Reise durch Wirklichkeiten

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Freitag, 12. Juni 2020

Rassismus in Strukturen


Es scheint dasselbe zu sein, wie mit der Korruption. Wie eigentlich soll man „latenten Rassismus“ belegen? Ob etwas in der Struktur angelegt ist dergestalt, dass bestimmte Personen in unserem Staat mit einer besonderen Machtfülle ausgestattet sind? Ob so etwas zum Missbrauch einlädt? Ob auch der Zwang, möglichst zügig zwischen Gut und Böse entscheiden zu müssen, dazu beiträgt? Ob man so etwas benennen sollte? Ob das auch ein Problem der Kommunikation im Politikbetrieb ist? Ob sich diese im Auftrag des Staates handelnden Personen demokratisch legitimiert wähnen und ob nicht gerade darin ein Problem liegen könnte? Manche Menschen glauben, dadurch zu allem berechtigt zu sein (obwohl sie von der Bürokratie, so, wie sie gedacht ist, gebremst werden sollten...).
Natürlich treten jetzt viele Lautsprecher auf, die unter anderem fordern, man solle die USA nicht mit Deutschland vergleichen. Kann man auch nicht! An dieser Stelle sollte man stolz auf diesen Staat Deutschland sein, der es wenigstens versucht hat, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Trotzdem erscheint es mir angezeigt, zu fragen, zu forschen, auszukundschaften, wo denn dieser Staat samt seinen „Organen“ einen „latenten Rassismus“ pflegt. Dass diese Frage nicht erlaubt sein soll, dass die Diskriminierung bestimmter Personengruppen dermaßen rigoros für nicht existent in diesem Staat erklärt wird, das macht die Sache für mich verdächtig. Es scheint, als wollten sich alle der Loyalität diesem Staatswesen und seinen Vertreter gegenüber versichern.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Zusammenhänge und Bildung

Es könnte uns ja auch um Allgemeingültigkeit gehen, darum, Zusammenhänge entdecken und herleiten können. Dass das Bildungssystem darauf immer weniger ausgelegt ist, mag kein Zufall sein. Es geht wohl darum, möglichst willfährige Spezialisten und Fachidioten heranzuziehen, Ingenieure eines genau definierten und komplett vorgegebenen Gebietes zu dressieren, trainieren und abzurichten. So manch einer mag sich da denken, dass da die alte Disziplin der Philosophie eine korrigierende Rolle spielen könnte. Doch möglicherweise besteht auch ein Problem darin, dass die Hochschul-Philosophie heute hochgradig spezialisiert ist. Jeder Dozent beackert ein bestimmtes Gebiet, arbeitet sich an einem (genau vordefinierten und komplett vorgegebenen) Problem ab, und zwar nicht auf eine integrative Weise. Im Grunde müht er sich oft auch als Fachidiot. Seine „Erkenntnisse“ werden wohl sowieso eingehen in eine unbestimmte Flut, einen Flow dessen, was als „Erkenntnis“ vorgegeben und vordefiniert ist. Er ist zu Publikationen gezwungen, sich zu äußern um jeden Preis, auch wenn sich ihm Zusammenhänge noch lange nicht erschlossen haben. Und die anderen, die an den Universitäten arbeiten, sind zum größten Teil Historiker, also Leute, die sich exzellent mit Platon auskennen, aber sich keine Gedanken über die Gegenwart also Altbausanierung im Bereich des Geistes machen. Die Bildungspolitik beschäftigt sich vor allem mit der Züchtung von Spezialisten, die eine bestimmte Aufgabe zu lösen versuchen, die ihnen irgendeine Instanz (meist eine am maximalen Profit ausgerichtete Firma) gestellt hat. In welchem Zusammenhang diese Aufgabe stehen könnte, scheint ihr/ihm wenig interessant. Das ist vorgegeben, in bestimmten Disziplinen sogar maßgeblich von ökonomischen Interessen. „Grundlagenforschung“ an den Hochschulen ist da schnell in die Verwettungsinteressen der Industrie überführt. Der sogenannte Geisteswissenschaftliche Bereich erscheint in solchen Zusammenhängen als eine Art Hobby-Wissenschaftlertum, das hauptsächlich um sich selbst kreist, womit diese Kreise wohl nicht so ganz unrecht haben, weil sich die Geisteswissenschaften gefügig gemacht haben. Es ging wohl zu lange um Reputation im Elfenbeiturm und um verbeamtete Stellen, die sichere Renten bringen würden (was sich inzwischen auch stark geändert hat).