Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 4. November 2025

Baumsterben

Da wird ein alter Baum gefällt, direkt vor meinem Fenster. Er tut mir leid. Einfach nur das. Ich weiß auch, dass Vernunftsgründe dafür gesprochen haben mögen. Zu riskant, er könnte umfallen. Er hat die Kanalisation bedrängt und hätte früher oder später doch gefällt werden müssen… Und doch tut er mir leid. Der Mensch will sich schützen vor der Natur. Er will sie beherrschen. Er legt sie um. Einfach, weil er glaubt, ihr überlegen zu sein. Doch es zeichnen sich Bewegungen ab, die der Mensch noch nicht beherrscht. Ob er sich nicht einfach zu früh sicher wähnt? Was ist mit Vulkanen oder Meteoriten- und Asteroideneinschlägen? Wo sind die Insekten geblieben? Ob wir einen natürlichen Zusammenhang, denn wir gerne als „Ökologie“ bezeichnen, verstehen?

Mittwoch, 24. September 2025

Neue Aristokraten

Was mir jetzt im Tone eines empörten Protests gegen die hierzulande drohenden Verhältnisse zuging: „Milliardenschulden auf Kosten der Armen u nachfolgenden Generationen,aber die Reichen entlasten!!!“ Darin sind schon jetzt die USA und Deutschland austauschbar. Was kommt da? Die waren doch schon immer Avantgarde: was dort angesagt war, kam spätestens zehn Jahre danach hierher. Also, was dräut? Kapitalismus auf Speed, und sie selbst, die Tech-Milliardäre, an der Spitze. Ihr Einfluss auf die Politik ist seit Donald Trumps zweiter Amtszeit deutlich gewachsen. Welchen ideologischen Vorbildern folgen Tech-Bosse à la Elon Musk, Peter Thiel, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg? Und wie verbreiten sie ihre Überzeugungen? Da ist ihr Glaube an ungebändigte Märkte, eine Technologie-Vergöttlichung und Skepsis bis Ablehnung staatlicher Regulierung. Die haben die Macht, so etwas in die Köpfe rein zu drücken. Vertreten wird ein radikaler Individualismus, in dem das Ich die zentrale wertende Instanz sei. Der Staat erscheine da als „als reine Bedrohung der Selbstentwicklung“.

Montag, 8. März 2021

Politikverdrossenheit

Aufpassen, damit man in keine juristische Falle geht (gewisse herrschende Kreise scheinen da ja recht kreativ zu sein...): Im deutschen Bundestag scheinen gewisse Abgeordnete „sehr schnell“ ihre Plätze zu räumen. Ob gegen sie noch ermittelt wird oder ob sie noch Diäten mitnehmen wollen? An Gesichtsmasken Geld verdienen und dafür Lobbykanäle nutzen? Wie moralisch ist das denn? Untersuchungsausschuss? Ob so etwas angesichts des Deals hinter dem Wirecard-Untersuchungsausschuss und dem Ausschuss zur Untersuchung des Vorgehens des Verkehrsministeriums (gibst du mir dies, so gebe ich dir das…..nämlich Stillschweigen, Stillhalten) irgendeine Aussicht auf Erfolg hätte? Ob so der lahme Dauerverweis zieht, man würde damit die Politikverdrossenheit fördern, indem man sich Gedanken über die herrschende Klasse und ihre Machtmechanismen macht? Ob nicht mögliche reale Vorgänge bestimmte Verdachtsmomente gestützt haben? Welche parlamentarischen Vorgänge stützen jetzt was? Ob die Auseinandersetzungen um ein Lobbyregister im Bundestag einigermaßen zufriedenstellend geendet sind, - oder ob da Pfründe gesichert worden sind? Und überhaupt: welcher Parteiblock stützt nicht nur, sondern fördert sogar ganz offen einen Kasper, der unter dringendem Korruptionsverdacht steht? Er soll auf der diesbezüglichen Landesliste auf Platz 1 aufgetaucht sein, so heißt es jetzt. Das darf nicht wahr sein!, so denkt so mancher sich. Offen liegende Korruptionsvorgänge werden mit einem Spitzenplatz bei den Bundestagswahlen belohnt? Wo geht das? Bei uns, wo sie nicht nur Pandemietests, sondern auch Großprojekte wie BER oder Stuttgart 21 nicht befriedigend hinzukriegen sind und wo man sich öffentlich gerne als Organisationsweltmeister feiern lässt? Ob solche Dinge zur Politikverdrossenheit ohne weiteres Zutun von irgendjemandem beitragen können?

