Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Mittwoch, 25. März 2026
Erfolg für Karrieristen
Ich lese und sehe immer wieder Interviews mit Personen, die uns als „erfolgreich“ im Markt vorgestellt werden. Dabei handelt es sich meist um Unternehmerinnen und Unternehmer, die eine Marke stark nach vorne gebracht haben sollen und schon in jungen Jahren mehrere erfolgreiche Unternehmen gegründet haben sollen. Was mir auffällt: diese Personen wurden meist durch ihr Elternhaus „programmiert“, waren entsprechend sozialisiert, waren früh an ein Dasein als Unternehmer oder „Führungsperson“ gewöhnt, indem sie dies Selbstbild als „normal“ annahmen. Man gibt an, schreibt vor, bestimmt, lenkt und - entlässt meist (die Begründungen hat man ja schon früh gelernt: Einsparungen, Kostensenkungen etc. --- betriebswirtschaftliche Kategorien, die man als universell gültig "verkauft"). D.h., diese Personen waren schon früh optimal an die Verhältnisse dieser Gesellschaft angepasst. Sie hingen keinen unnötigen Idealen nach, sondern waren eindeutig auf die Größe „Profit“ fixiert. Eigeninitiative dabei zu entwickeln und Netzwerke für sich und ihr „Anliegen“ rücksichtslos konsequent zu nutzen, sogen sie quasi mit der Muttermilch auf. Kritisch mit sich zu sein (als eine ständige Validierung) gehört da selbstverständlich dazu, das hat man meist auch im Studium der Betriebswirtschaft gelernt, das einem vom Elternhaus ermöglicht wurde. Der Gegenentwurf scheint mir die Selfmademillionärin oder der Selfmademillionär zu sein. Sich durchschlagen um jeden Preis“ scheint hier die Devise zu sein. „Sich durchsetzen“ mit allen Mitteln. (Nach der Logik der Kapitalgesellschaften) Geld einsammeln von anderen Personen und dabei Sicherheit vorspielen, auch wenn man total unsicher ist.
Auf ein Ziel fixiert zu sein und kurzfristige Trieberfüllung dafür verschieben zu können, das ist es, - immer gewesen. Die bessere Idee haben, hart arbeiten, permanenter Wettbewerb, Rücksichtslosigkeit. Die harte Haltung der Umwelt gegenüber internalisiert haben, sie zur eigenen Persönlichkeit werden lassen und damit spielend auf andere Personen so zugehen, dass ich diese eigenen Wesenszüge gewinnbringend einsetze, dass ich möglichst smart und soft erscheine. Einen gewissen Lebensstil als Selbstverständlichkeit pflegen, weil einem dieser nach eigener Einschätzung „zusteht“. Die Fähigkeit, rechtzeitig umsteigen zu können - also eine Firma (mit all ihren Beschäftigen, die ja etwas zu dem „Erfolg“ beigetragen haben könnten) - zu verkaufen - scheint auch etwas zu sein, was solche Menschen auszeichnet. Mitmenschen scheinen für solche Unternehmerfiguren nur eine austauschbare Größe zu sein, die einem selbst nützen. Den Weg dazu eben oft auch neue Technologien, deren Eignung als Kapitalvervielfältigungsmaschine diese Leute früher als andere Personen erkennen und für sich zu nutzen versuchen. Die nötigen Phrasen, um dies als große Egostory zu „verkaufen“ haben ihnen meist einschlägige Think Tanks (Gedankenfabriken) oder ihre Verbände (als „notwendiges Übel“) nahe gelegt. Sie sind meist gestanzt und klingen etwas phrasenhaft. Tiefer darüber nachzudenken bleibt meist keine Zeit oder bringt keinen Profit. Delegieren an fähige(ere) Personen ist auch etwas, was man als solche Figur gelernt hat (auch wenn es noch genug Unternehmerfiguren "alter Prägung" gibt, die vorgeben, alles besser zu wissen).
