Reise durch Wirklichkeiten

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Montag, 16. Mai 2022

Ganzheitlich?

Ich will möglichst alles integrieren und zu einem Gesamteindruck zusammenfassen: Texte, Lyrik, Fotos, Musik...usw. Das alles bin ich, macht mich aus - und das sind meine Ego-Botschaften. Und genau darin gleicht das einem Modell für viele, ist nicht gar so persönlich, wie uns die verschiedenen „Wirklichkeitsbestätiger und -verstärker“ weiß zu machen versuchen. Im Grunde hängt das alles damit zusammen, dass ich Herz, Gemüt und Verstand als zusammenhängend betrachte, dass das Zusammenhängende wohl mein Ich ausmacht. Dazu freilich will ich nicht allzu viele selbstgefällige Aufsätze absondern. Ich habe zu berücksichtigen, dass wir in unserer Gesellschaft dazu neigen, die einzelnen Bereiche einer Person sich gegenseitig (ja, sogar "innerhalb" eines Egos...) entfremden zu lassen und dann zugunsten eines Produktionsprozesses einen einzelnen „auszubeuten“, indem nur ein bestimmter Teil seiner Persönlichkeit dem Verwwertungsprozess zugeführt werden soll. Leider sah ich dies erst zu Ende meines bewussten Lebens in größerer Klarheit, denn zuvor schenkte ich dieser Einstellung zu wenig Aufmerksamkeit. Ich nahm stillschweigend an, es im Überblick und in einer halbwegs vertragenen Mimikry für meine Verhältnisse besser zu machen, irgendwie halbwegs anständig durch zu kommen. Eine frühe schwere Krankheit war mir eine Warnung. Ich änderte so manches. Aber der Trott des Alltags schien mich zu lange in eine andere Richtung zu führen.

Donnerstag, 7. Januar 2021

Regierung und Regierte

Man könnte das Ganze in den USA ja auch mal anders sehen: Ob der gestrige Sturm aufs Capitol nicht auch ein Ausdruck der Entfremdung zwischen Regierten und Regierung zu sein scheint? Mir scheint aufschlussreich zu sein, dass es am Anfang des ganzen Vorgangs hieß, dies sei den Anhängern eine Art Inszenierung, ein abgehobener Traum. Es mag sich die Frage erheben, ob sich nicht die etablierte Demokratie in den USA als Ganzes nicht auch einer Inszenierung nähert, oder längst angenähert hat? Und das eingedenk dessen, dass die USA einst eine Art Lehrmeister der Demokratie waren? Ob nicht die Werbung insgesamt eine Inszenierung zu erzeugen scheint, die uns immer mehr umgibt? Ob mittlerweile nicht nur in den USA Demokratie gespielt wird, dort, wo ganz andere Kräfte den Lauf der Dinge bestimmen? Natürlich ist der noch amtierende Präsident ein Trottel und sein dummes Geschwätz von Wahlbetrug ist ein unerträglich narzisstisches Geschwafel. Dass es auch hierzulande politische Kräfte zu geben scheint, die dem folgen, erscheint mir unsäglich. Peinlich, das. Aber es mag alleine schon aufschlussreich sein, dass nahezu niemand aus der herrschenden politischen Klasse hierzulande dies klar zu benennen vermag, ja manche Kräfte scheinen alleine schon die Nennung des Namens Trump zu vermeiden…... Ob nicht nur das darauf hinzuweisen scheint, dass es in Deutschland, ja in ganz Mitteleuropa, nicht auch eine solche Entfremdung zwischen Regierten und Regierung gibt? Hoffnung gibt da, dass der Name Biden für Ausgleich und Versöhnung steht. Und wir sollten vielleicht versuchen, gewisse Fehler nicht zu machen.......