Dienstag, 22. Dezember 2020

Demokratie und Bürger

Die Demokratie beruht auf der Idee des mündigen Bürgers. Mündigkeit bedeutet Selbstbestimmung. Aber es ist bequem, unmündig zu sein. Und die Bequemlichkeit, deren gezielte Herbeiführung ist zu einer Leitidee der Wirtschaft geworden. Es soll alles bequemer gemacht werden. Dazu kommt, dass immer alle ihre Meinung äußern sollen und wollen. Das Nachdenken darüber aber scheint nicht sonderlich beliebt. Alle haben Meinungen, aber nur wenige denken. Demokratie ist auch die Vergesellschaftung von Herrschaft und die Unterwerfung des Staates unter den Willen der Bürger: alle sollen teilhaben am Prozess der Macht. Das Volk ist der Souverän. Das funktioniert im Idealfall, wenn die Bürger die Komplexität der gesellschaftlichen Aufgaben erfassen, was wiederum eine möglichst direkte und wenig verfälschte Information voraus setzt. Ob ein einzelner Bürger die Komplexität der Dinge zu erfassen vermag? Im vergangenen Jahrhundert gab es dazu in den USA eine große Kontroverse zwischen dem Journalisten Walter Lippmann und dem Philsosophen John Dewey. Lippmann ging es darum, eine Form der Demokratie zu finden, die der Komplexität einer modernen Industriegesellschaft gerecht wird. Er sah die Lösung in einer Elitendemokratie, in der die Bürger periodisch Repräsentanten aus einem vorgegebenen Elitenspektrum wählen können. Lippmann lenkte seinen Blick auch auf die Rolle von Massenmedien in einer solchen Demokratie und wies dabei den „Think Tanks“ eine besondere Rolle zu. „Think Tanks“ sind vereinfachend dargestellt, Zusammenballungen von sogenannten „Exeprten“, die die ausführenden Eliten beraten solle, also Forschungsvereinigungen etc. Der mündige Bürger galt ihm nichts. John Dewey, der sich in der Tradition der Aufklärung sah, Lippmann ging es darum, wie sich Macht möglichst effizient organisieren ließe. Dewey hingegen ging es darum, wie sich Macht wirksam begrenzen ließe. Lippmann sagte: Bürger haben weder Wissen noch Interesse, sie seien gekennzeichnet durch Ignoranz, Apathie und Vorurteile und hätten einen Mangel an Denk- und Handlungsfähigkeit. Die breite Öffentlichkeit besehe aus unwissenden und lästigen Außenstehenden, deren Rolle in einer Demokratie die der Zuschauer sein müsse, nicht aber die von Mitwirkenden. Bürger dürften lediglich periodisch ihre Stimme einem der verantwortlichen Männer verleihen und sollten sich dann wieder auf ihre kleine überschaubare Privatwelt beschränken. Demokratie sah Lippmann als eine politische Formation, in der vor allem Experten bestimmte Probleme lösen. Demokratie kann in seinem Sinne (Und dem der heutigen Politiker?) nur funktionieren, wenn sie keine ist. Das ging dann später in eine neoliberale Demokratie über, der den „freien Markt“ zum kompetentesten Löser aller Probleme erklärt. Es geht in diesem Sinne darum, eine „marktkonforme“ Demokratie zu schaffen. Ob uns das nicht ein bisschen bekannt vorkommt? Bei Dewey hingegen hängt die Mündigkeit des Bürgers und seine Demokratiefähigkeit davon ab, dass ein öffentlicher Debattenraum intakt ist. Dewey: „Wenn der Bevölkerung die relevanten Informationen nicht unverzerrt zur Verfügung stehen und der öffentliche Debattenraum eingeschränkt ist, gibt es keine Möglichkeit, ein Urteil über die politische Kompetenz der Bürger abzugeben“. Ob uns das auch an die Aktualität, die Rolle der Gesellschaft und ihrer Informationsbeschaffer, der Journalisten, erinnert? Die Formung und Lenkung der öffentlichen Meinung jedenfalls scheint zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden zu sein. Hier gibt es keinen freien Diskussionsraum mehr, sondern ist etwas, was von einem ganzen Industriezweig, der PR, die als Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auftritt, geformt wird. Man müsse insofern die „notwendige Wirkung des vorliegenden Wirtschaftssystems auf das gesamte System der Öffentlichkeit“ untersuchen und fragen, „wie weit echte geistige Freiheit und soziale Verantwortung in irgendeinem größeren Umfang unter den Bedingungen der bestehenden Wirtschaftsordnung überhaupt möglich sind“. In diesem Sinne müsste also auch die Wirtschaft demokratisch organisiert sein. Das hat ein großer amerikanischer Philsoph des Pragmatismus geschrieben (!!)

Donnerstag, 18. Juni 2020

Totalitarismus

Ich kriege mit, dass besonders in bestimmten Staaten, deren Regierungen sich jetzt schon als ziemlich autokratisch gerieren, die Tendenz bestehen könnte, die Coronakrise für sich zu missbrauchen. Es könnte darum gehen, einen Überwachungsstaat und eine Diktatur aufzubauen, Ungleichheiten zu zementieren, es in eine "Normalität" zu überführen. Sogar in der EU gibt es dafür ein prominentes Beispiel. Erste Vorboten dessen könnte sein, dass Masken und Beatmungsgeräte nur bestimmten Menschen zur Verfügung gestellt werden, dass dies vom sozialen Status und dem Einkommen abhängig gemacht wird. Die Medien müssten alsbald gleichgeschaltet werden und sich schließlich selbst kontrollieren („Schere im Kopf“). Hierarchische Beziehungen würden sich verfestigen, indem es als „normal“ angesehen würde, wenn von oben nach unten getreten würde. Rücksichtslosigkeit wird sich als Verhaltensmodell verfestigen. Ausgegebene Apps könnten von demokratisch gesinnten Kräften auch nach einer gewissen Zeit nicht abgeschaltet, sondern zur Überwachung und Verfestigung von Machtstrukturen missbraucht werden (Kurzfristige Rechtfertigung steht bereit: „Gesundheit“ und „Terrorismus“). Elektronische Fußfesseln in dieser oder jener Form könnten dann als „normal“ und „nötig“ erklärt werden. Blöd nur, dass die betreffenden Bevölkerungsschichten das dann mitmachen werden, weil sie zuvor entsprechend manipuliert und bearbeitet wurden. Weil sie kurzfristigem Überlebenswillen und Strukturen der Bevormundung ausgeliefert sind. Weil sie Gehorsam eingeübt haben und weil sie den Hass auf Minderheiten als Ventil für ihre soziale Hierarchie gewohnt sind. Weil sie Obszönitäten zu einem Bestandteil ihres Lebens gemacht haben. Noch dürfen wir froh sein, dass wir solchen Bestrebungen und Strukturen nicht ausgesetzt sind. Wir müssen unsere freiheitliche Orientierung verteidigen.