Mittwoch, 7. Januar 2026
Optimierung
„Innere Optimierung“. So etwas wie Selbstoptimierung lehnte ich stets ab, weil ich – kurz zusammen gefasst - mich nicht einem System, einer Richtung, einem „Flow“ anpassen und mich einer Richtung „gefügig“ machen wollte/konnte. Es geht um Ziele, Werte, Normen. Den Preis für solches Verhalten habe ich bezahlt, denke ich. Meine Individualität beruhte oft darauf, den „eigenen Weg“ zu suchen - und nicht das, was mich scheinbar optimal voran brachte in den Strukturen dieser Wirklichkeit. Wie sehr diese „Wirklichkeit“ manipulierbar und veränderbar ist, habe ich unter anderem auf der Universität im Fach Soziologie erfahren, wo es unter anderem um die Erforschung von „Lebenswelten“ ging. Es gelang mir nicht, ich wollte es nicht, mich in diesen Anforderungen des Lebens zu verlieren, auch mein „Eigensinn“ und mein Beharrungsvermögen machte mir da zuweilen einen Strich durch die Rechnung. Eine kritische Distanz zu allen Dingen hatte ich sowieso mit dem Zeitgeist aufgesaugt, hinterfragen war da eher „mein Ding“. Schein und Sein in ihrer Beziehung zueinander zu betrachten, das schien in mir angelegt. Es gibt nicht nur im schwäbischen Pietismus, mit dem sich etwa der hier um die Ecke geborene Schriftsteller Hermann Hesse auseinanderzusetzen hatte, den „breiten und den schmalen, steinigen Weg“. Über Hermann Hesse, der auch und gerade in den USA sehr angesagt war, hatte ich gar meine Magisterschrift verfasst. Den amerikanischen Vulgär-Materialismus freilich lehnte er genauso wie ich radikal ab. Ich erinnere mich da an so manch heftige Diskussion mit „Kollegen“, die, wie die meisten Journalisten, im gängigen Vulgär-Materialismus verhaftet waren („Was ich nicht sehe, glaube ich nicht“). Über meine Reaktionen auf solche Einstellungen geben unter anderem auch meine Posts auf Facebook Aufschluss. Jaja, da fällt mir ein: Hesse lebte lange in der Schweiz, unter anderem in Montagnola im Tessin. Dort malte er auch viel. Aber was ist das alles angesichts der „Trump-Welt“? „Fake-News“ und ähnliche Phänomene. Durchregieren. Machtgetue. Narzisstische Peinlichkeiten. Auch wenn man selbst sich als konservativ bezeichnet, kann man damit, so meine ich, nicht unbedingt glücklich sein. Wohin treiben die USA?
Montag, 9. Oktober 2023
Wer ist schlauer als "wir"?
Die Symptome eines Zusammenbruchs gab es schon lange. Hemmungslos befriedigten gewisse Leute ihre Profitgier, was ja in der Freien Marktwirtschaft geradezu angesagt und gefordert ist. Ob es dabei auch Langzeitfolgen zu gewärtigen gibt, scheint zunächst dem Funktionieren eines Systems geschuldet und in der Anonymität zu verschwinden. Kalte teilnahmslose Gesichter überall, wenn man durch die Straßen geht. Jeder Mensch ist des Menschen Feind, so hat es einst einst einer gesagt, der sich als Philosoph feiern ließ. Wie wahr das alles wurde! Wie es sich eingegraben hat in Seelen, wie es verinnerlicht wurde! Doch die „Normalität“ brökelt immer weiter: schon werden Sicherheitsdienste engagiert, werden Mauern errichtet und Gewehre geladen. Amokläufe scheinen in Mode zu sein. Terrorismus ist etwas in den Hintergrund gerückt. Wir werden in fremde KI-Welten gezogen, die die Trennung zwischen analoger und digitaler Welt verschwimmen lassen (...was zuvor durch Videospiele etc. längst eingeübt war. Fake News. Alternative Fakten. Die KI könnte uns überflüssig machen, weil sie schlauer ist als wir. Doch Fortschrittstechnokraten betreiben KI weiter. Immer weiter bis zum Untergang. Wer schlau ist, der zielt „Volle Kraft voraus!“ auf die Klimakrise, verstärkt sie in Wirklichkeit, übt keinerlei Rücksicht, zerstört sich und andere womöglich schleichend, trotz Privatjet und dem allem…. Alles wird anonym. Die Erbengeneration in Schland erbt und weiß nicht, wohin mit der Kohle. Die Welt, wie wir sie kannten, gerät aus den Fugen.
