Reise durch Wirklichkeiten

Posts mit dem Label Nutzen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nutzen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 17. Juni 2026

Neoliberalismus

Neoliberalismus Was überhaupt könnte Neoliberalismus sein, von dem viele reden (geredet haben) und das sie neuerdings mit den beiden Buchstaben K und I versehen? Die Politikwissenschaft behauptet hier ein „postheroisches Zeitalter“ in das wir hinein geworfen sein würden. Nun ja. Wir sind mannigfach hinein geworfen! „Flexibilisierung der Arbeitswelt“ könnte da ein Stichwort sein, das den Neoliberalismus stark geprägt hat. Also die Loslösung von Menschen aus kollektiven Bindungen, etwa Tarifverträgen, und die Überantwortung solcher Bindungen an einen Markt, der schon alles irgendwie regeln möge.Voraussetzung dazu wäre eine Selbstoptimierung, also die Voraussetzung, dass jeder als Einzelner die Voraussetzung zu seinem Glück schaffen könne. Der „Wettbewerb“ scheint solch ein Begriff zu sein, der vom Neoliberalismus heilig gsprochen ist. Ebenso der Begriff der „Leistung“, der möglichst von allen kollektiven Bindungen befreit und entfesselt sein müsse. Der Leistungssport scheint hier eine wichtige Schrittmacherrolle zu spielen. Prinzip: „The Winner takes it all“. Das heißt: Derjenige, der sich durchsetzt gegen alle andern, bekommt die ganze Aufmerksamkeit und das ganze Geld (Der Wert im Leben). Gewinner sind oft auch jene, die so glänzend dargestellt werden, weil sie ihre „Mitbewerber“ haben schlecht aussehen lassen. Neoliberalismus könnte aber auch, besonders und zuletzt nach den Einlagen eines scheinbar Supermächtigen, etwas zu tun haben mit der Aushölung der Souveränität einzelner Staaten zugunsten einer Globalisierung des Turbokapitalismus, der alle soziale Bindungen aushölt, alles mit Geld regelt und jene Globalisierungsgewinner schafft, die uns in den Medien präsentiert werden. Neoliberalismus könnte auch etwas zu tun haben mit dem Ideal des flexiblen Menschen, der sich allen vorgegebenen Strukturen möglichst optimal anpasst. Ob das etwas mit Konformitätsdruck zu tun hat? Dem folgen, was gerade opportun ist, ob das ein Ideal sein kann? Ob dem gegenüber Sinnstrukturen stehen, die nicht dem „Markt“ oder dem „Geld“ verpflichtet sind? Die über die Heiligsprechung des Einzelnen und die Nutzenorientierung des Marktes hinaus weist?

Montag, 18. April 2022

Networking

Ich staune mal wieder: Es gibt wohl auch nach dem vermeintlichen (!) Ende der Pandemie und mitten in einem Krieg viele Leute, die auf einem Film oberflächlicher Freundschaftsbeziehungen dahin schlittern und sich darin bescheiden, die diese Situation „normal“ finden, auch weil sie nichts anderes kennen. Solche Beziehungen zwischen Menschen sind oft beruflichen Gegebenheiten oder persönlichen Lagen/Situationen geschuldet. Manchmal ergeben sich auch schlicht Gelegenheiten, Beziehungen zu Personen zu knüpfen, die sich dann als nicht unbedingt haltbar erweisen. Über längere Zeit halten wohl diejenigen Beziehungen etwas aus, die einer tiefen Sympathie und einem breiten Verständnis geschuldet sind (doch wo gibt es das noch heute?). Heute werden Beziehungen geknüpft, um über eine gewisse Zeit hinweg (kann sehr sehr kurz sein!!!) verschiedenartige Bedürfnisse zu befriedigen (typisch Konsumwelt). Ausgenommen und von vornherein heilig gesprochen sind dabei nur noch die Ehen, die freilich immer brüchiger werden (Statistiken und Alltagserfahrungen können das belegen...). Sie müssen in unserer Gesellschaft zu Familien führen, schon wegen der Rente. Darüber hinaus ist „Networking“ beliebt, also das Schließen von Verbindungen verschiedener Menschen, die sich gegenseitig davon einen späteren Profit versprechen, die es als günstig beurteilen, zu dem einen oder anderen Menschen „nähere“ Verbindungen und Beziehungen zu unterhalten. Unlautere Elemente quetschen sich hierbei dazwischen, um den jeweils anderen regelrecht auszunehmen, ihn zu benutzen, ihm etwas auf einfache Art nach entsprechender zwischenmenschlicher Vorbereitung abzunehmen. Zuvor werden oft d Beziehungen geknüpft, die in diesem Falle dem förderlich und wohl rein zweckorientiert sind. Ein bestimmendes Motiv scheint schlicht auch die Neugier zu sein, die sich oft Ziele sucht, die sie nach ihrer vermeintlichen Stillung aber bald dann verlässt.