Sonntag, 17. Mai 2020

Gegenwart

Im Großen und Ganzen passe ja alles bei uns, sei alles toll - argumentiert die CDU/CSU. Ihre Einzelpersonen geben sich jovial und grinsen dazu. Mal wieder war Deutschland besser als die andern, wie jetzt in der Corona-Krise. („Unser Gesundheitssystem ist halt doch das beste der Welt“) Wirtschaftlich riefen sie sich einst ja stolz als „Exportweltmeister“ aus, im Fußball wurden sie auch Weltmeister, Spahn und die ihm nahe stehenden Kreise ergänzen, dass Deutschland ja ohnehin soooo schön sei……. Etliche Komiker und Karrieristen bei der CDU stimmen ihm lustig und im eigenen Interesse zu, die SPD ist weiter auf der Suche nach der Arbeiterschaft und die LINKE vollzieht ihre Rituale, eingedenk dessen, dass sie Rechtsnachfolgerin der SED ist, die Grünen spielen die Mahner im Klimakonflikt, versuchen sich aber ansonsten als gutbürgerlich und Partei der Besserverdienenden zu positionieren. Das Prekariat fällt durch. Währenddessen droht sich der Bundestag in der nächsten Wahlperiode auf mehr als 800 Abgeordnete aufzublähen…..es folgt die Ansage der anstehenden "Digitalisierung": "Es wurden keine passenden Artikel gefunden"


Donnerstag, 7. November 2019

Demokratie als Modell

Angesichts der Vermischung von Demokratie, Diktatorship, Autokratie, Clanherrschaft und Korruption, die in vielen Ecken der Welt herrscht, dürfte man stolz sein auf das, was sich hier als „parlamentarische Demokratie“ behaupten wird. Gewiss, die Formen der Durchmischung von Korruption und Demokratie sind hier etwas subtiler und vom Lobbyismus getränkt. Im Großen und Ganzen hebt sich das ab von Verhältnissen in anderen Ländern. Das soll auch so bleiben!, denkt sich so mancher, der unter den ungleichen Eigentumsverhältnissen und dem rücksichtslos herrschenden Lobbyismus in diesem Land leidet. Wieso eigentlich die sogenannten „Eliten“ die Neigung haben, andere Klassen und Menschen in ihrer Umgebung zu ihrem eigenen Nutzen und Frommen auszubeuten, sie auszunehmen, sie zu betrügen? Ob das „im Menschen angelegt ist“? Ob das etwas mit dem alten christlichen Begriff der „Erbsünde“ zu tun hat? Der Kampf jeder gegen jeden? Wer das glaubt oder auch nur erwägt, muss sich hierzulande als „faschistisch“ beschimpfen lassen. Wir haben Verständnis dafür, sind aber doch auf der Suche nach „Wahrheit“. Autokraten übernehmen überall die Macht und die „Untertanen“ lassen sich gerne betrügen, so scheint es. Ob sie es nicht besser wissen. Oder ob sie so etwas wie jenem Charisma ausgeliefert sind, das auch noch meist von den Medien befeuert wird. Auch in unserem Land herrschte einst so etwas wie „Charisma“, mit den schlimmsten Erfahrungen. Dies ist kein akzeptables politisches Modell! 

Dienstag, 3. September 2019

Formen des Protests

In Frankreich scheinen „die Gelbwesten“ vor sich hin zu streiken und jedes Wochenende seltsame Aktionen durchzuführen. Die negative Berichterstattung von seiten der hiesigen Medien war vorherzusehen. Zeitweise wurde diesen Gelbwesten illegitime Gewalt und sogar Antisemitismus unterstellt. Dies zumindest wurde inzwischen aufgegeben, weil es dann doch zu absurd war. Als hätte so etwas die Bewegung der Gelbwesten jemals in ihrer Substanz ausgemacht! Natürlich wird es Einzelne geben, die unter Umständen sogar ein politisches Süppchen auf diese Weise für sich kochen wollen und einen niederen einstelligen Prozentsatz der Gelbwesten bilden. Doch es macht diese Bewegung einfach nicht aus, es kennzeichnet sie nicht! Wenn irgendwelche Wirtschaftsführer Leute entlassen und präsidentiell geadelte Politfürsten aus ihrem bequemen Parlamentssitz heraus „innenpolitische Reformen“ samt "Flexibilisierung" versuchen, könnte dies auch etwas mit angewandter Gewalt zu tun haben, - nur eben in deren Form und nach deren Spielregeln. Natürlich stellen sie sich Diskussionen und versuchen, ihr Charisma und ihre Aura für politische Ziele einzusetzen. Was daraus folgt, steht auf einem ganz anderen Blatt. 
Gewalt? Eskalation, Deeskalation? Wer provoziert da wen? Ob es in Frankreich Videos gibt, in denen Ordnungskräfte ihre Uniformen ausziehen und sich als Randalierer betätigen, indem sie Schaufenster einwerfen? Ob den Aktivisten öffentlich die Berechtigung ihrer Forderungen abgesprochen wird? Wo sie wohl als hasserfüllte Terroristen dargestellt werden oder als Irre? Es scheint aus meiner Perspektive so zu sein, dass weit mehr als die Mehrheit dieser so übel beschimpften Gelbwesten Pazifisten sind, die sich gewaltfrei gegen die Gewalt des Staates zur Wehr setzen wollen. Ob es einen Kampf um das „Framing“ (um ein Modewort zu gebrauchen) gibt, ob Worte eine eigene Macht haben und eine Aura schaffen, was die Machtkultur sehr wohl für sich und ihre Zwecke entdeckt hat? Sympathie und Solidarität... soll das bekämpft werden? Von wem? Ob hierzulande die Medien da mitmachen?