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The symptoms of a breakdown have been around for a long time. Certain people unrestrainedly satisfied their greed for profit, which is all the rage and demanded in the free market economy. Whether there are also long-term consequences seems to be due to the functioning of a system and to disappear in anonymity. Cold listless faces everywhere when you walk through the streets. Every human being is the enemy of the human being, as someone once said who celebrated himself as a philosopher. How true it all became! How it was engraved in souls, how it was internalized! But "normality" continues to crumble: security services are already being hired, walls are being erected and guns are being loaded. Killing sprees seem to be in fashion. Terrorism has taken a back seat. We are drawn into alien AI worlds that blur the separation between the analogue and digital worlds (...which had long been practiced through video games etc. Fake news Alternative facts AI could make us superfluous because it is smarter than we do. But progress technocrats continue to operate AI. On and on to the point of collapse. Those who are clever aim "Full steam ahead!" at the climate crisis, in reality amplify it, show no consideration, possibly destroy themselves and others insidiously, despite the private jet and All this... Everything becomes anonymous. The heir generation in Schland inherits and does not know what to do with the money. The world as we know it is falling apart.
Mittwoch, 8. März 2023
So geht's zu!
Das Gefühl, das schon morgens einsetzt: sich fertig machen zu lassen, sich ausbeuten zu lassen und dafür auch noch dankbar sein zu müssen. Du hast ja einen guten Arbeitsplatz!! Musst dankbar sein, Facharbeitermangel hin oder her! Standardreaktion: sich stark und stärker mit dem Job zu identifizieren. Das kann heißen: mit einem Kittel rumrennen, der den Aufdruck/das Logo dieser Firma trägt. Stolz herzeigen: Ich bin einer von ihnen! Doch eines Tages kriegt man einen anonymen Arschtritt von einem Funktionär dieser Firma, von einem, der ja auch nur Teil einer Hierarchie ist und ein Umsetzer. Und dessen Chefs sind – wie sie gerne behaupten – Teil eines Gesamtsystems, in dem es um Rendite und Profite geht, um Behauptung in einem „globalen Wettbewerb“. Der Mensch ist eingespannt oder spannt sich selbst ein in einen Mechanismus. Die Leute vom Staat und seinen Ämtern, Behörden und Institutionen werden kommen, um einen fertig zu machen. Danach werde/würde/könnte man „Sozialfall“ sein. Man wird verloren haben. Verrecken ist dann angesagt. Gewinner sind diejenigen, die früh im Leben begriffen haben, um was es geht. Umgang mit dem Regelgeflecht, Manipulation desselben zum Profit der Mächtigen und Gewinner. Diejenigen, die heutzutage e-mobile SUVs oder allradgetriebene Future-Riesenlimousinen ausfahren und auf diese Weise vorzeigen, wohin sie es in dieser Gesellschaft gebracht haben, wohin es gehen wird. Der Statusgedanke, das vergewissern durch „Zeigen“: ein uralter Mechanismus. Hordenexistenz.
Mittwoch, 18. Januar 2023
Hinterher hetzen
Das Internet und allerlei smart moderne Technologien vernetzen den Menschen immer mehr, machen alles schneller und leistungsfähiger (wobei auch die "Künstliche Intelligenz" (KI) eine Rolle spielt). Wie lange und wie weit können wir das noch mitmachen? Wie weit geht das? Gibt es Grenzen? Wer ist wir angesichts all der willfährigen Geister? Wir müssen wohl auch in der Krise wachsen, so lange wir die gegenwärtige Wirtschaftsform pflegen. Wachstum ist im Kapitalismus Pflicht. So geraten wir immer noch ein bisschen mehr unter Druck. Die Erwartungen, nicht zuletzt durch uns selbst, steigen. Wir sollten, wir müssten.... Dadurch hinken wir ständig unseren Ansprüchen hinterher, genügen nie, geraten im schlimmsten Fall in Umstände wie Burnout, Depression, vollkommener Stillstand usw. Alles wird stumm und starr, es bewegt sich nichts mehr, auch in uns selbst. Das alles scheint ein Zwang. Doch wo kommt er her? Wer redet denn hier von „System“ oder „Kapitalismus“? Große Häuptlinge haben das ohnehin verinnerlichte Motto „Wachstum über alles“ längst vorgegeben, sie lassen es bimsen und immer wieder neu lernen. Sie drücken es in die Köpfe. Wollen wir dabei bleiben beim Mainstream, bei der gesellschaftlichen Erfahrung, müssen wir da scheinbar mitmachen. Der Zwang, der Druck, der Drang zum Ökonomischen durchdringt inzwischen alle Lebensbereiche. Arbeit, Bildung, Familie, Liebe, Natur: Die Steigerung, Optimierung, Beschleunigung bildet die Erwartung. In uns. An uns. Wohin geht das? Was ist da gut für uns? Wo geht das hin?
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