Reise durch Wirklichkeiten

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Dienstag, 5. Juni 2018

Ursprung in der Zeit

Woher kommt das alles? Der Urknall könnte etwas ausgelöst haben, was nun mehr als 13 Milliarden Jahre andauert. Hm, ob das etwas lange ist? Nun ja, es musste einiges geschehen, bis das Leben als Evolution so richtig loslegen konnte. Sterne und Planeten rasen zwar lange hin und her. Aber es brauchte auch lange, bis es da so etwas wie Veränderung gab. Vorgänge in der Natur lassen sich halt nicht in kürzere Zeiteinheiten pressen, - wie es etwa der heutige Mensch so gerne hätte. Vor tausenden Jahren dauerte eine Schwangerschaft 9 Monate. Heute ist das immer noch so. Das Universum hat Milliarden von Jahren gebraucht, um die Elemente zu erschaffen, aus denen alles besteht. Milliarden Jahre, bis sich Galaxien gebildet haben und sich unser Sonnsystem geformt hat. Und weitere Milliarden Jahre, bis Sauerstoff in die Welt kam und damit vielfältiges Leben. Wir haben viele Dinge beschleunigt, aber nicht den Lauf der Natur. Die Zeit, so glauben wir heute alle, könnten wir beherrschen. Wir könnten sie verdichten und für uns arbeiten lassen.
Der Mensch vergöttert sich selbst, sieht sich gerne als Krone der Schöpfung, die er unentwegt verbessern und als Evolution beschleunigen will. Zuletzt war und scheint auch die Gentechnologie CRISPR ein Weg dazu zu sein. „Memento Mori....“, „bedenke, dass du sterben musst...“ ist und war unser Schicksal, wogegen sich in uns alles sträubt, was unter anderem die einschlägigen Bemühungen im Silicon Valley (Lebensverlängerung) ausgelöst haben mag. Die Fehler im Genom, die sich mit dem Alter häufen, müssen unbedingt repariert werden. Stoffwechselprodukte innerhalb und außerhalb der Zellen müssen entfernt werden, die Verkürzung der Zellomere muss gestoppt werden....usw. Die Medizin macht darin rasante Fortschritte. Etwa im Bereich der Stammzellen. Erst kürzlich ist es gelungen, Menschen, deren Netzhautzellen absterben, mithilfe von embryonalen Zellen vor der Erblindung zu retten. Ist doch etwas! Wenn wir uns ständig runderneuern könnten, dann könnte so einiges machbar sein. Vor 100 Jahren wurden wir durchschnittlich 50 Jahre alt. Heute sind es 80 Jahre. „The Trend is your friend“ heißt ein Denkspruch. Ob sich der Trend jedoch beliebig wird fortsetzen lassen? Dort, wo jemand glaubt, dass auf technologischen Weg alles machbar sei, mag auch die Bezwingung der Zeit und die allgemeine Erweiterung der Bedingungen und Beschränkung des Menschen erreichbar erscheinen. Doch einstweilen ist uns die Zeit nur geschenkt. Jeder Tag bringt 24 Stunden voller neuer Chancen, unverbraucht, als einen Schatz.... als ein höchst wertvolles Gut....

Sonntag, 7. Januar 2018

Was wäre Wirklichkeit?

Schon Teenager lassen sich Nase und Lippen richten, üben sich im Tarnen und Täuschen, wollen sich verstellen zu anderen Identitäten. Heraus zu finden, wer man selbst ist und gar auf den warten, der das akzeptiert, könnte zu lästig sein. Man kann ja nachhelfen, es kann schneller und besser gehen. In Richtung auf vorgegebene Ideale. Und man hat mächtige Freunde. Maschinen als „Freunde“. Roboterfreunde. Ob Roboter nicht schon bald schlauer als wir selbst sind? Programmierte Einheiten? Erst mal gilt es, abzudriften in bessere Welten.
Die Virtual Reality-Brillen scheinen ja bis jetzt nicht gerade der große Schlager zu sein. Aber sie holen auf. Sie werden eines Tages mit ihren genussvollen Angeboten voll da sein. Erschwinglich. Für jeden. Brillen für alle, die die Augen vor der Wirklichkeit verschließen wollen und sich lieber in Realitäten herumtreiben, die andere für sie ausgedacht haben. Naja, die Gamingindustrie hat sich dies schon längst zum Vorteil gemacht und nutzt das nach allen Regeln aus. Illusionen zu verkaufen ist ohnehin ein altes Gewerbe. Menschen scheinen ja leicht zu manipulieren sein. Die Art, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen, scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen. Wir unterscheiden und differenzieren das, was uns als wichtig erscheint. Berühmt ist in diesem Zusammenhang das Beispiel mit den Hopi-Indianern, die andere Zeitbegriffe als wir haben und die Zeit auch anders wahrnehmen. Aber auch an anderen „Naturvölkern“ sind solche sprachlichen Mechanismen nachzuweisen. Über die Augen und Sinne empfangen wir immer dieselben Reize. In der anschließenden Verarbeitung könnte allerdings die Sprache und die Art unserer Wahrnehmung der entscheidende Faktor sein. Die Realität könnte im Auge des Betrachters liegen.
Viele Beispiele aus dem Bereich der optischen Täuschungen sind uns diesbezüglich ja bekannt. Unser Gehirn ist programmiert durch immer wiederkehrende Prozesse. Es rechnet sie sich mit der Zeit mehr aus, als dass es sie wahrnimmt. Es hat eine bestimmte Art der Realität „gelernt“ und sie sinnvoll strukturiert. Unser Gehirn versucht, aus allem, was wir sehen, Sinn zu konstruieren. So können die Grenzen zwischen Wirklichkeiten auf einfachste Weise verschwimmen. Das menschliche Gehirn hat ja die besten Voraussetzungen dafür, sich täuschen zu lassen. So kann auch eine Virtual-Reality-Brille die Kontrolle über die Realität übernehmen. Diese Teile ziehen uns in ihre Bilderwelten. Man ist erstaunt, hat Angst, ist erschrocken oder erfreut - man erlebt etwas.