Sonntag, 16. Juni 2019

Freiheit als Unfreiheit

Idiologie strukturiert unseren Alltag. Dabei erscheint mir wichtig, dass uns die neuen Formen der Versklavung als neue Form der Freiheit verkauft werden sollen. Die Idiologie sagt: ist das nicht wunderbar? Wie schön ist diese Welt! Sie sind nicht auf eine Rolle, Verhalten oder Tätigkeit festgelegt, sondern können sich jedes Jahr neu erfinden. Wie schön für Sie! Ob das für die Weltbevölkerung gilt? Schon die Tatsache, dass jemand keine ständige Gesundheitsvorsorge hat, sagt einem: Mag sein, dass das alltägliche Dasein einem Besorgnis, Stress, Kampf auferlegt. Doch alles bleibt außen vor und etwas wird einem als neue Form der Freiheit verkauft. Daraus folgt dann etwas. 
Die Botschaft ist dabei nicht nur: Du musst kaufen, sondern du musst freiwillig kaufen. Dem scheint die Struktur der Herrschaft und der Dominanz zu folgen: Im Alltag ist der moderne Chef ist ja auch nicht mehr der autoritäre Chef mit Krawatte. Diese Figuren wollen nicht mal Chef genannt werden, sondern „Koordinator“ oder so etwas (besonders auch bei Sozialberufen beliebt!). Dahinter steckt aber eine starke und straff orgenasisierte Autorität. Es gibt keine direkte Dominanz. Sondern eine indirekte, die wir verinnerlichen sollen. Und so treten relativ raffinierte Formen der Herrschaft in Kraft. Indem sie sich als Freiheit verkaufen. Chefs sind ja auch alle für Gleichberechtigung, Toleranz und Demokratie. Welche Rolle diese Begriffe dann im firmeninternen Alltag spielen, kann als ganz offensichtlich in vielen Betrieben besichtigt werden.

Samstag, 20. Oktober 2018

Wachstum

Ich habe auf einem Zettel folgende Notiz gefunden, die möglicherweise in diesem Blog schon erschienen ist. Ich habe sie aber aus heutiger Sicht versucht zu bearbeiten. Was dabei heraus gekommen ist, ist hier zu lesen: Die Lotterie des Lebens bedeutet: wir leben hier noch in einer Gesellschaft der bürgerlichen Grundrechte, in der zwar dem Wirtschaftswachstum auch vieles geopfert wird, aber nicht die Bürgerrechte, den Rechtsstaat, die Demokratie. Gleichwohl ist um diese Werte ein Kampf entbrannt. Wie gut dieser Wert mit dem Wert Wachstum zu vereinbaren sind, mag erstmal dahingestellt bleiben.
In anderen Staaten (besonders denjenigen mit gewissen autoritären Zügen, die mit „bürgerlichen Grundwerten offenbar nicht allzu viel anfangen können...) scheint dagegen das Wachstum über alles zu gehen, sogar über das menschliche Leben. Führer schwingen sich auf, erobern oder behaupten die Spitze, bis auch sie unter Umständen sogar niedergemetzelt werden. Das Leben in seiner vitalistischen Funktion erlebt auch heute noch fröhliche Urständ': Fressen, Saufen, Ficken. Oder wie T.S. Elliott es ausdrückte: „Birth, Death, Copulation, that's all....“. Fortschritt könnte bedeuten, einen kleinen zivilisatorischen Schritt darüber hinaus zu wagen, - weil wir Menschen sind.
Dass dieser Gedanke weltweit auf dem Rückzug erscheint, gehört zur großen Tragik des menschlichen Geschlechts, genau so, wie die selbstverursachte Klimakatastrophe, die damit verbundene Umweltzerstörung und das Artensterben. Der Mensch will sich wohl als „Alleinherrscher“ die Erde untertan machen. Dabei könnte alleine schon der Ausbruch eines Supervulkans seine Existenz in kurzer Zeit vernichten. Von Bedrohungen aus dem Weltraum wie etwa niederstürzenden Meteoriten oder Asteroiden ganz zu schweigen. Woher nimmt der Mensch seine Arroganz, seinesgleichen gegenüber, aber auch der Erde und ihren Geschöpfen? Es ist leicht, solche Überlegungen als „moralisch“ abzuqualifizieren, sie als untauglichen Versuch darzustellen, über das unvermeidlich Faktische kritisch nachzudenken. Dabei wäre dies scheinbar „unvermeidliche“ keineswegs so. Es sind dies Denk- und Verhaltensformen, die sich schwache Menschen zu eigen gemacht haben, die glauben, vom gegenwärtigen Zustand profitieren zu können.

Freitag, 19. Oktober 2018

Öko

Da wird ein alter Baum gefällt, direkt vor meinem Fenster. Er tut mir leid. Einfach nur das. Ich weiß auch, dass Vernunftsgründe dafür gesprochen haben mögen. Zu riskant, er könnte umfallen. Er hat die Kanalisation bedrängt und hätte früher oder später doch gefällt werden müssen… Und doch tut er mir leid. Der Mensch will sich schützen vor der Natur. Er will sie beherrschen. Er legt sie um. Einfach, weil er glaubt, ihr überlegen zu sein. Doch es zeichnen sich Bewegungen ab, die der Mensch noch nicht beherrscht. Ob er sich nicht einfach zu früh sicher wähnt? Was ist mit Vulkanen oder Meteoriten- und Asteroideneinschlägen? Wo sind die Insekten geblieben? Ob wir einen natürlichen Zusammenhang, denn wir gerne als „Ökologie“ bezeichnen, verstehen?

