Ein Durchgang durch Realitäten aus meiner Sicht - Blog von Ulrich Bauer (Ergänzt ubpage.de)
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Montag, 4. Mai 2026
Melanchoblues
Kopf in die Hand stützen: eine Geste, die auf Melancholie weist? Ist da ein Zurück treten aus dem Getriebe, ein „Aus der Welt-Fallen“? Das Ungenügen an der Welt ist jetzt vom Zeitgeist nicht mehr so recht angesagt, entspricht es doch nicht dem amerikanischen „Manifestations“-trick: Alles geschieht, wenn du es nur verbissen genug willst! Vom Tellerwäscher zum Millionär. Ha ha. Der schwer in der Hand liegende Kopf findet aber auch schon in der Antike statt: Da ist Penelope, die Odysseus Rückkehr ersehnt, oder Ajax, bevor er sich in das Schwert stürzt. Was ist das Auftreten der Melancholie in der Kunst? Dürer, Friedrich, Goya, van Gogh oder de Chiroco (und das ist per name dropping nur eine winzig kleine Auswahl!). Es ging in der Antike um „Temperamente“. Um das Schwarzgallige. Gleichzeitig aber auch um ein Nachdenken oder eine Tat. (Sokrates). Solche Einstellungen scheinen zur Zeit nicht gerade beliebt zu sein, hauen sie doch eine Art Bremse in das Dasein rein, anstatt es dem ungehemmten Neoliberalismus entsprechend zu beschleunigen. Und dann später, die Bilder, die wir alle einigermaßen im Sinn haben: Heilsgewissheiten gehen in der Aufklärung flöten, die Romantik versucht das mit ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen auszugleichen. In der empfindsamen Strömung, die als Gegengewicht den Rationalismus ergänzt, wird die Melancholie zum poetischen Gefühl für das Erhabene, das in der Folge immer mehr zum Sentimentalen verflacht und heutzutage in der Werbung einer Sentimentalität „Urständ‘ feiert.
Sonntag, 11. April 2021
Wie man dieses Blog nutzbar machen könnte
Wie man dieses Blog nutzbar machen könnte: Ganz normal kann/könnte man die neuesten Beiträge lesen und sich an der Zeitleiste entlang hangeln, um „ganz normal„ meinen Kommentaren zum Lauf der Zeiten folgen. Dann freilich könnte man zurück kehren und sich die Beiträge zu einem bestimmten Thema anzeigen lassen, indem man diesen Punkt auf der Tag-Liste anklickt (unter „Labels“). Auf dieses Klicken hin werden alle Beiträge zu diesem Thema angezeigt, quer durch alle Zeiten. Da dieses Blog auf einen inzwischen recht groß gewordenen „Content“ zurück greifen kann (um dessen am Tag ausgerichteten Inhalte es mir manchmal leid tut), mag der nun angezeigte „Content“ wiederum recht groß sein. Dem Prinzip der Querverästelung bzw. Vernetzung folgend könnte nun wiederum auf der Auswahl der unter „Labels“ genannten Stichworte ein weiteres Thema gewählt werden, zu dem wiederum viele meiner Beiträge zu diesem Thema aufgeführt werden. Unter dem ganz oben aufgeführten Punkt "Alle aufführen" kann jederzeit zum Ausgangspunkt zurück gekehrt werden. Auf diese Weise könnte mit der Zeit meine Person als Stellvertreter von vielen besser erkennbar werden, eine Erkenntnisweise samt deren subjektiven Eigenheiten, die dem Lesenden und dem Schreiben gleichermaßen etwas bringen könnte („Win-Win-Situation“). Es könnte etwas dabei heraus kommen, das einer zeitgemäßen Art des Buchlesens entspräche und einer Einladung zum „Schmökern“ gleich kommen könnte.