Samstag, 9. April 2022

Zwischen Menschen

 Ich staune mal wieder: Es gibt wohl viele Leute, die auf einem Film oberflächlicher Freundschaftsbeziehungen dahin schlittern und sich darin bescheiden, die diese Situation „normal“ finden, auch weil sie nichts anderes kennen. Solche Beziehungen zwischen Menschen sind oft beruflichen Gegebenheiten oder persönlichen Lagen/Situationen/Interessen geschuldet. Manchmal ergeben sich auch schlicht Gelegenheiten, Beziehungen zu Personen zu knüpfen, die sich dann als nicht unbedingt haltbar erweisen. Über längere Zeit halten wohl vor allem diejenigen Beziehungen etwas aus, die einer tiefen Sympathie und einem breiten Verständnis geschuldet sind. Heute werden Beziehungen geknüpft, um über eine gewisse Zeit hinweg (kann sehr sehr kurz sein!!!) verschiedenartige Bedürfnisse zu befriedigen. Die also vom Nutzen bestimmt sind. Ausgenommen und von vornherein heilig gesprochen ist dabei nur noch die Ehen, die freilich immer brüchiger werden (Statistiken und Alltagserfahrungen können das belegen...). Darüber hinaus ist „Networking“ beliebt, also das Schließen von Verbindungen verschiedener Menschen, die sich gegenseitig von ihrer gegenseitigen Bekanntschaft einen späteren Profit versprechen, die es als günstig für sich beurteilen, zu dem einen oder anderen Menschen „nähere“ Verbindungen zu unterhalten. Unlautere Elemente quetschen sich hierbei dazwischen, um den jeweils anderen regelrecht auszunehmen, ihn offen auszunutzen, ihm etwas einfach abzunehmen, ihn zu betrügen (?), Geschäfte mit ihm zu machen oder mit ihm zum eigenen Nutzen und Frommen "umzugehen"! Zu diesem Zweck werden oft gewisse Beziehungen geknüpft, die in diesem Falle wohl rein zweckorientiert sind und dem gemeinsamen Interesse förderlich sind. Ein bestimmendes Motiv scheint schlicht auch die Neugier zu sein, die sich oft Ziele sucht, die sie nach ihrer vermeintlichen Stillung aber bald dann verlässt.


Freitag, 29. November 2019

Zwischenmenschliches

Ich staune mal wieder: Es gibt wohl viele Leute, die auf einem Film oberflächlicher Freundschaftsbeziehungen dahin schlittern und sich darin bescheiden, die diese Situation „normal“ finden, auch weil sie nichts anderes kennen. Solche Beziehungen zwischen Menschen sind oft beruflichen Gegebenheiten oder persönlichen Lagen/Situationen geschuldet. Manchmal ergeben sich auch schlicht Gelegenheiten, Beziehungen zu Personen zu knüpfen, die sich dann als nicht unbedingt haltbar erweisen. Über längere Zeit halten wohl vor allem diejenigen Beziehungen etwas aus, die einer tiefen Sympathie und einem breiten Verständnis geschuldet sind. Heute werden Beziehungen geknüpft, um über eine gewisse Zeit hinweg (kann sehr sehr kurz sein!!!) verschiedenartige Bedürfnisse zu befriedigen. Die also vom Nutzen bestimmt sind. Ausgenommen und von vornherein heilig gesprochen ist dabei nur noch die Ehen, die freilich immer brüchiger werden (Statistiken und Alltagserfahrungen können das belegen...). Darüber hinaus ist „Networking“ beliebt, also das Schließen von Verbindungen verschiedener Menschen, die sich gegenseitig davon einen späteren Profit versprechen, die es als günstig für sich beurteilen, zu dem einen oder anderen Menschen „nähere“ Verbindungen zu unterhalten. Unlautere Elemente quetschen sich hierbei dazwischen, um den jeweils anderen regelrecht auszunehmen, ihn offen auszunutzen, ihm etwas einfach abzunehmen. Zuvor werden oft Beziehungen geknüpft, die in diesem Falle wohl rein zweckorientiert sind und dem gemeinsamen Interesse förderlich sind. Ein bestimmendes Motiv scheint schlicht auch die Neugier zu sein, die sich oft Ziele sucht, die sie nach ihrer vermeintlichen Stillung aber bald dann verlässt.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Zeit für uns

