Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 4. August 2026

Unbestimmtes Gefühl

Man wird Miesmacher und Nörgler mit meiner Einstellung, ich weiß das wohl….. Man soll ausblenden, verdrängen und sich dabei großartig fühlen. Mit allem, was irgendwie digital und nach KI klingt. Tatsache ist, dass nicht nur in Deutschland die digitalen Versprechungen ihre Tücken haben. Fakt ist, dass die soziale Polarisierung in Arm und Reich immer weiter zuzunehmen scheint und der Niedriglohnsektor hierzulande weitaus größer ist, als in anderen vergleichbaren Industriestaaten. Fakt ist, dass die Segnungen der Globalisierung bestimmten Leuten genutzt hat, anderen gar nicht, im Gegenteil, dass dadurch ein weltweiter Wettbewerb ausgebrochen ist, was bei den Löhnen zu einer Spirale abwärts in den Industrieländern führt, was mit aller Unerbittlichkeit wohl auch den derzeitigen ökonomischen Gegebenheiten entspricht, was aber ein grundsätzliches Umdenken erfordern würde..., eines, in dem wir Teil einer Weltgemeinschaft sind und somit mit bestimmten Mitgliedern nicht mehr so umgehen können, wie wir das bisher tun und getan haben… auch nicht unter Wahrung unseres bisherigen "Wohlstands". Die Nachteile haben vor allem die unteren Schichten und die Armen dieser Welt zu erleiden, während die oberen Schichten von solchen Entwicklungen zu profitieren scheinen. Es scheint sich etwas zusammen zu brauen, von dem wir trotz der apokalyptischen Klimaveränderungen (offenbar wird das angesichts der unmittelbar vergangenen Hitzewellen) nicht wissen, was es ist. Man merkt nur: es wird Vieles (wenn nicht gar alles) schlechter, es geht abwärts. Sparen ist angesagt. Reformen bedeuten Einschnitte. Es ist kein Geld für nichts da, obwohl gigantische hohe Schulden aufgenommen wurden (haha, der Finanzminister könnte sich über solche Hinweise freuen, hätte er doch Zugriff auf die Schulden...). Es gibt zwar die tollsten Güter, nur: man kann sie sich nicht leisten. Der Staat scheint dabei kräftig mitzumachen und ist nicht verlegen, neue Einnahmen und Steuern ökologisch und gesundheitstechnisch zu bemänteln (Zuckersteuer, Tabaksteuer etc.). Währenddessen labern Politiker und andere Medienmenschen nach der Sommerpause in den Talk-Shows ihre Sprechblasen und führen beredt ihre Eitelkeiten vor.

Sonntag, 30. April 2023

Dieter Roth (3)

Eine Zeit lang war ich sehr fasziniert von Dieter Roth, dem längst verstorbenen Universal-Künstler. Diese Verweigerungshaltung, dieses Kratzen am Gefälligen (das in dieser Gesellschaft bis heute immer mehr überhand nimmt…), diese scheinbare Verneinung des Egokults (heute „wallfahrten“ die „Fans“ zu jeder seiner Ausstellungen), sein Lob der Vergänglichkeit und des Verfalls, seine dunkle mystische Unverständlichkeit, an die sich die Experten heran zu tasten versuchten, um über beliebigen Denksprüchen dann doch zu scheitern, das alles verbuchte ich positiv. Auch sein Bezug zur Musik und die Anekdoten, die sich daran knüpften, waren mir nahe. Zu negativ, würde die Öffentlichkeit heute in tausend oberschlauen Sendungen konstatieren, zu anarchisch. Dabei ließe er heute noch stutzen: etwa durch das Theaterstück, das aus einem einzigen Wort bestand. Schimmelskulpturen, was ist denn das? Scheise auf Porzellantellern und die Gedichte, die es von ihm unter dem Titel „Scheise“, „Noch mehr Scheise“ oder „Die gesamte Scheise“ gab. Nun, da hört der Spass auf! Unmöglich, das alles! Ein Spass war das alles aber für Roth ohnehin nie. Dieser starke Trinker widersetzte sich der Heuchelei in dieser Welt, die ja heutzutage überall präsent ist. „Bockig“ würde der Schwabe dazu sagen. Widerspenstig. Schimpfer. Tober. Kratzbürste. Verweigerer. Anti-Provokateure, gibt es die heute noch?

Samstag, 8. April 2023

Meinungen

Wie kommen wir der Wirklichkeit bei? Wer analysiert, wird gerne mal ein bisschen verleumdet und als „negativ“ verschrien, „Negative Menschen“: „wenn wir uns mit ihnen umgeben, schaden wir uns selbst“. Habe ich gelesen. Problem: das Etikett „negativ“ kann jeder allen anhängen. Kritik erscheint oft negativ zu sein. Ist es ein Ausweg, Kritik zu meiden? Wenn aber gewisse Dinge so sind, wie sie sind? Wenn unser Urteil negativ ausfällt? Nicht mehr äußern, damit wir positiver „rüber kommen“? Bloß mit niemand darüber reden, damit man nicht als sich dauernd wiederholender Trauerkloß wirkt? Wie, das schadet unserer Seele und unserem Körper? Ob die Ursachen uns auch schaden? Das, über was kommuniziert wird? Ob manche Elemente unserer Umwelt durchaus negativ sind und ob es nicht so etwas wie eine befreiende Wirkung hat, wenn wir über das mit anderen Menschen kommunizieren, die direkt oder indirekt denselben Einflüssen ausgesetzt sind? Wenn wir uns darüber einig sind? Über die Folgen können wir dann ja immer noch verschiedener Meinung sein. Jaja, es sind nicht immer „die anderen“. Manchmal sind wir selbst es. Ist doch klar. Wenn wir einigermaßen reif sind, dann denken wir das immer mit. Selbstverständlich. Wer dauernd das Gegenteil unterstellt, unterschätzt sein Gegenüber. Die Welt ist schön, wir müssen das nur erkennen. Der Auseinandersetzung mit solchen Sprüchen hilft die Lektüre von Aldous Huxleys 1932 erschienenes Buch „Schöne Neue Welt“ etwas auf die Sprünge.