Mittwoch, 13. Mai 2020

Konsumverstopfung

Was war alles im Gespräch? Noch vor wenigen Tagen? Man diskutierte, wog ab... Ansprüche reduzieren, hieß es, etwas schaffen, das auch dann stabilisiert werden kann, wenn die nächste Krise droht. Es ging um Autonomie, Unerpressbarkeit durch Konzerne, gesundheitliche ökologische Ressourcen oder eine drohende Sinnkrise. Diese Gesellschaft wird krank, so hieß es, weil die Ereignisdichte, die Reizüberflutung, weil dies alles zur Entfremdung führt, der Erfahrung, dass wir ein Rädchen in einem (digitalen) Getriebe werden, zu Nummern und Zahlen in Kalkulationen. Gibt es Zuwächse an Verfügbarkeit? Ist da eine Stagnation des Glücks, weil Stagnation droht? Es droht wohl so etwas wie Konsumverstopfung. Gibt es Grenzen des Wachstums? Weiteres Wachstum mag unverantwortbar sein. Nach folgenden Generationen keine Chance lassen. Geht das? Ökologische Grenzen nicht respektieren. Es reicht möglicherweise dabei nicht aus, auf die Technik zu verweisen. Vielleicht sollten auch Verhaltensänderungen sein.

Und jetzt? Herrscht das Bewusstsein, alles sei vorüber. Die Gesundheitsämter, die jahrelang kaputt gespart wurden, sollen fit genug sein und für den Föderalismus stehen. Außerdem gibt es wohl viele Bescheidwisser, die in großen Gruppen zusammen stehen und in den Biergärten sitzen. Nun ja, Skepsis mag da angezeigt sein. Auch gegenüber der Weisheit der Eigenverantwortung. Die Fleischverarbeiter in Nordrheinwestfalen und ihre Unterbringung stehen wohl auch Missstände, die es schon vor Corona gegeben hat. Zudem wird in meiner Umgebung beklagt, dass die Reinigungskräfte nicht so zur Verfügung stehen, wie gewünscht. Es soll gefälligst unser Dreck weg geputzt werden. Ob das ein Schritt in die „Normalität“ oder in die „neue Normalität“ sein soll?


Dienstag, 5. Mai 2020

Grinsende Lächler zur Unterhaltung

Grinsende Lächler überall in den Medien. Wenn die Kamera ein wenig zu lange drauf bleibt, wird die Maske jedoch sichtbar, die das bedeutet. Überall scheint der Schein zu herrschen. Die Maske. Das sich gegenseitig etwas vormachen. Die Wahrheit und die Wahrhaftigkeit haben es schwer. Die Gesichtsoperationen, derer, die es sich leisten können, beherrschen das Feld. Die Ganzkörperoperationen und die kleinen Mäuschen aus dem Solarium, die sich besser fühlen, wenn sie ihr ganzes und auch noch letztes Geld  selbst unter erschwerten Krisenbedingungen dafür ausgeben. Die dadurch, wie sie lächelnd erklären, „einfach mehr Selbstbewusstsein“ haben. Die beim Schein mit dabei sind, zum Schein. Die gute Laune der beautiful people als Maskerade, als "Role model" und als sowohl bewusstes als auch unbewusstes Vorbild. Das absurde Spiel der elektronischen Medien und das ,was sie den Menschen antun. "Alles, was wir wissen, wissen wir aus den Medien", sagte der Soziologe Niklas Luhmann. Doch was transportieren diese Medien? Unterhaltung kommt zunehmend als Verdummungsmaschine rüber. Als Suchtmittel für die Doofen. Als Verwirrung. Als Überhöhung und gleichzeitig Verkehrung der Realität. Erpressung durch die Globalisierung. Ob das am Ende gar zu einer neuen Fremdenfeindlichkeit führt?


Sonntag, 4. August 2019

Sportlakaien?