Freitag, 12. Oktober 2018

Fortschritt und menschliche Kreativität

Wie naiv war das denn? Damals, im zeitgeistigen Flow, glaubte die Politik und ihre demokratisch legitimierten Klassen, in naivem Fortschrittsglauben und ungebremstem Optimismus so etwas wie Atomkraftwerke bauen zu können, ohne dass die Endlagerfrage geklärt war. Erst mal wurden Milliarden ausgegeben. Die Endlagerfrage würde dann halt schon noch....irgendwie.... der Mensch hat bisher alles.... Man träumte den Traum von friedlichen Nutzung der Kernenergie, das Atomium in Brüssel wurde zu seinem Symbol. Das gezähmte Atom schien die Lösung vieler Fragen. Energie ohne Begrenzung? Atom ist die Lösung! 1956 wurde hierzulande ein „Atomministerium“ gegründet, wofür gleich mal Franz-Josef Strauß berufen wurde. Die Rede war davon, für Deutschland den Platz unter den Industrienationen zu sichern. Das Land sollte den Anschluss nicht verpassen. Um Ängste zu zerstreuen, beteuerte das Atomministerium: „alles ist sicher“. Ob uns das an gewisse Dinge heutzutage erinnert? Der Wunderstoff Uran wurde öffentlich als harmlos gepriesen. Ein bisschen Kontrolle: ja. Aber im Prinzip konnte jeder in ein solches Atomkraftwerk herein schlappen und nachsehen, ob denn alles wirklich sicher sei. Man sah und befand: ist ja völlig harmlos. Uran sieht wie Eisen aus. Und überhaupt: alles wird gut überwacht. Später gab es zwar Störfälle, teilweise sogar ernster Natur. Aber diese wurden vertuscht, wurden nie wirklich sichtbar.
Ab Ende der siebziger Jahre gab es dann massiven Widerstand gegen solche Methoden, dem mit staatlicher Gewalt zu begegnen versucht wurde. Es gab Schlachten, das Polizeiaufgebot wurde gigantisch. Castortransporte wurden durchgesetzt.
Mittlerweile ist die Sache mit dem Endlager immer noch weit entfernt von einer Lösung. Es liegt aber eine ganze Mende Atommüll herum. Weggekippt in unsicheren Fässern, die jetzt schon rosten. Was wohl mit all den Fässern ist, die im Meer „verklappt“ wurden. Weg damit! Der Ozean ist groß und wird das schon schlucken.... Heute gilt immer noch das neoliberale Credo: Die Sachen, mit denen man kein Geld verdienen kann, übernimmt die Öffentlichkeit, der Staat. Das andere soll sich „die Privatwirtschaft“ sichern. Tatsache ist, dass die Entsorgung und der Abbau der AKWs richtig teuer wird und dass der Staat dies bezahlen soll.
Es gab Tschernobyl und Fukushima mit all den Täuschungsversuchen, der Glaube an die Atomkraft ist zumindest hierzulande völlig zerschossen. Die Sache mit dem Fortschritt insgesamt hat sich auch etwas relativiert. Wir haben starke Probleme mit dem ungebremsten Bevölkerungswachstum (manche meinen ja, es sei alles nur ein Verteilungsproblem: Das mag es auch sein, so glaube ich, - aber halt nicht nur. Das Wachstum der Menschen dürfte für diese Erde seine Grenze haben, so befürchte ich. Die Nahrungsfrage ist ungelöst, der Klimawandel plagt, Seine Folgen wurden bisher noch verdrängt. Man konnte sich das hier leisten. In anderen Gegenden der Erde sieht das schon anders aus. Es gibt derzeit zahlreiche Kriege und allerlei Konflikte auch sozialer Natur. Am nicht allzu weit entfernten Horizont stehen zu Ende gehende Rohstoffreserven. Wir erfahren von Megatonnen an Plastik im Meer, von schmilzenden Eisberge an den Polkappen, und anderen Katastrophen, zu denen dann kostspielige Konferenzen einberufen werden, die nichts bewirken. Es fangen jetzt schon globale Verteilungskämpfe an....usw. Wo ist all der ungebremste Optimismus geblieben? Es scheint dies eine ziemlich hohle Formel geworden zu sein. Gewisse Parteien setzen hierzulande „menschliche Kreativität“ dagegen. Langsam aber sicher würde es Zeit dafür.

