entschleunigt einsetzen, den Stoffwechsel
auf eine natürliche Weise ändern. Körperliche und geistige
Auffrischung ohne Überwindung eines inneren Schweinehundes, um sich
daraus heraus wieder frank und frei ins Getriebe zu stürzen? Fett
abbauen. Nicht so schnell müde werden. Energie ausstrahlen. Ohne
Medikament. Nicht der deutschen Romantik nachhängen, iwo! Das tun
sowieso nur die Bildungsbürger.
Sonntag, 12. Februar 2017
Ernährung und sozialer Status
Achtsamkeit, Demut, Entschleunigung: Lauter
Modewörter unter denen, die sich den Vorgaben des Zeitgeists
verhalten, die möglichst hip sein wollen. Vegane Ernährung? Auch
gut. Nehmen wir mit. Ob irgendeine Überzeugung dahinter steht? Ja
klar, wir wollen alle nicht die Massentierhaltung samt ihren
widerlichen Folgen! Die einen sind da wohl sensibler als die anderen.
Aber soll deshalb das gesunde und moralisch unbedenkliche Food den
„sensiblen“ Besitzenden bleiben? Klar, sie haben alle Kohle, um
sich exklusiv „zu besten Konditionen“ zu versorgen. Sie sollen
die Avantgarde für „die breite Masse“ bilden, sie sollen das
ausprobieren, was später die tumbe Masse machen soll. Sie sollen
besser sein. Gutmenschen halt. Habe ich den Mitteilungen eines
wohlmeinenden Ministerpräsidenten entnommen (der ja wohl auch zu den
Wohlbestallten gehört...). In dieser unserer Gesellschaft muss man
sich das gute Fressen auch leisten können. Deshalb ist es ja der
selbsternannten „Leistungselite“ vorbehalten, dieses exklusive
Fressen zu fressen, das unter anderem auch zur „Zubereitung“ die
Zeit braucht, die die „breite Masse“ unter ihrem Dauerdruck
natürlich nicht hat.
Nach jüngsten Zahlen geht das individuelle Zubereiten von Mahlzeiten rotz ständig steigender Zahl der Kochshows ohnehin massiv zurück. Es wird wohl zunehmend einer gewissen sozialen Schicht vorbehalten sein und somit die soziale Funktion eines Statussymbols gewinnen (zunehmend bekommen). Ob man sich allgemein über die Lebensmittelerzeugung Gedanken machen sollte, bevor man den eigenen Arsch zur Profitmaximierung in Sicherheit bringt? Ob es ein Problem der gesamten Gesellschaft ist?
Nach jüngsten Zahlen geht das individuelle Zubereiten von Mahlzeiten rotz ständig steigender Zahl der Kochshows ohnehin massiv zurück. Es wird wohl zunehmend einer gewissen sozialen Schicht vorbehalten sein und somit die soziale Funktion eines Statussymbols gewinnen (zunehmend bekommen). Ob man sich allgemein über die Lebensmittelerzeugung Gedanken machen sollte, bevor man den eigenen Arsch zur Profitmaximierung in Sicherheit bringt? Ob es ein Problem der gesamten Gesellschaft ist?
Montag, 17. Oktober 2016
Entfremdung
Die wollen von dem einen das, von dem anderen etwas
anderes, wie es halt so in ihr eigenes Bedürfnis-Schema reinpasst.
Der ganze Mensch mit seinen Fehlern und Schwächen interessiert sie
nicht. Man entwickelt ein gewisses Interesse, aber aus gewissen
Berechnungen heraus. Aus Interessenlagen heraus. Man gebraucht, ja
„missbraucht“ vielleicht gar den anderen. Man versucht, etwas aus
dieser Person für sich nutzbar zu machen. Ein Bedürfnis damit zu
decken. „Solange der auch etwas davon hat, ist es doch okay“, so
die oft gehörte Einlassung dazu. Das erinnert an Tarifrunden von
Gewerkschaften und Arbeitgebern. Es mag wohl so sein, dass es
verschiedene Ebenen des Gebens und Nehmens gibt. Es ist so etwas wie
die fleischgewordene Entfremdung. Einen Teil aus einer Person
„herausschneiden“ und sie anschließend für sich zu nutzen, sie
definierten Interessen zuzuführen, das ist gängige Praxis in
unserer Gesellschaft. „Die eine Person hat dies, die andere etwas
anderes“, so der oft gehörte Spruch dazu. „Ich nehme mir das,
was ich brauche“. Der Bezugspunkt ist die jeweils eigene
Bedürfnisstruktur, die sich auf wundersame Weise mit der anderer
Personen decken soll („Geben und Nehmen“). Allerdings: Je mehr es
„dem Alter“ entgegen geht, desto brüchiger wird dies Versprechen
oft. Es ist dann eher etwas Ganzheitliches gefragt.
Abonnieren
Posts (Atom)