VRBrillen sprechen Sinne an, die älter als unser Großhirn sind. Das heißt, sie gehen am Verstand vorbei. Es gilt, Erfahrungen zu machen, ohne sie wirklich zu machen. Wirklich? Was ist Wirklichkeit? Sie scheint auf solche Weisen beliebig manipulierbar zu sein, schöngefärbt, gebogen, verbogen, in bestimmte Richtungen geführt. Der neueste Trend? Avatare. Also künstliche Doppelgänger, Identitäten, in die wir uns hinein- und hinaus geträumt haben. Irgendwann glauben wir tatsächlich an die Realität, die solche Avatare umgibt, egal, wie das Erlebnis zustande gekommen sein mag. Unser Stellvertreter macht Erfahrungen, mit denen wir uns identifizieren. Die Vermischung von Realität und Vorstellung davon wird perfekt sein. In sozialen Medien könnte das bald gängige Praxis sein: man schickt einen Avatar zu abenteuerlustigsten Verabredungen mit anderen Avataren. Sich in einen solchen Stellvertreter hinein zu versetzen, wird erstaunlich gut funktionieren und uns mit allen Mitteln (vor allem der Werbung mit allen Mitteln....wir kennen das ja) schmackhaft gemacht. Nachdenken oder Grübeln? Wird verschwinden. Wir sind auf dem Weg. Weg aus der analogen Welt. Hinein in eine Schöne Neue Welt.... 

Samstag, 6. Januar 2018

Künstliche Intelligenz (8)

Ich lese, dass der Silicon-Valley-Star Anthony Levandowski eine Kirche zur Anbetung von Künstlicher Intelligenz gegründet hat. Lewandowsy soll entscheidend an der Entwicklung von selbstfahrenden Autos beteiligt gewesen sein. Aber klar, es geht hier um die Anbetung eines neuen überirdische Wesens, das unsere Möglichkeiten (weit) übersteigen soll. Es geht nicht mehr um das Dienen, um das Ausführen. Es geht um Imitation des menschlichen Geistes, mit all seinen bisher dem physischen Leben vorbehaltenen Resonanz- und Rückkopplungseffekten. Es geht hier um Macht und Unterwerfung. Da der Mann, der sich selbst auch gleich mal als „Dekan“ der neuen Kirche ausruft, im Silicon Valley in den USA wirkt, war der Schritt zum Pseudoreligiösen ja überfällig. In den USA gibt es aus grundsätzlichen Gründen der Verfassung (sie verspricht totale Freiheit!) und der Historie (die einstigen Auswanderer waren oft Flüchtlinge vor europäischer religiöser Engstirnigkeit) viele Sekten. Und es sollen Roboter gebaut worden sein, die in der Lage sein sollen, ohne Einwirkung des Menschen Roboter-Babys zu züchten, die ihren Eltern intellektuell über den Kopf wachsen - und vielleicht bald die Herrschaft über unsere Wirklichkeit übernehmen könnten? Es soll sich, wie ich mir notiert habe, um ein vorläufig in der Objekterkennung eingesetztes Programm namens AutoML handeln, das durch bestärkendes Lernen in der Lage ist, autonome Formen von KI zu erschaffen. Es mischt sich Angst, das Gefühl von Bedrohung und Entmächtigung, das Gefühl eines Ausgeliefertseins.... Das alles scheint sehr dunkel und ganz offensichtlich dazu geeignet zu sein, uns zu überrumpeln, stärker und klüger zu sein, - aus sich selbst heraus. Das strebt über den Punkt hinaus, ab dem die Menschheit in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit gegenüber Algorithmen unwiderruflich ins Hintertreffen gerät. Sie verkauft es als etwas Erstrebens- und Anbetungswürdiges.

Freitag, 10. November 2017

Gleichmacherei

Silicon Valley strickt schon heftig daran und alle scheinen sich einig zu sein, dass das mehr Glück über die Menschheit bringen wird: Unser Dasein könnte demnach schon bald so aussehen, dass man erst mal alle zehn Jahre in eine Klinik geht, um dort ein Komplettprogramm zu erhalten, das nicht nur Krankheiten bekämpft, sondern auch verfallenes Gewebe regeneriert und eine Art Update für Hände, Augen und Hirn liefert. In der Zeit bis zum nächsten Programm zehn Jahre später erfinden manche Medizintechnokraten dann wieder neue Mittel, Techniken und Tricks, mit denen es dann nochmal ein Stück weiter geht. Auf diese Weise entkommt der Mensch dem Tod in Zehnjahresschritten, - möglicherweise. Die Lebensspanne des Menschen könnte sich auf diese Weise jedenfalls dramatisch verlängern, genauso, wie sie sich auch schon in der Vergangenheit durch verschiedene gesellschaftliche Entwicklungen verlängert hat. Die Welt wird in jeder Hinsicht eine andere sein.
Doch einen Haken hat das Ganze: Solche „Runderneuerung“ werden sich erst mal nur die Reichen und Superreichen leisten können. Die Biotechnik wird die Lebenserwartung erhöhen, - aber nicht für jedermann. Sie wird menschliche Fähigkeiten verbessern können: auch nicht für jedermann. Es könnte sich so eine soziale Klasse herausbilden, die nicht nur reicher als der Rest wäre, sondern auch länger in jüngeren Körpern leben würde. Zum ersten Mal könnte wirtschaftliche Ungleichheit zu biologischer Ungleichheit führen, nachdem in der Vergangenheit immer der Tod „der große Gleichmacher“ war. Ob das mehr Glück in unser Dasein bringen wird?  