Montag, 30. Juli 2018

Politik, Faschismus, Macht

Ja, ich gebe zu: ich finde es schon ein bisschen merkwürdig, dass einer von einer Bundesregierung dermaßen freundlich empfangen wird, der eben noch Deutschland als Inbegriff des Faschismus und des Rassismus beschimpft hat, der Journalisten grundlos inhaftiert und der scheinbar etwas selbstherrlich in seinem Land Hunderttausende von Staatsbediensteten entlässt, weil sie offenbar nicht seine Meinungen und Einschätzungen teilen. Er, der für sich eine zumindest sehr umstrittene Autokratie und totalitäre Staatsform mit allen damit einhergehenden autoritären Merkmalen aufzubauen scheint, wird nun mit allem Pomp und protokollarisch militärischem Bombast empfangen. Von seinen Landsleuten wird ihm zugute gehalten, dass er in der Vergangenheit sein Land in wirtschaftlicher Hinsicht voran gebracht hat. Gut so. Davor war auch nicht alles Gold, was zu glänzen versuchte. Aber eben noch verurteilte man, wie sich ein in London lebender und als Fußballer daher kommender Multimillionär mit dieser Politfigur gemein machte, indem er ihr mit allerfreundlichstem Lächeln ein Trikot überreichte, um diesen Vorgang ablichten zu lassen und ihn als Wahlkampfhilfe zur Verfügung zu stellen. Sozusagen eine Solidarität der Besitzenden demonstrierte. Das geht nicht, das gehört sich nicht, das ist eine Dummheit, so die oft gehörten Einwände. Offenbar von einer PR-Agentur gelenkt entwickelte sich die Debatte in eine ganz andere Richtung, was natürlich von den Gegebenheiten raffiniert ablenkte. Natürlich fielen alle auf solche Taschenspielertricks der Öffentlichkeitsarbeit herein.
 Aber es hilft nix: Die Deutschen und ihre öffentlich bestellten Vertreter konnten sich mal wieder darin suhlen, alles falsch gemacht zu haben und für das Elend der Welt jede Verantwortung zu tragen (solange sie nur ihre dubiosen Geschäftlein machen können!). Doch - ich reibe mir die Augen! - jetzt wird eben diese umstrittene und autoritäre Figur ganz offiziell eingeladen, um hier tausend Hände zu schütteln, um mit allen zu Gebote stehenden Mitteln beklatscht und geehrt zu werden. Nun ja, ob da gewisse wirtschaftliche Interessen dahinter stehen? Vergangene Wirtschaftsminister schienen da ja durch ihre Aktionen oder Nichtaktionen etliche ziemlich eindeutige Hinweise gegeben zu haben. Ob es da einen als Pakt verkleideten Deal gibt, der mit der Zahl der hierzulande einströmenden Flüchtlinge zu tun hat? Ob das mit Geld abgewehrt und zugeschüttet werden soll? Ob das gut mit der so gerne vorgezeigten Offenheit allem Fremden gegenüber einher geht? Ob da nicht Waffen verkauft an jemand werden sollen, der damit postwendend sehr agressiven Anliegen und Absichten nachgeht?
Ob ein solches Vorgehen dazu geeignet ist, Politikverdrossenheit hierzulande etwas einzudämmen und dem alten Klischee Vorschub zu leisten, dass Politiker meist etwas sagen, um unmittelbar danach etwas ganz anderes zu tun? Ob das die Übereinstimmung mit demokratischen Spielregeln fördert? Ob solche Verhaltensweisen etwas mit dem aufkommenden Populismus zu tun haben? Nun ja, sofort wurde von gewissen Helferlein zur Seite gesprungen und mit allerlei rhetorischen Mitteln unterstützt: Wenn man mit unliebsamen Leuten nicht mehr reden könne, dann wäre man mit seinen hehren demokratischen Prinzipien auf der Welt bald so ziemlich alleine, tönte es. Ein Argument, das scheinbar alles abdeckt. Ein Totschlagargument. Wenn man aber der einzige wäre, der das Prinzip der Demokratie verteidigt, so wäre das auch noch okay, so meine Meinung, trotz aller diplomatischen Kompromisse.  Müssen wir eigentlich überall jene Kompromisse eingehen, die niemand versteht, die auch nicht erklärt werden und die einen das Gesicht verlieren lassen? Es tut etwas offensivere Verteidigung dessen not, an was man vorgibt zu glauben. Glauben? Ha, - davon überzeugt zu sein. Oder ist (parlamentarische) Demokratie etwa nicht sakrosankt und gehört zu dem, was unter anderem einem das vielbeschworene Grundgesetz hierzulande auferlegt?

Donnerstag, 4. Januar 2018

Werbung für die Demokratie

Komm lass uns voran gehen und Werbung für die Demokratie machen! Nicht, indem wir den Lobbyisten und Interessenverbänden Einfluss gewähren, nicht, indem wir den Banken freien Lauf lassen und nicht, indem wir dauernd Bürgerrechte einschränken im offiziellen Interesse der Terrorismusbekämpfung. Lass uns stolz sein und solche Aktionen nicht nötig haben! Wir entscheiden! Lass uns die Demokratie weiterentwickeln und sie in mehr und Bereiche hinein tragen! Transparenz wäre wichtig, wissen, wer was in welchem Interesse entscheidet. Jämmerlich, diese Autokraten überall, die ihr Volk überrennen und es maltraitieren, die sich dafür anbeten lassen und dem Führerkult huldigen, indem sie ihre persönlichen Eitelkeiten und ihre Gier nach Geld befriedigen! Was für elende Wichte! Die Freiheit des Einzelnen wäre von uns dagegensetzen, die Freiheit, sich selbst zu bestimmen und zu verwirklichen, auch gegen den Staat und seine Bürokratie! Das Böse im Menschen erkennen, aber versuchen, damit umzugehen...., das könnten wir auf diese Art relativ easy. In dem Wissen, dass es ein Rechtssystem gibt, dem wir alle gleichermaßen ausgesetzt sind und das versucht, alle gleich zu behandeln. Das im Zweifelsfalle auch durchgesetzt wird. Um das Ungenügen wissen, von uns, von den anderen, vom Staate. Kompromisse eingehen, als Methode, mit anderen und anderen Meinungen umzugehen. Wir brauchen keine künstlichen Identitäten, haben an uns selbst schon genug zu tun! 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Rationalität des Gesamten