Wie sie kriechen und den „Erfolg“ anbeten! Eben noch ging eine Person für sie in der Masse unter….., kaum hatte sie Erfolg, wird sie unterwürfigst zum Interview gebeten und hofiert! Der Gewinner nimmt halt alles für sich in Anspruch….. es kommt halt darauf an, zu den Gewinnern zu gehören. Mir kommt es manchmal so vor, als seien unter den Verbreitern die Sportjournalisten die Unreflektiertesten überhaupt, die Fixiertesten und die Falschesten! Der „Tunnelblick“, die reine Fixierung auf „die Leistung“ wird verherrlicht, als Motor einer Entwicklung in unserer Gesellschaft, in der „Leistung“ samt der damit einhergehenden Spezialisierung ja auch als einer der höchsten Werte gilt, die gleichwohl aber solche Werbung nötig hat, weil die Leute zunehmend nicht mehr bereit sind, sich für den „Erfolg“ und den damit verbundenen Segnungen zu ruinieren.
Gibt es Pressekonferenzen, so werden unglaublich devote Fragen nach persönlichen Befindlichkeiten gestellt, als sei nahezu alles in dieser Welt gottgegeben….. Ob vielleicht Sportjournalisten auch dafür ein Organ haben könnten, dass der Sport zunehmend eine Funktion in dieser Gesellschaft zu verrichten scheint, dass gewisse Entwicklungen in internationalen Funktionärsriegen Entwicklungen in unserer Gesellschaft spiegeln könnten und dass man dies nicht nur „anbeten“ und „verherrlichen“ sollte? Ob Doping ein Thema ist? Der Betrug in all seinen Erscheinungsformen? Der Tunnelblick auf die eigene "Leistung" ohne jedes gesellschaftliche Verantwortungsgefühl? Ob man uns eine heile Welt vorführen soll, in der nur "die Leistung" gilt und nichts anderes? 
Ja klar, es werden berufliche Erwartungen an einen gerichtet, jeder muss da schauen, wo er bleibt usw. Das Muster kennen wir: Niemand ist für nichts verantwortlich, es gilt nur, mit „Entwicklungen“ mitzuhalten. Dabei gilt es, möglichst dauernd zu lächeln. Das hat man trainiert. Darauf ist man eingeschworen. Ob das einen Einfluss auf „das Publikum“ hat? Ob es sich an Künstlichkeiten und Falschheiten gewöhnen soll?

Dienstag, 19. März 2019

Gesundheitserfahrungen (2)

Das Folgende ist ganz und gar subjektiv und basiert auf Erfahrungen, die ich in den vergangenen Tagen in einem deutschen Krankenhaus gemacht habe: Es wird einem der Eindruck vermittelt, als sei man eine Durchlaufposition und ein Massenartikel. Man muss dankbar sein, wenn man wenigstens technisch richtig behandelt wird. So funktioniert „das beste Gesundheitssystem der Welt“. Man durchläuft verschiedene Maschinenstationen, es werden Medikamente eingeworfen und es wird mit einem umgegangen, als sei man ein wertloses Stück, dessen Behandlung halt von einer Krankenkasse bezahlt wird und das dadurch erst seinen Wert erhält. Man ist eine Zahl und Position, man muss bei allem froh darüber sein, dass nicht alles schlimmer ist, Faktoren wie Wechselwirkungen zwischen Medikamenten, plötzlicher Wechsel der Lebenssituation zwischen zuhause und Krankenhaus, psychosomatische Komponenten usw. scheinen keine Rolle zu spielen, oder sie zucken in Form von nicht kommunizierten Entscheidungen vom Himmel der Medizin.“Visiten“ gibt es ja wohl kaum noch, dem Patienten wird wenig von dem mitgeteilt, was mit ihm gemacht wird. Es wird mit ihm „umgegangen“... Die Zweiklassenmedizin scheint große Durchschlagskraft zu haben, bestimmte Ärzte verhalten sich auch streng danach, - und man soll dafür auch noch dankbar sein...