Freitag, 16. Juni 2017

Künstliche Intelligenz (8)

Ob bald der Mensch fest mit einer Digitalen Einheit verdrahtet sein wird? Maschinenmenschen bevölkern ja schon allerlei Kinofilme, es scheint die menschliche Seele zu faszinieren. Silicon Valleys dicke Lippe. Ist der Cyborg im Kommen? Die Vorstellung ist, dass Maschinen den Menschen in allen Bereichen unterstützen sollen. Dadurch soll das Leben dann leichter und besser für alle werden. Der Mensch soll weniger arbeiten müssen. Die Angst ist aber, dass Maschinen den Menschen in allen Bereichen bedrohen. Sie könnten den Menschen sogar überholen, dann versklaven und verknechten. Alles könnte außer Kontrolle geraten. Und die Voraussetzung für das alles wäre: Viele Menschen würden keine Arbeit mehr finden, wären in einem System der Produktivität überflüssig.
Es geht bei der Künstlichen Intelligenz ja um Maschinen, die selbständig denken und entscheiden können, die lernen und ableiten, ohne Vorgaben von den Menschen, ohne moralische oder gersundheitliche Bedenken. Keine Kreativität im eigentlichen Sinne sollen sie besitzen, aber selbständiges Auto fahren, das müsste trotzdem drin sein. Billigere Spezialbrillen für künstliche Realitäten sind schon am Lager, Avatare anstelle uns selbst treffen sich mit „Freunden“, aber in empfohlene Restaurants sollen wir dann schon noch gehen. Wir? Wer ist wir? Ob „Virtual Reality“ den alten Hippietraum des Träumens in der Realität wahr macht? Zu jeder Zeit überall sein. Sich jederzeit in andere Welten hineinversetzen können. Freude und Vergnügen empfinden, jederzeit herbeiführen können. Ob sich dadurch auch das Drogenproblem erübrigt?

Samstag, 27. Mai 2017

Zukunft oder Gegenwart?

Ob das Individuum gänzlich anders geworden ist in einer immer schneller sich wandelnden Welt? Zeitungen erklären uns, dass nicht alles anders wird, sondern dass es bereits anders geworden ist. Avatare als künstliche Platzhalter, Cyborgs, Künstliche Intelligenz, Virtual Reality, Deep Learning......der gemeine Mensch denkt da nur: da kommt was auf uns zu! Zuckerberg will uns nur über Gedanken kommunizieren lassen, telephonieren und Sprache wird überflüssig. Die Industrie 4.0 macht uns sowieso alle arbeitslos..... Dann freilich, und spätestens dann, beginnt das große Um- und Nachdenken. Wozu sind wir überhaupt da? Was soll das Rackern und Tun, führt es zu etwas? Ist das nur eine Art Therapie um vom eigentlichen Existieren abzulenken? Um den vielen eine Art vorläufigen Sinn zu verschaffen (was ja auch Jahrtausende lang funktioniert hat.....) Ist die „Arbeit“ (eine von der jeweiligen historischen und materiellen Konstellation diktierte Größe) das, was Sinn verschafft? Sinn? Wo verbirgt sich derzeit diese Größe? Wer ist überhaupt der Bezugspunkt? Der Mensch? Oder irgendeine Größe, die noch entstehen soll? Gibt es dabei Übergangsschwierigkeiten? Wird sich der Mensch als trotziges widerspenstiges Übergangswesen erweisen? Ob wir die gegenwärtig grassierende Hinwendung zu populistischen Tendenzen so verstehen wollen? Ob wir die Lüge als neue Realität akzeptieren und wie weit sie trägt? All das sind Fragen, die aufschimmern, aufscheinen und wieder zu verschwinden scheinen. Die sich diffamieren lassen müssen, als typisch „europäisch“, als zu skeptisch, als die von Bremsern und Bedenkenträgern. Wo solche menschlichen Größen wie Mitgefühl, Empathie oder Nächstenliebe da ihren Platz haben werden? Es ist eine Denkbar der Moderne und des alles verschlingenden Zeitgeists, an der wir uns etwas bestellen, das wir nicht kennen.

Donnerstag, 27. April 2017

Künstliche Intelligenz (7)