Um es einmal ganz klar zu formulieren: besonders in den Bereichen Altersvorsorge (Rentenpolitik), Gesundheitspolitik (Pflegenotstand), Infrastrukturpolitik (Internet, Breitbandausbau) und Bildungspolitik hat die herrschende Politik der vergangenen Jahre vor allem denen genutzt, die in Deutschland „gut und gerne leben“: also Polititikern und Vermögenden. Dass es aber auch andere Bevölkerungsschichten gibt, das eine gewisse Unzufriedenheit bis weit hinein in den sogenannten „Mittelstand“ reicht, das versucht diese Politik allenfalls am Rande zu managen. Sicher, es gab so etwas wie den Mindestlohn, den sich aber die jetzt in die Opposition gehende SPD auf die Fahnen schreiben kann und den es in diversen Ländern schon lange gibt (auf die doch diese Politiker so gerne herab schauen...). Auch dürfte ein Billiglohnsektor von etwa 20 % nicht gerade zum Land passen, in dem wir gut und gerne leben. Ja, nie waren so viele Menschen in Arbeit wie heute (oft gehörte Erfolgsformel der Herrschenden). Doch noch nie war auch der Billiglohnsektor so groß wie heute, noch nie waren so viele Menschen am Existenzminimum, noch nie drohte derart intensiv die Altersarmut großer Schichten, die neben den Leuten herleben müssen, die hier „gut und gerne“ sind. Die gesellschaftliche Polarisierung schreitet immer wieter voran und ich frage mich, wo denn die Reationalität eines ziemlich raffinierten Systems liegt, das bald umzukippen droht. Es scheint jetzt die Zeit gekommen, in der sich die herrschende Politik nahezu alles erlauben kann. Doch ob sie sich darin nicht doch etwas täuscht? 

Donnerstag, 1. September 2016

Korruption und Politik

Ich frage mich, wieso Politiker immer so empfänglich für Korruption sind. Ist's die Machtfülle? Das Phänomen ist wissenschaftlich oft untersucht worden. Mit keinerlei Folgen in der Praxis. Dilma Rouseff in Brasilien scheint als Präsidentin ein paar Sachen falsch gemacht zu haben. Aber wer sägt sie ab? Einer, der selbst eine Menge Dreck am Stecken zu haben scheint. Ein sogenannter Vize, der wie einst Brutus ans eigene Fortkommen denken will. Mit seiner Clique wird der sich möglicherweise daran machen, die Schätze Brasiliens zu plündern, zum Wohle der Lobbyisten und - das Wichtigste! - zum Wohle des eigenen Egos samt Geldbeutels. Wieso kommen in Italien (immerhin in der EU und geographisch schon ein bisschen näher), die Fördermittel zur Erdbebenabsicherung nicht bei den Bedürftigen an? Provinz und Region scheinen sich als Verwaltungseinheiten nicht grün zu sein. Es scheinen auch noch ein paar andere, auch kriminelle Kräfte mitzumischen. Sie sorgen wohl für die „Lenkung“ des Geldstroms, - zum eigenen Nutzen und Frommen. Wieso müssen alle Abgeordneten des deutschen Bundestags Luxus-Schreibgeräte einer bestimmten Marke ordern, - oft in großer Stückzahl? Wieso kommt so etwas angelegentlich und nur auf Druck heraus? Wieso gibt es jetzt Meldungen, dass aufgrund dieses Skandals jetzt überprüft werden soll, ob die sogenannte Bürokostenpauschale der Abgeordneten ausreicht oder ob nicht noch „was“ drauf gelegt werden soll, damit sich alle vernünftige Schreibgeräte leisten können? Erhöhung der Pauschalen zum Zwecke der Ablenkung von Korruptionsverdacht? Wieso haben so viele Lobbyisten freien Zugang zu den Aohne dass die Öffentlichkeit etwas davon erfährt? Ob so etwas zur Politikverdrossenheit, zum schlechten Image der Abgeordneten oder zum Aufkommen von Protestparteien beiträgt? Zur immer größer werdenden Distanz zwischen denen, die das Parlament darstellen und denen, die sie vertreten sollen und die eigentlich ihre „Chefs“ sind? Natürlich ließe sich die Korruptionsliste beliebig lange fortsetzen: UEFA, FIFA..... . Die genannten sind nur die absolut aktuellen Fälle, die da an einem vorbei ziehen.....