Dass Zeit ein höchst wertvolles Gut sei, mag sich herumgesprochen haben. Diese Erkenntnis legt sich auch angesichts der permanenten Beschleunigung, Erreichbarkeit und Verfügbarkeit nahe. Alles wird immer mehr verdichtet und unserer Verfügung als Mensch entzogen. Dass es dabei in erster Linie um Zeit geht, wird immer klarer. Zeit ist Lebenszeit. Dass diese unwiederbringlich ist, wird dem Menschen erst im fortgeschrittenen Alter so richtig klar. Oder bei oder nach einer lebensbedrohlichen Krankheit. Dies zieht oft eine Veränderung des Blicks oder – insgesamt - der Perspektive auf die Zeit nach sich. Es gilt, die Zeit sinnvoll zu nutzen und sie auch mal im Müßiggang, im schönen Nichtstun, zu verbringen. Manch einer behauptet, dies sei sogar die Voraussetzung für Kreativität überhaupt. Mal auf andere Gedanken kommen, in sich gären, Kraft aus sich schöpfen, Kraft zum Tun und sich Entäußern, nach außen bringen. Zeit nicht nur „nutzen“ für fragwürdige Zwecke, sondern sie in sich wirken lassen. Es gilt, „Prioritäten“ zu setzen, Reihenfolgen festzulegen. Sich „Zeit nehmen“ für etwas, könnte dies bedeuten. Für sich selbst etwa. Zeit hat keinen unmittelbaren ökonomischen Wert, auch wenn wir uns oft gezwungen sehen, unsere Zeit zu verkaufen, um zu überleben.

Mittwoch, 10. August 2016

Ressourcen

Eine Idee, über die wir früher viel diskutiert hatten und über die man in der Welt damals auch halbwegs einig zu sein schien: es gibt ja wohl volkswirtschaftliche Ressourcen, die allen gehören. Luft, Wasser, öffentlicher Boden, - sind ein Gemeineigentum, dessen unerlaubte Verunreinigung gewisse Unternehmen eigentlich viel Geld kosten müsste, weil sie sich an einem öffentlichen Eigentum ungünstig zum Zwecke des Profits bedient haben. Die Einsicht war freiwillig, ihr Vollzug nicht bindend. Unternehmen „entwickelten“ danach bestimmte Gebiete zum Zwecke der Gewinnung von Bodenschätzen, zur genetischen Beeinflussung von Erbinformationen und sich daran knüpfender "Patente", zum Aufbau neuer Fabrik- oder Wohnanlagen und vieler anderer Absichten zum Zwecke der Erzielung eines Profits für Wenige. Die Kosten dafür hatte die Allgemeinheit zu tragen, die am Zuwachs von Arbeitsplätzen zu gewinnen schien. Natürliche Ressourcen schienen keine Rolle zu spielen. Der Neoliberalismus fing an, das Feld zu beherrschen.
Dass das Gegenteil einer freiwilligen Einsicht in die Notwendigkeiten der Ökologie der Fall ist, zeigt hierzulande der Abgasskandal ganz klar: Gewisse Firmen haben durch den Einsatz unerlaubter Software und unter Umgehung der ohnehin laxen Kontrollmethoden hochgiftige Nano-Teile in die Umwelt hinaus geblasen. Da sie Arbeitgeber für viele sind, scheint ihnen das erlaubt zu sein. Arbeitsplätze, egal ob qualifiziert oder nicht. Wachstum um jeden Preis. Jedenfalls scheinen die staatlichen Behörden sehr lange Zeit mindestens ein Auge zugedrückt zu haben und sich gemäß einer stillschweigenden Kumpanei verhalten zu haben. Dasselbe bei den Verbrauchswerten. Jeder weiß, dass die von den Autofirmen angegeben Verbrauchswerte nicht stimmen. Vor ein paar Jahren habe ich es nicht gewusst und habe mich beim Händler dazu beschwert. Sofort wurde ich mitleidig begrinst und die Verkäufer haben sich wissend angeschaut. „Hm, dass sie das nicht wissen!“. Meine Verbrauchswerte hatten zum Teil deutlich über den angegebenen Werten gelegen. Man ging darüber hinweg, nach dem Motto „Selbst schuld, wenn Sie das nicht wissen!“.