Künstliche Intelligenz ist eine, die sich selbst fortwährend selbständig fortschreibt und uns somit aus der Kontrolle geraten kann. Künstliche Intelligenz lernt zu lernen, - und zwar von selbst, aus sich selbst. Künstliche Intelligenz entscheidet selbst, und zwar automatisch. „Deep Learning“ ist dabei einer der Schlüsselbegriffe. Es geht zudem um Kontrolle der Gefahren, die dadurch entstehen. Z.b. das Hacking. Der Mensch, der sich selbst abschafft. Wo bleibt die Ethik dabei? „Big Data“ ist auch so ein Schlüsselwort. Der IBM-Rechner Watson verdaut 200 Millionen Seiten in 3 Sekunden. Er arbeitet inzwischen als Arzt oder als Rechtsanwalt, indem er möglichst alle Daten dieser Welt aufnimmt: „Big Data“. Die NSA & Co. haben es vorgemacht und haben damit in unsere Gegenwart hinein gereicht. An der Börse handeln Computer mit KI in Millisekunden Milliardenvermögen. Mit Künstlicher Intelligenz ausgestattete Drohnen werden sich in wenigen Jahren vervielfachen. Wann überholt uns Künstliche Intelligenz?
Womöglich hat sie uns schon überholt, Verantwortung ist längst abgegeben. Smarthome ist dabei auch so ein Stichwort: Der Kühlschrank bestellt automatisch das, was fehlt. Die Heizung legt schon vor der Ankunft los, die Jalousien senken sich wie von Geisterhand. Technologie passiert rasend schnell, die Entwicklungen sind am Anfang und werden zügig weitergehen. Der Stecker kann längst nicht mehr gezogen werden, alles ist dezentral delegiert an viele Stellen auf dieser Welt. Erpressung ist damit auch möglich. Alles mögliche über alle Menschen wissen ist das Ziel. Roboter werden uns begleiten auf allen Wegen, bis hin zum letzten Gang: Altersheimroboter sind ja bereits im Einsatz. Viele andere werden folgen. Stephen Hawking hat gewarnt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen: 9 von 10 Arbeiter werden überflüssig sein. Maschinen werden vieles besser können. Den Niedriglohnsektor werden weiterhin Maschinen/Roboter übernehmen. Arbeitswelt 4.0 ist dabei das Stichwort. Bei Waffensystemen und selbständigen Drohnen ist Künstliche Intelligenz ohnehin besonders relevant. Doch all das heißt: der einst hoch gehandelte Wert „Bildung“ ist spätestens nach zwei oder drei Jahren überholt, gewisse ethische Maßstäbe gewinnen eine neue Bedeutung,Werte müssen neu definiert werden. Was ist der Mensch? Wo stehen wir dabei?

Mittwoch, 5. April 2017

Künstliche Intelligenz (6)

Jüngst wurde bekannt, dass der US-Milliardär Elon Musk, der als Unternehmer unter anderem mit der Firma Tesla Elektro-Autos baut und mit der Weltraumfirma SpaceX unterwegs ist, sein neuestes Unternehmen „Neurolink“, an der Vernetzung zwischen Mensch und Maschine („Computer“) arbeiten lässt. Zuvor hatte der Tesla-Chef noch gewarnt, dass künstliche Intelligenz die „vermutlich größte Gefahr für unsere Existenz“ sei. Musk sprach damals von einem "direkten Interface zur Hirnrinde". Es handelt sich bei seiner Firma jetzt also um eine direkte Vernetzung von Gehirn und Technologie (Stichwort: „Cyborg“). Dies könne, so Musk, das menschliche Bewusstsein enorm erweitern. Es könnte damit in die Lage versetzt werden, mit der Künstlichen Intelligenz (einigermaßen) mitzuhalten. Der Mann ist ein „Hans-Dampf-in-allen-Gassen“: So will er demnächst gut betuchte Menschen zum Mars bringen. Zudem arbeitet er neben anderen Projekten offenbar am Transport-System Hyperloop - eine Art riesige magnetbetriebene Rohrpost, die Menschen und Waren mit mehr als 1000 Kilometern pro Stunde befördern soll.
Es scheint so, als gründe die Forschung nach "künstlicher Intelligenz" auf der Annahme, dass das menschliche Hirn eine Art komplizierter Computer sei. Dies stimmt mit gewissen Zügen des amerikanischen Denkens überein, das davon ausgeht, dass die Welt vollkommen deterministisch (festgelegt, nach fixen Regeln wie ein Apparat ablaufend) sei. Doch "Intelligenz" ist im menschlichen Sinne nicht einmal ein klar definiertes Wort. Zudem erhebt sich die Frage, ob etwas "Bewusstloses" als intelligent bezeichnet werden kann. Zum Bewusstsein gehört die einigermaßen komplex zustande gekommen Erkenntnis einer objektiven Welt. Algorithmen hingegen müssen jedes Objekt dieser Welt "lernen", ein Abbild erstellen. Menschen hingegen haben ein Konzept davon und verweisen nur darauf. Das könnten Probleme sein, die schnelle Erfolge auf diesem Gebiet vorerst noch im Wege stehen. 

Samstag, 11. Februar 2017

Selbstverwirklichung als Großkünstlerin

Sich überlegen, ob das, was man da tut, das Richtige für einen ist? Das muss man erst mal können. Dazu muss man sich in der Lage sehen, da viele Menschen eigentlich nur arbeiten, um zu überleben. Arbeiten, um gottgefällig zu sein, ist von vorgestern, aber noch nicht ganz überholt. Sie lassen sich jetzt Zeit, um sich die Energie und die Verdichtung ihrer Persönlichkeit abkaufen zu lassen. Sie lassen sich verbiegen, deformieren, scharf machen.... Ob man das wollte im Leben? Irgendwann erhebt sich für einen die Frage. Was für ein Luxus, darüber nachdenken zu dürfen! Das können vielleicht amerikanische Milliardäre oder ähnliche menschliche Erfolgsmaschinen. Ist vielleicht die entspannte Pose, mit der nerdige Waghälse steile Thesen aus dem Silicon Valley vortragen. Investoren? „Denkt darüber nach, wer ihr sein wollt“ wird die US-amerikanische Popsängerin Patti Smith zitiert, eine inzwischen voll und ganz im Establishment angekommene Großkünstlerin, die einem mit einem weiteren Vorschlag Mut macht: Man müsse auch mal einen (Platten-)Vertrag über 100 000 Dollar ausschlagen können.
Jawohl, man muss nicht der Knecht des Geldes sein, so möchte man ihr zurufen. Aber was ist, wenn man darauf angewiesen ist? Wenn man jeden Cent nachzählen muss, weil er einem bis zum nächsten Monatsende weiter helfen könnte? Patti Smith kennt eine solche Welt wahrscheinlich schon lange nicht mehr, obwohl sie liebevoll ihr alternatives Image im Künsterdasein pflegt. Im Gespräch wird auch erkannt, dass es wichtig sein könne, zu wissen, wer man wirklich ist. Ihr Rat in der Jugendbeilage der Süddeutschen Zeitung „Jetzt“: „“Setzt euch jeden Morgen im Bett auf und denkt kurz für euch selbst darüber nach, wer ihr sein wollt. Trinkt vielleicht ein Glas Tee oder Wasser und fragt euch: „Was soll euch dieser Tag bringen. Warum macht ihr euren Job. Tut ihr es für Geld? Ruhm? Oder weil es das ist, wovon ihr immer geträumt habt“.