Mittwoch, 5. Dezember 2018

Stadt - Land

In Frankreich sind die „Gelbwesten“ jetzt auch in Paris unterwegs, nachdem sie ursprünglich von der sogenannten Provinz ausgegangen waren und sich Steuererhöhungen nicht mehr gefallen lassen wollten. Es wird nun so bei uns so verkauft, als seien sie besonders mit ökologischen Steuererhöhungen oder Klimasteuern nicht einverstanden und würden nun stänkern und stinkern. Doch es scheint wohl eher so, dass sie mit der gesamten Steuerbelastung nicht einverstanden sind und die ökologischen Steuern nur ein letztes Glied in einer Kette von Umverteilungsmaßnahmen von unten nach oben sind. Wer dagegen auf die Straße geht, hat meine Sympathie. Sicher, Paris ist die Metropole, von der in einem zentralistisch geordneten Staat alle abhängig sind. Doch wie sieht es in unserer ach so föderalistisch organisierten Wirklichkeit aus? Die Verkehrsstruktur ist inzwischen auf dem Lande eine völlig andere als die in der Stadt. So sympathisch einem das Fahrrad vorkommen mag: auf dem Land ist es nicht das Verkehrsmittel der Wahl, insbesondere dann nicht, wenn es regnet wie zum Beispiel jetzt. Es ist doch so: Ganze Gegenden und Regionen werden abgehängt, Krankenhäuser, Banken, Gerichte, Arztstandorte werden geschlossen, Verwaltungseinheiten „rationalisiert“ und neu organisiert zugunsten „großer Einheiten“. Es scheint dass dabei der Staat die heftigsten Rationalisierungskampagnen durchsetzt. . Wirtschaft macht Profit, wie vom System vorgesehen und politisch gewollt. Behörden geben sich arrogant, fahren Doktortitel und Professoren auf, sie verfügen, beschließen, setzen durch, entscheiden einsame Beschlüsse, schieben Sachzwänge vor, sehen die Verantwortung bei anderen, verschanzen sich hinter juristischen Phrasen, die niemand versteht. Die Infrastruktur gewisser (vor allem ländlicher) Gebiete verfällt aber während dieser Zeit regelrecht,....
Ministerpräsidenten und politische Entscheidungsträger fahren mit riesigem Gefolge, mit Referenten, Sprecher, Polizei und Sicherheitsleuten von ihren urbanen Burgen in den Hauptstädten aus in Kolonnen riesiger Limousinen vor und vorbei und an allem und jedem vorüber, sie machen Termine zu Gesprächen aus, sie versprechen finanzielle Leistungen, Versprechungen, die sie sodann nicht einzuhalten pflegen. Sie blocken ab, beschwichtigen, wiegeln ab, nutzen die Lage (aus), versuchen, Stimmen zu gewinnen, Bürgerinitiativen zu beschwichtigen, demonstrieren Bürgernähe und „Stallgeruch“, sind bei „Events“ dabei, lassen sich Unterschriftenlisten unterbreiten oder vorlegen, sie schütteln Hände, lassen sich erklären, hören zu, „fischen ab“. Fahren wieder ab in Richtung ihrer Festungen, die sie in ihrer Mächtigenblase vor allem Berlin und der nächsthöheren Hierarchiestufe zu erklären haben… aber kaum Bürgern, schon gar nicht denjenigen auf dem Lande. Örtliche Vertreter der Parteien führen Gespräche, machen sich gemein, geben sich demokratisch und volksnah und - können dann offenbar doch nichts tun. Die Durchlässigkeit von Informationen von unten nach oben ist halt nicht ganz gewährleistet. Die Strukturen der scheinbaren „Alternativlosigkeit“ und der Sachzwänge sind scheinbar stärker. Ob sie ausreichen, riesige Funklöcher rechtzufertigen?
Es herrscht Ignoranz und Arroganz der Macht, auch wenn sie scheinbar nur auf Zeit verliehen ist, waltet und breitet sich aus, sie tötet ab, produziert Wut und Resignation.Abstände zwischen Lebenswelten werden größer. Anliegen werden zeredet in Gesprächen mit Nach- und Untergeordneten, mit lakaienhaft funktionierenden Untergeben des Apparats, der in sich aufgesaugt hat, sie verpuffen, prallen an staatlich wohlbestallter und pensionsgestützter Ignoranz ab. Die Verbindung der Kommunalvertreter oder Kommunalpolitiker „nach oben“ scheint nicht sehr von Einfluss geprägt zu sein. Vertreter von Bürgerinitiativen und Begehren der „Zivilgesellschaft“ sind hilflos. Mitglieder einer rechtsgerichteten Protestpartei nutzen die Lage der Unzufriedenheit aus, geben sich volksnah, nutzen die Lage mit allerlei populistischen Methoden, sind dabei, sind anwesend, wenn sich etwas regt und tut. Sie saugen ein Potential der Unzufriedenheit auf, sie absorbieren Stimmungen und nutzen sie aus. Sie setzen sich scheinbar für lokale und regionale Belange ein, sie sind bei Protestversammlungen gegen Schließungen und Verödungen der Infrastruktur dabei, sie sind dabei beim „Begehren“, sie scheinen sich für direkte Demokratie einzusetzen und werben für ihre Partei, in der sich Großstädter, Politiker und Regierungsbeamte flott und unverschämt bereichern. Diese Gruppe formuliert gerne in Reden mit steilen Thesen, wie sie die Lage einschätzen. Sie wiegeln auf und zentrieren den Protest, sie geben ihm Ausdruck, sie geben sich lebensnah heimatverbunden und gießen daraus volkstümliche Reden. So werden langsam Prozentzahlen, Einfluss und Macht daraus.