Dienstag, 2. August 2016

Bussi-Bussi-Networking

Die Bussi-Bussi-Wellness-Gesellschaft der Wichtigtuer: Sie produzieren ihre Einsamkeit selbst, dadurch, dass sie Oberflächlichkeiten pflegen, ihre Bussi-Bussi-Kultur mit denjenigen pflegen, denen sie jeweils eine Funktion/Nutzwert für sich selbst zugesprochen haben. Etwas Demut täte diesen Leuten gut, die die Anmaßung und den Anspruch haben, auf dieser Welt ein Luxuswesen zu sein, dem deshalb das gute Leben zustünde. Sie haben keine Ahnung von der Welt um sie herum, nicht mal in kultureller Hinsicht, obwohl sie sich global geben (womöglich nur in okkupativer Hinsicht). Sie kennen nur ihr Ego, es ist ihr einziger Ausgangspunkt. Andere Menschen sind für sie Austausch- und Ersatzspieler, Kostenfaktoren. Sie brauchen Menschen, gebrauchen sie, missbrauchen sie, als Ersatzspieler, als Sklave. Dies geht bis ins Zwischenmenschliche hinein. Sie gehen einem gerne um den Bart: in Wirklichkeit spielen sich aber ganz andere Prozesse der Berechnung ab. Was gebe ich dir und was kann ich dafür nehmen. Was kriege ich für meinen Einsatz? Wie gestaltet sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Dazu gehören gerade auch Blindheiten, Leidenschaften, die so eine andere Person vielleicht nicht „verkaufen“ und „anbieten“ kann. Von dem, was sie sagen, ist immer auch das Gegenteil wahr. Es ist formbare Masse. „Flexibel“ und „anpassungsfähig“ würden das manche smarten Geister finden.

Montag, 16. Mai 2016

Vergütungen, Managergehälter, Autowelten

Und wieder einmal dringen Informationen über das weitgehend unanständige Gebaren der VW-Managerriege in Bezug auf ihre Bezüge nach außen. Dass hierbei Arbeit und Entlohnung in keinerlei Verhältnis stehen, haben die vergangenen Monate zur Genüge gezeigt. Verantwortliche lassen sich fett belohnen dafür, dass sie den größten Murks gebaut haben, den VW jemals zustande gebracht hat. Dafür werden dann Arbeitsplätze unsicher, besonders natürlich die „prekären“, die Werksverträge und die der Leiharbeiter. Die Ausgelieferten. Die der Schwachen. Die zweite Schichte der fest engagierten „Arbeiter“ und der Belegschaft  kann, wie zuletzt den Pressemeldungen zu entnehmen war, immerhin mit einer „Erfolgsvergütung“ rechnen, die die traditionell fest bei VW verankerten Gewerkschaften für sie ausgehandelt haben. Ansonsten sit wsie, wie den Beiträgen der einschlägigen "Experten" und der Börsenspezialisten zu entnehmen war, ohnehin viel zu unproduktiv und muss endlich einmal rasiert werden. Doch welche Welt entsteht, wenn jemand mit einer monatlichen Rente von 60 000 Euro aus dem Betrieb ausscheidet? Einer der alles in allem etwa Jahre gearbeitet hat und zudem noch Ansprüche von seinem vorhergehenden Arbeitgeber hat, der ihm die eine oder andere warem Mahlzeit garantieren dürfte. Wie immer, wird in solchen Fällen von „Verträgen“ und den clever ausgehandelten Bedingungen geschwafelt. Auch sind Labereien über Ansprüche und Leistungen in solchen Fällen beliebt. Die Verlautbarer in den Presseabteilungen streuen solche Dinge dann beschwichtigend übers Volk, dass dann auch prompt sehr schnell vergisst. Ob der Käufer eines VWs nicht auch Anspruch darauf hatten, dass die mitgelieferten Werte wenigstens einigermaßen stimmen? dass die EU schon viel zu lange mehrere Augen zugedrückt hat und das Kraftfahrtbundesamt samt dem seltsamen "Verkehrsminister" darin sogar seine eigentliche, von der Lobby stark geprägte Bestimmung, gefunden hat, wurde ja oft kolportiert. Ob nicht das Auto, die Marke auch für etwas steht? Ob hier nicht Paralellwelten entstehen, die mit der gesellschaftlichen Realität gar nichts zu tun haben? Aushandeln? Mit wem? Mit den Tonangebern, die ohnehin für jeden von ihnen vorgegebenen Murks verantwortlich sind und die dafür horrend fette Erfolgsvergütungen kassieren? 