Ich finde das gut. Ich werde versuchen, es zu beherzigen. Freilich bin ich etwas skeptisch. Job machen und so.... Vertrag ausschlagen.... Ich habe ja gar keinen richtigen Job..... Aber Frau Schmidt hatte ja auch keinen richtigen....... 

Samstag, 28. Januar 2017

Herstellung von Glück

Es gehört zum Glücklichsein dazu, autonome Entscheidungen treffen zu können. Wir können vielleicht alle nur glücklich sein, weil wir unglücklich sein können. Wir können auch nur Freude empfingen, weil wir das Leid kennen. Und: Die Suche nach dem Glück ist vielleicht der sicherste Weg, ins Unglück zu rennen. Glück ist vielleicht etwas, das man nicht optimieren muss und will. Mein Gehirn kann in eine Richtung stimuliert werden, dass man nur schöne Erfahrungen macht. Tolle Bekanntschaften, eine wunderbare Wohnung, den besten Sex...., man ist erfolgreich und führt ein rundum optimiertes perfektes Leben. Der Geist, der durch das Silicon Valley schwebt, will das auch. So jedenfalls wird es kolportiert. Der Mensch soll, wenn es nach diesem Streben geht, bald von einer Cloud umgeben sein, hochintelligente Maschinen werden ihn umgeben, die bei allem helfen, messen und gleich auf chemischem Wege alles ausgleichen: Serotonin- oder Hormonspiegel und viele andere Parameter, damit man glücklich ist. Kaufangebote werden unterbreitet, um in einer kompletten Wohlfühlmatrix zu leben. Silicon Valley verspricht uns, uns von der Diktatur der Freiheit zu erlösen, in dem alle schlechten Möglichkeiten und falschen Entscheidungen ausgeschlossen sind und wir nicht mehr überfordert sind. Entscheidungen werden für uns getroffen....

Mittwoch, 11. Januar 2017

Gottesnähe

Sie sind Gott. Sie hören Gott oder stehen in Kontakt mit Jesus. Sie sind Jesus. Ob das eine psychiatrische Erkrankung ist? Silicon Valley würde sofort fragen, ob man das gentechnisch beeinflussen kann. „Reparieren“. Das muss unbedingt in Mainstream-Bahnen gelenkt und genutzt werden, - wie halt das milliardengestützte Bestreben dort gerne ausgerichtet ist. Was passiert da im Gehirn, wenn es passiert? Wenn man bestimmte Dinge glaubt zu sehen. Es scheint aber auch eine gewisse Form der subjektiven Wahrheit zu geben, die durchaus im Konflikt mit der wissenschaftlich „bewiesenen“ Realität stehen kann, jener von „Wissenschaftlern“ behaupteten Realität, die gerne alles andere für pathologisch erklärt. Ja klar, es muss wiederholbar sein, was behauptet wird. Aber auch der Wahn kann für mich real sein, nur für mich. Ich bin nicht alleine auf der Welt, trete auf vielerlei Art mit anderen Menschen in Kontakt, definiere Abstand und Nähe, versuche eine Einstellung zu Anderen gewinnen. In diesem Moment muss ich mich mit diesen anderen auf einen gemeinsamen Modus einigen. Die Theorie ist, dass die Menschen innerlich mit sich reden, sich dessen aber nicht bewusst sind, so dass sie die eigenen Gedanken nicht als selbst gemacht erkennen können, sondern sie nach außen projezieren. Z.b. religiösen Wahn gab es am häufigsten im 19. Jahrhundert. Als die Gesellschaft ohnehin im hohen Maß traditionsgeleitet war, das heißt, als die Familien intakt und die Gottesdienste mit ihrer Vermittlung gottgegebener Realitäten gut besucht waren, die Autoritäten religiöser und staatlicher Art ohne Nachfrage sowie die durch „Bildung“ vermittelten Lebenschancen und damit verknüpften Verhaltensregeln in nahezu allen Lebenssituationen anerkannt waren. Deswegen spielt es in allen Zeiten eine große Rolle, in welchem soziokulturellen Kontext ein Mensch aufwächst. Wir können aus der Vergangenheit lernen, indem wir sie begreifen und betrachten. Da sind Regeln, die bedeuten, sich schuldig zu machen, verstoßen zu sein, - kurz: Religion bedeutete eine permanente Drohung, die über den Menschen schwebte. Man kann wissen, dass es im wissenschaftlichen Sinn keine Beweise gibt, dass Glaube glauben bedeutet. Dass daraus eine Kraft entstehen kann und ein Sinn geschaffen werden kann. Der religiöse Wahn hingegen glaubt gegen jedes Argument an seine Realität, obwohl es keine Beweise dafür gibt. Er glaubt an die absolute Richtigkeit seiner Vorstellungen und stellt alles Relativierende in Frage. 