Donnerstag, 14. Juli 2016

Frisierte Elitenherrschaft

Die neue britische Premierministerin, die einen großen Beraterstab haben soll, ernennt Boris Johnson, den etwas übermütigen ehemaligen Bürgermeister von London, persönlichen Rivalen von Cameron, Beleidiger von Obama und Antreiber des Brexit, zum neuen Außenminister von Großbritannien. Ein Zeichen. Etwas befremdlich. Wohl auch ein Zeichen dafür, dass sie jetzt alles kann. Ein Zeichen für den Rest der Welt. Ein Zeichen aber auch dafür, dass die Eliten machen, was sie wollen. Was sie für schlau halten. Wenn's nicht klappt oder wenn allzu viel Verantwortung droht, schlagen sie sich seitwärts in die Büsche, - wie zuletzt oft vorgeführt (ach, Namen sind da doch völlig unwichtig, obwohl Journalisten das als "Grundgesetz" pauken. Es geht um die Struktur dahinter, Gesichter sind da austauschbar!). Solche Eliten benutzen die Öffentlichkeit als Bühne, auf der sie ihre Eitelkeit präsentieren. Auf der sie paradieren und ihre Macht vorführen. Ob das nicht ein bisschen rückwärts gewandt ist? Oder ob es genau das ist, was die Leute wollen? Ob das in die Zukunft führt, in der last but not least per Internet Transparenz möglich wäre? Wäre.... Ob gegen Transparenz ein Bollwerk errichtet werden soll, vielleicht sogar mithilfe von „Big Data“? Ob der Zugriff darauf, auf "Big Data", etwas mit Geld und ökonomischer Macht zu tun haben wird? Schnell geht’s hinaus in große Fragen, wobei der Auslöser doch nur eine Attitüde der Herrschenden war. 
Wenn ich Brite wäre, wüsste ich jetzt nicht so recht.... Aber auch als Europäer stellen sich einem solche Fragen. Der französische Häuptling und Oberstaatsozialist soll sich einen Friseur halten, der den Steuerzahler 10000 Euro im Monat kosten soll und der dem eitlen Präsidenten rund um die Uhr für seine drei Haare zur Verfügung stehen soll. Soll. Eben noch saß er öffentlichkeitswirksam und penibel frisiert bei den Spielen des „Team Tricolore“ bei den Fußball-Europameisterschaften herum. Selbst Fußballer scheinen bei solchem eitlen Gebaren nicht mehr ganz mitzukommen, auch wenn sie die putzigsten Frisuren versuchen und vorführen. Jetzt werden solche Dinge bekannt. Was ich wohl wählen würde, wenn ich in Frankreich leben würde? Oder wäre ich einfach nur anders sozialisiert, wäre gewohnt, das sich bestimmte und klar definierte Kreise öffentliche Ämter und Funktionen unter sich aufteilen? Den eitlen Staatspräsidenten, die blond-dumpfe Rechtsauslegerin oder gar den Gaullisten-Erben Sarkozy, der gewisse sozialen und ethnischen Unterschichten, für deren Integration der französische Staat traditionell wenig tut, „auskärchern“ wollte und der sich sich allerlei andere, nun ja! - Extravaganzen – geleistet hat? Was also soll jemand, der mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden ist, demnächst wählen? Ob in Deutschland die Lage besser ist? Nun ja, noch brummt die Wirtschaft und alle sind's zufrieden. Was aber, wenn sie das nicht mehr tut?     

Freitag, 8. Juli 2016

Druck zur Optimierung

Das Internet und allerlei moderne Technologien vernetzen den Menschen immer mehr, machen alles schneller und leistungsfähiger (wobei auch die "Künstliche Intelligenz" eine Rolle spielt, ---> siehe Blog). Wie lange und wie weit können wir das noch mitmachen? Wie weit geht das? Gibt es Grenzen? Wir müssen wohl wachsen, so lange wir die gegenwärtige Wirtschaftsform pflegen. So geraten wir immer noch ein bisschen mehr unter Druck. Die Erwartungen, nicht zuletzt durch uns selbst, steigen. Wir sollten, wir müssten.... Dadurch hinken wir ständig unseren Ansprüchen hinterher, genügen nie, geraten im schlimmsten Fall in Umstände wie Burnout, Depression, vollkommener Stillstand usw. Alles wird stumm und starr, es bewegt sich nichts mehr, auch in uns selbst. Das alles scheint ein Zwang. Doch wo kommt er her? Wer redet denn hier von „System“ oder „Kapitalismus“? Große Häuptlinge haben das ohnehin verinnerlichte Motto „Wachstum über alles“ längst vorgegeben, sie lassen es bimsen und immer wieder neu lernen. Sie drücken es in die Köpfe. Wollen wir dabei bleiben beim Mainstream, bei der gesellschaftlichen Erfahrung, müssen wir scheinbar da mitmachen. Der Zwang, der Druck, der Drang zum Ökonomischen durchdringt inzwischen alle Lebensbereiche. Arbeit, Bildung, Familie, Liebe, Natur: Die Steigerung, Optimierung, Beschleunigung bildet die Erwartung. In uns. An uns. Wohin geht das? Was ist da gut für uns? Wo geht das hin? 

Donnerstag, 21. April 2016

Beeinflussungsstrategien

Es scheint, als sollte diese Gesellschaft spätestens mit dem Erscheinen von Phänomenen wie dem Internet mehr Transparenz nötig haben. Natürlich wurde auch in der alten DDR noch alles in Hinterzimmern unter denen ausgekungelt, die sich für wichtige Bestimmer hielten. Natürlich ist das in diktatorischen Gesellschaften noch heute auf allen Kontinenten so. Dort scheint einer die Richtung vorzugeben und alle folgen ihm. Führerprinzip. Schließt auf neuzeitliche, aber mittlerweile auch längst überholte Weise, an die alten Zeiten der Monarchien an. Damals gab es auch keine Transparenz, keine Kommunikation, dort kamen die großen Veränderungen nur von oben, wurden nach unten durchgedrückt. Sie schienen einfach zu kommen wie ein Gottesurteil. Gott? Der spielte mit seinen religiösen Statthaltern natürlich auch mit. Den Leuten war ja alles zu verklickern. Sie GLAUBTEN es. Der Glaube bestimmte das Dasein. Kirchenmalereien machten es für jeden begreifbar. „Das Jüngste Gericht“ usw. Heute ist das das jüngste Gerücht geworden. Tolles Wortspiel, nichtwahr? Stimmt aber. Das Ungefähre regiert. Das Glauben. Meinen. Das aus dem Strom der Informationen heraus Leuchtende. Firmen, Unternehmen und ihre Werbeherolds haben das natürlich längst erkannt und hängen sich eifrig dran. Es gilt die kommerzielle oder die politische Botschaft. Sie kommt oft aus der Verdummung und der Beeinflussungstechnologie. Wie bei den Nazis. Sie will verführen. Über dumpfe Reflexe regieren und darüber Aktionen herbei führen.