Sonntag, 17. Januar 2016

Tiere "verstehen"

Tiere können meine Bereitschaft zur nonverbalen Kommunikation befördern. Es führt dann in einen Zustand des Aufgehobenseins in der unschuldigen Natur, ein „im Kontakt mit der Welt sein“, das unabgegrenztes Ich bedeutet, also einen  magischen Zustand. Es bedeutet, sich die Sentimentalität, aber auch die Sensibilität bewusst zu erlauben. In Augen eines Hundes schauen und im Rätsel sein. Darin gefangen sein. Was ist das? Es bedeutet zunächst, die alltäglichen Erklärungen dafür nicht zu akzeptieren. Es deutet auf das Rätsel, das es fortwährend bedeutet, mit diesen Wesen in Verbindung zu treten. Diese wunderbare Zuneigung zu dem Wesen, wo kommt sie her? Welche Rolle da eine Utilitarität spielt? Ein Hund hat etwas vom Menschen, er profitiert von ihm, keine Frage. Er bekommt sein Fressen, er ordnet sich ihm unter. Aber ist es das, was aus diesen Augen spricht? Eine Berechnung? Gibst du mir das, dann bekommst du jenes? Es liegt nicht im Auge dieses einzelnen Hundes. Ist es also ein Biologismus, eine Berechnung genau dieser Spezies? Was ist dabei eigentlich die Berechnung des Menschen? Welches selbstverständlich ihm zubemessene Interesse er wohl hat? Was gilt ein Überleben, das zum Ziel hat, alles andere untertan zu machen? 

Samstag, 16. Januar 2016

Nahrung und Profit

Es läuft die „Grüne Woche“ in Berlin: eine Messe als Parade des Überflusses und des gepflegten Essens (oder Fressens), dem die niedrigen tier- und menschenverachtenden Lebensmittelpreise auch noch auf vielfältige Weise Vorschub leisten. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an den Film „Landraub“ von Kurt Langbein und habe mir ein paar Sachen sinngemäß aufgeschrieben. Der Film stellt recht entschieden eine Meinung, eine Haltung, dar. Man kann anderer Meinung sein, sollte aber dann vielleicht Konzepte über eine allgemeine neoliberal begründete Ausbeutung (wie bisher praktiziert) hinaus haben. Sinngemäß heißt es in diesem Film: „Seit 2008, dem Jahr des großen Finanzskandals, hat das große Geld die Agrarindustrie entdeckt. Die großen Investoren führen seitdem riesige Investitionen in die Länder ein, vertreiben Kleinbauern, zerstören Sozialstrukturen, zerstören auch ökologische Strukturen. Wenn das so weitergeht, dann drohen Völkerwanderungen in einem Ausmaß, wie wir uns das jetzt noch nicht vorstellen können“. Ein Vertreter der Agrarindustrie meint dazu mit wichtigem Gesicht „In 20 Jahren werden wir 10 Milliarden Menschen haben. Wie werden die sich alle ernähren können? Wir brauchen dazu 80 Milliarden Investitionen. Wo soll dieses Geld herkommen?“ In den letzten 15 Jahren wurden weltweit etwa 200 Mio Hektar Ackerfläche an Investoren verkauft. Das ist mehr Agrarland, als es in ganz Europa gibt. Die Öko-Bilanz von der industriellen im Vergleich zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft ist verheerend. Nur der Profit stimmt. Ein Plantagenbesitzer sagt: „Es ist sehr attraktiv. Die Erträge sind sehr hoch. In wenigen Jahren sind die Investitionen zurückgezahlt. Die nächsten zwanzig Jahre gehen wir jedes Mal mit einem Lächeln zur Bank“. Wie das funktioniert, sieht man zum Beispiel in Äthiopien. Dort produziert etwa eine holländische Firma Tomaten und Paprika für 5-Sterne-Hotels in Dubai. Ein Geschäftsführer sagt dazu: „Für Bauern ist Äthiopien der Himmel auf Erden. Das Klima ist perfekt, es gibt viel Wasser, der Boden ist fruchtbar“. Die Regierung vergibt Millionen Hekar Ackerland an Investoren. Gleichzeitig herrscht Hunger im Land. Die gleichermaßen interviewte Landarbeiterin meint: „Dieses Gemüse kann ich mir nicht leisten. Ich verdiene 24 Euro im Monat. Wir essen nur Mais. Drei meiner Kinder leben bei meiner Mutter, weil ich sie nicht ernähren kann“.
Wie also kann man das Problem lösen? Der Film tritt für ein radikales Umdenken ein und vertritt ein Konzept der Millionen von Kleinbauern statt internationaler Agrarkonzerne. Lokale Versorgung statt globaler Investition. Was wie mittelalterliches Wirtschaften aussieht, könnte eine Lösung sein. Kleinbauern könnten wissenschaftlich beraten werden, könnten Bewässerung und Saatgut optimieren. Versuche haben gezeigt, dass solchermaßen beratene Kleinbauern ihren Ertrag verdreifacht haben. So der Film.