Mittwoch, 16. November 2016

Industrie 4.0

"Industrie 4.0": Das soll die 4. industrielle Revolution bedeuten. Technischer und gesellschaftlicher Wandel. Großzügiger Robotereinsatz, Internet der Dinge, industriemäßiger Einsatz von Künstlicher Intelligenz, automatische Fertigung. Wegfall von primitiven Arbeiten, aber auch von vergleichsweise anspruchsvoller Dienstleistung. Kurzum: der Wegfall von Millionen Jobs. Asiaten sollen da weit vorne sein, heißt es. In Japan soll Industrie 4.0 bereits schon zu großen Produktionsfortschritten geführt haben. Jetzt mitmachen, sonst droht eine Niederlage, so tönen die Unternehmensberater allenthalben. Es könnte eine Beschäftigungskrise von nie da gewesenem Ausmaß bedeuten. Wer werden die Gewinner sein, wer die Verlierer? Produktionsstätten modernisieren oder gleich neu bauen. Mitarbeiter neu qualifizieren oder gleich neu finden, "erfinden". Deutliche Reduzierung von Beschäftigten. Ob das eine Erhöhung der Produktivität der Wirtschaft bedeuten würde? Wem das wohl nützen würde? Den Unternehmen, klar. Aber auch einer ganzen Volkswirtschaft? Ob der Kuchen der Arbeit somit noch kleiner würde? Ob Arbeit an sich dann nicht vollkommen neu zu bewerten wäre? Ob nicht große soziale Spannungen zu erwarten sind, wenn immer weniger Leute scheinbar wichtige Vollzeitjobs haben und die anderen gar nichts oder "Prekäres"? Ob das nicht einen Einfluss auf die Rentenproblematik haben dürfte? Wenn immer weniger Leute immer mehr Güter herstellen. Ob man so etwas nicht als Steigerung der Produktivität bezeichnet? Für dieselbe Wirtschaftsleistung immer weniger Arbeitskräfte benötigen? Ob so etwas, auch noch in diesem krassen Ausmaß!, nicht helfen könnte, gewisse demografische Problem und damit zusammen hängende Rentenprobleme zu entschärfen? Fintech ersetzt jetzt schon angestammte Bankendienstleistung und lässt wohl nur die Spitze eines Eisbergs ahnen. Wie wird wohl die Legitimation der wenigen Arbeitsplatzbesitzer ausfallen? Wie werden sie es rechtfertigen vor den anderen, die nichts haben werden? Ob die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen dadurch neu entfacht und vorwärts gebracht würde? Gewisse einflussreiche Kreise im Silicon Valley argumentieren schon genau damit als einer Selbstverständlichkeit. Welche Konsequenzen das wohl auf unseren Alltag hätte? Ob nicht Wert und Ziele wie „Selbstfindung“, „Selbstverwirklichung“, „karitative oder soziale Mitarbeit“ dadurch eine neue Bewertung erfahren würden? Ob nicht überhaupt unser Alltag und die damit verbundenen Lebenswelten neu strukturiert sein würden?

Mittwoch, 28. September 2016

Künstliche Intelligenz (5)

Ein Zitat des Physikers Stephen Hawking: „Die Computer werden irgendwann in den kommenden hundert Jahren mit ihrer künstlichen Intelligenz den Menschen übertreffen. Das wird das größte Ereignis in der Geschichte der Menschheit werden - und möglicherweise auch das letzte.“ Das sagte Hawking auf einer „Zeitgeist“-Konferenz des Internetkonzerns Google nahe London im Frühjahr vergangenen Jahres.
Doch die Forschung nach "künstlicher Intelligenz" basiert auf der Annahme, dass das menschliche Hirn nichts weiter ist als ein komplizierter Computer. Konsequenter weise glauben diese Wissenschaftler, dass die Welt vollkommen deterministisch, also vorherbestimmt ist.
Der erste Einwand gegen diese Denkweise ist, dass "Intelligenz" nicht einmal ein klar definiertes Wort ist. Die diversen "funktionalen Definition" können kaum als Grundlage einer Forschung dienen, weder als Leitfaden noch als Test. Der zweite Punkt ist, dass ontologisch gesehen die Ideenwelt und die objektive Welt zwei separate Dinge sind. Wir können mit Worten auf die objektive Welt verweisen, doch wir können diese Begriffe auch konzeptualisieren. Drittens kann man etwas "Bewusstloses" nicht als intelligent bezeichnen. Zum Bewusstsein gehört die Erkenntnis einer objektiven Welt. Algorithmen müssen jedes Objekt "lernen", Menschen haben ein Konzept davon und verweisen nur darauf.

Dienstag, 20. September 2016

Gentechnik Crispr (1)