Dienstag, 16. März 2021
Die "Ausroller"
Mal wieder nervt mich, dass demnächst mal wieder eine Maßnahme „ausgerollt werden“ soll (Engl.: "To roll out"). Dafür solle „das Mindset“ stimmen, darin immerhin hätten sie "commited". Wer? Egal. Jedenfalls solange das "backing" und "tracking" im setting okay sei, "on the whole" natürlich und nicht gerade an "gebrauchten" Tagen. Ob dazu das "Blame Game" zwischen Bund und Ländern gehört? Die Sportreporter hecheln währenddessen etwas davon, das es noch „10 Minuten zu gehen“ sein soll und dass beim "Umschaltspiel" mehr in "die Box" gespielt werden solle. Anglizismen sind in dieser Hinsicht wie Viren: Sie scheinen aus Gründen der Globalisierung überall einzudringen. Transportriehmen sind zu oft die Journalisten, die nicht auf dem Plan haben, dass ein wachsender Anteil der Bevölkerung solch einen Slang gar nicht versteht. Zudem ist dauernd die Rede davon, dass bestimmte Personen oder Personenkreise "liefern" sollten. Ob da der Merkantilismus zu stark durchgeschlagen hat? Die Globalisierung? In welchem Verhältnis steht sie dazu?
Donnerstag, 22. März 2018
Kreativität (1)
Der Zauberbegriff: Kreativität. Was bedeutet er
eigentlich? Die Frage danach schon erscheint überflüssig, denn in
unserer Gesellschaft ist der Begriff eindeutig besetzt: er ist so
etwas wie eine Problemlösungskompetenz. „Was ist das Problem?“,
so lautet die Frage dahinter. Doch das deutet genau nicht auf so etwas wie
Kreativität, sondern ist nur eine eingeschränkte Form davon, was gut in unsere durchökonomisierte Welt passt. Ein Ingenieur macht
sich mit ihr ans Werk, um die ihm gestellte Aufgabe und das „Problem“
zu lösen. Dazu braucht er Kreativität, nichtwahr?
Ob dazu nicht vielmehr etwas wie Lebendigkeit nötig ist? Vitalität, Erlebnisfähigkeit? Lust am absichtslosen Spiel, bei dem niemand weiß, was dabei herauskommt? Dabei die Welt einbeziehen, die anderen beteiligen....? Gerade nicht in der Passivität verbleiben, sondern sich aufmachen.... Das Effizienzdenken und die instrumentelle Vernunft, all die Planbarkeit hinter uns lassen! Der Überraschung in der Realität und nicht nur per Fiktion entgegen gehen, die uns überall in Filmen, Büchern etc. geradezu fortwährend zu verfolgen scheinen und uns fortwährend aufregt, erregt, in Anspruch nimmt. Über die typische Frage „Na, schon was dabei heraus gekommen?“ abgrinsen. Denn bei Kreativität darf auch nichts dabei „heraus kommen“. Ob Leonardo Da Vinci ein Problem gelöst hat? Ob bei ihm in Stein Gemeißeltes heraus gekommen ist? Kreativität ist halt nicht Problemlösung sondern hat womöglich etwas mit Gestaltung zu tun. Diese Welt des Denkens in einer bestimmten technisierten Weise hat uns längst in Besitz genommen, bewusst und unbewusst. Nach ein paar Weinen (oder anderen Drogen) darf dann geträumt werden, wie es denn wäre, nicht diesen Zwängen ausgeliefert zu sein.
Ob dazu nicht vielmehr etwas wie Lebendigkeit nötig ist? Vitalität, Erlebnisfähigkeit? Lust am absichtslosen Spiel, bei dem niemand weiß, was dabei herauskommt? Dabei die Welt einbeziehen, die anderen beteiligen....? Gerade nicht in der Passivität verbleiben, sondern sich aufmachen.... Das Effizienzdenken und die instrumentelle Vernunft, all die Planbarkeit hinter uns lassen! Der Überraschung in der Realität und nicht nur per Fiktion entgegen gehen, die uns überall in Filmen, Büchern etc. geradezu fortwährend zu verfolgen scheinen und uns fortwährend aufregt, erregt, in Anspruch nimmt. Über die typische Frage „Na, schon was dabei heraus gekommen?“ abgrinsen. Denn bei Kreativität darf auch nichts dabei „heraus kommen“. Ob Leonardo Da Vinci ein Problem gelöst hat? Ob bei ihm in Stein Gemeißeltes heraus gekommen ist? Kreativität ist halt nicht Problemlösung sondern hat womöglich etwas mit Gestaltung zu tun. Diese Welt des Denkens in einer bestimmten technisierten Weise hat uns längst in Besitz genommen, bewusst und unbewusst. Nach ein paar Weinen (oder anderen Drogen) darf dann geträumt werden, wie es denn wäre, nicht diesen Zwängen ausgeliefert zu sein.
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