Samstag, 29. September 2018

Falsch disponiert

Leute sind an dir vorüber gegangen. Du hast versucht, sie zu begreifen, wähntest dich ihnen nahe. Doch letztlich blieben sie unbegreiflich. Klar, hättest du das eine oder andere Mal mehr auf sie zugehen können, hättest ganz betont den Dialog suchen sollen und Rituale der Gemeinsamkeit vollziehen (nach deiner eigenen Einschätzung tatest du das viel zu oft...). Doch erstens: war der Moment deiner Ansicht nach jeweils nicht danach. Du warst auch zu träge, zu unbeweglich, warst vielleicht auch zu enttäuscht. Zweitens hattest du stets einen gewissen Stolz, der es dir verboten hatte, dich anzudienen, dich anzubieten..... Du erinnerst dich noch, als du mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus lagst, solltest du eine bestimmte Person anrufen (was du schließlich auch tatest...), weil jene dir gegenüber freimütig bekannte, dass sie deine Telefonnummer vergessen oder verlegt hatte. Sie tat überrascht und - so konntest du zweifelsfrei schließen - hätte dich nie im Leben angerufen. Wow, du warst für diese Person verschwunden und es machte dieser Person nichts aus! Du hast einigermaßen daraus gelernt, als genau diese Person zum zweiten Mal verschwand. Überhaupt waren plötzlich viele der Leute verschwunden, zu denen du glaubtest, eine Art persönliches Verhältnis zu haben. Sie hatten einen anderen Umgang, zu dem so etwas wie Solidarität nicht zu gehören schien.
Ich hatte geglaubt, mit jener Person (in diesem Falle weiblich...) relativ intime Details ausgetauscht zu haben, hatte sie in meine Seele blicken lassen. Das Erotische schwang zwar mit, war aber in diesem Falle nicht wichtig. Es war mehr die Kommunikation an sich. Doch offenbar wurde dies "Grundmenschliche" alles weggeworfen, spielte keine Rolle, wurde vergessen, verlegt, zerlegt, war längst zermahlen im Treibsand der pseudo-familiären Umgänge. Es wurde ganz offensichtlich bedeutet, dass man dieser Person nichts bedeutet hatte. Hm. Meine Lehre: Man war ganz offenbar „auf dem falschen Dampfer gewesen“. Man hatte sich selbst die Realität schöngeredet, hatte gelaubt dort, wo Skepsis angemessen gewesen wäre. Ob man dadurch zynischer geworden ist? Mag sein. Aber auch realistischer. Vielleicht hat es ein kleines Stück dazu beigetragen. Wie so manche ähnliche Erlebnisse, die merkwürdigerweise alle ziemlich negativ waren. Ja, man war doch offen dem Positiven gegenüber, hätte nichts dagegen gehabt.... aber die Wirklichkeit spielte andere Spiele. 
Blödsinnigerweise zeigte alles in eine andere, eine negativere Richtung..... Ob einem das jetzt ein Recht zum Selbstmitleid gibt? Diese Frage können nur Leute stellen, die aus irgendeinem Grunde nur Positives erleben, die so richtig positiv in die Welt hinaus blicken und nur das Wahre Gute wahrnehmen. Schön, wenn das möglich ist! Sorry, ich kann das nicht, habe es nicht gelernt. Ich weiß: das Positive sehen, das Negative nicht an sich heran lassen... usw., diese oft gehörten Phrasen. Aber jetzt ist sowieso einiges anders. Mir ist das inzwischen alles egal. Ich komme sowieso nicht mehr dahinter, erfasse die dahinter stehenden Strukturen nicht. Ich kann meine Erkenntnisse nicht einbringen. Ich spiele da nicht mit. Meine Überlegungen vermodern zugunsten all der Willy Wichtigs.....
Sollen sie uns doch die Welt erklären! Du hast Leute kennen gelernt, die stets etwas bestimmtes von dir wollten. Anderes nicht. Ganz bestimmt und gezielt. Das ist für mich der Inbegriff der Entfremdung. Man sucht sich an einem anderen etwas aus, was man von ihm will. Auf den Rest legt man keinen Wert. Ich habe das oft gemerkt und reagierte darauf sauer, wurde vielleicht auch mal unfair. Aber ich wollte nicht nur einen gewünschten Teil von mir geben. Ich wollte möglichst in meiner Gesamtheit akzeptiert werden. Ich wollte viel dafür tun, erwartete das aber auch von jemandem anderen.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Was sein könnte