Rinder ohne Hörer sind bereits geboren und erwachsen vorhanden. Das hässlich blutige Geschäft der Enthornung entfällt bei ihnen. Bauern jubeln. In Zukunft wären auch größere Rinder denkbar, die mehr Kälber gebären, die gesünder sind und die nicht das lästige Methangas in die Umwelt pusten. Das alles kann Crispr, die Methode, mit der Gentechniker die Evolution in ihrem Sinne vom Labor aus beeinflussen können und wollen. Sehr leicht zu handhaben, profitträchtig und enorm effektiv: Crispr krempelt die Gentechnik um. Das Erbgut aller Lebewesen lässt sich damit beliebig und sehr gezielt beeinflussen, umbauen, umstrukturieren, neu anordnen. Diese Wissenschaftler glauben auch, dass ihnen mithilfe von Crispr der endgültige Sieg über Aids gelingen könnte, indem sie den Genabschnitt, der die Informationen für die Andockstelle des HIV-Virus im Menschen enthält, so manipulieren, dass er derjenigen Variante gleicht, die bei den wenigen Glücklichen vorkommt, die von Natur aus gegen HIV/Aids immun sind. Kunststück. Auch könnten sämtliche erblichen Krebserkrankungen so wie alle anderen Krankheiten, die eindeutige genetische Ursachen haben - Sichelzellenanämie etwa, Bluterkrankheit oder Chorea Huntington -, bezwungen werden, indem die tickende Zeitbombe, die der Betroffene in seinem Erbgut herumträgt, einfach ausgeschaltet wird. Weg.
Die Gentechnik, ein Wunderhorn? Zauberei? Schöne neue Welt? Bei Nahrungsmitteln könnte man ja noch einwenden, dass es eine ganz erhebliche Verteilungsproblematik gibt, die die Ernährung der gesamten Weltbevölkerung (noch immer hungern rund 1 Milliarde Menschen) aus gewissen Interessen von Industrieländern und deren Konzerne unmöglich macht. Typisch für die Wissenschaft jedoch ist, dass sie schnelle technische Lösungen für soziale Probleme anbietet. Der scheinbar direkte Weg. Keine Frage jedenfalls ist, das jemand, der nicht genug zum Essen hat, in einer völlig anderen Wirklichkeit als die Satten Vielverdiener leben muss. Er ist bis zu seinem schäbdigen Tod vor allem zur Deckung seiner Grundbedürfnisse unterwegs.  

Dienstag, 23. August 2016

Künstliche Intelligenz (4)

Künstliche Intelligenz, die per App das Funktionieren des Heims besorgt, die Krankheiten rechtzeitig erkennt, die Arbeiten besorgt, wo „Facharbeiter“ fehlen werden, die Bilder und Gesichter kennen, die viel klügere Entscheidungen treffen, als wir das würden. Ob sie noch viel mehr besser als wir selbst können? Ob sie eines Tages die Weltherrschaft übernehmen werden und ob wir Menschen dann nur noch in Form von Cyborgs auftauchen, als durch allerlei technisch hergestellte Erweiterungs-Gadgets „aufgewertete“ Wesen? Sie werden alles und jeden kennen (Datenbrillen sind da nur ein Übergang...), sie werden unter anderem sprechen können (der Datenaustausch ist auch anders möglich), sie werden Kriege führen und sie werden zielsicher mit der Zukunft umgehen. Sie werden auch beliebig reproduzierbar sein (Klone könnten zur Selbstverständlichkeit werden). Sie werden einfach „erfolgreicher“ sein als die andern, sie werden sie auf viele Arten verdrängen. So jedenfalls geht eine Vision im Silicon Valley, in dem (derzeit noch von Menschen) die Technik der Zukunft erdacht wird. Künstliche Intelligenz soll uns Routine-Aufgaben abnehmen, die uns bisher zu sehr belasten. Es geht um gesteigerte Effizienz. Auch in Bezug auf die Umwelt. Das Ausplündern wird sich als nicht besonders klug erweisen. Öko wird angesagt sein,. Und das Mitgefühl? Compassion? Kunst? Werden das diese Maschinen auch können, wird das von ihnen ausgehen können? 

Montag, 15. August 2016

Künstliche Intelligenz (AI) (3)

Die Geräte, die uns noch umgeben, sind smart, aber dumm. Wirklich smarte Vertreter ihrer Art müssten noch weit mehr lernen, selbständig zu werden und autark handeln. Also läuft die Idee von smart living am Ende darauf hinaus, dass wir eine Künstliche Intelligenz erschaffen, die fähig ist, selbständig zu lernen. Selbstfahrende Autos haben die ersten Unfälle gebaut, sogar tödliche. Oh je! Mal angenommen, unsere Bundeswehrkampfdrohnen und selbstfahrenden Autos werden immer schlauer und besser, landen wir dann am Ende nicht als die Dümmeren auf dem Abstellgleis der Evolution? Tricksen uns die Maschinen eines Tages aus, wenn sie in allen Belangen besser als wir selbst sind? Algoritmen und Roboter haben längst an Fähigkeiten zugelegt und könnten eines Tages zu unseren Rivalen werden. Können die Kinder unseres Geistes uns am Ende langfristig überholen und abschaffen? Ob's eine reale Gefahr ist, die der Fortschrittsglaube heraufbeschwört?
Roboter geraten in Mode, nicht nur als Rasenmäher, Daten aufnehmende Uhren oder in Fernsehprogrammen voller naiver Technikbegeisterung vorgestellter selbstfahrender Automobile. Oder in Form smarter Haussysteme, die die Rolläden rauf und runter lassen, die Waschmaschine, den Kaffeeautomaten und den Kühlschrank steuern. Aber es müssen wohl noch mehr und bessere selbstlernende Systeme her, die das Lernen lernen können.
Ob da das Militär mal wieder eine Schrittmacherfunktion einnehmen könnte? Werden auf diesem Wege auch Kampfsysteme ersonnen, die über Drohnen weit hinaus gehen? Mit diesen Systemen könnten ja die Militärs im reichen Norden in Zukunft ihre Stellvertreterkriege im armen Süden führen, da auf ihrem eigenen Gebiete sowieso nur noch im Bereich das Internets agiert wird, in dem das Ausschalten generischer Führungs-, Leit- und Kampfsysteme ein mögliches Ziel ist. Es gilt, Überlegenheit zu demonstrieren, Dominanz ausüben, Ideale „abkaufen“, Geld gegen Ziele bieten. Ob alles eine Frage des Geldes ist? Noch weit radikaler als bisher schon? Die „zivilen“ Forschungseinrichtungen, die staatlichen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen, sind den privaten Interessen und, wie es heißt: Anwendungsorientierungen, ohnehin brav zu Diensten. Die Zusammenarbeit mit dem Militär ist ohnehin längst Selbstverständlichkeit. Die USA haben in dieser Hinsicht mit Stanford, ihrem Silicon Valley sowie der engen Vernetzung von Militär und Wissenschaft nach dem Zweiten Weltkrieg Maßstäbe gesetzt. Zum Militär sind hier längst fette Investoren der reichen Klasse und riesige Konzerne getreten, die den Fortschrittsglauben gekauft haben und ihn für sich einsetzen. Zum Beispiel für das Sammeln von Daten. 

Mittwoch, 20. Juli 2016

Künstliche Intelligenz (AI) (2)

Das angeblich allzu simple menschliche Gehirn muss nach Meinung von AT-Strategen verbessert werden. Mangelnde Vorstellungskraft und primitives Nervensystem zeichnen nach Ansicht Vieler im Silicon Valley den Menschen aus. Aggression und Kriegertum treten dann auf, wenn Sinnsysteme allzu rückständig werden und verteidigt werden wollen. Dabei ginge es, nach ihren menschenfreundlichen Aussagen, um Zusammenarbeit statt Konfrontation. Wenn der Mensch mit der Technik nicht mehr mitkommt, könnte man ja die menschlichen Fähigkeiten erweitern, statt die Technik zu verlangsamen. Man könnte zum Beispiel das menschliche Gehirn erweitern, seine Gedanken könnten überall verfügbar sein und mit den zur Verfügung stehenden Fakten (selbstverständlich von Google u. Co.) abgeglichen werden. Wir könnten unseren Aktionsradius wie Cyberborgs erweitern, durch künstliche Erweiterungen aller Art: größere und mehr Arme, besserer Körper usw. Unsere Identität könnte als digitale Datensammlung gespeichert werden und würde zur unbegrenzten Replikation zur Verfügung stehen, ein „ewiges Leben“ in wechselnden wäre auf diese Art auch gesichert. Es ist das Denken, das uns in den USA auf Schritt und Tritt begegnet: die unbedingte technologische Machbarkeit von allem und jedem steht dahinter, die Beherrschung der Natur bis ins Letzte. Wer mit offenen Augen in den USA ist, dem dürfte nicht entgangen sein: die großen Staudämme und die dazu gehörenden Seen, die Umfriedung, Einfangung und Ausnutzung des Colorado River alleine schon im Westen, die Unterwerfung und Besiegung der „Natives“, also der Indianer, - was nahezu einem Genozid gleichkommt. 

Montag, 27. Juni 2016

Künstliche Intelligenz (AI) (1)

Die meisten derjenigen Ausbildungssysteme in den USA, die gerne im Silicon Valley angesiedelt sind, fördern das Zusammenführen von "Führungspersönlichkeiten", die möglichst an stark wachsenden Industrien und Technologien interessiert sind. Was für die Menschheit gut ist, ssoll auch fürs Geschäft gut sein: Die Börsenkurse solcher Tech-Unternehmen sollen sich an der Börse etwa alle 2 bis drei Jahre verdoppeln. Künstliche Intelligenz, Roboter und Synthesebiologie gehören als Bereiche dazu. Offizielle Lesart ist, dass in solchen Einrichtungen über technische, geschäftliche und ethische Auswirkungen solcher relativ neuer Technologie gesprochen wird. Doch manchmal scheint es durchaus über das Reden hinaus zu gehen. Repression 4.0 ist da eine technologische Aufgabe. Es geht um die Entwicklung einer Zukunft für die Menschheit, die Heilsversprechungen aller Art einlösen soll, es geht auch um all das Sortiment latenter amerikanische Träume, die manifesten sind ja wohl obsolet. 
Unter anderem ist derzeit die Unsterblichkeit ein solches Versprechen, wobei es als Nahziel gilt, in einer gesunden Verfassung älter als 100 Jahre zu werden. Doch das ist nur das vorläufige Ziel. Danach soll das ewige Leben kommen. Nach altem amerikanischen Muster könnte dies das Heilsversprechen sein, dem ja bisher schon in allerlei bizarren Konstellationen nachgegangen wurde. Also wird derzeit daran gearbeitet, alle mechanischen Probleme zu beseitigen, die es jetzt noch in der Struktur des biologischen Menschen gibt. Es geht darum, die menschliche Maschine zu reparieren, sie in den rechten und gewollten Zustand zu versetzen. Dann gibt es auch noch das Bewusstsein und die Identität, die es zu digitalisieren gilt. Ob das alles noch in unserer Lebensspanne passieren wird? Der Körper als Lebensmaschine, das Bewusstsein als Datenpaket. Gedankenübertragung. Steuerung. Kontrolle. Optimierung. Gentechnik erlaubt schon heute die gezielte Steuerung des menschlichen Werdens. Krankheiten könnten im Voraus erkannt und ausgeschaltet werden. Fehlfunktionen sollen ausgemerzt, Genfolgen sollen in diesem Sinne umgebaut werden. Das wirft natürlich eine Menge ethischer, religiöser und moralischer Fragen auf. Doch es führt klar auf Optimierung und Selbstoptimierung zu, Ingenieure im Silicon Valley fühlen sich insofern als die „Pioniere des wahren Lebens“, als Propheten und Heilsbringer, womit sie sich in bester amerikanischer Tradition befinden.