Wir könnten anstreben, unsere Gesellschaft auch in Zukunft weitgehend egalitär zu halten, was heißt, ökonomisch und anders bedingte Statusunterschiede möglichst gering zu halten und die derzeit von allen Seiten auf uns einströmende Polarisierungstendenzen gering zu halten („Die Schere zwischen Arm und Reich...“ u.a.). Wir könnten versuchen, in jeder Hinsicht eine Vielfalt zu bewahren und deren Wert gegenüber dem Einseitigen, Eintönigen, Einheitlichen klar zu sehen. Es gilt vielleicht, noch viele Dinge kennen zu lernen, mit den jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln auch den Kosmos und den größeren Zusammenhang zu erkunden, damit auf Tuchfühlung zu bleiben. Angesichts der vielen digitalen Verblödungsmechanismen könnten wir versuchen, uns Wissen anzueignen, um mit Wissen/Fakten besser umgehen zu können, es in einen Zusammenhang bringen zu können. Es gilt auch zu verschieden motivierten Führerfiguren auf Distanz zu bleiben, sich niemals auszuliefern, sondern sich selbst und die Möglichkeiten des eigenen Selbst dagegen zu setzen...., dies mag auch eine mögliche Haltung zu Verdinglichung und Entfremdung sein, die uns in mannigfacher Gestalt begegnen und uns samt unserem Umgang schleichend aufzufressen drohen. Es gilt, Spannungen und das Nichtwissen auszuhalten, Widersprüche zu ertragen und sie nicht in eine falsche Einheit auflösen zu wollen. Wir sollten auch eine Distanz zu kollektiven Zusammenhängen wagen und keinesfalls eine fremdgeleitete Identität daraus ableiten. Uns nicht bestimmen zu lassen, sondern uns selbst zu bestimmen, könnte ein Ziel sein.